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Gehorsam ist ein Reizwort. Naja, genauer gesagt: Es kommt darauf an, auf welcher Seite ich stehe: Ob ich gehorchen soll oder ob ich Gehorsam erwarte. Ob ich ein Elternteil oder Hundebesitzer bin oder ob ich tun soll, was andere sagen.
Viele Menschen sind noch geprägt davon, dass in der deutschen Geschichte Gehorsam missbraucht wurde. Meine Mutter verbrachte ihre Jugendzeit im Dritten Reich. Immer wenn wir im Familiengespräch auf den Kadavergehorsam gegenüber dem Nazi Terror kamen, sagte sie: „Wir waren preußisch erzogen. Das heißt: Befehl ist Befehl. Was die Regierung sagt und tut, ist gut. Dass die Regierung Gehorsam verlangen könnte für verbrecherische Taten, das konnten wir uns überhaupt nicht vorstellen.“
Manche schütten deshalb das Kind mit dem Bade aus und tun sich mit Gehorsam schwer. Immerhin habe ich den Apostel Petrus als Bundesgenossen mit seinem berühmten Satz: „Man soll Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apostelgeschichte 5,29) Damit bin ich genau beim Thema:
Gott gehorchen? Dazu hat der alte Samuel in seiner Grundsatzrede an das Volk Israel eine wichtige Botschaft: „Werdet ihr der Stimme des Herrn nicht gehorchen, so wird die Hand des Herrn gegen euch sein wie gegen eure Väter.“ (1. Samuel 12,15)
Das hört sich ein bisschen an wie eine Drohung. Aber das ist sein Vermächtnis. Samuel spricht aus langer ganz persönlicher Lebenserfahrung. Als Internatsschüler in Silo erlebte er so etwas wie die Hölle auf Erden. Und das Ganze auch noch versteckt unter einem frommen Mäntelchen. Aber später erlebte Samuel auf drastische Weise, wie sich Gottes Hand gegen die Mitarbeiter dieses Scheinheiligtums stellt.
Und die ganze Geschichte Israels ist voller Beispiele. Dass der kleine David den großen Goliath besiegt, ist weniger ein Resultat seiner Kraft oder Begabung, sondern seines Gehorsams. Dass die Israeliten aber Jahrzehnte unter den Philistern leiden, ist nicht die Folge ihrer Schwäche, sondern ihres Ungehorsams.
Wo kommt dieser Ungehorsam her? Er hat auf jeden Fall mit einer großen Vergesslichkeit zu tun. Unglaubliche Erfahrungen mit Gottes unendlicher Fürsorge reihen sich wie eine Perlenkette in Israels Geschichte. Der Zug durchs rote Meer. Das Manna in der Wüste. Die Mauern von Jericho. Und jeweils kurze Zeit später reißt diese Perlenkette. Die Israeliten leben, als ob sie Gott nie erlebt hätten.
Die Frage nach dem Gehorsam Gott gegenüber beginnt also nicht mit der Frage: Wo und wie muss ich gehorchen, sondern wer ist er, der Gehorsam fordert?
Was habe ich mit Gott erlebt? Wer ist Gott für mich?
Ich möchte - zuerst natürlich mir, aber auch Ihnen – ein paar Fragen stellen, die das Thema Gehorsam grundsätzlich beleuchten:
Kennen Sie Lebensbereiche, die Sie am liebsten ohne Gott managen?
Fürchten Sie, Ihr großer Gott ist Ihr großer Spielverderber?
Niemand liebt Sie mehr als er. Niemand versteht Sie besser als er. Haben Sie Vorbehalte, dass er es gut meint mit Ihnen?
Oder wissen Sie: Er ist ein Backofen voll Liebe. Er kennt mich besser als ich mich selber kenne und meint es unendlich gut mit mir?
Dann ist das gar keine Frage: Vater im Himmel, Dein Wille geschehe.
So wie es im Vaterunser heißt: „Dein Wille geschehe, denn Dein ist das Reich; und die Kraft; und die Herrlichkeit; in Ewigkeit, Amen“.
Autor: Pfarrer Matthias Adt
Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden
By ERF - Der SinnsenderGehorsam ist ein Reizwort. Naja, genauer gesagt: Es kommt darauf an, auf welcher Seite ich stehe: Ob ich gehorchen soll oder ob ich Gehorsam erwarte. Ob ich ein Elternteil oder Hundebesitzer bin oder ob ich tun soll, was andere sagen.
Viele Menschen sind noch geprägt davon, dass in der deutschen Geschichte Gehorsam missbraucht wurde. Meine Mutter verbrachte ihre Jugendzeit im Dritten Reich. Immer wenn wir im Familiengespräch auf den Kadavergehorsam gegenüber dem Nazi Terror kamen, sagte sie: „Wir waren preußisch erzogen. Das heißt: Befehl ist Befehl. Was die Regierung sagt und tut, ist gut. Dass die Regierung Gehorsam verlangen könnte für verbrecherische Taten, das konnten wir uns überhaupt nicht vorstellen.“
Manche schütten deshalb das Kind mit dem Bade aus und tun sich mit Gehorsam schwer. Immerhin habe ich den Apostel Petrus als Bundesgenossen mit seinem berühmten Satz: „Man soll Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apostelgeschichte 5,29) Damit bin ich genau beim Thema:
Gott gehorchen? Dazu hat der alte Samuel in seiner Grundsatzrede an das Volk Israel eine wichtige Botschaft: „Werdet ihr der Stimme des Herrn nicht gehorchen, so wird die Hand des Herrn gegen euch sein wie gegen eure Väter.“ (1. Samuel 12,15)
Das hört sich ein bisschen an wie eine Drohung. Aber das ist sein Vermächtnis. Samuel spricht aus langer ganz persönlicher Lebenserfahrung. Als Internatsschüler in Silo erlebte er so etwas wie die Hölle auf Erden. Und das Ganze auch noch versteckt unter einem frommen Mäntelchen. Aber später erlebte Samuel auf drastische Weise, wie sich Gottes Hand gegen die Mitarbeiter dieses Scheinheiligtums stellt.
Und die ganze Geschichte Israels ist voller Beispiele. Dass der kleine David den großen Goliath besiegt, ist weniger ein Resultat seiner Kraft oder Begabung, sondern seines Gehorsams. Dass die Israeliten aber Jahrzehnte unter den Philistern leiden, ist nicht die Folge ihrer Schwäche, sondern ihres Ungehorsams.
Wo kommt dieser Ungehorsam her? Er hat auf jeden Fall mit einer großen Vergesslichkeit zu tun. Unglaubliche Erfahrungen mit Gottes unendlicher Fürsorge reihen sich wie eine Perlenkette in Israels Geschichte. Der Zug durchs rote Meer. Das Manna in der Wüste. Die Mauern von Jericho. Und jeweils kurze Zeit später reißt diese Perlenkette. Die Israeliten leben, als ob sie Gott nie erlebt hätten.
Die Frage nach dem Gehorsam Gott gegenüber beginnt also nicht mit der Frage: Wo und wie muss ich gehorchen, sondern wer ist er, der Gehorsam fordert?
Was habe ich mit Gott erlebt? Wer ist Gott für mich?
Ich möchte - zuerst natürlich mir, aber auch Ihnen – ein paar Fragen stellen, die das Thema Gehorsam grundsätzlich beleuchten:
Kennen Sie Lebensbereiche, die Sie am liebsten ohne Gott managen?
Fürchten Sie, Ihr großer Gott ist Ihr großer Spielverderber?
Niemand liebt Sie mehr als er. Niemand versteht Sie besser als er. Haben Sie Vorbehalte, dass er es gut meint mit Ihnen?
Oder wissen Sie: Er ist ein Backofen voll Liebe. Er kennt mich besser als ich mich selber kenne und meint es unendlich gut mit mir?
Dann ist das gar keine Frage: Vater im Himmel, Dein Wille geschehe.
So wie es im Vaterunser heißt: „Dein Wille geschehe, denn Dein ist das Reich; und die Kraft; und die Herrlichkeit; in Ewigkeit, Amen“.
Autor: Pfarrer Matthias Adt
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