Dass "The Colour Of Spring" von Talk Talk tatsächlich das erfolgreichste Album der Gruppe ist, scheint schon fast kurios. Denn es fehlen mit "Such A Shame" und "It's My Life" zwei der erfolgreichsten Singles der Band auf dem Album.
Die Vorgeschichte von "The Colour Of Spring" von Talk Talk
Auch wenn Talk Talk bekannt sind für ihren Synthie-Sound und ihre kultigen 80er-Vibes, kommt die Band – und vor allem Sänger Mark Hollis – eigentlich aus dem Punk und Post-Punk mit verzerrten Gitarren und jeder Menge Tempo.
Einen großen Einfluss auf den jungen Mark Hollis hatte sein größerer Bruder, der als leidenschaftlicher Plattensammler, wie Stephan Fahrig im Podcast erklärt, seinem Bruder ganz viel unterschiedliche Musik vorgespielt hat und damit die Musikbegeisterung des Jungen aus Tottenham weiter befeuert hat.
Die ersten eigenen musikalischen Gehversuche im Rahmen eines Bandgeflechts sind 1979 nach nur zwei Jahren und ohne echte Erfolge schon wieder vorbei.
Aber Mark Hollis bleibt dran, schreibt weiter Songs und gründet eine weitere Band: "Talk Talk". Gemeinsam nimmt die Gruppe verschiedene Demos auf und schickt diese ganz selbstbewusst an die Plattenfirma EMI – und die ist begeistert.
Anfangs wollte die Plattenfirma die Band noch in die New-Romantics-Richtung drängen, ihnen auch den Stempel aufdrücken und die Gruppe so vermarkten. Aber auch wenn die Band um Mark Hollis sich musikalisch vom Punk wegbewegt hat, sind sie innerlich dabei geblieben und haben sich dieses Image eben nicht aufzwängen lassen, erklärt Stephan Fahrig im Podcast.
Die Band hat sich von einer Synthie-Pop und New-Wave-Band [...] hin zu einer intellektuell anspruchsvollen Jazzrock-Band Ende der 80er entwickelt.
Quelle: Niels Berkefeld im Meilensteine Podcast über die Entwicklung von Talk Talk
Die Weiterentwicklung von Talk Talk auf "The Colour Of Spring"
Auch wenn Talk Talk als Band am Anfang ihrer Karriere mit synthesizerlastiger Musik bekannt geworden sind und damit große Erfolge gefeiert haben, zum Beispiel mit "Such A Shame" oder "It's My Life", war der Synthesizer doch alles andere als das Lieblingsinstrument von Sänger Mark Hollis, erklärt Stephan Fahrig.
Darum hat die Band sich bei ihrem Album "The Colour Of Spring" von dem Synthie-Sound weiter entfernt und das Album anders und organischer klingen lassen – das hören wir schon beim Albumopener "Happiness Is Easy". Die Band bringt keine poppigen Melodien, die sofort im Ohr bleiben, sondern zieht die einen langsam in das Album rein.
Für Musikredakteur Niels Berkefeld, der die früheren Sachen von Talk Talk sehr gerne gehört hat, war das ein neuer, ungewohnter Sound von der Band, in den er sich erstmal reinhören musste.
Bei mir persönlich war dieses Album Liebe auf den zweiten Blick. [...] "The Colour Of Spring" musst du dir als Hörer erarbeiten.
Quelle: Niels Berkefeld, im Meilensteine Podcast über "The Colour Of Spring" von Talk Talk
Das Vermächtnis von "The Colour Of Spring" von Talk Talk
Mit diesem Album steht die Band auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, da sind sich die SWR1 Musikredakteure einig. Talk Talk hat mit "The Colour Of Spring" die Tür auch für andere Musiker und Musikerinnen aufgestoßen, neue Wege zu gehen und alte Strukturen aufzubrechen.
Shownotes
- Das legendäre Musikvideo zum Song "Living In Another World"
- Website von James Marsh, dem Künstler hinter dem Cover von "The Colour Of Spring"
- Der Talk Talk Album Guide
- Artikel zum 40. Geburtstag von "The Colour Of Spring"
- Die Entstehung von "The Colour Of Spring"
- ARD-Podcast-Tipp: "Spot Off – Der Backstagetalk"
- Tickets für die Meilensteine beim SWR Podcastfestival
Über diese Songs vom Album "The Colour Of Spring" sprechen wir im Podcast
- (17:22) – "Happiness Is Easy"
- (38:37) – "I Don't Believe In You"
- (45:06) – "Life's What You Make It"
- (50:12) – "Living In Another World"
- (01:00:34) – "Chameleon Day"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
- (06:49) – "Talk Talk Talk Talk" von The Reaction
- (47:41) – "Running Up That Hill" von Kate Bush
- (48:02) – "Green Onions" von Booker T. & The MG's
- (01:03:17) – "Flamenco Sketches" von Miles Davis
- (01:04:45) – "Streichquartett Nr. 2, op. 17" von Béla Bartók