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Es gibt eine Szene, die Tania Söllner gerne erzählt. Sie sitzt, hochschwanger, in einem Yogakurs, fühlt sich „wie ein Walross" und fragt sich: Warum mache ich das eigentlich? Söllner, die als „Die Clementa" hunderttausenden Menschen auf Instagram bekannt ist, hat mit „Scheiß auf Yoga" einen Spiegel-Bestseller geschrieben und geht nun mit dem gleichnamigen Programm auf Tour. Der Titel klingt nach Provokation, doch es geht nicht gegen Yoga. Es geht gegen eine Gesellschaft, die das Glück zur Pflichtübung erklärt hat – und dabei vergessen hat, worin es eigentlich besteht. Dankbarkeitstagebücher, Breathwork auf Bali, zuckerfreies Frühstück mit Chiasamen: All das, so Söllners Argument, sei oft nichts anderes als Kompensation. Eine Ablenkung davon, sich mit der eigentlichen Frage zu beschäftigen: Was will ich wirklich? „Es gibt tausend Vorgaben, die dir sagen, du bist nur glücklich, wenn du zweimal die Woche in den Wald gehst", sagt sie. „Wahres Glück kommt von innen nach außen und nicht von außen nach innen."
Hinter der Bühnenenergie liegt eine Biografie, die wenig mit Leichtigkeit zu tun hat. Aufgewachsen als Einzelkind in einem strengen italienischen Elternhaus, rebellierte Söllner früh und fand für ihre Wut lange kein Ventil. Im Beruf spielte sie die Rolle der erfolgreichen Frau, privat stand sie vor dem Zusammenbruch. Eine Familienaufstellung mit 23 wurde zum Wendepunkt – seither arbeitet sie an dieser Wut, nicht um sie loszuwerden, sondern um sie zu kanalisieren. Heute lebt sie mit ihren Eltern in einem Haus, friedlich und versöhnt. Ihr Vater habe sich nicht grundlegend verändert, sagt sie. Sie aber schon. „Freiheit ist, wenn du Sachen nicht nur sagst, sondern sie auch wirklich fühlst."
Fragt man Söllner nach der einen Botschaft, die von ihrer Tour bleiben soll, kommt die Antwort ohne Zögern: „Du bist genug. Du bist schon. Du musst nicht erst werden." Es ist ein Satz, der an Gewicht gewinnt, weil er nicht aus der Theorie kommt, sondern aus der Erfahrung einer Frau, die selbst jahrelang versuchte, in Formen zu passen, die nicht die ihren waren. Söllner ist keine Gegnerin der Selbstfindung – sie ist eine Gegnerin der Selbstfindungsindustrie. Der Unterschied mag klein wirken, aber er ist, wie so vieles bei ihr, genau der Punkt. Ihre Tour startet am 27. April in Köln, im Juni gastiert sie im Münchner Schlachthof.
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By The 48forward StudiosEs gibt eine Szene, die Tania Söllner gerne erzählt. Sie sitzt, hochschwanger, in einem Yogakurs, fühlt sich „wie ein Walross" und fragt sich: Warum mache ich das eigentlich? Söllner, die als „Die Clementa" hunderttausenden Menschen auf Instagram bekannt ist, hat mit „Scheiß auf Yoga" einen Spiegel-Bestseller geschrieben und geht nun mit dem gleichnamigen Programm auf Tour. Der Titel klingt nach Provokation, doch es geht nicht gegen Yoga. Es geht gegen eine Gesellschaft, die das Glück zur Pflichtübung erklärt hat – und dabei vergessen hat, worin es eigentlich besteht. Dankbarkeitstagebücher, Breathwork auf Bali, zuckerfreies Frühstück mit Chiasamen: All das, so Söllners Argument, sei oft nichts anderes als Kompensation. Eine Ablenkung davon, sich mit der eigentlichen Frage zu beschäftigen: Was will ich wirklich? „Es gibt tausend Vorgaben, die dir sagen, du bist nur glücklich, wenn du zweimal die Woche in den Wald gehst", sagt sie. „Wahres Glück kommt von innen nach außen und nicht von außen nach innen."
Hinter der Bühnenenergie liegt eine Biografie, die wenig mit Leichtigkeit zu tun hat. Aufgewachsen als Einzelkind in einem strengen italienischen Elternhaus, rebellierte Söllner früh und fand für ihre Wut lange kein Ventil. Im Beruf spielte sie die Rolle der erfolgreichen Frau, privat stand sie vor dem Zusammenbruch. Eine Familienaufstellung mit 23 wurde zum Wendepunkt – seither arbeitet sie an dieser Wut, nicht um sie loszuwerden, sondern um sie zu kanalisieren. Heute lebt sie mit ihren Eltern in einem Haus, friedlich und versöhnt. Ihr Vater habe sich nicht grundlegend verändert, sagt sie. Sie aber schon. „Freiheit ist, wenn du Sachen nicht nur sagst, sondern sie auch wirklich fühlst."
Fragt man Söllner nach der einen Botschaft, die von ihrer Tour bleiben soll, kommt die Antwort ohne Zögern: „Du bist genug. Du bist schon. Du musst nicht erst werden." Es ist ein Satz, der an Gewicht gewinnt, weil er nicht aus der Theorie kommt, sondern aus der Erfahrung einer Frau, die selbst jahrelang versuchte, in Formen zu passen, die nicht die ihren waren. Söllner ist keine Gegnerin der Selbstfindung – sie ist eine Gegnerin der Selbstfindungsindustrie. Der Unterschied mag klein wirken, aber er ist, wie so vieles bei ihr, genau der Punkt. Ihre Tour startet am 27. April in Köln, im Juni gastiert sie im Münchner Schlachthof.
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