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Neben hohen Energiekosten, überbordender Bürokratie und dem Fachkräftemangel gilt die hohe Steuerbelastung als ein Haupthemmschuh für die Wirtschaft in Deutschland. Doch weitreichende Steuersenkungen scheinen vorerst unwahrscheinlich. Wird sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern? Und was würde die Opposition anders machen in der Steuerpolitik, v.a. mit Blick auf die Unternehmensbesteuerung? Kurz vor dem Beginn der parlamentarischen Sommerpause steht der erfahrene Steuerpolitiker und CDU-Bundestagsabgeordnete aus Göttingen, Fritz Güntzler, Rede und Antwort, welche Alternativkonzepte seine Partei anbietet. Im Gespräch mit Roland Nonnenmacher erläutert Güntzler, wie es bis zur Bundestagswahl weitergeht, warum Nichtstun keine Option ist und warum ein erfolgreicher Steuerpolitiker auch ein guter Geschichtenerzähler sein muss.
Erst vor wenigen Jahren wurde die Grundsteuer nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts umfassend reformiert. Doch noch bevor die Steuerzahler ab dem Jahr 2025 erstmals die neue Grundsteuer bezahlen sollen, grätscht der Bundesfinanzhof dazwischen. In zwei brandaktuellen Entscheidungen gewähren die obersten Finanzrichter einstweiligen Rechtsschutz. Jonas Schneider, Spezialist für Immobilienbesteuerung bei EY, analysiert im Gespräch mit Roland Nonnenmacher, was die BFH-Entscheidungen für die Steuerpflichtigen bedeuten.
Die Umsatzsteuer betrifft jedes Unternehmen, egal ob groß oder klein. Dabei ist die mit gut 291 Mrd. Euro Steueraufkommen (2023) aufkommensstärkste Einzelsteuer in Deutschland im Detail hochkomplex und ständigen Neuerungen unterworfen. Die gut 3 Mio. Umsatzsteuerpflichtigen müssen stets auf der Hut sein, damit keine teuren Fehler passieren. Wie sich aktuelle Umsatzsteuerthemen aus der Sicht kleiner und großer Unternehmen darstellen, diskutiert Roland Nonnenmacher mit Carsten Rothbart, Leiter Steuer- und Finanzpolitik beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), und Hans-Hinrich von Cölln, Director Indirect Tax bei EY. Dabei geht es um den Vorsteuerabzug bei sog. Ist-Versteuerern, Kleinunternehmer, die eRechnung und um die Frage, warum man nur in Deutschland offiziell von der „Umsatzsteuer" und nicht von der „Mehrwertsteuer" spricht.
Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) ist bereits für Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern in Deutschland verpflichtend. Sorgfalt in der Lieferkette ist also angebracht, die sich in neuen Standards und Dokumentationspflichten und neuen Risikomanagementsystemen niederschlägt. Nun auch neu dabei ist die medial und kürzlich europäisch auf den Weg gebrachte CS3D-Richtlinie. Ist diese Corporate Sustainability Due Diligence Directive nun eine Verschärfung oder eine Erleichterung? Wo ent- und belasten sie und wo fügt sie sich in andere bereits bestehende ESG-Regelungen ein, die entweder bereits europäisch wirken oder aber in anderen europäischen Staaten als Einzellösungen bisher bestehen. Ist die nun auf Regularien basierte und gebotene Sorgfalt in der Lieferketten ein Wettbewerbsvor- oder ein -nachteil? Richard J. Albert und Philip Nagel sortieren alles, und machen es konkreter und widmen sich diesen neuen Regelwerken im Gespräch mit Hermann Gauß.
Die erweiterte gewerbesteuerliche Grundstückskürzung stellt ein ständiges Thema in der Betriebsprüfung und Rechtsprechung dar. Für Unternehmen, die sich mit Grundstücken befassen, ist es daher von essenzieller Bedeutung, sich stets auf dem Laufenden über die aktuelle Rechtsprechung zu halten und die eigenen Geschäftsmodelle in diesem Kontext regelmäßig zu prüfen. Angesichts der Tatsache, dass neue gesetzliche Regelungen auf viel Kritik stoßen und der Bundesfinanzhof ständig neue Interpretationsherausforderungen zu meistern hat, wobei seine Rechtsprechung in neuen Urteilen kontinuierlich angepasst wird, ist es umso wichtiger, dass Dr. Daniel Mohr und Dr. Andreas Bolik eine aktuelle Perspektive bieten und spezielle Punkte in dieser Folge beleuchten.
Trotz einer von Krisen geprägten ersten Hälfte der Legislaturperiode haben SPD, Grüne und FDP im Bund fleißig ihren Koalitionsvertrag abgearbeitet. Mit der globalen Mindeststeuer ist ein Herzensanliegen insbesondere der SPD seit Jahresanfang in Kraft. Etwas schwieriger gestaltete sich die Situation zuletzt beim Wachstumschancengesetz. Doch viel interessanter für die verbleibenden 1,5 Jahre bis zur Bundestagswahl im September 2025 ist die Frage: Wie geht es weiter mit der Steuerpolitik? Michael Schrodi, der Finanzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, erläutert im Gespräch mit Roland Nonnenmacher, was die Koalition und insbesondere seine Fraktion sich noch vorgenommen haben. Zum Abschluss hält der bekennende Fan des TSV 1860 München und frühere Spieler in der Jugend des FC Bayern München eine kurze Kabinenansprache.
Seit Monaten häufen sich die konjunkturellen Krisenmeldungen und in den gängigen Konjunkturkennzahlen lässt sich keine Wende zum Besseren feststellen. Zahlreiche Wirtschaftsvertreter, aber auch große Teile der Wissenschaft, fordern steuerliche Entlastungen für die Wirtschaft. Doch in Berlin hängt selbst das von Bund und Ländern zurechtgestutzte Wachstumschancengesetz vorerst fest. Was müsste sich ändern, damit Deutschland ein (nicht nur) steuerlich attraktives Land wird? Und wie schlimm ist die Lage derzeit überhaupt? Prof. Dr. Hubertus Bardt, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), und Daniel Käshammer, EY-Partner, nehmen im Gespräch mit Roland Nonnenmacher eine ökonomische Lageeinschätzung vor und entwickeln Reformoptionen.
Mit dem Wachstumschancengesetz wollte die Bundesregierung die stagnierende Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs bringen. Doch Ende November 2023 senkten die Länder im Bundesrat den Daumen und schickten das Gesetz in den Vermittlungsausschuss. Seit dem 21.02.2024 liegt das in der Presse viel beachtete Verhandlungsergebnis vor. Atmet die Wirtschaft jetzt angesichts der ernsten Lage auf, kann der Aufschwung jetzt kommen – oder macht sich eher Katerstimmung breit? Mareike Röckendorf vom Verband Die Familienunternehmer und Dr. Rainer Kambeck von der DIHK geben im Gespräch mit Roland Nonnenmacher eine erste Einschätzung, was die Wirtschaft vom Kompromiss zum Wachstumschancengesetz hält.
Hoch qualifizierte Fachkräfte sind mobil und manchmal bringen Sie Fähigkeiten mit, die sehr speziell sind und im Gastland gar nicht oder nur sehr teuer am Markt eingekauft werden können. Daraus entstehen Auslandsentsendungen, die von unterschiedlicher Dauer sind und steuerliche Fragen auslösen, die häufig durch Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) und in Fallkonstellationen in BMF-Anwendungsschreiben konkretisiert werden müssen. Jüngst geschehen, in einem kurz vor Weihnachten ergangenen Schreiben. Dieses wirft aber nun neue Fragen auf und steht teilweise konträr zu den Auslegungen anderer Länder, weshalb mit Doppelbesteuerung und Steuerstreitigkeiten zu rechnen sein wird. Schlimmer noch, für entsendende Unternehmen, wird der Auslandseinsatz vermutlich sogar kostspieliger. Im Gespräch zwischen Dr. Andreas Bolik, Heidi Schindler und Jörg Bartnik geht es daher um die Fragen der Ansässigkeit und des wirtschaftlichen Arbeitgebers und einem Sonderfall in den Niederlanden und auch um Stock-Options. Weitere Informationen: ey.com
Ein Special zu Tipps & Tricks im Rahmen der Besteuerung von Einnahmen und Ausgaben aus Vermietung und Verpachtung und ein Einblick in eine vielfältige Welt der 21er Einkünfte mit zahlreichen Fallkonstellationen und sich daraus ergebenden Fallstricken, Pflichten und Optionen, die Christoph Ackermann und Dr. Andreas Bolik vorstellen. Dabei geht es auch um Mieteinnahmen, laufenden Kosten für Strom, Wasser oder Müllabfuhr, auch Zinsen, Renovierungen und Instandhaltung oder Modernisierung und den damit verbundenen Handwerkerleistungen, Hausverwaltung und sonstigen Nebenkosten oder Versicherungen, Abschreibungen, Bagatellgrenzen und vielem mehr. Es gilt nicht nur das klassische Zufluss- und Abflussprinzip zu beachten und neue Anreize des Gesetzgebers im Zuge des Wohnungsmangels zu nutzen, der auch Sonderabschreibungen ermöglicht, wenn in die Erfüllung neuer klimaschonender Effizienzkriterien investiert wird (Stichwort: Heizungsmodernisierung). Hinzu kommen im Falle der kurzfristigen Vermietung oder auch z.B. bei Ferienwohnungen noch die Plattformnutzung und notwendigen Meldepflichten durch DAC-7.
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