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Die Aussage Jesu am Kreuz: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“, berührt mich tief. Sie drückt etwas vom tiefsten Inneren Jesu aus. Neuere Hirn-Forschung sagt, dass ein Automatismus eintritt, wenn man in Not kommt. Ganz tiefe Hirnströme werden aktiviert und das sogenannte Reptilienhirn übernimmt die Kontrolle. Angreifen, fliehen oder sich totstellen, sind dann die drei Angebote, die sich auftun.
Das später erlernte reflektierte Verhalten wird erst einmal in den Hintergrund gedrängt. Man schaltet um auf einen Überlebensmodus. Angst und Stress führen dazu noch zu Verwirrung und der Schmerz zieht die Aufmerksamkeit auf die Wunden.
Hier, in dem Wort Jesu: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, passiert etwas ganz anderes. Mitten im Stress, in Not und Angst, im Erleben des krassen Unrechts, tut sich eine Wirklichkeit auf, die sich nicht einfach erlernen lässt. Als würde es so aus ihm herausfallen, fast wie in einem Selbstgespräch hört man Jesus sagen: „Vater vergib ihnen.“
Das ist nicht das Reptilienhirn, auch nicht die gelernte Höflichkeit, sondern tiefes Gottvertrauen, das da spricht. Jesus spricht nicht die Soldaten an, die ihn kreuzigen, auch nicht die Jünger, die das aufgeschrieben haben. Er spricht mit dem Vater. Da scheint alles andere ausgeblendet. So werden wir Zeugen dessen, was der innerste Kern im Herzen Jesu ist. Es ist die Liebe Gottes und die Vergebungsbereitschaft, die sich in Jesus zeigt. Im inneren Dialog mit Gott redet er über das Geschehen und ist zur Vergebung bereit. Er bittet: Vergib den Menschen, die grausame Befehle erteilen und ausführen. Vergib den Menschen, die noch nicht zum Kern der inneren Liebe durchgedrungen sind. Sie wissen nicht, was sie tun. Sie hören nicht auf ihr Herz, sondern auf fremde Befehle. Sie wissen noch nicht, dass das Leben die Liebe braucht und nicht den Hass, der Unschuldige bestraft, verfolgt und tötet.
Von diesem Wort Jesu am Kreuz lässt sich ein roter Faden durch sein ganzes Leben ziehen. In der Bergpredigt spricht er von der Feindesliebe. Bei der Frau am Jakobsbrunnen sieht Jesus erst das suchende Herz der Frau und nicht den Irrweg ihres Lebens. Der zwölfjährige Jesus im Tempel weiß, dass er hier im Hause seines Vaters ist, mit dem er am Kreuz vertrauensvoll wie im Selbstgespräch redet.
Kann man das lernen? Auf jeden Fall nicht so, wie man ein Gedicht auswendig lernt oder die Regeln des Schachspiels.
Es geht um eine Haltung, die in der Begegnung mit dem lebendigen Gott wächst. Immer wieder redet die Bibel davon, dass die Rede Jesu die Herzen berührte und dass Menschen einen eingeschlagenen Weg änderten und ihm nachfolgten. Das ist die Richtung, in der wir fündig werden. Das Herz Jesu war ganz in Liebe gebadet. Wenn er Menschen rief, war es aus Liebe, wenn er Menschen ermahnte, war es aus Liebe und als der Auferstandene seinen Jüngern begegnete, schenkte er ihnen seine Kraft. In der Begegnung mit Jesus kann sich unser Herz verändern. Vielleicht sind Sie dann überrascht, wenn das eintritt, was Franz von Assisi wünscht: dass ich einer werde, der Liebe übt, wo man sich hasst.
Autor: Hartmut Völkner
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Die Aussage Jesu am Kreuz: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“, berührt mich tief. Sie drückt etwas vom tiefsten Inneren Jesu aus. Neuere Hirn-Forschung sagt, dass ein Automatismus eintritt, wenn man in Not kommt. Ganz tiefe Hirnströme werden aktiviert und das sogenannte Reptilienhirn übernimmt die Kontrolle. Angreifen, fliehen oder sich totstellen, sind dann die drei Angebote, die sich auftun.
Das später erlernte reflektierte Verhalten wird erst einmal in den Hintergrund gedrängt. Man schaltet um auf einen Überlebensmodus. Angst und Stress führen dazu noch zu Verwirrung und der Schmerz zieht die Aufmerksamkeit auf die Wunden.
Hier, in dem Wort Jesu: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, passiert etwas ganz anderes. Mitten im Stress, in Not und Angst, im Erleben des krassen Unrechts, tut sich eine Wirklichkeit auf, die sich nicht einfach erlernen lässt. Als würde es so aus ihm herausfallen, fast wie in einem Selbstgespräch hört man Jesus sagen: „Vater vergib ihnen.“
Das ist nicht das Reptilienhirn, auch nicht die gelernte Höflichkeit, sondern tiefes Gottvertrauen, das da spricht. Jesus spricht nicht die Soldaten an, die ihn kreuzigen, auch nicht die Jünger, die das aufgeschrieben haben. Er spricht mit dem Vater. Da scheint alles andere ausgeblendet. So werden wir Zeugen dessen, was der innerste Kern im Herzen Jesu ist. Es ist die Liebe Gottes und die Vergebungsbereitschaft, die sich in Jesus zeigt. Im inneren Dialog mit Gott redet er über das Geschehen und ist zur Vergebung bereit. Er bittet: Vergib den Menschen, die grausame Befehle erteilen und ausführen. Vergib den Menschen, die noch nicht zum Kern der inneren Liebe durchgedrungen sind. Sie wissen nicht, was sie tun. Sie hören nicht auf ihr Herz, sondern auf fremde Befehle. Sie wissen noch nicht, dass das Leben die Liebe braucht und nicht den Hass, der Unschuldige bestraft, verfolgt und tötet.
Von diesem Wort Jesu am Kreuz lässt sich ein roter Faden durch sein ganzes Leben ziehen. In der Bergpredigt spricht er von der Feindesliebe. Bei der Frau am Jakobsbrunnen sieht Jesus erst das suchende Herz der Frau und nicht den Irrweg ihres Lebens. Der zwölfjährige Jesus im Tempel weiß, dass er hier im Hause seines Vaters ist, mit dem er am Kreuz vertrauensvoll wie im Selbstgespräch redet.
Kann man das lernen? Auf jeden Fall nicht so, wie man ein Gedicht auswendig lernt oder die Regeln des Schachspiels.
Es geht um eine Haltung, die in der Begegnung mit dem lebendigen Gott wächst. Immer wieder redet die Bibel davon, dass die Rede Jesu die Herzen berührte und dass Menschen einen eingeschlagenen Weg änderten und ihm nachfolgten. Das ist die Richtung, in der wir fündig werden. Das Herz Jesu war ganz in Liebe gebadet. Wenn er Menschen rief, war es aus Liebe, wenn er Menschen ermahnte, war es aus Liebe und als der Auferstandene seinen Jüngern begegnete, schenkte er ihnen seine Kraft. In der Begegnung mit Jesus kann sich unser Herz verändern. Vielleicht sind Sie dann überrascht, wenn das eintritt, was Franz von Assisi wünscht: dass ich einer werde, der Liebe übt, wo man sich hasst.
Autor: Hartmut Völkner
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