ERF Plus - Wort zum Tag

Vom Staunen zum Danken


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Kennen Sie Momente in der Natur, wo Sie geradezu überwältigt sind von diesem Moment? Das kann ein schöner Ausblick sein von einem Berg oder ein toller Moment am Meer, der Blick in die Sterne oder auch ein schöner Sonnenauf- oder Sonnenuntergang. So etwas macht emotional was mit uns. Maler und Dichter zu allen Zeiten haben solche Motive aufgegriffen und in ihren Werken verarbeitet oder in unser Leben gedeutet.

Und man muss dann ja nicht nur die Natur sehen und den tollen Moment, sondern kann auch für einen kleinen Augenblick überlegen, dass diese ganze, unfassbar schöne Welt vielleicht doch nicht nur ein Zufallsprodukt ist, sondern von jemand Größerem bewusst ins Leben gerufen wurde. Wenn ich diesen Gedanken einfach nur mal zulasse, dann kann schon ein Gefühl von Staunen oder sogar Ehrfurcht aufkommen. Zumindest diese kleine Erkenntnis: Wow, für ein Zufallsprodukt ist das alles doch schon ziemlich erstaunlich …

In der Bibel werden Motive aus der Natur immer wieder herangezogen, um das Leben zu beschreiben und auf den hinzuweisen, der alles ins Leben gerufen hat. Für die Autoren der Bibel war das eine unumstößliche Realität: Es gibt einen Schöpfer des Lebens, einen Designer. Unsere Welt ist kein Zufallsprodukt, und wir als Menschen sind auch nicht zufällig hier. Alles ist bewusst ins Leben gerufen. Alles ist irgendwie ausbalanciert. Gleich auf der ersten Seite der Bibel heißt es unmittelbar im ersten Satz: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“

Später in den Psalmen der Bibel wird der Gedanke an einen Schöpfer aller Dinge immer wieder aufgegriffen und mit Bildern aus der Natur in Verbindung gebracht. Die Psalmen sind ja eigentlich Lieder und Gedichte, gesungene Gebete. Etwas zum Nachdenken sozusagen.

Und so heißt es im Psalm 50: „Gott, der HERR, der Mächtige [also der Schöpfer aller Dinge], redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.“.

Gott redet und ruft uns zu, nicht nur in besonderen Momenten, sondern die ganze Zeit über, vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang. Jeden Tag. Der Dichter sieht einen Gott, der Anteil nimmt, der kommuniziert. Im weiteren Verlauf des Psalms lässt er Gott sprechen über das Verhältnis zwischen ihm als Schöpfer und uns als Menschen.

Und dieser Schöpfer aller Dinge sieht das menschliche Verhalten doch etwas kritisch: Da gibt es die einen, die den großen Schöpfer völlig vergessen haben und nur noch sich selbst sehen, die Unrecht gegen Recht vertauschen und bei denen nur noch der eigene Vorteil zählt. 

Im Psalm wird es so ausgedrückt: „Wenn du einen Dieb siehst, so läufst du mit ihm und hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern. Deinen Mund lässt du Böses reden, und deine Zunge treibt Falschheit. Du sitzt und redest wider deinen Bruder; deiner Mutter Sohn verleumdest du. Das tust du, und ich schweige; da meinst du, ich sei so wie du. Aber ich will dich zurechtweisen und es dir vor Augen stellen.“ (Verse 18-21). … Ein deutliches Wort.

Und es ist im Psalm 50 auch noch von anderen Leuten die Rede. Sie sollten Gott eigentlich kennen, aber der Glaube und die Glaubensrituale sind bei ihnen nur noch äußere Form, inhaltsleer sozusagen. Eine innere Beziehung zum Schöpfer fehlt, und das Herz bleibt letztlich leer.

Dieser Gruppe ruft Gott im Psalm 50 zu: „Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.“ (Verse 14-15). Weg vom Äußeren, hin zu einem Herzen, dass sich in Abhängigkeit sieht.

Selbst zu der ersten Gruppe, die Gott komplett vergessen haben, sagt Gott mit den Worten des Psalmisten: „Begreift es doch […] Wer Dank opfert, der preist mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.“ (Verse 22-23). Dieser Gott versucht offensichtlich, unsere Herzen zu erreichen.

Eigentlich sollen doch beide Menschengruppen erkennen: da ist ein Schöpfer-Gott, dem ist innere Verbundenheit wichtig, dem ist Dankbarkeit wichtig. Dank ist auch eine Art Weg, um bei Gott anzukommen. Und Gott wird nicht müde, uns genau das zuzurufen: „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.“ Wir müssten vielleicht nur einmal genauer hinhören.

Autor: René Cornelius

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