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Die weltpolitischen Verwerfungen zeigen, wie verwundbar Europa – und damit auch Österreich – geworden ist. Kriege, geopolitische Spannungen und unterbrochene Lieferketten treffen längst nicht mehr nur ferne Regionen, sondern sie wirken direkt auf unseren Alltag, auf unsere Wirtschaft und auf unsere Versorgungssicherheit. Energie wird dabei immer mehr zum strategischen Machtfaktor und die Energiewende zum Teil eines geopolitischen Umbruchs. Wie gelingt Österreich auch künftig ein Leben in Frieden, Wohlstand und Sicherheit? Das besprach Michael Köttritsch, „Die Presse“, mit Sabine Herlitschka, der Vorstandsvorsitzenden von Infineon Austria, Michael Zinkanell-Süss, dem Direktor des Austria Institut für Europa- und Sicherheitspolitik, Sigrid Stagl, der Leiterin und Gründerin des Institute for Ecological Economics der Wirtschaftsuniversität Wien, und Josef Plank, Präsident der IG Windkraft.
Wie wichtig die Erzeugung erneuerbarer Energien ist, zeigen zwei Zahlen: Im Jahr 2022 wurden für die Lieferung von fossilen Energieträgern 19 Milliarden Euro ins Ausland überwiesen, im vergangenen Jahr waren es aufgrund der gesunkenen Preise noch immer acht Milliarden. „Oft ist das Geld an dubiose Regime geflossen, die geopolitische Spannungen noch weiterbefördern und es hat nicht der Good Governance gedient“, unterstreicht Sigrid Stagl. Geld, das für Energielieferungen ins Ausland fließt, fehlt bei heimischen Investitionen, ergänzt Josef Plank und fordert deshalb den Ausstieg aus fossilen Energieträgern.
„Die Grundproblematik liegt viel tiefer und struktureller. Österreich und Europa befinden sich in einer großen Abhängigkeit von den Energieproduktionsstätten und von Transportwegen“, führt Michael Zinkanell-Süss aus, „Da war die Straße von Hormus ausschlaggebend. Das hat uns vor Augen geführt, dass wir bei der Versorgungssicherheit auch diese Transportwege im Auge behalten müssen.
Sabine Herlitschka hat für ihr Unternehmen Infineon Austria aufgrund der extrem hohen Energiekosten in Europa bereits vor Jahren die Initiative selbst in die Hand genommen: „Wir sind schon vor vielen Jahren aus fossilen Energieträgern ausgestiegen und haben seit dem Jahr 2014 einen Großteil auf Erneuerbare umgestellt. Dazu zählen die Fernwärme und grüner Strom. Getrieben von Abhängigkeiten, dem herzustellenden Souveränitätsanspruch und dem Kostendruck hat sich sehr viel getan.“
Allerdings stehe Österreich nun vor der historischen Aufgabe, das Energiesystem der Zukunft zu bauen. Der Ausbau der Windkraft ist für Josef Plank ein Teil des historischen Projekts. Die Windstromerzeugung von derzeit knapp zehn Terawattstunden kann in den nächsten Jahren aus dem Stand verdoppelt werden. Für Josef Plank ein entscheidender Faktor. „Windkraftanlagen sind sehr effektiv und erfolgreich, aber in der Landschaft auch sehr sichtbar. Deshalb gibt’s hier auch Reibungsflächen. Die modernen Systeme sind effizienter, größer und leistungsstärker. Eine moderne Windkraftanlage kann den Strombedarf von 5.000 Haushalten decken. In Summe sind das 19.000 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Windkraft ist eine Chance für den ländlichen Raum, denn dort wird diese erneuerbare Energie produziert. Das muss offen kommuniziert werden.“
Ebenfalls besprachen die Experten im Talk von „Die Presse“, welche Rolle Mikroelektronik bei erneuerbaren Energien spielt und weshalb ihr Ausbau auch die Wertschöpfung am Wirtschaftsstandort steigert.
Information
Nach 22 Jahren wurde sein Vertrag beim ORF nicht mehr verlängert - und das hat einiges an Diskussionen ausgelöst. Karim El-Gawhary, Journalist, Nahost-Kenner und seit neuestem Podcaster, ist zu Gast im „Presse“-Podcast „Was wichtig ist“.
Wie geht es dem gebürtigen Münchner, der seit 1991 in Kairo lebt, mit seinem beruflichen Neubeginn im Alter von 62 Jahren? Was waren die Gründe für sein Vertragsende beim ORF, wie geht er mit Kritik um?
Karim El-Gawhary analysiert außerdem die Lage im Nahen Osten: Was passiert gerade im Iran, was im Gazastreifen, was braucht es für Frieden im Nahen Osten? Der Journalist attestiert Österreichs Medien, zu wenig israelkritisch zu berichten.
Gast: Karim El-Gawhary, Journalist
→ Zum neuen Podcast „Nahost. Nah dran“ von Karim El-Gawhary
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Die Menschen in Österreich werden immer älter. Besonders die Gruppe der Hochbetagten (80 Jahre und älter) wird in den nächsten Jahren stark anwachsen. Damit steigt nicht nur die Zahl der Pflegebedürftigen, sondern auch die Nachfrage nach Pflege- und Betreuungskräften. Und gerade hier gibt es zunehmend einen Engpass.
Wenn vom drohenden Pflegenotstand die Rede ist, dann gilt das im besonderen Maße für die Betreuung zu Hause. Denn: Rund 80 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen in Österreich werden zu Hause versorgt.
Welchen Stellenwert hat die häusliche 24-h-Betreuung? Vor welchen konkreten Herausforderungen steht sie? Und welche politischen Maßnahmen und Systemreformen sind dringend notwendig, um die zentrale Säule der Versorgung zukunftsfit zu machen? Antworten auf diese Fragen liefert im Podcast Robert Pozdena, Obmann der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung in der Wirtschaftskammer Niederösterreich. Ein Gespräch über fehlende Betreuungskräfte, bürokratische Hürden, mangelnde Förderungen, die Rolle von diplomiertem Fachpersonal und die Bedeutung von Qualitätssicherung in einem wenig reglementierten Arbeitsmodell.
Zur Person
Chatkontrolle. Oder Schutz vor der Verbreitung von Kindesmissbrauchsdarstellungen. Wie sinnvoll ist es, wenn Plattformen wie Meta, X, Snapchat und Co routinemäßig Bilder kontrollieren? Das EU-Parlament hat eine dementsprechende Übergangslösung für zwei Jahre verlängert. In einer umstrittenen Abstimmung in zweiter Lesung: 314 Abgeordnete stimmten dagegen und nur 276 dafür. Warum das Gesetz trotzdem durchging, das erklärt unser Brüssel-Korrespondent Oliver Grimm.
Tech-Redakteurin Barbara Steinbrenner analysiert die technische Seite der Chatkontrolle. Was soll diese können und was ist der große Unterschied zur in Österreich beschlossenen Messenger-Überwachung?
Gäste: Oliver Grimm, EU-Korrepondent der "Presse", Barbara Steinbrecher, Tech-Journalistin, "Die Presse"
Kampf gegen Kindesmissbrauch im Netz spaltet EU
Max Schrems will US-Datendeal kippen
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Sie hatte Angst um ihre Tochter, deshalb zahlte sie 60 000 Euro an einen Unbekannten. Das ist die Geschichte, die eine Pensionistin Chronik-Reporterin Teresa Wirth erzählt hat. Insgesamt 90-mal schafften Betrüger in Österreich es, vergangenes Jahr Menschen mit Schockanrufen Geld abzunehmen.
Gast: Klaus Knittelfelder
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Seit mehr als 1300 Jahren wird am steirischen Erzberg Eisenerz abgebaut, heute fördern die Bergmänner noch immer rund zwölf Millionen Tonnen Gestein pro Jahr. Davon werden rund drei Millionen Tonnen Fertigerz zur Verhüttung an die Voestalpine AG in Donawitz geliefert. Seit dem Jahr 2015 ist der Erzberg aber auch ein Großraumlabor der Montanuniversität Leoben – im „Zentrum am Berg“ wird der Tunnelbau der Zukunft erforscht, die Sicherheit unter Tage trainiert und es werden spektakuläre Brandversuche durchgeführt. Im Rahmen des Innovationsforums von „Die Presse“, besprach Michael Köttritsch mit Robert Galler, dem Leiter des Department MRE Mineral Resources Engineering und Initiator des „Zentrums am Berg“, und Marlene Villeneuve, Spezialistin im Fachbereich Felsmechanik am Lehrstuhl Subsurface Engineering, weshalb es essenziell ist, dass alle Projekte im Maßstab 1:1 durchgeführt werden.
Wird 2026 ein Super-El-Niño-Jahr, wird es also noch wärmer als sonst? Fakt ist, El Niño ist bereits dabei, sich auszubreiten, erklärt Marc Olefs, Leiter der Abteilung für Klima-Folgen-Forschung der Geosphere Austria in der heutigen Podcast-Folge.
Was ist El Niño, warum kommt dieses Phänomen nur alle paar Jahre, was hat El Niño mit dem Klima oder gar dem Klimawandel zu tun? Was bedeutet das für das Wetter hierzulande? Meteorologe und Klimaforscher Marc Olefs beantwortet bei „Was wichtig ist“ diese Fragen und er erklärt das ENSO-Modell, die „El Niño Southern Oscillation“, das komplex gekoppelte Zirkulationssystem von Erdatmosphäre und Meeresströmung.
Gast: Gerhard Hofer, „Die Presse"
El-Niño: Worauf sich Europa 2027 einstellen muss
Europa wird wegen „Super-El Niño“ teuer bezahlen
Vielleicht rettet uns El Niño vor der Gaskrise im nächsten Winter
Der Rechnungshof stellt der Wirtschaftskammer ein schlechtes Zeugnis aus und wirft ihr fehlenden Reformwillen, Intransparenz und teure Strukturen vor. Der stellvertretende Chefredakteur der „Presse“, Gerhard Hofer, hat den Bericht gelesen und beobachtet die Vorgänge in der Wirtschaftskammer seit langem. Er erzählt im Podcast, welche Punkte besonders in der Kritik stehen.
Der Rechnungshof empfiehlt, „zügig grundlegende Strukturreformen zu initiieren“. Aber ist das bei einer Bundeskammer, neun Landeskammern, 93 Fachverbänden und 590 Fachgruppen überhaupt möglich? Vor allem Rücklagen und Lohnerhöhungen sorgen für Kontroversen.
Gast: Gerhard Hofer, „Die Presse"
Rechnungshof zerpflückt Wirtschaftskammer: „Zu groß, zu intransparent, zu teuer“
Die Wirtschaftskammer ist von innen nicht reformierbar
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Alles nahm mit einem Burschenschafterfest im Juni in Leoben seinen Ausgang. Ein Taxifahrer wurde dort verprügelt und mit NS-Parolen beschimpft, einer der mutmaßlichen Täter: ein im FPÖ-Klub aktiver parlamentarischer Mitarbeiter, Burschenschafter aus der deutschen, identitären Szene.
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