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WDR Zeitzeichen episodes

  • Der ewige König von Deutschland - Geburtstag von Rio Reiser

    Rio Reiser wird am 9.1.1950 geboren. In seinem kurzen Leben wird er zur musikalischen Ikone der 68er, zum Popstar, zum queeren Vorreiter und zum Meister des tragischen Chansons auf Deutsch.



    In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock:

    • wie aus Ralph Christian Möbius Rio Reiser wird,
    • welche Rollen Dosenravioli und Ben Hur in den Nachmittagen des 13-jährigen Ralph Christian spielen,
    • was den Zusammenhalt der Familie Möbius stärkt,
    • womit Herbert Grönemeyer es sich bei Rio Reiser gründlich verdorben hat.

    1966 ist aus Ralph Christian Möbius längst Rio Reiser geworden. 1970 gründet er die Band "Ton, Steine, Scherben".

    Schon 1984 veröffentlicht Rio Reiser eine erste erfolglose Solosingle. 1986 erscheint die erste Solo LP, gefolgt von einer erfolgreichen Tournee. Alte Fans werfen ihm Ausverkauf an die Industrie vor. In den folgenden zehn Jahren erscheinen fünf weitere Soloalben. Rio Reiser reibt sich auf. In Talkshows wirkt er zwar witzig und wach, aber er wird blasser und dünner. Am 20. August 1996 stirbt Rio Reiser in Fresenhagen/Nordfriesland an Herz- und Kreislaufversagen nach einer anstrengenden Solotour. Die letzten Worte des Pfarrers am Grab: "Keine Macht für niemand, auch nicht für den Tod."

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Gert C. Möbius, Rio Reisers Bruder und Drehbuchautor, zeitweise Manager von "Ton Steine Scherben"

    Weiterführende Links:
    • 6. September 1970 - Erstes Konzert von "Ton Steine Scherben"

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Ulrich Biermann und Veronika Bock
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Boudicca: Wie die keltische Rebellin London niederbrannte

    Eine Frau führt im Jahr 60 n.Chr. die Rebellion der Kelten gegen die römischen Besatzer in Britannien an. Boudicca feiert gibt erste Siege, das antike Londinium brennt - dann schlägt Rom zurück...



    In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer:

    • wie die Sorge um ihre Töchter Boudicca zur Rebellen-Anführerin macht,
    • wie die Britannier in ihrem Zorn den Römern an Grausamkeit nicht nachstehen,
    • warum Boudicca als Frau eine besondere Herausforderung für die Römer ist,
    • wer sich später auf die keltische Anführerin Boudicca beruft.

    Im Jahr 60 gerät die römische Herrschaft über Britannien bedrohlich ins Wanken. Rebellen erobern die römische Provinzhauptstadt Camulodunum (Colchester) und brennen die heutigen Städte London und St. Albans nieder. Zehntausende sterben. Der Aufstand trifft die Römer völlig unvorbereitet.

    Am meisten überrascht sie aber, dass die Rebellion von einer Frau angeführt wird: Boudicca, der Witwe von Prasutagus, dem König der Icener. Prasutagus wollte den Frieden sichern, indem er sein Reich sowohl dem römischen Kaiser Nero als auch seinen beiden Töchtern vermacht. Doch nach seinem Tod ignorieren die Römer das Testament. Für Boudicca ist der Moment gekommen, sich gegen die Besatzer zur Wehr zu setzen. Boudiccas Kampf um die Freiheit scheitert. Ein Großteil ihrer Kämpfer fällt der kampferfahrenen römischen Armee zum Opfer, während die Römer nur geringe Verluste beklagen. Immerhin kann Boudicca vom Schlachtfeld fliehen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Kai Brodersen, Historiker, Prof. für Antike Kultur, Universität Erfurt
    • Verena Schulz, Philologin, Prof. für klassische Philologie, Universität Eichstätt
    • Tacitus: Annalen. Übersetzt von Erich Heller, Düsseldorf/Zürich 2005
    • Tacitus: Agricola. Übersetzt und erläutert von Karl Büchner, Stuttgart 1985
    • Cassius Dio: Römische Geschichte. Übersetzt von Otto Veh, Düsseldorf 2009
    • Mary Beard (2023): SPQR: die tausendjährige Geschichte Roms, Frankfurt am Main 2023
    • Caitlin Gillespie: Boudica: warrior woman of Roman Britain, New York 2018
    • Adrian Goldsworthy: Pax Romana: war, peace and conquest in the Roman world, London 2017.

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen – Die Kelten
    • Planet Wissen – Das antike Rom

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Tobias Sauer
    Redaktion: David Rother
    Technik: Antonia Herzog

    14 min
  • Inês de Castro: die Tote, die Königin von Portugal wurde

    Sie war die verbotene Liebe des portugiesischen Thronfolgers. Am 7. Januar 1355 wurde Inês de Castro auf königliche Anordnung ermordet. Um posthum doch Königin zu werden.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:

    • die tragische Geschichte der verbotenen Liebe zwischen dem jungen Thronfolger Pedro I. und der schönen Hofdame Inês de Castro,
    • wie viele Opern über das tragische Schicksal der Inês de Castro verfasst werden,
    • warum Inês de Castro als Bedrohung für die Unabhängigkeit Portugals angesehen wird,
    • welch tragische Folgen ein Jagdausflug des jungen Prinzen hat,
    • wie Pedro I. grausam Rache an den Mördern seiner Frau genommen haben soll.

    Die Romanze von Inês de Castro und Dom Pedro gilt als Portugals "Romeo und Julia". Sie handelt von glühender Liebe und Hingabe, von politischem Mord und grausamer Rache, von inniger Verbundenheit weit über den Tod hinaus.
    Im Jahr 1340 muss das noch junge Königreich Portugal, das sich erst im 12. Jahrhundert von Spanien gelöst hat, um seine Unabhängigkeit kämpfen. König Alfons IV. will die Spannungen mit dem König von Kastilien durch die Hochzeit seines ältesten Sohn Pedro mit der kastilischen Prinzessin Constança Manuel beilegen. Der Infant ist nicht gerade begeistert von seiner Braut. Constança bringt 1340 allerdings eine Vertraute mit, die ihn auf den ersten Blick verzaubert: Inês de Castro. Der Beginn einer tragischen Liebesgeschichte.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Dr. Klaus Herbers, Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
    • Zeha Schröder, deutscher Bühnenautor, Regisseur und Schauspieler
    • Axel Schönberger: "Die portugiesische Geschichte von den Anfängen bis zur Nelkenrevolution im Abriss." In: Dietrich Briesemeister/Axel Schöneberger (Hrsg.): "Portugal heute: Politik, Wirtschaft, Kultur", S. 119-158 Vervuert Verlagsgesellschaft, Frankfurt am Main 1997
    • Annette Seemann: "Wahn, der uns beglückt. Leid, das uns erdrückt - Inês de Castro und Dom Pedro". In: Annette Seemann: "Sinnlichkeit und Eigensinn. Außergewöhnliche Frauenleben." Reinbek bei Hamburg 2002
    • Walther L. Bernecker/Klaus Herbers: "Geschichte Portugals", Stuttgart 2013

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen - Die Geschichte Portugals

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Christiane Kopka
    Redaktion: Christoph Tiegel/Matti Hesse
    Technik: Theo Kramer

    15 min
  • Es war einmal ein übersehener Märchenbruder: Ferdinand Grimm

    Die berühmten Brüder Grimm, Jacob und Wilhelm, hatten noch einen Bruder, der Märchen sammelte. Vergleichbarer Erfolg blieb ihm versagt. Ferdinand Grimm starb am 6.1.1845.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:

    • wer alles zur Familie Grimm gehört,
    • warum Ferdinand Philipp Grimm oft als schwarzes Schaf bezeichnet wird,
    • unter welchem Pseudonym er publiziert,
    • wie seine bekannten Brüder über seine Märchensammlung denken,
    • was er mit Heinrich von Kleist und Bettina von Arnim zu tun hat.

    Ferdinand Philipp Grimm hat zeit seines Lebens mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. Am 18. Dezember 1788 wird er in Hanau in eine Überfliegerfamilie geboren, in der seine älteren Brüder Jacob und Wilhelm - die Gebrüder Grimm - den Ton angeben. Von ihnen wird er als nutzlos und faul eingeschätzt.

    Auch gesundheitlich geht es Ferdinand Philipp nicht gut: Er leidet an Depressionen und schreibt im Alter von Gicht, Schwindel, Ohnmachtsanfällen und anhaltenden Kopfschmerzen. Die Arbeitsdisziplin, die seine berühmten Brüder auszeichnet, hat er nicht. Es gelingt ihm nicht, seine Begabungen zu bündeln und beruflich erfolgreich zu werden. Trotzdem veröffentlicht er verschiedene Bücher. Das Erscheinen seiner eigenen großen Sammlung, "Burg- und Bergmärchen", erlebt er allerdings nicht mehr.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Heiner Boehnke (Autor)
    • Hans Sarkowicz (Autor)
    • Jule Ana Herrmann (Literaturwissenschaftlerin)
    • Heiner Boehnke und Hans Sarkowicz: Der fremde Ferdinand - Märchen und Sagen des unbekannten Grimm-Bruders. Berlin 2020
    • Jule Ana Herrmann: Ein Denkmal aus Papier und Tinte - Zum literarischen Einfluss Benedikte Nauberts auf das Werk Ferdinand Grimms. Baden-Baden 2020

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 20.12.1812: Die "Kinder- und Hausmärchen" der Gebrüder Grimm erscheinen
    • Zeitzeichen 04.01.1961: Wörterbuch der Gebrüder Grimm vollendet
    • ARD-Hörspiel: Grimms Märchen & Verbrechen
    • BR2-Radiowissen: Die Familie Grimm

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    Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Martina Meißner
    Redaktion: Sefa Inci Suvak

    15 min
  • John Rabe: "Der gute Deutsche von Nanking"

    Im japanisch-chinesischen Krieg rettet er mehr als 200.000 Chinesen das Leben. In China als Held gefeiert, stirbt John Rabe am 5.1.1950 unbekannt und verarmt in Berlin.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:

    • durch wen John Rabe zur Einrichtung einer internationalen Schutzzone inspiriert wird,
    • warum er Adolf Hitler um Hilfe bittet,
    • wie Rabe japanische Tiefflieger-Angriffe verhindert,
    • was die Gestapo nach Rabes Rückkehr nach Deutschland gegen ihn unternimmt,
    • warum er nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst nicht entnazifiziert wird.

    Am 13. Dezember 1937 besetzen japanische Truppen die damalige chinesische Hauptstadt Nanking. Das japanische Kaiserreich will in Ostasien die alles beherrschende Großmacht werden.

    Der deutsche Kaufmann John Rabe leitet zu diesem Zeitpunkt die Siemens-Vertretung in Nanking. Ihm gelingt es, dort eine internationale Schutzzone einzurichten: Rund zwei mal zwei Kilometer groß, am Rand der Zone Rabes Wohnhaus. Er nimmt Flüchtlinge auf, lässt sie in seinem Garten kampieren und in seinem Haus übernachten.

    Im Februar 1938 muss Rabe Nanking verlassen, weil Siemens die dortige Filiale schließt. Er kehrt nach Deutschland zurück. Rund 200.000 Menschen haben bis zu diesem Zeitpunkt dank der Sicherheitszone das Massaker der japanischen Truppen überlebt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Torsten Weber (Historiker, Deutsches Institut für Japanstudien Tokio)
    • Erwin Wickert (Hg.): John Rabe. Der gute Deutsche von Nanking. München, 2009

    Weiterführende Links:
    • Siemens: John Rabe als Mitarbeiter von Siemens China & Co.
    • Thomas Rabe: John Rabe - Freunde in Not lässt man nicht im Stich

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    Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Andrea Kath
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Victor Lustig: Der Hochstapler, der den Eiffelturm verkaufte

    Es klingt absurd, doch Victor Lustig gelingt es 1925 tatsächlich, als angeblich korrupter Staatsbeamter den Eiffelturm zu verkaufen. Besessen hatte er ihn natürlich nie.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:

    • wie die Diskussionen um den Erhalt des Eiffelturms Victor Lustigs größten Coup einleiten,
    • warum Victor Lustig sich selbst als "korrupten Staatsdiener" präsentiert,
    • wie sein Vater und eine Violine das Verhältnis des jungen Victor zu Autoritäten vielleicht nachhaltig prägen,
    • wie sich sogar Gangsterboss Al Capone auf Victor Lustig einlässt.

    In den 1920er Jahren, als der Eiffelturm etwa 40 Jahre alt ist, zeigt er bereits Anzeichen von Verfall. Es gibt Debatten darüber, wer für seine Instandhaltung bezahlt oder ob er besser abgerissen werden soll.

    Der Trickbetrüger Victor Lustig nutzt die Diskussionen zur Vorbereitung seines größten Coups. Er organisiert inszenierte Treffen, bei denen er vorgibt, ein Vertreter der französischen Regierung zu sein. Sein Auftrag: Den Eiffelturm als Schrott verkaufen. Der Eisenhändler André Poisson fällt auf Lustig herein. Als der Betrug auffliegt, ist Lustig längst über alle Berge. Sein Leben lang lebt er von großen und kleinen Betrügereien, bis er auf der Gefängnisinsel Alcatraz landet. Dort erkrankt der König der Hochstapler an einer Lungenentzündung, wird verlegt und stirbt 1947 im Gefängniskrankenhaus Springfield in Missouri. Aktenkundig werden insgesamt 47 Decknamen - und hieß er wirklich Victor Lustig?

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Lydia Benecke, deutsche Kriminalpsychologin und Sachbuch-Autorin
    • Christopher Sandford, Journalist und Lustig-Biograph

    Weiterführende Links:
    • 15. Dezember 1832 - Geburtstag des Ingenieurs Gustave Eiffel
    • Planet Wissen - Der Eiffelturm
    • 25. Januar 1947 - Mafia-Boss Al Capone stirbt in Miami Beach
    • 21. März 1963 - US-Gefängnis Alcatraz geschlossen

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Ralph Erdenberger
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Vom Wiener Salon in die Savanne: Löwenforscherin Joy Adamson

    Sie zieht eine Löwin mit der Flasche auf, um sie auszuwildern - ein gefährliches Experiment, das es so noch nie gegeben hat. Am 3.1.1980 wird die Tierschützerin ermordet.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Jonas Colsman:

    • wie drei Löwenbabys Joys dritte Ehe retten,
    • von einer tiefen Liebe, die sie nicht bei ihrer Familie, sondern bei Löwin "Elsa" findet,
    • wie die eigentlich als Friederike Victoria Gessner geborene Österreicherin zu ihrem Spitznamen "Joy" kommt,
    • wie Experten heute darüber denken, wilde Tiere zu halten,
    • von Tyrannei- und Rassismus-Vorwürfen gegen die Naturforscherin.

    Joy Adamson ist nicht nur Malerin und Schriftstellerin, sie ist vor allem eine Löwenmutter. Ihr dritter Mann, der in Kenia lebende Naturforscher George Adamson, bringt 1956 drei verwaiste Raubkatzen-Babys mit nach Hause. Joy zieht sie auf und entwickelt vor allem zur jüngsten und schwächsten ein inniges Verhältnis. Über das Leben mit "Elsa" schreibt sie ein Buch, das zum weltweiten Bestseller und später als aufwändige Hollywood-Produktion verfilmt wird.

    Die Löwen sind es auch, die unter Verdacht stehen, als Joy am Abend des 3. Januar 1980 schwer verletzt aufgefunden wird. Dass ihr Tod ein brutaler Mord ist, wird sich erst später herausstellen. Bis heute gibt es Spekulationen um die Hintergründe zum Mord. Joy Adamsons Kampf für die Tiere inspiriert die Menschen bis heute.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Ulrike Schmitzer, Journalistin und Autorin
    • Alexander Śliwa, Kurator beim Kölner Zoo
    • Ulrike Schmitzer: Joy Adamson (2024)
    • Joy Adamson: Frei geboren. Eine Löwin in zwei Welten (1962)

    Weiterführende Links:
    • SWR Kultur Zeitwort: Die Naturforscherin Joy Adamson wird ermordet
    • The Guardian: Joy shot me in the leg so I gunned her down
    • Stichtag: 20. August 1989 - Tierschützer George Adamson stirbt

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Jonas Colsman
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
    Technik: Jürgen Beiner

    15 min
  • Wie ein Kinohit die Wiedergeburt des Ku-Klux-Klans befeuerte

    Anfang Januar 1915 wird "The Birth of a Nation" in den USA uraufgeführt. Der erste Blockbuster der Filmgeschichte ist ein zutiefst rassistisches Werk.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:

    • von der "great migration", der Flucht vieler Afroamerikaner aus dem Süden vor wirtschaftlicher Not, Diskriminierung und Lynchjustiz,
    • von der Wiedergeburt des Ku-Klux-Klans,
    • dass der Film zunächst "The Clansman" heißt und warum er umbenannt wird,
    • wie "The Birth of a Nation" die Tatsachen verdreht und die Afroamerikaner selbst für die "Entzweiung" verantwortlich macht.

    Im Januar 1915 feiert der erste abendfüllende Spielfilm in der Geschichte der amerikanischen Popkultur Premiere. "The Birth of a Nation" (Die Geburt einer Nation) revolutioniert das Kino - mit seiner episch angelegten Erzählstruktur und brillanten technischen Innovationen. Er begeistert die Massen, wird zum ersten Blockbuster der Filmgeschichte.

    Doch inhaltlich ist der Film hochproblematisch und umstritten. Das Historiendrama über zwei Familien im amerikanischen Bürgerkrieg beschönigt die einstige Plantagenwirtschaft in den Südstaaten, verharmlost die Sklaverei, predigt die Trennung der Rassen und verherrlicht offen den Ku-Klux-Klan. So trägt der Film auch zu dessen Wiederaufstieg bei, bis Mitte der 1920er-Jahre wird der KKK zu einer Massenbewegung mit Millionen Mitgliedern.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Volker Depkat, Amerikanist (Universität Regensburg)
    • Volker Depkat: Geschichte der USA. Stuttgart, 2016
    • Melvyn Stokes: D. W. Griffith’s The Birth of a Nation. A History of "The Most Controversial Motion Picture of All Time". Oxford, 2007

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Der erste Blockbuster - "The Birth of a Nation"
    • Zeitzeichen: 25.11.1915 - Neugründung des Ku-Klux-Klan in Georgia

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Almut Finck
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Annette Skrzydlo

    15 min
  • Landnahme am Roten Meer: Italien gründet die Kolonie Eritrea

    Der Bau des Suez-Kanals lässt auch in Italien koloniale Träume wachsen. Am 1.1.1890 erklärt das Königreich seine Besitztümer am Horn von Afrika zur Kolonie Eritrea. Mit Folgen bis heute.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich:

    • wie Italiens Interesse an Ostafrika mit dem Suezkanal zusammenhängt,
    • woher der Name Eritrea stammt und was er bedeutet,
    • warum in Eritreas Stadt Asmara faschistische Architektur-Visionen umgesetzt sind,
    • wann Italien aus Eritrea abzieht.

    Eritreas Kolonialgeschichte beginnt mit einem Handel. Ein Lokalfürst verkauft die Bucht von Assab am Roten Meer an eine italienische Schifffahrtsgesellschaft. Wenige Jahre später besetzt Italien die Bucht und startet einen Eroberungszug. Im August 1889 erreichen die königlichen Truppen Italiens Asmara, 2.400 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, an einer Handelsroute zwischen Hochland und Rotmeerküste und einer Pilgerstraße in den Sudan.

    Nach der Besetzung der Provinzstadt erklärt Italiens König Umberto I. die eroberten Gebiete am Roten Meer zur Kolonie Eritrea. Er ist der erste einer Reihe von fremden Herrschern, die Anspruch auf Eritrea erheben. Heute ist das Land zwar unabhängig, aber eine autoritäre Diktatur. Ein Leben in Frieden ist dort noch immer nicht möglich.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Markus Wurzer (Historiker, Universität Graz)
    • Yirgalem Fisseha Mebrahtu (eritreische Dichterin in München)
    • Aram Mattioli: Experimentierfeld der Gewalt - Der Abessinienkrieg und seine internationale Bedeutung 1935-1941. Zürich 2005
    • Yirgalem Fisseha Mebrahtu und Tanja Kinkel: Freiheit in Briefen - Zwei Autorinnen im Dialog. Leipzig 2024
    • Markus Wurzer: Der lange Atem kolonialer Bilder - Visuelle Praktiken von (Ex-)Soldaten und ihren Familien in Südtirol/Alto Adige 1935-2015. Göttingen 2023.

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 15.09.1952: Eritrea wird Teilstaat Äthiopiens
    • Zeitzeichen 12.09.1974: Der Sturz des äthiopischen Kaisers Haile Selassie
    • HR: Eritrea - die Diktatur, die keiner kennt
    • SWR: Eritrea-Krawalle in Stuttgart: So ist die Situation in dem Land

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    Autorin: Claudia Friedrich
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Dunkles Mittelalter? Von wegen! So lebten wir 1224

    Seuchen, Kriege, Aberglaube? Nicht ganz falsch, dieses Bild vom Mittelalter - aber auch nicht ganz richtig: Wir können viel von den Menschen damals lernen: Wie lebte es sich heute vor 800 Jahren?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff:

    • wie der Läuterungsort "Fegefeuer" das Leben im Hochmittelalter verbessert,
    • welches Wetter damals in Mitteleuropa herrscht,
    • wer auf dem Gebiet des heutigen Deutschland das Sagen hat,
    • was "Beginenhöfe" mit der Emanzipation der Frau zu tun haben,
    • wie Glück und Kooperation im Mittelalter zusammenhängen.

    Ein Zeitalter zwischen Glorifizierung und Diffamierung: Das heutige Bild vom Mittelalter schwankt zwischen diesen beiden Polen hin und her. Doch die mittelalterliche Wirklichkeit ist vielfältig. Zwar sind die Lebenserwartung und die medizinischen Standards tiefer als heute. Doch gearbeitet wird weniger: Damals beträgt die jährliche Durchschnittsarbeitszeit rund 1.600 Stunden, heute liegt sie bei ungefähr 1.800 Stunden.

    Auch der Umgang mit der Natur ist nachhaltiger. In der Südpfalz gibt es zum Beispiel Waldgebiete, die niemandem gehören, aber von vielen genutzt werden. Verschiedene Dörfer treffen sich deshalb regelmäßig, um festzulegen, wer wo Bäume für Bau- und Feuerholz fällen darf. Und wo nachgepflanzt wird, um sicherzustellen, dass sich auch die Kinder und Enkel noch versorgen können.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professorin Annette Kehnel (Mittelalter-Historikerin, Universität Mannheim)
    • Annette Kehnel: Die sieben Todsünden – Menschheitswissen für das Zeitalter der Krise. Hamburg 2024
    • Annette Kehnel: Wir konnten auch anders – eine kurze Geschichte der Nachhaltigkeit. München 2021
    • Ulrich Nonn (Hrsg.): Quellen zur Alltagsgeschichte im Früh- und Hochmittelalter. Darmstadt 2003 bis 2007

    Musiktipp von Thomas Pfaff:
    Ougenweide: Bald Anders

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 01.11.1215: Laterankonzil verbietet die Gottesurteile
    • Zeitzeichen 28.10.1237: Erste Erwähnung der Doppelstadt Berlin-Cölln
    • Zeitzeichen 18.06.1264: Erstes irisches Parlament
    • Stichtag 13.11.1257: Die Universität Sorbonne wird in Paris gegründet
    • Planet Schule: Mauern, Brunnen, Galgenstricke - Die Stadt im späten Mittelalter

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    Autor: Thomas Pfaff
    Redaktion: David Rother

    16 min

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