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  • Quelle-Insolvenz: Der Pionier des Online-Shoppings macht pleite

    Der Versandhandel überlebt einen Krieg und die Ölkrise, nicht aber den Tod seines Gründers. Am 11.11.2009 ist Quelle insolvent. Dabei funktioniert die Geschäftsidee bis heute.



    In der Essener Grugahalle herrscht am 11. November 2009 gähnende Leere. Nur rund ein Dutzend der 10.000 Quelle-Gläubiger verlieren sich im Saal. Für Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg ist der Auflösungsakt nur noch eine Formalie. Das Aus für das traditionsreiche Versandunternehmen hat Görg schon Wochen zuvor in der Quelle-Heimatstadt Fürth angekündigt. 4.000 Mitarbeiter und 1.000 Beschäftigte bei Zulieferern und Dienstleistern verlieren ihren Job. Dabei hat alles so vielversprechend angefangen.

    1927 gründet Unternehmer Gustav Schickedanz die Firma "Gustav Schickedanz Kurzwaren en gros", aus der der innovative Versandhandel Quelle hervorgeht. Umsatz und Gewinne wachsen rasch. Zeitweise liegt der Quelle-Katalog praktisch in jedem deutschen Haushalt. Das Konzept geht über Jahrzehnte auf. Quelle trotzt dem vorübergehenden Berufsverbot des Firmengründers, der Ölkrise und der aufkommenden Konkurrenz durch Neckermann und Otto.

    Doch der Internethandel schwächt Quelle nachhaltig. Hinzu kommt die Fusion mit dem kriselnden Kaufhaus-Konzern Karstadt 1999, zu dessen Rettung ein dreistelliger Millionenbetrag die Konten wechselt. Daher verschont Insolvenzverwalter Görg Karstadt 2009 - im Gegensatz zu Quelle.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Kay Bandermann:

    • wie der Name "Quelle" entsteht
    • vom Quelle-Gründer Gustav Schickedanz und seiner Rolle im Nationalsozialismus,
    • wie seine Frau Grete den Betrieb nach dem Zweiten Weltkrieg rettet,
    • von den ersten Konkurrenten Neckermann und Otto,
    • wie Ölkrise und Digitalisierung Quelle erst zu Veränderungen und schließlich zur Aufgabe zwingen

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Ralf Deckers, Mitarbeiter am Institut für Handelsforschung in Köln
    • Gustav Schickedanz, Quelle-Gründer
    • Gregor Schöllgen, Biograf
    • Gregor Schöllgen: Gustav Schickedanz - Biografie eines Revolutionärs. Berlin 2010

    Weiterführende Links:
    • 14. Mai 2006: Rudolph Karstadt eröffnet sein erstes Geschäft
    • Galerie: Karstadt - wie alles begann
    • 2. September 2010: Slogan "Neckermann macht's möglich" erscheint

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Kay Bandermann
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
    Technik: Michael Franke

    15 min
  • Friedrich Schiller: Dichter der Freiheit und Rebellion

    Am 10.11.1759 wird der große Dichter und Dramatiker Friedrich Schiller in Marbach am Neckar geboren. Rebellion und die Suche nach Freiheit und Freude bestimmen sein Leben und Werk.



    Geboren wird Johann Christoph Friedrich Schiller am 10. November 1759 in Marbach am Neckar, im Herzogtum Württemberg, einem der deutschen Kleinstaaten. Sein Vater Johann ist Arzt beim Militär, die Mutter Elisabetha entstammt einer Bäckerfamilie. Der Ton in der Familie ist rau. Der Vater gilt als autoritär.

    In die Ausbildung des Schülers Friedrich Schiller mischt sich schon bald der Herzog persönlich ein. Carl Eugen von Württemberg befiehlt, dass der Junge mit 13 Jahren ins Internat der Fürstenakademie zieht. Dort studiert er zunächst Jura und später Medizin.

    Tagsüber steckt er im Drill, nachts aber liest er: Goethes Werther, der gerade erschienen ist, Shakespeare oder Gedichte des populären Friedrich Klopstock. Bald dichtet Schiller selbst angeregt, lernt Goethe kennen und wird zum Autor der Freiheit. In Werken wie "Die Räuber" und "Wilhelm Tell" schreibt er über die Rebellion.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Dänzer-Vanotti:

    • wie das Publikum auf die Uraufführung der "Räuber" 1782 in Mannheim reagiert,
    • was die Anführer der Französischen Revolution in einem Brief an Schiller schreiben,
    • welchen hohen Preis der Dichter für seinen Einsatz für die Freiheit zahlt,
    • wie Krankheiten sein Leben bestimmen,
    • warum seine Freundschaft zu Goethe nur zögerlich beginnt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Robert Koall (Dramaturg, Düsseldorfer Schauspielhaus)
    • Felix Krakau (Regisseur, Düsseldorfer Schauspielhaus)
    • Dieter Hildebrandt: Die Neunte - Schiller, Beethoven und die Geschichte eines musikalischen Welterfolgs. München und Wien, 2005
    • Rüdiger Safranski: Goethe & Schiller - Geschichte einer Freundschaft. München, 2009
    • Hans-Jürgen Schmelzer: Der verlorene Sohn des schwäbischen Herodes - Ein neuer Blick auf Friedrich Schillers Leben und Werk. Stuttgart, 2008

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 13.01.1782: Uraufführung des Dramas "Die Räuber"
    • Zeitzeichen 17.03.1804: Uraufführung "Wilhelm Tell" von Schiller
    • Zeitzeichen 09.07.1826: Tod von Charlotte Schiller
    • Zeitzeichen 02.11.1970: Exhumierung von Johann Wolfgang Goethe

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Irene Dänzer-Vanotti
    Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother

    15 min
  • RAF-Weggefährten: Terroristen legen Bombe in Jüdischer Gemeinde

    Nur etwas Rost am Zünder verhindert die Explosion einer Bombe der "Tupamaros West-Berlin" am 9.11.1969 Die Spur der Täter führt in den Nahen Osten, die DDR - und zum Verfassungsschutz.



    Ende der 1950er Jahre entsteht in Berlin an der Stelle, wo bis zur Zerstörung in der Reichspogromnacht 1938 eine der größten Synagogen Deutschlands stand, ein neues Jüdisches Gemeindehaus. Ein Zeichen dafür, dass jüdisches Leben nach dem Holocaust in Deutschland wieder aufblühen kann.

    Die Hoffnung auf ein friedliches Miteinander im Land der Täter bekommt am 10. November 1969 einen herben Dämpfer: Eine Reinigungskraft findet im Gemeindehaus eine Bombe, die am Tag zuvor bei einer Gedenkveranstaltung explodieren sollte und nur wegen technischer Defekte kein Blutbad anrichtet.

    Hinter dem Anschlag steckt die linke Terrorgruppierung "Tupamaros West-Berlin", deren Mitglieder aus dem Umfeld des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds kommen. Sie sympathisieren mit den Palästinensern und richten sich gegen Israel und die Eroberung des Gazastreifens, des Westjordanlands und von Ost-Jerusalem. Für die Zeitgenossen ist das ein Schock: Menschen, die politisch links sind und sich der Aufklärung verpflichtet fühlen, hatte man zuvor nicht mit Antisemitismus in Verbindung gebracht.

    Der Anschlag auf das Gemeindehaus verschwindet bald aus dem Fokus der Öffentlichkeit, auch weil mit der RAF linker Terror eine neue Dimension erreicht. Erst Jahrzehnte später - nach dem Mauerfall - kommen die Hintergründe zur Bombe im Jüdischen Gemeindehaus ans Licht. Die Fäden reichen von Berlin bis in den Nahen Osten, darin verwickelt sind auch Jassir Arafat, ein Undercover-Mann vom Verfassungsschutz und die DDR-Staatssicherheit.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:

    • wie die Täter in einem Palästinenser-Lager ausgebildet wurden,
    • dass nie Anklage gegen die Bombenbauer erhoben wurde,
    • warum der Anschlag schnell in Vergessenheit geraten ist.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Wolfgang Kraushaar, Politologe, Hamburg
    • Wolfgang Kraushaar: Bombe im Jüdischen Gemeindehaus. Hamburg 2005
    • Armin Pfahl-Traughber: Linksextremismus in Deutschland. Eine kritische Bestandsaufnahme. Wiesbaden 2014

    Weiterführende Links:
    • Anschlag auf das jüdische Gemeindehaus. (DLF Kultur)
    • 19. Juli 1950 – Zentralrat der Juden in Deutschland gegründet

    Das ist unser Hör-Tipp: „Deutschland – ein halbes Leben. 35 Jahre Mauerfall“
    Im Podcast schaut der Journalist Christian Bollert auf Deutschland, 35 Jahre nach der Friedlichen Revolution und dem Mauerfall. „Deutschland – ein halbes Leben“ hört ihr in der ARD Audiothek und überall, wo es Podcasts gibt.

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Almut Finck
    Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins
    Technik: Annette Skrzydlo

    17 min
  • Wie Hitler-Attentäter Elser fast die Weltgeschichte änderte

    Der Tischler Georg Elser hat sein Attentat auf Hitler minutiös vorbereitet. Am Abend des 8.11.1939 scheitert es nur knapp – durch eine unvorhersehbare Reiseplanänderung.



    Es ist ein dichter Nebel, der Adolf Hitler an diesem Tag wahrscheinlich das Leben rettet – und Georg Elser sein Leben kosten wird. Wegen der schlechten Sicht können die Nazi-Oberen am Abend des 8. November 1939 nicht wie geplant mit dem Flugzeug von München nach Berlin reisen, stattdessen müssen sie den Zug nehmen. Die jährliche Rede von Adolf Hitler im Münchner Bürgerbräukellers fällt daher kürzer aus als üblich. Und als die von Georg Elser minutiös geplante Zeitbombe hochgeht, haben Hitler und Goebbels den Saal schon verlassen. Der Attentäter Georg Elser wird ungefähr zur gleichen Zeit an der Schweizer Grenze festgenommen.

    Den Entschluss, Adolf Hitler in die Luft zu jagen, hatte Georg Elser bereits ein Jahr zuvor gefasst. Der Tischler sieht bei seiner Arbeit in einer Armaturenfabrik jeden Tag, wie das NS-Regime für den Krieg aufrüstet. Zugleich haben die einfachen Arbeiter immer weniger Rechte: "Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass man nur dadurch etwas verändern kann, dass man die augenblickliche Führung beseitigt, also Hitler, Göring und Goebbels."

    Wäre das schlechte Wetter nicht dazwischen gekommen, so hätte Georg Elser womöglich Weltgeschichte schreiben und viel Elend in Europa verhindern können. Der Arbeiter hat immerhin schon 1938, also noch vor Kriegsbeginn, erkannt, dass der Nationalsozialismus nur Unheil bringen wird. Deutlich früher also als andere Widerständler war Georg Elser bereit, sein Leben zu riskieren, um das Nazi-Regime zu stoppen.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:

    • wie Georg Elser als Arbeiter in einem Steinbruch anheuert, um an Sprengstoff zu kommen,
    • mit welcher Raffinesse er sich nachts im Brauhaus einsperren lässt,
    • welche Rolle die Abortanlagen des Bürgerbräukellers für das Attentat spielen,
    • wie die Nationalsozialisten das missglückte Attentat für ihre Propaganda nutzen,
    • dass Georg Elser noch kurz vor Kriegsende ohne Verfahren und am gleichen Tag wie Admiral Wilhelm Canaris und Dietrich Bonhoeffer hingerichtet wird.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Wolfgang Benz, Historiker, Berlin
    • Wolfgang Benz: Allein gegen Hitler: Leben und Tat des Johann Georg Elser. München 2024
    • Johannes Tuchel/Peter Steinbach: Georg Elser. Der Hitler-Attentäter. Berlin 2008

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen über Dietrich Bonhoeffer
    • 20. Juli 1944 – Stauffenberg-Attentat auf Hitler
    • Georg-Elser-Arbeitskreis

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Heiner Wember
    Redaktion: Christoph Tiegel, David Rother
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Plankton - auf der Suche nach der Basis der Futterkette

    Kleine und große Schwebewesen bevölkern die Meere. Die erste Expedition zu ihrer Untersuchung organisierte der Meeresbiologe Victor Hensen, der den Begriff Plankton erfunden hat - am 7.11.1889 kehrte sie heim.



    Im Jahr 1889 bricht der Kieler Biologe Victor Hensen zu einer außergewöhnlichen Reise auf. Er will erforschen, was wir heute unter dem Namen Plankton kennen: die winzigen, oft unsichtbaren Bewohner des Meeres. An Bord des Dampfers "National" und unterstützt von einem Team aus Zoologen, Botanikern und sogar einem Marinemaler startet Hensen die erste große Planktonexpedition in den Nordatlantik.

    An über 120 Stellen nehmen die Forscher Proben und entdecken unzählige Organismen, vom mikroskopischen Phytoplankton bis hin zu Quallen. Dabei entdecken die Forscher hunderte von neuen Arten – so viele, dass die gesammelten Proben noch Jahrzehnte lang analysiert werden.

    Hensens Ziel ist es, das Plankton systematisch zu erfassen, um dessen Bedeutung für das Leben im Meer zu verstehen. Eigens von ihm entwickelte, spezielle Netze werden dafür vertikal durchs Wasser gezogen – ein Verfahren, das uns auch heute noch in der Meeresforschung dient.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi:

    • was Hensens erste Studien mit einem einzelnen Fisch, dem Goldbutt, zu tun haben,
    • warum Plankton für die Nahrungskette im Ozean so wichtig ist und sogar das Weltklima beeinflusst,
    • was die Forschungsteilnehmer der Expedition alles mitnehmen müssen, darunter nicht nur Messgeräte, sondern auch einen Marinemaler,
    • warum es besonders in kalten Meeresgebieten viel mehr Plankton gibt als in wärmeren Gewässern,
    • und welche Rolle neue Technologien wie DNA-Analysen und Satellitendaten heute in der Planktonforschung spielen.

    Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin:
    • Dr. Meike Vogt, Senior Researcher und Klimawissenschaftlerin an der ETH Zürich.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Karl Brandt: Haeckel's Ansichten über die Plankton-expedition, Kiel 1891.
    • Otto Krümmel: Reisebeschreibung der Plankton-Expedition, Schwerin 2021.
    • Karl Brandt: Ueber die biologischen Untersuchungen der Plankton-Expedition. In: Naturwissenschaftliche Rundschau 5, 1890, S. 112–114.
    • Victor Hensen: Einige Ergebnisse der Plankton-Expedition der Humboldt-Stiftung. In: Naturwissenschaftliche Rundschau 5, 1890, S. 318–320.

    Weiterführende Links:
    • SWR natürlich! - Plankton - der Schatz aus dem Meer
    • Die Plankton-Expedition, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
    • G. Kortum: Victor Hensen in der Geschichte der Meeresforschung, Schriften des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schleswig-Holstein, Bd. 71, 2009, S. 3-25.

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    Noch mehr Infos zu dieser und anderen Zeitzeichensendungen von Murat Kayı finden Sie hier.

    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Murat Kayi
    Redaktion: Frank Zirpins

    14 min
  • 6.11.1989: Erich Mielke ordnet Vernichtung von Stasi-Akten an

    Im Herbst 1989 steht die DDR-Führung vor dem Aus: Proteste richten sich auch gegen das Ministerium für Staatssicherheit. Stasi-Chef Mielke lässt darum Akten verschwinden.



    Am 6. November 1989 passiert in der DDR etwas Unerhörtes. Der langjährige Chef des Ministeriums für Staatssicherheit, Erich Mielke, erlässt eine geheime Anweisung zur außerordentlichen Vernichtung von Materialien seines Ministeriums. Die Weisung geht per Rundschreiben an die Kreisdienststellen.

    Die Demonstrationen, die sich gegen das Regime richten, finden inzwischen im ganzen Land statt. Die Kreisdienststellen erscheinen Mielke deshalb nicht mehr sicher genug. Brisante Unterlagen über inoffizielle Mitarbeiter oder Überwachungspraktiken sollen vernichtet oder in die Bezirksverwaltungen ausgelagert werden.

    Mielke ahnt, dass seine Macht schwindet. Der "Feind" soll keine Spuren finden. Die Spuren des eigenen rechtsstaatswidrigen Handelns sollen beseitigt werden. Tags darauf tritt Mielke als Minister zurück.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:

    • wie das DDR-Ministerium für Staatssicherheit im Volksmund genannt wird,
    • mit welcher Haltung Erich Mielke sein Ministerium 32 Jahre lang führt,
    • wie die Aktenvernichtung durch die Bevölkerung gestoppt wird,
    • für welche Tat Erich Mielke nach dem Mauerfall zu sechs Jahren Haft verurteilt wird,
    • wo die Akten lagern, die dieses Urteil ermöglichen.

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Roland Jahn (letzter Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde)

    Weiterführende Links:
    • Stichtag 26.10.1993: Erich Mielke wegen Mordes verurteilt
    • Stichtag 08.02.1950: DDR verabschiedet Stasi-Gesetz
    • Zeitzeichen 29.12.1991: Stasi-Unterlagen-Gesetz tritt in Kraft
    • Stichtag 12.11.1996: Karlsruher Entscheidung zu den Todesschüssen an DDR-Grenze

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Klug
    Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother
    Technik: Antonia Herzog

    15 min
  • Pioniertat im OP: Werner Forßmanns Herzkatheter-Selbstversuch

    Mit einem gewagten Eingriff legt Werner Forßmann den Grundstein für die moderne Herzmedizin. Der Patient: Er selbst. Am 5.11.1929 berichtet er erstmals davon. Und viel später wird er dafür mit dem Medizin-Nobelpreis belohnt.



    Am 5. November 1929 erscheint im renommierten Ärzteblatt "Berliner Klinische Wochenschrift" ein Aufsatz von Werner Forßmann. Der Titel lautet "Über die Sondierung des rechten Herzens". Darin schildert der Assistenzarzt, wie er im zurückliegenden Sommer in einem Provinzkrankenhaus im brandenburgischen Eberswalde ein risikoreiches Experiment durchgeführt hat: eine Herzkatheter-Untersuchung am eigenen Körper.

    Forßmann legt damit die Grundlage für die Einführung der Herzkatheter-Untersuchung in die klinische Praxis. Doch diese Leistung wird erst Jahre später erkannt. Zunächst wird der Mediziner für seinen Mut nur von der Boulevardpresse gefeiert. In der wissenschaftlichen Literatur gibt es erst viel später eine entsprechende Resonanz.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Steffi Tenhaven:

    • wie der 25-jährige Werner Forßmann während der Mittagspause heimlich seinen Selbstversuch durchführt,
    • warum er auf die ursprünglich geplanten Patientenversuche verzichtet,
    • wie der Chirurg Ferdinand Sauerbruch angeblich über das Herzkatheter-Experiment spottet,
    • in welcher Beziehung Forßmann zur NSDAP steht,
    • mit welchen beiden US-Ärzten er den Nobelpreis erhält.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professor Dietrich Pfeiffer (Kardiologe in Berlin)
    • Werner Forßmann: Selbstversuch - Erinnerungen eines Chirurgen. Düsseldorf 1972

    Weiterführende Links:
    • Aktuelle Kamera: Interview mit Nobelpreisträger Werner Forßmann
    • Werner-Forßmann-Klinikum Eberswalde: Krankenhausgeschichte
    • Zeitzeichen 02.07.1951: Ferdinand Sauerbruch stirbt in Berlin
    • Planet-Wissen: Das menschliche Herz
    • gesundheitsinformation.de: Was passiert bei einer Herzkatheter-Untersuchung?

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    Autorin: Steffi Tenhaven
    Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

    14 min
  • Walther Leisler Kiep: Die CDU-Spendenaffäre

    Er war beliebt, erfolgreich und verwickelt in die schwerste Krise der CDU: Am 4. November 1999 erlässt die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen Walther Leisler Kiep wegen Steuerhinterziehung. Und das ist erst der Anfang.



    Ende August 1991 auf einem Parkplatz in der Schweiz: CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep und CDU-Steuerberater Horst Weyrauch nehmen einen Koffer entgegen, der eine Million Mark enthält. Es soll sich um eine Parteispende des Waffenhändlers Karl Heinz Schreiber gehandelt haben, so erzählen es die beiden CDU-Männer später. Das Geld taucht dann später auf einem Treuhandkonto der CDU auf und wird verschwiegen.

    Gut acht Jahre später wird das Leisler Kiep zum Verhängnis: Am 4. November 1999 erlässt das Amtsgericht Augsburg Haftbefehl gegen ihn. Der frühere CDU-Schatzmeister soll das Geld für die Vermittlung eines Panzergeschäfts der Thyssen AG mit Saudi-Arabien bekommen haben.

    Am 5. November 1999 stellt sich Leisler Kiep der Justiz. Seine Aussage bringt
    einiges ins Rollen. Es stellt sich schließlich heraus: Unter Parteichef Helmut Kohl existiert ein ganzes System von Auslandskonten und schwarzen Kassen, über das die CDU unter anderem Wahlkämpfe und Parteitage mitfinanziert hat.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:

    • Welche Rolle der Verein "Staatsbürgerliche Vereinigung" damals bei der Parteienfinanzierung spielt,
    • wie ein Untersuchungsausschuss des Bundestages die CDU-Spendenaffäre beleuchtet,
    • wie sich Ex-CDU-Parteichef Helmut Kohl in der Affäre verhält,
    • welche Regeln das Parteiengesetz heute für Spenden vorsieht.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Andreas Polk (Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin, Beirat und Mitglied bei Transparency International Deutschland)

    Weiterführende Links:
    • BR24-Chronologie: Schwarzgeld-Affäre Kiep, Kohl & Co.
    • BR24: Schreiber-Prozess - Der CDU-Spendenskandalf fliegt auf
    • PhoenixLive: Helmut Kohl räumt Existenz von schwarzen Konten bei der CDU ein
    • SWR Doku: CDU-Spendenaffäre: Als Angela Merkel mit Kohl brach

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    Autorin: Martina Meißner
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Gegen Subkulturen: Großbritannien verbietet Open-Air-Raves

    Während in Berlin Tausende bei der Love Parade tanzen, feiern Briten wild und unkontrolliert auf dem Land. Ab dem 3.11.1994 ist das gesetzlich verboten. Aber die Party geht weiter.



    Bekannt wird das Gesetz wegen einer Passage über Open-Air-Partys, auf denen Musik läuft, die so definiert wird: "Ihr verübt eine Straftat, wenn ihr verstärkte Musik spielt, die Klänge enthält, die vollständig oder zum Teil charakterisiert sind durch die Ausstrahlung einer Abfolge von sich wiederholenden Beats."

    Trotz des Widerstandes konservativer Kreise fahren ganze Karawanen aus den Städten zu den großen Open Air-Events aufs Land. Die Konservative Partei (Tories) entdeckt das Thema für sich.

    Der Criminal Justice Act soll die Versammlungsfreiheit einschränken und nicht nur die Raver treffen: Aussteiger, die ihr Leben im Wohnmobil verbrachten, sollen ihr Aufenthaltsrecht auf öffentlichen Flächen verlieren. Menschen, die den Neubau von Straßen blockieren oder eine Fuchsjagd stören, müssen mit empfindlichen Strafen rechnen.

    Auf der Straße demonstriert eine bunte Mischung gegen den Criminal Justice Act: Hippies mit Dreadlocks, Raver mit bunten Haaren, Umweltaktivisten und Oppositionspolitiker. Nur erfolgreich ist das Bündnis nicht. Trotz drei großer Demonstrationen zwischen Mai und Oktober wird der Criminal Justice Act am 3.11.1994 im britischen Unterhaus verabschiedet.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Werthschulte:

    • welche Rolle leerstehende Lagerhallen und Fabriken bei den Entwicklungen der neuen Musik-Kultur spielen,
    • wie die BBC dazu beiträgt, dass ein Festival in einem kleinen Dorf in der Grafschaft Gloucestershire aus dem Ruder läuft
    • dass das Gesetz die Free-Festival-Bewegung zerstörte und Musikfestivals kommerzialisiert wurden.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Jeremy Gilbert, Professor für Cultural Studies, University of East London
    • Simone Fenney, Mitglied der Techno-Crew Spiral Tribe

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 18.10.1922 - Gründung der BBC
    • Stichtag: 14. Dezember 1991 - Erster Mayday in Berlin
    • 18 Verletzte bei illegaler Techno-Party in Köln

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    Autor: Christian Werthschulte
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

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