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  • Nikita Chruschtschow: Vom Stalinisten zum polternden Reformer

    Ausgerechnet Stalins Erbe, der selbst Teil von Stalins Terrorapparat war, räumte mit den Verbrechen seiner Genossen auf. Geboren wurde er 1894 als Sohn eines armen Bauern.



    Ausgerechnet der politische Erbe Stalins, Nikita Chruschtschow, der selbst Teil des stalinistischen Terrorapparates war, räumt mit den Verbrechen seiner Genossen auf und betreibt die Entstalinisierung.

    Mit 15 Jahren wird der ungebildete Bauernsohn Chruschtschow Bergmann, später Gewerkschaftsfunktionär. An der Moskauer Arbeiter-Akademie gelangt er in Stalins Dunstkreis. Im Zweiten Weltkrieg ist Chruschtschow Parteichef der Ukraine. Bei Kriegsende wird er einmal mehr zum Schlächter im Auftrag Stalins. Er ist verantwortlich für die Rache an wirklichen oder vermeintlichen Kollaborateuren.

    Gegen den Rivalen USA schaffen die Sowjets 1957 im Weltraum mit dem Satelliten Sputnik einen Etappensieg. Real und verbal rüstet Chruschtschow mächtig auf. Doch wirtschaftlich können die Sowjets nicht mithalten. Und in der Kuba-Krise beweist Chruschtschow, dass er keinen Krieg will und in letzter Minute die Einigung mit US-Präsident Kennedy sucht.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:

    • wie Josef Stalin Nikita Chruschtschow in seinen Bann zieht,
    • wie Stalin seine Gefolgschaft aufbaut und in sein Terrorregime zieht,
    • wie Chruschtschow durch die eigenen Gräueltaten zum Kriegsgegner wird,
    • wie Chruschtschow den Freiheitskampf der Ungarn und die Republikflucht aus der DDR bekämpft.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Jörg Baberowski (Professor für Osteuropäische Geschichte, Humboldt-Universität Berlin)
    • Jörg Baberowski (Hrsg.): Das russische Imperium: Von den Romanows bis zum Ende der Sowjetunion, 2022

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Diktatoren - Josef Stalin
    • Planet Wissen: Chruschtschows Geheimrede von 1956
    • Planet Wissen: Kalter Krieg - Kuba-Krise

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Heiner Wember
    Redakteurin: Gesa Rünker
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Medizinvermarktung als Heldengeschichte: die Behringwerke

    Für seine Serumtherapie gegen Diphterie erhält der Mediziner Emil von Behring 1901 den Nobelpreis. Am 16. April 1914 eröffnet er die Behringwerke Marburg und Bremen.



    Mit dem japanischen Arzt und Bakteriologen Kitasato Shibasaburō und dem deutschen Mediziner und Forscher Paul Ehrlich entwickelt der deutsche Mediziner, Immunologe, Serologe und Unternehmer Emil Behring Arzneimittel gegen die Diphtherie. Nach dem Erhalt des ersten Nobelpreises für Physiologie oder Medizin wird er von Kaiser Wilhelm II. geadelt und heißt von da an Emil von Behring.

    1914 kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs werden Kaufleute in Bremen auf Behring aufmerksam. Behring hat gerade auf einem Kongress seine Arbeiten zu einem vorbeugenden Diphtherieimpfstoff vorgestellt.

    Am 16. April 1914 werden in Bremen und Marburg die Behringwerke eröffnet.

    Für die Entwicklung eines Gegengiftes gegen den Wundstarrkrampf (Tetanus) wird Behring in der Presse als "Retter der Kinder" und als "Retter der Soldaten" gerühmt. Tetanus ist bis dahin eher als Tierkrankheit bekannt, aber verunreinigte Erde in den Schützengräben sorgt dafür, dass allein in den ersten Kriegsmonaten über 1.600 Soldaten an Wundstarrkrampf sterben.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer:

    • von den Schattenseiten der Lichtgestalt Emil von Behring,
    • wie Kaninchen unter dem Bett Behrings Forschungen einleiten,
    • wie schon Anfang des 20. Jahrhunderts eine Diskussion darüber beginnt, ob man mit Gesundheit Geld verdienen darf,
    • wie Behring die Fortsetzung seiner Forschungen selber torpediert.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Ulrike Enke (Medizinhistorikerin und Biographin, Uni Marburg)
    • Malte Thießen (Medizinhistoriker, LWL Münster)
    • Ulrike Enke: Emil von Behring 1854-1917, Göttingen 2023

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Deutsche Geschichte - Der Erste Weltkrieg
    • Stichtag - 8. April 1874: Das Reichsimpfgesetz wird erlassen
    • Planet Wissen: Alfred Nobel - Der Nobelpreis

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Irene Geuer
    Redaktion: Gesa Rünker/Christoph Tiegel

    15 min
  • Er gründet das Museum Folkwang: Der Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus

    Kontakt zu Kunst steigert die Lebensqualität - davon ist Karl Ernst Osthaus überzeugt. Viele Ideen setzt der 15.4.1874 geborene Kunstmäzen in seiner Heimatstadt Hagen um.



    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts will Karl Ernst Osthaus mit seinem Erbe von drei Millionen Mark – heute wären das ungefähr 30 Millionen Euro - die Welt verändern. Sein Ziel ist "die kulturelle Hebung des industriellen Westens".

    Diese Aufgabe soll durch mehrere Institute erfüllt werden. Eine dieser Institutionen ist das Folkwang-Museum, das der Bankierssohn 1902 in Hagen gründet und das sich heute in Essen befindet.

    In Hagen gründet Osthaus außerdem eine Malschule, das "Deutsche Museum für Kunst in Handel und Gewerbe", eine Zentrale für Design-Wanderausstellungen, den Folkwang-Verlag. Und er hat noch weitere Pläne.

    Ein Heilsbringer ist Osthaus allerdings nicht. Er ist antisemitisch eingestellt und gehört entsprechenden Gruppierungen an. 1916 wird er zum Militär eingezogen, erkrankt an Tuberkulose und wird beurlaubt. Schließlich stirbt Osthaus 1921 in einem Lungensanatorium in Meran mit nur 46 Jahren.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Berit Hempel:

    • wo Karl Ernst Osthaus seine Ideen entwickelt,
    • wie er seine Gäste zu empfangen und zu verabschieden pflegt,
    • aus welchen Ländern und Gegenden der Sammler Kunstwerke mitbringt,
    • was der Mäzen alles sammelt,
    • woher der Name Folkwang stammt.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner- und partnerinnen:
    • Ralf Blank (Historiker)
    • Birgit Schulte (Kunsthistorikerin, Osthaus Museum Hagen)
    • Elisabeth May (Leitung Bildung & Vermittlung, Osthaus Museum Hagen)

    Weiterführende Links:
    • Osthaus Museum Hagen
    • Museum Folkwang
    • Ausstellung über Karl Ernst Osthaus und die Anfänge der Konsumkultur im Kunstmuseum Krefeld

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    Autorin: Berit Hempel
    Redaktion: Gesa Rünker

    15 min
  • Rachel Carson: Pionierin der Umweltbewegung

    Das Insektenvernichtungsmittel DDT gilt in den 60ern als Wunderwaffe. Rachel Carsons (gestorben am 24.4.1964) "Der stumme Frühling" warnt vor den Gefahren - mit Erfolg.



    Sie gilt als eine der Wegbereiterinnen der Umweltbewegung. Die Biologin Rachel Carson macht sich Anfang der 1960er-Jahre die mächtige Chemieindustrie der USA zur Feindin.
    Ihr Sachbuch "Silent Spring" ("Der stumme Frühling") erscheint im Sommer 1962. Darin zeigt die Wissenschaftlerin auf: Dort wo Pestizide eingesetzt worden sind, haben die Vögel aufgehört zu singen. Der gedankenlose massive Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln auf den Feldern - aber auch in Gärten und innerhalb der Häuser - ist keineswegs harmlos. Seit Jahren recherchiert die Biologin zu den Folgen des Einsatzes des Insektenvernichtungsmittels DDT auf Menschen und Umwelt.
    US-Präsident John F. Kennedy liest das Buch und setzt eine wissenschaftliche Kommission ein, um die Vorwürfe zu untersuchen. Die Folge: In den USA wird DDT schließlich verboten.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:

    • warum der Einstieg in das Buch "Der stumme Frühling" für manche Wissenschaftler ein Aufreger ist,
    • weshalb der unkontrollierte Einsatz von DDT so gefährlich ist,
    • über welche Themen Rachel Carson außerdem noch schreibt,
    • mit welchen gesundheitlichen Problemen die Biologin zu kämpfen hat,
    • wie aktuell ihre Einsichten auch heute noch sind.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Linda Lear (US-Wissenschaftshistorikerin, Biografin von Rachel Carson)
    • Christof Mauch (Direktor des Rachel Carson Instituts for Environment and Society an der Universität in München)
    • Rachel Carson, Rachel: Der stumme Frühling. München, 2005

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: Pflanzenschutzgesetz verkündet
    • LMU: Rachel Carson Center for Environment and Society
    • RachelCarson.org: The Life and Legacy of Rachel Carson
    • Zeitzeichen: John F. Kennedy wird geboren

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    Autorin: Andrea Kath
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Nico Söllner

    15 min
  • Anhörung von J. Robert Oppenheimer vor der US-Atomkommission

    Als der "Vater der Atombombe", J. Robert Oppenheimer, die Wasserstoffbombe ablehnt, muss er vor der US-Atomkommission erscheinen. Die Anhörung beginnt am 13.4.1954.



    Im Jahr 1942 starten die amerikanische Regierung und das Militär ein geheimes Atomforschungsprojekt. Sie übertragen J. Robert Oppenheimer die wissenschaftliche Leitung. Der Physiker wird zum "Vater der Atombombe". Seine Erfindung trägt wohl zum Ende des 2. Weltkriegs auch in Japan bei - und sie kostet 1945 mehr als 200.000 Menschen das Leben.
    Oppenheimer begreift, dass er maßgeblich dazu beigetragen hat, die Welt grundlegend und für immer zu verändern. Er versucht daraufhin, die wissenschaftliche und politische Kettenreaktion zu stoppen und spricht sich deutlich gegen den Bau der Wasserstoffbombe aus - und damit gegen die Weiterentwicklung der tödlichen Technologie.
    Diese Haltung bringt Oppenheimer Ärger ein. Am 13. April 1954 beginnt eine Anhörung vor der US-Atomkommission - dem Physiker wird unter anderem vorgeworfen, mit dem Kommunismus zu sympathisieren. Nach vier Wochen zermürbender Verhöre wird er aus allen geheimen Regierungsprojekten ausgeschlossen.
    Zwar wird diese Untersuchung Ende 2022 offiziell für fehlerhaft erklärt und aufgehoben, für Oppenheimer kommt das jedoch zu spät. Er stirbt bereits im Februar 1967.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:

    • welche verheerenden Folgen die Atombomben-Abwürfe über Hiroshima und Nagasaki haben,
    • warum die Anfänge von Oppenheimers Karriere nach Göttingen führen,
    • warum dem Physiker eine Affäre mit Jean Tatlock zum Verhängnis wird,
    • was es mit dem sogenannten "Manhattan-Project" auf sich hat,
    • vom oscarprämierten Film "Oppenheimer" und weiteren Werken, die sich mit dem Leben des Physikers beschäftigen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Ray Monk: Robert Oppenheimer - A Life Inside the Center. New York, Toronto 2012
    • Abraham Pais: J. Robert Oppenheimer - A Life. Oxford University Press, 2006
    • John Hunner: J. Robert Oppenheimer - The Cold War and the Atomic West, 2009
    • Heinar Kipphardt: In der Sache J. Robert Oppenheimer. Frankfurt am Main, 1964
    • Kai Bird und Martin J. Sherwin: American Prometheus, The Triumph and Tragedy of J. Robert Oppenheimer, New York, 2005

    Weiterführende Links:
    • 16.07.1945 - Die erste Atombombe wird gezündet
    • Mosaik-Beitrag zum Kinofilm "Oppenheimer" von Christopher Nolan

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    Autor: Wolfgang Meyer
    Redaktion: Gesa Rünker

    17 min
  • Résistance in den Cevennen - der Held ist die Gemeinschaft

    Im Widerstand verbunden: am 12.4.1944 wehren sich in den Cevennen 120 Franzosen und Deutsche gemeinsam und erfolgreich gegen 2.000 SS-Männer und Vichy-Polizisten.



    Die südfranzösischen Cevennen sind ein besonderer Ort des 2. Weltkriegs. Denn hier kämpfen Deutsche auf beiden Seiten: Als Besatzungstruppen und gegen die Besatzer.

    Es ist der 12. April 1944, als rund 2.000 gut bewaffnete Männer von SS und Vichy-Polizei auf der Bergkette versuchen, die Résistance zu stellen. Ziel ist das Ausbildungslager "Picharlerie". In dem abgelegenen Gehöft haben sich 120 weit schlechter ausgestattete Maquisarden - wie sich die zivilen Widerstandskämpfer nennen - verschanzt.

    Sie nutzen ihre Ortskenntnis, um die Besatzer und ihre französischen Hilfstruppen in eine Falle zu locken. Deren schweres Gerät ist im unwegsamen Gelände keine Hilfe; die Angreifer erleiden hohe Verluste. Fast alle Widerstandskämpfer können dagegen in der Nacht durch die feindlichen Reihen entkommen; sie haben nur drei Tote zu beklagen.

    Sechs Wochen später sind die Nazi-Truppen bei der "Bandenbekämpfung" erfolgreicher: Es gelingt ihnen bei La Parade fast 70 Maquisarden einzukreisen - und später brutal zu ermorden.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff:

    • Was die Cevennen so besonders macht,
    • wie die protestantischen Kirchengemeinden den Juden in den Cevennen zur Seite stehen,
    • was es mit dem Satz "Hier in den Cevennen gab es keine Helden - der Held war die Gemeinschaft" auf sich hat,
    • warum der zivile Rettungswiderstand nach dem Krieg schnell in Vergessenheit gerät.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Annelie Buntenbach (Historikerin, früher DGB)
    • Patrick Cabanel (Historiker; Experte Widerstand in den Cevennen)

    Weiterführende Links:
    • Die Etablierung des NS-Regimes
    • 27.05.1943 - Nationaler Widerstandsrat in Frankreich konstituiert

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    Autor: Thomas Pfaff
    Redaktion: Christoph Tiegel/David Rother

    15 min
  • Auf Sanddünen erbaut: Die Gründung der Stadt Tel Aviv

    Am 11. April 1909 trafen sich rund 60 Familien auf den Sanddünen nördlich von Jaffa und gründeten Tel Aviv Heute gilt die Stadt als weltoffene Metropole.



    Eine alte Fotografie zeigt die Sanddünen nördlich von Jaffa: Mitten in den Dünen, dicht gedrängt, steht eine Gruppe von Menschen im Kreis. Die Frauen tragen schwarze Röcke, die Männer Anzug und Melonenhut, dazwischen Kinder. Es sollen der Legende nach genau 60 Familien sein, die sich am 11. April 1909 dort treffen.

    Der Grund: Der zionistische Verein Achusat Bait - zu deutsch: Hausbaugesellschaft - hat rund neun Hektar Dünengelände von einem arabischen Scheich gekauft. Die Fotografie hält jenen Augenblick fest, als Akiva Arieh Weiss die Parzellen unter den Mitgliederfamilien der Achusat Bait verlost.

    Das Ziel: Es soll eine Gartenstadt gebaut werden, die aus schindelgedeckten Häusern mit kleinen Gärten besteht - eine neue Stadt mit breiten, sauberen, ruhigen Straßen als Gegenmodell zur überfüllten und lauten Hafenstadt Jaffa.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:

    • Womit die Verlosung der Parzellen durchgeführt wird,
    • wieso die Gründerjahre hart und dennoch für viele eine liebenswerte Erinnerung sind,
    • warum das Wohnhaus des ersten Bürgermeisters von Tel Aviv Geschichte schreibt,
    • wie die Stadt zur ihrem Namen kommt und was er bedeutet,
    • wie sich Tel Aviv nach dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 verändert hat.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Uriel Kashi (Historiker, Mitarbeiter der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem)
    • Joachim Schlör: Tel Aviv - Vom Traum zur Stadt, Gerlingen 1999
    • Gudrun Krämer: Geschichte Palästinas, München 2002

    Weiterführende Links:
    • SWR: Die Weiße Stadt von Tel Aviv
    • Zeitzeichen: Die Staatsgründung Israels
    • Zeitzeichen: Der israelische Politiker David Ben Gurion wird geboren
    • Zeitzeichen: "Baumeisterin Israels": Die Architektin Lotte Cohn
    • Zeitzeichen: Platon von Ustinow - Abenteurer und Mäzen
    • ZDF: Igor Levit zu Gast in Tel Aviv - eine kleine Sekunde Trost

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    Autorin: Marfa Heimbach
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Ekel Alfred ist seine Erfindung: Der Fernsehautor Wolfgang Menge

    Seine Drehbücher haben Spannung, Humor - und Stoff für den kritischen Verstand: Wolfgang Menge kommt am 10.4.1924 zur Welt und liefert dem Fernsehen neue Ideen.



    Alfred Tetzlaff, das Ekel vom Dienst: Mit dieser Figur erscheint in den 1970er-Jahren die Inkarnation des deutschen Spießers auf dem Bildschirm. Die bitterböse Familienserie "Ein Herz und eine Seele" ist die bekannteste Erfindung des Drehbuchautors Wolfgang Menge - und die erste Sitcom.
    Doch der gelernte Journalist kann noch mehr: Er schreibt mit "Stahlnetz" die erste deutsche TV-Krimi-Reihe, entwickelt mit "3 nach 9" die erste Talk-Show - und begibt sich dafür selbst vor die Kamera. Er bringt semi-fiktionale Formate sowie stilprägende Fernsehspiele auf den Bildschirm.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:

    • weshalb Wolfgang Menge im "Dritten Reich" diskriminiert wird,
    • was er nach dem Zweiten Weltkrieg in England macht,
    • was Wolfgang Menge in Sexshops und Polizeiarchiven sucht,
    • wie er bei Fernsehen und Film landet,
    • mit welchem Hobby Wolfgang Menge seine Freunde beglückt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Gundolf S. Freyermuth (Professor für Medienwissenschaften und Game Studies an der TH Köln)
    • Gundolf S. Freyermuth, Lisa Gotto (Hg.): Der Televisionär – Wolfgang Menges transmediales Werk. Bielefeld 2016
    • Gundolf S. Freyermuth: Wer war WM? Auf den Spuren eines Televisionärs: Wolfgang Menges Leben und Werk. Berlin 2024

    Weiterführende Links:
    • NDR: Heinz Schubert - als "Ekel Alfred" bis heute unvergessen
    • NDR: Stahlnetz - der erste Straßenfeger
    • Radio Bremen: Wolfgang Menge mit Beate Uhse in "3 nach9"
    • Stichtag: WDR-Fernsehspiel "Das Millionenspiel" wird ausgestrahlt
    • WDR: Erlebte Geschichte mit Wolfgang Menge

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    Autorin: Christiane Kopka
    Redaktion: Gesa Rünker
    Technik: Theo Kramer

    15 min
  • Der Fall Gurlitt: Ein deutscher Kunst-Krimi

    Ein Berg teurer Bilder in einer verwahrlosten Wohnung. Picassos zwischen schimmligen Konservendosen. Daneben: Nazi-Raubkunst? Die Behörden waren beim "Fall Gurlitt" überfordert. Am 9.4.2014 gab die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte Bilder zurück.



    Die Rückgabe der Gurlitt-Bilder 2014 war ein bedeutender Moment. Die Sammlung von rund 1300 Kunstwerken, größtenteils von den Nazis als "entartete Kunst" beschlagnahmt oder von jüdischen Familien verkauft, wurde 2012 in der Münchner Wohnung von Cornelius Gurlitt entdeckt. Darunter Werke von Picasso, Matisse, Renoir, Nolde, Kokoschka, Chagall und Liebermann - achtlos gestapelt in einer verwahrlosten Wohnung zwischen Konservendosen und schimmligen Lebensmitteln.

    Nach langen Diskussionen einigen sich Gurlitt und die Regierung darauf, verdächtige Bilder zurückzugeben. Cornelius Gurlitt hatte die Bilder von seinem Vater Hildebrand übernommen, der Kunsthändler im Nazideutschland gewesen war.

    Dier Erforschung der Herkunft der Bilder und die juristische Aufarbeitung sind kompliziert und lösen internationales Interesse aus. Einige Werke werden in Ausstellungen gezeigt, andere bleiben im Besitz der deutschen Regierung, manche werden jüdischen Familien zurückerstattet.

    Als Cornelius Gurlitt wenige Wochen nach der Rückgabe der Bilder im Mai 2014 stirbt, vermacht er die restlichen Bestände seiner Sammlung einem Schweizer Museum. Der größte Kunstskandal der BRD findet damit ein Ende - dessen Aufarbeitung nicht.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:

    • durch welchen Zufall die Staatsanwaltschaft Augsburg auf den Fall aufmerksam wird,
    • wieso der Fund zunächst geheim gehalten wird und dann doch an die Öffentlichkeit kommt,
    • was unter dem Begriff „entartete Kunst“ zu verstehen ist,
    • wie wichtig transparente Aufklärungsarbeit und Provenienzforschung ist,
    • und was wir für die Zukunft daraus lernen können.

    Das sind unsere Interviewpartner:
    • Stefan Koldehoff, Kulturredakteur
    • Meike Hopp, Provenienzforscherin
    • Maike Hoffmann, Kunsthistorikerin
    • Andrea Barelsel-Brandt, Kunsthistorikerin
    • Marcel Brülhart, Gurlitt-Beauftragter des Kunstmuseums Bern
    • Nina Zimmer, Direktorin des Kunstmuseums Bern

    Weiterführende Links:
    • Nachlass Gurlitt im Bundesarchiv
    • Kunstmuseum Bern: Der Nachlass Gurlitt
    • Entartete Kunst inventory, Victoria & Albert Museum

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    Autorin: Martina Meißner
    Redaktion: David Rother
    Technik: Moritz Raestrup

    14 min
  • Karlheinz Deschner: Die "Kriminalgeschichte des Christentums"

    Die zehn Bände der "Kriminalgeschichte des Christentums" wurden zu Karlheinz Deschners (Todestag 08.04.2014) Lebenswerk: Jahrzehnte der Arbeit - fast 6000 Seiten.



    Der Ort Haßfurt beherbergt das bescheidene Haus von Karlheinz Deschner, einem unerschrockenen Kritiker der katholischen Kirche. Seine Holztreppe führt in die Dachkammer, wo er über 2000 Jahre kirchlicher Verbrechen recherchiert und schreibt. Von den Machtkämpfen der frühen Kirche bis zu Mussolini und Hitler deckt er alles auf. Seine Werke, beginnend mit "Abermals krähte der Hahn", offenbaren eine "Dokumentation aller Schandtaten des Christentums".

    Trotz seiner umstrittenen Ansichten, der Exkommunikation und finanzieller Schwierigkeiten wird Deschner mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay.

    Deschners Schriften sind geprägt von einer tiefen Auseinandersetzung mit Ethik und Moral. Zeitlebens setzt er sich für die Trennung von Kirche und Staat ein und kritisiert vehement den religiösen Einfluss auf politische Entscheidungen.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Hans Conrad Zander:

    • wie der Schriftsteller zum Schrecken der katholischen Kirche wird,
    • wie viele Stunden Arbeit in seinen Schriften stecken,
    • warum er noch vor der Veröffentlichung seiner Schriften aus einem ganz anderen Grund exkommuniziert wird,
    • wer Fredy ist und welche tragende Rolle er in Deschners Leben spielen sollte,
    • und was Nietzsches Antichrist mit all dem zu tun hat.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Hans Reinhard Seeliger (Hgb.), Kriminalisierung des Christentums? Karlheinz Deschners Kirchengeschichte auf dem Prüfstand. Freiburg 1994
    • Karlheinz Deschner, Das Kreuz mit der Kirche. Die Sexualgeschichte des Christentums, Düsseldorf 2012.

    Weiterführende Links:
    • Karlheinz Deschner, Die Kriminalgeschichte des Christentums

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    Autor: Hans Conrad Zander
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Jens Buchheister

    15 min

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