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  • Zwei Männer fliehen aus Auschwitz und berichten vom Massenmord

    Am 7.4.1944 gelingt Rudolf Vrba und Alfred Wetzler die Flucht aus dem KZ Auschwitz-Birkenau. Sie berichten von den Massenmorden und werden gehört. Das hat Wirkung.



    Am 7. April 1944 gelingt Rudolf Vrba und Alfred Wetzler die gefahrvolle Flucht aus dem Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Die beiden slowakischen Juden hatten zuvor Monate im Lager verbracht und beschlossen, die Menschen über die Gräueltaten der Nationalsozialisten zu informieren. Ihre Flucht ist nicht nur ein Akt persönlicher Tapferkeit, sondern bis heute ein wichtiger Beitrag zur Dokumentation der nationalsozialistischen Verbrechen.
    Vrba und Wetzler planen ihre Flucht akribisch und sammeln Informationen. Nach ihrer Flucht verstecken sie sich in der Slowakei. Sie verfassen einen detaillierten Bericht über den Aufbau des Lagers, über die Tötungsmethoden und die Zahl der Opfer, den sie dem jüdischen Widerstand übergeben. Diese Informationen sollten die Öffentlichkeit über die Gräueltaten in Auschwitz aufklären und Interventionen ermöglichen.
    Die Flucht und das "Vrba-Wetzler-Protokoll" markieren einen Wendepunkt in der Geschichte des Holocaust. Die Veröffentlichung zwingt die Kriegsgegner der Nationalsozialisten zum Handeln.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:

    • von einer der wenigen geglückten Fluchtgeschichten zweier Männer,
    • wie wenig die Menschen anfangs über das Geschehen in den Konzentrationslagern wissen können oder glauben wollen,
    • was Rudolf Vrba meint, wenn er vom Unterschied zwischen Schweinen an der Schlachtbank und der Hirschjagd spricht
    • wie sich Rudolf Vrba mit Hilfe eines Kinderspiels alle relevanten Fakten einprägt,
    • und warum der Bericht erst in der Schublade liegen bleibt und schließlich doch veröffentlicht wird.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Vrba, Rudolf, “Die missachtete Warnung. Betrachtungen über den Auschwitz-Bericht von 1944“, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 44.1. München, 1996
    • Zayas, Alfred de, Völkermord als Staatsgeheimnis. Vom Wissen über die „Endlösung der Judenfrage“ im Dritten Reich. München, 2007
    • Bauer, Yehuda, „Anmerkungen zum ‚Auschwitz-Bericht‘ von Rudolf Vrba“. Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 45.2, S. 297-307. München, 1997
    • Bauer, Yehuda, „Rudolf Vrba und die Auschwitz-Protokolle. Eine Antwort auf John S. Conway“. Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 54.4, S. 701-710. München, 2006
    • Bajohr, Frank und Dieter Pohl, Der Holocaust als offenes Geheimnis. Die Deutschen, die NS-Führung und die Alliierten. München, 2006
    • Freedland, Jonathan, The Escape Artist. The man who broke out of Auschwitz to warn the world. London, 2022

    Weiterführender Link:
    • Podiumsdiskussion Jonathan Freedland/Antony Beevor. British Library, JLF 2022

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    Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Almut Finck
    Redaktion: Gesa Rünker
    Technik: Annette Skrzydlo

    16 min
  • Richard Löwenherz: Die Strahlkraft von Mythen und Legenden

    Die Fakten: König von England, gestorben am 6.4.1199. Es gibt kaum einen Herrscher vor der Moderne, desen Leben so übestrahlt wird von Legenden.



    König Richard I. von England, bis heute einer der bekanntesten Monarchen des Mittelalters, regiert von 1189 bis zu seinem Tod 1199. Sein Leben ist geprägt von Feldzügen, politischen Intrigen und kulturellen Errungenschaften, um seine Herrschaft ranken sich bis heute zahlreiche Mythen.

    Als dritter Sohn von König Heinrich II. von England und Eleonore von Aquitanien zeigt er bereits in jungen Jahren eine ausgeprägte Neigung zum Kriegshandwerk. Als einer der Anführer der christlichen Truppen kämpft er im Dritten Kreuzzug gegen die muslimischen Herrscher des Heiligen Landes.

    Der König ist aber auch umfassend gebildet: Er spricht mehrere Sprachen fließend, darunter Englisch, Französisch und Latein. Als Förderer von Literatur und Kunst trägt er zur Entwicklung der mittelalterlichen Kultur bei. Doch am besten ist er darin, sich selbst in einem positiven Licht darzustellen: Richard der Löwenbezwinger, Kriegsheld. Tapfer, großzügig und gütig….?

    In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:

    • welche Mythen sich um den König ranken,
    • wieso ihm der Kreuzzug erstens Ruhm, zweitens Entsetzen und drittens Ärger einbringt,
    • wie die spätere literarische Rezeption sein Heldenimage noch verstärkt,
    • welchen Anteil Troubadoure an dem positiven Bild über den König haben,
    • und ob diese Darstellungen der Realität entsprachen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Dieter Berg: Die Anjou-Plantagenets. Die englischen Könige im Europa des Mittelalters, Stuttgart 2003
    • Dieter Berg: Richard Löwenherz, Darmstadt 2007.
    • John Gillingham: Richard I., New Haven 1999.
    • Martin Aurell: L’Empire des Plantagenêt. 1154–1224, Paris 2004.
    • Andrew James Johnston: Robin Hood. Geschichte einer Legende, München 2013.

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Dr. Robert Tarek-Fischer, Historiker

    Weiterführende Links:
    • Richard Löwenherz - Ein König in der Falle

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Wolfgang Meyer
    Redaktion: Matti Hesse

    14 min
  • "Nirvana"-Sänger Kurt Cobain stirbt in Seattle (am 5.4.1994)

    Die Grunge-Band Nirvana liefert der Soundtrack einer Generation - deshalb ist die Nachricht vom Suizid des Sängers Kurt Cobain für viele ein Schock...



    Am 8. April 1994 erschüttert die Nachricht des plötzlichen Todes von Kurt Cobain, dem charismatischen Frontmann der Band Nirvana, die Musikwelt. Cobain wird an diesem Tag leblos in seinem Haus in Seattle aufgefunden. Sein Tod wird als Suizid durch einen Schuss in den Kopf festgestellt und später offiziell auf den 5. April datiert.
    Der Verlust des begnadeten Musikers hinterlässt bei seinen Fans tiefe Trauer und prägt die Rockmusikszene nachhaltig. Bis heute wird er als Ikone des Grunge und einer der einflussreichsten Künstler der 1990er-Jahre verehrt. Cobains Musik und Persönlichkeit haben Generationen von Musikern und Musikliebhabern inspiriert. Seine emotionale Authentizität bleibt ein tragendes Element seines künstlerischen Vermächtnisses: Der talentierte Künstler schafft nicht nur Musik, sondern auch Gemälde und Skulpturen.
    Cobain leidet unter chronischen Schmerzen und Drogenabhängigkeit, die seine psychische Gesundheit stark beeinträchtigt haben. Sein Tod löst eine breite Debatte über Depressionen, Drogenmissbrauch und den Preis des Ruhms in der Musikindustrie aus.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Christopher Heimer :

    • warum die Band Nirvana mit ihrem zweiten Album "Nevermind" die Musikwelt auf den Kopf stellt,
    • dass Musik ein Ventil sein kann und wie sich das auf eine ganze Generation auswirkt,
    • was Kurt Cobain mit REM-Frontmann Michael Stipe verbindet,
    • wie die Musik den Sänger letztlich nicht retten kann.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Markus Kavka (Musikjournalist und Moderator)
    • Michael Lohrmann (Musikjournalist)
    • Michael Azerrad: Come as you are – Die wahre Kurt Cobain Story, 1993
    • Bruce Pavitt: Experiencing Nirvana – Grunge in Europe 1989, New York 2013
    • Kurt Cobain: Tagebücher, 2002
    • Danny Goldberg: Erinnerungen an Kurt Cobain, 2019
    • Charles R. Cross: Der Himmel über Nirvana – Kurt Cobains Leben und Sterben, 2002

    Weiterführende Links:
    • 20. Februar 1967 - Rockmusiker Kurt Cobain wird geboren
    • Sister Morphine - Musiker und Drogen
    • Musik fast ohne Strom - die MTV Unplugged Sessions

    Hilfe bei Suizidgedanken
    • Schnelle Hilfe: Telefonseelsorge: 0800 111 0 111, Nummer gegen Kummer: 116 111, im Notfall Polizei (110) oder Rettungsdienst (112) anrufen!
    • Die Gesellschaft für Suizidprävention führt eine Übersicht der Angebote auf ihrer Webseite
    • Lass Dir helfen - Freunde fürs Leben ist ein Verein der Jugendliche und junge Erwachsene über die Themen Suizid und seelische Gesundheit aufklärt
    • Info-Telefon der Deutschen Depressionshilfe (0800 33 44 533)

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    Autor: Christopher Heimer
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Ältester aktiver Artist der Welt: Konrad Thurano

    Noch mit fast 100 Jahren steht Konrad Thurano (geboren am 4.4.1909) im Rampenlicht - als Artist am und auf dem Seil. Ein Jahrhundert-Leben.



    Eigentlich soll aus dem am 4. April 1909 in Düsseldorf geborenen Sohn eines Prothesenmachers ein ordentlicher Bank-Lehrling werden. Doch als Konrad Thur im Sommer 1924 am Reck des Strandbades Oberkassel turnt, fällt er Artisten des Apollo-Theaters auf. Auf der Stelle machen sie ihm das Angebot, sich ihnen anzuschließen. Konrads Vater willigt ein: "Aber komm nicht zurück und heul, du willst wieder nach Hause."
    Unglaubliche acht Jahrzehnte später genießt Konrad, der sich als Artist in Thurano umtauft, immer noch die Bewunderung seines Publikums - als inzwischen ältester aktiver Akrobat der Welt. Gemeinsam mit seinem Sohn reist er unermüdlich durch Europas Metropolen, beide begeistern die Menschen mit ihrem fabelhaften "Crazy Wire Act", einer clownesken Mischung aus Drahtseilakt und Comedy-Show.
    Erst Anfang 2007 bringt Konrad Thurano im Düsseldorfer Apollo-Theater das Publikum zum letzten Mal mit seinen berühmten Klimmzügen an zwei Fingern zum Toben. Bis zuletzt putzmunter, legt er sich am 20. November 2007 bei seiner Familie in Dänemark "mit leichtem Magengrummeln" ins Bett und wacht nicht mehr auf.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Susanne Rabsahl:

    • warum Konrad Thurano als Kind den Spitznamen "Hampelmann" trägt,
    • wie ein Zufall seine Karriere in Schwung bringt,
    • wie sein Zirkusleben inmitten von Krieg und Weltwirtschaftskrise aussieht,
    • vom legendären "Crazy Wire Act", den Vater und Sohn 40 Jahre lang aufführen,
    • von seiner letzten Show mit 98 Jahren.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • John Thur, Sohn von Konrad Thurano
    • Klaus Kaulis, Zirkuskünstler
    • Stefanie Koch: "Konrad Thurano. Beruf: Artist", 2003

    Weiterführender Link:
    • Planet Wissen: Artisten - Konrad Thurano

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Susanne Rabsahl
    Redaktion: David Rother
    Technik: Annette Skrzydlo

    15 min
  • Ein Leben für die Schimpansen: Verhaltensforscherin Jane Goodall

    25 Jahre mit Schimpansen im Dschungel leben: Das gibt Jane Goodall (geboren am 03.04.1934) so viel Kraft, dass sie auch mit 90 Jahren noch für die Tiere kämpft.



    Sie geht in den Dschungel zu den wilden Tieren, das steht für die am 3. April 1934 geborene Jane Goodall schon als Zehnjährige fest. Ein Studium kann ihr die geschiedene Mutter jedoch nicht finanzieren. So arbeitet sie nach der Handelsschule als Sekretärin und als Redaktionsassistentin eines Dokumentarfilmers.
    Als eine Freundin die junge Frau auf eine Farm in Afrika einlädt, verdient sich Goodall als Kellnerin das nötige Geld und macht sich auf die Reise, die sie 1960 zu Louis Leakey führt. Dieser schlägt ihr vor, in einer Langzeitstudie das Verhalten von Schimpansen zu erforschen - damit hat Jane Goodall ihre Lebensaufgabe gefunden. Ihre Studien, in denen sie viele Parallelen im Fühlen und Verhalten von Schimpansen und Menschen belegt, revolutionieren die Primatenforschung.
    1986 beschließt Goodall schweren Herzens, ihre Feldstudien in Afrika zu beenden und sich stattdessen zukünftig für den Erhalt der Umwelt und das Leben der Schimpansen einzusetzen. Seither reist die heute 90-Jährige unermüdlich über den gesamten Globus und versucht Menschen für den Schutz von Tieren und der Natur zu gewinnen.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg:

    • warum Jane Goodall das Interesse für Schimpansen im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt wird,
    • welche bahnbrechenden Entdeckungen die Forscherin in Bezug auf die Menschenaffen macht,
    • wie es Goodall in Afrika privat ergeht,
    • welche weltweiten Projekte auf ihre Initiative zurückgehen und was diese sich heute als Ziele gesetzt haben.

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Lorenz Knauer, Vorstandsvorsitzender des Jane Goodall Instituts Deutschland

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Lorenz Knauer: Jane's Journey (Film, 2010)
    • Jane Goodall/Philipp Berman: Grund zur Hoffnung. Autobiographie. 2021
    • Die Aussagen von Jane Goodall stammen aus der BBC-Sendung Desert Island Discs, mit freundlicher Genehmigung der BBC: BBC Radio 4 "Desert Island Discs" vom 14.01.2000

    Weiterführende Links:
    • Kika: Mein Traum, meine Geschichte - Affenforscherin Jane Goodall
    • 7. Juni 1993: Gründung des "Great Ape Project"
    • 26. Dezember 2005 - Vor 20 Jahren: Verhaltensforscherin Dian Fossey ermordet
    • Planet Wissen: Menschenaffen

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Daniela Wakonigg
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • A Star of Soul: Marvin Gaye

    "What's Going on" oder "Sexual Healing" sind Beispiele seiner Erfolge: Marvin Gaye, geboren am 2.4.1939, lebt nie dauerhaft glücklich und wird Opfer einer Tragödie.



    Ein strahlendes Lächeln, eine samtweiche Soulstimme, gepaart mit unglaublichem Sexappeal: Marvin Gaye, der schöne Mann, der für immer mit der Welt der Soulmusik verbunden sein wird, ist eine Lichtgestalt des frühen Pop. Sein größter Hit "Sexual Healing" beschert ihm 1983 zwei Grammys und bleibt wochenlang in den US-amerikanischen Charts. Frauen erliegen scharenweise seinem Charme. Dabei lauern hinter der Fassade des Künstlers von Anfang an düstere Abgründe. Die Hinterlassenschaft einer traumatischen Kindheit, Drogenexzesse und die Unfähigkeit Liebe anzunehmen.
    Geboren wird er am 2. April 1939 als Marvin Pentz Gay, Jr. in Washington, D.C.. Sein Vater ist Priester einer konservativ-christlichen Sekte und führt ein strenges Regiment. Regelmäßig verprügelt er im Alkoholrausch seine Kinder wegen kleinster Verfehlungen. Das Verhältnis zwischen dem Soul-Sänger und seinem Vater gleicht einer Hassliebe, die in einer Katastrophe endet: Einen Tag vor seinem 45sten Geburtstag wird Marvin Gaye im Streit von seinem Vater erschossen. Es ist eine Familientragödie, die die USA und die Musikwelt in Schock versetzt.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Melahat Simsek:

    • Welche Vorbilder Marvin Gaye hatte,
    • von seinem unsteten Leben geprägt von Drogen, Streit und Geldsorgen,
    • inwiefern die Platte "What’s going on" eine Zeitenwende in Gayes Leben markiert,
    • welche Strafe sein Vater für das Erschießen seines Sohnes erhält.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Sandra Gantert (Sängerin und Kulturwissenschaftlerin, Universität Hildesheim)
    • David Ritz: Divided Soul. The Life Of Marvin Gaye (2003)
    • Zeola Gaye: My Brother Marvin. A Memoir By Zeola Gaye (2011)

    Weiterführender Link:
    • Black Music: We got the Power!

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    Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Melahat Simsek
    Redaktion: Gesa Rünker
    Technik: Petra Laubach

    15 min
  • Genderdebatte im Römischen Senat: Am 01. April 47 v. Chr.

    Während Caesar in Ägypten weilt, beginnt am 1. April 47 v. Chr. im römischen Senat eine - damals neue - Diskussion: Die Genderdebatte. Es geht nicht nur um Sternchen!



    Geschlechterkampf im alten Rom: Jahrhundertelang sind Frauen unterdrückt. Doch sie wollen sichtbarer werden. Anfangs verzieren sie den öffentlichen Raum mit ihren Parolen - besonders gern Bordellwände, da können sie sicher sein, dass dort auch hingeschaut wird.
    Am 1. April 47 v. Chr. wird dann endlich das "Lex neutrae genus" erstmalig auf die Agenda des Senats gesetzt. Anscheinend ein erster Sieg für die Frauen, allerdings mit weitreichenden Folgen. Das Thema wirft Wellen und wogt über Jahre durch den Senat, über Märkte, in Gassen, Tavernen und Provinzen. Am Ende nutzt es einem: Gaius Julius Caesar. Hat er die Debatte künstlich befeuert? Darauf deuten alte Schriftrollen hin, die nun erstmals mit Hilfe Künstliche Intelligenz entziffert werden können.

    In diesem Zeitzeichen erzählen Veronika Bock und Ulrich Biermann:

    • dass Frauen sich schon früh vernetzten, um ihre Männer und Väter zu beeinflussen,
    • dass das von Frauen geforderte "Lex neutrae genus" es bis in den Senat schaffte,
    • wie der Senator Ursinus Hoecerius die Diskussion darüber lange am Köcheln hielt,
    • dass Gaius Julius Caesar durch die Genderdebatte seine Macht sicherte.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Gabriella Manzano (Professorin für Genderstudies und Alte Geschichte an der FU Herculaneum)
    • Sofia Kriese (hat in ihrer Masterarbeit das Frauenbild in lateinischen Schulbüchern untersucht)
    • Anna Katharina Romund (promovierte zur Frage weiblicher Handlungsspielräume in der Krise der römischen Republik)

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 13.07.100 v. Chr.: Geburtstag von Gaius Julius Caesar
    • Übersicht: Künstliche Intelligenz (KI) - Chancen und Risiken

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autoren: Veronika Bock und Ulrich Biermann
    Redaktion: Gesa Rünker

    15 min
  • Christian Morgenstern: leichtfüßige Lyrik und ernstes Wesen

    Am 31.3.1914 ist einer der größten deutschen deutscher Dichter der Moderne gestorben: Christian Morgenstern ist längst nicht nur für seine komischen Gedichte berühmt...



    Christian Morgenstern stammt aus München. Sein Vater ist Landschaftsmaler, beide Großväter auch. Er selber bedauert manchmal, dass er nicht auch Maler geworden ist. Aber er wird Dichter - und was für einer. Kurt Tucholsky schreibt über Morgenstern: "Wie unsere Väter sich an den niederdeutschen Holzschnittzeichnungen des grossen Philosophen [Wilhelm Busch] verlustierten, so kugelt sich ein ganzes junges Geschlecht über [Morgensterns Verse], dass es eine Art hat. Es ist aber auch zu hübsch: man lacht sich krumm, bewundert hinterher, ernster geworden, eine tiefe Lyrik, die nur im letzten Augenblick ins Spasshafte abgedreht ist - und merkt zum Schluss, dass man einen philosophischen Satz gelernt hat."

    Am allerliebsten "kugeln" sich die Studenten zu Kaisers Zeiten über Christian Morgensterns "Galgenlieder". Und es sind damals tatsächlich auch Lieder. Die Melodien, die ein anderer zu Morgensterns Texten komponiert, sind heute allerdings verschollen.

    Christian Morgenstern und Wilhelm Busch sind so etwas wie die Hofnarren ihrer Zeit - Hofnarren des ganzen wilhelminischen Bildungsbürgertums.
    Seit seiner Kindheit leidet Morgenstern an Tuberkulose. Am 31. März 1914, kaum 43 Jahre alt, stirbt er bei Meran in Südtirol.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Hans Conrad Zander:

    • warum seine Gedichte "Galgenlieder" heißen,
    • wo und von wem diese "Galgenlieder" gern gesungen wurden,
    • warum er später wieder zur melancholischen Lyrik zurückfand,
    • dass Morgenstern durch halb Europa reiste, nur um Rudolf Steiner zu hören.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Christian Morgenstern: Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Hamburg 1967
    • Anthony T. Wilson: Über die Galgenlieder Christian Morgensterns. Würzburg 2003
    • Christian Morgenstern: Alle Galgenlieder. Ditzingen

    Weiterführende Links:
    • Zum 100. Todestag von Christian Morgenstern
    • Christian Morgensterns "Galgenlieder" im Projekt Gutenberg

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    Autor: Hans Conrad Zander
    Redaktion: David Rother
    Technik Jens Buchheister

    15 min
  • Adam Ries(e): Rechenmeister und kurfürstlicher Hofarithmetikus

    Man nehme einen Müllerssohn, der der Masse des Volkes im 16. Jahrhundert das Rechnen beibringen wollte. Das macht nach Adam Riese ein neues Zeitzeichen.



    Über seine Geburt und Jugend ist kaum etwas bekannt. Einzig die Inschrift eines späteren Bildes gibt Auskunft über sein Geburtsjahr: "Anno 1550 - Adam Ries seins Alters im 58" steht dort geschrieben. Und 1550 minus 58 ergibt nach Adam Riese das Geburtsjahr 1492. Nach Adam Riese? Ja, schließlich geht es hier um den Mann, der den Menschen das Rechnen beibringt. Korrekt wäre auch "Adam Ries", denn so hat er selber Briefe unterschrieben. Überliefert ist aber auch "Riese". Mit Namen nimmt man es zu seiner Zeit nicht so genau, mit Zahlen hingegen schon - spätestens seit Adam Ries.

    Ries ist seinerzeit Rechenmeister, damals ein richtiger Beruf. Zudem schreibt er den Deutschen Rechenbücher in einer Sprache, die sie auch verstehen. Damit die Menschen etwa beim Einkauf auf dem Markt nicht mehr so leicht betrogen werden können. Drei Rechenbücher lässt er drucken, von denen sich wohl nur das erste an Kinder richtet. Die anderen sind schon zu kompliziert. Seine Bücher tragen dazu bei, dass sich die arabischen Ziffern, die wir bis heute benutzen, hierzulande durchsetzen.

    Ries errechnet als für seine Auftraggeber etwa, wie viel Silbererz sie gefördert haben - oder auch, wie viel Brötchen sie aus dem vorhandenen Mehl backen können. "Wir müssen kleinere Brötchen backen" geht auch auf Ries zurück. Einzig sein Todestag kann nicht errechnet, sondern muss geschätzt werden. Vermutlich Ende März 1559 stirbt er in seiner Wahlheimat Annaberg.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:

    • warum damals Müller viel rechnen mussten,
    • wie viele Kinder Ries und seine Frau bekamen,
    • dass heute genau 27.782 Nachkommen von Adam Ries bekannt sind.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Dr. Bernd Rüdiger (Herausgeber von Ries-Schriften)
    • Bernd Rüdiger: Adam Ries. Der größte deutsche Rechenmeister. Leipzig 2022
    • Hans Wussing: Adam Ries. Zürich 1992

    Weiterführender Link:
    • Adam-Ries-Bund e. V. mit Informationen zum Adam-Ries-Haus

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    Autor: Marko Rösseler
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • WDR 3 wird 60: Geschichte eines guten Programms!

    Die BBC liefert das Vorbild, und am 29.3.1964 geht WDR 3 als täglich ausgestrahltes Programm an den Start: Für Menschen, die Kultur genießen, gern zuhören und mitdenken.



    Für Nordrhein-Westfalen ist der Start eines dritten, täglich ausgestrahlten Hörfunk-Vollprogramms ein Meilenstein seiner Mediengeschichte. Als der WDR in der Neujahrsnacht 1956 sein eigenes Programm mit den Radiosendern WDR 1 und WDR 2 in den Äther bringt, gibt es schon Ideen für ein drittes Programm.
    Zunächst sendet WDR 3 nur wenige Stunden am Wochenende. Vorbild ist das dritte Programm der BBC in London, ein Radioprogramm für kulturaffine Bildungsbürger. Anfang der 1960er-Jahre baut das sogenannte Dritte Programm seine Sendestrecken über die Woche aus - Stunde um Stunde, Tag um Tag.
    Am 29. März 1964 ist es schließlich so weit: Mit Richard Strauss' "Rosenkavalier" geht WDR 3 als drittes Voll-Programm an den Start. Das heißt: die Kölner senden fünf Stunden pro Tag.
    Seither ist das "Kulturradio" mit seinem Konzept der Kulturpartnerschaft zu einem bedeutenden Faktor in der Kulturlandschaft geworden. Mehr als 120 Kultureinrichtungen in NRW gehören heute zu dieser Partnerschaft, eine in Deutschland einmalige Kooperation.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:

    • was der Komponist Karl-Heinz Stockhausen mit dem WDR 3-Soundlabor zu tun hat,
    • wie das "Kritische Tagebuch" geboren wird,
    • welche Rolle Hörspiele bei WDR 3 spielen,
    • wie sich die Anteile von Wort und Musik über die Jahre verschieben,
    • warum WDR 3 heute kein reines Radioprogramm mehr ist.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Matthias Kremin (WDR 3-Programmchef)
    • Björn Blaschke (langjähriger WDR 3-Hörfunkredakteur)

    Weiterführende Links:
    • Multimedia: Glückwunsch WDR 3! 60 Jahre Kulturradio
    • Bilder: Prominente Glückwünsche und Grüße zum 60.
    • Westart: WDR 3
    • Kostenloser Download: WDR 3-App

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Herwig Katzer
    Redaktion: Gesa Rünker

    15 min

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Epochentrotter - erzählte Geschichte by Katharina Gedigk und Marvin Gedigk

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Kein Mucks! – Der Krimi-Podcast mit Bastian Pastewka by ARD

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DAMALS und heute - Der Podcast zur Geschichte by David Neuhäuser, Felix Melching

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ZEIT Geschichte. Wie war das noch mal? by DIE ZEIT

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Terra X History - Der Podcast by ZDF - Terra X

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Der Rest ist Geschichte by Deutschlandfunk

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KI und jetzt? by SR

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Adoptivbrüder – mit Hannes & Jeremy by DASDING, Hannes & Jeremy

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