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„Ich drück dir die Daumen…“ sag ich dem anderen, als wir uns voneinander verabschieden. Gerade hat er mir erzählt, dass eine schwierige Situation vor ihm liegt. Wir gehen auseinander. Da merke ich, wie ich mich über mich ärgere. Was habe ich da gerade gesagt? Ich drück dir die Daumen. Was meine ich denn damit? In der nächsten Zeit denke ich sicher häufiger an ihn und frage mich, wie es ihm geht. Das ist aber nicht alles. Was ich in Wirklichkeit sagen wollte, aber nicht gesagt habe, ist: Ich werde für dich beten. Das habe ich damit gemeint. Nur, ich war mir nicht sicher, wie er das auffassen würde. Darum habe ich es umschrieben. Wenn ich meine Hände falte, dann drücke ich ja auch meine Daumen, indem ich sie aufeinander lege. Mit diesem Gedanken beruhige ich mein Gewissen. Schade eigentlich, dass ich so zurückhaltend war. Wenn mir jemand sagt: ich bete für dich, dann finde ich das nämlich schön. Weil ich mich dann vor Gott vom anderen vertreten weiß. In schwierigen Zeiten fehlen mir manchmal die Worte. Ich bleibe stumm. Auch und besonders vor Gott. Wie gut das tut, wenn dann andere für mich einstehen und meine Anliegen zu Gott bringen. Das tröstet mich.
Im sogenannten Hohepriesterlichen Gebet betet kein geringer als der Sohn Gottes für seine Freunde. Ein ganzes Kapitel im Johannesevangelium ist ein einziges Gebet von Jesus. Christus bringt seine Jünger und Jüngerinnen vor Gott. Er bittet darum, dass sie mit ihm und Gott vereint bleiben. Er hat schon seine Verhaftung und seinen Tod vor Augen. Jesus ahnt, wie verunsichernd und verstörend das für sie sein wird. Darum legt er seinen engsten Freundeskreis Gott ans Herz. Voll Vertrauen befiehlt er sie Gottes Schutz an und betet im Johannesevangelium, Kapitel 17 Vers 15: „Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.“ Er bittet nicht darum, dass Gott sie förmlich aus der Welt weg-beamt, wie bei Raumschiff Enterprise. Nein, das nicht. Denn sie sollen seine Zeugen sein. Stattdessen erbittet Jesus von Gott Bewahrung vor dem Bösen.
So beten Christen auch heute im Vaterunser „und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen“. Das Böse steht für den Widersacher. Er streut Zweifel an Gottes Güte in die Herzen. Gerade in schweren Zeiten brauche ich die Zuversicht, dass Gott bei mir ist und es gut mit mir meint. Wie wichtig ist da jemand an meiner Seite, der für mich und mit mir betet. Und mir die Daumen drückt, wenn er seine Hände faltet. Beten ist Daumendrücken in christlicher Form. Vielleicht sag ich das beim nächsten Mal einfach dazu.
Autor: Gesine Möller
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„Ich drück dir die Daumen…“ sag ich dem anderen, als wir uns voneinander verabschieden. Gerade hat er mir erzählt, dass eine schwierige Situation vor ihm liegt. Wir gehen auseinander. Da merke ich, wie ich mich über mich ärgere. Was habe ich da gerade gesagt? Ich drück dir die Daumen. Was meine ich denn damit? In der nächsten Zeit denke ich sicher häufiger an ihn und frage mich, wie es ihm geht. Das ist aber nicht alles. Was ich in Wirklichkeit sagen wollte, aber nicht gesagt habe, ist: Ich werde für dich beten. Das habe ich damit gemeint. Nur, ich war mir nicht sicher, wie er das auffassen würde. Darum habe ich es umschrieben. Wenn ich meine Hände falte, dann drücke ich ja auch meine Daumen, indem ich sie aufeinander lege. Mit diesem Gedanken beruhige ich mein Gewissen. Schade eigentlich, dass ich so zurückhaltend war. Wenn mir jemand sagt: ich bete für dich, dann finde ich das nämlich schön. Weil ich mich dann vor Gott vom anderen vertreten weiß. In schwierigen Zeiten fehlen mir manchmal die Worte. Ich bleibe stumm. Auch und besonders vor Gott. Wie gut das tut, wenn dann andere für mich einstehen und meine Anliegen zu Gott bringen. Das tröstet mich.
Im sogenannten Hohepriesterlichen Gebet betet kein geringer als der Sohn Gottes für seine Freunde. Ein ganzes Kapitel im Johannesevangelium ist ein einziges Gebet von Jesus. Christus bringt seine Jünger und Jüngerinnen vor Gott. Er bittet darum, dass sie mit ihm und Gott vereint bleiben. Er hat schon seine Verhaftung und seinen Tod vor Augen. Jesus ahnt, wie verunsichernd und verstörend das für sie sein wird. Darum legt er seinen engsten Freundeskreis Gott ans Herz. Voll Vertrauen befiehlt er sie Gottes Schutz an und betet im Johannesevangelium, Kapitel 17 Vers 15: „Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.“ Er bittet nicht darum, dass Gott sie förmlich aus der Welt weg-beamt, wie bei Raumschiff Enterprise. Nein, das nicht. Denn sie sollen seine Zeugen sein. Stattdessen erbittet Jesus von Gott Bewahrung vor dem Bösen.
So beten Christen auch heute im Vaterunser „und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen“. Das Böse steht für den Widersacher. Er streut Zweifel an Gottes Güte in die Herzen. Gerade in schweren Zeiten brauche ich die Zuversicht, dass Gott bei mir ist und es gut mit mir meint. Wie wichtig ist da jemand an meiner Seite, der für mich und mit mir betet. Und mir die Daumen drückt, wenn er seine Hände faltet. Beten ist Daumendrücken in christlicher Form. Vielleicht sag ich das beim nächsten Mal einfach dazu.
Autor: Gesine Möller
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