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Jesus kommt gerade aus der Stadt Jericho heraus. Begleitet von einer riesigen Menge von Fans. Am Wegrand sitzt ein Bettler. Ein Blinder. Bartimäus, Sohn des Timäus. Der saß da vermutlich immer – Hauptverkehrsstraße. Für die meisten Menschen zwangsläufig Fußgängerzone. Reittiere waren zu teuer. Optimaler Standort. Sehen kann er nicht – aber um so besser hören. Bekommt in Gesprächsfetzen immer wieder den Namen „Jesus“ mit. Als er begreift, dass dieser Jesus von Nazareth wirklich irgendwo in der Nähe sein muss, tut er das Einzige, was er kann. Hinrennen geht ja nicht. Also schreit er: „Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ – so steht es im Markusevangelium, Kapitel 10,47.
Jesus ist vielleicht gerade in einem Gelehrten-Gespräch mit dem Rabbiner von Jericho – oder mit sonst wem. Die Menge, die mitläuft, will das mitkriegen. Rein akustisch gar nicht leicht. Hauptverkehrsstraße, Menschenmenge – da muss man schon dicht dranstehen. Und jetzt diese völlig überflüssige Geräuschemission von der Seite. „Jetzt sei doch still. Wir diskutieren gerade über …“ Jesus bleibt stehen. Gibt Anweisung, Bartimäus herzubringen. Jetzt kann Bartimäus aufspringen und zu Jesus rennen – jetzt weiß er, dass sich ihm niemand in den Weg stellen wird.
Und heute? Soziologen, die unsere Gesellschaft erforschen, sagen uns, dass in Kirchen fast egal welcher Couleur von zehn gesellschaftlichen Milieus acht faktisch kaum zu finden sind. Wo sind sie?
Liegt es daran, dass die, die bereits da sind, lieber unter sich bleiben? Haben die anderen gar keine Chance? Menschen, deren Leben vielleicht alles andere als gerade verlaufen ist. Die ganz anders ticken. Die Probleme mitbringen – und dann sogar noch Hilfe brauchen. Bis hin zu dem Wohnsitzlosen, der zur Gemeindefeier kommt, weil es da was zu essen gibt. Wir sind in der Regel anständiger als die Jesus-Fans damals. Die meisten würden nicht sagen, „du darfst nicht kommen“. Aber unsere schöne Versammlung stören – das geht dann doch zu weit. Und beim Gemeindecafé wird vornehmer Sicherheitsabstand gehalten. Essen kann er auch alleine – so wie der riecht.
Oder sind die, die da sind, so mit sich selbst beschäftigt, dass sie schlicht nicht merken, dass da jemand einige Male im Gottesdienst war und schlicht keinen Kontakt bekommen hat? Dass er nicht reingekommen ist in die Gruppen und Grüppchen der Gemeinde – trotz aller schön aufgemachten Programme? Dass er einfach nicht gesehen wurde und deswegen wegbleibt?
Bin ich so in meiner eigenen Bubble, dass ich Menschen jenseits davon gar nicht mehr wahrnehme? Bin ich so mit „meinen Leuten“ ausgelastet, dass ich für andere gar keine Zeit mehr habe? Muss Jesus mir vielleicht auch sagen: „Lass ihn – oder sie – zu mir kommen!“ Oder: „Steh ihm wenigstens nicht im Weg!“?
Jesus schreitet ein. Er hört Bartimäus. Er sieht ihn. Er kennt sein Herz. Er widmet ihm Zeit. Hört ihm zu. Heilt ihn.
Das möchte ich mir zum Vorbild nehmen. Ich möchte mich stören lassen, wenn Jesus Menschen zu mir schickt. Wenn solche „Störer“ kommen, möchte ich sie sehen – und ihnen wenigstens nicht im Wege stehen. Ihnen Vielleicht sogar helfen auf dem Weg zu Jesus.
Autor: Uwe Bertelmann
Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden
By ERF - Der SinnsenderJesus kommt gerade aus der Stadt Jericho heraus. Begleitet von einer riesigen Menge von Fans. Am Wegrand sitzt ein Bettler. Ein Blinder. Bartimäus, Sohn des Timäus. Der saß da vermutlich immer – Hauptverkehrsstraße. Für die meisten Menschen zwangsläufig Fußgängerzone. Reittiere waren zu teuer. Optimaler Standort. Sehen kann er nicht – aber um so besser hören. Bekommt in Gesprächsfetzen immer wieder den Namen „Jesus“ mit. Als er begreift, dass dieser Jesus von Nazareth wirklich irgendwo in der Nähe sein muss, tut er das Einzige, was er kann. Hinrennen geht ja nicht. Also schreit er: „Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ – so steht es im Markusevangelium, Kapitel 10,47.
Jesus ist vielleicht gerade in einem Gelehrten-Gespräch mit dem Rabbiner von Jericho – oder mit sonst wem. Die Menge, die mitläuft, will das mitkriegen. Rein akustisch gar nicht leicht. Hauptverkehrsstraße, Menschenmenge – da muss man schon dicht dranstehen. Und jetzt diese völlig überflüssige Geräuschemission von der Seite. „Jetzt sei doch still. Wir diskutieren gerade über …“ Jesus bleibt stehen. Gibt Anweisung, Bartimäus herzubringen. Jetzt kann Bartimäus aufspringen und zu Jesus rennen – jetzt weiß er, dass sich ihm niemand in den Weg stellen wird.
Und heute? Soziologen, die unsere Gesellschaft erforschen, sagen uns, dass in Kirchen fast egal welcher Couleur von zehn gesellschaftlichen Milieus acht faktisch kaum zu finden sind. Wo sind sie?
Liegt es daran, dass die, die bereits da sind, lieber unter sich bleiben? Haben die anderen gar keine Chance? Menschen, deren Leben vielleicht alles andere als gerade verlaufen ist. Die ganz anders ticken. Die Probleme mitbringen – und dann sogar noch Hilfe brauchen. Bis hin zu dem Wohnsitzlosen, der zur Gemeindefeier kommt, weil es da was zu essen gibt. Wir sind in der Regel anständiger als die Jesus-Fans damals. Die meisten würden nicht sagen, „du darfst nicht kommen“. Aber unsere schöne Versammlung stören – das geht dann doch zu weit. Und beim Gemeindecafé wird vornehmer Sicherheitsabstand gehalten. Essen kann er auch alleine – so wie der riecht.
Oder sind die, die da sind, so mit sich selbst beschäftigt, dass sie schlicht nicht merken, dass da jemand einige Male im Gottesdienst war und schlicht keinen Kontakt bekommen hat? Dass er nicht reingekommen ist in die Gruppen und Grüppchen der Gemeinde – trotz aller schön aufgemachten Programme? Dass er einfach nicht gesehen wurde und deswegen wegbleibt?
Bin ich so in meiner eigenen Bubble, dass ich Menschen jenseits davon gar nicht mehr wahrnehme? Bin ich so mit „meinen Leuten“ ausgelastet, dass ich für andere gar keine Zeit mehr habe? Muss Jesus mir vielleicht auch sagen: „Lass ihn – oder sie – zu mir kommen!“ Oder: „Steh ihm wenigstens nicht im Weg!“?
Jesus schreitet ein. Er hört Bartimäus. Er sieht ihn. Er kennt sein Herz. Er widmet ihm Zeit. Hört ihm zu. Heilt ihn.
Das möchte ich mir zum Vorbild nehmen. Ich möchte mich stören lassen, wenn Jesus Menschen zu mir schickt. Wenn solche „Störer“ kommen, möchte ich sie sehen – und ihnen wenigstens nicht im Wege stehen. Ihnen Vielleicht sogar helfen auf dem Weg zu Jesus.
Autor: Uwe Bertelmann
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