
Sign up to save your podcasts
Or


Für diese Ausgabe unseres Glücksrads haben wir uns Stefan Judis eingeladen. Stefan war schon einige Male zu Gast, zuletzt in Revision 542, ist Frontend-Entwickler, DevRel bei Checkly, schreibt den wöchentlichen Newsletter Web Weekly und teilt regelmäßig spannende Entdeckungen aus der Welt der Webentwicklung. Ihr findet ihn außerdem auf LinkedIn, Bluesky und Mastodon.
Gemeinsam drehen wir am Glücksrad und sprechen über eine bunte Mischung aus HTML, CSS, JavaScript und Accessibility. Dabei geht es unter anderem um Fortschrittsanzeigen, SVG-Styling, logische CSS-Eigenschaften, widerrufbare JavaScript-Proxys und die Grenzen der CSS-Feature-Erkennung.
Diskutiert die Folge mit uns in unserem Community-Slack: https://draft.community/
Wir holen nach längerer Pause wieder das klassische Working Draft Webtechnologie-Glücksrad hervor. Der Zufallsgenerator serviert uns Webstandards aus HTML, CSS, JavaScript und Browser-APIs, zu denen wir uns ohne Vorbereitung etwas Sinnvolles zusammenreimen müssen.
Diesmal landen wir unter anderem bei Service Workern als ES Modules, Custom States und Shadow-DOM-Styling, Iteratoren, SVG und foreignObject, parametrisierten SVGs sowie einem Stück HTML-Archäologie rund um und das längst verblichene .
Alle reden von Automation – aber wo betreibst du eigentlich deine Tools?
Egal ob n8n oder andere Container-Setups: Mit dem Container-Hosting von mittwald läuft deine Anwendung in wenigen Minuten. Die nervige Konfiguration? Geht easy von der Hand – inklusive Vorschlägen für Umgebungsvariablen und Entrypoints.
Also: Fang an zu automatisieren. Dein erster Schritt ist ein Hosting bei mittwald. 👉 mittwald.de/workingdraft
Diskutiert die Folge mit uns in unserem Community-Slack: https://draft.community/
Für diese außerplanmäßige Bonusfolge haben wir uns mit unserem Gast Hans-Christian Otto zusammengesetzt, um über die kritischen Sicherheitslücken in PHP zu sprechen, die unter dem Namen PHP2Shell für Aufsehen sorgen. Gemeinsam schauen wir uns an, wie die Schwachstellen in der PHP-Runtime funktionieren, warum sie so gefährlich sind und weshalb ihre Entdeckung und Veröffentlichung für so viel Aufregung gesorgt haben.
Dabei geht es uns nicht nur um die technischen Hintergründe und die Rolle von KI bei der Suche nach Sicherheitslücken. Wir sprechen auch über die Menschen, die solche Probleme in Open-Source-Projekten beheben müssen, über den Umgang mit Sicherheitsmeldungen und über die Frage, wer eigentlich die Verantwortung für die Finanzierung kritischer Software-Infrastruktur trägt.
Alle reden von Automation – aber wo betreibst du eigentlich deine Tools?
Egal ob n8n oder andere Container-Setups: Mit dem Container-Hosting von mittwald läuft deine Anwendung in wenigen Minuten. Die nervige Konfiguration? Geht easy von der Hand – inklusive Vorschlägen für Umgebungsvariablen und Entrypoints.
Also: Fang an zu automatisieren. Dein erster Schritt ist ein Hosting bei mittwald. 👉 mittwald.de/workingdraft
Schließlich richten wir den Blick auf die Finanzierung und langfristige Absicherung kritischer Open-Source-Infrastruktur. Am Beispiel der PHP Foundation und ihrer öffentlich einsehbaren Finanzierung diskutieren wir, wie wenig Geld teilweise hinter Software steckt, von der ein erheblicher Teil des Internets abhängt. Wir betrachten die Beiträge großer Unternehmen und die Rolle der staatlich finanzierten Sovereign Tech Agency, die auch andere grundlegende Projekte wie cURL und FFmpeg unterstützt. Zum Schluss kommen wir noch einmal auf die PHP-Sicherheitsupdates zurück und sprechen über die praktischen Herausforderungen koordinierter Releases, die Verteilung von Patches und den Umgang mit vorab informierten Unternehmen.
Diskutiert die Folge mit uns in unserem Community-Slack: https://draft.community/
Wir schauen uns in dieser Revision eine Reihe neuer und neuerdings breit verfügbarer Browser-Features an. Diesmal geht es fast ausschließlich um HTML und CSS: von 3D-Modellen und 360-Grad-Bildern über bessere Responsive Images bis zu neuen Möglichkeiten für Farben, Layout und Typografie.
Dabei landen wir zwischendurch bei VR-Brillen, progressiven Bildvorschauen, teurem Arbeitsspeicher und der Frage, warum moderne KI-Webseiten eigentlich alle gleich aussehen.
Diskutiert die Folge mit uns in unserem Community-Slack: https://draft.community/
Wir sprechen mit Golo Roden, Gründer von The Native Web (The Native Web auf YouTube), diesmal nicht über Node.js, Event Sourcing oder Domain-Driven Design, sondern über Konferenzen. Golo war bereits in den Revisionen 160, 314 und 456 bei uns zu Gast und bringt inzwischen auch reichlich Erfahrung als Konferenzveranstalter und Speaker mit.
Anlass für unser Gespräch ist Golos Heise-Artikel „Die beste Konferenz meines Lebens und was sie anders gemacht hat“ über den IT Business Summit. Wir überlegen gemeinsam, was eine Konferenz zu einem besonderen Erlebnis macht und warum dafür nicht nur gute Vorträge, sondern vor allem viele bewusst gestaltete Details entscheidend sind.
Alle reden von Automation – aber wo betreibst du eigentlich deine Tools?
Egal ob n8n oder andere Container-Setups: Mit dem Container-Hosting von mittwald läuft deine Anwendung in wenigen Minuten. Die nervige Konfiguration? Geht easy von der Hand – inklusive Vorschlägen für Umgebungsvariablen und Entrypoints.
Also: Fang an zu automatisieren. Dein erster Schritt ist ein Hosting bei mittwald. 👉 mittwald.de/workingdraft
Am Beispiel des IT Business Summit beschreibt Golo, wie sich viele kleine Entscheidungen zu einem besonderen Gesamterlebnis addieren können. Das beginnt mit einem gemeinsamen Abendessen für Speaker und Teilnehmende, einer bewusst gewählten Location und einer Sitzordnung, bei der Menschen gezielt miteinander in Kontakt gebracht werden. Am nächsten Morgen gibt es dadurch bereits bekannte Gesichter und erste Anknüpfungspunkte. Auch das Programm wird inszeniert: Eine interaktive Eröffnung bringt die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch, eine gut vorbereitete Moderation führt durch den Tag und Speaker werden hinter der Bühne vorbereitet, statt mit Notebook und Kabeln vor dem Publikum auf ihren Auftritt zu warten. Technik, Moderation und Ablauf greifen dabei so ineinander, dass sich sowohl Vortragende als auch Publikum wertgeschätzt fühlen. Selbst das typische Tief nach der Mittagspause wird bewusst durchbrochen.
Wir kommen immer wieder auf denselben Gedanken zurück: Eine gute Konferenz überlässt Gemeinschaft und Atmosphäre nicht einfach dem Zufall. Veranstalter können Situationen schaffen, in denen Menschen leichter miteinander ins Gespräch kommen, Speaker und Publikum nicht voneinander separieren und Details wie Location, Essen, Pausen oder Technik ebenso ernst nehmen wie das Vortragsprogramm. Bei der tech:lounge Live! gehört dazu beispielsweise bewusst hochwertiges, komplett veganes Catering. Wir vergleichen diese Erfahrungen mit anderen kleineren Veranstaltungen und sprechen über die besondere Atmosphäre, die etwa die SmashingConfs, die beyond tellerrand oder die Fronteers Dark Mode schaffen können. Gerade bei überschaubaren Teilnehmerzahlen lässt sich vieles persönlicher gestalten und es wird möglich, dass aus einzelnen Details am Ende genau jene schwer greifbare „Magie“ entsteht, wegen der uns eine Konferenz noch Jahre später in Erinnerung bleibt.
Diskutiert die Folge mit uns in unserem Community-Slack: https://draft.community/
Wir sprechen mit Peter Krautzberger (LinkedIn / Mastodon), Sven Wolfermann und Robert Weber über EPUB und darüber, wie viel Webtechnologie eigentlich in einem E-Book steckt. Dabei geht es um das Format selbst, seine Entwicklung, Besonderheiten verschiedener Reader und darum, welche Rolle HTML, CSS und Accessibility beim digitalen Publizieren spielen.
code.talks 2026 — 4. & 5. November, Kinopolis Hamburg.
Norddeutschlands größte Developer-Konferenz, seit 2010: 3.500 Entwickler:innen, 100+ Talks, 14 Tracks — von GenAI über Architecture und Security bis Frontend, DevEx und Geek-Out. 90% der Talks ohne Sponsor dahinter, kuratiert von Praktiker:innen statt von Event-Teams. Auf der Bühne u.a. Eric Evans, Dex Horthy und viele mehr.
Im Ticket enthalten: Alles!! Alle Sessions, à la carte Lunch, Drinks, Popcorn & Nachos und die Party auf der Reeperbahn.
Mit unserem Code WORKINGDRAFT15 spart ihr nochmal 15% bis Mitte Oktober auf euer Ticket.
Schaut euch durch die Agenda und seid dabei: 👉 codetalks.com.
Ein weiterer Aspekt ist die Barrierefreiheit. Wir sprechen über das Digital Publishing ARIA Module und darüber, wie sich beispielsweise Fußnoten mit Links zur Anmerkung und zurück zum ursprünglichen Text zugänglich umsetzen lassen. Werkzeuge wie EPUBCheck helfen dabei, EPUB-Dateien technisch zu validieren, während Ace by DAISY EPUB-Publikationen auf Accessibility-Probleme untersucht.
Darüber hinaus geht es um das Ökosystem rund um EPUB, unter anderem um IDPF, EDRLab und Readium sowie um andere digitale Publikationsformate wie CBR für Comics. Wir sprechen außerdem über die Gestaltung von E-Books und Projekte wie Standard Ebooks, die zeigen, was sich mit sorgfältig aufbereiteten digitalen Büchern erreichen lässt.
Diskutiert die Folge mit uns in unserem Community-Slack: https://draft.community/
Wir sprechen mit Robert Weber über ComicBox, sein privates Comic-Sammlungsprojekt, das aus einem sehr konkreten Problem entstanden ist: Auf Comicmessen wollte er nicht länger versehentlich Hefte kaufen, die bereits im Regal stehen. Aus einer Katalog-App ist über mehrere Jahre ein technisch ziemlich umfangreiches Webprojekt geworden.
Dabei geht es vor allem um visuelle Suche, Embeddings und Vektordatenbanken, aber auch um PWAs, Offline-First, lokale Datenhaltung und Synchronisation. Robert erzählt, welche Technologien er ausprobiert und wieder verworfen hat und wie ComicBox schließlich bei seinem heutigen Stack gelandet ist.
code.talks 2026 — 4. & 5. November, Kinopolis Hamburg.
Norddeutschlands größte Developer-Konferenz, seit 2010: 3.500 Entwickler:innen, 100+ Talks, 14 Tracks — von GenAI über Architecture und Security bis Frontend, DevEx und Geek-Out. 90% der Talks ohne Sponsor dahinter, kuratiert von Praktiker:innen statt von Event-Teams. Auf der Bühne u.a. Eric Evans, Dex Horthy und viele mehr.
Im Ticket enthalten: Alles!! Alle Sessions, à la carte Lunch, Drinks, Popcorn & Nachos und die Party auf der Reeperbahn.
Mit unserem Code WORKINGDRAFT15 spart ihr nochmal 15% bis Mitte Oktober auf euer Ticket.
Schaut euch durch die Agenda und seid dabei: 👉 codetalks.com.
Mit Transformers.js erzeugt ComicBox die Embeddings möglichst direkt auf dem Gerät, auf geeigneter Hardware beschleunigt durch WebGPU. Weil schwächere Geräte dafür deutlich länger brauchen können, entscheidet ein Benchmark, ob die Berechnung lokal oder auf dem Server erfolgt. Die App ist als PWA konzipiert und soll möglichst viel lokal vorhalten. Für die geräteübergreifende Synchronisation experimentierte Robert zunächst mit PouchDB und CouchDB, später mit RxDB und schließlich mit PowerSync. Über Capacitor soll dieselbe Anwendung auch als native iOS- und Android-App funktionieren. Der aktuelle Stack besteht im Wesentlichen aus SvelteKit, Typesense, PostgreSQL, PowerSync und Capacitor. Zum Schluss sprechen wir über Alternativen wie TinEye und CLZ Comics, über das schwierige Einsammeln von Nutzerfeedback und darüber, dass Robert und ComicBox demnächst auch in Die Sprechblase vorgestellt werden.
Diskutiert die Folge mit uns in unserem Community-Slack: https://draft.community/
Vanessa spricht diese Revision mit Rom Brillout (LinkedIn), dem Macher von Vike, über ein Web-Framework, das bewusst einen anderen Weg als stärker opinionated Meta-Frameworks wie Next.js oder Nuxt einschlägt. Wir schauen uns an, wie Vike entstanden ist, warum Kontrolle über die eigene Architektur eine zentrale Rolle spielt und wie ein kleiner, stabiler Core mit Extensions kombiniert wird.
Außerdem sprechen wir darüber, wie sich ein Open-Source-Projekt langfristig finanzieren lässt, welche Rolle KI und Coding Agents dabei spielen und warum ein technisch gutes Projekt nicht automatisch die große Masse erreicht.
Alle reden von Automation – aber wo betreibst du eigentlich deine Tools?
Egal ob n8n oder andere Container-Setups: Mit dem Container-Hosting von mittwald läuft deine Anwendung in wenigen Minuten. Die nervige Konfiguration? Geht easy von der Hand – inklusive Vorschlägen für Umgebungsvariablen und Entrypoints.
Also: Fang an zu automatisieren. Dein erster Schritt ist ein Hosting bei mittwald. 👉 mittwald.de/workingdraft
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Finanzierung von Open Source. Vike soll vollständig Open Source bleiben und kleinen Unternehmen kostenlos zur Verfügung stehen, während größere Unternehmen nach dem diskutierten Modell für die Nutzung bezahlen sollen. Die konkrete Ausgestaltung ist noch nicht veröffentlicht und wird unter anderem wegen der zunehmenden Nutzung durch Coding Agents überdacht. Abschließend sprechen wir über Open-Source-Marketing: Vike hat laut Rom bereits viele Early Adopters und knapp 100.000 wöchentliche Downloads, erreicht aber noch nicht den selbstverstärkenden „Halo-Effekt“ größerer Frameworks. Statt primär auf Konferenzen und klassische Developer Advocacy zu setzen, möchte Rom vor allem weiter interessante Tools bauen und beschäftigt sich aktuell intensiv mit KI.
Vike Talk Slides
Diskutiert die Folge mit uns in unserem Community-Slack: https://draft.community/
In dieser Ausgabe unserer ARIA-Runde sind Paweł Masarczyk (Mastodon), Peter Krautzberger (LinkedIn / Mastodon) und Marco Bretschneider (Mastodon) am Start. Weil unser Glücksrad inzwischen schon einen beträchtlichen Teil der ARIA-Spezifikation abgegrast hat, verzichten wir diesmal auf den Zufall und widmen uns stattdessen einigen Themen, die uns zuletzt über den Weg gelaufen sind.
Wir sprechen über sekundäre Aktionen mit ARIA Actions, Tastaturkürzel und ihre zahlreichen Konfliktmöglichkeiten, die überraschend schwierige Accessibility-Situation des HTML-Meter-Elements und Pawełs experimentellen Ansatz, die vorhandene Semantik von Webseiten für Screenreader-Nutzer:innen völlig anders aufzubereiten.
Im Webcafé, dem Podcast zu Webentwicklung, Webdesign und Unternehmenskultur, nehmen euch Felix und Kay mit auf eine spannende Reise durch die Welt moderner Softwareentwicklung. Gerade ihre unterschiedliche Perspektive macht dabei den Reiz aus: Felix schaut als Geschäftsführer der Geenen IT-Systeme GmbH auf Strategie, Führung und Unternehmensentwicklung, Kay bringt als Technical Lead den Blick auf Technik, Tools und Architektur ein. Genau daraus entstehen ehrliche, fundierte und persönliche Gespräche über Webtechnologien, Zusammenarbeit und die Herausforderungen digitaler Arbeit.
Jetzt reinhören: geenen-it-systeme.de
Technisch werden die zugehörigen Aktionen über ID-Referenzen mit dem Element verknüpft. Wir diskutieren, wie dabei nicht verfügbare oder deaktivierte Aktionen behandelt werden könnten, was bei destruktiven Aktionen mit dem Fokus passiert und wie sich vermeiden lässt, dass die referenzierten Buttons anschließend zusätzlich in der normalen Navigation auftauchen. Vieles davon ist noch nicht abschließend geklärt, denn ARIA Actions befindet sich weiterhin in Entwicklung. Peter ordnet den Ansatz in eine Entwicklung ein, die wir bereits bei ARIA Details und ARIA Controls gesehen haben: ARIA beschreibt nicht mehr nur Beziehungen zwischen Elementen, sondern versucht zunehmend, komplexe Interaktionen zwischen räumlich oder strukturell getrennten Teilen einer Oberfläche zugänglich zu machen.
Interessant finden wir das Prinzip auch über Screenreader hinaus. Statt für jede Webanwendung eigene Tastaturkürzel zu erfinden, könnten Browser und andere User Agents solche abstrakt beschriebenen Aktionen möglicherweise selbst für Tastaturnutzer:innen zugänglich machen. Wir erinnern uns dabei auch an frühere Browserfunktionen wie die Navigation über rel="next" und rel="prev" in Opera Presto und wünschen uns generell etwas mehr Innovation bei nativer Browser-Navigation.
Dabei stoßen wir schnell auf das grundsätzliche Problem von Keyboard-Shortcuts im Web: Betriebssystem, Browser, Screenreader und Webanwendung beanspruchen jeweils Tastenkombinationen für sich. Paweł erzählt von einem Podcast-Player, bei dem Escape zum Stoppen der Wiedergabe verwendet wurde. VoiceOver unter iOS bildet seine Zurück-Geste in Safari jedoch ebenfalls auf Escape ab, wodurch die eigentlich bequeme Screenreader-Navigation unerwartet nicht mehr funktionierte. Ähnliche Konflikte gibt es mit F6 sowie mit sprachspezifischen Tastaturlayouts. Auf polnischen Tastaturen werden beispielsweise Sonderzeichen über AltGr-Kombinationen eingegeben, die wiederum von Anwendungen oder Screenreadern als Shortcuts beansprucht werden können.
Wir diskutieren deshalb, ob abstrakte Aktionen langfristig der bessere Ansatz sein könnten. Statt konkrete Tastenkombinationen festzulegen, würde eine Webanwendung nur beschreiben, welche Aktionen verfügbar sind. Browser, Betriebssystem und assistive Technologie könnten daraus jeweils eine zum Nutzungskontext passende Bedienung ableiten. Peter erwähnt außerdem eine von JAWS unterstützte Lösung über data-at-shortcutkeys, mit der sich Shortcuts samt Beschreibung hinterlegen lassen und deren Standardisierung bereits diskutiert wurde.
Ganz trivial ist das Problem allerdings nicht. Würden Screenreader bei jedem Meter sämtliche Informationen wie aktuellen Wert, Minimum, Maximum, Low, High und Optimum vorlesen, könnte das schnell unnötig ausführlich werden. Ohne den Kontext können Nutzer:innen einen einzelnen Wert wiederum unter Umständen gar nicht sinnvoll einordnen. Wir diskutieren deshalb, ob solche Angaben eher als abrufbare Sekundärinformationen behandelt werden müssten.
Hinzu kommt die Frage, warum Elemente wie meter und progress vergleichsweise selten eingesetzt werden. Marco erinnert an eingeschränkte Styling-Möglichkeiten, wegen derer Teams solche Komponenten häufig selbst nachbauen. Peter hält dagegen, dass meter durchaus Informationen ausdrücken kann, die über einen einfachen Prozentbalken hinausgehen, etwa Grenzwerte für ein bestandenes Prüfungsergebnis oder einen Ladezustand, ab dem ein Fahrzeug sein Ziel erreichen kann. Genau solche semantischen Informationen wären für assistive Technologien eigentlich wertvoll, wenn sie zuverlässig zugänglich gemacht würden.
Landmarks wie Banner, Navigation, Main oder Footer bilden dabei größere Container, Überschriften strukturieren die darin enthaltenen Inhalte weiter. Paweł behandelt Überschriften konzeptionell wie Kapitel eines Buchs und damit ebenfalls als Container für die jeweils folgenden Inhalte. Formulare werden auf native Eingabefelder, Checkboxen und Radiobuttons abgebildet, Listen sollen zu Listenfeldern und Tabellen zu navigierbaren Grids werden. Navigationsbereiche sollen wiederum über eine klassische Menüstruktur erreichbar sein. Ziel ist ausdrücklich nicht, einen neuen Browser zu bauen oder fehlende Semantik einer Webseite zu reparieren. Der Prototyp soll vorhandenes semantisches HTML und ARIA lediglich anders darstellen.
Hintergrund ist Pawełs Erfahrung, dass insbesondere weniger erfahrene Screenreader-Nutzer:innen Schwierigkeiten haben können, die flache Darstellung einer komplexen Webseite gedanklich in ihre eigentliche Struktur zu übersetzen. Landmarks, in der deutschen NVDA-Übersetzung als „Sprungmarken“ bezeichnet, und Überschriften liefern bereits viel Struktur, werden aber nicht von allen Nutzer:innen gleichermaßen eingesetzt. Paweł möchte untersuchen, ob eine explizit hierarchische Darstellung den Einstieg erleichtern kann.
Wir vergleichen den Ansatz mit der gruppierten Navigation von VoiceOver und der Objektnavigation von NVDA und streifen frühere Ideen zur Spatial Navigation. Sollte der Prototyp weit genug kommen, möchte Paweł ihn als Open Source veröffentlichen, sodass einzelne Ideen daraus beispielsweise in Screenreader-Add-ons übernommen werden könnten. Zum Schluss landen wir wieder bei einem Thema, das sich durch die gesamte Folge zieht: Von besseren, semantisch beschriebenen Navigationswegen könnten nicht nur Screenreader-Nutzer:innen, sondern ebenso Menschen profitieren, die Webseiten hauptsächlich mit der Tastatur bedienen.
Diskutiert die Folge mit uns in unserem Community-Slack: https://draft.community/
Wir sprechen mit Stefan Nitzsche (LinkedIn), freiberuflicher UX/UI-Designer und alter Bekannter des Podcasts, darüber, wie sich UX-Arbeit in den vergangenen Jahren verändert hat. Seit Stefans letztem Besuch in Revision 136 sind nicht nur 13 Jahre vergangen, auch die Werkzeuge und Workflows zwischen Design und Engineering sehen inzwischen deutlich anders aus.
Im Mittelpunkt steht dabei zwangsläufig KI: Wir reden darüber, wie sie Prototyping und Iterationen beschleunigt, welche Rolle UX-Expertise dabei weiterhin spielt, warum generisch gute Interfaces noch keine guten Produkte ergeben und wie sich die Zusammenarbeit zwischen Design und Engineering verschiebt. Außerdem schauen wir auf lokale Modelle, MCP, die zunehmende KI-Müdigkeit und die Frage, was passiert, wenn künftig nicht mehr nur Menschen, sondern auch Agenten unsere Interfaces benutzen.
Im Webcafé, dem Podcast zu Webentwicklung, Webdesign und Unternehmenskultur, nehmen euch Felix und Kay mit auf eine spannende Reise durch die Welt moderner Softwareentwicklung. Gerade ihre unterschiedliche Perspektive macht dabei den Reiz aus: Felix schaut als Geschäftsführer der Geenen IT-Systeme GmbH auf Strategie, Führung und Unternehmensentwicklung, Kay bringt als Technical Lead den Blick auf Technik, Tools und Architektur ein. Genau daraus entstehen ehrliche, fundierte und persönliche Gespräche über Webtechnologien, Zusammenarbeit und die Herausforderungen digitaler Arbeit.
Jetzt reinhören: geenen-it-systeme.de
Besonders deutlich wird die Veränderung beim Prototyping. Wo früher Paper-Prototypes, Klick-Dummies oder aufwendig miteinander kombinierte Design- und Animationstools nötig waren, kann Stefan heute innerhalb von ein oder zwei Tagen einen weitgehend funktionierenden Prototyp mit HTML, CSS und JavaScript erstellen. Dadurch lassen sich nicht nur Screens, sondern auch Interaktionen, Animationen und vollständige Abläufe früh ausprobieren. Das hilft insbesondere Menschen, denen es schwerfällt, sich aus statischen Entwürfen das spätere Verhalten einer Anwendung vorzustellen. Gleichzeitig entsteht eine neue Gefahr: Ein Prototyp kann bereits Dinge versprechen, die das für das eigentliche Produkt vorgesehene Framework technisch gar nicht leisten kann.
Diese Entwicklung verändert auch das Verhältnis zwischen UX und Engineering. Iterationen beginnen früher, weil Designerinnen und Designer nicht mehr darauf warten müssen, dass ein Entwurf implementiert wurde, bevor sie ihn tatsächlich erleben können. Fehler und unbefriedigende Entscheidungen lassen sich dadurch bereits während der Gestaltung erkennen und korrigieren. Engineering verschwindet deshalb nicht. Im Gegenteil: Architektur, Wartbarkeit, die Auswahl geeigneter Technologien und die Kontrolle dessen, was eine KI im Code tatsächlich veranstaltet, benötigen weiterhin entsprechende Expertise. Ähnliches gilt auf UX-Seite, wo zusätzlich menschliches Verhalten, Psychologie, mentale Modelle, Heuristiken und sehr unterschiedliche Nutzungssituationen berücksichtigt werden müssen.
Konkret arbeitet Stefan viel mit Figma und Claude. Einen wichtigen Impuls dafür bekam er von Christine Vallaure de la Paz. Statt des offiziellen Figma-MCP verwendet er inzwischen vor allem den von TJ Pitre beziehungsweise Southleft entwickelten Figma Console MCP in Kombination mit Claude Code. Für Projekte, bei denen Datenschutz oder Vertraulichkeit eine größere Rolle spielen, experimentiert er außerdem mit lokalen Modellen und einer selbst gehosteten Installation von Penpot samt MCP-Server. Die lokalen Lösungen sind für ihn derzeit noch langsamer und qualitativ schwächer, könnten aber eine Alternative darstellen, wenn Projektdaten nicht an externe KI-Dienste übermittelt werden sollen.
Wir schauen uns außerdem Claude Design an. Stefan sieht darin momentan vor allem einen Ansatz, Gestaltungsregeln wie Farben, Typografie, Logos und andere Vorgaben eines Designsystems für die KI bereitzuhalten. Für seinen eigenen Workflow ist allerdings eine andere Veränderung entscheidender: Statt sofort Figma mit Prompts zu steuern, erarbeitet er zunächst gemeinsam mit Claude ein möglichst präzises textuelles Konzept. Erst wenn Prinzipien, Zielgruppe, Nutzungssituation und notwendige Schnittstellen geklärt sind, lässt er daraus Gestaltung entstehen. Damit nähert sich UX interessanterweise der Entwicklung an, über die wir bereits in Revision 716 zu Agentic Engineering statt Vibe Coding gesprochen haben: Erst planen und spezifizieren, dann umsetzen.
Trotz der beeindruckenden Ergebnisse bleiben die Modelle für Stefan Werkzeuge, deren Arbeit kontrolliert werden muss. Ohne fachliche Steuerung produzieren sie schnell solides, aber generisches Mittelmaß. Das hebt zwar den qualitativen Boden an und macht es wesentlich einfacher, ein brauchbares Interface zu bauen. Für wirklich gute und eigenständige Ergebnisse braucht es aber weiterhin Erfahrung, Kritik und zahlreiche Iterationen. Ähnlich wie beim Programmieren kann eine KI Entscheidungen treffen, deren langfristige Konsequenzen jemand ohne entsprechendes Fachwissen gar nicht erkennt.
Damit landen wir auch beim derzeitigen Slop-Backlash. KI-generierte Gestaltung ist häufig technisch und handwerklich vollkommen akzeptabel, sieht aber zunehmend ähnlich aus. Schepp beschreibt das anhand KI-generierter Plakate auf dem Düsseldorfer Gourmet Festival: An den einzelnen Motiven ist wenig auszusetzen, in ihrer Masse wirken sie jedoch auffällig uniform. Fachwissen wird deshalb gerade dann wichtig, wenn das Ergebnis über diesen Durchschnitt hinausgehen und eine eigene gestalterische Identität entwickeln soll.
Stefan betont dabei, dass seine Begeisterung für die neuen Möglichkeiten nicht mit unkritischer Begeisterung für KI gleichzusetzen ist. Wir sprechen über Energie- und Ressourcenverbrauch, Rechenzentren und Hardware, Datenschutz und Abhängigkeiten von großen KI-Anbietern, aber auch über die Folgen für den Arbeitsmarkt. Stefan erlebt diese unmittelbar: KI macht Teile seiner eigenen Arbeit wesentlich schneller, gleichzeitig kommen bestimmte Aufträge gar nicht mehr bei ihm an, weil Kunden sie inzwischen selbst mit KI erledigen.
Abseits der KI diskutieren wir, welchen Stellenwert UI überhaupt noch als Differenzierungsmerkmal besitzt und wie viel Eigenständigkeit ein Interface braucht. Generische Gestaltung kann für viele Anwendungen vollkommen ausreichend sein, gerade bei Werkzeugen steht die Funktion im Vordergrund. Trotzdem unterscheiden wir zwischen einem lediglich optisch wenig aufregenden Interface und tatsächlichen UX-Problemen. Als Beispiel für Letzteres kommt rad-net.de zur Sprache. Wenn schlechte Bedienbarkeit die eigentliche Aufgabe erschwert, reicht funktionale Software eben nicht aus. Gleichzeitig sorgt die neue Generation von Werkzeugen dafür, dass zumindest die Hürde für ein ordentlich gestaltetes Interface immer niedriger wird.
Zum Schluss drehen wir die Perspektive um: Interfaces werden künftig nicht zwangsläufig ausschließlich von Menschen benutzt. KI-Agenten können selbst zu Nutzern von Websites und Anwendungen werden, während Menschen ihre Recherche zunehmend von KI erledigen lassen und dadurch mit einem ganz anderen Informationsstand auf einer Website ankommen. Das knüpft an unser Gespräch mit André Richter in „Die Website der Zukunft“ an. Maschinenlesbarkeit und auf konkretere Bedürfnisse zugeschnittene Informationen gewinnen dadurch an Bedeutung, während sich die klassische Rolle einer Landingpage verändern könnte. Einen weiteren Blick auf diese Entwicklung wirft der Artikel AI agent web traffic: what developers need to change.
Und weil die Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist, gibt es möglicherweise bald noch einen weiteren Ort, an dem Stefan darüber spricht: Gemeinsam mit David möchte er die Technikwürze wiederbeleben und dort unter anderem die Veränderungen rund um UX, KI und Software Engineering begleiten.
Diskutiert die Folge mit uns in unserem Community-Slack: https://draft.community/
From the publisher's feed

26 Listeners

9 Listeners

3 Listeners

177 Listeners

9 Listeners

34 Listeners

5 Listeners

0 Listeners

21 Listeners

24 Listeners

8 Listeners

325 Listeners

45 Listeners

9 Listeners

0 Listeners