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Neues aus der Garage im Silicon Valley: Christian Byza, der sich im Anbau an sein Haus in San Francisco digitale Produkte für LinkedIn ausdenkt oder an seiner hochmodernen Werkbank schraubt, ist als allererster Gast zum zweiten Mal bei uns im Podcast. Warum? Er macht jetzt Krypto. Christian hat neben seinem Vollzeitjob eine neue Plattform ins Leben gerufen: Cryptohunt heißt das Startup und soll ein Eingangstor für die Krypto-Währungen wie Bitcoin oder Ethereum werden, mit Ranglisten, Bewertungen, einem 1-Minuten-Podcast und allem, was Einsteiger das neue Hype-Thema sonst brauchen.
Christian ist mit seiner Idee nicht nur vielen Medien voraus, er hat auch etwas geschafft, wovon viele Gründer träumen: er hat bei einem Pitch-Wettbewerb im Silicon Valley Investoren von sich überzeugt und viele Dollars gewonnen, mit denen er nun die neue Welt der Währung erobern will. Wie oft er seinen Pitch auswendig gelernt hat, warum er seine Mitarbeitenden in Krypto bezahlt – und was er Olli empfiehlt, der sich gerade erst die Finger am neuen Goldrausch verbrannt und Geld verloren hat – all das gibt's in der neuen Episode von Wunderbar Together mit Christian Byza.
CHRISTIAN BYZA:
Hier geht's übrigens zur Cryptohunt-Seite und zum begleitenden Podcast.
By the way: Im Podcast redet Christian vom Hobby-Heimwerker Dennis, dessen Videos (insbesondere dieses hier) ihn bei seinen eigenen Holzprojekten stark inspiriert haben.
HILFE FÜR DIE UKRAINE:
Für alle, die lieber Einzelne unterstützen möchten, empfehlen wir, ein Airbnb zu buchen (Disclaimer: dies ist keine Werbung für Airbnb und wird nicht von Airbnb bezahlt). So könnt ihr Menschen nicht nur direkt (und gebührenfrei) helfen, sondern ihnen auch eine Nachricht senden. Auch das funktioniert aus den USA und aus Deutschland. Darüber hinaus könnt ihr via Airbnb oder Wunderflats Flüchtenden Wohnraum anbieten. Einen großen Dank an jede*n, der hier klickt und hilft!
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Pünktlich zu den olympischen Winterspielen in Peking gibt’s eine Spezialausgabe von Wunderbar Together! Mit Marco Sturm, Eishockey-Vollprofi, sprechen wir über das Überleben in einer der härtesten Sportarten der Welt.
Marco kommt aus dem bayerischen Dingolfing. Bereits als Kind fährt er auf dem Eis allen davon, und mit 19(!) steht er zum ersten Mal auf dem Eis in der NHL. Von dort stürmt er in Teams auf dem gesamten Kontinent, von Vancouver bis Florida, absolviert über 1.000 Spiele und wird NHL All-Star.
Nach seiner Spielerkarriere setzt er noch einen drauf und übernimmt den Job als Eishockey-Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft. Das Team führt er bis zur Olympia-Silbermedaille. So wird er in den USA auch als Trainer bekannt - und prompt nach Los Angeles abgeworben. Dort ist er heute Co-Trainer bei den Los Angeles Kings - und noch lange nicht fertig mit dem Sport.
Welche Narben Marco davongetragen hat, warum man beim Prügeln die Handschuhe auszieht und wie die deutsche Mannschaft bei Olympia abschneiden wird - all das und mehr gibt’s in der 41. Ausgabe von Wunderbar Together!
MARCO STURM:
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Das Silicon Valley ist ein verrückter Ort: eine Ansammlung kleiner Städtchen nördlich von San Francisco, die dank Chip-Herstellern und Internetboom zum Wallfahrtsort für Unternehmer wurden. "Als Ort eigentlich nicht sehr spannend", sagt SPIEGEL-Korrespondent Alexander Demling, der für das größte deutsche Nachrichtenmagazin aus dem Silicon Valley berichtet. "Aber die Menschen sind irre."
Im Gespräch mit dem gebürtigen Franken, der seit gut zwei Jahren mit Partnerin und Kind in San Francisco lebt, wird schnell klar: Dem Hype um das Silicon Valley ist er ebensowenig erlegen wie dem Sarkasmus, der manchmal mitschwingt, wenn Journalist*innen über die globalen Fantasien kalifornischer Gründer schreiben.
Trotz Pandemie ist er fast täglich rund um die Universität Stanford unterwegs, um Menschen zu treffen, die für Apple, Google, Intel und Co rackern. Und er versucht, bei den großen Visionären in den Maschinenraum zu kucken. Zum Beispiel bei Peter Thiel, dem wahrscheinlich mächtigsten Deutschen im Valley, der Aktien und Politiker kauft, wenn sie auf dem Boden liegen. Oder bei Sebastian Thrun, der fliegende Taxis baut. Oder bei Alex Blania, einem Student, der gerade den “Worldcoin” mitentwickelt – eine Kryptowährung für die Welt, die allen Menschen gedeihen soll, die bereit sind, ihre Netzhaut scannen zu lassen.
Vor dem SPIEGEL schrieb Alexander fürs Handelsblatt aus dem Valley. Dann bekam er, der früher bei Spiegel Online arbeitete, von ehemaligen Kollegen angeboten, vor Ort den Arbeitgeber zu wechseln. Das ist für deutsche Journalisten selten – und hat in seinem Fall “das deutsche Sozialsystem überfordert”. Mitsamt Familie musste Alexander einige Zeit zurück nach Deutschland, um den neuen Job überhaupt antreten zu können. Von einem Hügel in San Francisco unweit des Golden Gate Park beobachtet er nun die Tech-Trends für den SPIEGEL und ist froh, nicht mehr nur tagesaktueller Reporter zu sein, sondern auch tiefer in Geschichten einzusteigen zu können.
Einfacher wird sein Job nicht. Gründer, Investoren und lokale Legenden wie Elon Musk, Tim Cook oder auch Peter Thiel geben fast gar keine Interviews mehr. Soziale Medien sind ihre Sprachrohre. Alexander hält dagegen. “Elon Musk kann den ganzen Tag twittern und seine Fans werden das positiv aufnehmen, aber daraus entsteht kein Gespräch mit der Gesellschaft." Im Gegenteil, er argumentiere an vielen Sorgen der Gesellschaft völlig vorbei, zum Beispiel der Angst vor dem selbstfahrenden Auto. "Und da haben Medien eine wichtige Rolle: zwischen Gesellschaft und Gesprächspartner zu stehen und zu vermitteln."
Warum Alexander trotz der steilen Straßen San Franciscos nur Fahrrad fährt, wie er auf die Zukunft des Internets blickt und warum er beim Schreiben an seine Freunde im fränkischen Forchheim denkt – das alles und mehr in dieser 40. Episode von Wunderbar Together.
ALEXANDER DEMLING:
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Unser heutiger Gast bei Wunderbar Together ist im Silicon Valley zuhause und einer der bekanntesten Forscher zur Künstlichen Intelligenz auf der ganzen Welt – und das mit gerade mal 38 Jahren: Richard Socher.
Über ein Jahr sind wir Richard nachgejagt, um ihn ans Mikrofon zu bekommen. Bei ihm war viel los: er hat seinen Job als globaler Chefwissenschaftler bei der Silicon Valley-Firma Salesforce gekündigt, über Monate mit seiner Verlobten im Wohnmobil gelebt und ist kreuz und quer durch die amerikanische Wildnis gefahren, und er hat gerade eine neuartige Suchmaschine gegründet: you.com.
Geboren ist Richard in Dresden (seinen Heimatdialekt fasst er als ein langgezogenes, kehliges "ahhhhh" zusammen). Als Kind lebt er mit seinen Eltern mehrere Jahre in Äthiopien. In die USA kommt er nach der Wende als Austauschschüler, und zwar in die Prärie von Montana, wo man "immer auf Bären aufpassen" muss.
Als er nach dem richtigen Studienfach sucht, kommt die Künstliche Intelligenz (KI) in sein Leben – als Ergebnis seiner Suche nach Sinn und Einfluss. „Ich habe geguckt: wer hat vor 2.000 Jahren gelebt, an den man sich heute noch erinnert? Und das mit dem verglichen, was ich kann und worauf ich Lust habe. Heraus kam die Forschung und dann schließlich das statistische Lernen, also die K.I.“
Richard studiert zunächst in Deutschland und will dann unbedingt in die USA, aber der Weg auf die US-Unis ist hart. Mehrfach wird er abgelehnt, bis er versteht, dass er nicht noch mehr Credits, sondern eigene wissenschaftliche Arbeiten braucht. Richard promoviert schließlich in Stanford und ist heute auf Google Scholar mit über 100.000 Zitaten gelistet. Damit gilt er als einer der weltweiten Top-Forscher seines Fachs.
Sein Coup ist, dass Richard neuronale Netze für die Sprachverarbeitung entdeckt und damit einen neuen Forschungszweig in seinem Fach mitbegründet. Doch trotz den enormen Fortschritten und den großen Hoffnungen vermisst er aber noch vieles an der K.I. - zum Beispiel Hilfe in einer globalen Notlage. "Die K.I. hat uns in der Pandemie nicht so gut geholfen wie wir [Forscher] uns das erhofft hatten."
Ein weiteres ungelöstes Problem sieht Richard in der digitalen Informationsflut und dem Fehlen von guten Zusammenfassungen. Hier setzt sein neues Startup you.com an – eine Suchmaschine, die mit K.I.-getriebenen Zusammenfassungen, strikter Privatsphäre und nachhaltigem Wirtschaften Google Konkurrenz machen soll.
Was Richard über die K.I. in Deutschland und den USA denkt, warum er seinem Dresdner Gymnasium gerade ein Innovationszentrum gestiftet hat und wo er am liebsten mit seinem Motordrachen hinfliegt – das alles und mehr gibt's in der neuesten Episode von Wunderbar Together. Viel Spaß!
RICHARD SOCHER:
BUCHEMPFEHLUNG VON RICHARD:
DEEP DIVE
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Michael Fassnacht ist der erste Chief Marketing Officer der Stadt Chicago in der Geschichte der Millionenstadt. In der 38. Episode des Wunderbar Together Podcasts spricht er mit uns aus seinem Büro im Rathaus, kurz nachdem er den Weihnachtsmarkt der Stadt eröffnet hat – ein kleiner Wink an die große deutsche Gemeinde dort – darüber, wie er in diesen ungewöhnlichen Job kam, und wie er Chicago zu einer neuen Marke verhelfen will.
Ursprünglich stammt Michael aus einem kleinen Ort nahe Baden-Baden. Sein Leben in den USA begann als Werber für die Lufthansa, dann baute er im Silicon Valley ein Startup auf. Nach dem Umzug nach Chicago arbeitete sich Michael dort schließlich zum Chef einer der größten Werbeagenturen der USA hoch – bis ihm die Bürgermeisterin, Lori Lightfoot, 2019 den Job als Chefvermarkter der Stadt anbot. Michael nahm an, zunächst für ein symbolisches Gehalt von $1 im Jahr.
Auch wenn Chicago in den Massenmedien zuletzt schlecht wegkommt und sich die Schlagzeilen um Gewalt, Abwanderung und Proteste drehen, verbindet Michael, der seit über einem Jahrzehnt mit seiner Frau, die einen Doktor in deutscher Literatur hält (“sie spricht besser Deutsch und besser Englisch als ich”) und zwei Kindern im Norden der Stadt lebt, eine große Liebe mit C-Town.
“Ich bin eigentlich eher widerwillig nach Chicago gezogen. Ich hatte in Europa, Afrika, und zuletzt im Silicon Valley gelebt und wusste nicht so recht, was ich hier sollte. Aber anders als in allen anderen Großstädten bist du, wenn du hier ankommst, kein Tourist. Du bist sofort Teil der Stadt. Und wenn du eine gute Idee hast, dann kannst du sie hier umsetzen.”
Jetzt verantwortet er, wie sich die Metropole in der Welt verkauft. Es ist kein einfacher Job. “New Yorks Marke ist besser als seine Realität – in Chicago ist das genau umgekehrt. Die Lebensqualität hier ist gut, aber der Ruf nicht.” Während die Massenmedien aktuell vor allem negativ über Chicago berichten, setzt Michael auf den Social Media Kanälen der Stadt auf ganz andere Neuigkeiten - auf die vielen Unternehmen, die nach Chicago ziehen, die vielen Stellen, die geschaffen werden, und die vielen neuen sozialen Initiativen der Bürgermeisterin.
Michaels Plan für den neuen Claim der Stadt ist eine “City of Stories”, die sich ganz bewusst von der Vergangenheit abgrenzt, “in der wir hauptsächlich die Geschichten von weißen Männern erzählt haben”. Dabei stellten Weiße letztlich nur 30 Prozent der Bevölkerung in den insgesamt 77 Neighborhoods, so Michael, und die besten Gründe, Chicago zu mögen, seien auch anderswo zu finden. Die Diversität sei einer der größten Schätze der Stadt.
Aber stimmt es eigentlich wirklich, dass Amerikaner besser im Marketing sind als Deutsche? Ja, sagt Michael. “Meine Kinder haben Storytelling schon in der Schule gelernt. Und es mag vielleicht auch etwas besser klingen, im Englischen Geschichten zu erzählen als im Deutschen, aber vor allem trauen sich Amerikaner, beim Erzählen Gefühle zu erzeugen.“ Die Deutschen versuchten dagegen meist, rational zu überzeugen. Aber das sei nicht der richtige Weg, um eine Marke zu schaffen. Da spiele Emotion die größte Rolle – und „deswegen schaffen Amerikaner es besser, große Marken zu bauen“, sagt der Werber.
Was er in Jahrzehnten Werbung gelernt hat, was er aus seiner Heimat vermisst und warum ihr unbedingt Chicago besuchen solltet – das alles und mehr gibt’s in dieser Folge.
Michael Fassnacht:
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Ihren Einstieg hatte sie in einer Nebenrolle bei "Law & Order", der Durchbruch kam mit Boardwalk Empire, und nun hat sie gerade die Erfolgsserie "The Queens Gambit" (Damengambit) und einen noch geheimen Hollywoodfilm abgedreht: die Schauspielerin Christiane Seidel ist eine der erfolgreichsten deutschen Schauspielerinnen im amerikanischen Film- und Fernsehgeschäft. In der 37. Folge des Wunderbar Together Podcasts blicken wir mit ihr hinter die Kulissen des Traumberufs Schauspieler*in, tauchen in ihr Leben mit ihrem Mann und ihren Zwillingen in Brooklyn ein, wo die Familie Deutsch, Dänisch, Chinesisch und Amerikanisch spricht – und diskutieren über die Unterschiede im deutschen und amerikanischen Filmbusiness.
Geboren im texanischen Wichita Falls, wo ihr deutscher Vater als Marineflieger auf der NATO-Base arbeitete und dort gemeinsam mit ihrer dänischen Mutter lebte, kam Christiane als Dreijährige wieder zurück nach Deutschland. “Ich war nicht so die beliebteste Schülerin, ich hatte mit Mobbing zu tun, und auf der Bühne war ich ganz frei. Wenn ich nur ich selber war, hab' ich mich oft nicht so wohl gefühlt. Ich bin dann nach Dänemark gegangen, ins Ausland, dort habe ich mich gefunden, aber die Bühne, das Theater, war immer dabei. Also die totale Freiheit.”
Ausgebildet am Lee Strasberg Institute in New York – “das ist in Deutschland sehr bekannt, aber eigentlich gibt es hier auch noch viele Schulen die genauso gut oder besser sind” – kam Christiane als Novizin ins New York Geschäft und war zunächst froh um jeden Job, ob als Hostess bei Events, Sex & The City-Tourguide oder Mini-Rolle in Werbespots. “Die Tiefpunkte und Zweifel kann ich gar nicht mehr zählen. Und hätte ich damals gewusst, was ich jetzt über die Branche weiß, weiß ich gar nicht, ob ich mich das alles getraut hätte. Aber Eddie, mein Mann, war immer mein größter Unterstützer. Er hat mich immer gepusht, wenn ich aufgeben oder einen 'richtigen Job' suchen wollte. Er hat mich weitergezogen und weitergeschoben.” Als sie 2009 für ihre erste Rolle in "Law & Order" gebucht wird, “war das für mich das erste Mal, dass ich dachte ‘vielleicht bin ich nicht total auf dem Holzweg’.” Und als sie schließlich in "Boardwalk Empire" landet, spielt sie sich in die Herzen und Bücher der Autoren und bleibt statt einer Folge für vier Staffeln. “Ich habe lange danach erfahren, dass sie mich mehrfach rausgeschrieben hatten – aber es ging dann doch weiter.”
Die Sprachen, zwischen denen Christiane aufwuchs, sind inzwischen ihr Wettbewerbsvorteil. “Als ich hierher kam, hatte ich einen deutschen Akzent und wurde nur für deutsche Sachen gecastet. Ich habe mich dafür geschämt – und habe mir den Akzent mühsam mit einem Coach abgearbeitet. Es ist ein komischer Prozess weil man das Gefühl hat, seine Identität zu verlieren. Inzwischen hat sich die Branche verändert, es gibt jetzt Diversity im Film und mehr Menschen mit Akzenten werden eingesetzt. Plötzlich ist man für die Amis exotisch und interessant als Deutsche oder Dänin.”
Als Christiane während eines Drehs herausfand, dass sie Mutter von Zwillingen werden würde, erzählte sie es am Arbeitsplatz nur dem Regisseur, der sich, selbst Zwilling, riesig freute. Ansonsten behielt sie die News erstmal für sich – und ging dann durch eine Phase, in der sie kaum gecastet wurde. “Es gibt im meinem Umfeld sehr wenige Schauspielerinnen mit Kindern. Es ist schwer. Und wenn man Crew Member ist, ist es noch schwerer, mit den langen Tagen und der Nachtarbeit. Es ist keine familienfreundliche Arbeit. Ich habe noch nie meine Kinder mit am Set gehabt oder so. Das kommt gar nicht zur Sprache.”
Inzwischen sind die Zwillinge vier, und Christiane gefragter denn je. Zuletzt war sie als strenge norwegische Heimleiterin im Damengambit (“The Queens Gambit”) zu sehen und drehte im August mit Morgan Freeman, Oscar-Gewinnerin Juliette Binoche und Veronica Ferres im heißen Mississippi einen Kinofilm. “In Deutschland heißt es manchmal am Set auch einfach nur; Spaß haben. ‘Let’s shoot the shit!’ Hier am Set gibt es eine strenge Hackordnung. Und das führt dann auch manchmal dazu, dass sich einige Leute benehmen als wären sie die Nummer 1 auf dem Call Sheet, also der Rangliste der Schauspieler am Set, auch wenn sie weit davon entfernt sind. Und dann gibt es Oscar-Gewinner wie Juliette Binoche, die total entspannt sind. Sie ist eine sehr gebende Schauspielerin. Auch wenn die Kamera nicht auf sie gerichtet ist, ist sie trotzdem voll mit dabei.”
Für die Zukunft hofft Christiane auf mehr Filmproduktionen mit ihrem Mann Eddie, mit dem sie gemeinsam eine Produktionsfirma führt. Im Jahr 2021 mussten die beiden sich aber in ihrer Heimat New York mit den Hassangriffen gegen asiatische Menschen auseinandersetzen, die ihren Mann massiv verängstigten. “Es wurde so extrem, dass mein Mann nicht mit den Kindern einkaufen gehen wollte. Er hat gesagt ‘geh du mit den Kindern’. Er hatte Angst um die beiden. Wir hatten auch sehr viel Angst um seine Mutter. Angriffe gingen ja häufig gegen ältere Frauen. Eddie deswegen auch ganz lange vermieden, Subway zu fahren. Jetzt ist es ein bisschen aus den Medien verschwunden, aber es wird leider einfach weniger darüber berichtet.”
Gemeinsam halten die beiden durch – in New York, im Filmgeschäft, und mit Zwillingen. “Life is not a race, overnight successes gibt es nicht. Die sind meistens 10-20 Jahre in the making”, sagt Christiane. Und: es gibt nepotism. Die meisten Menschen, die ganz jung und erfolgreich sind als Schauspieler, kommen aus einer Hollywood-Familie. Die sind einem Jahre oder Jahrzehnte voraus. Man muss also einen langen Atem haben, wenn man wirklich diesen Traum hat. Und man kann und muss seine Träume anpassen, in Frage stellen, mit der Realität, die sich verändert, und mit einem selbst."
CHRISTIANE SEIDEL:
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Seit fast zwanzig Jahren berichtet er live von den Oscars und bringt die amerikanischen Superstars wie Brad Pitt, Angelina Jolie, Tom Hanks oder Will Smith ins deutsche Fernsehen: der Moderator Steven Gätjen.
Doch die USA bedeuten für ihn viel mehr: eine Kindheit zwischen Swimmingpools in Arizona; tagelange Ausflüge nach Disneyworld in Florida; der erste Job als Hilfskellner in Virginia, für 2.50 USD die Stunde; Beach Volleyball am Strand von Los Angeles mit einem jungen Schauspieler – seinem Bruder Andy. „Wenn ich irgendwo in Amerika aus dem Flugzeug steige und die Luft einatme, dann ist das für mich nach Hause kommen“, sagt Steven Gätjen.
1972 kommt er in Phoenix als Kind deutscher Expats zur Welt, seine Mutter bekommt ihn und seine Brüder „eher aus Langeweile“, während der Vater Karriere als Arzt macht. Die Familie zieht einige Jahre später nach Hamburg, doch Steven kehrt immer wieder zurück: High School, Studium und sogar die ersten Gehversuche im Fernsehen – all das erlebt er in seinem Geburtsland. „Ich hätte es auch da schaffen können“, sagt er. Ein Jobangebot zieht ihn nach dem Studium schließlich ins deutsche Privatfernsehen.
Als ihn 1992 Pro7 zum ersten Mal zur Oscar-Verleihung schickt – „das war reines Glück!“ – kann er nicht ahnen, dass die Interviews am roten Teppich sein Markenzeichen werden. Jedes Jahr wühlt er sich seither tief hinein in die Leben der Stars, um im richtigen Moment die richtige Frage zu stellen. „Wir haben immer eine dicke A-Z-Mappe dabei, mit allen Nominierten und Fragen für jeden. Wenn ich jemanden anspreche, dann suche ich nach einem positiven Einstieg, der klar macht, dass ich die Person gut kenne, auch wenn sie mich nicht kennt.“ Inzwischen muss er während der mehrstündigen Live-Marathons aber weniger betteln. Nach zwei Jahrzehnten gehört er nicht nur für die Fernsehzuschauer zum Oscar-Inventar, sondern auch für manche Stars. „Tom Cruise zum Beispiel vergisst nichts. Der Typ ist unglaublich. Letztes Mal kam er auf mich zu und meinte als erstes: ‚wie war’s mit deiner Mom in New York?’ Er hatte sich von unserer letzten Begegnung gemerkt, dass ich eine Reise mit meiner Mutter geplant hatte.“
Was Steven bei US-Stars im Vergleich zu deutschen Pendants auffällt, ist die Professionalität. „In Deutschland höre ich oft: ‚Och, die Frage haben mir die anderen zwei auch schon gestellt." Will Smith kriegt die selbe Frage auf Pressetour wahrscheinlich 8.000 Mal – trotzdem antwortet er jedes Mal freundlich.“ Auch bei vielen Preisverleihungen, die er moderiert, geht ihm etwas ab: „Die Leichtigkeit. Wir Deutschen können uns nicht selber feiern, das ist uns peinlich. Und das nervt mich.“ Trotzdem bricht er eine Lanze fürs deutsche Fernsehen. „Wir haben in Deutschland weniger Teleprompter und mehr Freiheit, Spontaneität, Flexibilität. Und wir haben Set Designer und die Producer, die echt geiles Fernsehen machen. Da stehen wir in nichts nach.“
In der 36. Folge des Wunderbar Podcasts besprechen wir auch, warum Steven einst ein Restaurant in New York besaß – und wie er seinen Lebensabend mit Schokoladenkeksen am Manhattan Beach verbringen will. Viel Spaß!
STEVEN GÄTJEN:
KINO ODER COUCH:
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Alice kommt aus Köln, ihr Vater ist weißer Deutscher, ihre Mutter ist schwarze Amerikanerin. Im Jahr 2019 hat sie das Buch „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ veröffentlicht, in dem sie von ihrem Leben als schwarze Frau in Deutschland erzählt - und auch ihre Erlebnisse mit ihrer Familie in Philadelphia schildert, wo sie zeitweise aufgewachsen ist und gelebt hat. Vor allem aber hat sie weißen Menschen die Augen geöffnet für den Rassismus in unserem Alltag.
„Ich wäre nicht darauf gekommen, das Buch zu schreiben“, sagt Alice im Wunderbar Together Podcast. „Ich hatte Kolumnen auf einem Blog geschrieben, kleinerdrei.org, und dann kamen Buchagenten auf mich zu. Ich glaube, dass ich es dem Buch „Why I’m No Longer Talking To White People About Race“ von Reni Edno-Lodge zu verdanken habe. Ihr Buch war sehr erfolgreich, und deswegen haben sich Verlage für mein Thema interessiert.“
Alice’s Buch „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ schlägt von Anfang an ein wie ein Blitz in Deutschland. Aber richtig krass wird der Sturm um das Buch nach dem Mord an George Floyd in den USA und den Protesten gegen den systemischen Rassismus, die im Jahr 2020 die ganze Welt erfassen. Plötzlich ist Alice auf allen Kanälen, Zehntausende folgen ihr online, ihr Buch gilt nun als eine Art Standardwerk und Alice als öffentliche Person, die auf der Straße erkannt wird. „Auf Social Media hatte ich den Eindruck, ich werde zu einer Art Spielfigur für die Leute. Die wollen dann was sehen, wollen einen Knopf drücken und du bist für sie da. Dafür muss man gemacht sein.“ Gerade hat sich Alice zum ersten Mal eine längere Pause von den sozialen Medien genommen, sogar von ihrem langjährigen Podcast Feuer & Brot. Ihre Eltern und Schwestern haben sie die ganze Zeit über unterstützt, "auch wenn es für sie nicht leicht war, denn das Buch ist auch sehr persönlich. Aber es gibt ja den bekannten Satz: 'If you have an author in your family, you're screwed.'"
In der 35. Folge von Wunderbar Together erklärt Alice nicht nur, wie schwer sie sich immer noch damit tut, eine öffentliche Person zu sein, sondern auch dass Schwarzsein in ihrer zweiten Heimat USA etwas ganz anderes ist, als in Deutschland. „Das deutsche Schwarzsein ist heterogen und unausgereift. In den USA kommt mir vieles klarer, geklärter vor. Da gibt es eine gemeinsame Geschichte, den transatlantischen Sklavenhandel. Das ist auch meine Geschichte und die meiner Familie. In Deutschland gibt es das so nicht. Der gemeinsame Nenner hier ist die Rassismuserfahrung durch das Schwarzsein. Aber es gibt eigentlich nichts darüber hinaus, keine schwarze Kultur.“
Alice vermisst die USA, ihre Familie in Philly, die gemeinsamen Barbecues „am Sonntag nach der Kirche, mit Spare Ribs, Fried Chicken und Mac and Cheese“ im Haus der Cousine und auch die Ausflüge mit ihren Freunden in Plattenländen, das Unterwegssein als Black Hipster in Philly. Im Herbst plant sie ihre erste Reise seit langem – auf Einladung der John Hopkins Universität, wo sie über ihre Erfahrung als schwarze Deutsch-Amerikanerin sprechen soll. Von solchen Plattformen wünscht sie sich auch in Deutschland mehr. „Neulich wurde ich von der Black German Heritage & Research Association in Camden kontaktiert. Warum ist die in den USA und nicht in Deutschland? Ich würde mir wünschen, dass die Rassissmusforschung in Deutschland noch stark erweitert wird – es gibt viele Leute, die darüber diskutieren wollen.“
Während Alice inzwischen an ihrem zweiten Buch arbeitet - „über Identität und Krise, Erscheinungsdatum September 2022“ – steht ihr Erstes immer noch auf der Bestsellerliste. Die Auflage geht längst in die Hunderttausende, und zwar sowohl für das Gedruckte als auch für das Hörbuch.
Aber jetzt erstmal: viel Spaß bei Wunderbar Together mit der Autorin und Journalistin Alice Hasters!
ALICE HASTERS:
FEUER & BROT
ALICE HASTERS BEI ALLES GESAGT:
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EVENT-TIPP (WERBUNG):
Was bedeutet es, zwei größere Brüder zu haben und jeden Tag gegen beide zu rennen, zu springen und Gewichte zu stemmen, weil der Vater es so will? Wie fühlt es sich an, wenn man dann Football-Profi wird – und die beiden Brüder auch? Und was passiert, wenn die eigene Mama trotzdem jedes Jahr aus Kalifornien zum Karneval nach Köln fährt? Dies und mehr besprechen wir mit Amon-Ra St. Brown, mit gerade mal 21 Jahren frisch gebackener Profi und Wide Receiver bei den Detroit Lions in der NFL (National Football League), der sich zwischen Fitnesstraining und Video-Game-Session Zeit für Wunderbar Together nimmt.
Als Kind lebt Amon-Ra St. Brown im Sommer bei den Eltern seiner Mutter Miriam St. Brown in Leverkusen, aber zuhause ist er vor allem in Kalifornien, im Umfeld seines Vaters John St. Brown. Der ist professioneller Bodybuilder und hat, obwohl er sich als schwarzer Amerikaner in seiner Karriere häufig Rassismus ausgesetzt sieht, den Mr. Universe-Titel gewonnen – gleich zweimal. Seinen ältesten Sohn Equanimeous benennt er nach dem Wort equanimity, Gelassenheit. Den zweiten, Osiris, nach dem ägyptischen Gott der Unterwelt, und Amon-Ra, den jüngsten, nach dem Gott der Sonne.
„Mein Vater kommt aus einer Familie in Compton, die immer wenig hatte, und er wusste genau, was es braucht, um erfolgreich zu sein. Er hat uns jeden Tag gezeigt, dass wir hart arbeiten müssen. Ich habe Fußball, Basketball und Football gespielt als ich kleiner war und er hat kein einziges Spiel verpasst. Er war unser Trainer – jeden Tag.“
Disziplin, Dauerdrill und Talent bringen Equanimeous schließlich zu den Green Bay Packers, Osiris zu den Cardinals der Stanford-University – und Amon-Ra nach Detroit, wo er gerade erst Fuß fasst und die harte Disziplin auch ohne Familie weiterlebt: Kein Alkohol, keine Geldverschwendung, kein Zuspätkommen, kein Ausschlafen. Amon-Ra beherrscht sein Leben wie seine zwei Identitäten, auch wenn ihn der Rassismus in den USA beschäftigt, denn „ich sehe mich als halb weiß-deutsch und halb schwarz-amerikanisch – aber die Realität ist, wenn ich auf die Straße gehe, denken die Leute ich bin schwarz.“
Dass die Familie St. Brown auch andere Seiten hat, zeigt Mutter Miriam, die jeden Februar ohne ihre Männer in den rheinischen Karneval verschwindet und auch im kalifornischen Heim Karnevalsmusik auflegt – obwohl Amon-Ra lieber zu Trap tanzt.
Seine Beine seien insgesamt sein wichtigstes Asset, sagt er, und neben dem Bällefangen Fokus seiner Vorbereitung auf die erste Saison in einer der anspruchsvollsten Ligen der Welt. „Die Knie müssen halten. Aber jeder verletzt sich in der NFL irgendwann. Das muss man aushalten.“ Seine größte Sorge ist eine andere: „Dass jemand anderes härter arbeitet als ich.“
AMON-RA ST. BROWN:
USC-HIGHLIGHTS VON AMON-RA ST. BROWN:
DOKUMENTATION VON AMON-RA IM SPORTSTUDIO:
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EVENT-TIPP (WERBUNG):
„Ich bin eigentlich normal“, sagt Shahab Gharib. „Ich bin Student.“ Für die meisten ist das, was er geschafft hat, aber alles andere als normal. Shahab Gharib, geboren 2008 in Karlsruhe, ist mit gerade mal 13 Jahren der jüngste Student der Pace University in New York! Er studiert Geschichte und am Tag des Interviews hat er gerade einen Test zum Verhältnis von Russland und Europa im 17. Jahrhundert bestanden.
Der Student nimmt sich trotzdem viel Zeit für uns und erlaubt sogar, dass sein Vater Bardia Gharib mit ans Mikro kommt. „Er ist ein ganz normaler 13-jähriger, der schneller lernt als andere“, differenziert Bardia Gharib - „aber er ist auch der Doofel, der sein Zimmer nicht aufräumen kann.“ „Mutwillig nicht aufräumt“, wirft Shahab Gharib sofort ein. Ansonsten versucht Shahabs Papa, ehemals Boxtrainer, seinem Sohn Disziplin und Selbstlosigkeit vorzuleben. Und: dass das Leben nicht so kompliziert ist. „Ich bin durch und durch Optimist“, sagt Bardia Gharib. „Sehr nervig“, ruft sein Sohn.
Wie Shahab Gharib selbst und seine Eltern gemerkt haben, dass er hochbegabt ist, warum sie für ihn ihr Haus am Strand von Florida gegen eine Einzimmerwohnung in Harlem eingetauscht haben und warum das Wunderkind auch vom Fliegen träumt, dass alles erfahrt ihr in der 34. Episode des Wunderbar Together Podcasts.
Und Papa Bardia lädt euch ein: wenn ihr mal in New York seid - bei Familie Gharib gibt’s immer guten Kaffee. „Meldet euch! Ich hab noch nie ein unnötiges Gespräch geführt.“
Viel Spaß mit Shahab Gharib und seinem Papa Bardia Gharib!
Wer noch mehr von Shahab Gharib erfahren möchte, kann ihm gerne auf Instagram folgen.
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