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3 Millionen Menschen wollen bei ihm Land kaufen, alles nach dem Prinzip Monopoly – und alles virtuell: Dirk Lueth, Ökonom, Unternehmer und Gründer des Metaversums „Upland“.
Wir haben Dirk Lueth in der Wirtschaftswoche gefunden, aber eigentlich ist der Co-Autor von „Navigating The Metaverse“ überall und ständig präsent – und nun zu Gast bei Wunderbar Together.
Dirk kommt aus Heidelberg, zuhause ist er seit knapp 15 Jahren in Mountain View, Kalifornien, wo er – ein seltener Luxus – mit dem Fahrrad ins Büro fahren kann. „In Deutschland fühle ich mich immer mehr wie ein Tourist”, sagt er, und hat vor wenigen Wochen zur deutschen auch die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen.
Den Sprung nach Amerika wagt Dirk nach mehreren Unternehmungen in Deutschland. Unter anderen hat er die lachsfarbene Financial Times Deutschland mitbegründet – und sich dann mitten in der Finanzkrise 2008 mitsamt Familie zum Umzug entschlossen. „In Krisen werden oft die besten Firmen gebaut.“
Mit zwei anderen Gründern heckt er die Idee aus, das Prinzip Monopoly ins dreidimensionale Internet zu bringen – basierend auf dem Planeten Erde, aber mit einem ganz wichtigen Haken: künstlicher Knappheit. In Upland gibt es nicht etwa so viel Land zu entdecken wie bei Google Maps, sondern immer nur kleinste Teile von Städten, die nach und nach “eröffnen” und zum Verkauf stehen.
2018 geht es mit San Francisco los. “Es waren sofort 2.000 Leute auf der Warteliste”, sagt Dirk, um virtuelle Grundstücke zu erwerben. “Zuletzt haben wir London aufgemacht.” 8 virtuelle Grundstücke pro Sekunde werden dann als digitale Tokens freigegeben. London war in ein paar Minuten weg, ausverkauft. Das heißt Grundstücke dort gibt es jetzt vorerst nur von anderen Spielern, die darauf Häuser bauen, mit Autos handeln oder auf andere Weise die Werte steigern. 55 Milliarden Upex, oder 55 Millionen US-Dollar, hat Dirks Plattform so bisher umgesetzt.
Aber was ist es nun, dieses Metaverse? „Eine parallele Welt, in der wir eine oder mehre Identitäten annehmen, in der alles was wir uns vorstellen können, existieren kann, in der wir aktiv sind, Dinge tun, und Dinge besitzen können.“ Land, Kapital, Arbeit: nach diesem Prinzip baut Dirk mit seinen 120 Mitarbeitenden eine eigene virtuelle Wertschöpfungskette für digitale Unternehmer oder, wie er es nennt, „Metapreneure“.
Welchem Erdteil der physischen Welt Dirk die größten Chancen im digitalen Wettstreit einräumt, wie man aus dem Upland-Gefängnis rauskommt und warum Dirk seinen US-Pass auf einem Parkplatz bekommen hat, all das und mehr gibt’s in dieser 62. Folge von Wunderbar Together. Viel Spaß!
MEHR ZU DIRK LUETH
Wer Upland spielen will, dann bitte hier entlang: https://www.upland.me.
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Herzlich willkommen zum SXSW-Spezial bei Wunderbar Together. Olli und Felix podcasten zum ersten Mal gemeinsam aus Austin, TX, von der vielleicht wichtigsten Innovations-Konferenz der westlichen Welt, der South by South West (SXSW).
Heute zu Gast ist Zukunftsforscherin Christina von Messling. Anschnallen bitte!
Christina arbeitet im Team der New Yorker Professorin und Gründerin des Future Today Institute, Amy Webb. Webb ist eine Säulenheilige der Technologiewelt. Wenn sie bei der SXSW die Bühne betritt, ist der riesige Ballroom D des Konferenzzentrums bis auf den letzten Platz voll, und vor der Tür hoffen noch Hunderte mehr auf Einlass. Extra Räume werden für public viewing geöffnet. Jeder will dabei sein, wenn Amy Webb uns die Zukunft vorhersagt – und Christina hat sie mitgeschrieben.
Seit anderthalb Jahren arbeitet die gelernte Juristin im Team der Zukunftsforscherin. In den USA lebt sie seit 2005 und landete über Stationen als Schauspielerin in LA, Fotojournalistin in New York und Mitarbeiterin von Tech-Startups schließlich im Team der Futuristen – "es war eine Art Homecoming".
Für den jährlichen Report des Future Today Institute, der von über einer Million Menschen heruntergeladen wird, schreibt sie die Kapitel oder “Bücher”, wie Christina sie nennt, zu den Themen Klima und Unterhaltung. Ein Fulltime-Job, der aus monatelangem Durchforsten von Patent-Datenbanken, wissenschaftlichen Abhandlungen, Büchern und auch sozialen Medien besteht. Gemeinsam mit ihren Kolleg*innen fügt Christina schließlich ihre Erkenntnisse auf einem gigantischen digitalen Reissbrett zusammen.
Wenn Amy Webb schließlich auf der Bühne tausende Seiten auf wenige Minuten Vortrag zusammendampft, schreiben die Journalisten mit. Kernsätze wie “the internet as we know it is over – we’ve entered the assistive computing era” oder “the internet is now searching you, not the other way around” sind am nächsten Tag globale Schlagzeilen. Für viele von uns sind sie beunruhigend – auch für Christina. “Meine erste Reaktion [bei der Recherche] ist oft auch einfach nur Angst.”
Warum es trotz allem auch Hoffnung gibt, zum Beispiel auf plastikessende Enzyme und Wollmammuts, wieso Christina bald für ein paar Monate nach Berlin kommt, und wie wir uns auf unsere eigene Zukunft besser vorbereiten können – "don't fill the blanks – connect the dots!" – all das gibt's in der 61. Episode des Wunderbar Together Podcasts. Viel Spaß!
MEHR ZU CHRISTINA VON MESSLING
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“Two highschool friends making music” so nennen sich Milky Chance ganz bescheiden auf Instagram und YouTube. Sie könnten auch schreiben: Popstars mit ausverkauften Konzerten weltweit, über eine Milliarde (!) Streams bei Spotify, Late-Night-Show-Stammgäste, in Kürze auf Rekordtour in den USA, mit sagenhaften 60+ Auftritten! #lifegoals. Aber die zwei Jungs aus Kassel, Clemens Rehbein und Philipp Dausch, die sich Milky Chance im Kinderzimmer ausgedacht haben, sind frei von Allüren. Ihnen geht’s um die Musik. Und um das Zusammensein. Auf ihre Tour nehmen die beiden deswegen auch zum ersten Mal in einem extra Reisebus ihre Partner und Kinder mit.
Auch wenn Clemens und Philipp gerade nicht in den USA leben, sondern in Berlin, gehören sie für uns zu den coolsten Deutschen hier im Land: sie sind schlichtweg die erfolgreichsten deutschen Popstars auf dem amerikanischen Kontinent – und haben dem Wort “Colorado” mit ihrem Hit neuen Sinn gegeben.
Warum ihr Raketenstart mit dem Gassenhauer “Stolen Dance”, der gerade zehn Jahre alt wurde, viel schwieriger war als das von außen so aussieht, warum es gut ist, wenn man auch im Kassel der USA spielt, und warum Philipp gerne in New York und Clemens lieber in der Pampa wohnen würde – all das und mehr gibt’s in dieser 60. Jubiläumsfolge von Wunderbar Together.
US & CANADA TOUR
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Kreativdirektor – klingt gut, aber was ist das überhaupt? Und wie ist es, als Kreativer nur für die wertvollste Marke der Welt – Apple – zu arbeiten? Und darüber hinaus in Los Angeles zu leben, wo bei Regen die Highways zu Seifenbahnen werden?
“Alles im Leben hat eine Prise mehr Optimismus”, sagt David Oswald, unser heutiger Gast bei Wunderbar Together. Im Werbegeschäft hat er gelernt, Vertrauen in seine Ideen zu haben –„auch wenn du mal nur eine 85% gute Idee hast“, und, vor allem, Beleidigungen und Kritik als Chancen zu sehen.
Am meisten begeistert David am Kreativsein für Marken das Storytelling, als Team mit häufig verrückten Leuten, unter Zeitdruck, in wenigen Sekunden eine Geschichte auf den Punkt zu bringen. „Für mich gibt’s nichts Schöneres als diesen Flow, wenn ich den ganzen Tag nichts gemacht und das Gewürzregal umsortiert habe, zu merken: ‚David, das wird jetzt sehr knapp. Du hast jetzt noch 4 Stunden‘. Und dann meine Playlist anzuwerfen und los.
David hat auf der ganzen Welt gearbeitet, der vielleicht spannendste Stop war Media Arts Lab, die Agentur, die es nur auf Wunsch von Steve Jobs gibt und die einige der größten Kampagnen der Welt verantwortet. Ein Job, in dem Geheimhaltung Alltag ist. Nach seinem ersten Security-Talk mit Ex-Geheimdienstlern musste er „die Windeln wechseln“. Später gewann er dort einen Emmy.
Wie viel Geld Harald Schmidt für Davids Witze bezahlt hat, was die „Analysis Paralysis“ der Deutschen ist und warum man seine Arbeit ernst nehmen sollte, aber nicht sich selbst - all das und mehr gibt’s in dieser 59. Ausgabe von Wunderbar Together.
DAVID OSWALD
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“Ich bin einen Meter vierundachtzig groß. Ich bin geboren, um gesehen zu werden”, sagt Victoria Jancke. "Jetzt möchte ich dazu auch eine Stimme haben." Seit die Berlinerin mit 16 als Model entdeckt wurde, gehört sie zu den erfolgreichsten Deutschen ihrer Branche. Nun hat sie einen großen Sprung gewagt: mitten rein in die Millionenmetropole Los Angeles, in die Hügel von Hollywood, für ein Leben auf neuen Pfaden – als Schauspielerin, Speakerin, und Coach.
“Als Kind und Teenager habe ich mich sehr unwohl in meiner Haut gefühlt. Ich wurde Giraffe genannt, wegen meiner Größe, oder Hexe, wegen meines Kinns, und als ich meinen ersten Catwalk-Job hatte, hat die Trainerin mich angeschrien: ‘Was ist denn mit dir los?’” Victoria findet Erfolg, aber durchlebt Selbstzweifel, Essstörungen und wird mit 17 Opfer einer Vergewaltigung. “Ich habe das viele Jahre verdrängt, hatte eine postrraumatiscfe Störung, habe Panikattacken bekommen, und kam an einen Punkt wo ich gedacht habe: wow, wie lange will ich diesem Menschen noch Macht über mein Leben geben?” Mit verschiedenen Therapien arbeitet sie sich aus dem Trauma heraus, und sieht heute darin sogar einen Nutzen. “Ich möchte Menschen helfen, so wie Victoria, als sie 17 war, und einen Weg aufzeigen, wie man da rauskommt. Du bist kein Opfer, sondern eine Heldin, weil du weitermachst und nicht zerbrichst.”
So ist Victorias neue Mission entstanden. “Become Your Own Goddess”, Frauen helfen ihre eigene Göttin zu finden, ist was Victoria den über eine Million Menschen, die ihr auf Instagram folgen, ihre Online-Kurse belegen und ihr im echten Leben begegnen, mitgeben möchte. Seit sie mit Hund und Mitbewohnerin in die Hollywood Hills gezogen ist, hat sie sich von einigem in ihrem deutschen Leben – inklusive ihrem Freund und ihrer Agentin – getrennt und investiert in ihre neue Karriere, darunter auch in die Self-Help-Programme des Motivations-Gurus Tony Robbins. Gerade erst hat sie eines seiner Massen-Events in Florida besucht und sich für dessen “Platinum-Programm” angemeldet, das so viel kostet wie ein Jahresgehalt.
Dazu lebt Victoria nun in Hollywood, auf einem der teuersten Pflaster der Welt. Ein Kaffee für 12 Dollar, ein Smoothie für 25 Dollar – sie treibt das an. “Wenn du hier nicht arbeitest und neue Ideen entwickelst, bist du schnell pleite. Hier gilt: being comfortable in the uncomfortable.” Um an Jobs und Filmrollen zu kommen, hat sie einen eigenen PR-Manager engagiert, der ihr Einladungen zu Events verschafft, um möglichst schnell viele Menschen kennenzulernen. Seitdem laufen ihre Social Media Kanäle voll mit Begegnungen mit Celebrities. “Jeder ist hier gefühlt Produzent oder Schauspielerin - manche schreckt das ab, ich find’s geil. Ich liebe den Drive hier, das Netzwerken, ich denke groß – da bin ich amerikanisch. Ich weiß, dass ich irgendwann Millionärin sein werde.”
Warum sich Victoria einer Brust-OP unterzogen hat, weshalb ihr zukünftiger Lebenspartner Amerikaner sein wird und was sie jungen Frauen empfiehlt, die auch vom Leben in Hollywood träumen – das und mehr gibt’s in der 58. Folge von Wunderbar Together.
VICTORIA JANCKE
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Disclaimer: das Gespräch mit Victoria haben wir noch in 2022 aufgezeichnet. In Kürze geht’s weiter mit unseren Folgen aus diesem Jahr. Euch allen ein gesundes und wunderbares Neues und danke fürs Zuhören!
Heute starten wir in den Podcast nicht mit Smalltalk, sondern mit Real Talk. „Der Teil des Unternehmerseins, der normalerweise nicht besprochen wird“, sagt unser Gast, der nach 14 Jahren als digitaler Vorzeigeunternehmer, als Star der Berliner Startup-Szene, als Merkels Digitalberater und Revolutionär der Wissenschaft, zum ersten Mal Menschen entlassen muss.
Ijad Madisch, Gründer und CEO von Researchgate, hätte das Gespräch mit uns auch einfach absagen können - aber „wenn ich was zugesagt habe, dann halte ich es auch.“ Und so sprechen wir über die vergangenen Tage, warum er 10% seiner Mitarbeitenden kündigen muss und was vor ihm und uns liegt. „Der atomare Winter fängt jetzt erst an. Und die überleben werden, sind die, die jetzt handeln“, sagt Ijad. Mit dem harten Einschnitt reagiert er auf das Nachlassen der Anzeigendollars, die bis heute den Hauptumsatz von Researchgate bedeuten. „Das Advertising hat uns profitabel gemacht, aber langfristig wird es nicht unser Modell sein.“
Viel wichtiger wird laut Ijad die Zusammenarbeit mit denen, die ihn und seine Idee lange bekämpft und ihn verklagt haben, aber in letzter Zeit immer enger mit ihm zusammenarbeiten: wissenschaftliche Verlage aus der ganzen Welt. Researchgate, eine Plattform, die Wissenschaftler*innen vernetzt und dazu bringt, sich miteinander auszutauschen und Forschungsergebnisse online zu stellen, dreht viele etablierte Wertschöpfungsketten der Forschung auf den Kopf – aber wird von einigen der berühmtesten Tech-Investoren unterstützt: Bill Gates, Peter Thiel, Ashton Kutcher sind nur drei davon.
„Ich wollte nie Gründer sein”, sagt Ijad. “Ich wollte in der Forschung bleiben und in der Medizin, ich wollte HIV bekämpfen und den Nobelpreis gewinnen.“ Doch als junger Doktorand der Virologie bemerkt er, wie schwer es ist Kontakt mit anderen Forscher*innen aufzunehmen, wie kompliziert es ist zu veröffentlichen, und wie wenige seiner peers ihre Erfolge und Misserfolge miteinander teilen.
Ijad gründet also und versucht zunächst, Forschung und Startup zu kombinieren. Schließlich fragt er seinen deutschen Professor, ob er eine halbe Stelle bekommen könnte, um sich gleichzeitig um sein Startup zu kümmern. „Er hat mich angebrüllt: ‚Sie sind 27, Sie sind fast Professor, Sie könnten der jüngste Professor Deutschlands sein! Kriegen sie diesen Firlefanz aus dem Kopf!‘ Und dann hab ich gekündigt und in Harvard angerufen und mein Professor dort hat mir eine Stelle und ein Investment gegeben. Das Beispiel zeigt den Unterschied zwischen Deutschland und den USA im akademischen System.“ Mit Blick zurück ist Ijad sich sicher: “Meine Geschichte wäre in Deutschland nie passiert.”
Von Harvard führt ihn seine Reise als Gründer des "Facebook für die Wissenschaft", wie Researchgate häufig genannt wird, weiter nach San Francisco und schließlich nach Berlin Mitte, wo Researchgate heute zuhause ist. Bis heute wird Ijad auf Konferenzen als “Antichrist” angekündigt und sitzt auf millionenschweren Klagen. Aber es sind inzwischen auch rund 20 Millionen Nutzer auf seiner Plattform aktiv – darunter sein ehemaliger "Professor Firlefanz" und etwa neunzig Nobelpreisträger*innen mit "einem eigenen Nobel Laureate Icon”, auf die Ijad besonders stolz ist. Den Preis selbst will er inzwischen nicht mehr gewinnen. “Es ist mehr jetzt wichtiger anderen zu helfen, dass sie ihn schneller bekommen.”
Warum Ijad in seiner knappen Freizeit Apps programmiert, welche Weltregion sich in der Wissenschaft durchsetzen wird und was passiert wenn man einem Autobahnpolizisten sagt, dass man gerade mit Bill Gates telefoniert – all das und mehr gibt’s in der 57. Folge von Wunderbar Together.
IJAD MADISCH
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“Yeah yeah yeah.” So entspannt eröffnet unser heutiger Gast den Podcast. Kein Wunder: Er hat einen spielfreien Tag und nur noch eine Massage vor sich. Und mit der Karriere läuft es für den 27-Jährigen Stuttgarter hammermäßig: Stammspieler in der NFL bei den Las Vegas Raiders, 1.5 Millionen Gehalt und mit über 200 Kilo beim Bankdrücken topfit. Welcome Jakob Johnson!
Jakob entdeckt Football zufällig, aber verfällt dem Sport komplett. Fußballerkarriere und auch Medizinstudium, die Träume gibt er auf. Stattdessen geht er vom Abi in Stuttgart direkt auf eine High School in Jacksonville, Florida, der Heimat seines Vaters, um sich von dort als Footballer hochzuarbeiten. Dort erlebt er “das Amerika, das man in den Filmen nicht sieht”.
Auch wenn er zum ersten Mal einer unter vielen nicht weißen Menschen ist – der strukturelle Rassismus und das Erlebnis völliger Perspektivlosigkeit versetzen ihm einen Schock. “Die Jungs in meinem High School Team waren talentierter als alle, mit denen ich in Deutschland gespielt hab." Aber "die Idee, es aus der Stadt rauszuschaffen existiert gar nicht.” Manche seiner ehemaligen Teammates sitzen heute im Gefängnis, manche sind nicht mehr am Leben. Auch wenn Jakob dort immer noch einen Teil seiner Familie hat: “Die Stadt ist gefährlich – es gibt nur wenige happy endings.”
Er schafft es ans College in Tennessee, wo er sich nicht nur erfolgreich im Football-Team und im Studium behauptet, sondern auch seine Freundin kennenlernt. Gemeinsam gehen die beiden für ein Jahr nach Deutschland. “Meine Freundin würde am liebsten wieder dort leben. Für sie ist es ein besserer Ort als Amerika.” Aber Jakob gelangt durch das Pathway Program der NFL, das sich auf internationale Spieler konzentriert, zu den New England Patriots, wo er schnell zum Stammspieler wird und mit Superstar Tom Brady auf dem Platz steht. “Die Hingabe und Opferbereitschaft ist bei ihm auf einem anderen Level. Immer der erste und der letzte beim Training. Und einer, der es auch immer hinbekommt, gut auszusehen, egal aus welchem Winkel.”
Gerade hat Tom Brady in der ausverkauften Allianz-Arena in München das erste NFL-Spiel in Deutschland bestritten. (Mit dabei waren übrigens als Kommentatoren und Mit-Organisatoren unsere Podcast-Gäste Markus Kuhn und Sebastian Vollmer #shoutout). Das Spiel hatte Rekordquoten, im Fernsehen und online. Der Football-Boom in Deutschland ist real, und Jakob ist mittendrin. Denn inzwischen ist Johnson Mitinhaber der Stuttgarte Surge, ein Team in der ELF (European League of Football).
Seinen schwäbischen Nachnamen hat Jakob allerdings eingetauscht. Statt Weinmann heißt er Johnson, der Name seines Vaters. “Marketingtechnisch ein Riesenfehler. Jetzt heißen drei andere in jeder Mannschaft auch so wie ich”. Er nennt sich deswegen auf dem Platz Jak, deutsch ausgesprochen. “Das ist das Geräusch, das entsteht, wenn du jemanden umhaust. JAK!”
Seit seinem Neuanfang im Team der Las Vegas Raiders lernt Jakob das Leben und Athlet-Sein in der Wüste. “Wir trainieren im August draußen, bei 110, 115 Grad Fahrenheit. Hier gibt es manchmal Hitze und Wind, da ist man wie in einem Umluft-Ofen. Es gibt keinen Schutz. Ich hab mir erstmal eine 3.5 Liter-Trinkflasche gekauft.” Der Kader aus Spitzenathleten hat in der Vorsaison 90 Mann, und nur 53 dürfen im Kader mitspielen, die Selektion ist gnadenlos. “Bezahlt werden wir nicht für die Spiele am Sonntag. Wofür ich bezahlt werde, ist das Training von Montag bis Samstag. Da musst du durch und an dir arbeiten.”
Was er über die ständige übergroße Verletzungsgefahr in seinem Sport denkt, die viele vor ihm die Karriere gekostet hat und für manche ein Leben in Schmerzen bedeutet? “Verletzt sein ist tough. Unsere Verträge sind nicht garantiert, wie im Basketball oder im Fußball. Im Football verdienst du dein Gehalt mit dem Game Check. Und manchmal gehst du aus Siegen angeschlagener raus als aus Niederlagen.” Aber: “Wenn ich an all die Zoom-Calls denke, die du so machst, wenn du dann wegen Stress und im Büro sitzen einen Herzinfarkt hast, dann ist das für mich nicht schlüssig, wieso ich nicht mal Arthritis in meinen Gelenken haben soll. Du musst dich halt entscheiden, womit du deine Zeit verbringst.” Mic drop.
Warum Jakob Eisbadewannen und CBD-Creams liebt, wie er seiner Freundin aus Versehen den Finger gebrochen hat und welchen Nachnamen er gerne nach seiner Hochzeit annehmen würde – all das und mehr gibt’s in der 56. Folge von Wunderbar Together!
JAKOB JOHNSON
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Vom vierhändigen Klavierspiel zu kotzenden Kindern bis hin zu Elon Musk - in dieser 55. Episode von Wunderbar Together mit Professor (!) Adrian Daub ist alles drin.
Adrian, der mit Partner und Kind in San Franciscos "Gayborhood”, dem Castro, lebt und Literaturwissenschaften und Germanistik in Stanford lehrt, ist aktuell vor allem deswegen in deutschen Medien zu finden, weil er als einer der besten Erklärer für einen Ort gilt, der uns seit Jahrzehnten als Mythos angepriesen wird: das Silicon Valley.
In seinem in der Pandemie erschienen Buch „Was das Valley denken nennt“ – auf Deutsch hier auf Englisch hier ergründet Adrian die intellektuellen Wurzeln der Menschen, die diese Mythen erfunden haben – und die Firmen, die daraus entstanden sind. Er sagt: Google, Facebook und andere Tech-Riesen sind ganz stinknormale Unternehmen, die sehr erfolgreich darin sind, allen einzureden, dass sie keine ganz stinknormalen Unternehmen sind.
Darüber sprechen wir natürlich, und wie sehr sich das System ständig selbst bestärkt – Stichwort Elon Musk – und wie schwer es für Andersdenkende ist, innerhalb dieses Clubs zu existieren.
Aber Adrian hat noch so viel mehr mitgebracht, dass diese Folge deutlich länger als üblich ausfällt. Zum Beispiel “Germany in 5 Words” – das ist ein echter Uni-Kurs, den Adrian in Stanford lehrt, und einer der beliebtesten seiner Fakultät mit hunderten Zuhörer*innen, die alle wissen wollen, welche fünf Wörter man braucht, um einige wichtige Dinge über Deutschland zu verstehen (spoiler alert!):
Good for you, Adrian, möchten wir ihm zurufen! Aber auch das kann man nur so schwer übersetzen. Beim German macht Adrian denn noch lange nicht halt: Er ist eigentlich Cellist und hat sich für sein erstes Buch das Klavierspielen wieder beigebracht (what?). Er weiß, dass der geheimnisvoll-machtvolle deutsche Investor Peter Thiel sein Silicon Valley Buch gelesen hat, aber nicht mochte (how?). Er vermisst an Deutschland vor allem das öffentliche, heftige Streiten über viele Themen (seriously?). Und er verspricht uns: sein nächstes Buch kommt bald.
Schnallt euch an und kommt mit auf eine faszinierende Achterbahnfahrt durch ein Superbrain, das uns hoffentlich noch öfter bei Wunderbar Together Türen in unsere eigene Sprache und Kultur und die der Westküste öffnen wird. Thanks for having us, Professor Daub!
ADRIAN DAUB:
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Er findet Wände streichen super, glaubt an die Renaissance der Tür und ist Ingenieur an der Spitze von F. Schumacher & Co, einem New Yorker Interior Design Unternehmen mit großer Tradition: unser heutiger Gast Timur Yumusaklar.
Olli weilt im Urlaub, und Timur und Felix treffen sich im Podcast-Studio des New Yorker Workspace NeueHouse zu einem seltenen in-Person-Podcast.
Timur wächst in der Nähe von Konstanz auf, seine deutsch-türkischen Eltern lieben Kunst und er ist von Kindesbeinen an mit Farben und Malerei umgeben. Design gehört zu seinem Leben – und dass, obwohl er farbenblind ist. Ein vermeintlicher Nachteil, der ihm heute als CEO hilft, sich auf das Wachstum der Firma und die Mitarbeiter:innen zu konzentrieren: “Ich werde mich nie in Design-Entscheidungen einmischen.”
Mit Hilfe seines ersten Jobs bei einer Unternehmensberatung macht Timur den Sprung in die USA – als Business-Masterstudent an der Columbia Universität in New York. “Von den großen Namen dieser und anderer Unis in den USA würde ich mich nicht abschrecken lassen”, sagt er. “Man hat dort auch als Student aus Europa gute Chancen.” Danach landet er wieder in Deutschland und bei Zalando, das gerade vom Online-Schuhverkäufer zu einer gigantischen Shopping-Plattform heranwächst. Er lernt dort die flachen Hierarchien und die Selbstverantwortung eines Startups zu schätzen – etwas, das er in seiner amerikanischen Arbeitswelt manchmal vermisst: “Hier sind die Leute oft überrascht, wenn ich ihnen Verantwortung übertrage.”
Ein Studienfreund meldet sich schließlich bei ihm: F. Schumacher & Co, ein Familienunternehmen, gegründet von französischen Immigranten in New York, das mit Tapeten, Stoffen, Bezügen und Einrichtung aller Art handelt und über Mick Jagger bis hin zu Jackie Kennedy’s Weißem Haus viele Stars ausstaffiert, habe Probleme. Es fehlt ein CEO, der die Firma in die neue, digitale Zeit mitnehmen kann. Ob er sich vorstellen könnte, die Rolle zu übernehmen? Timur trifft beim Vorstellungsgespräch in einem New Yorker Privatclub – “da kommt man nur mit Anzug rein” - zwei Mitglieder der Gründerfamilie. Wenig später ist klar: er wird CEO.
Seit 2015 führt er das Unternehmen zu neuen Höhen. In der Pandemie explodiert der Bedarf an Inneneinrichtung regelrecht. “Unsere Wohnungen waren nicht mehr darauf ausgerichtet, dass wir viel zuhause sind. Die Küche ist offen, geht ins Wohnzimmer über, es gibt kaum noch Türen. Nun werden sich unsere Häuser fundamental verändern. Wir investieren alle viel mehr ins Zuhause, zum Beispiel in Türen, in Tapeten und in gute Arbeitsumgebungen.” Inzwischen hat die Firma über 800 Mitarbeiter, mehr als doppelt so viele wie zu Timurs Start – und expandiert gerade nach Europa, auch nach Deutschland. “Die Website gibt’s schon, ist von Google Translate übersetzt.”
Timur betont zwar, er sei kein Einrichtungsexperte, aber einen Tipp hat er doch: “Streichen ist ein relativ kleines Commitment. Das kostet nicht viel und man kann sich richtig ausleben, auch Farbe einfach mal an die Wand werfen.” Er legt selbst gerade Hand ans Apartment in Manhattan, das er mit seiner Partnerin bewohnt. “Ich habe den Kamin angestrichen, eine Stunde lang, in Eierschalen-Weiß.” Dann kam der prüfende Schritt zurück und die Einsicht. “Ich wusste, ich lasse das jetzt eine Stunde trocknen, dann kommt eine andere Farbe drauf.” Timurs größte Einrichtungssünde: ein Sofa, dass toll aussah, aber in keine Wohnungen passt und jetzt im Lager steht. “Nie ein Sofa wegen des Möbels kaufen, sondern immer für den Raum, in dem es stehen soll.”
Die Zukunft seiner Branche sieht er auch im dreidimensionalen Internet, dem web3 oder Metaverse. Gerade erst hat er mit seinem Team eine Happy Hour mit Oculus-Brillen veranstaltet. “Mit solchen Technologien werden wir uns in Zukunft einrichten. Videospiele sind letztlich auch Inneinrichtungs-Erlebnisse. Und im Web3 ist alles möglich, zum Beispiel Tapeten, die sich ändern, wenn man an ihnen vorbeiläuft.”
Welche Tipps Timur für den richtigen Zoom-Hintergrund hat, warum er sich absichtlich mehrere Wochen Urlaub am Stück nimmt und was er über den amerikanische Stilmix beim Einrichten denkt – all das und mehr gibt’s in der 54. Folge von Wunderbar Together.
Timur Yumusaklar:
Wir haben jetzt auch endlich Zugang zu einem Podcast-Studio in New York - und zwar bei NeueHouse. Lieben Dank an unseren Gast Yoram Roth, der an Wunderbar Together glaubt und uns dies ermöglicht.
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Es ist Basketball-EM in Deutschland (ab 1.9.) und heute zu Gast ist einer, der den Kindheitstraum von Olli und Felix lebt: Daniel Theis. Er ist deutscher NBA-Spieler – und das auch noch bei den Chicago Bulls, den Boston Celtics, und ganz aktuell, bei den Indiana Pacers – legendäre Teams in der besten Basketball-Liga der Welt.
Gerade ist der 30-jährige auf Europareise, um mit der deutschen Nationalmannschaft endlich Europameister zu werden. Olli hat ihm in Köln ein Mikro untergejubelt - und ein paar Tage später aus Amsterdam exklusiv in den Podcast geschaltet, was bereits für Schlagzeilen gesorgt hat.
„Ich freu mich wie ein kleines Kind“, sagt Daniel im Blick auf die EM in Deutschland. „Ne Heim-EM zu spielen, ist schon was Großartiges. Und es wird Zeit dass wir mal was aufs Parkett bringen und abliefern. Wie haben ein gutes Team zusammen, wir reisen von allen am wenigsten, jetzt ist die Zeit um Erfolge zu haben.“
Olli fiebert schon dem EM-Spiel mit Daniel in seiner Heimatstadt Köln am 6.9. entgegen - hier gibt‘s übrigens Tickets – und hofft, ihn dann einmal zum Pick-up-game herausfordern zu können. „So ein schöner Platz am See, das wäre was. Dürfte nur kein Asphalt sein…“, sagt Daniel, offenbart dann aber andere Pläne: „Mein Ziel ist eigentlich, dass ich die nächsten ein, zwei Jahre ein Probetraining beim VfL Wolfsburg mitmache.“ Für die Einheit bei seinem Heimatverein mit Maximilian Arnold, Lukas Nmecha und Co. hat er schon genaue Vorstellungen: „So einen Tag oder zwei würde ich bestimmt bekommen. Ein Ziel habe ich: In einem Trainingsspiel ein Tor zu erzielen. Dann renne ich sowieso vom Platz und bin fertig.“ Mit dem Sportdirektor sei er bereits in Kontakt. Kein Wunder: bis er 16 war, spielte Daniel vor allem Fußball und dann mit zunehmender Größe – heute ist er 2,05m – erst Basketball entdeckte.
In den USA ist Boston für Daniel, seine Frau Lena und seine 6- und 2-jährigen Kinder die Homebase – obwohl er dort aktuell gar nicht spielt. Es sei schön für die Familie, mal in einem Haus mit eigenen Möbeln zu leben: „Alle paar Monate oder jedes Jahr alle Zelte abreißen, das ist einfach nervig.“
Boston sei seine Lieblingsstadt, und die Anerkennung des Sports macht für ihn den größten Unterschied zu Deutschland. „Egal welches Team, die Fanbase ist riesig, alle Leute in der Stadt sind sportbegeistert. Du musst in Boston nicht der große Star sein, aber du trägst das Trikot und gibst jede Sekunde alles, und die Leute erkennen das an und lieben dich dafür.“
Wie Daniel es nach vielen Jahren deutschem Basketball letztlich geschafft hat, in der NBA seine Nische zu finden (Tipp: Körbe werfen ist nicht alles!), wo er gerade in Immobilien investiert, und auf welche seiner Tattoos ihr achten solltet, wenn ihr ihn bald in eurer Nähe spielen seht – all das und mehr gibt‘s in dieser 53. Episode des Wunderbar Together Podcasts.
DANIEL THEIS:
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