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Liebe Wunderbars, mögt ihr Musik? Dann solltet ihr diese Folge unbedingt hören. Auch wenn ihr danach vielleicht direkt ein Ticket für die Metropolitan Opera in New York kaufen wollt, so wie wir.
Denn egal ob La Bohème oder Dead Man Walking: Wenn die Cellistin Dorothea (kurz: Dora) Figueroa von ihrer Arbeit in einem der besten Orchester der Welt erzählt, fühlt es sich fast so an, als säße man selbst im Orchestergraben. Dort spielt die gebürtige Dresdnerin seit 2002 als „Associate Principal Cellist“, als stellvertretende Solo-Cellistin, täglich – neben ihrem Mann, dem ersten Solo-Cello.
Rund 200 Auftritte absolviert Dora im Jahr für die Met und muss quasi jede Woche eine komplett neue Oper lernen. Für den Podcast nimmt sie sich zwischen Probe, Kinder abholen und Auftritt eine Stunde Zeit und besucht Felix zuhause.
Für Figueroa, die aus einer Familie von Sängerinnen und Sängern kommt, ist ihr Alltag aber weniger Stress als vielmehr Lebenstraum. „Die Musik drückt die Gefühle, aber auch die subtilen Zwischentöne der Oper aus. Sie hilft dabei, zwischen den Zeilen zu lesen.“
Bereits als Jugendliche spielt Dora begeistert Cello, gewinnt „Jugend musiziert“, macht an der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« in Leipzig ihr Diplom. Ein Wettbewerb bringt sie für ein Jahr an die renommierten Juilliard School in New York, wo sie zum ersten Mal an ihre Grenzen stößt – „Da sind wirklich nur die Besten der Besten!“ – und gleichzeitig beschließt: hier will ich bleiben.
Als die Met ihr schließlich zusagt, trifft sie in ihrem neuen Job auf einen neuen Nachbarn: den ersten Cellisten des Orchesters: Rafael Figueroa, Solocellist aus Puerto Rico. Mittlerweile ist er seit über zehn Jahren Figueras Ehemann und Vater der beiden gemeinsamen Kinder. Die täglichen gemeinsamen Auftritte seien eigentlich, "als würden wir auf ein Date gehen. Wir holen die Kinder ab, sind gemeinsam zuhause, dann ziehen wir uns schick an und gehen gemeinsam raus. (…) Wir spielen in Harmonie, wir reden überhaupt nicht, das ist ein tonloses Miteinander. Wir müssen einfach nur aufeinander hören – genau wie in einer Beziehung.“
Was sie an der Juilliard gelernt hat, warum man im Orchester mit dem Fuß scharren darf, und warum sie ihren deutschen Akzent niemals ablegen würde – das alles und viel mehr erzählt Dora Figueroa in der 72. Folge von Wunderbar Together.
And while we’re at it: Opern feiern immer wieder Premieren, wir heute auch! Wir begrüßen heute zum ersten Mal Katalina Farkas am Mikrofon von Wunderbar Together. Katalina ist seit diesem Jahr ein Teil des Wunderbar-Together-Teams, ist kritische Redaktion und Berliner Büro in Personalunion und zeichnet für die Folgentexte verantwortlich. Vors Mikro wollten wir sie schon länger holen, die Folge mit Dora lieferte dafür den perfekten Einstieg. Warum sich Katalina nach vielen gemeinsamen Jahren und Umzügen für immer von ihrem heiß geliebten Cello verabschieden musste – auch das erfahrt ihr in der heutigen Folge. Viel Spaß!
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Ein gestandener Werber und eine Profiathletin a.D. drehen einen Film und begeben sich damit auf die Reise ihres Lebens. Auf ihrem abenteuerlichen Ritt passieren sie nicht nur Berlin und New York, sondern auch Oldenburg, und das gleich zwei Mal. Warum, das erfahrt ihr hier – in der 71. Folge von Wunderbar Together.
Denn Torsten Rüther und Luise Großmann empfinden ihr Leben zwar immer noch als nicht enden wollende Reise, haben bei Wunderbar Together aber einen kurzen Pit Stop eingelegt, um uns von ihrem Film Leberhaken zu erzählen. Und von dessen amerikanischer Adaption, Uppercut, mit der sie jetzt nicht weniger als Hollywood erobern wollen.
Aber von Anfang an: 2020 schreibt Torsten Rüther eine kurze Szene für den Schauspieler Hardy Krüger. Es geht ums Boxen. Hardy Krüger braucht eine Anspielpartnerin, Rüther wirft Großmanns Namen in den Ring. Krüger mag die Szene, schlägt Rüther vor, ein ganzes Drehbuch zu schreiben. Das tut er auch – wie im Bann: „Ich werde nie vergessen, wie ich mich an einem Mittwochmorgen hinsetzte und mir dachte: Okay, mal schauen, wo dich das hintreibt. Und als ich dann aufhörte, nach gelegentlichem Rotweintrinken, Duschen und auch mal Zähneputzen zwischendurch, war es Samstagnachmittag und das Buch war fertig.“ Er schickt es den beiden Schauspielern, die beinahe unisono mit einer einzigen Frage antworten: „Wann können wir das machen?“
Die Antwort: Sofort. Nach dem Dreh in einem Boxstudio in Berlin-Wedding feiert Leberhaken, ein als Kammerspiel inszenierter Film über einen abgehalfterten Boxtrainer und eine ungestüme Boxerin, schon 2021 seine Premiere auf dem Internationalen Filmfest Oldenburg. „Dem europäischen Sundance-Filmfestival, wenn man so will“, sagt Großmann. Nach der Vorstellung melden sich zwei Amerikaner auf Rüther und Großmann zu, haben große Pläne, sprechen von Amerika. Rüther und Großmann sind erst skeptisch, dann begeistert – und dann ernüchtert. „Wir haben in Amerika viele gute Gespräche geführt“, sagt Großmann. „Aber viele sind nur das geblieben: Gute Gespräche.“ Aber wenn die beiden eins können, dann ist es durchhalten. Die Hollywood-Version von Leberhaken, „Uppercut“ – durfte nun, zwei Jahre später, wieder in Oldenburg Premiere feiern.
Wie Uppercut entstanden ist – und das ganz ohne Filmforderung, dafür aber mit zwei Branchenstreiks – wie man einen (und vor allem: welchen!) Hollywoodstar für das eigene Material begeistern kann, und wie sich Filmsets in Deutschland von denen in Amerika unterscheiden, das alles erfahrt ihr in Folge 71 von Wunderbar Together mit Torsten Rüther und Luise Großmann. Hört rein, wir freuen uns!
MEHR ZU TORSTEN UND LUISE
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Liebe WTFs (Wunderbar-Together-Familie…note to self: wir brauchen einen Namen für unsere Community!), manchmal liegen die guten deutsch-amerikanischen Geschichten ganz nah, in diesem Fall sogar in der Verwandtschaft: Felix ist über drei Ecken mit Chris von Imhof verwandt, der eine Instanz in der nordamerikanischen Tourismus-Industrie ist, und dem man ganz wunderbar eine gute Stunde lang zuhören kann.
Und das nicht nur, weil Chris seine Freunde gerne "anjodelt", wie er es nennt – hört rein und überzeugt euch selbst. Sondern vor allem, weil er seine Gäste, ob im Hotel oder im Podcast, um den Finger wickeln kann wie kein Zweiter. Und weil er sich hochgearbeitet hat: "vom Tellerwäscher zum Millionär – das stimmt schon."
Chris ist heute bekannt als der Mann, der Alaska auf die internationale Landkarte gesetzt hat. Als Tourismuschef und Leiter des Alyeska Resorts hat er den Wintersport in größten US-amerikanischen Bundesstaates gebracht und eines der weltbesten und exklusivsten Skigebiete aufgebaut.
Seine Reise in die USA beginnt als Auszubildender im Alpenhof in Garmisch Partenkirchen. Der 19-jährige Christoph von Imhof ist dort für den Room Service verantwortlich und bewirtet eine amerikanische Mutter und ihre drei Kinder, die ein Jahr durch Europa reisen. Sie freunden sich an. Er lädt sie zum Skifahren ein, sie ihn zum Essen. Dann erzählt er von seinem großem Traum: Amerika. Die vielen Begegnungen mit Amerikanern im Hotel hätten ihm Lust gemacht, es dort zu probieren. Aber er brauche einen Sponsor, einen Bürgen.
Wenig später meldet sich die wohlhabende Familie bei ihm und bietet ihm an, ihn mitzunehmen in sein Traumland. Er besteigt mit ihnen in Neapel einen Dampfer nach New York, von dort aus reisen sie weiter mit dem Auto bis nach Los Angeles. Nach ersten Jobs in Kalifornien ruft ihn Alaska. Die "crossroads of the world" – ein Drehkreuz zwischen Asien, Europa und den Amerikas. Dort fühlt er sich sofort wohl: "Anchorage erinnert mich an Garmisch."
In den kommenden Jahren arbeitet er sich hoch, mit Mitte Zwanzig wird er Tourismuschef, heiratet Miss Alaska, baut das Alyeska-Resort auf, leitet für einige Jahre Luxushotels auf Hawaii, kommt dann aber doch wieder zurück in den kühlen Norden und schafft einen touristischen Hotspot für Gäste aus aller Welt. Seine Frau und seine drei Söhne sind immer dabei.
Sein Leben sieht aus wie ein Bilderbuch, aber in seiner Biographie spart er die vielen dunklen Momente nicht aus: Er verliert als Kind seine Eltern und seinen Bruder, gerät in Alaskas Weltuntergangs-Erdbeben und springt in vielen Situationen nur knapp dem Tod von der Schippe. Dann verliert er seine Frau an Krebs. "Durchgehalten habe ich das nur dank guten Freunden und Familie. Die zeigen einem, dass das Leben weitergeht. Alleine hätte ich es nicht geschafft."
Chris' Tugenden: „Ehrlich sein, tüchtig und respektvoll.“ Und sein Rezept als Gastgeber: „Das Essen muss stimmen, genauso die Getränke. Ein kleines Programm schadet auch nicht, eine Ansprache vielleicht. Außerdem sollte man die Gäste einander vorstellen. Dann fühlen sie sich willkommen.“
Welche Ansprüche er an ein gutes Hotel hat, wie ihn der einstige Bundeskanzler Helmut Schmidt auf Hawaii begrüßt hat und wie er japanische Investoren davon überzeugen konnte, in ein unterentwickeltes Skigebiet zu investieren (und was Sojasoße damit zu tun hat): Davon erzählt uns Chris von Imhof in dieser charmanten 70. Folge von Wunderbar Together. Jodeln inklusive!
Wer sich mit Chris connecten oder sein Buch "Today Alyeska, Tomorrow Ze World" lesen möchte, tut das am besten auf seiner Website chrisvonimhof.com
Viel Spaß bei Hören!
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Ohren gespitzt, liebe Wunderbar-Together-Community, heute wird es rasant, unterhaltsam, und auch ein bisschen freizügig. Unser Gast heute, Andreas „Rayo“ Kniep, entwickelt hauptberuflich für Google und SpaceX Software, poliert sein Einkommen aber nebenbei als Poker-Legende auf – und zieht im Zuge dessen gerne blank, wenn man ihn lässt.
Über sich selbst sagt Rayo, dass er weder Punkt oder Komma machen kann, beim Reden nicht und auch nicht im echten Leben. Nach unserem XXL-Gespräch über durchzechte Vegas-Nächte, Party-Begegnungen mit Elon Musk und das wüste Leben beim Burning-Man-Festival können wir das bestätigen.
Mitgebracht in den Podcast hat Rayo, der in San Francisco lebt, auch seine legendäre pinke Mütze. Wer ihm jüngst im Internet begegnet ist, wird sie kennen. Sie ist Teil des Outfits, in dem er im August in Las Vegas beim Poker eine halbe Million Dollar gewonnen hat – und war am Ende der Party-Nacht das einzige Kleidungsstück, das an ihm blieb.
Für Wunderbar Together hat Rayo zwar T-Shirt und Unterhose anbehalten, dafür aber bei sämtlichen Fragen ganz lässig die Hosen runtergelassen – und unter anderem erzählt, warum sein Pokerspiel so ungewöhnlich ist: Rayo zockt nämlich nicht alleine, bei wichtigen Turnieren hat er seine Crowd dabei, feiert eine gewonnene Hand auch mal lautstark: „Die Chance, dieses Erlebnis mit Freunden und Familie teilen zu können, ist unheimlich toll.“ Er attestiert sich eine gewisse Menschenkenntnis, die es ihm erleichtert, das Spiel zu lesen. Ansonsten ist er vielleicht auch daher so erfolgreich, weil er dem Spiel mit einer gewissen Nonchalance begegnet: „Vieles lernt man im Leben, ohne zu verstehen, wie es läuft. Das gilt auch für Poker.“
Wenn er nicht gerade zockt, entwickelt der studierte Mathematiker und Astrophysiker Software im Silicon Valley – ein Job, der es ihm erlaubt, das Leben so zu nehmen, wie es kommt. „Du hast grenzenlose personal time off. Den Firmen ist es egal, wann und wie lange du arbeitest, solange du eben zur Wertschätzung beiträgst. Und das mache ich eigentlich immer. Ich habe immer das Gefühl, dass ich, egal wo ich bin, Wert schaffe.“
Was es mit seinem Mittelnamen auf sich hat, wie es ist, für Elon Musk zu arbeiten, und wie weit man in den prüden USA als nackter Deutscher gehen kann und – das alles erzählt uns Rayo in unserem Sommer-Podcast, der 69. Folge von Wunderbar Together!
ANDREAS RAYO KNIEP
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Katrin lebt in der Zukunft: als CEO des US-amerikanischen Teils der Beratungsfirma TLGG muss sie ständig antizipieren, was kommt – und das dann für große Unternehmen entsprechend übersetzen.
Sie selbst versteht sich dabei vor allem als Architektin des Hypothetischen: „Wir bauen Brücken in eine mögliche Zukunft.“ Dafür brauche es nicht nur handwerkliches Geschick, in den USA sei auch eine Prise Schulterschluss vonnöten. „In Deutschland will man sofort loslegen und einen messbaren Impact erreichen. Hier geht es erstmal darum, Vertrauen aufzubauen.“ Dazu gehört, auch mal aus dem Familienleben zu erzählen – oder ein Meeting mit Anekdoten aus dem Austauschjahr an der High School in Oklahoma zu starten.
Als Transformations-Beraterin geht es ihr vor allem darum, Verständnis zu schaffen – egal, ob für das Metaverse oder neue Office365-Funktionen. Denn: „Alle meinen zwar, die neuesten Technologien zu kennen, verstehen oft aber nicht genau, was sie bedeuten oder welche Implikationen sie für das eigene Business oder die eigenen Kunden haben.“ Dieses Verständnis sei entscheidend, gerade im digitalen Bereich. Und könne auch Ängsten vorbeugen. „Je mehr technologische Hype Cycles wir sehen, desto mehr haben Menschen das Gefühl, ersetzt zu werden.“ Dem wolle sie mit ihrer Arbeit entgegenwirken.
Bei hochrangigen Meetings und Pitches ist sie dann leider oft die einzige Frau im Raum. Zwar nehme die Diversität bei Führungskräften in Amerika insgesamt leicht zu, aber die Reise ist noch lang: „Ich war letztens auf einem Vortrag, bei dem eine Statistik zitiert wurde: Wir brauchen in den USA noch 150 Jahre, um für Equality und Equity zwischen Frauen und Männern zu sorgen.“ Und das könne nicht sein. „Wir brauchen mehr Maßnahmen in dem Bereich.“ Schließlich profitiere jedes Unternehmen von mehr Vielfalt, „sowohl auf der Revenue als auch auf der Margin-Seite, dazu gibt es Dutzende Studien.“
Was Katrin an ihrem Lebensmittelpunkt New York City liebt, warum sie aufs Büro schwört und was sie bei Lufthansa fürs Leben gelernt hat, das alles und mehr erzählt sie uns in der 68. Folge von Wunderbar Together.
KATRIN ZIMMERMANN
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„Wann I voll bairisch neischneuz, dann werd's ihr mi wahrscheinlich gar ned versteng!“ Netterweise hält NHL-Torwart Philipp Grubauer seinen Chiemgauer Dialekt für uns gerade so weit im Zaum, dass Felix beim Zuhören zwar ein leises Gefühl von Heimat verspürt, aber auch Preißn wie Olli verstehen können, was Grubauer über sein Leben als bester Eishockey-Torhüter der Welt zu erzählen hat.
Zum Glück! Denn “Gruuuuuuu!", wie seine Fans ihn rufen, wenn er mal wieder einen beinahe unhaltbaren Torschuss pariert hat – erzählt nicht nur, wie er als Oberbayer die englische Sprache gemeistert hat. Er verrät auch, wie er den Druck aushält, der jeden Tag auf ihm lastet. Sein Team, die Seattle Kraken, hängen von ihm ab, wie gerade erst wieder in den Playoffs: Gegen Titelverteidiger Colorado hielt Grubi unfassbare 97 Prozent der Schüsse.
Zum ersten Mal auf dem Eis steht er mit vier – in seiner Heimat Rosenheim, seit jeher Eishockey-Stadt, die Eltern unterstützen ihn. Ins Tor geht er erstmals mit zarten sechs Jahren, und als 15-Jähriger spielt er schon bei den Erwachsenen in der bayerischen Oberliga mit – „das war schon eine Hausnummer“. Die Teenager-Jahre verbringt er auf dem Eis. Wenn seine Spezln ausgehen oder in den Schulferien auf Mallorca am Strand fläzen, sagt er ab. Jedes Mal. „Aber das war es mir wert.“ Neben dem eigenen Einsatz prägen Weggefährten sein sportliches Schicksal entscheidend: „Es hilft, wenn im richtigen Moment jemand an dich glaubt.“ Sein erster Schritt weg von zuhause führt ihn schließlich nach Kanada. „Da musste ich mich erstmal akklimatisieren, aber dann hat es mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich gefühlt habe wie zuhause.“ Und drei Jahre später wird der Traum NHL wahr: die Washington Capitals nehmen ihn unter Vertrag.
Inzwischen gilt der 31-Jährige als bester Torhüter der Liga - und lebt länger auf amerikanischem Boden als in Deutschland. In seiner aktuellen Heimat Seattle ist er mit seiner Freundin "mitten in den Wald” gezogen. "Es ist sehr ruhig hier, es gibt extrem viele Seen, in den Bergen ist man auch schnell. Es ist ein bisschen wie in Rosenheim.“ Hund und Pferd gehören mit zum Alltag, und Grubi träumt davon, nach der aktiven Karriere eine Ranch in den Rockies eröffnen. „Mit oder ohne Cattle – Hauptsache, ein Pferd ist dabei.“
Warum Grubi es schade findet, dass auf dem Eis weniger geprügelt wird als früher, was Monaco Franze auf seinem Helm zu suchen hat und wie er es schafft, den winzigen Puck auch in der größten Hektik vor dem Tor nie aus den Augen zu verlieren – das alles verrät er in der 67. Folge von Wunderbar Together.
MEHR ZU PHILIPP GRUBAUER
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Rita Paul ist 96 Jahre alt und immer noch so cool wie ein Rockstar. Ohne die entsprechenden Allüren, versteht sich. Dass sie sich mit Rockstars auskennt, überrascht kaum: Im altehrwürdigen Washington Square Hotel, das ihre Familie seit fünf Jahrzehnten leitet, gingen Weltstars der Musik und Literatur jahrelang aus und ein.
Felix hatte die große Ehre, Rita Paul und ihre Tochter Judy im Washington Square Hotel zu besuchen – und ihnen dabei zu lauschen, wie sie von Ritas Leben erzählen. Einem knappen Lebensjahrhundert, das ebenso ereignisreich wie erfüllt war.
An dieser Stelle fügen wir daher direkt einen kleinen Disclaimer ein: Felix und Rita haben sich auf Englisch unterhalten. Und während Ritas Gedanken nach wie vor messerscharf sind, ist sie mitunter etwas schwer zu verstehen. Wir empfehlen euch daher einen ruhigen Ort und volle Konzentration, um dieses Gespräch bestmöglich zu genießen.
Wir versprechen euch, es lohnt sich – denn Rita Paul nimmt uns mit auf eine bewegte Reise. Mit sechs Jahren flieht die 1927 in Berlin geborene Jüdin vor den Nationalsozialisten nach Paris, 1940 weiter in die USA. Heute ist Ritas Erinnerung an Deutschland flüchtig. Sie habe Berlin und die neuen Bundesländer bereist, erzählt sie. Ihre Heimat ist und bleibt aber New York. Auch ihre sprachliche. Ihr German sei nonexistent, nur an einige Wörter erinnere sie sich, darunter „Dingsbums“ – ein sprachliches Juwel.
In New York schließt sie die Schule ab und studiert Design. Ihr Vater, der bereits in Europa mit Immobilien handelte, kauft einige Häuser. Eines von ihnen verwandeln Rita und ihr Bruder in ein Hotel. Es folgen weitere, bis Rita und ihr Mann 1973 das Hotel The Earle am Washington Square Park übernehmen. „Es glich einer Müllhalde!“, erinnert sich Rita. Immer wieder seien Scheiben und Türen eingeschlagen worden, erst nach der Sanierung hörte der Vandalismus auf.
Trotz des elendigen Zustands: Das 1902 eröffnete Earle, das Rita und ihr Mann in den 1980ern umbenannten, war schon damals eine Instanz – Ernest Hemingway, Patricia Highsmith und Bo Didley kehrten dort ein, Folk-Songwriterin Joan Baez widmete dem Hotel sogar eine Songzeile. Ein popkultureller Ritterschlag, wenn auch kein glanzvoller: Now you’re smiling out of the window / Of that crummy hotel / Over Washington Square singt sie 1975 in ihrer Ballade Diamonds and Rust, in der sie mit ihrer einstigen Affäre Bob Dylan abrechnete.
Bob Dylan lebte wirklich eine zeitlang im Earle, allerdings bevor Rita und ihre Familie es übernahmen. Judy Paul nimmt es gelassen. „Wir hatten immer gehofft, dass Joan noch einmal zurückkommen würde, um zu sehen, dass das Hotel längst nicht mehr so schäbig ist wie damals, aber dazu ist es leider nie gekommen", erzählt sie lachend.
Würde Joan Baez das Washington Square Hotel noch mal besuchen, sie würde ihr Urteil sicher revidieren: Das crummy hotel, das sie einst besang, ist heute ein eklektisches Boutique-Hotel. Eines der wenigen in New York, das sich noch in Familienbesitz befindet. Und das nach wie vor von seiner einstigen Besitzerin (die unternehmerischen Zügel hat mittlerweile Judy Paul in der Hand) geprägt wird: Als passionierte Malerin hat Rita Paul sich an den Wänden des Hotels ausgelebt. Es gibt kaum eine, die sie nicht gestaltet hat. Sie habe aus reinem Pragmatismus begonnen, das Mauerwerk als Leinwand zu benutzen, sagt sie: „Als Malerin hätte ich keinen kommerziellen Erfolg gehabt. Also habe ich die Wände des Hotels genutzt – das hat funktioniert.“
Welche Wendungen ihr Leben in den USA für sie bereithielt, was sie über die deutsche Erinnerungskultur denkt und wie sich der Washington Square Park verändert hat, das alles und noch viel mehr erzählt uns Rita Paul in dieser wirklich wunderbaren Folge von Wunderbar Together. Auch eine Lebensweisheit gibt sie uns mit auf den Weg – und zwar, wie man nach fast einem Jahrhundert noch so offen und lebenslustig bleibt wie sie. Ihr Geheimnis wollen wir an dieser Stelle nicht direkt verraten – weil wir nichts vorwegnehmen wollen, vor allem aber weil es aus dem Mund einer 96-Jährigen einfach besonders Rockstar-mäßig klingt.
MEHR ZU RITA PAUL UND IHREM HOTEL
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Musicaldarstellerin, Chanson-Sängerin, Schauspielerin, Autorin? Ute Lemper fasst die vielen Rollen, in denen sie zwischen Broadway, Berlin und der Welt unterwegs ist, ganz lapidar zusammen: „Ich drücke mich in vielen Dimensionen aus, und alles gehört zusammen.“ Daneben ist sie auch noch Felix‘ Nachbarin auf der Upper West Side von Manhattan. Getraut sie anzusprechen hat sich Felix noch nie – bis heute, für den Wunderbar Together Podcast.
Ute Lemper steht seit Jahrzehnten weltweit im Rampenlicht - aber gerade ganz besonders. Ihre Autobiografie ist in der Bestsellerliste durchgestartet, ihr neues Album „Time Traveler“ wird von einer Sommer-Konzerttour durch Europa gekrönt und ihren 60. feiert sie wie immer mit Feuerwerk in ihrer Lieblingsstadt New York, denn ihr Geburtstag fällt zufälligerweise auf den größten amerikanischen Feiertag Fourth of July. „Mein Lebensmotto ist: Dig in! Je mehr du gibst, desto mehr bekommst du.“ Herzlichen Glückwunsch!
1963 kommt Ute Lemper in Münster zur Welt – und wächst in einer sehr musikalischen, aber auch streng katholischen Familie auf. „Kirche, Sportschau, Eisenbahn“ sind die Sounds ihrer Kindheit. Früh durchwühlt sie das elterliche Plattenregal, nimmt bald Klavierstunden und Ballettunterricht. Die Ferien verbringt sie an der Tanzakademie in Köln. Nach dem Abitur geht sie nach Wien, um Schauspiel zu studieren. Danach folgen Stationen in Berlin, Paris und in London, bis sie 1998 nach New York kommt, um am Broadway das Stück „Chicago“ zu spielen – und sich endlich heimisch fühlt. „An allen anderen Orten war ich immer 'die Deutsche’. Hier bin ich einfach New Yorkerin.“
Sie liebe den „progressiven Spirit“ der Stadt, die Unaufgeregtheit der New Yorker. Hier müsse niemand normal sein. „Denn wer will das schon – normal sein? (…) Extraordinär heißt doch eigentlich nur, dass man wunderbar sein kann!“ Konventionen und Zwänge, die einen zurückhalten, sind ihr zuwider. „Man sollte sich niemals einfach nur anpassen. Man man sollte nie so sein, wie eine Religion, eine Konvention, eine Tradition es von einem verlangt.“
Eine weitere Frau, die sich wenig um Konventionen scherte, und die Lemper nach wie vor als großes Vorbild zitiert, ist Marlene Dietrich. „Sie war eine überwältigende Frau, eine überzeugende Frau, so unheimlich progressiv, so emanzipiert, so gebildet. Sie war immer eine Frau der Zukunft.“
Den Rat, den ihr die Dietrich einst gab, das eigene Privatleben stets geheim zu halten, wollte Lempert aber nicht befolgen. Bereits mit 32 Jahren veröffentlicht sie ihre erste Autobiografie, nun ist die zweite erschienen - deutlich melancholischer, nachdenklicher, und menschlicher als ihr Erstlingswerk. „Es geht darum, Sinn zu finden in diesem Monstrum namens Leben.“
Dabei helfe ihr immer auch die Musik, sagt Lempert. „Musik transportiert so vieles: die Sorgen, die Ängste, die Dankbarkeit, die Glücksmomente, die Zweifel. All das, was wir in uns haben.“
Warum sie gerne in ihrem Treppenhaus singt, wo man am Hudson River am besten Drachen steigen lassen kann, und wie ein Stromausfall sie ihre Nachbarschaft in neuem (Kerzen-)Licht sehen ließ - darüber und über noch viel mehr spricht Ute Lemper mit uns in der 65. Folge von Wunderbar Together.
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David Gill ist Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in New York. Er kann aber auch Wasserhähne austauschen, weil er gelernter Klempner ist. Er weiß um die Macht des Wortes, weil er Theologie und Jura studiert und lange mit Joachim Gauck zusammengearbeitet hat. Und er weiß, wie man steife deutsche Besuchsrunden in der Residenz auflockert - sei es mit Weihnachtsliedern am Klavier oder an einer großen runden Tafel, bei der keiner am Rand sitzen muss.
Kurz: David Gill ist ein ziemlich cooler Diplomat. Und wir freuen uns riesig, ihn bei Wunderbar Together zu begrüßen und herauszufinden, wie er das geschafft hat.
Als sechstes von sieben Kindern eines evangelischen Bischofs in der DDR ist ein Studium an einer staatlichen Hochschule für ihn „undenkbar, schon aus politischen Gründen“. Stattdessen absolviert er eine Lehre, lernt falzen, löten, schweißen – und hat auch schon in New York mehrfach Wasserhähne repariert.
Über Umwege landet Gill in Ost-Berlin, wo er am Sprachenkonvikt der Kirchlichen Hochschule doch noch studieren darf: Theologie. Wie so viele Studierende zieht es auch ihn im Wendejahr 1989 immer wieder auf die Straßen. Nur ausgerechnet am 9. November nicht. Da befindet er sich „in der Pampa“, auf einem Kirchentreffen in Görlitz. Nachts zurück ins Geschehen zu fahren – no way: „Keiner von uns hatte ein Auto.“
Seinen ersten Ausflug in den Berliner Westen einige Tage später erlebt er wie im Rausch. „Das Wort, das in diesen Tagen, diesen Wochen und Monaten immer wieder fiel, war 'Wahnsinn'. Weil es wirklich so schwer zu fassen war, was da mit unserem Leben passierte.“
1991 reist Gill weiter gen Westen: Drei Wochen lang erkundet er auf Einladung des German Marshall Funds Washington, D.C., Minnesota, Kalifornien, New York: „Das hat mich angefixt.“ 1997 geht er mit einem Stipendium nach Philadelphia, um dort zu studieren - und mit seiner Freundin und späteren Frau, einer Amerikanerin, zusammen zu sein. Die beiden leben off-campus, mitten in der Stadt, unter amerikanischen Freunden.
Zurück in Berlin arbeitet er mit Joachim Gauck an der Aufarbeitung der Stasi-Akten und übernimmt, nachdem dieser zum Bundespräsidenten gewählt wird, die Leitung des Bundespräsidialamts. Mit Gauck verbindet ihn bis heute eine enge Freundschaft: „Die Empathie mit den Unterdrückten und den Benachteiligten – das ist etwas, das ich von ihm gelernt habe. Und auch, welche Macht Sprache haben kann.“
Sprache ist auch eines der Werkzeuge, das Gill als Generalkonsul in New York am häufigsten gebraucht. Seine Aufgaben liegen – neben dem Ausstellen von Pässen – auch darin, „Deutschland zu erklären und Amerika zu verstehen.“
In New York liegt ihm vor allem der Austausch mit der jüdischen Gemeinde am Herzen. Dieser habe in den vergangenen Jahren immer wieder zu besonderen Momenten geführt. Zum Beispiel, als er eine 97-jährige Holocaust-Überlebende wiedereinbürgern durfte. „Es war ihr ein ganz großes Anliegen, vor ihrem Lebensende noch die deutsche Staatsbürgerschaft wiederzuerlangen – etwas, das ihr von den Nationalsozialisten genommen worden war.“
Was ihn an Amerika fasziniert, wie man ihn am besten anspricht, und was er von seinen Nachbarn an der sagenumwobenen 740 Park Avenue hält – darüber spricht Generalkonsul David Gill in dieser 64. Folge von Wunderbar Together.
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Dank einer gewonnenen Wette kommt Stefan Sagmeister als Teenager das erste Mal nach New York, 1981. „Ich wusste gleich: das ist die Stadt für mich.“
Er designt als allererstes für die Vorarlberger Jugendzeitung „Alphorn“, dann geht es über Wien, New York und Hongkong wieder nach New York, diesmal als Fulbright-Stipendiat. 1993 eröffnet er sein eigenes Designstudio.
Seine „Ghörigkeit“, die Vorarlberger Gründlichkeit, egal zu welchem Honorar, hilft ihm. Aber sein Ziel ist die Musikindustrie, und der Weg ist schwer. „Alle Labels, bei denen ich mich vorgestellt habe, meinten ‚wir geben dir auf jeden Fall Arbeit‘ und haben sich nie mehr gemeldet.“
Den Durchbruch bringen Schweizer: die Rockband H. P. Zinker. Mit dem Albumcover zu „Mountains of Madness“ wird Stefan für einen Grammy nominiert. Und danach ist alles anders. Lou Reed, David Byrne, die Stones, alle lassen bei ihm designen, und schließlich gewinnt er den Cover-Grammy gleich zweimal.
New York wird für ihn zum Angelpunkt, zum Zuhause - seit inzwischen 30 Jahren. „Ich bin mit New York aufgewachsen, älter geworden, etablierter geworden. Wenn es immer noch so kriminell wäre wie in den 80er Jahren, wäre ich nicht mehr da. Aber damals war es billig. Heute haben es junge Designer viel schwieriger.“
Und was ist nun gutes Design? Anders, als manchmal behauptet werde, seien Designer keine reinen ‚Problem-Solver‘, sagt Stefan. „Die Probleme die wir lösen, sind meistens scheißeinfach.“ Bei gutem Design gehe es vielmehr darum zu „helfen und entzücken.“
Warum Stefan meint, dass wir mit A.I. „unglaublich viel Blödsinn“ machen werden, wie er unter Einfluss von LSD Gläser bemalt hat, und warum für Stefan „Better Is Now“ nicht nur der Name seines aktuellen Projekts, sondern eine Art Lebensmotto geworden ist, all das und mehr gibt’s in dieser 63. Folge von Wunderbar Together.
MEHR ZU STEFAN SAGMEISTER
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