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Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Wunderbar Together! Heute nehmen wir euch mit ins sagenumwobene Chateau Marmont, führen euch vorbei an der knallharten Tür von Studio 54, und werfen einen Blick in die Plattensammlung von Hugh Hefner. Wer uns das ermöglicht? Arman Naféei, Weltmusik-Connosseur, Kioskoteque-Betreiber und Directeur d’Ambiance.
Was es mit diesen Labels auf sich hat, erzählt Arman Naféei mit seiner wunderbar kölschen Art in einer guten Stunde Wunderbar Together. Es geht um seine Kindheit in einem persischen Haushalt in Hürth, seine ersten Auftritte in den High-End-Clubs des Londoner Westens, seine Zusammenarbeit mit der amerikanischen Hotelier-Legende André Balasz und Armans Verständnis von Amerika. Wir sprechen über seinen Podcast ARE WE ON AIR?, den die Vogue (zurecht!) als den coolsten Musikpodcast der Welt bezeichnet hat, und über seine Liebe zu WDR Cosmo.
Arman kommt als Kind iranischer Eltern in Köln zur Welt. Seine Eltern sind nach der Revolution nach Deutschland geflüchtet. Sie sind es auch, die ihn Gastfreundschaft, Weltoffenheit und Kulturverständnis lehren – Dinge, die ihn bis heute begleiten. „Wir hatten immer Gäste zuhause. Und dann wurde musiziert, diskutiert und philosophiert und es wurden Gedichte rezitiert bis in die Morgenstunden. Iraner gelten nicht umsonst als ‘the most hospitable nation in the world.’”
Heute schafft Arman Soundwelten, vor allem im Hospitality-Bereich – für Hotels wie das Chateau Marmont in Los Angeles, die Standard Hotels, das Chiltern Firehouse in London oder auch Marken wie Giorgio Armani. Eine erste Verbindung zur Musik erfährt er ebenfalls über seine Eltern, sein Vater arbeitet eine zeitlang bei der Deutschen Welle – und natürlich läuft im Hause Naféei auch immer Musik: Klassik, traditionelle persische Klänge, oder Michael Jackson. „Mikros und Aufnahmegeräte und Kassetten, die lagen bei uns überall rum.”
Inspiration für seine Sounds holt sich Arman überall. „Ich habe meine Ohren immer offen.” Und Apps wie Shazam ebenfalls. Wie er Musik zum Leitfaden seines Podcasts ARE WE ON AIR? gemacht hat, welchen „sexy song” Patti Smith goutiert, in welcher Hinsicht das Chateau Marmont das Berghain aussticht und was es mit seinem Konzept der Kioskoteque (dem „Kultur-Büdchen”) auf sich hat – das alles erzählt uns Arman Naféei in der 92. Folge von Wunderbar Together.
PS: Wer bis zum Ende durchhält, wird mit einer Musikeinlage der Extraklasse belohnt. Wir möchten nur so viel verraten: Somewhere over the Rainbow trifft auf Zeltnersche Trompetenskills!
Arman Naféei
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Dieser Podcast war in einigen Hinsichten eine Premiere für uns – erst einmal durften wir bislang noch keinen Ex-Fußballnationalspieler bei Wunderbar Together begrüßen, außerdem haben wir unsere Aufzeichnung noch nie mit einem Bibelspruch gestartet. Beides möglich gemacht hat für uns der fantastische Arne Friedrich, der uns in dieser Woche mit einem Besuch beehrt.
Arne lebt in Berlin, verbringt aber jedes Jahr mehrere Monate in den USA, bevorzugt in Kalifornien oder in New York. Auch beruflich hat es ihn schon in die Staaten getrieben: Nach Stationen bei Arminia Bielefeld, Hertha BSC, dem VfL Wolfsburg und ganzen 82 Einsätzen für die deutsche Nationalmannschaft zog es ihn 2012 in die USA, wo er ein Jahr für Chicago Fire spielte.
„Es war die schönste Zeit meines Lebens”, sagt er heute. „Ich hatte noch einmal richtig viel Spaß am Fußball. Ich bin ein großer Amerika-Fan, hatte überhaupt keinen Druck, und auch Chicago hat mir unheimlich gut gefallen.” Alles scheint perfekt, wären da nicht seine Rückenprobleme – die immer schlimmer werden und ihn zwingen, seine Karriere vorzeitig zu beenden.
Der Abschied vom Sport kommt für den Profifußballer einem Identitätsverlust gleich. Gleichzeitig geht seine langjährige Beziehung in die Brüche. Es folgt der totale Zusammenbruch, den er nur überwinden kann, weil ihn ein starkes soziales Netz auffängt. „Ich habe mich dazu entschieden, zu trauern. Und das hat lange gedauert. Es war aber auch ein sehr heilsamer Prozess.”
Auch sein Glaube hilft ihm damals. Arne ist Christ, geht regelmäßig in die Kirche, hat sich mit 34 Jahren noch einmal taufen lassen und liest beinahe täglich in der Bibel. Am liebsten die Proverbs, die seien „applicable to life”, wie er es nennt. Er besitzt mehrere Bibeln, die meisten davon englischsprachig. „Englisch ist meine zweite Sprache. Das hat sich einfach so ergeben.”
Der Sport spielt weiterhin eine wichtige Rolle für Arne – wenn auch keine ganz so zentrale mehr wie noch vor einigen Jahren. Wann er zuletzt Fußball gespielt hat, kann er gar nicht sagen (das linke Knie erlaubt es nicht), und auch sein Amt als Sportdirektor von Hertha BSC hat er niedergelegt. Stattdessen engagiert er sich gesellschaftspolitisch, arbeitet als Sportkommentator und unterstützt mit der Arne Friedrich Stiftung verschiedene Initiativen für Kinder und Jugendliche.
Warum Arne sich gegen eine Green Card entschieden hat und was er tun würde, wenn Julian Nagelsmann ihn morgen anrufen würde – das alles erzählt uns Arne Friedrich in der 91. Folge von Wunderbar Together.
ARNE FRIEDRICH
HAPPY AF
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Nora Krug ist eine Illustratorin, die keine Angst davor hat, dahin zu gehen, wo es weh tut. In ihren Büchern geht es um Krieg und Gewalt, um Trauma und Schuld – und auch um die Schuldfrage der eigenen Verwandten zur Zeit des Holocausts. Felix hat Nora für Wunderbar Together in ihrem Haus in Brooklyn besucht, wo sie mit ihrem Mann, ihrer Tochter und ihrem greisen Kater Rusty lebt und arbeitet. Für Felix ein Haus des Schaffens und Kreierens, voller Bücher, Sammlerstücke und Kunstwerke. Nora formuliert es etwas lapidarer: „Es ist ein Haus, das ein bisschen überquillt.”
„Die Illustration hat einen sehr direkten Draht zu Krieg, und Trauma, und Geschichte”, sagt Nora, die sich gar nicht in erster Linie als Illustratorin identifiziert. Und auch keine Notizbücher voller Zeichnungen und Skizzen besitzt: „Für mich ging es nie nur um den Akt des Zeichnens. Für mich steht der Inhalt an erster Stelle, die Geschichte, die Gefühle, die ich zum Ausdruck bringen will. Dann erst überlege ich mir: Was für ein Medium verwende ich, wie gestalte ich das jetzt visuell?”
Nora hat zunächst Bühnenbild studiert, kurz mit dem Gedanken gespielt, professionell Musik zu machen, und sich dann an der UDK in Berlin für Illustration und Dokumentarfilm eingeschrieben, bevor sie in die USA gegangen ist, nach New York. Zuletzt ist ihr Buch „Diaries of War” erschienen, in dem sie eine ukrainische Journalistin und einen russischen Künstler im ersten Jahr des russischen Angriffskriegs in der Ukraine begleitet.
Zuvor hat sie mit „Heimat” („Belonging”) erforscht, was die eigenen Großeltern während des zweiten Weltkriegs gemacht haben. In „Heimat” hat sie sich intensiv mit der eigenen Familiengeschichte befasst, und auch mit ihrer Identität als Deutsche in einem anderen Land: „Ich bin nicht nur das Individuum, ich bin immer auch Deutsche und ich werde – auch, weil ich in dieser sehr jüdischen Stadt lebe – immer wieder damit konfrontiert, mit meinem Land, und auch mit meiner Geschichte. Damit habe ich eine Verantwortung. Und diese Verantwortung ist mir erst bewusst geworden, als ich Deutschland verlassen habe.”
Ihre Bücher sind daher künstlerischer Ausdruck, aber auch Teil eines ganz eigenen Reaktion auf das, was sie täglich umgibt: „In allen meinen Büchern geht es darum, dass ich gegen Hilflosigkeit ankämpfe. Gegen die Wut, die man empfindet, wenn man dem Weltgeschehen tagtäglich hilflos gegenübersteht. Für mich ist das immer der Hauptimpuls, ein Buch anzufangen.” Deswegen arbeite sie auch an so schweren Themen. „Das ist für mich eine Möglichkeit, gegen die gewisse Melancholie anzukämpfen, die sich einstellt, wenn man sich hilflos fühlt.”
Die Illustration helfe ihr dabei, weil sie Menschen emotional erreichen würde. Aber: „Ich bin der Überzeugung, dass wir alle etwas tun können, in jedem Beruf.” Dies, davon ist sie überzeugt, sei eine gesellschaftliche Aufgabe, der wir alle verpflichtet sind. Egal, ob in Deutschland oder den USA. „Solange es weiterhin Rassismus, Antisemitismus und Homophobie gibt, können wir nicht aufhören, über die deutsche Geschichte zu reden. Und wenn wir es nicht tun, als Deutsche, dann tut es niemand.”
Wie Nora abends abschaltet, was die jüdische Familie ihres Mannes von ihren Büchern hält und weshalb die USA an ihrer Erinnerungskultur arbeiten müssen – das alles erzählt uns die wunderbare Nora Krug in der 90. Folge von Wunderbar Together.
NORA KRUG
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Vier Lagerräume voller Turnschuhe – Verzeihung, Sneaker. Tausende Farben, Modelle, Größen. Dazwischen Unikate, die mehrere tausend Euro wert sind. Verteilt über geheimen Orte in ganz Deutschland. Das ist Till Jaglas persönliche Sneaker-Sammlung. Und nur der Anfang.
Denn kaum einer kennt das Geschäft und den Hype um Air Jordans, Sambas, Yeezys & Co. so gut wie Till, der nach Jahrzehnten bei den größten Marken der Welt nun sein eigenes Sneaker-Label aufgemacht hat. „Ich liebe Schuhe. Ich liebe den Kreationsprozess, er gibt mir Energie. Das ist mein Lebenselixier.“
Jetzt war Till, den die SZ unlängst zum „Sneaker-Gott“ gekürt hat, bei Wunderbar Together zu Gast. Und hat Olli und Felix nicht nur aus seiner bewegten Zeit bei Adidas und von seiner Beinahe-Fußball-Karriere in den USA erzählt, sondern auch erklärt, warum in New York und anderswo regelmäßig Menschen nächtelang um Häuserblöcke herum anstehen, nur um ein neues Schuhmodell zu kaufen. (Spoiler alert: es hat mit Geld zu tun.)
Till kommt als Jugendlicher zum ersten Mal in die Staaten, um sein „grottenschlechtes Englisch“ mit einem Sprachkurs aufzubessern. Das Ziel vergisst er schnell und spielt lieber Fußball, dann zieht es ihn nach Long Island, um bei einem Verwandten in dessen Baufirma zu arbeiten.
Till heuert schließlich bei New Balance in Boston an, zunächst im Marketing, später im Vertrieb, und verliebt sich Hals über Kopf in die Industrie, deren Produkte er schon damals begeistert sammelt. 2010, sieben Jahre später, zieht es ihn zurück nach Deutschland: ins fränkische Herzogenaurach, zu Adidas.
Vor zwei Jahren zieht er den Schlussstrich und gründet "Flowers for Society" - sein eigenes Sneaker-Label, mit dem er vieles anders machen will als die großen Konkurrenten. Er produziert ausschließlich vegan, wählt seine Produktionspartner sorgfältig aus, produziert nur so viele Schuhe, wie auch tatsächlich bestellt werden, und lädt die Käufer ein, Teil einer digitalen Welt zu werden und selbst mit den Sneakern zu handeln. „Wenn man das am Fuß tragen will, für das man einsteht, dann sind wir eine gute Antwort.“
Heute arbeiten 17 Leute für ihn und er verbringt mehr Zeit vor Ort in Hamburg als im Flieger, aber: „Ich schlafe seit zwei Jahren nicht eine Nacht durch.“ Unternehmerische Euphorie und die Angst vor der Insolvenz lägen nah beieinander. „Es war die richtige Entscheidung. Aber mein Leben war vorher einfacher.“
Warum die Sneaker-Industrie an Romantik verloren hat, welchen unternehmerischen Footprint er hinterlassen will und warum der Hype um Turnschuhe niemals aufhören wird – das alles erzählt uns Till Jagla in der 89. Folge von Wunderbar Together.
PS: Till hat uns auch ein Geschenk mitgebracht! Besser gesagt: vier. Ab kommenden Montag verlosen wir vier Paar brandneue Sneaker von Flowers for Society. Exklusiv auf Instagram. So watch out.
TILL JAGLA
Noch mehr von Till und Sneaker-Talk gibt's in diesem Podcast oder in diesem Video mit Kai Pflaume.
Olli und Felix haben im Gespräch mit Till von der New York Times Geschichte rund um YE und Adidas gesprochen. Schaut unbedingt rein. Spannend.
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Liebe Wunderbar-Together-Crew, heute wird es musikalisch, und auch ein bisschen emotional: Felix und Katalina haben mit Ken-David Masur gesprochen, dem ersten Dirigenten, der zu Gast ist bei Wunderbar Together. Ken-David Masur dirigiert das Milwaukee Symphony Orchestra, organisiert das Chelsea Music Festival in New York – und nimmt uns mit auf eine wunderbare Reise in seinen Konzertsaal, seine Vergangenheit, und hinein in seinen trubeligen Alltag in Wisconsin.
Wer mit Ken-David spricht, erfährt nicht nur, welch wunderbare Gemeinsamkeit Musik erzeugen kann. Man lernt auch viel über den Menschen, der ihn musikalisch geprägt hat wie wohl kaum ein anderer. Kurt Masur, Ken-Davids Vater, war nicht nur einer der bedeutendsten Dirigenten der deutschen Nachkriegszeit, er hat als Gewandhauskapellmeister in Leipzig auch eine bedeutende Rolle in der deutschen Wiedervereinigung gespielt.
Ken-David tritt seit nunmehr einigen Jahrzehnten in seine Fußstapfen, mit großem Erfolg. Vor Milwaukee dirigierte er in Boston, San Diego, München, Tokio, Paris und Moskau – um nur einige Stationen zu nennen. Und das, obwohl er anfangs zwar begeisterter Musiker war, die Leidenschaft aber auf keinen Fall zum Beruf machen wollte: „Ich habe Musik gemocht und gerne gespielt, Trompete und in einer Rockband. Aber ich habe es nie als Berufswunsch gehabt oder gedacht, dass ich genug Talent dafür hätte, das irgendwie durchzustehen. Den Drive, mehrere Stunden am Tag zu üben, hatte ich auch nicht. Und das kam wirklich ganz langsam, bis ich irgendwann gemerkt habe: Ich kann ohne Musik nicht leben.“
Auch die Angst vor dem Taktstock legte er ab – zum Glück: Das Gefühl, am Pult zu stehen und den Takt zu formen, möchte er nie wieder missen: „Für mich ist es wie ein Organisieren der Geräusche, des Klangs, der Erfahrung, der Seufzer, der Poesie. Und es ist eine unerklärliche Energie, die entsteht, wenn wir mehrere Dutzend Musiker auf der Bühne darum bitten, gemeinsam ein Organismus zu werden.“
Musik habe für ihn etwas Heilendes. Das habe ihm auch sein Vater immer wieder vermittelt: „Er sagte immer, dass die Menschen, die wir in den Konzertsaal locken können, wenigstens für zwei Stunden Weltfrieden erfahren dürfen. Und deswegen ist es unser Ziel, mit der Musik einander die Möglichkeit zu geben, diese zwei Stunden Frieden zu erfahren, wo wir frei sein können, wo unsere Gedanken frei sind, wo wir keine Zwänge, keine Nöte haben und wo es eine Vorschau ist – auf den Himmel. Und das ist etwas, woran er geglaubt hat, ohne jeglichen Zynismus und ohne jeglichen Sarkasmus.“
(Ja, das Zitat ist so schön, dass man es mehrfach lesen darf. Wir waren auf jeden Fall baff und sicherlich auch ein bisschen beseelt nach dem Gespräch mit Ken-David, in dem wir wieder einmal unheimlich viel haben lernen dürfen.)
Herzlich willkommen zum allerersten Live-Podcast von Wunderbar Together – aus Austin, Texas!
Wir hatten die Ehre, bei der weltgrößten Innovationskonferenz South By South West (SXSW) zum ersten Mal auf der Bühne zu podcasten – mit Publikum, und mit einem euch vielleicht schon bekannten Gast: Zukunftsforscherin Christina von Messling.
Christina ist gelernte Juristin und lebt seit 2005 in den USA. Genau vor einem Jahr kam sie zum ersten Mal zu uns, damals, um über ihren neuen Job zu sprechen: Head of Europe beim Future Today Institute, dem Think Tank der weltbekannten Futuristin Amy Webb.
Diesmal hat uns Christina exklusiven Einblick in Szenarien zur wirtschaftlichen Zukunft von Deutschland gegeben, die sie mit ihrem Team entwickelt hat. Gemeinsam mit ihrer Chefin Amy stellt sie die Szenarien in diesen Tagen in Berlin der Weltöffentlichkeit vor. Die Überschrift ist: wie könnte Deutschland im Jahr 2035 aussehen? „Deutschland steht am Scheideweg“ sagt Christina bei uns auf der Bühne, und entwirft zwei Szenarien, von denen das erste optimistisch stimmt – und das andere hoffen lässt, es möge nie eintreffen. Szenario 1: Deutschland kämpft sich Deutschland weiter vor an die Weltspitze, ist ein weit verzweigter Hub für Innovation, und Vorbild für andere westliche Länder. Szenario 2: alles läuft weiter wie bisher, und das Land rutscht ab auf der weltweiten Bedeutungs- und Einflussskala – bis in die mittleren Ränge, mit Blick nach unten.
Dreh- und Angelpunkt in beiden Szenarien ist der Umgang des Landes mit Künstlicher Intelligenz. Schaffen wir es, diese Zeitenwende zu umarmen? Oder werden wir konservativer, ja sogar reaktionär, und klammern uns fest am Jetzt? „Die Erhaltung des Status quo ist nur eine Illusion. Wenn wir den Status quo erhalten, geht es eigentlich nur bergab“, konstatiert Christina.
Was glaubt ihr? Wie wird Deutschland im Jahr 2035 aussehen? Unser Live-Publikum stimmt ab – und ist sich uneins. Christina bleibt neutral: „Ich hoffe einfach nur, dass wir realisieren, dass wir am Scheideweg stehen, und dass es so nicht weitergehen kann.“
Warum es eine "Made in Germany 2035“ Initiative braucht, was ein "Large Action Model" verspricht, und wie ein ganz normaler Morgen im Jahr 2035 aussehen kann – das alles gibt's in der 87. Live-Super-Exklusiv-SXSW-Spezialfolge von Wunderbar Together mit Christina von Messling!
Übrigens: die Szenarien könnt ihr hier in Gänze lesen und downloaden: https://futuretodayinstitute.com/countryscenarios-germany/
Vielen Dank an german.innovation, Innovation Bridge Europe und das tolle Team vor Ort (Claudia!) für die Zusammenarbeit!
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Es ist offiziell: Wir haben einen Stammgast! Und zwar keinen geringeren als Paul Ripke, der uns in der heutigen Folge bereits zum dritten Mal beehrt. Wir haben mit dem „retired photographer“, Podcast-Host, Unternehmer und Berufsjugendlichen eine knappe Stunde über Eisbaden, Intuition und die Konsolidierung der Marke Paul Ripke gesprochen – und ihn dabei fast davon abgehalten, seinen Flieger nach New York zu erwischen. Aber nur fast, versprochen.
Wenn jemand der Inbegriff eines Alleskönner ist, dann ist es Paul Ripke. Als Influencer geht er Kooperationen mit Brands ein, als Unternehmer vertreibt er mit seinem Label PARI Shorts, Hoodies, Tracksuits oder auch Kaffee. Dazu kommen ein ARD-Fernsehformat, ein fast schon legendärer Podcast – Alle Wege Führen Nach Ruhm – und ein toller Newsletter, den zumindest Olli immer direkt aufsaugt, sobald er seine Inbox erreicht. Ach ja, und Fotograf war er natürlich auch mal. Zuletzt hat Playmobil ihn mit einer eigenen Figur geehrt – warum, kann Paul auch nicht genau erklären („da hat wohl einfach jemand gerne meinen Podcast gehört“), Fakt ist aber: Er ist erst der dritte Deutsche, dem diese Ehre zuteil wurde.
Kurzum: Paul Ripke kann eigentlich fast alles. Und ist trotzdem überzeugt: „Das, was ich kann, kann jeder andere auch.“
Für 2024 hat er sich einiges vorgenommen – allerdings nicht, die Anzahl seiner Projekte weiter hochzuschrauben. Stattdessen will er sich stärker auf das besinnen, was ihn eigentlich ausmacht. Denn, ganz klar: Paul Ripke ist nicht nur ein Mensch, mit dem man stundenlang fantastisch plaudern kann, Paul Ripke ist auch eine Marke. „Und wir arbeiten gerade heraus, wofür diese Marke steht. Was der gemeinsame Nenner der vielen Projekte ist.“ Das Ziel: „Geschichten erzählen, Erinnerungen schaffen, Community builden, Pionier sein, Spaß haben.“ Der Prozess wirke sehr befreiend: „Sich von Dingen zu verabschieden, die man nicht zu einhundert Prozent fühlt, führt dazu, dass man jede Menge Energie freisetzt.“
Wie er es schafft, auf sein Bauchgefühl zu hören, wer seine Idole sind und was seine Definition von Erfolg mit freien Donnerstagen zu tun hat – all das erzählt unser erster Stammgast Paul Ripke uns in der 86. Folge von Wunderbar Together.
PAUL RIPKE
Und wenn ihr euch fragt, ob er den Flieger bekommen hat. Ja, hat er. Er schrieb uns wenig später. "Ich war sogar garnicht der Letzte." Vielen Dank lieber Paul, dass du wieder bei uns eingecheckt hast.
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Diese Woche stehen Glitzer und Glamour bei Wunderbar Together auf dem Programm, denn die Oscars werden verliehen! Die Vergabe der Academy Awards, des ältesten Filmpreises der Welt, versetzt die Filmbranche jedes Jahr in helle Aufregung und lässt natürlich auch uns nach Hollywood blicken. Ins Getümmel am roten Teppich haben wir es nicht geschafft, dafür konnten wir eine absolute Oscar-Expertin am Mikrofon begrüßen: Jessica Niebel, Filmwissenschaftlerin aus Deutschland und Kuratorin des in Los Angeles beheimateten Academy Museums.
Jessica hat Filmwissenschaften studiert und längste Zeit am Filmmuseum in Frankfurt gearbeitet, bevor sie von ihren jetzigen Kolleg:innen am Wilshire Boulevard in Los Angeles abgeworben wurde. Als sich der Traum vom Oscar-Museum konkretisierte – das zwar seit beinahe einhundert Jahren geplant ist, aber erst 2021 eröffnete –, erreichten mehrere Mails ihr Postfach. „Falls ich Interesse an der Stelle habe, hieß es da, solle ich mich doch bewerben. Und das musste ich mir nicht zwei Mal sagen lassen.“
Es ist eine kleine Branche, in der sie sich bewegt. In den USA gibt es nur zwei Filmmuseen, Deutschland ist mit fünf Häusern schon internationaler Vorreiter. „Mein Beruf ist rar“, sagt Jessica daher auch. Sie liebe ihren Job aber, vor allem, weil er so abwechslungsreich sei. „Anders als in traditionellen Museumsbetrieben sind wir keine Experten für eine bestimmte Zeit oder Gattung“, Impressionismus beispielsweise oder Romantik. Das gäbe es im Filmmuseum nicht, „da sind wir alle eher Generalistinnen.“ Für sie ist klar: „Das Neue lernen, ins Unbekannte aufbrechen, das finde ich spannend.“ Demnächst plane sie eine Ausstellung zu Horror-Filmen. „Nicht, weil ich Fan bin. Sondern einfach, weil ich es spannend finde.“
Die anstehende Oscar-Verleihung darf sie dieses Jahr auch auf dem roten Teppich verfolgen. Warum der Filmpreis auf der ganzen Welt verfolgt wird, ob sie auch für die deutschen Nominierten Sandra Hüller, İlker Çatak und Wim Wenders rootet, und was die Stars und Filmschaffenden machen, wenn sie das Blitzlichtgewitter hinter sich gebracht haben – das alles erzählt uns die wunderbare Jessica Niebel in der 85. Folge von Wunderbar Together.
PS: Als Oscar-Moderator von ProSieben ist Steven Gätjen natürlich auch bestens mit den Academy Awards vertraut. Zu unserem Gespräch mit ihm geht es hier lang.
JESSICA NIEBEL
BTW: Die 96. Oscar-Verleihung findet am 10. März 2024 in Los Angeles (USA) statt und wird auf Prosieben übertragen.
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Martin Schoeller hat keine Angst vor Intimität. Ganz nah kommt er Menschen, die vor seine Kamera treten, um sich von ihm fotografieren zu lassen. Die fast schon unnatürliche Nähe setzt er dabei ganz bewusst ein, verwickelt sein Gegenüber in Gespräche und sucht nach einem Augenblick, in dem die Maske fällt: „Es geht mir darum, Momente einzufangen, die nicht eingeübt wurden.“
Schoeller ist berühmt geworden durch seine Close-Ups, seine spektakulären Nahaufnahmen. Barack Obama hat er so fotografiert, Kobe Bryant und Adele, aber auch Holocaust-Überlebende, Angehörige indigener Völker, Drag-Queens, und Obdachlose. Es sind die gesellschaftliche Kontraste, die ihn faszinieren; vor seiner Kamera sind alle gleich.
Nachdem auch Felix vor einigen Jahren von Martin fotografiert wurde, hat er ihn jetzt für Wunderbar Together in seinem Studio und Apartment in Tribeca besucht. Dabei entstanden ist ein Gespräch über Martins Karriere, seine Ausbildung bei Annie Leibovitz, strenge PR-Manager und die Rolle, die Humor bei einem Fotoshoot spielen kann.
„Ich dachte immer, ich will Modefotograf werden, aber im Nachhinein muss ich darüber lachen, weil ich mich wirklich überhaupt nicht für Mode interessiere“, sagt Martin, der hauptsächlich Jeans und Birkenstock trägt.
1992 absolviert er in Berlin eine Lehre zum Fotogesellen, macht sich dann auf nach New York. „Ich wollte unbedingt für Irving Penn oder Annie Leibovitz arbeiten.“ Nach wochenlangem Klinkenputzen und unzähligen Absagen lädt Leibovitz ihn schließlich zu sich ein, „nachdem sie gerade wieder jemanden gefeuert hatte.“
Martin, der zu dem Zeitpunkt nur radebrechend Englisch spricht, arbeitet ein paar Tage kostenlos, antwortet in den kurzen Gesprächen mit Leibovitz immer nur ausweichend einsilbig, kann die Star-Fotografin jedoch von seinem Können überzeugen. Der Assistenzjob ist anspruchsvoll, aber lehrreich: „Wenn Annie etwas nicht gefallen hat, konnte sie sehr ungemütlich werden.“ Was er von ihr gelernt habe: „Licht, Organisation, groß zu denken.“
Durch ihre Herangehensweise habe Leibovitz großartiges geschossen: „Sie hat nicht zuerst nach der Umsetzbarkeit gefragt. Wenn jemand auf einem Elefanten in einem See tanzen sollte, wurde halt der Elefant gemietet – und auch der See gefunden.“
Auf die Lehrjahre bei Leibovitz folgen wirtschaftlich erfolglose Jahre („Ich hatte ein selbst gesetztes Budget von fünf Dollar am Tag“), bis er 1998 den Auftrag erhält, Vanessa Redgrave für Time Out zu fotografieren. Es ist das Foto, das alles verändert – und Martins Karriere ins Rollen bringt. Heute ist er einer der bekanntesten Fotografen der Welt; der New Yorker kürte ihn sogar zum Nachfolger von Richard Avedon.
Ob die Fotografie das AI-Zeitalter überlebt, wie unterschiedlich Joe Biden, Donald Trump und Barack Obama vor seiner Kamera waren und warum die Freundschaft zu zwei Berliner Obdachlosen seine Fotografie maßgeblich geprägt hat – das alles erzählt Martin Schoeller in der 84. Folge von Wunderbar Together.
MARTIN SCHOELLER
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Wunderbar Together hat den Inhaber des ältesten Mystery-Bookshops der Welt besucht. Dabei herausgekommen ist ein wundervolles Gespräch über unsere Faszination für Krimis, die Sehnsucht nach guten Geschichten und den unbedingten Wunsch, der eigenen Leidenschaft kompromisslos nachzugehen.
Aber zurück zum Anfang: Manchmal ist es sinnvoll, Dinge nicht zu tun. Otto Penzler beispielsweise hätte niemals einen Buchladen eröffnet, hätte er vorher einen Geschäftsplan erstellt: „If I'd had a business plan, I would never have opened the store. Because you can't make money as an independent book seller in New York. But we have. And we're still here“, sagt er mit der schelmischen Stimme eines 82-Jährigen, dessen Entscheidungen vielleicht nicht immer betriebswirtschaftlich durchdacht waren – dem der Erfolg aber recht gegeben hat. Heute führt Otto Penzler die älteste und größten Krimi-Buchhandlung der Welt: The Mysterious Book Shop. Felix hat ihn in seinem Büro im Untergeschoss des Buchladens besucht – und ist buchstäblich abgetaucht in eine Welt voller guter Geschichten.
Denn Otto Penzler ist ein Paradebeispiel für all die fantastischen Dinge, die passieren können, wenn man einen gewissen Optimismus an den Tag legt und seine Leidenschaft zum Beruf macht: Eröffnet im April 1979 (und zwar an einem Freitag, den 13.), führt The Mysterious Book Shop all das, was Krimi-, Detektiv- und Mystery-Fans lieben, inklusive signierter Exemplare und seltener Erstausgaben. Darüber hinaus verlegt Penzler selbst – mehrere Dutzend Titel im Jahr. Sein Erfolgsgeheimnis: Den Autorinnen und Autoren gebührend Respekt zollen: „As a publisher and a bookseller, I’m in awe of what authors can do. And I think it’s one of the reasons why I’ve been a fairly successful publisher and bookseller because I admire them so much. Because writing a novel – even a bad novel – is hard. It’s really hard.“
Die South Bronx, seinen neuen Heimatort, findet Penzler „terrifying“, ähnlich viel Nervenkitzel bereitet ihm nur Sherlock Holmes’ Hund von Baskerville. Die Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle üben eine magische Wirkung auf ihn aus, der er sich nicht entziehen kann – oder will: Er studiert Literatur, arbeitet als Journalist und Autor, verlegt erste Bücher und eröffnet dann, beinahe aus einer Laune heraus, seinen ersten Buchladen. Es ist mehr als nur ein Job – es ist eine Lebensaufgabe: „It started with me being a reader, a collector, then becoming a publisher and opening a bookshop. I love this. This is my life“, sagt er. „I love my bookstore. I love rare books. I love talking about my books with customers that come to my store. I just love being in a bookstore.“
OTTO PENZLER
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