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Liebe Wunderbar-Together-Crowd, wir dürfen heute Nima Etminan bei uns im Podcast begrüßen – Hip-Hop-Guru und Geschäftsführer des legendären Musiklabels Empire in Los Angeles.
1987 in Teheran geboren, muss Nima mit seinen Eltern das Land verlassen, als der erste Golfkrieg ausbricht. Das Ziel seiner Eltern: Hamburg. Dort wächst Nima auf, findet Freunde, besucht eine französische Schule, hört zum ersten Mal Hip-Hop.
Er ist begeistert und fängt an, im Internet darüber zu schreiben. „Damals war das Internet noch ein anderer Ort. Man wusste im Internet noch nicht alles über dich. Du warst einfach nur ein Username.“ Die Anonymität und die Weite des Netzes beflügeln ihn. Er tauscht sich mit anderen Fans aus, fängt an, über den Hip-Hop der amerikanischen Westküste zu schreiben. Es ist die Geburtsstunde seines Portals dubcnn.com.
Die Website wird vom Geheimtipp zum anerkannten Medium, für das Nima immer wieder stundenlang nachts am Telefon sitzt, um Künstler in Kalifornien zu interviewen.
Der Teenager Nima ist völlig hooked, reist deutschlandweit zu Konzerten, um weitere Interviews zu ergattern. In Köln trifft er Snoop Dogg – und wickelt ihn mit seiner Begeisterung um den Finger: „Wir waren backstage, und auf einmal läuft Snoop an mir vorbei. Und ich glaube, ich war einfach jung genug, um nicht so viel nachzudenken, aber ich meinte so: Snoop, I’m from Dubcnn! Und Snoop hat rübengeguckt und meinte: Dubcnn? Meet me in my green room in ten minutes.“ Es ist der Beginn einer Freundschaft, die Nima zu seinem ersten USA-Visum verhilft – und bis heute hält.
Wie Nima vom Hamburger Blogger zum kalifornischen Unternehmer wird – und wie sein Label in Zeiten von A.I. und Streaming („über 30 Prozent der Tracks auf Spotify hat noch nie jemand gehört“) überleben kann – das alles erzählt uns Nima Etminan in der 82. Folge von Wunderbar Together.
NIMA ETMINAN
Zudem: Schaut gerne mal auf Nimas altem YouTube-Account vorbei: hier findet ihr Interviews mit u.a. Ice Cube und weiteren spannenden Persönlichkeiten. Wenn euch unser Podcast noch nicht reicht, hört gerne zusätzlich auch beim OMR-Podcast mi rein, die auch kürzlich mit Nima ein Treffen hatten.
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Gerade erst hat Jonas Deichmann verkündet, 120 Ironmans im bayerischen Roth absolvieren zu wollen. Und das am Stück, also an 120 aufeinanderfolgenden Tagen je 3,86 Kilometer zu schwimmen, 180,2 Kilometer Rad zu fahren und 42,2 Kilometer zu laufen. Vorher hat er sich aber eine gute Stunde Zeit genommen, um von seinem Trainingslager in Portugal aus mit Katalina und Felix über sein letztes großes Abenteuer zu sprechen: die doppelte Durchquerung der USA, radfahrend und joggend. Die Erfüllung seines ganz persönlichen American Dream.
Jonas Deichmann, freiberuflicher Abenteurer und Extremsportler (seine Worte!) ist ein wahrer Ausnahmeathlet. Es gibt kaum eine Strecke, die er noch nicht bezwungen hat. Ob ein Maxi-Triathlon um die Welt, eine Radreise entlang der Panamericana oder eine Tour vom norwegischen Nordkap bis zum südafrikanischen Kap der Guten Hoffnung: Wenn es darum geht, möglichst viele Kilometer am Stück abzureißen, ist Jonas Deichmann dabei. Auf die Zeit achtet er dabei weniger. „Ich muss nicht schnell sein. Ich mache einfach mein Tempo. Und das halt jeden Tag. Und das kann man sehr, sehr lange machen.“ Das schreiben wir uns als Motivations-Mantra hinter die Ohren!
Die USA wollte Jonas schon 2021 als Teil seines Triathlons um die Welt durchqueren. Damals machten ihm aber pandemiebedingt geschlossene Grenzen einen Strich durch die Rechnung., die er erst zwei Jahre später begleichen konnte: Von New York gravelt er innerhalb von 25 Tagen nach Los Angeles, wirft einen kurzen Blick auf den Pazifik, um dann, postwendend, an 100 Tagen zurückzulaufen. Dabei absolviert er jeden Tag im Schnitt 54 Kilometer – einen Ultramarathon.
Jonas Deichmann läuft oder fährt stets „unsupported“, transportiert Ausstattung und Verpflegung also selbst, in Radtaschen oder im Anhänger. Sein Vorbild? Forrest Gump, der eines Tages einfach loslief, ganz ohne Ziel im Kopf. „Ich finde es so toll, dass Forest einfach das macht, auf was er Lust hat. Und irgendwie geht dabei ja immer alles gut aus.“ Das räsoniere sehr mit seiner Lebenseinstellung – und auch dem, was er anderen mitgeben will: „Ich möchte Leute ermutigen, ihren Träumen zu folgen.“ Aber: „Das Schwerste ist, an die Startlinie zu kommen. Die meisten Träume und Projekte scheitern vorher. Man muss einfach diesen ersten Schritt tun. Aber es ist natürlich einfacher, nichts zu machen und in der Komfortzone zu bleiben.“
Die Komfortzone ist kein Ort, an dem Jonas gerne verweilt. Er sucht die körperliche und mentale Herausforderung, immer wieder. Auf seiner Reise durch die USA lagen diese nicht etwa in der ultraheißen Mojave-Wüste oder den steilen Anstiegen der Rocky Mountains. Sie warteten vielmehr in der Einöde des Mittleren Westens (eine Einöde, von der Katalina, by the way, ein Lied singen kann). Fasziniert haben ihn Flyover-States wie Kansas, Missouri und Illinois aber dann doch: „Dieses Gefühl von Weite, dass man einfach mal 1000 Kilometer weit rennt, und die Landschaft verändert sich gar nicht, das hat man nirgends sonst auf der Welt.“
In der 81. Folge von Wunderbar Together spricht Jonas Deichmann über die vielen Begegnungen, die seine Amerika-Tour bereichert haben, warum er trotz (oder auch wegen) Haufenweise Pizza, Burgern und Tacos während seines Abenteuers an Gewicht verloren hat, wie er mit Langeweile umgeht – und wie er nervigen Fragen im wahrsten Sinne des Wortes manchmal davonläuft.
Vielen Dank Jonas, dass du einen kurzen Pit Stop mit uns eingelegt hast, bevor du dich Hals über Kopf in dein nächstes Abenteuer stürzt!
JONAS DEICHMANN
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Hand aufs Herz, liebe Wunderbar-Together-Community: Auch, wenn wir dem Teenageralter schon lange (okay: sehr lange) entwachsen sind, fühlen wir uns nicht besonders alt. Und an den meisten Tagen auch nicht besonders erwachsen.
Das sind beste Voraussetzungen, um tatsächlich jung zu bleiben, attestiert uns zumindest Ariane Sommer. Die es wissen muss, schließlich hat sie es sich als Biohackerin zur Lebensaufgabe gemacht, die eigene körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu maximieren – und damit den Alterungsprozess zu verlangsamen.
Als Health- und Wellness-Unternehmerin sitzt sie dabei an der Quelle: Gemeinsam mit ihrem Mann führt sie von Los Angeles aus zwei Firmen, die Nahrungsergänzungsmittel, Vitaminpräparate und Infusionen zur Förderung von Gesundheit und Langlebigkeit anbieten, aber auch psychedelische Therapien gegen Depression und Angstzustände. Für Ariane zwei untrennbar miteinander verbundene Dinge: „Beim Biohacking geht es nicht nur um die Verlängerung der Life Span, also der Anzahl an Jahren, sondern auch die der Health Span, der Gesundheit. Und dazu gehört ganz klar auch die mentale Gesundheit.“
1977 in Bonn geboren, wächst Ariane als Tochter eines Diplomaten in Neu-Delhi, Freetown, Paris, Madrid und Miami auf. Sie besucht ein Internat, studiert danach in Berlin Politik – und mischt nebenbei Berliner Nachtleben und Boulevardpresse auf. Als ihr der Trubel zu viel wird, zieht sie nach London, verliebt sich dort Hals über Kopf in ihren heutigen Mann und siedelt kurzerhand in die USA über. Heute blickt sie von ihrem Arbeitszimmer aus auf Canyons und Kojoten, auf Füchse und Waschbären und widmet sich dem Biohacking mit Haut und Haar – als Autorin und Podcasterin, aber eben auch rund um die Uhr, quasi im fortwährenden Selbstversuch.
Im Gespräch mit Wunderbar Together nimmt sie Katalina und Felix mit in ihr ganz persönliches Biohacking-Labor. Sie gewährt uns Einblick in ihren Alltag, philosophiert darüber, was gutes Altern ausmacht, und spürt den Gründen nach, warum so viele Menschen heute möglichst jung bleiben wollen – und was das über die Gesellschaft aussagt.
Wie alt sie sich heute fühlt, wie alt sie gerne werden möchte und an welchen Biohack sie sich bis heute nicht gewöhnen konnte – das alles erzählt uns Ariane Sommer in der 80. Folge von Wunderbar Together.
ARIANE SOMMER
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Treffen sich zwei Franken in New York, um auf Englisch einen Podcast aufzuzeichnen… klingt nach dem Beginn einer wunderbaren Geschichte, right? Ist es auch. Vor vier Jahren war Albert Wenger, Venture Capitalist und bekennender Klimaschützer, zu Gast bei Wunderbar Together, nun hat Felix ihn am Rande der DLD-Konferenz in München wiedergetroffen.
Dabei entstanden ist ein spannendes Gespräch über Wengers Leben und Wirken, die vielen Facetten des Investment-Geschäfts, aber auch über Klimaschutz und den Versuch, im Rahmen einer Pilotstudie zu testen, wie sich das Zusammenleben in einer amerikanischen Kleinstadt verändert, wenn die dort lebenden Menschen weniger finanzielle Sorgen leiden.
Geboren und aufgewachsen in der Nähe von Nürnberg, fühlt Albert Wenger sich heute „in New York und in der Welt“ zuhause. Ein Schüleraustausch bringt ihn in den frühen Achtzigern erstmals in die Staaten, nach Rochester, Minnesota. Während andere ihn vor dem Kulturschock gewarnt hätten, habe er sich bei seiner Gastfamilie direkt wie ein „wie ein Fisch im Wasser“ gefühlt.
Albert Wenger, das zeigt sich schon damals, ist nicht nur Austausch-, sondern auch Ausnahmeschüler, studiert später Wirtschaft und Informatik in Harvard und am MIT, und verlässt die Uni mit Doktortitel in Information Technology.
In der Venture-Capital-Szene ist Wenger heute vor allem dafür bekannt, dass er Partner bei Union Square Ventures ist – einer der bekanntesten US-Risikokapitalfirmen; ein Branchengigant, der schon in Unternehmen wie Twitter, Etsy, Tumblr, Coinbase investiert hat.
Wenger ist aber auch passionierter Klimaschützer, der immer wieder davor warnt, das Problem ernster zu nehmen. Und dafür plädiert, neue Wege des Wirtschaftens zu entwickeln: „Wir haben viel physisches Kapital, aber wir setzen es sehr schlecht ein.“ Mit USV entwickelt er Klima-Fonds, aber auch privat engagiert er sich. „Meine Frau und ich unterstützen Klimainitativen – und ja, auch die unbequemen.“ Das Paar unterstützt die Aktivisten der Letzten Generation ebenso wie die Initiatoren des Berliner Klima-Volksentscheids, der im vergangenen Jahr stattfand.
Im Norden von New York, knapp zwei Stunden entfernt, orchestriert er darüber hinaus ein großes Live-Experiment. Auf einem riesigen großen Gelände, das ihm und seiner Frau Susan Danziger gehört, übt er sich in nachhaltiger Forstwirtschaft und regenerativem Ackerbau – immer auch unter dem Einsatz von moderner Technologie.
Im nahegelegenen Hudson, NY, hat er gemeinsam mit der Verwaltung der Stadt ein Programm entwickelt, in dem 128 Menschen über fünf Jahre 500 Euro erhalten, „no strings attached. Es ist wirklich ein bedingungsloses Grundeinkommen“. Die Resultate, so Wenger, seien beeindruckend: „Die Gesundheit verbessert sich, der mentale Zustand verbessert sich, und sie arbeiten mehr.“
Warum Wenger glaubt, dass wir eine „World after Capital“ brauchen, wie man Wolken dünner macht und was das alles mit Klimaschutz zu tun hat – das alles erzählt Wenger uns in der 79. Folge von Wunderbar Together.
Wunderbar Together war auf der DLD-Konferenz in München – und hat gleich zwei coole Deutsche aus New York ans Mikrofon geholt. Das erste Gespräch gibt’s heute, nur Stunden nachdem in München das Licht ausgegangen ist:
Felix spricht mit Markus Dohle, einem der mächtigsten Menschen der Buchbranche – das “Silicon Valley der Medien!”, wie er selbst sagt, das sich momentan „in den besten Zeiten seit Gutenberg“ befindet.
So viel Optimismus von einem, der seit 30 Jahren in Büchern macht, gibt es selten. Aber Dohle muss es wissen. Der gebürtige Sauerländer hat das Buchgeschäft von der Pike auf gelernt und nach seinem Umzug in die USA nicht nur die erfolgreichsten Sachbuchautoren unserer Zeit – die Obamas – verlegt, sondern auch den größten Fiction-Erfolg aller Zeiten, 50 Shades of Grey. “Da haben wir 2 Millionen Bücher in der Woche verkauft”. Er hat Penguin und Random House vereint und zum mächtigsten Verlag der Welt gemacht – sein größter Erfolg, wie er selbst sagt. Krönung einer beispiellose Karriere im Bertelsmann-Konzern. Dohle investiert schließlich jährlich in über 15.000 Geschichten. Über 12.000 Mitarbeiter hören auf ihn. Der Umsatz steigt unter Dohle auf über 4 Milliarden Euro.
Doch auf dem Höhepunkt, nach 30 Jahren, legt Dohle seinen Job ab, nachdem ihm das Kartellamt untersagt, den zweitgrößten Verlag der Welt, Simon & Schuster, mit in sein Reich aufzunehmen. Seit dem Rücktritt 2023 hat sich erstaunlich wenig in seinem Leben geändert, meint er. “Ich bin weiter Teil der Buch-Community. Und ich leiste Service. Mein Leben war immer geprägt von Service. Bücher zu verlegen und zu publizieren ist ein Service an der Gesellschaft.“
Geboren 1968 und aufgewachsen in einem „typischen westdeutschen Nachkriegshaushalt“ im Sauerland, schmücken Poster von Nena, Boris Becker und Steffi Graf die Wände seines Jugendzimmers, während vor der Haustür „die deutsche Sozialdemokratie in voller Blüte steht“: Markus Dohle spielt begeistert Tennis und wird sogar Tennislehrer, studiert nach dem Abi Wirtschaftsingenieurwesen in Karlsruhe, steigt dann als Assistent der Geschäftsführung bei einer Arvato-Tochter ein und wird aufgebaut: bereits mit Mitte 20 führt er hunderte, in seinen 30er Tausende Mitarbeitende.
„Eine klassische Bertelsmann-Karriere“,, die ihn über Russland, Kolumbien und Gütersloh bis nach New York führt. Er sei immer sehr ehrgeizig gewesen, beim Sport, aber auch im Beruf. „Ich hatte aber auch viel Glück.“ Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, Förderer zu haben, die mit ihm aufsteigen und ihn mit immer größeren Aufgaben betrauen.
2008, inmitten der Wirtschaftskrise, kommt Dohle schließlich in New York an, mit Frau und Kindern und ohne Rückflugticket. Eine mutige Entscheidung: „Dieser Verlag, dieser merchant of words and culture, wurde nun von einem Ingenieur mit deutschem Akzent geführt.“ Das Vorschussvertrauen seiner amerikanischen Kollegen, die ihm mit einer perhaps-he’s-not-that-bad-Attitüde begegnen, hilft.
Warum Markus Dohle nach acht Jahren Arbeit am Deal mit den Obamas plötzlich Barack am Telefon hatte, warum er glaubt, dass KI der Buchbranche eher nutzen als schaden wird, und wie Bücher das Fortbestehen der Demokratie sichern: all das verrät Markus Dohle uns in dieser 78. Folge von Wunderbar Together. Hört rein – und lest mal wieder!
MARKUS DOHLE
PODCAST-EMPFEHLUNG
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Happy New Year, liebe Wunderbar-Together-Crowd! Während good ol’ Germany von Wind, Wetter und wirklich jeder Menge Regen geplagt wird, nehmen wir euch in dieser ersten Podcastfolge des neuen Jahres mit ins sonnige Kalifornien. Ihr dürft euch wegträumen aus dem grauen Alltag und an Palmen, den Geruch von Pinien, die Santa Monica Mountains denken und euch vorstellen, in einem 450er SL den Sunset Boulevard entlang zu fahren. Ready to ride?
Mit nach Kalifornien nimmt euch kein geringerer als Ben Bernschneider – Content Creator, Fotograf, Drehbuchautor und Regisseur a.D, zertifizierter James-Bond-Fachmann und der vielleicht größte California-Aficionado, der bislang bei Wunderbar Together zu Gast am Mikrofon war.
Ben ist Kalifornien seit seinem ersten Besuch vor vielen (sehr vielen!) Jahren verfallen, nachdem er zuvor vor allem New York goutiert hatte: „Ich habe mich irgendwann gefragt, wann in meinem Leben endlich Ruhe einkehrt. Und die Weite, die mir New York nicht geben konnte, das hat mich so unfassbar beruhigt.“ Auch die Architektur, der Lifestyle, die Verbindung zur Popkultur – all das lässt ihn seither immer wieder zurückkehren: „Wenn eine Stadt diesen Traum verkörpert, Teil einer popkulturellen Historie zu sein, dann ist es LA.“
Ben Bernschneider hat seine Reisen nach Kalifornien nicht nur in einer Bildband-Trilogie festgehalten, sondern auch auf seinem Instagram-Kanal, wo er mittlerweile wahrscheinlich alle nennenswerten Hotels des Bundesstaates getestet und vorgestellt hat. Denn wenn es eines ist, dass Ben ebenso liebt wie Kalifornien (oder seine Frau, die fantastische Schauspielerin Henrike Fehrs), dann ist es das Reisen: „Ich liebe Hotels. In Hotelzimmern kann ich am besten schreiben.“
Dazu muss man sagen (und alle, die Ben kennen, werden es wissen), dass sein Instagram-Account natürlich nicht in erster Linie vom Thema Travel lebt. Seit einem knappen Jahr bespielt er ihn vor allem mit gut kuratierten Outfits und sachdienlichen Fashion-Hinweisen. Es ist ein Thema, das Ben nicht erst beschäftigt, seit er volle sechs Jahre um einen Burberry-Trenchcoat herumschlich, bevor er sich ein Herz (und das entsprechende Kleingeld) nahm, und ihn einfach kaufte. Seitdem ist seine Faszination für Mode aber noch mal ein gutes Stück gewachsen, was er auch jenem Kleidungsstück zuschreibt: „Die Beziehung, die sich zwischen mir und diesem Trenchcoat ergeben hat, ist eine der liebevollsten Beziehungen, die sich zwischen einem Mann und einem Trenchcoat ergeben kann.“
Seine Begeisterung für Mode und gute Outfits lebt er seither auf seinem Instagram-Kanal aus. Er glaubt: „Mode gibt uns die Chance, uns immer wieder neu zu erfinden.“ Das scheint nicht nur Ben Bernschneider so zu sehen. Denn während anfangs nur eine Handvoll Menschen zuschauten, sind es heute fast eine halbe Million.
Welches Kleidungsstück Ben nicht leiden kann, welcher Stil für ihn den amerikanischen Westen verkörpert und wie zur Hölle man es schafft, heute noch zum reichweitenstarken Influencer zu werden – das alles erzählt uns Ben Bernschneider in der 77. Folge von Wunderbar Together (ach so, und die vielleicht romantischste Liebeserklärung an Kalifornien gibt es auch noch dazu). Viel Spaß beim Reinhören!
BEN BERNSCHNEIDER
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Liebe Wunderbar-Together-Fans, wir haben zu Weihnachten ein besonders schönes Sportmärchen für euch mitgebracht – eines, dessen Held am Ende zwar nicht zum Profisportler wird, dafür aber seine ganz eigene Erfolgsgeschichte schreibt.
Es geht um Michael Bolvin, Mike, den Mann hinter @moderngoalkeeping. Er wird 1995 in Russland geboren, fängt als Kind an zu kicken. Das erste Paar Torwarthandschuhe bekommt er zum Geburtstag. „Das passte eigentlich ganz gut, weil ich eher lauffaul war.“ Mit neun Jahren zieht er nach Deutschland, sieht im Fernsehen Oliver Kahn und Manuel Neuer – und merkt, da will er auch hin: „Für mich gab es nur noch Fußball.“
Mit Talent ausgestattet, trainiert Mike in jeder freien Minute, arbeitet sich hoch, erhält ein Angebot von Fortuna Düsseldorf und spielt in der U19-Bundesliga. „Das war für mich wie ein Traum.“ Dann aber bleiben die Angebote von Bundesligavereinen aus, die Anzahl der Spieleinsätzen niedrig. Die Karriere scheint zu enden, bevor sie überhaupt richtig gezündet hat. Die Alternative reizt Mike aber kaum: „Die Schule fertigmachen, studieren, einen Job finden, normal sein, das wollte ich nicht.“
Er bewirbt sich bei US-amerikanischen Universitäten, erhält ein Vollstipendium von einem kleinen College in Brooklyn („Die sind mittlerweile pleite gegangen.“). Was ihn erwartet, erinnert erst einmal kaum an den American Dream. Einsamkeit, unaufgeräumte Sechsbettzimmer und Mannschaftskollegen, die nachts lieber feiern als tagsüber zu trainieren. „Ich war am College auf mich allein gestellt.“ Viele seiner Kommilitonen geben schnell wieder auf: „Die Stadt funktioniert nicht für jeden.“
Nach einem Jahr stellt auch er sich die Frage, wohin es gehen soll. „Ich habe immer von einem besseren Leben geträumt, mich immer wieder gefragt: Was machst du daraus?“ Blogger und YouTuber faszinieren ihn damals. „Wenn die das schaffen können, warum sollte ich das nicht schaffen?“ Er lädt erste Trainingsvideos bei Instagram hoch. Die fliegen direkt und erreichen vom Stand weg mehrere Hundert Zuschauer. Und er macht einfach weiter: „Das war eine absolute Nische. Es gab niemanden, der so etwas gemacht hat.“
Heute ist Bolvin der vielleicht erste Torwartinfluencer der Welt – und vertreibt als Unternehmer erfolgreich Torwarthandschuhe. „Das Unternehmerische habe ich von meiner Mutter. Sie hatte früher einen großen Friseursalon.“ Wie viel Grip ein guter Torwarthandschuh braucht, was ein Torwartinfluencer auf Pinterest sucht und auf welchem Platz Mike Bolvin in New York am liebsten kickt – das alles hört ihr in der 76. Folge von Wunderbar Together.
Happy Holidays, ihr Lieben! Und danke, dass ihr immer wieder einschaltet und uns in diesem Jahr so viele Minuten zugehört habt. Wir freuen uns ehrlich darüber. Wir hören uns im nächsten Jahr!
MICHAEL BOLVIN
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Kelvyn Colt ist einer der spannendsten deutschen Künstler, die momentan die internationale Musikszene bereichern. Wir sind Fans – und begeistert, ihn bei Wunderbar Together begrüßen zu dürfen. Nicht nur, weil seine Musik sich fliegend über definitorische Grenzen hinwegsetzt, sondern auch, weil er eine un-fass-bar tolle Stimme hat.
Im Interview erzählt Kelvyn Colt uns, wie die amerikanische Musikszene funktioniert, wie German Angst es verhindert, hiesige Ausnahmetalente zu finden und zu fördern, weshalb er sich gegen das „Stupid Money“ der Werbeindustrie entschieden hat, und warum seine Mutter eine Superwoman ist.
Aber zurück zum Anfang: Kelvyn Colt ist Musiker, Rapper, Sänger, Künstler – und lässt sich musikalisch nur schwer einordnen. Er sagt selbst: „Meine Songs passen in keine Playlist rein, die sind super experimentell.“ Allen Songs gemeint ist jedoch, wie liebevoll und aufwändig sie produziert, wie intelligent sie getextet sind. „I love words“, sagt er selbst, schon als Fünfjähriger habe ihm sein Vater Haikus gezeigt, mit denen er sich dann beschäftigt habe. Lässig wie kein Zweiter switcht er zwischen Deutsch und Englisch hin und her. Die Muttersprachen seines in Nigeria geborenen Vaters, Englisch und Nigerian Pidgin, prädestinieren ihn dafür.
1994 in Fulda geboren, fängt Kelvyn Colt schon früh an, Geschichten und Gedichte zu schreiben, Musik zu hören und zu analysieren. Tupac, der „in erster Linie ein Poet“ gewesen sei, hat es ihm besonders angetan. Das Geld ist knapp zuhause, trotzdem ermöglichen seine Eltern es ihm, eine Privatschule zu besuchen. Im Musikunterricht stellt er einen Song von Eminem vor, sein Lehrer – ein ehemaliger Musikproduzent – ist begeistert von Kelvyns Interpretation, lädt ihn später ein in sein hauseigenes Musikstudio. „Mit ihm habe ich meine ersten Songs gemacht.“
Zuhause nimmt Kelvyn einen Song auf, der viral geht, zumindest innerhalb der Familie. Der Track landet bei einer Tante in Atlanta, die einen Cousin in Miami hat, der Musik macht – und der so begeistert ist von Kelvyn, dass er ihn kurzerhand zu sich nach Miami einlädt. Kelvyn, damals 16-jährig, fliegt zum ersten Mal in die USA. „Ich war drei Wochen da und habe kein einziges Mal den Strand gesehen. Ich war obsessed with music and with writing, ich hatte 800 Songs dabei, alles, was ich jemals geschrieben habe. Ich habe nur gearbeitet.“
Wieder in Deutschland beendet er die Schule, erfüllt den Wunsch seines Vaters und schreibt sich für Jura ein – zumindest kurz: „Ich habe drei Wochen lang Jura studiert und wusste dann: Ne, ich will Rapper werden.“ Er geht nach England, um seine Musikkarriere dort voranzutreiben. „Ich habe immer auf Englisch getextet, daher wusste ich: Ich muss irgendwohin, wo Englisch gesprochen wird. Und Amerika konnte ich mir nicht leisten.“ Auch in England studiert er, macht einen Abschluss mit Auszeichnung, beginnt eine Karriere im Marketing. Doch sein Herz hängt nach wie vor an der Musik. „Ich habe bei Kumpels auf der Couch geschlafen, hatte absolut no money. Aber das alles hat meinen Drive nur noch stärker gemacht.“ Unzählige Konzerte später erhält er einen Kontakt nach Berlin, nimmt für Colors einen Song auf – the rest is history. Und ab heute nachzuhören bei Wunderbar Together!
Wie Kelvyn seine Karriere heute in den USA vorantreibt, wie er es geschafft hat, auch große OG's von seiner Arbeit zu überzeugen, und welche Rolle Spiritualität in seinem Leben einnimmt – das alles erzählt Kelvyn Colt uns in der 75. Folge von Wunderbar Together. Die wir euch wirklich ans Herz legen – und nicht nur, weil Kelvyn Colt so eine tolle Stimme hat.
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Seid ihr auch so große NFL-Fans wie wir? AFC, NFC und RPOs sind für euch keine Fremdwörter, den Super Bowl LVIII könnt ihr kaum noch erwarten? Dann Ohren auf, hier kommt unser vierter (!) Gast aus der National Football League: David Bada, Defensive Tackle bei den Washington Commanders. Aufgrund eines Trizeps-Risses ist zwar momentan nur Reha für David angesagt – aber er ist fest davon überzeugt, sich zurück aufs Feld zu kämpfen. „Man muss immer an sich glauben, darf nicht aufgeben. Auch wenn’s hart ist.“
Football ist die große Leidenschaft des 28-Jährigen, auch wenn die körperlichen Folgen krass seien: „Ein Footballspiel ist wie ein mittelschwerer Auto-Unfall. Jeder will dich killen.“ Sportlich, natürlich. Vor allem in der Defensive geht es ruppig zu. „Alle spielen um ihr Leben. Auch, weil sie wissen, dass die Karriere am nächsten Tag vorbei sein kann.“ Dafür kann ein Unfall der Auslöser sein – oder ein Vertrag, der spontan nicht verlängert wird. „Du kannst jeden Tag deinen Job verlieren.“
David wird 1995 in München geboren, wächst in der bayerischen Landeshauptstadt auf. Aber nicht zwischen Theresienwiese und Marienplatz, sondern zwischen den Hochhäusern Fürstenrieds. „Unser München sah so aus: Meine Mutter, die in den Neunzigern aus Togo nach Deutschland gekommen war, war den ganzen Tag am Hustlen. Sie musste den ganzen Tag arbeiten. Meine Schwester und ich haben uns quasi allein aufgezogen. Das Geld war knapp, wir hatten kein Auto, konnten keinen Urlaub machen. Aber wir waren glücklich. Ich hatte eine gute Kindheit.“ Heute holt er die Urlaube nach, macht die Ausflüge mit seiner Tochter, die ihm damals verwehrt blieben. Nur eins hat sich nicht geändert: „Meine Mama lässt sich von mir auch heute nichts bezahlen. Vor dem Kassierer streiten wir schon mal, wer den Einkauf übernehmen darf.“
Seine sportliche Karriere ist eine kleine Sensation: David beginnt erst als Teenager, Football zu spielen. Ein Freund schleppt ihn mit zum Training der Munich Cowboys, da ist David bereits 17 Jahre alt. Eigentlich reichlich spät für jemanden, der nur wenige Jahre später in der stärksten Footballliga der Welt angekommen ist. Aber das Spiel liegt ihm, bereitet ihm "unglaublich viel Spaß“. Auch seine Physis hilft ihm: Mit einer Körpergröße von 1,95 Metern und einem Gewicht von rund 140 Kilogramm („Je nachdem, wie viel ich gerade trainiere!“) ist David geradezu prädestiniert für eine Position in der Defensive. Und: „Ich hatte sehr gute Trainer in Deutschland. Aber man braucht auch sehr viel Glück.“
Dabei ist sein Weg in die NFL keinesfalls ein geradliniger: Seine erste Bewerbung via „International Player Pathway“-Verfahren scheitert, David ist am Boden zerstört. Er erbittet sich eine zweite Chance, darf es ein Jahr später noch einmal versuchen. Und gibt in der Vorbereitung darauf alles: „Ich habe meinen Job gekündigt, bin wieder bei meiner Mama eingezogen, habe jeden Tag trainiert. Allein auf dem Feld, bei Sonne und bei Regen, nur ich und meine Kopfhörer. Ich wusste, das ist meine letzte Chance.“ Sein Einsatz zahlt sich aus: Ein Jahr später erhält er die Zusage. Wie emotional er darauf reagiert, könnt ihr auch bei Wunderbar Together noch einmal hören.
Wie sich der amerikanische American Football vom deutschen unterscheidet, warum David in den USA noch einmal lernen musste, wie man überhaupt lernt („Ich war immer sehr ehrgeizig, aber wirklich auch sehr faul!“), warum er an Gott glaubt und wie es sich anfühlt, wenn ein Trizeps reißt – das alles erfahrt ihr in der 74. Folge von Wunderbar Together.
MEHR ZU DAVID BADA
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Von Wilhelmsburg nach Williamsburg: Circus Roncalli gastiert zum ersten Mal in New York, Wunderbar Together ist mit dabei. Felix darf Roncalli-Gründer Bernhard Paul und seine Tochter Lili Paul-Roncalli kurz vor der ersten Show im Lincoln Center interviewen und einen Sneak-Peak ins Zirkuszelt werfen, Minuten bevor die ersten Gäste eintreffen. Kurzum: Es geht mitten rein in die Welt der Clowns, Trapezkünstler, und Artisten. Manege frei – für Wunderbar Together und Circus Roncalli in New York.
Doch zurück zum Anfang. Eigentlich ist Andy Warhol ist für diese Folge verantwortlich. Er war derjenige, der Bernard Paul vor Jahrzehnten den Floh ins Ohr setzte, Circus Roncalli in die USA zu bringen. „Andy Warhol hat uns in den Achtzigern mehrfach besucht und gesagt: ‚Ihr müsst nach New York, die werden euch lieben. Ich verspreche es dir, ich werde alles dafür organisieren.’“ Auch nach Warhols Tod habe er noch lange an dessen Worte denken müssen: „Das Versprechen ist in meinem Gehirn verankert gewesen.“
Heute wird das Versprechen eingelöst: Circus Roncalli tritt im Lincoln Center auf. Das Zelt hat Bernhard Paul vom Big Apple Circus gemietet, die restliche Ausrüstung ist original Roncalli. In Deutschland reist Roncalli mit dem Zug von Stadt zu Stadt („Die Grünen müssten uns mögen!“), nach New York ging es mit dem Containerschiff – für die Ausrüstung, Paul und seine Familie nahmen den Flieger. Ob es am Schiff liegt oder an der Zeltmiete, darauf geht Bernhard Paul nicht ein, eines macht er trotzdem deutlich: „Hier aufzutreten, kostet ein Vermögen.“
Im Gespräch mit Felix erzählt der Zirkusdirektor von seiner frühen Liebe zur Manege (und seinen Eltern, die gar nichts davon hielten), seiner österreichischen Heimatstadt Wilhelmsburg, seiner Ausbildung als Grafikdesigner („Früher war ich Art Director in der Agentur, heute bin ich Art Director im Zirkus.“), und warum er den Zirkus für etwas Heiliges, Unverwechselbares hält, dass es zu erhalten gilt. Und Lili Paul-Roncalli erzählt, dass auch eine Artistenfamilie in New York das macht, was eigentlich alle Touristen dort eben so machen: Sightseeing und Wolkenkratzer bestaunen.
Warum der Circus Roncalli auf Tiere verzichtet, wie die Farbpsychologie die Gestaltung seiner Zirkuswagen beeinflusst, und wie Bernhard Paul die Zukunft des Zirkus sieht. Das alles hört ihr in der 73. Folge von Wunderbar Together. Und einen Reisetipp von Felix für alle, die irgendwann mal New York besuchen wollen, gibt es auch noch on top.
MEHR ZU BERNHARD UND LILI PAUL-RONCALLI
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