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Gehen oder bleiben? Das ist eine Frage, die sich sicher jeder Mensch schon einmal gestellt hat, der sich in einer festen Beziehung befindet. Die Wahlmöglichkeiten in unserer Zeit sind schlicht zu vielfältig, die Lebensentwürfe zu verlockend. Der Gedanke, dass man ein ganz anderes Leben führen könnte, wenn man sich an der einen oder anderen Stelle anders entschieden hätte, ist manchmal zu präsent. Insbesondere in Zeiten, in denen die Beziehung einen fordert: die Kinder, die Arbeit, die Beziehungspflege, die Anforderungen von außen. Wer kennt es nicht?
In ihrem neuen Buch „Zusammenbleiben: Von der Freiheit fester Bindungen“ setzt sich die Philosophin und Bestsellerautorin Svenja Flaßpöhler mit diesem Thema auseinander. Und wagt unter Bezugnahme auf den Philosophen Søren Kierkegaard viele intime Blicke in ihre persönliche Vergangenheit und ihr eigenes Beziehungsleben. Sie sagt: Gerade die Freiheit, gehen zu können, ist die Voraussetzung für freies Bleiben. Ein Buch über die Kunst, sich als Paar in der Dauer zu verwirklichen, ohne in Fallen wie Selbsttäuschung oder Unterwerfung zu tappen.
Ein Plädoyer fürs Bleiben, auch wenn man doch immer gehen kann. Jetzt reinhören!
Redaktion und Moderation: Mae Becker
Es sind die letzten Tage der Monarchie in Hawaii. In einem Staatsstreich stürzen amerikanische Kapitalisten die Königin Lili’uokalani, zwingen sie zur Abdankung und bereiten die Übernahme des Inselstaats durch die USA vor. Die weiße Elite des Landes will ihre Privilegien weiter ausbauen, ihre wirtschaftliche Macht stärken. Doch so einfach lässt sich ein Land nicht stehlen, eine Heimat nicht verhökern. In Honolulu regt sich Widerstand: Viele Menschen wollen ihr Hawaii, ihre Kultur, ihre Königin nicht kampflos aufgeben. Auch durch die deutsche Community – die in Politik, Unternehmertum und bei Hofe zuhauf vertreten ist – geht ein Riss. Wer wird auf welcher Seite stehen? Und wer spielt welches Spiel? Mit Leidenschaft und einem ungeheuren Sog erzählt Sabrina Janesch davon, wie Menschen in schicksalhaften Zeiten über sich hinauswachsen – oder sich von der Macht verführen lassen. Ein Roman über Verwurzelung und Freiheit, über Integrität und Mut, über Unrecht und Recht – der es in sich hat.
In dieser Folge von ZEIT für Literatur liest Sabrina Janesch aus ihrem neuen Roman »Territorium«. Im Interview stellt sie sich den Fragen von Moderatorin Mae Becker und erläutert unter anderem, wie sie den Stoff gefunden hat, welche unglaubliche Recherche ihrem Buch vorangegangen ist und warum es so wichtig ist, über Entwurzelung und Heimatverlust als universelle menschliche Erfahrung zu schreiben. Jetzt reinhören und in den Bann ziehen lassen!
Die Podcast-Folge wurde im Auftrag von Rowohlt Berlin von Studio ZX produziert, der Kreativagentur des ZEIT Verlags.
Elli hat sich zum Schreiben in ein Haus im Wald zurückgezogen, um die vollkommene Ruhe für ihr neustes Romanprojekt zu finden. Doch dort in der Stille wandern die Gedanken, öffnen Türen zu Geschichten von früher: zur Kindheit in Tschechien, zur Flucht nach Deutschland und immer wieder zur Oma, zur Babička, die in der damaligen Tschechoslowakei geblieben ist. Und mit den Erinnerungen kommen auch die Märchen zurück, die Elli als Kind von der Großmutter gehört hat. Allen voran die Geschichte von Viktorka, einer Frau, die für wahnsinnig erklärt wurde und allein in den böhmischen Wäldern lebte. Als Elli herausfindet, dass Viktorka keine Märchenfigur ist, sondern wirklich existierte, reist sie nach Tschechien. Sie will die Wahrheit erfahren über diese Frau und über das, was ihr angetan wurde. Doch tief im Wald, in der Einsamkeit, wartet eine andere Aufgabe auf sie: Sie muss sich auch ihrer eigenen Geschichte stellen.
In dieser Folge von ZEIT für Literatur liest Jarka Kubsova aus ihrem neuen Roman „Im Licht des neuen Tages“. Im Interview erläutert sie, welche feinen Verbindungen zwischen Frauen über die Jahrhunderte hinweg bestehen, warum der Wald in ihrem Roman eine so bedeutende Rolle spielt und warum die Auseinandersetzung mit der eigenen tschechischen Herkunft längst überfällig war.
Diese Podcast-Folge wurde im Auftrag des Verlags S. Fischer vom Studio ZX produziert.
Amanda Eleonore Atkins ist eine Londoner Zollbeamtin, die ihr Leben nach strikten Regeln lebt und sich selbst keine Ausreißer erlaubt. Doch als sie eines Tages in einen verborgenen Leseraum ihrer Stamm-Bibliothek geführt wird, gerät ihre geordnete Welt ins Wanken. Gemeinsam mit dem Aushilfsbibliothekar Henry Brown, Schülerin Xiao Mei Smith und dem geheimnisvollen Bibliotheksbesucher Robert Joy muss sie sich hier, an diesem magischen Ort, ihren Erinnerungen, Ängsten und tiefsten Sehnsüchten stellen. Endlich Hoffnungen, Emotionen und Träume zulassen – und auch ihre strikte Lebensführung grundsätzlich hinterfragen. Klingt irgendwie magisch? Ist es auch.
In dieser Folge von ZEIT für Literatur liest Vanessa Göcking aus ihrem neuen phantastischen Roman „Ms Atkins und die Bibliothek der Träume“. Im Interview spricht sie unter anderem über ihre Liebe zu alten Bibliotheken, den Mehrwert der Magie im sonst so ernsten Leben und ihre Doppelrolle als Autorin und Verlegerin.
Die Podcast-Folge wurde im Auftrag des Vani Verlags vom Studio ZX produziert.
Redaktion und Moderation: Mae Becker
Nicht eine Mutter, sondern viele: In „Alle meine Mütter“ schreibt Lena Gorelik über Frauen, die Mütter sind. In unterschiedlichen Lebenslagen, mit widersprüchlichen Erfahrungen und Blicken auf Mutterschaft. Ihr Roman versammelt versehrte Mütter, Frauen, die sich gegen ein Kind entschieden haben, Mütter, die zugleich Töchter sind, und Beziehungen, die sich einfachen Zuschreibungen entziehen.
In dieser Folge von ZEIT für Literatur liest Gorelik aus ihrem Roman und berichtet im Interview von den Müttern, die ihr beim Schreiben begegnet sind: erinnerte, erfundene, beobachtete. Zwischen Fiktion und Autofiktion fragt sie, warum Geschichten über Mutterschaft noch immer oft zu eindeutig, zu glatt, zu erwartbar erzählt werden – und was literarisch möglich wird, wenn man sie stattdessen in ihrer Widersprüchlichkeit ernst nimmt.
Im Gespräch erzählt Lena Gorelik, was sie mit „Alle meine Mütter“, erschienen bei Rowohlt, anders machen wollte, warum sie die Perspektive vervielfacht hat und weshalb gerade darin die besondere Kraft dieses Romans liegt.
Eine Freundschaft, die sich verändert, politische Haltungen, die sich voneinander entfernen – und ein Vorwurf, mit dem sich der Erzähler auseinandersetzen muss: In seinem Roman „Sommer 24“ erzählt der deutsch-iranische Schriftsteller Navid Kermani von einem Sommer, in dem politische Verschiebungen bis in Freundschaften und persönliche Beziehungen hineinwirken.
Im Podcast ZEIT für Literatur spricht Navid Kermani über Nähe und Distanz, über literarische Bezugspunkte von Thomas Mann bis Antonin Artaud – und über die Gleichzeitigkeit unserer Gegenwart. Es geht um die Fragen, wie wir diese Spannungen aushalten und was nötig ist, um trotz politischer Differenzen miteinander im Gespräch zu bleiben. Das Gespräch zu „Sommer 24“, erschienen bei Hanser, stellt außerdem eine weitere Überlegung in den Raum: Muten wir uns eigentlich genug zu?
Nach dem Gespräch können Hörerinnen und Hörer direkt in den Text einsteigen: mit einer eine Hörprobe aus dem gleichnamigen Hörbuch, erschienen im Argon Verlag und gelesen von Jens Harzer.
Ein Familienepos über Generationen, getragen von leiser Magie: In Lázár erzählt Nelio Biedermann von Lajos von Lázár, einem jungen Adligen, der im Habsburgerreich aufwächst und in den Umbrüchen der Zeit seinen Platz sucht.
Im Gespräch geht es um die Balance zwischen Märchenhaftem und Historischem, um den Einfluss der eigenen Familiengeschichte – und um die Frage, was ihm beim Schreiben besonders wichtig war: Fiktion oder Biografie? Dazu liest Nelio Biedermann aus Lázár, erschienen bei Rowohlt Berlin.
Die Podcast-Folge wurde im Auftrag des Rowohlt Verlags vom Studio ZX produziert. Studio ZX – die Kreativagentur des ZEIT-Verlags.
Was, wenn man ein Mädchen ist und trotzdem in den Knabenchor will? In dieser Folge von ZEIT für Literatur lernen wir Moll kennen: 13, musikalisch hochbegabt, und entschlossen, sich nicht den Regeln eines Dorfes zu beugen, das für Mädchen wie sie keinen Platz vorgesehen hat. In Durch das Raue zu den Sternen erzählt Christopher Kloeble von einer jungen Heldin, die gegen das Verschwinden ihrer Mutter ansingt. Und vom Trost, den Musik spenden kann, wenn Worte fehlen.
Im Gespräch geht es um musikalisches Erzählen, um den schmalen Grat zwischen Leichtigkeit und Schmerz – und um die Frage, wie man eine Geschichte voller Verlust erzählen kann, ohne bitter zu werden. Durch das Raue zu den Sternen ist bei Klett-Cotta erschienen.
Wie spricht man über Dinge, für die es keine Worte gibt? In dieser Folge von ZEIT für Literatur begegnen wir Paulina Czienskowski – und einem Roman, der sich behutsam an das Unausgesprochene herantastet. In Dem Mond geht es gut erzählt sie von drei Generationen von Frauen, von Nähe und Distanz, vom Erinnern und Weitergeben – und davon, wie es ist, Mutter zu werden, während man noch Tochter ist.
Im Gespräch geht es um Sprachlosigkeit als literarisches Motiv, um Mutterschaft als Zustand der Wachsamkeit – und darum, wie sich ein Familiengedächtnis in Fragmenten, Gesten und Schweigen weiterträgt. „Dem Mond geht es gut“ – jetzt erschienen bei Blumenbar im Aufbauverlag.
Wie verändert eine Missbrauchserfahrung das eigene Verständnis von Liebe? Wie beeinflusst sie Beziehungen, Sexualität, Vertrauen – zu anderen und zu sich selbst? Helene Bracht stellt in "Das Lieben danach" genau diese Fragen. In ihrem autobiografischen Text nähert sie sich einem Thema, für das es oft keine passenden Worte gibt. Als Kind wurde sie über mehrere Jahre sexuell missbraucht. In dem Essay reflektiert sie, was die Erfahrung mit ihrem Leben gemacht hat – und von dem langen Prozess, die eigenen Erlebnisse in Sprache zu übersetzen.
Dabei geht es nicht nur um das Erinnern, sondern auch um das Erzählen: Welche Worte stehen uns überhaupt zur Verfügung, wenn es um Missbrauch geht? Und welche fehlen? Helene Bracht wechselt in ihrem Buch zwischen autobiografischen Episoden, theoretischen Reflexionen und gesellschaftlichen Betrachtungen – und macht so deutlich, dass es keine eindeutigen Antworten gibt. Vielmehr zeigt sie, dass Liebe und Scham, Angst und Begehren, Nähe und Distanz oft untrennbar miteinander verwoben sind.
In dieser Podcast-Folge von ZEIT für Literatur sprechen wir über genau über solche Ambivalenzen. Über Sprachlosigkeit und das Ringen mit Worten. Über die Frage, wie Sprache bewusst als Instrument eingesetzt werden und Grenzen ausloten kann. Und darüber, was es bedeutet, nach Jahrzehnten auf das eigene Leben zurückzublicken und es in Worte zu fassen – jetzt, mit 70 Jahren.
Die Podcast-Folge wurde im Auftrag des Hanser Verlags vom Studio ZX produziert. Studio ZX – die Kreativagentur des ZEIT-Verlags.
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