Zeitgeschichte erleben. Der Podcast der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung

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Zeitgeschichte erleben. Der Podcast der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung episodes

  • Die Kanzler und die Intellektuellen. Lesung und Gespräch mit Peter-André Alt
    Geist und Macht – das war schon immer ein spannungsgeladenes Verhältnis. Dass die Intellektuellen den Mächtigen nichts schenken, liegt ebenso in der Natur dieser Beziehung wie die Reserve der Politiker gegenüber selbstherrlichen Literaten, die alles besser wissen, ohne in der Verantwortung zu stehen. Der Literaturwissenschaftler Peter-André Alt hat sich in „Die Kanzler und die Intellektuellen. Geschichte einer unbequemen Beziehung“ (C.H. Beck, 2026) von Konrad Adenauer über Willy Brandt bis Olaf Scholz die Bundeskanzler und ihre Beziehung zum geistigen Leben der Republik genau angeschaut. Das Ergebnis ist ein höchst aufschlussreiches Buch über die politische Kultur der Bundesrepublik, prallvoll mit Geschichten von Heinrich Böll und Günter Grass, Wolf Biermann und Christa Wolf, Eva Menasse und Juli Zeh.
    Im Gespräch mit Bettina Greiner, Willy-Brandt-Haus Lübeck, und Jörg-Philipp Thomsa, Günter Grass-Haus, stellte Peter-André Alt sein Buch am 27. Oktober 2026 in Lübeck vor und zeigte auf, an welchen Stellen der Einfluss der Intellektuellen besonders groß war und wo es sogar zu Verwerfungen zwischen Geist und Macht kam.
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    Bildnachweis: Olaf Malzahn
    1 hr 29 min
  • DemokratieSlam 3.0 - Verantwortung & Demokratie
    DemokratieSlam 3.0 – Jugendliche über Verantwortung und eine gerechte Welt
    Wie können wir Verantwortung übernehmen? Von wem dürfen wir Verantwortung einfordern? Und wie können wir gemeinsam eine gerechtere Welt gestalten?
    Beim DemokratieSlam 3.0 am 16. Juni 2026 präsentierten Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen der Stefan-Andres-Realschule plus in Unkel ihre Gedanken und Ideen rund um Verantwortung, Demokratie und gesellschaftliches Zusammenleben. Auf der Bühne brachten sie ihre Perspektiven in eigenen Worten und kreativen Texten zum Ausdruck.
    Der DemokratieSlam bildete den Abschluss des Projekts „Doing Democracy“, einer Kooperation der Stefan-Andres-Realschule plus und der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung. Ausgangspunkt war Willy Brandts Regierungserklärung von 1969, in der er die Bürgerinnen und Bürger dazu aufrief, Verantwortung mitzutragen.
    In einem Poetry-Slam-Workshop mit Anna Lisa Azur entwickelten die Jugendlichen eigene Texte und fanden neue Wege, sich mit politischen Fragen auseinanderzusetzen.
    Der Podcast gibt Einblicke in den DemokratieSlam und zeigt, wie junge Menschen ihre Vorstellungen von Verantwortung und einer gerechten Gesellschaft formulieren.
    Eine Veranstaltung der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung in Kooperation mit der Stefan-Andres-Realschule plus.
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    31 min
  • Kosmopolitismus in der Praxis. Weltbürgertum auf dem Prüfstein des Handelns
    Kann Weltbürgertum mehr sein als eine Utopie? Dem Staatsrechtler Carl Schmitt zufolge nicht: Kosmopolitismus löse sich in Luft auf, sobald man versuche, ihn in die Praxis umzusetzen; es handele sich um eine Weltsicht, die entpolitisiere. Doch in der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg, in den Jahren von 1919 bis 1939, gab es Projekte, in denen Kosmopolitismus ernst genommen und anzuwenden versucht wurde. Ein Vorhaben, das viele Fragen aufwarf: Wie führt man eine gemeinsame Sprache ein, die es der Menschheit ermöglicht, zu einer Einheit zusammenzufinden? Lassen sich Kinder und Jugendliche zu Weltbürgern erziehen? Wie soll eine künftige Weltregierung die Loyalität ihrer Beamten gewinnen, wenn diese gleichzeitig ihren Herkunftsländern verpflichtet sind?
    Der Historiker Malte König untersucht in „Kosmopolitismus in der Praxis. Weltbürgertum auf dem Prüfstein des Handelns 1919–1939“ (Campus 2025) die Handlungswirksamkeit kosmopolitischen Gedankenguts in der europäischen Politik der Zwischenkriegszeit. Nicht die Utopien stehen im Zentrum, sondern die konkrete Umsetzung des Kosmopolitismus in den Feldern Kommunikation, Erziehung, gelebte Weltgemeinschaft, Menschenrechte und Völkerbund.
    Auf die Vorstellung des Buches durch Malte König folgt ein Kommentar von Isabella Löhr (Freie Universität Berlin). Die anschließende Diskussion wird von Dierk Hoffmann (Institut für Zeitgeschichte München–Berlin) moderiert.
    Veranstaltung In Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München–Berlin.
    1 hr 36 min
  • Berlin 1936 / Barcelona 1937. Wie Willy Brandt zum Sozialdemokraten wurde - Vortrag von Bernd Rother
    Seit wann war Willy Brandt Sozialdemokrat: seit der Zeit in der Arbeiterjugend, seit dem Beitritt in die Lübecker SPD 1930 oder doch erst seit 1944, als er sich in Stockholm wieder der SPD anschloss? Der Historiker Bernd Rother zeigt in seinem Vortrag, dass neben den skandinavischen Erfahrungen die Aufenthalte in Berlin 1936 und in Barcelona 1937 entscheidend waren. In Berlin lernte Brandt, wie wenig Politik für viele Menschen bedeutete, und in Barcelona erlebte er, wie skrupellos die Stalinisten die Freiheit der Andersdenkenden unterdrückten.
    Der Vortrag wurde am 28. September 2026 im Willy-Brandt-Haus Lübeck gehalten.
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    Bildnachweis: fredstein.com
    26 min
  • Wer schweigt, wird schuldig! Hörstück zum 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer
    „Wer schweigt, wird schuldig!“, mahnen Günter Grass und Wolfdietrich Schnurre kurz nach
    dem Bau der Berliner Mauer 1961 und nennen die Manifestierung der Teilung „das Unrecht
    vom 13. August“. Stephan Hermlin antwortet umgehend und erteilt „den Maßnahmen der
    Regierung der Deutschen Demokratischen Republik [s]eine uneingeschränkte ernste
    Zustimmung“. Annemarie, eine junge Ost-Berliner Bürgerin, fragt ihren Bruder Rulle in
    einem Brief: „Was haben wir nur verbrochen??“. Und Willy Brandt? Der prangert die
    „brutale Teilung“ und „rechtswidrigen Maßnahmen des Ulbricht-Regimes“ an und kann den
    Absperrungen mitten durch die Stadt zunächst doch nur ohnmächtig zusehen.
    Diese und weitere zeitgenössische Reaktionen auf die dramatischen Ereignisse vor 65 Jahren
    ergeben eine Collage aus politischen, literarischen und persönlichen Impressionen aus Ost
    und West. Gelesen von der Schauspielerin Sigrid Dettlof und dem Schauspieler Ludwig-
    Christian Glockzin erinnern die Texte an die tiefen Einschnitte in das Leben der Deutschen
    auf beiden Seiten der Mauer.
    Arrangement: Julius Bartholdt, Günter Grass-Haus & Anne Küpperbusch, Willy-Brandt-Haus
    Lübeck, Aufnahme und Schnitt: Hendrik Große-Homann
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    Bildnachweis: Bundesbildstelle
    1 hr 10 min
  • Hören und Sprechen im Krieg. Alltagskommunikation im Nationalsozialismus 1939–1945
    Buchpräsentation und Diskussion
    Hören und Sprechen im Krieg. Alltagskommunikation im Nationalsozialismus 1939–1945
    23. Juni 2026 im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors
    Im Januar 1942 schlug der Sicherheitsdienst des Reichsführers SS Alarm: Die Bevölkerung baue sich „ihr Bild“ zusammen und übernehme „die unsinnigsten Gerüchte“ kritiklos. Was der SD als ein Problem wahrnahm, bildet den Ansatzpunkt für das Buch „Hören und Sprechen im Krieg“ (2025) von Felix Berge. Auf breiter Quellenbasis untersucht er die Alltagskommunikation in der deutschen Gesellschaft im Zweiten Weltkrieg als Sammlung, Aneignung und Verbreitung von Informationen. Wie tauschten sich Menschen unter den Herrschaftsbedingungen des Nationalsozialismus aus? Wie veränderte sich Kommunikation im Krieg, als das Vertrauen in die Medien zerfiel und die Wahrheit von allen Seiten unter Beschuss geriet? Informelle Kommunikation konnte die Gesellschaft in der Krise strukturieren, verlieh Individuen Souveränität und war ein Überlebensmittel. Wer mehr wusste, besaß Vorteile. Doch die Deutschen artikulierten auch Ängste und Gewalt, sie sprachen über Verbrechen und Holocaust. Das NS-Regime bekämpfte diese „Gerüchtemacherei“ nicht nur, es nutzte informelle Kommunikation in der „Mundpropaganda“ auch selbst.
    Auf die Vorstellung des Buches durch Felix Berge folgt ein Kommentar von Andrea Riedle (Topographie des Terrors). Die anschließende Diskussion wird von Dierk Hoffmann (Institut für Zeitgeschichte München–Berlin) moderiert.
    Eine Kooperationsveranstaltung der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin und des Dokumentationszentrums Topographie des Terrors
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    1 hr 18 min
  • Lübecker Verfassungsrede 2026 - Vortrag von Heike Krieger
    Das Völkerrecht sei weltfremd, sich dafür einzusetzen naiv. Es bewirke wenig und schütze letztlich nur Autokraten. Immer mehr Stimmen bezweifeln ganz grundsätzlich die Bedeutung des internationalen Rechts für die Bundesrepublik Deutschland. Anders aber lauten die Vorgaben des Grundgesetzes, das eine Hinwendung zu internationaler Kooperation und der Herrschaft des Rechts postuliert. Warum es auch aus der Perspektive der deutschen Verfassung erforderlich bleibt, sich für die Geltung des Völkerrechts einzusetzen, beleuchtet Heike Krieger in ihrem Vortrag.
    Heike Krieger ist Professorin für Öffentliches Recht und Völkerrecht an der Freien Universität Berlin. Sie ist Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Internationales Recht und war von 2007 bis 2014 Richterin des Verfassungsgerichtshofs des Landes Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Allgemeinen Völkerrecht, im humanitären Völkerrecht und im Menschenrechtsschutz.
    Am 23. Mai 2026 hielt Heike Krieger die Lübecker Verfassungsrede.
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    Bildnachweis: Margret Witzke
    52 min
  • „Freundesland“ – Rut Brandts Erinnerungen
    Lange Jahre waren sie vergriffen, jetzt hat der Lübecker Verlag Rote Katze sie neu aufgelegt: Die Erinnerungen der Norwegerin Rut Brandt, die sie 1992 unter dem Titel „Freundesland“ veröffentlicht hatte. Die Neuerscheinung ist Anlass für eine Würdigung dieser beeindruckenden Frau, die wie ihr Ehemann Willy Brandt aus einfachen Verhältnissen stammte, wie er im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv war, nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihm nach Deutschland ging und ihn bis zur Scheidung 1980 durch die Höhen und Tiefen seiner politischen Karriere begleitete. Doch Rut Brandt war viel mehr als nur Wegbegleiterin eines berühmten Politikers. Sie war in vielerlei Hinsicht auch seine Wegbereiterin.
    Am 23. April 2026 hielt die Historikerin Bettina Greiner dazu einen Vortrag. Anschließend sprach Sie mit
    Björn Engholm, Ministerpräsident a.D. Schleswig-Holstein, und Rosemarie Bouteiller, Vorsitzende der Erich-Mühsam-Gesellschaft. Begrüßung: Bernd Saxe, Rote Katze Verlag
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    Bildnachweis: BWBS
    1 hr 11 min
  • Vergangenheit als Argument: Erinnerungspolitische Deutungskämpfe seit 1945
    Vergangenheit als Argument: Erinnerungspolitische Deutungskämpfe seit 1945
    Buchsalon am 23.4.2026 im Forum Willy Brandt Berlin
    Die Frage nach der historischen Verantwortung, die aus der NS-Vergangenheit erwachsen ist, prägt die Debatten in Politik, Gesellschaft, Medien und Wissenschaft bis heute. Bereits unmittelbar nach 1945 begannen die Deutungskämpfe über den Umgang mit dieser Vergangenheit: Wie konnte es dazu kommen? An welche Opfer wird wie erinnert? Wen versteht man als Täter, wen als Mitläufer und wie sollte man mit ihnen umgehen? Und worauf genau bezieht sich eigentlich das „Nie wieder“? Seit mehr als acht Jahrzehnten werden diese Fragen unter sich wandelnden Vorzeichen immer wieder neu und kontrovers diskutiert.
    Zwei eindrucksvolle neue Veröffentlichungen beleuchten diese Debatten aus unterschiedlichen Blickwinkeln: In „Never Again: Germans and Genocide After the Holocaust“ untersucht der US-amerikanische Historiker Andrew I. Port, wie die Auseinandersetzung mit dem Holocaust im geteilten und im geeinten Deutschland den Umgang mit anderen Genoziden geformt und beeinflusst hat. Die Historikerin und Kulturwissenschaftlerin Marie Müller-Zetzsche analysiert in ihrem im Mai erscheinenden Buch „Erneuerung der alten Rechten“ deren gezielte Versuche, den Erinnerungsdiskurs im Sinne ihrer Politik und Ideologie zu lenken. Moderiert von Frank Wolff stellen beide Gäste in der zweiten Ausgabe unseres Buchsalons ihre Bücher vor.
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    1 hr 45 min
  • Die Entscheidung. Deutschland 1929 bis 1934 mit Jens Bisky
    Der Aufstieg radikaler Kräfte in Deutschland begann nicht erst 1933. Der Tod des Außenministers Gustav Stresemann und die Weltwirtschaftskrise läuteten bereits 1929 den Anfang vom Ende der Weimarer Republik ein und ermöglichten Hitlers Aufstieg. Demokratische Republik oder faschistischer Staat – so lautete ab Sommer 1930 die Alternative. Was folgte – die Pulverisierung der bürgerlichen Milieus, der Aufruhr der Mittelschichten, die Selbstüberschätzung der Konservativen und Nationalisten, die sich einbildeten Hitler zähmen zu können, Verelendung und Bürgerkriegsfurcht – mündete in der verbrecherischsten Diktatur des 20. Jahrhunderts.
    Der Autor Jens Bisky beschreibt in „Die Entscheidung. Deutschland 1929 bis 1934“ (Rowohlt 2024) wie die Weimarer Republik in einem Wirbel aus Not und Erbitterung zerstört wurde. Am 15. April 2026 ging er im Gespräch mit der Journalistin Frauke Hamann der Frage nach, wie eine demokratische Republik im Faschismus enden konnte.
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    Bildnachweis: Olaf Malzahn
    1 hr 26 min

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