Zeitgeschichte erleben. Der Podcast der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung

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Zeitgeschichte erleben. Der Podcast der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung episodes

  • Die Deutsch-Israelischen Studiengruppen und die frühen studentischen Kontakte mit Israel 1948-1972
    Die Deutsch-Israelischen Studiengruppen und die frühen studentischen Kontakte mit Israel 1948-1972
    Buchvorstellung mit Vortrag und Diskussion im Forum Willy Brandt Berlin
    1957 gründete der israelische Student Jochanan Bloch an der Freien Universität Berlin die erste Deutsch-Israelische Studiengruppe. Nach dem Berliner Vorbild konstituierten sich in den folgenden Jahren auch an anderen westdeutschen Universitäten parallele Gruppen. Mitte der 1960er-Jahre existierten zeitgleich insgesamt 19 solcher Gruppen mit etwa 600 bis 800 Mitgliedern. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen von Nationalsozialismus und Holocaust engagierten sich die Mitglieder in Deutschland für die NS-Aufarbeitung, gegen den Antisemitismus und für engere Kontakte mit Israel.
    Jonas Hahn bettet die Geschichte dieser studentischen Vereinigung in den größeren Kontext der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte sowie der frühen deutsch-israelischen Beziehungen ein. Auf Grundlage einer umfangreichen Quellensammlung liefert der Autor eine sozialgeschichtliche Analyse der Anfänge des deutsch-israelischen Beziehungsverhältnisses, in dem studentische und gesellschaftliche Akteure eine Vorreiterrolle einnahmen und mit ihrem Engagement politischen Entwicklungen und der offiziellen Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel im Jahr 1965 den Weg ebneten.
    Auf die Vorstellung des Buches durch Jonas Hahn folgt ein Kommentar von Daniel Mahla (Universität Haifa). Die anschließende Podiumsdiskussion wird von Kristina Meyer moderiert.
    Unser Gast Daniel Mahla konnteTintra wegen der anhaltenden Kriegssituation derzeit leider nicht aus Israel anreisen. Den Kommentar zur Buchvorstellung von Jonas Hahn übernimmt dankenswerterweise die Historikerin Zarin Aschrafi von der Universität Leipzig
    In Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München−Berlin
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    1 hr 46 min
  • Katharina Focke: Verantwortung für Europa
    Katharina Focke: Verantwortung für Europa
    Vortrag und Gespräch am 10. März im Willy-Brandt-Forum Unkel
    Katharina Focke (1922–2016) gilt als bedeutende europapolitische Pionierin der Bundesrepublik. Sie war eine Politikerin der SPD und eine bedeutende Vertreterin der europäischen Idee im Nachkriegs-Deutschland. Focke trat 1964 der Partei bei und wurde 1966 in den Landtag von NRW gewählt, wo sie bis 1969 tätig war. Zu dieser Zeit konzentrierte sie sich auf europäische und soziale Fragen. Nach ihrer Wahl in den Deutschen Bundestag 1969 ernannte Willy Brandt sie zur Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundeskanzleramt. Sie fungierte als enge Beraterin in Bezug auf Europapolitik, Bildungsfragen und Bund-Länder-Beziehungen. 1972 wurde sie Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit. Focke trat 1979 bei den ersten Direktwahlen zum Europäischen Parlament an und war dort bis 1989 Abgeordnete. Sie setzte sich stark für Entwicklungs- und Zusammenarbeitspolitik ein und war von 1984 bis 1987 Vorsitzende des Ausschusses für Entwicklung und Zusammenarbeit. Außerdem war sie 1984 SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl.
    Der Historiker Tom Hillebrand wird in seinem Vortrag die europapolitische Karriere Fockes betrachten. In seinem laufenden Dissertationsprojekt untersucht er Fockes europapolitischer Erfolge und den Symbolcharakter Fockes für eine sich verändernde SPD in den 1960er und 1970er Jahren. Im Anschluss wird Scott Krause, Leiter des Willy-Brandt-Forums Unkel, ein Gespräch zwischen Tom Hillebrand und Karsten Brenner, ehemaliger Büroleiter Fockes, moderieren.
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    1 hr 26 min
  • Die angespannte Mitte. Studienvorstellung und Diskussion mit Fokus auf Schleswig-Holstein
    Seit 2006 gibt die Friedrich-Ebert-Stiftung etwa alle zwei Jahre eine neue Ausgabe der „FES-Mitte-Studie“ heraus. In dieser Studie werden die Verbreitung, Entwicklung und Hintergründe rechtsextremer, menschenfeindlicher und antidemokratischer Einstellungen in der deutschen Gesellschaft untersucht. Die diesjährige Ausgabe unter dem Titel „Die angespannte Mitte“ blickt auf die Normalisierung des Rechtsextremismus und aktuelle Entwicklungen in Zeiten globaler Verunsicherungen.
    In der Mitte der Gesellschaft ist die Anspannung durch polarisierende Debatten, äußere Konflikte, innere Krisen, geschürte Ängste und reale Probleme zu spüren. Ein Großteil nimmt diese Anspannung in Form einer Bedrohung durch den Rechtsextremismus wahr. Gleichzeitig ist jedoch in der Mitte der Gesellschaft eine Normalisierung bezüglich bestimmter antidemokratischer und menschenfeindlicher Aussagen zu beobachten.
    Diese und weitere Ergebnisse diskutierten am 4. März 2026 im Willy-Brandt-Haus Lübeck Amelie Nickel, Co-Autorin der Studie, Niclas Dürbrook, MdL und SPD-Fraktionssprecher für Rechtsextremismus, und Torsten Nagel, Regionale Beratungsteams gegen Rechtsextremismus Schleswig-Holstein. Moderation: Cosima Schmitt, Journalistin, Begrüßung: Bettina Greiner, Leiterin Willy-Brandt-Haus Lübeck und Stine Klapper, Leiterin Regionalbüro Nord der Friedrich-Ebert-Stiftung
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    Bildnachweis: Dietz/bergsee, blau
    1 hr 30 min
  • Transit 64. Buchvorstellung und Gespräch mit Heinz Bude, Bettina Munk und Karin Wieland
    Es ist kalt in Ostberlin, als Marlene Dietrich im Januar 1964 für einen Zwischenstopp in ihrer früheren Heimatstadt landet. Mit Deutschland hat sie gebrochen und möchte so schnell wie möglich nach Warschau weiterreisen. Doch in Westberlin warten zwei Männer auf sie: Der Regierende Bürgermeister Willy Brandt und sein Sprecher Egon Bahr wollen sie bei der Wahl des Bundespräsidenten gegen den Alt-Nazi Heinrich Lübke antreten lassen.
    Was, wenn es so passiert wäre? Auf der Bühne des Kalten Krieges entwickeln die Autoren Heinz Bude, Bettina Munk und Karin Wieland in „Transit 64“ (Hanser 2025) aus Fiktionen, Fakten und Bildern eine irrwitzige Geschichte. Sie handelt von Freiheit, Diktatur, Widerstand, Exil und Anpassung und verlängert das 20. Jahrhundert in die Gegenwart. Die Buchvorstellung am 19. Februar 2026 im Willy-Brandt-Haus Lübeck wurde moderiert vom Literaturkritiker Rainer Moritz. Begrüßung: Bettina Greiner, Leiterin Willy-Brandt-Haus Lübeck
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    Bildnachweis: ©Olaf Malzahn
    1 hr 35 min
  • Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945
    In einer schweren Krise wurde die NSDAP 1932 zur mit Abstand stärksten Partei gewählt. Bald konnte sie die Macht übernehmen und auf wachsende gesellschaftliche Zustimmung bauen. Hitler brauchte den Krieg – das Volk fürchtete sich davor. Dennoch terrorisierten schließlich 18 Millionen deutsche Soldaten Europa. Wie kam es dazu? Warum beteiligten sich Hunderttausende an beispiellosen Massenmorden?
    Der Historiker Götz Aly zählt zu den bekanntesten Autoren zur Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust. In seinem neuen Buch „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945“ (S. Fischer 2025) schildert er in einer fesselnden Erzählung die Herrschaftsmethoden, mit denen die NS-Machthaber Millionen Deutsche in gefügige Vollstrecker oder in vom Krieg abgestumpfte Mitmacher verwandelten – und von denen nicht wenige beängstigend aktuell sind. Moderiert wurde die Buchvorstellung von der Historikerin Birthe Kundrus (Universität Hamburg).
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    1 hr 22 min
  • Siegfried Aufhäuser. Gewerkschafter, Politiker und jüdischer Sozialist, 1884-1969
    Siegfried Aufhäuser zählte in der Weimarer Republik zu den prominentesten Akteuren der Angestelltengewerkschaften. Als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände (AfA) rief er 1920 zum Generalstreik gegen den Kapp-Lüttwitz-Putsch auf. Im Reichstag profilierte sich der linke SPD-Abgeordnete vor allem in der Sozialpolitik und war maßgeblich am Gesetz zur Arbeitslosenversicherung und der Etablierung der Arbeitsgerichtsbarkeit beteiligt. Nach dem 30. Januar 1933 versuchte er vergeblich, seine Partei und die Gewerkschaften von einem Generalstreik gegen die NS-Machtübernahme zu überzeugen. Aufhäuser, der als Jude und Sozialist jederzeit mit seiner Verhaftung rechnen musste, entschloss sich im Mai 1933 zur Flucht aus Deutschland. Nach Exilstationen in Paris, Prag und London gelangte er 1939 nach New York, wo er als Journalist arbeitete und sich in der German Labour Delegation sowie im Council for a Democratic Germany engagierte. 1951 kehrte er nach West-Berlin zurück, wo er im Alter von 67 Jahren den Vorsitz des Landesverbandes der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft übernahm.
    Der Historiker Christian Zech zeichnet das bewegte politische Leben Siegfried Aufhäusers in seinen verschiedenen Facetten nach und eröffnet mit seiner Biografie neue Blickwinkel auf die Geschichte der Angestelltengewerkschaften, der Sozialdemokratie und der Remigration jüdischer NS-Verfolgter nach 1945. Nach der Vorstellung seines Buches diskutiert der Autor mit dem Historiker Ernst Piper.
    Eintritt frei. Eine Anmeldung ist über das Online-Formular erbeten. Die Veranstaltung wird im Anschluss als Podcast zum Nachhören zur Verfügung gestellt.
    In Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München−Berlin
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    1 hr 41 min
  • Willy-Brandt-Vortrag Bonn 2025. Jean-Marc Ayrault: Mut. Für einen eigenständigen Weg Europas
    „Die Vereinigung Europas ist nicht nur eine Frage der Qualität unserer Existenz“, betonte Willy Brandt 1973. „Sie ist eine Frage des Überlebens zwischen den Giganten und in der zerklüfteten Welt der jungen und der alten Nationalismen.“
    Heute ist Brandts Mahnung mehr denn je von Aktualität: Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine, neue geopolitische Spannungen und die wachsende Unsicherheit über die amerikanische Rolle haben die Lage auf dem Kontinent grundlegend verändert. Zugleich wandelt sich das weltpolitische Gefüge durch den Aufstieg neuer globaler Mächte, während zunehmender Nationalismus und rechtspopulistische Strömungen den inneren Zusammenhalt Europas gefährden.
    Der ehemalige französische Premier- und Außenminister Jean-Marc Ayrault zeigte im Willy-Brandt-Vortrag vom 9. Dezember 2025 Wege auf, wie Europa diesen Herausforderungen mutig und selbstständig begegnen kann. Im Anschluss diskutierte er mit Tobias Cremer, MdEP, über die Perspektiven europäischer Handlungsfähigkeit in einer sich wandelnden Welt. Lisa Louis, freie Journalistin, moderierte das Gespräch.
    Der Willy-Brandt-Vortrag wird in Kooperation zwischen der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Universität Bonn und der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung durchgeführt. Seit 2021 nimmt die Reihe alljährlich im Dezember Willy Brandts Wirken für Demokratie und Frieden – national wie international – in den Blick. Prominente Gäste aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft diskutieren Brandts Errungenschaften und seine Einflüsse auf unsere heutige Gesellschaft – aktuell und retrospektiv. Was bleibt? Wovon können wir heute wieder profitieren? Aber auch: Was ist neu einzuordnen?
    1 hr 32 min
  • Eine Frage der Weltordnung. Flucht und humanitärer Interventionismus im Mittleren Osten
    Eine Frage der Weltordnung. Flucht und humanitärer Interventionismus im Mittleren Osten, 1979-1991
    Buchpräsentation und Diskussion am 4. November 2025 im Forum Willy Brandt Berlin in der Veranstaltungsreihe "Zeitgeschichte im Dialog"
    Flucht entwickelte sich seit den späten 1970er Jahren zu einem globalen Politikfeld. Mit dem Afghanistan-Krieg, dem Iran-Irak-Krieg und dem zweiten Golfkrieg geriet der Mittlere Osten ins Zentrum politischer Debatten, humanitärer Hilfe und menschenrechtspolitischen Engagements. Die Studie von Agnes Bresselau von Bressensdorf gibt Einblick in die tägliche Arbeit der Hilfsorganisationen in den Flüchtlingslagern der Region, ihre Vernetzung mit der afghanischen und kurdischen Diaspora in Deutschland und Westeuropa sowie ihre Bedeutung für die internationale Politik. Auf diese Weise entsteht ein Gesamtpanorama von Flucht und humanitärer Hilfe in dieser Region, die bis heute die europäische und globale Fluchtpolitik maßgeblich prägt.
    Auf die Vorstellung des Buches durch Agnes Bresselau von Bressensdorf (Institut für Zeitgeschichte München–Berlin) folgt ein Kommentar von Heike Wieters (Humboldt-Universität zu Berlin). Die anschließende Podiumsdiskussion wird von Hermann Wentker moderiert.
    In Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München−Berlin
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    1 hr 29 min
  • Was heißt hier Staatsräson? Willy Brandt Lecture 2025
    Willy Brandt Lecture 2025 - Was heißt hier Staatsräson
    Vortrag von Ronen Steinke am 7. Oktober in Berlin
    Was heißt hier Staatsräson? Unter dieser Fragestellung widmete sich die diesjährige Willy Brandt Lecture einem Begriff, der seit Angela Merkels Rede vor der Knesset 2008 mit Blick auf die deutsch-israelischen Beziehungen immer wieder für Diskussionen sorgt. Am 7. Oktober, dem zweiten Jahrestag des Terrorangriffs der Hamas auf Israel und des Beginns des Gaza-Kriegs, sprach der Journalist und Autor Ronen Steinke in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften über die Geschichte und Gegenwart der bundesdeutschen Israel- und Nahostpolitik.
    Den Abend eröffnete Bundestagspräsident a. D. Wolfgang Thierse. In seinem Vortrag erinnerte Ronen Steinke einleitend an Willy Brandts Staatsbesuch in Israel 1973 und diskutierte anschließend die oft aufgestellte Behauptung, dass die Israel- und Nahostpolitik der Bundesrepublik bis heute vor allem von vergangenheitsbezogenen Erwägungen bestimmt oder sogar gehemmt werde – aus Sicht von Steinke ein Mythos. Im Bühnengespräch mit der ZEIT-Journalistin Mariam Lau wurden die im Vortrag aufgeworfenen Thesen vertieft und neue Denkanstöße für den gesellschaftlichen Diskurs rund um das Verhältnis Deutschlands zu Israel und zur Frage einer friedlichen Zukunft für den Nahen Osten gegeben.
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    1 hr 33 min
  • 50 Jahre KSZE-Schlussakte. Was bleibt vom Geist von Helsinki?
    Mit der Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte vor 50 Jahren entstand eine neue, blockübergreifende europäische Sicherheitsordnung. Ihr waren lange Vorbereitungen vorausgegangen, wobei nicht zuletzt die Neue Ostpolitik Willy Brandts entscheidende Weichen für die am 3. Juli 1973 in Helsinki begonnenen und am 1. August 1975 abgeschlossenen Verhandlungen gestellt hatte. Gemeinsam bekannten sich große und kleine Staaten beiderseits des „Eisernen Vorhangs“ zur Unverletzlichkeit der Staatsgrenzen, zum gemeinsamen Handel, zu einem weitreichenden Informationsaustausch vor allem in militärischen Fragen und zur Umsetzung der Menschenrechte als Ankerpunkte eines gemeinsamen Sicherheitssystems. Es begann der KSZE-Prozess mit mehreren Nachfolgekonferenzen, bei denen die beteiligten Staaten über die jeweils erzielten Fortschritte Bericht erstatteten. Zahlreiche oppositionelle „Helsinki-Gruppen“ nutzten diesen Prozess dazu, mutig auf die weiterhin schlechte Menschenrechtssituation in den Staaten des Warschauer Pakts hinzuweisen und auf deren Verbesserung zu pochen. Nach dem Ende des Kalten Krieges entstand als Nachfolgeorganisation die OSZE, die bis heute u. a. dafür zuständig ist, in Konflikten über Grenzverläufe zu schlichten oder die Einhaltung der Menschenrechte zu überwachen.
    Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Unterdrückung der Opposition in Russland und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion, aber auch die Schwächung der Menschenrechte insgesamt und neue imperiale Tendenzen werfen die Frage auf, ob der KSZE-Prozess überhaupt noch von Bedeutung ist für unsere Gegenwart. Liegt das damals beschlossene System in Trümmern? Ist es ein Anachronismus in einer heute ganz anderen Welt? Oder können uns die damaligen Lösungsansätze dabei helfen, auch im 21. Jahrhundert Verständigung und Frieden zu stiften?
    Diese Fragen diskutieren wir mit der polnischen Journalistin Anna Alboth, der russischen Germanistin und Gründungsmitglied der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Menschenrechtsorganisation Memorial, Irina Scherbakowa, und Bundestagspräsident a. D. Wolfgang Thierse. Das Gespräch moderiert Frank Wolff von der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung.
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    1 hr 39 min

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