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  • Die unausweichlichen Niederlage der Ukraine | Von Rainer Rupp
    Die Normative Kraft des Faktischen.
    Ein Kommentar von Rainer Rupp.
    Diese Tagesdosis handelt davon, wie das System der Negativauslese für Spitzenjobs in Politik und Medien in den US-Vasallen-Demokraturen die Kriegshysterie gegen Russland und die bedingungslose Unterwerfung unter das US-Diktat begünstigt hat. Dazu gehört auch, dass Zelenskys wahnhafte Verweigerung der Realität über den wahren Kriegsverlauf in der Ukraine ebenfalls in Deutschland die Hirne des politischen und medialen Führungspersonals vernebelt hat.
    Aber die normative Kraft des Faktischen, in vorliegendem Fall in Gestalt der unausweichlichen Niederlage der Ukraine, hat inzwischen den westlichen Kriegstreibern klar gemacht, dass sie sich mit ihrer doppelten, militärischen und wirtschaftlichen, Kriegsführung gegen Russland total verrechnet haben. Russland hat nicht - wie vom Westen erhofft – sich in der Ukraine festgefahren und verrannt, sondern geht dort dem nicht mehr aufzuhaltenden Sieg entgegen, der angesichts der zunehmenden Auflösungserscheinungen der ukrainischen Streitkräfte nicht mehr weit entfernt sein dürfte.
    Auch wirtschaftlich zeugen der erstarkte Rubel, die kräftige Wiederaufnahme des Wachstums der industriellen Produktion, die vollen Regale in den Supermärkten und die rasch sinkende Inflation davon, dass nicht Russland am Boden liegt, sondern eher der Westen, in dem die Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung läuft.
    Russland ist wie ein Phönix aus der Asche aus den schlimmsten Sanktionen aufgestiegen, die der Westen je gegen ein Land verhängt hat. Geeint steht die russische Bevölkerung heute hinter der politischen Führung um Präsident Putin. Alle westlichen Versuche mit den Sanktionen Zwietracht zu sähen und das Land politisch und wirtschaftlich zu destabilisieren und für einen Regime Change reif zu machen, haben sich als illusionär erwiesen.
    Allerdings haben sich die westlichen Länder mit ihren anti-Russland Sanktion immer wieder von Neuem in die eigenen Beine geschossen. Der Grund: Die politischen Dilettanten haben ihre aus dem Bauch getroffenen Sanktionsentscheidungen über den wirtschaftlichen Sachverstand der eigenen Experten gestellt, dem traumtänzerischen Motto folgend, dass der Wille Berge versetzt, auch ganz ohne Bagger und Diesel als Treibstoff.
    Für diese himmelschreiende Dummheit der US/NATO/EU-Führungskräfte wird die arbeitende Bevölkerung des Westens teuer bezahlen müssen. Hinzu kommt, dass die zerstörerische Boomerang-Wirkung der Sanktionen, die im Westen zu einer schweren Krise angewachsen sind, der Auslöser für weitere Krisen geworden ist. Denn die latent schwelenden Probleme eines toxischen Cocktails aus selbst verschuldeten, schwerwiegenden wirtschaftlichen, geldpolitischen und finanziellen Fehlentscheidungen wird seit fast zwei Jahrzehnten ungelöst von Jahr zu Jahr von den westlichen Politikern mitgeschleppt, in der Hoffnung, dass die Probleme irgendwie verschwinden. Stattdessen sieht jetzt alles danach aus, als ob die aktuelle Energie-, Rohstoff-, Lieferketten- und Inflationskrise durch einen Börsen-Crash und eine neue Finanzkrise erweitert wird.
    Von all dem wird Russland kaum berührt werden. Es ist weitgehend losgelöst von den westlichen Finanz- und Geldmärkten und auch im Warenverkehr orientiert es sich bereits langfristig um, in Richtung der expandierenden und zukunftsträchtigen eurasischen und asiatischen Märkte, wobei Russland und China zum Entsetzen der westlichen Polit-Idioten auch in sensiblen Bereichen immer enger zusammenarbeiten. Zukünftige russische Generationen werden womöglich dem Westen dankbar sein für den totalen Bruch mit Russland, denn so wurde ihr Land nicht in den Strudel gezogen, in dem der Westen, vor allem die EU untergegangen ist.
    Die Ideologie des Neoliberalismus hat in den letzten 30 Jahren wie ein Virus alle Lebensbereiche der westlichen Gesellschaften durchdrungen und erfüllt damit das Kriterium des Totalitarismus.
    18 min
  • Leben in Namibia | Von Jochen Mitschka
    Einleben in der neuen Realität
    Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.
    Am 9. April kamen wir in Namibia an, am 9. Mai konnten wir unser Haus beziehen und am 8. Juni begannen die Renovierungsarbeiten. Wir haben viele Menschen kennengelernt und waren verwundert über die Offenheit und Freundlichkeit, mit der wir empfangen wurden. Natürlich auch darüber, wie viele Menschen deutsch sprechen wollen, sobald sie merken, dass man aus Deutschland kommt. Hier nun der Bericht über den Beginn der Renovierung und den Fortschritt hinsichtlich anderer Maßnahmen, die mit dem Beginn einer neuen Sesshaftigkeit verbunden sind.
    Die meisten Deutschsprachigen leben noch in der Vorstellung eines Deutschland des Wirtschaftswunders, eines Deutschlands der 1970er und 1980er Jahre. Aber es gibt auch nachdenkliche Stimmen, die Kontakte nach Deutschland direkt pflegen, welche erklären, dass sie schon hörten, was auch wir erzählten. Aber natürlich werden deutschsprachige Zeitungen und Radiosender durch die DPA und die Konrad-Adenauer-Stiftung und andere Lobbyorganisationen der deutschen politischen Parteien maßgeblich beeinflusst. Weshalb sich die Erkenntnisse über den Zustand Deutschlands und der ganzen EU nur sehr langsam durchsetzt.
    Das Haus
    Wir hatten in Deutschland die Ersparnisse aus 45 Jahre Arbeit und viel Eigenleistung in ein Haus gesteckt, das wir erst 2016 gebaut hatten. Wir hatten es für den Rest des Lebens geplant. Also auch barrierefrei, mit großem Garten zur Selbstversorgung und Solarzellen mit Batterie zur Strom-Selbstversorgung. Nur damit, dass sich die gesellschaftliche Entwicklung im Laufe der Corona-Krise so schnell verschlechtern würde, hatten wir nicht für möglich gehalten. Und so verkauften wir Anfang 2022, als deutlich wurde, dass die Genbehandlungspflicht für medizinische Berufe nicht mehr verhindert würde, Hals über Kopf unser frisch gebautes Haus und viele angeschaffte Sachen mit finanziellem Verlust, um den Rest unseres Lebens nun doch in einem Exil zu verbringen.
    Glücklicherweise stellte sich heraus, dass wir so ein bisschen „Hans im Glück“ zu imitieren scheinen. Denn was wir seit der Ankunft in Namibia erlebten, entschädigt uns materiell und mental für die Verluste, die wir in Deutschland erlitten. Materiell, weil wir ein wunderschönes Haus kaufen konnten, und noch Geld für Renovierung und Ausstattung übrig haben.
    Zwar kostet der Strom in Namibia nur ein Drittel der Kosten in Deutschland, trotzdem hatten wir uns entschlossen, auch wieder Solarzellen zu installieren. Denn schließlich gibt es hier keine „Winterflaute“, in der kaum Strom produziert werden kann und außerdem scheint die Sonne praktische jeden Tag, denn wir sind nicht in, sondern am Rand der Nebelzone des Atlantiks. Dazu kam die Anschaffung einer Batterieeinheit aus Südafrika, die ab dem 14. Juni montiert werden soll. Und wir waren sehr gespannt auf die Unterschiede zur Performance der Tesla-Speichereinheit, die wir in Deutschland hatten.
    Wir rechneten damit, so viel Strom zu produzieren, dass wir ihn gar nicht vollständig werden verbrauchen können. Deshalb erlaubten wir uns auch den Luxus einer elektrischen Heizung, quasi eine Art Durchlauferhitzer für den Swimmingpool, den wir in den nächsten Wochen renovieren werden. Außerdem erlaubten wir uns den Luxus von Heizgeräten in Form von Klimageräten. Im Prinzip also dezentrale Luft-Wärmepumpen. Wodurch der offene Kamin wohl nun endgültig nur noch als Deko dient. Somit ist die Investition in die Solaranlage im Prinzip die Vorauszahlung für Strom, Heizung und Kühlung für die nächsten 15 Jahre. Bei drohender Inflation vielleicht eine gute Idee.
    Am Montag den 6. Juni begann die Hausrenovierung, allerdings mit gebremstem Schaum. Die Löcher für die Zaunpfosten wurden geschaufelt. Leider stellte sich heraus, dass einige auf dem Grundstück des Nachbarn waren. Wir haben uns geeinigt, dass man die Löcher dazu nimmt, einige Pflanzen aus dem Grenzbereich in die Löcher zu...
    21 min
  • Waldbrandtheorie und Zombie-Unternehmen | Von Christian Kreiß
    Unterdrückte Bereinigungen, Zombie-Unternehmen und der Prozess der schöpferischen Zerstörung: Kommt eine unkontrollierbare Weltwirtschaftskrise auf uns zu?
    Ein Kommentar von Christian Kreiß.
    Fragestellung
    Erfahrungen aus Australien zeigen: Wenn man lokal begrenzte Buschbrände lange künstlich unterdrückt, sammelt sich immer mehr Biomasse an. Dann kommt irgendwann ein Brand, der nicht mehr kontrollierbar ist, ein Flächenbrand mit katastrophalen Schäden, die viel größer sind, als wenn regelmäßig kleinere, lokal begrenzte Brände ausbrechen.


    Das Gleiche gilt für die Ökonomie. Wenn man lange Zeit Rezessionen künstlich unterdrückt, bilden sich immer mehr Zombie-Unternehmen, Unternehmen ohne ökonomische Existenzberechtigung. Kommt dann eine erneute Rezession, kann diese in einen unkontrollierbaren Abschwung übergehen, eine Depression wie 1929. Eine solche Weltwirtschaftskrise reißt auch viele produktive Unternehmen mit in den Abgrund und richtet sehr viel mehr Elend an, als es viele regelmäßige kleinere Rezessionen gemeinsam tun. Stehen wir heute vor solch einer auf uns zukommenden, unkontrollierbaren Weltwirtschaftskrise?

    Weisheitsvolle Natur: Zerstörung und Tod gehören zum Leben dazu
    Der herausragende Wirtschaftshistoriker Knut Borchardt gebrauchte in den 1980er Jahren an der LMU München in seiner Vorlesung Wirtschaftsgeschichte folgendes Bild zur Erklärung von Konjunkturzyklen.[1] In Australien gab es regelmäßige Buschbrände. Daraufhin beschloss die Regierung, diese Waldbrände durch stark vermehrten Feuerwehreinsatz zu bekämpfen. Das gelang. Viele Jahre lang fanden kaum mehr lokale Waldbrände statt. Dann kam allerdings ein Waldbrand, der so gewaltig war, dass die Feuerwehr keine Chance mehr hatte. Der Buschbrand entwickelte sich zum katastrophalen Flächenbrand. Der Schaden dieses einen Großbrandes war um eine Vielfaches größer als viele kleine, regional begrenzte Buschbrände gewesen wären.
    Was war geschehen? Kleinere, regional begrenzte Buschbrände können von dem Ökosystem relativ gut überwunden werden. Aus den unversehrten benachbarten Gebieten können Pflanzensamen und Tiere kommen und die verbrannte Fläche wieder zum Leben erwecken. Ja mehr: Manche Pflanzenarten geben ihre Samen nur bei hohen Temperaturen, also nach Waldbränden überhaupt erst frei.[2] In der Natur sind also mit großer Weisheit Waldbrände mit eingeplant, sie werden geradezu benötigt. Zerstörung ist weisheitsvoll im Naturkreislauf eingeplant. Dann kann, wie der Phoenix aus der Asche, Neues entstehen, junge, frische Pflanzen ins Leben treten und das Ökosystem erneuern, beleben, stärken. Gerade weil das Alte zerstört wird und dadurch fruchtbarer, aschegedüngter Boden vorhanden ist, kann neues Leben entstehen.
    Die Politiker hielten sich aber für klüger als die weisheitsvolle Natur und durch diese Hybris bzw. dieses Nicht-Verstehen komplizierter Abläufe geschah großes Übel. Aufgrund der langjährigen künstlichen Unterdrückung regionaler Buschbrände durch die Menscheneingriffe war derart viel brennbare Biomasse akkumuliert worden, dass das einen Feuersturm ungeahnten Ausmaßes auslöste. Es war einfach zu viel Biomasse da. Der Brand war nicht mehr durch Menschen beherrschbar.
    Waldbrände und Konjunkturtheorie
    Knut Borchardt übertrug dies auf das Wirtschaftsleben. In guten, prosperierenden Jahren gedeihen auch solche Unternehmen, die weniger effizient sind als andere, deren Produkte oder Dienstleistungen weniger gut sind als die anderer Unternehmen. Auch diese ineffizienteren Unternehmen mit schlechter Führung, schlechten Produkten gedeihen während eines allgemeinen Wirtschaftsaufschwungs mit oder sie überleben zumindest, sie werden gewissermaßen in der allgemeinen Euphorie mitgetragen, mitgerissen. Diese Unternehmen müssten aber immer wieder aussortiert, zerstört werden, zugrunde gehen. Das ist die wichtige Aufgabe von Rezessionen, von Wirtschaftsabschwüngen.
    13 min
  • Geopolitik der Rohstoffe | Von Hermann Ploppa
    Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.


    Vorschau in die kommende Ausgabe der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg gab zuletzt bekannt, es müsse jetzt Friedensverhandlungen geben und Gebietsabtretungen Kiews an die Russische Föderation. EU-Kommissar Thierry Breton möchte gerne lieber gestern als heute die einseitige Abhängigkeit von russischen und chinesischen Rohstoffen beenden.

    Denn jetzt müsse endlich »Schluss sein mit der Ära der Naivität«. So ließ sich Thierry Breton vernehmen. Europa sei einseitig abhängig bei der Rohstoffbeschaffung von China und Russland. Wir müssen endlich strategisch denken und eine »Geopolitik der Rohstoffe« entwickeln.
    Darum hat der EU-Kommissar, zuständig für den europäischen Binnenmarkt sowie für Verteidigung und Raumfahrt, einen Gesetzentwurf formulieren lassen, den so genannten »Raw Materials Act«. Also zu Deutsch: Gesetz für Rohstoffe. Im Entwurf heißt es: Die »übermäßige Abhängigkeit Europas von kritischen Materialien, die oft nur aus einem Land stammen, wird immer riskanter.« Mit »kritischen Materialien« handelt es sich in erster Linie um sogenannte Seltene Erden (die gar nicht so selten sind); um Kobalt, Lithium und Magnesium. Die geplante Digitalisierung und die Elektrifizierung des Verkehrs sind ohne diese Stoffe undenkbar. Es betrifft im Einzelnen die Herstellung von: Halbleitern, Elektronik, Robotik, Batterien, Elektromotoren oder auch Solarzellen.
    Thierry Breton kommt übrigens, wie alle tonangebenden Hierarchen der Europäischen Union, aus der Hochfinanz. Breton hat vor seiner politischen Karriere vornehmlich französische Großkonzerne »saniert«. Sanieren bedeutet heutzutage immer: Wirtschaftsbetriebe durch Fusionen und Ankäufe so zu recht zu modellieren, dass Spekulanten an der Börse die neu arrangierten Häppchen optimal verdauen können. Das hat Breton so gut gemacht, dass er zuerst Finanzminister in Frankreich wurde und eben jetzt Kommissar, also quasi Minister, in der EU. Sein geplantes Rohstoffgesetz sieht als Ausweg aus der Abhängigkeit von fremden Rohstoffen drei Maßnahmen vor: zum einen Selbstversorgung, zweitens Sparsamkeit im Umgang mit Rohstoffen und drittens Recycling bereits im Umlauf befindlicher Rohstoffe aus ausgedienten Endprodukten.
    Selbstversorgung nicht zumutbar
    Nun, mit der Selbstversorgung ist das so eine Sache. Es gibt zwar in Europa Landstriche mit Lithium- oder Magnesium-Vorkommen, die in der Erde schlummern. Bislang hat man sie jedoch aus guten Gründen nicht geborgen. Zum einen wäre die Förderung nicht rentabel. Zum anderen würde die Landschaft nicht unerheblich zerstört – was zu Recht politische Widerstände in der Region hervorrufen würde. Es wurden in der Vergangenheit Versuche unternommen, in Storkwitz bei Delitsch in Sachsen Seltene Erden zu fördern. Allerdings wurde der Versuch abgebrochen, weil das Unternehmen vollkommen unrentabel war.
    Im Rahmen der De-Industrialisierung Europas seit den 1970er Jahren wurden alle schmutzigen und umweltverbrauchenden Wirtschaftszweige großräumig in die Länder der so genannten Dritten Welt verlagert. So sind jetzt ganze Regionen in Südostasien komplett ruiniert. Die Arbeiter haben keine große Lebenserwartung. Die Löhne sind unterirdisch. Ein trauriger Höhepunkt in puncto Umwelt- und Menschenverbrauch ist Bayan Obo in der Inneren Mongolei, die zur Volksrepublik China gehört. Hier werden Seltene Erden, insbesondere Thorium im Tagebau gefördert. Anstatt Natur gibt es hier eine Abwasserlache von zehn Millionen Kubikmeter jedes Jahr, voll mit radioaktivem Thorium, Flusssäure, Schwefelsäure. Lungenkrebs ist in dieser Region überdurchschnittlich vertreten und die Wüste breitet sich immer mehr aus.
    Unsere ach so grünen neuen Technologien ziehen eine Spur der Verwüstung hinter sich her. So etwas ist den Bürgern in Europa schlicht nicht zuzumuten. Zudem gab es in Deutschland schon einmal in der Vorbereitung des Zweite...
    10 min
  • Nutzlose Menschen | Von Rüdiger Lenz
    Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.
    "In der Corona-Krise will man um jeden Preis Leben retten und opfert dafür die Freiheit. Im Ukraine-Krieg will man um jeden Preis die Freiheit retten und opfert dafür Leben. In beiden Krisen gilt als moralisches Verhalten, Andersmeinenden die Moral abzusprechen." – Professorin Ulrike Guérot
    Das Problem mit den sogenannten schlafenden Menschen ist nicht Dummheit, sondern ihre vollkommene Ignoranz des Bösen. Die meisten Menschen können sich dieses abgrundtief Boshafte nicht vorstellen. Sie können sich nicht vorstellen, dass hinter der Plandemie, den Genspritzen und der Propaganda dafür ein ebenso abgrundtief böser Plan steckt, wie damals, als in der Wannsee-Konferenz die Vernichtung unwerten Lebens von den Nazis geplant wurde. Diese Menschen, die sich das Böse nicht vorstellen können, hören von uns unsere Verschwörungsbehauptungen und sperren sofort diesen boshaften Plan in Richtung ihrer Hirne ab, weil sie sich das Böse in ihrer wirklichen Form einfach nicht vorstellen können.
    Ich erinnere mich an meine ersten Jahre als Tätertherapeut und Ausbilder, bei dem mir auffiel, dass sehr viele Sozialagenten sich das Böse einfach nicht vorstellen konnten. Sie konnten sich in der Mehrheit nicht vorstellen, was Gewalterfahrungen sind und wieso Menschen grausam und brutal werden können. Wer das nie erlebt hat, kann sich das nicht vorstellen.
    Faktenverständnis endet bei den Konsequenzen der Faktenlage
    Das Problem der Wahrheitsbewegung war, die sich nach 9/11 weltweit formierte, dass sie über ihre vielfältigen Lösungsangebote stolperte, die sie herausbekam und forderte die schlafenden Schafe auf, sie sich anzuhören. Sie, die schlafende Masse, sträubte sich aber umso vehementer, je intensiver sie dazu aufgefordert wurde. Auch damals wagten nur ungefähr 15 Prozent der Menschen sich daran, diese Fakten zu verstehen. Der Rest, so um die 80 oder 85 Prozent weigerten sich bis heute, die Fakten zum Einsturz der drei Türme anzuerkennen.
    Die Leute können sich die Fakten schon vorstellen, doch die Fakten über die Verursacher wollten sie sich nicht vorstellen. Sie wollen und können sich nicht vorstellen, dass die Leute, von denen sie sich Schutz, Wohlstand und Sicherheit erhoffen, dass dieselben Leute die Verursacher der Einstürze der drei Türme sein könnten. Es geht hierbei um die Konsequenzen, denn unweigerlich müssten die dann mitgedacht und überprüft werden. Und vor dieser Überprüfung der Fakten, ihren Schlussfolgerungen, die zu individuellen Konsequenzen führen, haben sie Angst. Träfe der worst case zu, dass die Beschützer auch die Mörder und die Inszenierer der darauf folgenden Kriege sind, dann würde ihr gesamtes Leben wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Und nur davor schützt sich die schlafende Masse. Vor den größten Betrug in ihrem Leben, das sie im Grunde ohne jeglichen Halt für irgendwen sind. Bei vielen kommen hier sehr unangenehme Trigger der Kindheit und anderen Verlassenheitsängsten wieder hoch, denen sie sich nicht stellen wollen. Ich habe die seelischen Problematiken in meinem Vierteiler Gedankenbrecher dargelegt und werde das an dieser Stelle jetzt nicht wiederholen.
    Nur wenn die schlafende Masse hierbei erwacht, also die Konsequenzen der Fakten zulässt, wäre ein Bewusstseinswandel möglich und eine vollkommen andere Welt könnte von uns gemeinsam errichtet werden. Solange aber in der Masse dieses Zurückschrecken vorherrscht, weil man im Grunde vor dem Anpacken des eigenen Lebens Angst hat, solange werden die Verursacher derlei Terrors auch weiterhin machen können, was sie wollen. Sie werden keine Konsequenzen erwarten.
    Konsequenzen wären nämlich dann nicht durch das Rechtssystem zu erwarten, sondern von dem, was die aufgewachte Mehrheit dann als Antwort für die Verursacher bereit hält. Unweigerlich wären die Konsequenzen die Abschaffung des bisherigen Gesamtsystems. Davor haben die Eliten Angst,
    19 min
  • Politische Gesinnungsjustiz | Von Uwe G. Kranz
    … und ein Staat, der definiert, was „Wahrheit“ ist.
    Ein Standpunkt von Uwe G. Kranz.
    „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant”, schrieb Hoffmann von Fallersleben. Von Jean-Claude Juncker, dem Ex-Kommissionspräsidenten der Europäischen Union, stammt folgender erhellende Ausspruch über die EU-Reglementierungspraxis: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.” So allerdings hat es die Politik schon immer gehandhabt, und so macht sie es auch heute – jedoch immer dreister.
    Inzwischen geht es um den Kern der Würde des Menschen – um sein Persönlichkeitsrecht, das sich vor allem in dem Recht der freien Meinungsäußerung beweist. Was wir seit rund zwei Jahren erleben, ist unerträglich: Ein Familienrichter wird seit April 2021 wegen Unbotmäßigkeit und angeblicher Rechtsbeugung verfolgt, seine Büroräume im Gericht und seine Wohnung wurden mehrmals durchsucht, seine sämtlichen Informations- und Kommunikationsmittel beschlagnahmt – nur weil er es wagte, die Anti-Corona-Maßnahmen des Staates in seiner Corona-Paranoia, die so genannten Non-Pharmaceutical-Intervention-Maßnahmen (NPI) aus familienrichterlicher Sicht und zum Wohle des Kindes kritisch zu beurteilen; „willkürlich”, wie die Staatsanwaltschaft glaubt. Wohlgemerkt: Es ging hier schlicht um die Maskenpflicht an zwei Schulen! Damit habe er sich „in schwerwiegender Weise von Recht und Gesetz entfernt, um die angebliche Unwirksamkeit und Schädlichkeit staatlicher Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie öffentlichkeitswirksam darzustellen.” Wow! Das nenne ich politische Gesinnungsjustiz. Wenigstens wissen wir nun dank mehrerer obergerichtlichen Entscheidungen (und der Stiko-Empfehlung zur Kinderimpfung), dass das Wohl des Kindes weniger Wert hat als das hoheitliche Verwaltungshandeln, das durchzusetzen ist – ohne Wenn und Aber. Nur zur Vertiefung: das Gericht spricht von „angeblicher Unwirksamkeit” und die „angeblicher Schädlichkeit” der Masken.
    Die Würde des Menschen
    In einem anderen, weitgehend vergleichbaren Fall in Weilheim wurde nicht durchsucht, nicht beschlagnahmt, nicht mit politmedialem Dauerfeuer Hass und Hetze gegen „Corona-Leugner” verbreitet, sondern schlicht geurteilt, dass sich die Richterin zwar falsch entschieden, aber deshalb nicht das Recht gebeugt habe; die Folge hier: Einstellung des Verfahrens. Auch im österreichischen Hallein wurde die Salzburger Kinderärztin Dr. Sabine Wipfinger durch das Bezirksgericht von dem Vorwurf freigesprochen, Maskenatteste zu Unrecht ausgestellt zu haben. Das besagte Verfahren wegen Rechtsbeugung gegen den Weimarer Familienrichter begann Anfang Juni 2022; man darf gespannt sein, ob das Gericht die mittlerweile vorliegende Fülle wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Nichtwirksamkeit der Masken berücksichtigen wird, oder ob die Justiz blindwütig rachsüchtig bleibt, um „öffentlichkeitswirksam” einen zu bestrafen, damit Tausende folgsam bleiben. Es steht zu hoffen, dass das Thüringer Gericht nicht zu einer ähnlich unverhältnismäßigen Bewertung kommt wie das bayerische in Passau, das kürzlich den Frauenarzt Dr. Ronald Weikl wegen des gleichen Delikts zu 20 Monaten Freiheitsstrafe verdonnerte.
    Durchsuchungsteams mindestens in Gruppenstärke, bestehend aus Beamten der Staatsanwaltschaft, Schutz- und Kriminalpolizei; dazu ein begleitender SEK-Einsatz mit Blendgranaten, Rammen, Maschinenpistolen, Handschellen-/Kabelbinder und Diensthunden; umfangreiche, zeitgleiche frühmorgendliche Durchsuchungs- sowie massive Beschlagnahmeaktionen (selbst von Paintball- und Wasserpistolen) begleiten seit neuestem die polizeilichen Maßnahmen gegen allerlei Verdächtige (siehe hier, hier, hier, hier oder hier) die den „“Querdenker-”,
    16 min
  • Selenskyj paper | Von Willy Wimmer
    Krieg in unserer Zeit
    Ein Kommentar von Willy Wimmer.
    Es ist in dem Zensur-Wahn der Europäischen Union und der Mitgliedsstaaten ein Wunder, dass die internationalen Nachrichtenkanäle noch funktionieren, Wer entsprechend eingerichtet ist, kann sich von Al Jazeera über BBC bis hin zu France 24 und CNN noch ein Bild vom Kriegsgeschehen in der Ukraine machen. Auch, wenn seit Kriegsbeginn mehr als einhundert Tage vergangen sind, ist eines deshalb im Gedächtnis fest verwurzelt. Der Aufschrei der Welt und in der Ukraine selbst nach Einstellung der Kampfhandlungen ist jedenfalls bei denen ausgeblieben, die zweifellos ein gewichtiges Wort bei einer Durchsetzung dieser Forderung der Humanität haben würden. Stattdessen sind die Äußerungen mit dem Inhalt, die Dinge auskämpfen zu wollen, ohne Rücksicht auf die betroffenen Menschen, inzwischen sprichwörtlich "Legion".
    Man sollte für diese Beurteilung das Gesamtbild heranziehen können. Das ist bei allen ehernen Verfassungsgrundsätzen wegen des Rechtes, sich in allgemein zugänglichen Nachrichtenquellen informieren zu können, in Deutschland und allgemein im Westen nicht mehr möglich. Nicht nur wegen des medialen Einheitsbreis, sondern auch deshalb, weil bei "Feind-Nachrichten" der Zensurknüppel frühzeitig und gut abgesprochen geschwungen werden konnte. Man erfährt das über Moskau, was die Zensurmechanismen im Westen als Meldungen aus Moskau uns glauben machen wollen. Im Zweiten Weltkrieg hörte man im Reich "Radio Beromünster" aus der Schweiz oder "BBC". Es ist wieder soweit, auch wenn die Radio- oder Fernsehstationen mit ungefilteter Information sich noch nicht herumgesprochen haben.
    Bei dieser Gesamtlage hat es Wochen gedauert, bis in der deutschen Medienlandschaft und – losgetreten in der Waffen-Reichweitenfrage – das durchschimmerte als treibende Motivation, was der ukrainische Präsident Selenskiy bereits vor einem Jahr mit präsidialer Durchschlagskraft dekretierte. Wolfgang Effenberger hat in diesen Tagen nachdrücklich darauf hingewiesen, nicht nur, was die grundlegenden amerikanischen militärischen Planungsdokumente angelangt. Die Rückeroberung der separatistischen Donbass-Gebiete und der Krim – jenseits aller völkerrechtlich verpflichtenden Vereinbarungen wie dem Minsk-Prozess – ist das staatliche Ziel der Ukraine und zwar fast ein Jahr, bevor russische Truppen die ukrainisch-russische Staatsgrenze überschritten.
    Das war die Zeit, als US-Präsident Joe Biden den russischen Präsidenten Putin vor laufender Kamera einen "Killer" nannte und die amerikanische Staatssekretärin, Frau Nuland, Anfang Oktober 2021 nach allem, was man dazu öffentlich hören konnte, bei einem Besuch in Moskau die russische Regierung zu einer "bedingungslosen Kapitulation" zugunsten der USA aufgefordert hatte. Mit allen, auch und gerade militärischer Mitteln, sollte die Ukraine in völkerrechtlicher Hinsicht, wie sie und ihre Hintermänner es verstanden haben, wieder in die Lage versetzt werden, in Übereinstimmung mit dem Wortlaut des NATO-Vertrages, beitrittsfähig zu werden. Wegen der in Kiew vertretenen Rechtsauffassung war es dazu zwingend, die Krim und den Donbass "heim ins Reich" zu holen, da Staaten mit regionalen Differenzen und ungeklärten Gebietsverhältnissen eben nicht der NATO beitreten können.
    Nach dem SPD-Granden Klaus von Dohnanyi haben im Frühjahr 2021 die NATO-Staats-und Regierungschefs die Aufnahme der Ukraine in die NATO beschlossen, in kompletter Abkehr von den Bukarester Beschlüssen aus dem Jahr 2008. Bei der – wegen der westlichen Gesprächsverweigerung Moskau gegenüber – dort bekannten Haltung in dieser Frage, glich dieses NATO-Verhalten der Zündung einer "Nuklearwaffe" am Unterleib der Russischen Föderation. Von wegen, Frau Baerbock, "unprovoziertes Verhalten."
    Diese westliche Einstellung zur Ukraine in ihrer dienenden Funktion für das eigentliche Ziel, Russland als europäischen Faktor zu beseitigen und im Vergleich zu den USA wirklich zu "Obamas R...
    9 min
  • Besitzlos glücklich? | Von Erich Hambach
    Ein aktueller Überblick zu bereits existierenden Gesetzen, die eine umfassende Enteignung möglich machen.
    Ein Standpunkt von Erich Hambach.
    Lastenausgleich, Vermögensabgabe und drastische Beschränkungen der Grundrechte sind bereits Realität oder stehen mit Fixtermin 01.01.2024 unmittelbar bevor. Dabei hat „Vater“ Staat leider nicht nur die Immobilien im Fokus.
    Ein Ring, sie zu knechten,
    sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben
    und ewig zu binden.
    (J.R.R. Tolkien)
    Die Folterinstrumente des Staates gegen die Vermögen der Bürger sind inzwischen breit gefächert. Gut vorbereitete Regelungen, die zahlreich schon jetzt in Kraft sind und weitere, welche im Bedarfsfall jederzeit aktiviert werden können, erscheinen dem kritischen und wachen Beobachter wie eine Einbahnstraße in eine dystopische Zukunft. Eine Art vorgezeichneter „Highway to Hell“.
    Diese Vorstellung wird zudem durch die jüngst beschlossenen aktuellen Krisen- bzw. Notstandsgesetze (nicht nur) in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu einer erschreckend realen Gefahr. Beispielhaft erwähnen möchte ich hier das in Spanien bereits in 2021 in Kraft getretene neue "nationale Sicherheitsgesetz" (Ley de Seguridad Nacional). Dazu später mehr.
    Der Wiener Rechtsanwalt Dr. Tassilo Wallentin kommentiert das am 22.03.2022 ratifizierte österreichische Krisengesetz so: „Massenenteignungen durch Zwangsabgaben, Einfrieren von Sparguthaben, Einziehung von Goldmünzen, Ausgangssperren und mehr. Die türkis-grüne Regierung schafft sich mit dem Krisensicherheitsgesetz einen Gummiparagraphen, der das Schlimmste befürchten lässt.“
    Alleine in Deutschland ist die Liste fast endlos, denn die Kreativität der Verantwortlichen, wenn es um die Einführungen neuer Gesetze oder Bestimmungen hierzu geht, ist zu unser aller Leidwesen unvorstellbar groß.
    Die wichtigsten Grundlagen, die wir alle zumindest kennen sollten, sind das SAG (Sanierungs- und Abwicklungsgesetz, in Kraft seit 2017) zur Abwicklung von Banken und Finanzinstituten. Damit ist die Enteignung aller Bankkunden bestens geregelt. Zumal hierzu 2019 explizit das deutsche Abwicklungsregime innerhalb des BaFin geschaffen wurde. Im VAG (Versicherungsaufsichtsgesetz, § 314) hat man zudem die Enteignung der Versicherungskunden klar geregelt.
    Wolfgang Schäuble hat zu seiner Zeit als Finanzminister mehrfach erklärt man habe das LAG (Lastenausgleichsgesetz) bereits 2011 evaluiert. Und ein aktives Lastenausgleichsamt existiert ja bekanntlich immer noch. Auch hat der wissenschaftliche Dienst des deutschen Bundestages eine Vermögensabgabe jüngst für verfassungskonform befunden.
    Durch die Anwendung der CAC (Collective Action Clause) können rund 90 % aller europäischen Staatsanleihen per Knopfdruck sofort entwertet werden und jede Form der Altersversorgung, die irgendwelche europäischen Staatsanleihen im Anlagestock haben, löst sich augenblicklich in Luft auf. Für die Eigentümer kreditfinanzierter Wohnimmobilien wird sich das Finanzmarktaufsichtsrechtergänzungsgesetz in Verbindung mit der Wohnbaukreditrichtlinie unfassbar negativ auswirken. Viele werden ihre Immobilien verlieren und oft noch auf Schulden sitzen bleiben. Da ein Währungscrash, bzw. Staatsbankrott nicht auszuschließen ist, sondern vielmehr hochwahrscheinlich ist, werden Schulden von Privatleuten durch „Schuldenaufwertungsgesetze“ so wie es aussieht mehr „wert“ sein als vor dem Finanzcrash. Das wird viele in den Abgrund reißen.
    Das Unvermögen unserer Politiker gepaart mit zahlreichen Fehlentscheidungen selbiger, führt zum unverhohlenen Griff nach unserem Privatvermögen.  Trotz des daraus folgenden Chaos, lässt sich dahinter ein wohlorchestrierter Plan erkennen.
    Für die Folgen verfehlter Politik bzw. für die Konsequenzen der Taten unserer unfähigen Politiker haben ja bisher immer schon die Staatsbürger gehaftet und gezahlt. So soll es wohl auch mit der aktuellen Ampelregierung weiter...
    15 min
  • Globales Finanzsystem: Wer ist der mächtigste Player? | Von Ernst Wolff
    Ein Kommentar von Ernst Wolff.
    Eine der am häufigsten gestellten Fragen zum globalen Finanzsystem lautet: Wer ist denn nun die Nr. 1? Wer spinnt im Hintergrund die Fäden, wer auf diesem Planeten übt die meiste Macht aus? Sind es die Rothschilds, ist es die Federal Reserve oder ist es vielleicht Larry Fink, der Gründer und Chef von BlackRock?
    Die Antwort lautet: Es ist keiner von ihnen. Und die erschreckende Wahrheit dahinter lautet: Beim mächtigsten Player im Finanzsystem handelt es sich nicht um einen oder mehrere Menschen, sondern um eine Maschine, genauer gesagt: um ein von künstlicher Intelligenz gesteuertes Daten-Analyse-System.
    Sein Name ist Aladdin. Aladdin steht für Asset, Liability and Debt and Derivative Investment Network, zu Deutsch: Investitionsnetzwerk für Vermögen, Verbindlichkeiten, Schulden und Derivate.
    Aladdins Ursprung geht auf das Jahr 1988 zurück, als der Wall-Street-Banker Larry Fink die Vermögensverwaltung BlackRock gründete und die Idee hatte, eine Software zur Bewertung von Geldanlagen entwickeln zu lassen.
    Das Konzept erwies sich schnell als überaus lukrativ. BlackRock wuchs auf Grund der Auswertung der gesammelten Daten mit atemberaubender Geschwindigkeit. Schon bald zeigte sich, dass die ursprünglich nur für eigene Zwecke erstellten Analysen und Modelle auch für Kunden interessant sein könnten. Deshalb wurde Aladdin ab dem Jahr 2000 auch betriebsfremden Nutzern angeboten.
    Innerhalb kurzer Zeit stiegen hunderte Finanzinstitute weltweit ein, darunter Schwergewichte wie die Deutsche Bank, die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse oder der größte US-amerikanische Rentenfonds CalPERS. Sie alle lassen sich Aladdins Informationen bis heute individuell auf ihre Bedürfnisse zuschneiden und zahlen dafür Gebühren im siebenstelligen Bereich.
    Im Gegenzug erhalten sie überaus wertvolle Anlagehinweise und Risikoeinschätzungen. Im Rahmen von Stresstestes können zum Beispiel plötzliche Regierungswechsel, Erdbeben, globale Pandemien, Kriegsausbrüche oder Bankenzusammenbrüche simuliert und die Auswirkungen auf die jeweiligen Portfolios vorausberechnet werden.
    Einen gewaltigen Aufschwung erlebte Aladdin in der Weltfinanzkrise von 2007/08. Als das globale Finanzsystem in immer größere Turbulenzen geriet, mussten Regierungen und Zentralbanken in das Geschehen eingreifen, um es vor dem Zusammenbruch zu retten. Dazu brauchten sie allerdings Informationen, und die entscheidenden hatten nicht sie, sondern Aladdin.
    Aladdins Kenntnisse und Fähigkeiten führten dazu, dass zahlreiche Zentralbanken mit der Federal Reserve, der Europäischen Zentralbank EZB und der Bank of England an der Spitze BlackRock zu ihrem wichtigsten Berater ernannten. Das bedeutet nichts anderes, als dass ihre Entscheidungen bis heute weitgehend von Aladdins Daten und Analysen abhängen.
    Der nächste Schub erfolgte mit der Eurokrise. Auf der Grundlage der von Aladdin gelieferten Daten wurden unter anderem die Fusion von 18 griechischen Banken zu vier Großbanken sowie die Abwicklung der faulen Kredite der griechischen Zentralbank organisiert.
    2017 übertraf das Volumen der über Aladdin laufenden Vermögenswerte mit 20 Billionen Dollar zum ersten Mal das Bruttoinlandsprodukt der USA. Das rief immer mehr Kritiker auf den Plan, die eine gesetzliche Machtbegrenzung für Aladdin forderten. BlackRocks Geschäftsleitung reagierte darauf mit der Entscheidung, in Zukunft keine weiteren Zahlen mehr bekanntzugeben. Die Kritik verstummte weitgehend und der Siegeszug der einzigartigen Software setzte sich weiter fort.
    Im April 2020 wurde Aladdin in die Cloud des IT-Giganten Microsoft hochgeladen und wird seitdem von dessen Spezialisten optimiert. Zusätzlich wird das System seit Anfang 2021 durch die Zusammenarbeit mit Clarity AI, einem auf künstlicher Intelligenz beruhenden Analysedienstleister im Bereich Nachhaltigkeitsrisiken, den politischen Trends unserer Zeit angepasst.
    6 min
  • Gedankenknoten – Religionsphilosophie 02 | Von Bernd Lukoschik
    Gedankenknoten sind kleine Texte, die philosophische Probleme erörtern, Fragestellungen aufwerfen und den Leser ins Grübeln bringen. Vom Altertum bis zur Moderne werden Begriffe besprochen, die zum Hinterfragen anregen und das philosophische Problematisieren schulen.
    Das Thema heute: Religionsphilosophie
    Die Willensfreiheit – Gottes Werk oder nicht? Die Paradoxie der Allmacht
    Geht man davon aus, dass der allmächtige Gott alles erschaffen oder bewirken kann, nur in sich Widersprüchliches, also logisch Unmögliches nicht – was aber nach der Meinung der meisten Theologen nichts von seiner Allmacht nähme –, dann ergibt sich folgende Paradoxie der Allmacht:
    Kann ein allmächtiges Wesen Dinge schaffen, auf die es nicht bestimmend einwirken kann? Also zum Beispiel Menschen mit einem freien Willen?
    Es liegt eine Paradoxie vor, denn diese Frage ist nicht eindeutig mit Ja oder Nein beantwortbar bzw. sowohl mit Ja als auch mit Nein.
    Mit Nein: Der Ausdruck „Dinge, die ein allmächtiges Wesen nicht bestimmen kann“ ist in sich widersprüchlich, weshalb es logisch unmöglich ist, derartige Dinge zu schaffen. Auch ein allmächtiges Wesen kann solche Dinge nicht schaffen. Was aber nicht seine Allmacht beeinträchtigen würde, denn, wie zu Anfang festgestellt, logisch Unmögliches nicht schaffen zu können nimmt nichts von seiner Allmacht.
    Mit Ja: Wenn ein allmächtiges Wesen anderen Wesen die Fähigkeit verleiht, Entscheidungen zu treffen, auf die das allmächtige Wesen keinen Einfluss nehmen kann, dann wäre eine Einflussnahme auf deren Entscheidungen eine Einflussnahme auf Dinge, die durch das allmächtige Wesen jeder Einflussnahme enthoben sind – was logisch unmöglich ist. Also kann ein allmächtiges Wesen – das ja nichts von seiner Allmacht verliert, wenn es logisch Unmögliches nicht schaffen kann – Dinge schaffen, die es nicht beeinflussen kann.
    Der australische Philosoph John Leslie Mackie stellt mit diesem Nachweis der Paradoxie fest, dass nicht eindeutig beantwortet werden kann, ob nun ein allmächtiger Gott der Schöpfer der Willensfreiheit ist oder nicht.
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    Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.
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    Bildquelle: Anastasios71 / shutterstock
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das denk' ich auch