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apolut: Tagesdosis episodes

  • Amerikas Weltmacht bröckelt | Von Rainer Rupp

    Imperiale Überdehnung führt zum Scheitern des US-Iran-Kriegs

    Ein Kommentar von Rainer Rupp.

    Die vorläufige Bilanz des brutalen, unprovozierten, völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskrieges gegen Iran zeichnet das Bild eines scheiternden Imperiums und einer Weltordnung im Umbruch. Der bisherige Misserfolg des Krieges lässt sich nicht an erobertem Territorium messen, sondern an den zerstörten geo-strategischen „Gewissheiten“, auf denen die hegemoniale US-Weltordnung aufgebaut war, und die durch Irans resoluten und erfolgreichen Widerstand in ihren Grundfesten erschüttert worden ist.

    Die Vereinigten Staaten gingen aus einer Position jahrzehntelanger globaler Vorherrschaft in den Krieg und vertrauten dabei sowohl auf ihre militärische Machtprojektion als auch auf ihre wirtschaftlichen und finanziellen Druckmittel. Nach der Auflösung der Sowjetunion hatten die USA ihre Interessen weltweit mithilfe von Sanktionen, politischen Umstürzen und „Farbrevolutionen“, begrenzten Militärinterventionen und langwierigen Kriegen durchgesetzt. Diese Epoche prägte eine politische und strategische Führungsschicht, die sich an eine nahezu unangefochtene amerikanische Vormachtstellung gewöhnt hatte.

    Der Krieg gegen Iran offenbarte jedoch eine zunehmend große Kluft zwischen den hegemonialen Ansprüchen Washingtons und seinen tatsächlich verfügbaren militärischen, industriellen und gesellschaftlichen Fähigkeiten. Unter anderem fehlen wichtige Ressourcen (z.B. „seltene Erden“) sowie ausreichende industrielle und militärtechnologische Kapazitäten, um in einem Krieg, der länger als ein paar Wochen dauert, durchzuhalten. Gleichzeitig haben neue, vergleichsweise kostengünstige Waffensysteme die Bedingungen moderner Kriegführung verändert. Insbesondere Drohnen sowie präzise und weitreichende Anti-Schiffraketen ermöglichen es wirtschaftlich schwächeren, aber gesellschaftlich resilienten Staaten, der traditionellen militärischen Überlegenheit des Westens wirksamer entgegenzutreten.

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    12 min
  • Das Asyl-Debakel im Mittelmeer | Von Janine Beicht

    Italiens Absage an die deutsche Doppelmoral
    Private Initiativen unter deutscher Flagge schaffen vollendete Tatsachen, die den Konflikt mit den südeuropäischen Nachbarn auf die Spitze treiben. Die empörten Reaktionen aus Rom entlarven eine Praxis, die die nationale Souveränität anderer Länder unverblümt untergräbt. Das europäische Gefüge gerät dadurch ins Wanken.
    Ein Kommentar von Janine Beicht.

    Die europäische Migrationsarchitektur offenbart sich im Sommer 2026 vollends als das, was pragmatische Beobachter seit Jahren anprangern: Ein gigantisches bürokratisches Kartenhaus, das unter dem Druck der Realität vollkommen zusammenbricht. Während Regierende in Berlin und Rom in gewohnter Regelmäßigkeit von historischem Zusammenhalt schwadronieren, zerschlägt die raue Wirklichkeit an den Außengrenzen und in den Gerichtssälen jegliche Illusionen von europäischer Solidarität. Die sogenannte Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems, verabschiedet unter großem Eigenlob der EU-Bürokratie, entpuppt sich nicht als Lösung, sondern als Treibstoff für eine beispiellose Krise, die das Vertrauen der Bürger in die Handlungsfähigkeit der Staaten endgültig ruiniert. Wer die Berichterstattung der etablierten Medien verfolgt, sieht sich einer Dauerberieselung von Beschönigung ausgesetzt, in der das offensichtliche Scheitern politischer Eliten krampfhaft als temporäre Abstimmungsschwierigkeit verkauft wird.

    Der Paragraphen-Pakt als Papiertiger

    Schon im Dezember 2023 würdigte die Europäische Union die Einigung (1) auf das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) (2) als maßgeblichen Wendepunkt, um Wiederholungen der desaströsen Zustände von 2015/2016 vorzubeugen. Seit Juni 2026 soll das neue EU-Asylrecht nun verbindlich Anwendung finden (2). Fernando Grande-Marlaska Gómez, der seit 2018 amtierende spanische Innenminister, bezeichnete den Kompromiss stellvertretend für die EU-Staaten als historischen Erfolg. Aus heutiger Sicht wirkt diese Selbstbeweihräucherung angesichts der weitgehend ausgebliebenen Verbesserungen geradezu grotesk. Er sagte (1):

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    17 min
  • Kriegsvorbereitung mit Drohnen | Von Tilo Gräser

    Die „russische Gefahr“ lauert überall, behauptet die Regierung. Sie will sie mit allen Mitteln abwehren – auch mit Drohnen.

    Ein Kommentar von Tilo Gräser.

    Es gibt noch Helden: Dazu gehört wohl der Busfahrer auf dem Flughafen Halle/Leipzig, der den Berichten zufolge am 5. August eine Drohne unbekannter Herkunft mit einem Fußtritt zur Landung zwang. Dabei soll er ahnungslos Glück gehabt haben. Denn an dem unbemannten Flugobjekt (UFO) hing wohl Sprengstoff, wie es heißt. Aber der Zünder sei abgerissen, wurde gemeldet. Und alles direkt neben einem wohl mit Munition beladenen ukrainischen Antonow-Frachtflugzeug. Sehr viel Glück auf einmal.

    Was an der Geschichte von der Drohne von Leipzig wahr und was Dichtung ist, ist für uns als Leser, Hörer und Zuschauer leider nicht nachvollziehbar. Das ist bei vielen Heldengeschichten so. Es wird eine Mischung sein, vor allem, was regierende Politik und die mit ihr verbundenen Medien daraus machen. „Der Russe war’s“, sind sich die meisten von ihnen sicher. „Fremde Mächte“, raunte etwas vorsichtiger der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Aber er meinte wahrscheinlich ebenfalls Moskau.

    Beweise bleiben Fehlanzeige bis heute. Die können der besorgten Öffentlichkeit ja nicht vorgelegt werden – aus Gründen der nationalen Sicherheit. Vertrauen in das, was die Regierung verkündet, ist wieder einmal angesagt. Die anscheinend plötzlich am deutschen Himmel auftauchenden Drohnen können ja nur aus Russland kommen. Das wusste Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schon im Herbst 2025. Er sagte damals in einer TV-Sendung, Russlands Präsident Wladimir Putin wolle „uns testen“.

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    18 min
  • Wann wird die Warnung zur Wahlkampfhilfe? | Von Michael Hollister

    Das Spiegel-Cover und der Fall Siegmund

    Drei Wochen vor der Wahl in Sachsen-Anhalt macht Der Spiegel den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum „gefährlichsten Mann Deutschlands" - im Stil eines Fahndungsplakats. Der Kandidat bedankt sich für die „sehr gute Werbung" und signiert das Heft. Und quer durch das Spektrum, von der Linkspartei bis zur Welt, fällt derselbe Vorwurf: Die Warnung nütze genau dem, vor dem sie warnt. Wann kippt journalistische Zuspitzung zur Wahlkampfhilfe - und was verrät ein solches Titelbild über den, der es druckt.

    Ein Kommentar von Michael Hollister.

    Ein Nachrichtenmagazin warnt vor einem Politiker - und der Politiker bedankt sich. Er nennt die Warnung „sehr gute Werbung", stellt sich vor die Kamera und signiert die Ausgabe, die ihn zum gefährlichsten Mann des Landes erklärt. Was auf den ersten Blick wie eine Panne aussieht, ist der eigentliche Vorgang, über den zu reden lohnt. Denn die Frage ist nicht, ob die Warnung inhaltlich berechtigt war. Die Frage ist, was sie bewirkt - und wann journalistische Zuspitzung genau dem nützt, vor dem sie warnen will.

    Der Anlass

    Am 14. August 2026 zeigt Der Spiegel auf dem Titel seiner Ausgabe Nr. 34 den AfD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund. Das Porträt ist im Stil eines Fahndungsplakats gehalten, ein Passbild auf dunklem Grund, darunter in großen roten Lettern: „Der gefährlichste Mann Deutschlands". Gewählt wird am 06. September 2026. In den Umfragen liegt die AfD zu diesem Zeitpunkt zwischen 41 und 43 Prozent - in einer Erhebung des Instituts pollytix erreicht sie mit 43 Prozent einen neuen Höchststand, fast doppelt so viel wie die CDU, die bei rund 23 Prozent verharrt. Siegmund könnte damit der erste Ministerpräsident werden, dessen Landesverband vom Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ eingestuft wird. Auf Koalitionspartner setzt er dabei nicht: Er hat erklärt, allein regieren zu wollen, und eine Zusammenarbeit mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht ausgeschlossen.

    Zur präzisen Einordnung: Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt - organisatorisch eine Abteilung des Landesinnenministeriums - stuft den AfD-Landesverband seit Oktober 2023 als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ ein; zuvor galt er seit Januar 2021 als Verdachtsfall. Die AfD weist diese Einstufung zurück. Ihre dagegen gerichtete Klage ist beim Verwaltungsgericht Magdeburg weiterhin anhängig, das Verfahren derzeit jedoch ausgesetzt. Die Bezeichnung gibt damit die institutionelle Bewertung der Verfassungsschutzbehörde in deren eigener Terminologie wieder - sie ist keine Bewertung dieses Textes.

    Die Begründung des Spiegel

    Nach der Veröffentlichung wächst die Kritik, und der Spiegel erklärt sich. Chefredakteur Dirk Kurbjuweit verteidigt das Cover in seinem Sonntags-Newsletter. Siegmund gebe sich freundlich und wirke gewinnend, erreiche damit auch Bürger, die nicht rechtsextrem dächten, sich aber große Veränderungen wünschten; im Hintergrund aber trage ihn ein Netzwerk rechter Extremisten. Das Umgängliche und das Extreme zusammen machten ihn „aus Sicht liberaler Demokraten" zum gefährlichsten Mann des Landes; seine Pläne für Sachsen-Anhalt seien ein „Anschlag auf die liberale Demokratie", unter dem Minderheiten zuerst litten. Kurbjuweit benennt auch das Prinzip dahinter: „Relevanz ist unser oberstes Kriterium, nicht die Frage, wem eine Titelgeschichte nützt oder schadet." Er beruft sich auf das Motto des früheren Herausgebers Rudolf Augstein, „Sagen, was ist", das auch für die Titelseite gelte. Zur Begründung der besonderen Gefährlichkeit greift er weit aus: Wenn ein Politiker böse Absichten habe, könne das böse Folgen für Hunderttausende haben, vielleicht für Millionen.

    ...https://apolut.net/wann-wird-die-warnung-zur-wahlkampfhilfe-von-michael-hollister/

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    16 min
  • Volksbühnen-Desaster: Integration durch Apartheit? | Von Paul Clemente

    Ein Kommentar von Paul Clemente.

    Dass die deutsche Hauptstadt nicht im Sommerloch versinkt, verdankt sie dem frischgebackenen Intendanten der Berliner Volksbühne: Matthias Lilienthal. Als Ex-Dramaturg von Frank Castorf weiß er, wie man die Werbetrommel strapaziert: Vor zwölf Jahren übertrug man ihm die Intendanz der Münchener Kammerspiele. Startschuss: Im September 2015. Zeitlich parallel zur Grenzöffnung durch die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dem folgte eine mediale Schlammschlacht.

    Auch Lilienthal beteiligte sich, lud zu einem „Open Border“-Kongress. Besonders brisant: Die „Internationale Schlepper- und Schleusertagung (ISS)“. Gefragt wurde, wie man Schleusen demokratisieren könne. Ein Journalist pries in seinem Vortrag das soziale Netzwerk Facebook. Mit ihm kam nämlich die Preistransparenz. Mit seiner Hilfe könnten Flüchtlinge die Angebote der Schlepper vergleichen und das Preiswerteste aussuchen. - Diese satirische Kunst-Tagung stieß bei der CSU auf wenig Gegenliebe. Dennoch: Sie erzielte Aufmerksamkeit. Die Kammerspiele waren plötzlich im Gespräch.

    Lilienthal vertritt ein postdramatisches Theater. Gemeint sind Inszenierungen, die keine Vorlagen bebildern, keine Dramentexte als Grundlage nutzen. Stattdessen: Performances, Film und Interaktion. Assoziative Verknüpfung ersetzt traditionelle Handlung. Diese Form führt Lilienthal in der Volksbühne fort. Einem ehemaligen Arbeiter-Theater, belastet mit dem Erbe einer 25-jährigen Castorf-Intendanz. Dieses Haus will Lilienthal neu erfinden. Zum Auftakt: Ein Projekt, das Berlins marode Infrastruktur aufgreift. Um die Schließung zahlreicher Schwimmbäder zu kompensieren, wurde vor der Volksbühne ein „Volksbad“ errichtet. Ein riesiger Pop-up-Swimming Pool mit freiem Eintritt. Und nebenan, im Volksbühnen-Pavillion, gastiert eine Frittenbude.

    Wie viel der Badespaß kostet? Schlappe 300 000 Euro. Aber keine Sorge: Die Summe wird durch den Haus-Etat gedeckt. Schließlich ist der Pool zum Kunstwerk und die Besucher zu Akteuren einer interaktiven Performance erklärt.

    Die Ernüchterung kam schnell. Schon drei Tage nach der Eröffnung musste das 25 m lange Pop-Up-Planschbecken schließen. Grund: Die Duschen funktionierten nicht. Baupfusch made in Germany. Man erinnere sich an den Berliner Flughafen oder an die Elbphilharmonie. Nichts Ungewöhnliches also. Am vergangenen Freitag sollte das „Volksbad“ wieder öffnen. Doch dazu kam es nicht.

    Das Angebot des „Volksbads“ beschränkt sich nicht auf privaten Besuch. Auch Vereine dürfen den Pool für einige Stunden buchen. Für Freitag, den 14. August hatte „Each One Teach One“ das künstlerisch wertvolle Planschbecken gebucht. Dieser Verein, kurz: EOTO, unterstützt Integration und „Empowerment“ (Selbstbefähigung) schwarzer Kinder. Am Dienstag informierte die Volksbühne auf ihrer Webseite: Zwischen 12 bis 18 Uhr sei der Pop-Up-Pool vom EOTO-Verein gebucht. Im Anschluss stehe er wieder allen offen. Für Aufruhr sorgte eine zusätzliche Erklärung:

    Es dürfte diese „Exklusivität“ gewesen sein, die für Ärger sorgte. Noch am gleichen Nachmittag folgte eine Korrektur. Jetzt hieß es: Das Volksbad sei „für Each One Teach One (EOTO) e.V. reserviert.“ Eine Anpassung an den Sprachgebrauch klassischer Vereinsreservierung. Natürlich zu spät.

    Medien wie Nius nahmen das Konzept unter Beschuss. Die Mainstream-Nachrichten folgten bei Fuß. Schon tobte eine verbale Schlammschlacht. Auch Politiker mischten sich ein: AfD-Chefin Alice Weidel sprach von „Apartheid". Die Berliner Bezirksverordnete Aileen Weibeler, Mitglied der CDU, überkam ein Gefühl von Diskriminierung. O-Ton:

    „In diesem Zeitraum ist das VOLKSBAD exklusiv für Schwarze Communities geöffnet.“„Ich darf nicht ins Schwimmbad, weil ich weiß bin“....https://apolut.net/volksbuhnen-desaster-integration-durch-apartheit-von-paul-clemente/

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    10 min
  • Straße von Hormus – Offen? Geschlossen? Wer kontrolliert sie? | Von Rainer Rupp

    Ein Kommentar von Rainer Rupp.

    Laut dem Oil Market Report der Internationalen Energieagentur (IEA), der am 12. August veröffentlicht wurde, wird das globale Öl-Defizit in diesem Quartal bei rund 1,8 Millionen Barrel pro Tag liegen.

    Der IEA Oil Market Report (OMR) zählt zu den weltweit maßgebendsten, aktuellen Quellen für Daten, Prognosen und Analysen zum globalen Ölmarkt. Er enthält detaillierte Statistiken und Kommentare zu Angebot, Nachfrage, Lagerbeständen, Preisen und Raffinerietätigkeit sowie zum Ölhandel der IEA-Staaten und ausgewählter Nicht-IEA-Länder. [1].

    Die IEA hat ihre Prognose für das globale Ölangebot im Jahr 2026 drastisch nach unten korrigiert. Die Produktion werde in diesem Jahr um 4,3 Millionen Barrel pro Tag einbrechen, nachdem die Wiedereröffnung der Straße von Hormus gescheitert sei und den Markt tiefer in ein Defizit treibe. Die neue Prognose fällt deutlich schlechter aus als der noch im Vormonat erwartete Rückgang von 3,7 Millionen Barrel pro Tag und würde das globale Angebot auf 102,02 Millionen Barrel pro Tag drücken – den niedrigsten Wert, den die Agentur bisher für 2026 veranschlagt hat.

    Als Gründe für das anhaltend knappe Angebot nannte die IEA die Sperrung der Straße von Hormus, die US-Blockade iranischer Exporte, Angriffe in der Straße von Bab el-Mandeb sowie reduzierte kasachische CPC-Blend-Exporte. Gleichzeitig zerstöre der Angebotsschock auch die Nachfrage. Die IEA rechnet inzwischen damit, dass der globale Ölverbrauch in diesem Jahr um 1,6 Millionen Barrel pro Tag schrumpfen werde, weil hohe Preise und eingeschränkte Lieferungen von Raffinerieprodukten die Verbraucher – vor allem in Asien und im Nahen Osten – zu Einsparungen zwingen würden.

    Auch die Raffineriekapazitäten erweisen sich zunehmend als Engpass. Die globale Rohölverarbeitung lag im Juli fünf Millionen Barrel pro Tag unter dem Vorjahreswert, während die russischen Raffineriekapazitäten nach ukrainischen Drohnenangriffen mit 3,9 Millionen Barrel pro Tag nahe einem 20-Jahres-Tief verharrten. Die russischen Kraftstoffexporte stürzten auf 1,4 Millionen Barrel pro Tag ab – fast die Hälfte des Niveaus vom Juli 2025.

    An dieser Stelle sei ein Hinweis auf die vergeblichen Appelle von J. D. Vance an den ukrainischen Kriegsherren „Präsident“ Selenskyj eingefügt: Der US-Vizepräsident hatte Selenskyj eindringlich aufgefordert, Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer zu unterlassen, die kasachisches Öl in den Westen transportieren, und auch die Zerstörung russischer Raffinerien einzustellen, um dadurch mehr dringend benötigten Diesel auf den Weltmarkt zu bringen. Selenskyj ignorierte diese Forderungen vollständig. Die anhaltende Knappheit an fossilen Brennstoffen zehrt unterdessen sowohl in den USA als auch in Europa an den Lagerbeständen. Die IEA schätzt, dass die globalen Vorräte seit Beginn des Iran-Krieges um 410 Millionen Barrel gesunken sind. Die beobachteten Bestände fielen im Juli erstmals seit April 2025 unter 7,9 Milliarden Barrel.

    Für 2027 prognostiziert die Agentur zwar, dass das Angebot die Nachfrage um 4,61 Millionen Barrel pro Tag übersteigen könnte. Diese optimistische Annahme basiert jedoch darauf, dass die Kampfhandlungen im Nahen Osten deeskalieren und die unterbrochenen Öl-Flüsse wiederhergestellt werden.

    Die jüngste IEA-Bewertung, die sich auf konkrete Daten stützt, steht in krassem Widerspruch zu den Behauptungen von Präsident Trump, die Öl-Flüsse aus dem Nahen Osten seien wieder normalisiert und die USA hätten die volle Kontrolle über die Straße von Hormus.

    ...https://apolut.net/strasse-von-hormus-offen-geschlossen-wer-kontrolliert-sie-von-rainer-rupp/

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    15 min
  • Wer zahlt für die europäischen Ernteausfälle? | Von Thomas Röper

    In der EU wird es in diesem Jahr zu spürbaren Ernteausfällen kommen, die teilweise selbstverschuldet sind und dazu führen dürften, dass die EU von einem Exporteur von Lebensmitteln zu einem Importeur wird. Das wird zu steigenden Preisen in Europa und zu mehr Hunger in der Welt führen.

    Ein Kommentar von Thomas Röper.

    Die Medien werden die Dürre in Europa für die Ernteausfälle verantwortlich machen. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit, denn die Krise der europäischen Nahrungsmittelproduktion hat weit mehr Gründe, die die EU selbst verschuldet hat. Neben der ideologisch bedingten verfehlten Landwirtschaftspolitik sind das auch die Russland-Sanktionen, die gleich mehrfache Wirkung haben.

    So haben die Preise für Düngemittel 2022/2023 historische Höchststände erreicht und pendelten sich danach auf einem erhöhten, aber stabileren Niveau ein. Der Grund für den Preisanstieg war (und ist), dass Russland und Weißrussland die weltweit führenden Produzenten wichtiger Düngemittel sind und dass deren Düngemittel von der EU sanktioniert wurden, sie in der EU also fehlen. Das führt natürlich zu höheren Lebensmittelpreisen und auch zu steigendem Hunger in anderen Teilen der Welt, weil sich dort nicht jeder die höheren Preise leisten kann.

    Hinzu kommt die Gaskrise, denn Gas ist ein wichtiger Bestandteil bei der Düngemittelproduktion. Wegen der in der EU seit 2021 explodierten Gaspreise ist die Produktion von Düngemitteln in der EU unrentabel geworden. Auch diese Düngemittel fehlen nun in Europa.

    Außerdem wirken die westlichen Sanktionen gegen die russischen Banken, die es schwieriger und teurer gemacht haben, russische Lebensmittel und Düngemittel zu kaufen, was den Hunger ebenfalls ansteigen lässt. Gleiches gilt für die westlichen Sanktionen gegen russische Logistikunternehmen oder Sanktionen im Bereich der Versicherungen. Auch diese Sanktionen machen es teurer, Lebensmittel und Düngemittel aus Russland zu kaufen.

    Da die Nachfrage aber groß ist, haben die Sanktionen weniger Russland geschadet, sondern sie schaden vor allem den ärmsten Ländern, die sich die neuen Preise nicht leisten können.

    Nun kommt die Dürre in Europa hinzu, die in der EU zu Ernteausfällen führen wird, die so dramatisch sein dürften, dass die EU von einem Exporteur von Lebensmitteln zu einem Importeur wird. Mit anderen Worten: Anstatt Lebensmittel (auch in von Hunger bedrohte Länder) zu exportieren, wird die EU selbst Lebensmittel auf den Weltmärkten aufkaufen, um die Versorgung in Europa sicherzustellen. Das wird auf Kosten der ärmsten Länder gehen, in denen der Hunger weiter wachsen wird.

    Ein russischer Experte hat die aktuelle Lage in der TASS gut erklärt und ich habe seinen Artikel übersetzt.


    ...https://apolut.net/wer-zahlt-fur-die-europaischen-ernteausfalle-von-thomas-roper/

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    20 min
  • Menschenverachtung und Volksverhetzung im Journalistengewand | Von Tilo Gräser

    Ein deutscher Schreibtischtäter will „mehr Russen töten“ und offenbart verheerende Kontinuitäten

    Ein Kommentar von Tilo Gräser.

    Diese Frage an den Kiewer Präsidentendarsteller Wolodymyr Selenskyj kam am Samstag aus deutschem Mund. Aber nicht Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat sie gestellt, für den „Russland immer ein Feind“ bleibt. Auch Kriegstreiber Roderich Kiesewetter, Ex-Oberst und CDU-Außenpolitiker äußerte sie nicht, der von einer „bedingungslosen Kapitulation Russlands“ träumt. Ein deutscher Journalist hat sie gestellt: Michael Martens, Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) für Südosteuropa, bei der gemeinsamen Pressekonferenz des serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić mit Selenskyj am Samstag.

    Der Mann aus Kiew antwortete nicht direkt darauf. Vor ihm sagte Vučić neben seiner Antwort auf die ebenfalls von Martens gestellte Frage nach der Zusammenarbeit mit der Europäischen Union (EU): „Was das Töten angeht, so hoffe ich, dass das Töten aufhört.“ In seinem am Sonntag in der FAZ online veröffentlichten Beitrag zur Pressekonferenz in Belgrad stellte Martens den Vorgang so dar:

    Er erklärte als Ausgangspunkt seiner Frage die „seit Monaten kursierenden und leicht divergierenden Aussagen ukrainischer und anderer Verteidigungsexperten …, wie viele russische Soldaten die Ukraine monatlich töten oder kampfunfähig machen müsste, bis die russische Armee in ernsthafte personelle Schwierigkeiten geriete und Putin vielleicht zu Friedensgesprächen gezwungen wäre“. Seine Frage ist und bleibt zum einen erschreckend, nicht nur, weil sie ein deutscher Journalist gestellt hat.

    Das hat nichts mit Journalismus zu tun. Der frühere ARD-Journalist Hanns Joachim Friedrichs hatte 1995 in einem Interview mit dem Magazin Der Spiegel über seine Rolle als Moderator der ARD-Tagesthemen gesagt: „Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein.“ Dieser Satz wird gern als Anspruch an den Journalismus und die Journalisten zitiert.

    „Können Sie uns Europäern sagen, was wir konkret tun können, um Ihnen dabei zu helfen, mehr Russen – natürlich mehr russische Soldaten – zu töten?“„Auf die eigentlich an Selenskyj gerichtete Frage, was die Europäer tun könnten, um die Ukraine dabei zu unterstützen, mehr russische Soldaten zu töten, und ob eine Zusammenarbeit in der Verteidigungspolitik Teil seiner Gespräche in Serbien gewesen sei, antwortete Vučić: ‚Wir haben über keinerlei militärische Zusammenarbeit gesprochen heute und zum jetzigen Zeitpunkt.“

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    22 min
  • Auch die „Meldestelle REspect! im Netz“ wird abgewickelt | Von Norbert Häring

    Ein Kommentar von Norbert Häring.

    Die öffentliche Empörung über die Umtriebe staatlicher und steuerfinanzierter Anschwärzungsportale hat gefruchtet. Nachdem zum letzten Jahreswechsel die Meldestelle Hessen gegen Hetze stillschweigend abgewickelt wurde, soll dasselbe bald auch für deren ebenfalls bundesweit tätiges Pendant aus Baden-Württemberg geschehen. Die „Meldestelle REspect! im Netz“ soll ab Jahresende keine Meldestelle mehr sein.

    Angekündigt hat das per Interview die Chefin der Jugendstiftung Baden-Württemberg so wenig aufsehenerregend wie möglich im Interview mit dem Lokalblatt Bietigheimer Zeitung an einem Samstag im August, an dem in allen Bundesländern Sommerferien sind. Die „Umstrukturierung“ von Hessen gegen Hetze war auf ähnlich unscheinbare Weise kurz vor Weihnachten 2025 in Aussicht gestellt und später völlig geräuschlos umgesetzt worden. Dieses Vorgehen zeigt, wie peinlich den Verantwortlichen ihre Anschwärzungsportale geworden sind.

    Die Jugendstiftung ist Trägerin der Meldestelle. Das Geld für die Meldestelle kommt vom Förderprogramm des Bundesfamilienministeriums „Demokratie Leben!“ und von der bayerischen Landesregierung. Stiftungschefin Petra Densborn sagte der Zeitung, die Meldestelle binde enorme Ressourcen und sorge für Diskussionen, weshalb man ab Jahresende das anonyme Meldeportal schließen werde. Stattdessen soll REspect! nur noch auf andere Meldemöglichkeiten von „Hass und Hetze“ im Netz und auf Rechtswege hinweisen. Den Schwerpunkt soll REspect! ab 2027 auf Bildungsarbeit zu Themen wie Desinformation und KI legen.

    Das Problematische an den Meldestellen ist, dass sie es jedem erlauben, anonym Inhalte im Netz zu melden, auch wenn die Melder von der mutmaßlichen Rechtsverletzung oder auch nur Kränkung von Gefühlen gar nicht selbst betroffen sind. Mit Zehntausenden Meldungen an die Strafverfolgungsbehörden haben Hessen gegen Hetze und REspect! sehr maßgeblich zur Überlastung von Polizei, Staatsanwälten und Gerichten mit Nichtigkeiten aus dem Äußerungsrecht beigetragen und der Öffentlichkeit den Eindruck vermittelt, dass es gefährlich und teuer sein kann, das Recht der freien Meinungsäußerung wahrzunehmen.

    Als die CDU-Justizminister von Sachsen und Baden-Württemberg im Juni erfolgreich den Antrag in die Justizministerkonferenz der Länder eingebracht hatten, den Majestätsbeleidigungsparagrafen 188 künftig auf Kommunalpolitiker zu beschränken, hatte ich an die Begründung des hessischen CDU-Innenministers Roman Poseck für die Abwicklung von Hessen gegen Hetze erinnert und die CDU Baden-Württembergs gemahnt: „Als nächster Schritt wäre die Abwicklung der Meldestelle REspect! folgerichtig“. „Ein Klima des Anschwärzens“ gelte es zu verhindern, hatte Poseck gesagt. Die CDU im Ländle hat offenbar aufgehorcht.

    Mit der Umstrukturierung von „Demokratie Leben!“ habe diese Entscheidung nichts zu tun, sagte Densborn. Die Jugendstiftung will aber dennoch keine neue Förderung von REspect! für das nächste Jahr beantragen.


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    7 min
  • Leaking-Bombe: Das Pandemie-Drehbuch von Bill Gates | Von Paul Clemente

    Ein Kommentar von Paul Clemente.

    Es geschah zum Jahresende 2025: Christian Drosten, Hofvirologe in Zeiten des Lockdowns, wurde von der Corona-Enquete-Kommission gegrillt. Präzise Fragen erlaubten dem Charité-Professor nur noch Ausflüchte: Mit Sätzen wie: „Ich kriege es gar nicht mehr zusammen.“ Oder: Alles sei so „verwirrend“. Das war peinlich, blieb aber ohne Nachspiel. Die Mainstream-Medien verteidigten ihn ungebrochen. Ähnlich grotesk: Der US-Chefimmunologe Anthony Fauci bei seiner Anhörung vor dem Senat. Er verweigerte so gut wie jede Aussage. Über 100-mal berief er sich auf den fünften Verfassungszusatz: Der gestattet ein Schweigerecht bei drohender Selbstbelastung.

    Während der Lockdown-Jahre legitimierten „Experten“ wie Drosten oder Fauci den Propaganda-Müll der Mainstream-Medien. Globalistische Linke gingen noch weiter, solidarisierten sich sogar mit dem Multimilliardär Bill Gates. Der zeigte sich dankbar, spendete dem Robert Koch-Institut sowie dem Ex-Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ ein paar Dollarnoten. So erhielt das Hamburger Blättchen schlappe 2,9 Millionen US-Dollar für eine Laufzeit von 41 Monaten. Die Fördergelder waren für den Themenbereich

    bestimmt.

    Aber Gates hat nicht nur Forschung und Medien geschmiert. Ebenso selbstverständlich hat er sich in die obersten Etagen der Macht eingekauft. Das zeigt der Mailwechsel zwischen Bill Gates und Anthony Fauci. Den hat US-Senator Rand Paul kürzlich publiziert. [Ergänzung der Redaktion: Als Beifang zu den Fauci-Tagebüchern. Alles zusammen ein Online-Dokument aus über 1300 Seiten.]

    Paul kommentierte seinen Fund auf X:

    Damit nicht genug. Auf eine Anfrage erfuhr Senator Paul vom amerikanischen Energieministerium: Bill Gates habe sieben Jahre lang eine Sicherheitsfreigabe für diese Behörde besessen. Von 2014 bis 2021. Die öffnete ihm sogar die Tür zu sogenannten „Top-Secret“ Informationen. Was Gates dort abgefragt hat, findet keine Erwähnung. Ist auch nicht nötig. Allein die Tatsache, dass eine Privatperson während der Pandemie legal Geheiminformationen der Regierung anzapft, beweist erneut die Demokratiegefährdung durch Superreiche.

    Aber es kommt noch besser: Bereits im April 2020, in den ersten Pandemie-Wochen, hatte Bill Gates ein Strategiepapier verfasst. Sein Titel: „The First Modern Pandemic“, die erste moderne Pandemie. Dieses Elaborat sollte die WHO und andere Entscheidungsträger inspirieren. Zuvor aber bat Gates den Direktor des Nationalen Instituts für Allergie- und Infektionskrankheiten (NIAID) um ein Lektorat. Der Name des Direktors: Anthony Fauci. Und der sagte zu.

    „Globale Gesundheit und Entwicklung, Sensibilisierung der Öffentlichkeit und Analyse“„Bill Gates besaß keinerlei offizielle Befugnisse im Bereich der öffentlichen Gesundheit, dennoch erhielt er einen Platz am Verhandlungstisch bei hochrangigen COVID-Besprechungen und war maßgeblich an der Gestaltung der amerikanischen Pandemiebekämpfung beteiligt. Private Milliardäre sollten die nationale Politik nicht hinter verschlossenen Türen lenken.“...https://apolut.net/leaking-bombe-das-pandemie-drehbuch-von-bill-gates-von-paul-clemente/


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