Archivradio – Geschichte im Original

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Archivradio – Geschichte im Original episodes

  • Joseph Goebbels in Köln: Gleichschaltung von Regierung und Volk erreicht | 24.4.1933
    Mit Marschmusik führt der Moderator in die Veranstaltung ein. Reportage vom großen Sendesaal. Alles in Braun. Bürgermeister, Gauleiter, Reichsrundfunkkommissar, Musik.
    Goebbels lange Rede besteht fast zur Hälfte aus Heimatgedanken: der Rheinländer. Stählerne Romantik. Wir sind die modernsten Menschen in Europa. Er spricht von der nationalsozialistischen Tendenz im Rundfunk. Wir haben eine Gleichschaltung zwischen Regierung und Volk erreicht. Der Rhein ist unser Strom und nicht unsere Grenze.
    Intendant Heinrich Glasmeier. Erinnert an den Wahlkampf in Lippe mit Goebbels. Grüßt den neuen Bürgermeister von Köln Günter Riesen, nachdem Konrad Adenauer am 13. März unter Gewaltandrohung abgesetzt worden war.
    56 min
  • Propagandaminister Goebbels besucht den Bayerischen Rundfunk | 23.4.1933
    Joseph Goebbels, Propagandaminister und Chef von Rundfunk und Presse in Hitlers Deutschland, besucht, flankiert von SA und SS, den Bayerischen Rundfunk.
    Der Originalton beginnt mit einer Reportage vor dem Riemerschmidbau, dem Funkhaus in München. Der Intendant Richard Kolb feiert Goebbels als Eroberer Berlins.
    Treue von Führer und Volk. Betriebszellenleiter Kronzucker: Rundfunk für das heißgeliebte Deutschland. Wirtschaftsminister Esser: München ist keine Provinzstadt mehr, sondern die Zentrale der nationalen Erhebung. Hitler war Trauzeuge bei Essers Hochzeit. Wir haben in Bayern eine Nazi-Presse und einen Nazi-Rundfunk. Die Partei ist der Staat.
    Goebbels will das Volk zum Staatsvolk machen. Dem deutschen Rundfunk als Massenbeeinflussungsorgan verdankt die Partei den Sieg in der Wahl vom 15. März. Er, Goebbels, habe den Rundfunk gerettet, indem er dafür eintrat, dem Rundfunk "eine Tendenz zu geben". Er brüllt, dass die Tendenz dem Volk aufgezwängt werden müsse. Starke Zunahme der Hörerschaft in den letzten zwei Monaten. Bayern und Preußen sind keine Konkurrenten mehr.
    1 hr 5 min
  • Walther Beumelburg wird Intendant des Südwestdeutschen Rundfunks | 22.4.1933
    Der Reichsrundfunkkommissar Gustav Krukenberg führt in Frankfurt Walther Beumelburg als neuen Intendanten des Südwestdeutschen Rundfunks ein. Beide waren Mitglieder der NSDAP und der SS.
    Bevölkerung auf nationalsozialistischen Kurs bringen
    Krukenberg spricht monoton. Für am wichtigsten hält er die Abteilung für Zeitpolitische Vorträge. Damit sollen die fehlenden angeblich 49 Prozent der Bevölkerung auf nationalsozialistischen Kurs gebracht werden.
    Im selben Tonfall fährt Beumelburg fort: Man werde nicht unter dem Joch Adolf Hitlers Rundfunk machen, sondern aus Überzeugung.
    22 min
  • Deutscher Kurzwellensender für Nazi-Propaganda bekommt Intendanten | 14.4.1933
    Kurt von Boeckmann soll in Berlin Deutschen Kurzwellensender leiten
    Die Gleichschaltung des Rundfunks ist so weit fortgeschritten, dass die Nationalsozialisten nun einen neuen Sender aufbauen, der sich explizit ans Ausland wendet. Dazu wird der Intendant des Bayerischen Rundfunks Kurt von Boeckmann nach Berlin geschickt, um dort den Deutschen Kurzwellensender zu leiten. An diesem 14. April verabschiedet ihn der bayerische Wirtschaftsminister und Nationalsozialist Hermann Esser.
    Richard Kolb wird neuer Intendant des Bayerischen Rundfunks
    Esser sagt, der Erste Weltkrieg sei nicht nur auf dem Schlachtfeld verloren worden, sondern auch wegen der mangelnden Propaganda. Das deutsche Volk sei das Kulturvolk dieser Erde. Er lobt den neuen Intendanten, den Nationalsozialisten Richard Kolb, weil er sich schon 1923 beim Hitlerputsch in den Kugelhagel vor seinen Führer gestellt hätte.
    Nach Esser spricht Kurt von Boeckmann, der zwei Wochen zuvor in die NSDAP eingetreten war. Von Boeckmann wird in Berlin nicht glücklich. Die Feier endet mit dem neuen Intendanten der Bayerische Rundfunk GmbH.
    Im Bild: Hermann Esser
    29 min
  • NSDAP-Politiker Franz Kerber: Presse und Radio sind "Weltmächte" | 2.4.1933
    2. April 1933 – zwei Monate nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Der NSDAP-Politiker Franz Kerber aus Freiburg im Breisgau besucht den Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart. Die Sendeleitung hatte ihn eingeladen, denn sie wusste, dass Kerber in Kürze Oberbürgermeister von Freiburg werden würde.
    In diesem sehr kurzen, abgerissenen Originalton dankt Kerber für die Einladung. Für ihn seien der Rundfunk und die Presse zwei "Weltmächte". Die Wahl vom 5. März 1933 habe den Rundfunk grundsätzlich verändert.
    3 min
  • Joseph Goebbels: "Der Rundfunk gehört uns!" | 25.3.1933
    Ansprache an die Intendanten und Direktoren der Rundfunkgesellschaften
    Am 25. März 1933 – nur einen Tag nach dem Ermächtigungsgesetz, mit dem Adolf Hitler Deutschland faktisch zur Diktatur gemacht hat – bestellt sein junger Propagandaminister Joseph Goebbels die Intendanten der Reichsrundfunkgesellschaft ein und hält einen ausufernden Vortrag darüber, wie er den Rundfunk im Sinne der Regierung einspannen will:
    Wir machen gar keinen Hehl daraus: Der Rundfunk gehört uns und niemandem sonst. Den Rundfunk werden wir in den Dienst unserer Idee stellen und keine andere Idee soll hier zu Worte kommen!

    Quelle: Propagandaminister Joseph Goebbels

    Das sagt Goebbels in seiner Rede, während er hörbar auf das Pult klopft.
    Goebbels macht dabei auch deutlich, dass er hier keineswegs durchsichtige platte politische Propaganda erwartet, sondern die Massen viel subtiler beeinflussen will:
    Erstes Gesetz: Nur nicht langweilig werden! Das stelle ich allem anderen voraus!

    Quelle: Propagandaminister Joseph Goebbels

    Hier die Rede, soweit sie erhalten ist, im Gesamtzusammenhang. Der Anfang fehlt, auch zwischendrin gibt es eine Lücke.
    +++++
    Das Transkript einiger wichtiger Passagen aus der Goebbels-Rede finden Sie hier.
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    Im Bild: Joseph Goebbels (NSDAP), Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda. Porträt bei einer Rede im Berliner Sportpalast am 2.3.1933
    1 hr 20 min
  • Kurt Magnus verabschiedet Rundfunk-Pionier Hans Bredow | 16.2.1933
    16. Februar 1933 – zwei Wochen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Der Geschäftsführer der Reichsrundfunkgesellschaft Kurt Magnus verabschiedet den Gründer des Rundfunks in Deutschland, Hans Bredow.
    Hans Bredow hatte den Rundfunk in seiner föderalen Struktur aufgebaut und war in der Weimarer Republik Staatssekretär für das Rundfunkwesen. Am Tag von Adolf Hitlers Wahl zum Kanzler reichte Hans Bredow seinen Rücktritt ein. Kurt Magnus, etwas jünger als Bredow, hatte mit diesem mehrere Jahre zusammengearbeitet.
    Bei der offiziellen Verabschiedung spricht Hans Bredow am Ende sichtlich gerührt. Noch im selben Jahr kamen die beiden, zusammen mit anderen Rundfunkpionieren, in Haft.
    19 min
  • Tooor, Tooor, Toor! Das WM-Finale in Bern: die ganze Reportage | 4.7.1954
    Fritz Walter ist Kapitän, Sepp Herberger Bundestrainer und Helmut Rahn schießt das entscheidende 3:2 gegen Ungarn. Am 4. Juli 1954 wird Deutschland in Bern erstmals Fußball-Weltmeister. Hier die komplette Reportage von Anfang an.
    Am Anfang ist Moderator Robert Lembke zu hören (der später als Moderator der Fernseh-Sendung "Was bin ich?" bekannt wird). Er leitet gleich über zu Reporter Herbert Zimmermann. Der wiederum kommt gleich zur Sache, denn als die Übertragung beginnt, läuft das Spiel bereits.
    Den berühmten Jubelruf von Zimmermann beim Siegtor hören Sie ab 1:31:30 dieser Aufnahme.
    Fritz Walter und Horst Eckel waren die einzigen Spieler der deutschen Mannschaft, die bei der WM alle sechs Spiele absolvierten. Am 3. Dezember 2021 starb Horst Eckel, der letzte Weltmeister von 1954.
    1 hr 47 min
  • Otto Schily erhebt Beschwerde gegen Haftbedingungen für RAF-Mitglieder | 10.1.1977 | RAF
    Die Entwicklungen im Stammheimer Prozess hält der Moderator für „schwerwiegend“. Verteidiger Otto Schily unterstellt, dass zwischen dem Oberlandesgericht, wo der Prozess stattfindet, und dem Bundesgerichtshof Absprachen stattfanden. Angeblich habe zudem Bundesrichter Albrecht Meyer Journalisten der Zeitung „Die Welt“ Material aus den Prozessakten zugespielt.
    Im Studiogespräch wird das, wenn es denn wahr sei, als „ungeheuerlich“ bezeichnet. Schily, im O-Ton, fasst die Dinge sehr sachlich zusammen: Er vermute ein mögliches Zusammenspiel zwischen einem Richter in Stammheim und Bundesrichter Mayer. Es verstehe es sich von selbst, dass das aufgeklärt werden müsse. Der Grundsatz des „Fair Trial“ sei hier möglicher Weise beeinträchtigt.
    Der Reporter aus Karlsruhe schildert, dass die Aktion von Schily in Karlsruhe überraschend angekommen sei. Verschärfend komme hinzu, dass Mayers Brief an den „Welt-Chefredakteur Herbert Kremp heute in einer Tageszeitung abgedruckt sei.
    Diese Entwicklung schlage sich auch direkt im Prozess nieder, in Form des 78. Befangenheitsantrags gegen Richter Prinzing, dem laut Schily „der Schutz der Angeklagten gleichgültig“ sei. Nach diesem Antrag sei das Verfahren bis vorerst 15 Uhr unterbrochen worden.
    Albrecht Mayer wird versetzt
    Otto Schilys Beschwerde hat Erfolg. Noch am selben Tag wird Mayer versetzt - dies wiederum ist Thema der Nachmittagsausgabe von Südfunk Aktuell. Zu hören im zweiten Teil des Audios.
    Aus der Archivdatenbank
    (O-Ton) Otto Schily, Rechtsanwalt im Prozess um Mitglieder der Baader-Meinhof-Gruppe, anlässlich der von ihm gestellten Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Albrecht Mayer, Bundesrichter am Bundesverfassungsgericht, und dem 78. Befangenheitsantrag: Der Befangenheitsantrag betrifft den Richter, der Aktenteile an einen Journalisten [Herbert Kremp Chefredakteur der 'Welt'] übersandt haben soll / Vermutet ein Zusammenspiel mit einem Richter des Zweiten Strafsenats in Stuttgart / Sieht den Grundsatz des "fair trial" beeinträchtigt //
    Quelle: Landesarchiv Baden-Württemberg, Abteilung Staatsarchiv Ludwigsburg
    Sendung: Südfunk aktuell
    Moderator: Winfried Roesner
    Reporter: Heiner Krauss und Erhard Becker
    Archiv des SWR
    16 min
  • Urteil: Bundesregierung muss nicht Terroristen nachgeben, um Leben zu retten | 16.10.1977
    Palästinensische Terroristen hatten eine Lufthansa-Maschine nach Mogadischu entführt. Gleichzeitig haben RAF-Terroristen den Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer verschleppt. Sie drohen ihn zu ermorden und fordern, dass die in Stuttgart-Stammheim einsitzenden RAF-Terroristen freigelassen werden. Diese Ereignisse bilden im Oktober 1977 die Hochphase des sogenannten Deutschen Herbstes.
    Bundeskanzler Helmut Schmidt ist nicht bereit, auf die Forderungen einzugehen oder mit den Terroristen zu verhandeln – und riskiert dadurch zwangsläufig den Tod von Hanns-Martin Schleyer. Darf die Bundesregierung das? Oder hat das Leben eines Entführten eine so hohe Priorität, dass sich eine Regierung erpressen lassen muss?
    Schleyers Familie ruft das Bundesverfassungsgericht an – da die Zeit drängte, fällen die Richter eine Entscheidung im Eilverfahren in einer langen Nachtsitzung. Am Ende weisen sie den Antrag ab: Eine Regierung müsse sich nicht erpressen lassen, um Leben zu schützen. Der Bericht vom 16. Oktober 1977 schildert, was in jener Nacht in Karlsruhe los war.
    Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts trägt den Titel „Grenzen verfassungsrechtlicher Kontrolle bei der Bekämpfung lebensbedrohender terroristischer Erpressungen“ und ist hier abrufbar.
    10 min

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Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert…

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