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  • Darf man einen Apfel mit schimmeligem Kerngehäuse ohne Bedenken essen?
    Kerngehäuse des Apfels großzügig herausschneiden
    Ja. Das jedenfalls sagten mir die Lebensmittelchemiker im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt in Stuttgart. Wenn es sich wirklich nur um Schimmel im Kerngehäuse handelt, dann genügt es, das Gehäuse großzügig herauszuschneiden. Man kann den Rest des Apfels dann trotzdem noch essen – vorausgesetzt, der Apfel schmeckt einem noch, aber für die Gesundheit ist es nicht schlimm.
    Anders ist es, wenn der Apfel um den Schimmel herum schon angefangen hat zu faulen – was man dann auch sehen würde. Dann kann man davon ausgehen, dass die gesundheitsschädlichen Pilzgifte sich schon stärker im Fruchtfleisch ausgebreitet haben. Aber wenn sich beim Aufschneiden nur dieser weiße Flaum im Gehäuse zeigt, ist das beim Apfel nicht schlimm.
    Bei Brot ist es anders: Wenn das irgendwo schimmelt, sollte man es nicht mehr essen.
    Wie kommt der Schimmel ins Kerngehäuse?
    Die Schwachstelle beim Apfel ist die sogenannte Kelchöffnung an der Unterseite – also gegenüber vom Stiel. Dort befindet sich manchmal ebenfalls ein weißer Schimmel-„Flaum“. Die Kelchöffnung ist die Stelle, an der im Frühjahr noch die Apfelblüte hing. Und es kann passieren – vor allem, wenn es viel geregnet hat – dass an den Blütenblättern Schimmelsporen haften. Wenn dann die Blüte abfällt, können diese noch an der Unterseite des Apfels hängen und über die Kelchöffnung nach innen wandern. Wenn der Apfel dann länger gelagert wird, wächst der Schimmel und ist irgendwann so groß, dass man ihn sieht, wenn man den Apfel aufschneidet.
    Meist fängt der Apfel ja tatsächlich an der Unterseite an zu schimmeln und zu faulen, am unteren Ende des Kerngehäuses.
    4 min
  • Wann ist Israelkritik antisemitisch?
    Kritik an konkreten Handlungen ist legitim
    Wie jede Regierung, so muss sich die israelische Regierung Kritik gefallen lassen – von der Opposition im eigenen Land und ebenso vom Ausland. Auch die Bundesregierung kritisiert die israelische Politik immer wieder mal, trotz des, historisch bedingt, besonderen Verhältnisses zum jüdischen Staat.
    Der entscheidende Punkt ist: Diese Kritik bezieht sich auf konkrete Entscheidungen oder Handlungen der israelischen Regierung. Etwa auf den jüdischen Siedlungsbau in der Westbank, der auch aus deutscher Sicht völkerrechtswidrig ist. Oder wenn es Pläne gibt, die Unabhängigkeit der Justiz zu beschränken. Solche konkrete Kritik ist völlig legitim. Auch wenn sich Israel gegen Terror aus dem Gazastreifen mit massiven Gegenangriffen wehrt, ist es legitim, die Frage nach der Verhältnismäßigkeit zu stellen – egal, wie man sie dann für sich beantwortet.
    3-D-Regel zur Überprüfung: Wann ist Israelkritik antisemitisch?
    Doch es gibt bestimmte Argumentationsmuster, bei denen Israelkritik antisemitische Züge bekommt. Als Faustregel gilt dabei die sogenannte 3-D-Regel. Der israelische Politiker Natan Scharanski hat sie entwickelt. Die drei D stehen für Doppelstandards, Dämonisierung und Delegitimierung. Wenn Israelkritik eins dieser drei Merkmale enthält, dann gilt sie nach dieser Regel als antisemitisch.
    Doppelstandards: Von Israel mehr erwarten als von anderen
    Doppelstandards bedeutet, dass Israel politisch-moralisch mit anderen Maßstäben gemessen wird als andere Staaten. Wenn Israel in der Kritik viel schlimmer erscheint als andere Regierungen, denen man ihre Menschenrechtsverletzungen durchgehen lässt. Schlimmer als Diktaturen, die Oppositionelle umbringen lassen. Schlimmer als ein Terrorregime, das wahllos Zivilisten ermordet oder Frauen ein selbstbestimmtes Leben verweigert. Kurz: Wenn man von Israel Dinge erwartet, die man von anderen nicht erwartet, dann ist das nach der 3-D-Regel ein guter Anhaltspunkt zu sagen: Die Kritik ist antisemitisch, denn sie wendet doppelte Standards an. Dafür steht das erste D.
    Dämonisierung: Israel als "teuflische Macht" und "Grundübel"
    Das zweite D steht für Dämonisierung. Wenn Israel als teuflische Macht dargestellt wird, als das Grundübel schlechthin, dann ist das keine Kritik mehr, die sich auf konkrete Politik bezieht. Auch wenn Israel mit dem NS-Regime gleichgesetzt wird, ist nicht nur der Vergleich historisch absurd (zur Erinnerung: Die Nazis haben in Vernichtungslagern Millionen Menschen systematisch ermordet, haben den 2. Weltkrieg angefangen und duldeten keinerlei Opposition). Ein solcher Vergleich zielt ausschließlich darauf ab, das Land zu dämonisieren (und nebenbei den Holocaust zu relativieren).
    Manchmal erscheint Israel auch als böser Akteur in irgendwelchen Verschwörungserzählungen. Das ist dann immer ein Hinweis darauf, dass sich Leute auf Israel als Hassobjekt fixieren – was dann eben Hass ist und keine Kritik.
    Natürlich könnten sich Menschen, die diesen Verschwörungserzählungen anhängen, auf den Standpunkt stellen, sie haben nichts gegen Juden, aber sie dürften doch wohl die angebliche Wahrheit über Israel sagen. Die Frage, die sich diese Leute meist nicht stellen: Warum glauben sie oder beschäftigen sie sich mit solchen Verschwörungstheorien genau dann, wenn sie mit Israel zu tun haben? Warum hört man nie Verschwörungstheorien über Österreich oder Island? Diese Fixierung auf Israel als jüdischem Staat gilt deshalb als starkes Indiz für antisemitische Prägung, auch wenn sie den Betroffenen selbst nicht bewusst sein mag.
    Delegitimierung: Existenzberechtigung Israels infrage stellen
    Das dritte D steht für Delegitimierung. Dazu ein Vergleich: Viele kritisieren die Politik der Bundesregierung – aber kaum jemand stellt deshalb Deutschland als Staat infrage oder sieht sich als "Deutschland-Kritiker". Manche Israelkritik läuft aber darauf hinaus, Israel als Staat die Legitimation abzusprechen – als hätte das Land keine Existenzberechtigung. Dies ist aber historisch und völkerrechtlich schlicht falsch. Und tatsächlich gibt es Formen von Israelkritik, die vielleicht nicht explizit sagen, dass Israel kein Existenzrecht hat, die aber im Ergebnis darauf hinauslaufen. Wenn Israel Ziele der Hamas oder der Hisbollah angreift, kann man immer diskutieren, ob das im konkreten Fall zielführend und verhältnismäßig ist. Aber wer Israel grundsätzlich dafür verurteilt, dass es versucht, sich gegen Angriffe  wirksam zu verteidigen, stellt indirekt das Existenzrecht des jüdischen Staats infrage.
    Das sind also die drei D: Doppelstandards, Dämonisierung und Delegitimierung. – Viele offizielle Stellen haben diese Kriterien übernommen, als Anhaltspunkte dafür, wo hinter vermeintlicher Israelkritik eine antisemitische Einstellung erkennbar ist.
    Antisemitismus: Einstellung, die alles Jüdische negativ bewertet
    Antisemitismus, verstanden als eine Einstellung, die alles Jüdische negativ bewertet oder zumindest mit einem Vorbehalt versieht. Seien es die Juden als Kollektiv oder auch jüdische Einrichtungen von der Synagoge bis zum Staat Israel. Nach diesem Verständnis ist es deshalb auch antisemitisch, wenn Juden in Deutschland für die Politik Israels verantwortlich gemacht werden. Auch an diesem Punkt handelt es sich nicht mehr um normale Israelkritik, sondern um eine antisemitische Gleichsetzung völlig verschiedener Gruppen, deren Gemeinsamkeit primär im Jüdischsein besteht.
    Ob ein Mensch Antisemit ist, ist schwer zu belegen
    In öffentlichen Debatten geht es oft heiß her und da wird schnell mal jemandem nach einer bestimmten Äußerung Antisemitismus vorgeworfen. Dabei empfiehlt es sich jedoch, zu unterscheiden zwischen der Äußerung und der Person. Ob jemand als Mensch ein Antisemit ist oder eine Antisemitin, ist ein sehr weitgehender Vorwurf und meist schwer zu belegen. Zum einen ist es immer schwierig, in die Köpfe von Menschen hineinzuschauen und zu erkennen, was sie wirklich denken. Zum anderen gibt es Menschen, die sich wirklich nicht als Antisemiten sehen. Doch plötzlich rutscht ihnen eine Bemerkung heraus, die einen antisemitischen Inhalt transportiert, weil sie das vielleicht selbst irgendwo aufgeschnappt haben. Zu diskutieren, ob jemand in Wahrheit Antisemit ist oder nicht, hilft in der Diskussion oft nicht weiter, zumal die Diskussion dann schnell sehr persönlich wird. Aber festzustellen, dass eine Äußerung antisemitisch ist – dafür gibt es klare Indizien wie eben die 3-D-Regel.
    Grenzen der 3-D-Regel
    Aber auch bei dieser Regel bleiben manchmal Unsicherheiten: Nehmen wir eine gebürtigen Palästinenserin, die von der israelischen Politik unmittelbar betroffen ist – die vielleicht im Westjordanland den israelischen Siedlungsbau erlebt oder deren Angehörige in Gaza bei einem israelischen Angriff ums Leben kamen. Aufgrund ihrer persönlichen Betroffenheit ist sie auf Israel schlecht zu sprechen, während sie sich für die Menschenrechtsverletzungen Chinas, Russlands oder der Taliban weniger interessiert. Von außen betrachtet, wendet sie also doppelte Standards an und so könnte man ihr streng nach der 3-D-Regel Antisemitismus vorwerfen. Nur wird damit ihr Verhalten nicht angemessen eingeordnet. Eindeutiger wird es dagegen, wenn sie in Deutschland vor einer Synagoge demonstriert, eine israelische Fahne verbrennt oder Morde an jüdischen Zivilisten bejubelt – das ist dann Antisemitismus in Reinkultur.
    7 min
  • Warum zeigt uns der Mond immer dieselbe Seite?
    Der Mond dreht sich zwar um die eigene Achse, doch er braucht für eine Drehung um die eigene Achse genauso lang wie für eine Umdrehung der Erde, nämlich 27 Tage und 7 Stunden. Deswegen sehen wir immer dieselbe Seite von ihm. Das kann man sich leicht klar machen, wenn man sich um einen Tisch herumbewegt und dabei immer die Augen auf den Tisch richtet – dann muss man sich zwangsläufig bei der Umkreisung des Tisches einmal um die eigene Achse drehen.
    Bei der Erde sind die Rhythmen sehr unterschiedlich: Für eine Eigenumdrehung braucht sie einen Tag, für eine Umkreisung der Sonne ein Jahr. Beim Mond sind die Rhythmen synchronisiert: Ein "Mond-Jahr" dauert praktisch einen "Mond-Tag" – und beides dauert, in "irdischen" Maßstäben, einen knappen Monat.
    Ist es Zufall, dass beides gleichlang dauert?
    Nein. Früher – vor vielen Jahrmillionen – hat sich der Mond schneller gedreht. Aber dann haben die Gezeitenkräfte die Eigendrehung immer mehr gebremst. Auf der Erde entstehen die Gezeiten – Ebbe und Flut – durch die Gravitationskraft, die der Mond mit seiner Masse ausübt. Diese Kräfte führen dazu, dass die Wassermassen der Meere sich ein bisschen mit dem Mond bewegen – und übrigens nicht nur die Wassermassen, auch die Kontinentalmassen heben und senken sich durch die Gezeitenkräfte alle 12 Stunden um einen halben Meter, auch wenn wir das nicht spüren.
    Man kann sich vorstellen: Wenn der Mond schon solche Kräfte auf die Erde ausübt, müssen umgekehrt die Gezeitenkräfte, die die schwere Erde auf den Mond ausübt, um ein Vielfaches größer sein. Das führt dazu, dass der Mond sich bei jeder Eigendrehung durch die Gezeitenkräfte stark verformt; er wird in Richtung der Erde immer ein bisschen in die Länge gezogen und damit ein wenig "durchgewalkt". Diese ständigen inneren Verformungen haben die Eigendrehung des Mondes gebremst – und zwar so lange, bis der Rhythmus der Eigendrehung im Einklang war mit dem Rhythmus der Umdrehung um die Erde. Deshalb stimmen beide Rhythmen heute überein.
    Werden wir je eine Chance haben, die Rückseite von der Erde aus zu sehen?
    Leider nein. Interessanterweise sehen wir aber doch ein bisschen mehr als nur die Hälfte der Mondoberfläche. Das liegt daran, dass seine Umlaufbahn um die Erde keine perfekte Kreisbahn ist, sondern leicht elliptisch. Der Mond ist also in bestimmten Phasen seiner Umlaufzeit der Erde näher als in anderen. Wenn er der Erde näherkommt, wird er beschleunigt, wenn er sich entfernt, wird er wieder langsamer. Seine Eigenrotation dagegen bleibt konstant – sie beschleunigt sich nicht. Deshalb sehen wir vom Mond manchmal rechts ein Stück mehr, manchmal links ein Stück mehr. Wir "spicken um die Kurve", sodass wir im Lauf der Zeit nicht nur 50 Prozent, sondern fast 60 Prozent der Mondoberfläche zu Gesicht bekommen – aber die anderen 40 Prozent bleiben uns verborgen.
    3 min
  • Was wächst auf lehmhaltigem Boden?
    Ich habe leider keine persönliche Erfahrung mit Gräsern auf lehmhaltigem Boden, deswegen tue ich mich schwer, einzelne Arten zu empfehlen. Im Zweifel sage ich immer: einfach ausprobieren. Erst einmal nur ein Gras pflanzen und schauen, wie es sich entwickelt.
    Meiner Erfahrung nach funktionieren viele heimische Pflanzen auch auf lehmigem Boden, auch wenn man es zunächst nicht unbedingt erwartet. Oft klappt das aber erstaunlich gut.
    Geeignete Stauden für lehmigen Boden
    Grundsätzlich gibt es einige Stauden, die man auf lehmigem Boden gut ausprobieren kann. Zum Beispiel:
    • Storchschnabel-Arten: Sie sind recht anspruchslos und breiten sich gut aus.
    • Waldmeister: Den kann man probieren, wenn der Standort eher etwas schattiger ist.
    Generell sage ich: Keine zu große Angst vor lehmigem Boden haben, sondern einfach ausprobieren. Oft funktionieren dort auch Arten, bei denen man es zunächst gar nicht vermuten würde.
    2 min
  • Jemandem nicht das Wasser reichen können – woher kommt das?
    Im Mittelalter aß man mit den Fingern
    Der Ausdruck kommt aus dem Mittelalter. Damals hat man bekanntlich noch mit den Fingern gegessen. Das Essbesteck, wie wir es heute kennen, hat sich erst allmählich ab dem 17. Jahrhundert durchgesetzt.
    Im Mittelalter haben auch die besseren Stände mit den Fingern gespeist. Weil diese dabei aber fettig und schmutzig werden, wurden zum Essen auch Wasserschalen gereicht, in denen man die Finger zumindest vom Gröbsten reinigen konnte.
    Nach dem Essen Wasserschale für die fettigen Finger reichen
    Der Adel beauftragte mit dieser Reichung des Wassers wiederum seine Tischdiener. Das Reichen einer Wasserschale ist nun einerseits keine besondere anspruchsvolle Tätigkeit. Aber sie verlangt natürlich, dass derjenige an der Tischgesellschaft einigermaßen vorzeigbar ist. Wem man nicht einmal zutraute, seinem Herrn das Wasser zu reichen, war generell zu nicht viel zu gebrauchen.
    Diese Herkunft ist insofern interessant, weil der Ausdruck "jemandem das Wasser reichen können" heute ja meist in der Bedeutung verwandt wird: Mit jemandem auf Augenhöhe sein bzw. es im Wettstreit mit jemandem aufnehmen können. Wer dir nicht das Wasser reichen kann, ist einfach nicht so gut wie du.
    Darum ging es aber früher gar nicht. Selbst der Knappe, der seinem Herrn die Wasserschale reichen konnte, war damit mit ihm ja noch lange nicht auf Augenhöhe; er war immer noch Diener seines Herrn. Es war eher ein Unterscheidungsmerkmal innerhalb der Dienerschaft. Wer das Wasser reichen konnte, war höher angesehen als derjenige, der es nicht reichen konnte.
    3 min
  • Kocht Wasser in den Bergen schneller?
    Siedepunkt des Wassers ist in den Bergen niedriger
    Ja. Wenn Sie auf einer Berghütte Urlaub machen und dort das Wasser für ihre Spaghetti aufsetzen, dann fängt das Wasser schneller an zu kochen, als wenn Sie das in einer Strandwohnung tun – zumindest, wenn sonst gleiche Bedingungen herrschen, also die Umgebung gleich warm ist, das Wasser dieselbe Anfangstemperatur hat und die Herdplatten gleich heiß sind.
    Der Grund: Der Siedepunkt ist in den Bergen niedriger. Wir haben zwar gelernt: Wasser siedet bei 100°C – doch das gilt nur bei Normaldruck auf Meereshöhe. Die Gesetze der Physik sagen aber: Je niedriger der Außendruck, desto niedriger auch die Siedetemperatur. Und da gilt die Faustregel: Pro 300 Meter Höhe sinkt der Siedepunkt um ein Grad. Auf 1.000 Metern Höhe macht das schon etwas mehr als 3 Grad aus, auf 2.000 Metern Höhe fast 7 Grad. Das Wasser kocht dann schon bei 93°C und nicht erst bei 100°C.
    Wenn das Wasser schneller kocht, sind die Spaghetti dann früher fertig?
    Im Gegenteil. Denn die Garzeit hängt vor allem von der Temperatur ab. Das Wasser mag auf meiner Berghütte auf 2.000 Metern Höhe zwar schneller kochen, die Temperatur bleibt aber bei 93°C – heißer wird es nicht, sondern verdunstet nur noch.
    Und bei 93°C brauchen die Spaghetti eben länger, um genießbar bzw. al dente zu sein, als bei 100°C. Dasselbe bei Eiern. Will man ein klassisches 5-Minuten-Ei, sollte man es in den Bergen lieber zum 6-Minuten-Ei machen.
    3 min
  • Welche Wildpflanzen sollen im Herbst als Futterquelle im Garten bleiben?
    Disteln, Karden oder ähnliche Pflanzen werden sehr gerne von Distelfinken – wie der Name schon sagt – gefressen. Ich würde grundsätzlich dafür plädieren, über den Winter alles stehen zu lassen. Zumindest alles, was nicht stört.
    Vögel, Mäuse und Insekten profitieren im Winter von Samenständen
    Nicht nur Vögel, sondern auch kleine Mäuse holen sich da Sämereien. Außerdem sind die Stängel, die stehen bleiben, ein sehr guter Überwinterungsort für Insekten. Viele überwintern tatsächlich in den Stängeln, zum Beispiel die Keulhornbiene. In hohlen Stängeln verkriecht sie sich, zum Teil überwintern auch die Puppen oder die Eier an den Pflanzenstängeln.
    Wenn man aber im Herbst alles abschneidet und auf den Kompost wirft, haben diese Tiere keine Chance. Deshalb würde ich immer dafür plädieren, im Herbst nicht alles herunterzuschneiden, sondern so viel wie möglich über den Winter stehen zu lasse.
    2 min
  • Ist bei Landkarten auf der Südhalbkugel Süden oben?
    Willkürliche Festlegung
    Egal wo Sie hinkommen, Norden ist auf Karten immer oben. Dieser Standard hat sich – natürlich auch im Zuge der Kolonialisierung – weltweit durchgesetzt. Das ist einfach eine Konvention, die den Umgang mit Karten erleichtert. Das hat in dem Fall auch nichts mit kolonialistischem oder "eurozentrischem" Denken zu tun. Letztlich ist es eine willkürliche Festlegung. Es gibt ja – nur aus der Tatsache heraus, dass wir auf der Nordhalbkugel sind und die Sonne im Osten aufgeht – keinen besonderen Grund, der nahelegen würde, dass die Karten nach Norden ausgerichtet sind. Das ist heute zwar selbstverständlich, aber von der Sache her nicht unbedingt "logischer" als es eine Südausrichtung wäre.
    "Orientieren": sich nach Osten ausrichten
    Tatsächlich waren Landkarten nicht immer nach Norden ausgerichtet. Bei den alten Griechen zwar schon, aber dann kam im Mittelalter eine Phase, in der auf Weltkarten der Osten oben war. Denn: Im Osten lang die heilige Stadt Jerusalem. Das Wort "orientieren" stammt übrigens genau aus dieser Zeit: Orient ist der Osten. Wer sich orientiert, richtet sich und damit seine innere Landkarte also nach Osten aus.
    Bei arabischen Karten war es noch komplizierter. Die waren lange Zeit nach Mekka ausgerichtet. Aber je nachdem, in welchem arabischen Land man sich befindet, liegt das immer in einer anderen Richtung.
    Dass sich dann doch die Nord-Süd-Achse in der Kartographie durchgesetzt hat, kam erst mit den großen Seefahrern und natürlich mit der Einführung des Kompasses. Den haben wir auch den Arabern zu verdanken (die ihn wiederum von den Chinesen haben).
    An den Polen wird's schwierig
    Die Kompassnadel, die von Nord nach Süd zeigt, hat wesentlich dazu beigetragen, dass auch die Landkarten danach ausgerichtet werden. Zu den wenigen Ausnahmen gehören die Gegenden, wo das nicht funktioniert, nämlich an den Polen selbst: Eine Landkarte der Arktis oder der Antarktis kann man nicht "nach Norden" ausrichten. Im Fall der Arktis wäre der Nordpol mitten im Bild. Im Fall der Antarktis wäre der gesamte Kartenrand "Norden". Da funktioniert das also nicht. Aber sonst ist Norden weltweit oben.
    3 min
  • Worauf sollte man beim giftigen Jakobskreuzkraut achten?
    Jakobskreuzkraut: wichtige heimische Wildpflanze
    Jakobskreuzkraut ist sehr giftig für Weidetiere, vor allem wenn es ins Heu gerät. Frisch auf der Wiese meiden die Tiere es in der Regel. Sobald es aber im Heu landet, können sie es nicht mehr "herausfiltern", fressen es und dann ist es tatsächlich sehr giftig, insbesondere für Pferde.
    Gleichzeitig ist Jakobskreuzkraut eine heimische Wildpflanze, und ich plädiere sehr dafür, sie nicht überall zu entfernen. Es gibt viele giftige Pflanzen, mit denen wir täglich leben. Ein Beispiel ist der Kirschlorbeer, den gefühlt jeder zweite im Garten hat – der ist ebenfalls giftig.
    Wir brauchen die heimischen Pflanzen. Beim Jakobskreuzkraut gibt es etwa einen Schmetterling, dessen Raupen darauf angewiesen sind, die Blätter dieser Pflanze zu fressen. Solche Pflanzen sind wichtig für die Artenvielfalt.
    Deshalb würde ich sagen: An Stellen, wo es wirklich problematisch ist – also auf Heuwiesen und dort, wo Kinder unmittelbaren Kontakt haben könnten – sollte man Jakobskreuzkraut entfernen. An Orten hingegen, wo es nicht stört, darf es ruhig wachsen. Denn es ist eine Pflanze, die hierhergehört und die ihren Wert für die Artenvielfalt hat.
    2 min
  • Was kann ich im Herbst für Insekten im Naturgarten anpflanzen?
    Natternkopf, Kartäusernelke und Glockenblumen
    Pflanzen kann man auch im Herbst noch sehr vieles. Ich nenne ein paar Pflanzen, die ich besonders gerne mag und auch in meinem eigenen Garten habe.
    Zum einen den Natternkopf. Er blüht helllila-bläulich und ist ein richtiger Wildbienen-Magnet. Da ist im Sommer richtig was los, daran kann man sich sehr erfreuen. Es gibt auch die spezialisierte Natternkopf-Mauerbiene, die ihren Pollen nur am Natternkopf sammelt. Mit etwas Glück kann man sie dort beobachten.
    Dann die Kartäusernelke: Sie blüht auch jetzt noch, hat einen sehr langen Blühzeitraum – vom Frühsommer bis in den Herbst hinein. Sie hat filigrane, pinkfarbene Blüten und ich mag sie sehr gerne.
    Und schließlich die verschiedenen Glockenblumen-Arten. Da gibt es eine große Auswahl, die gut in den Garten passt: die Rundblättrige Glockenblume, die Wiesenglockenblume, die Rapunzel-Glockenblume. Auch hier gibt es viele spezialisierte Wildbienen, die gerne auf Glockenblumen fliegen.
    2 min

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Woher stammt die "Quarantäne"? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de

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