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  • Warum hat der Mond keine Atmosphäre?
    Der Mond ist zu klein und zu leicht
    Der Mond ist schlicht zu klein und zu leicht, um eine Atmosphäre zu haben. Damit ein Himmelskörper eine Atmosphäre hat, braucht er eine gewisse Masse, um Gasmoleküle durch seine Gravitationskraft bei sich zu halten.
    Der Mond ist 80-mal leichter als die Erde. Damit ist seine Anziehungskraft einfach zu schwach. Um eine Atmosphäre an sich zu binden, müssen Himmelskörper schon etwas größer sein.
    Auch auf das Magnetfeld kommt es an
    Man sieht das gut im Vergleich von Mars und Venus. Der Mars hat auch nur eine sehr dünne Atmosphäre, denn er ist viel kleiner als die Erde – seine Masse beträgt lediglich ein Neuntel der Erdmasse. Es gibt Hinweise, dass der Mars früher eine dichtere Atmosphäre hatte, dass die sich aber verflüchtigt hat. Nicht nur, weil der Mars so klein ist, sondern auch, weil er kein Magnetfeld hat. Die Erde hat ein Magnetfeld. Das schützt sie unter anderem vor dem sogenannten Sonnenwind – also geladenen Teilchen, die von der Sonne kommen. Weil aber der Mars kein Magnetfeld hat, ist er dem Sonnenwind schutzlos ausgesetzt; seine einst etwas mächtigere Atmosphäre wurde davongetragen.
    Venus hat dichte Atmosphäre
    Ganz anders dagegen sieht es auf der Venus aus; die hat eine sehr dichte Atmosphäre – die Venus ist ja auch fast so groß wie die Erde. Verschiedene Faktoren entscheiden also über das Vorhandensein einer Atmosphäre. Vor allem die Größe, aber auch Faktoren wie das Magnetfeld.
    2 min
  • Ab wann und wie oft sollte man zum Hautkrebs-Screening gehen?
    Hautkrebs-Screening ab 18 Jahren
    Ich halte das Screening immer für sinnvoll, aber vor allem ab 18 Jahren. Da steigt das Risiko, dass sich ein schwarzer Hautkrebs entwickeln kann.
    Bei der Hautkrebsvorsorge schauen wir Hautärzte den ganzen Körper an: die Kopfhaut, den Bereich hinter den Ohren, die Mundschleimhaut. Es geht also nicht nur um die Haut, sondern auch um einsehbare Schleimhäute. Wir schauen zwischen die Zehen und im Intimbereich.
    Wir schauen dabei Leberflecken an und neu entstandene Pigmente. Wir nutzen gern das Auflichtmikroskop, um die genauere Struktur zu beurteilen. Aber wir schauen auch auf andere Hautveränderungen. Manchmal ist es zum Beispiel eine Vorstufe von weißem Hautkrebs. Oder Sonnenschäden, wo man sieht: Das geht jetzt in eine falsche Richtung, hier muss man besser aufpassen.
    ABCDE-Regel: Worauf jeder selbst achten kann
    Aber jeder kann auch selbst zu Hause gucken. Wir sollten unseren Körper kennen. Ich sage immer: bei der Liebe das Licht anlassen. Man sollte also den Partner mal bei hellem Licht inspizieren, denn auf dem Rücken oder an intimer Stelle sieht man sich ja selbst schlecht.
    Eine Regel, die jeder kennen sollte, ist die ABCDE-Regel:
    • A: Ein Fleck ist asymmetrisch in ein oder zwei Ebenen
    • B: Der Fleck ist unscharf und unregelmäßig begrenzt
    • C: Die Coloration geht in Richtung schwarz, dunkel, scheckig, grau, helle Areale
    • D: Der Durchmesser ist über einen halben Zentimeter
    • E: Es hat sich eine Erhabenheit entwickelt
    Das sind Alarmzeichen, die einem helfen können zu entscheiden: Ja, jetzt muss ich wirklich mal zum Hautarzt gehen. Das heißt nicht immer, dass es Krebs ist. Aber so kann man schauen, in welche Richtung so ein Fleck geht.
    Auch neue Flecken sind manchmal Vorstufen oder schon Melanome. Die entwickeln sich nämlich gar nicht so oft aus Leberflecken, sondern häufig einfach auf der normalen Haut.
    Wie oft sollte man zum Screening beim Hautarzt gehen?
    Ich finde, dass man jährlich zum Hautkrebs-Screening kommen sollte, auch wenn die Krankenkassen bisher nur alle zwei Jahre bezahlt haben und es eventuell sogar abgeschafft werden soll. Am besten macht man beim Arzt gleich den Termin fürs nächste Jahr.
    Wichtig ist auch, schon einen guten Hautarzt zu haben, bevor ein Verdacht besteht. Der Hausarzt kann bei der Vermittlung helfen. Viele Hausärzte bieten mittlerweile auch selbst das Screening an.
    3 min
  • Wie bestimmt man das Alter von Sternen?
    13,6 Milliarden alter Stern enthält kein Eisen
    Es gibt verschiedene Methoden, das Alter von Sternen zu berechnen. Das kann man gut an einem Stern festmachen, von dem es heißt, er sei der älteste bisher bekannte Stern überhaupt.
    Dieser Stern ist, astronomisch gesehen, gar nicht weit weg von uns. "Nur" 6.000 Lichtjahre entfernt befindet er sich in unserer Galaxie – ist also Teil der Milchstraße. Dieser Stern wird auf ein Alter von 13,6 Milliarden Jahren geschätzt. Das würde bedeuten, er wäre 200 Millionen Jahre nach dem Urknall entstanden – das war ein ziemlich frühes Stadium der Sternentstehung. Das heißt auch: Der Stern ist entstanden, bevor sich unsere Galaxie gebildet hat. Dass er so alt ist, schließen die Wissenschaftler daraus, dass er – das kann man aus den Spektrallinien entnehmen – kein Eisen enthält.
    Was hat das Eisen mit dem Alter der Sterne zu tun?
    Die chemischen Elemente haben sich erst mit der Zeit gebildet. Am Anfang gab es nur leichte Elemente: Wasserstoff, Helium, Lithium. Die erste Sternengeneration kann nur aus diesen Elementen bestanden haben.
    Alle schweren Elemente – Kohlenstoff, Magnesium, Eisen – sind aus den leichten "zusammengebacken". Dafür sind extrem hoher Druck und Temperaturen notwendig, wie es sie nur im Inneren von Sternen gibt, bzw. unter den Bedingungen einer Supernova – also wenn ein Stern am Ende seines Daseins explodiert.
    Einen Stern aus der ersten Generation hat man noch nicht gefunden, aber oben genannte stammt offenbar aus der zweiten Generation. Denn er enthält zwar Kohlenstoff und Magnesium – also schon einige schwere Elemente – aber offenbar noch keinerlei Eisen. Für diese frühen Sterne ist also der Eisengehalt ein wichtiges Kriterium, um das Alter zu bestimmen.
    Größe und Farbe des Leuchtens helfen bei der Altersbestimmung
    Ein wichtiger Anhaltspunkt zur Altersbestimmung ist die Größe und die Farbe, in der ein Stern leuchtet. Sterne leuchten, weil sie Wasserstoffatome zu Helium verschmelzen und dabei Energie frei wird.
    Die Größe ist deshalb wichtig, weil große Sterne schneller "alt" werden. Sie haben nämlich einen großen Energieumsatz, der Wasserstoff ist viel schneller aufgebraucht. Während das passiert, verändert sich auch die Farbe des Lichts.
    Im Jungstadium sind Sterne eher bläulich. Je älter sie werden, desto mehr verschiebt sich die Farbe ins Rötliche. Wenn Astronomen einen Stern beobachten, können sie die Helligkeit messen – und da gilt die einfache Regel: je heller ein Stern, desto größer ist er. Sie können auch das Farbspektrum analysieren und daraus ableiten, welches Reifestadium der Stern hat. Aus diesen beiden Informationen – Größe und Reifestadium – lässt sich das Alter auch einigermaßen abschätzen.
    4 min
  • Beruht die Strandung der Arche Noah am Berg Ararat auf Fakten?
    Meeresspiegel reichte nicht bis zum Berg Ararat
    Nein. Der Berg Ararat, der an der türkisch-armenischen Grenze steht, ist über 5.000 Meter hoch. Dort auf geologisch nachvollziehbare Weise einen Meeresspiegel hinzubekommen, ist schlichtweg unmöglich – wenn man davon ausgeht, dass es sich dabei um eine historische Tatsache handelt.
    Man könnte natürlich auch sagen: "Arche Noah am Ararat gestrandet" muss ja nicht heißen, dass die Arche gleich auf 5.000 Metern Höhe gestrandet ist. Sie könnte ja auch weiter unten gestrandet sein, etwa bei 1.000 oder auch 2.000 Metern. Aber auch das ist geologisch eigentlich völlig ausgeschlossen. Denn selbst wenn man annimmt, dass alles Eis auf der Erde einmal schmelzen würde, dann hätte man noch einen Anstieg von einigen 10 Metern, aber das war es dann auch.
    Im Vergleich: In der letzten Eiszeit, als sehr viel mehr Eis gebunden war und als es sehr viel mehr Gletscher gab, war der Meeresspiegel 100 bis 120 Meter tiefer als heute. Wenn man das ganze Eis schmelzen lassen würde, wäre er vielleicht noch einmal etwa 80 bis 100 Meter höher. Das würde aber nicht reichen, um eine "Arche Noah" am Ararat stranden zu lassen.
    Deswegen ist es für mich auch kein Wunder, dass man dort nichts gefunden hat. Man hat Steinbögen gefunden. Da hat man vermutet, dass das fossile bzw. versteinerte Überreste der "Arche Noah" sein könnten. Aber das hat sich alles nicht als Wahrheit oder tatsächliche Sensation herausgestellt.
    Gigantische Flutung am Schwarzen Meer vor 7.500 Jahren?
    Es gibt Informationen darüber – das hat mit dem Ararat allerdings weniger zu tun – dass es vor 7.500 Jahren am Schwarzen Meer zu einer gigantischen Flutung gekommen sein könnte. Das heißt, das Schwarze Meer war auch während der Eiszeiten 100 bis 120 Meter tiefer als heute. Das war ein Süßwassersee. Und dann – so die Theorie – ist nach der Eiszeit durch das Schmelzen von Gletschern der Meeresspiegel gestiegen, das Mittelmeer ist gestiegen. Irgendwann hat es dann auch den Bosporus überschwemmt. Und dann kam jede Menge Wasser den Bosporus herunter: 20-mal stärker als der Niagarafall, so heißt es.
    Dadurch wurde das Schwarze Meer erstens salzig und zweitens ist der Meeresspiegel gestiegen. Aber nicht wesentlich höher als er heute ist. Das ist die andere Theorie, für die es einige Belege gibt, aber da ist noch vieles unsicher. Die Suche am Ararat hat aber mit diesen neueren Erkenntnissen nichts zu tun.
    Flutung: möglicherweise Einfluss auf das Gilgamesch-Epos
    Wenn es diese Überschwemmung tatsächlich gegeben hat vor 7.500 Jahren, dann, so eine Überlegung, könnte dieses Ereignis möglicherweise das Gilgameschepos im Zweistromland ausgelöst haben. Aus diesem Epos wäre dann später die Geschichte der "Arche Noah" entstanden.
    Der Haken: Wenn es die große Sturzflut am Schwarzen Meer wirklich gab, hätte hat das Ereignis 5500 v. Chr. stattgefunden. Das Gilgamesch-Epos selbst ist aber erst 2.000 Jahre später entstanden. Das heißt, diese 2.000 Jahre hätten durch mündliche Überlieferung überbrückt werden müssen. Und ob das so sein kann oder nicht, ist schwer zu beantworten.
    4 min
  • Ist jedes Bier isotonisch oder nur alkoholfreies?
    Selbst wenn normales Bier isotonisch wäre, dürften die Bierbrauer nicht damit werben, weil alkoholische Getränke generell nicht mit nährstoffbezogenen Hinweisen werben dürfen. Aber normales Vollbier ist auch nicht isotonisch, sondern wegen des zusätzlichen Alkohols hypertonisch.
    Isotonisch: so viele Nährstoffe und Mineralien wie unser Blut
    Isotonisch sind Getränke dann, wenn sie genauso viele Nährstoffe und Mineralien bzw. genauso viele gelöste Teilchen enthalten wie unser Blut. Dann nämlich, sagen Ernährungsphysiologen, kann der Körper zumindest bei sportlicher Anstrengung die Flüssigkeit und die Mineralien am besten und schnellsten aufnehmen.
    Wenn eine Flüssigkeit zu viele Nährstoffe enthält – zum Beispiel ein unverdünnter Fruchtsaft – dann entziehen sie dem Körper eher Flüssigkeit. Ähnlich ist es beim Vollbier. Es ist nicht so nährstoffreich wie zum Beispiel purer Orangensaft. Aber Bier ist im Hinblick auf den Nährstoffgehalt "dicker" als das Blut. Deshalb ist es nicht isotonisch ("iso" bedeutet "gleich"), sondern hypertonisch ("hyper" bedeutet "über").
    Mineralien werden beim Alkoholabbau ausgeschieden
    Gut zu wissen: Mineralien aus dem Bier, die beim Alkoholabbau in der Leber zum Teil gleich wieder ausgeschieden werden, kommen dem Körper nicht zugute. Die Vorstellung, normales Bier und alkoholfreies Bier unterscheiden sich nur darin, dass man sich mit alkoholhaltigem Bier betrinken kann, ist also falsch.
    Auch beim alkoholfreien Bier gibt es Ausnahmen: Die Stiftung Warentest hat das vor ein paar Jahren untersucht und festgestellt, dass viele alkoholfreie Weizen nicht isotonisch sind, obwohl sie zum Teil dafür werben. Sie sind vielmehr hypotonisch, also "dünner" als Blut. Letztlich aber sind das Unterschiede, um die sich der normale Breitensportler nicht allzu sehr den Kopf zerbrechen sollte – erst bei stundenlangem Ausdauersport, das entspricht der Kategorie "Marathonläufer", wird das interessant. Aber auch dann muss es kein spezieller Fitness-Drink sein – eine Apfelsaftschorle ist genauso isotonisch.
    3 min
  • Welche Ernährung hilft bei Neurodermitis?
    Proteine für die Reparatur der Haut
    Die Haut ist Teil des gesamten Organismus. Daher sollte man bei jeder Hauterkrankung auf die Ernährung achten. Antientzündliche Ernährung ist eine pflanzenbetonte Kost. Wir brauchen aber immer auch genug Proteine, weil die Hautreparatur über Eiweiß gelingt. Wenn jemand eine schuppende Hauterkrankung hat, verliert er eine ganze Menge Eiweiß. Wenn das Immunsystem in Wallung ist, wie bei einer Neurodermitis, braucht es genug Proteine. Außerdem Vitamin D, Zink, Selen, Omega-3-Fettsäuren.
    Reichlich Ballaststoffe für eine gesunde Darmflora
    Eins meiner Lieblingsthemen ist außerdem die Darmflora, da gibt es schon viele gute Untersuchungen. Wir brauchen unbedingt 30 Gramm Ballaststoffe am Tag. Das lässt sich mit kostenlosen Apps im Handy tracken. Besonders gut geeignet für eine vielfältige und hautgesundheitsförderliche Darmflora sind zum Beispiel Akazienfasern, aber auch Flohsamenschalen, Leinsamen und viele andere lösliche Ballaststoffquellen, zum Beispiel aus bitteren Salaten und Wurzelgemüsen.
    Fermentierte Lebensmittel unterstützen
    Hilfreich ist auch lebendige Nahrung. Es gibt Hersteller, die Pülverchen empfehlen, denen Milchsäurebakterien zugeführt werden, Bifidobakterien. Aber das geht auch zum Beispiel mit frischem Sauerkraut, das man selbst fermentiert hat oder von der Frischetheke kauft. Es darf nicht erhitzt sein, damit die Bakterien leben. Wenn man Milchprodukte verträgt, geht auch Kefir. Auch Kimchi vom Koreaner oder sogenannte effektive Mikroorganismen. Und Salat aus dem Garten. All das reichert die eigene Darmflora an und kann von innen die Anti-Entzündung unterstützen.
    2 min
  • Gibt es eine globale Verdunkelung?
    Aerosole: Sonneneinstrahlung ist heute geringer als vor 50 Jahren
    Grundsätzlich ja. Mit globaler Verdunkelung (engl. Global Dimming) ist gemeint, dass im weltweiten Durchschnitt heute ein paar Prozent weniger Sonneneinstrahlung auf der Erde ankommt als etwa 1960. Der Hauptgrund dafür ist die Luftverschmutzung. Beim Verbrennen von Kohle, Öl und Gas, aber auch Holz gelangen kleinste Partikel – sogenannte Aerosole – in die Atmosphäre. Diese Aerosole verdunkeln zum einen selbst den Himmel, zum anderen sind es Kondensationskeime für Wassertröpfchen. Sie führen damit zu einer verstärkten Wolkenbildung. Und Wolken verdunkeln den Himmel ebenfalls. Sie reflektieren Sonnenstrahlen.
    Warum erwärmt sich die Erde trotz verminderter Sonneneinstrahlung?
    Wenn heute weniger Sonnenstrahlen auf die Erde kommen als 1960, müsste es doch eigentlich kühler werden – doch alle seriösen Klimaforscher sagen, es wird wärmer. Wie passt das zusammen?
    Zum einen liegt es daran, dass die globale Erwärmung durch den Treibhauseffekt stärker ist. Beim Treibhauseffekt geht es darum, dass Energie, die über Sonnenstrahlen zur Erde gelangt, stärker als früher in der Atmosphäre bleibt. Dieser Effekt ist unterm Strich stärker als der Verdunkelungseffekt. Viele Klimaforscher vermuten sogar, ohne den Verdunkelungseffekt durch die Luftverschmutzung wäre das Klima heute noch wärmer als es ohnehin schon ist. Außerdem hat die Verschmutzung selbst neben einem kühlenden auch einen wärmenden Effekt. Denn ein Teil der Aerosole liegt in Form von Ruß vor – und Ruß hat wiederum eine Treibhauswirkung, weil er Wärme absorbiert.
    Noch etwas kommt bei der Betrachtung hinzu: Der Vergleich zwischen der Situation heute und 1960 ist etwas unpräzise, denn die Entwicklung ist längst wieder rückläufig: Seit den 1980er-Jahren geht vor allem in den westlichen Industrieländern die Luftverschmutzung zurück – wohlgemerkt: Damit sind Schmutzpartikel gemeint, nicht der Ausstoß von Treibhausgasen! Die Atmosphäre wird also wieder klarer und der Verdunkelungseffekt lässt inzwischen schon wieder nach. Es ist aber von Region zu Region unterschiedlich: Über Ländern, die erst in den letzten Jahrzehnten industriell aufgeholt haben und auch noch stark auf Kohle setzen – so wie China – ist die Verdunkelung noch stärker ausgeprägt als bei uns, wo der Himmel schon wieder messbar "heller" ist als 1980.
    Wie passt das Problem der Lichtverschmutzung dazu?
    Bei der Lichtverschmutzung geht es nicht um Sonnenlicht, sondern um das künstliche Licht. Darum, dass wir vor lauter künstlicher Beleuchtung in den Städten den Himmel nicht mehr sehen. Aber indirekt trägt das auch dazu bei, dass der globalen Verdunkelung über vielen Städten eine lokale Erhellung des Himmels entgegensteht. Denn wenn es bewölkt ist, reflektieren die Wolken die Lichter der Großstadt.
    Das hat Konsequenzen: Früher war der Himmel in klaren Nächten heller als wenn es bewölkt ist. Bei wolkenverhangenem Himmel war der Nachthimmel pechschwarz, während in klaren Nächten immerhin noch der Mond sowie die Summe der Sterne etwas Licht zur Erde warfen.
    Heute ist es, vor allem über den großen Städten, umgekehrt: Da reflektieren die Wolken so viel Licht von den Städten, dass der Himmel heller ist als in klaren Nächten. Berliner Forscher haben sogar herausgefunden, dass es bei den verschiedenen Lichtanteilen Unterschiede gibt. Die roten Anteile des Lichts werden von den Wolken besonders stark reflektiert – man könnte übertrieben formulieren: Der Himmel wird zur Rotlichtzone.
    Es gibt also den Effekt einer Globalen Verdunkelung – bezogen auf das Tageslicht. Aber erstens geht der schon wieder zurück. Und zweitens gibt es gleichzeitig vielerorts den Effekt einer Aufhellung des Himmels nachts.
    5 min
  • Wo liegt der trockenste Ort der Erde?
    Trockenste Orte befinden sich in der Antarktis
    Spontan würde man den trockensten Ort der Erde wohl in einer heißen Wüste suchen, doch inzwischen haben Wissenschaftler festgestellt, dass sich die trockensten Orte in einer extrem kalten Gegend befinden, nämlich in der Antarktis. Dort gibt es mehr als 4.000 Meter hohe Gebirge – aber auch Täler, die komplett eisfrei sind, und das offenbar seit Millionen von Jahren. Dort ist es zwar eiskalt – bis zu minus 50 Grad in den Tälern, minus 70 Grad oder noch kälter auf den Bergrücken – aber die Luft ist so trocken, dass man wohl Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte warten kann, bis da mal ein Flöckchen fällt.
    Bedingungen wie auf dem Mars
    Seit bekannt ist, wie trocken es in dieser Region der Antarktis ist, interessieren sich zunehmend sowohl die Astronomie als auch Raumfahrtbehörden wie die NASA für diese Gegenden, vor allem für die Bergrücken: Die NASA, weil dort fast schon Bedingungen wie auf dem Mars herrschen – das ist praktisch, um Marsroboter zu testen. Und Astronomen, weil man in solch trockenen Gegenden natürlich toll die Sterne beobachten kann.
    Sahara: im Vergleich zur Atacama-Wüste ein wahres "Feuchtgebiet"
    Astronomen suchen für ihre großen Observatorien bewusst möglichst trockene Gegenden. Bisher galt da die chilenische Atacama-Wüste als der optimale Platz. Früher galt sie als der trockenste Ort der Erde. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt bei 0,1 Millimeter. Im Vergleich dazu ist die Sahara mit im Schnitt 40 Millimetern Jahresniederschlag ein wahres Feuchtgebiet. Die Atacama-Wüste ist also zwei Größenordnungen trockener als die Sahara. Deshalb stehen dort heute schon mehrere große Sternwarten.
    Antarktis: gute Bedingungen für Teleskope und Observatorien
    Doch inzwischen gibt es auch Observatorien zumindest in der Antarktis. Auf dem Bergrücken "Ridge A" wurde in mehr als 4.000 Metern Höhe 2012 ein Infrarotteleskop installiert. Es kann Strahlung bestimmter Wellenlängen beobachten, die kaum irgendwo sonst auf der Erde überhaupt den Weg durch die Atmosphäre bis an die Erdoberfläche schaffen.
    3 min
  • Hilft Kollagen gegen Hautalterung?
    Aminosäuren wichtig für den Aufbau von Kollagen
    Kollagen ist kein Mittel, mit dem man ein Lifting machen oder Falten ausbügeln kann. Es gibt einzelne Menschen, die nicht immer mit allen Aminosäuren gut versorgt sind. Das sind die Bausteine des Eiweißes, die man braucht, um Kollagen ausreichend aufzubauen. Wir brauchen bestimmte Aminosäuren wie Glycin, Hydroxyprolin und Prolin und auch Lysin, um Kollagen aufzubauen. Eigentlich würden hierfür eiweißreiche Lebensmittel reichen, aber das kommt nicht immer an. Das ist messbar und ich sehe es als Hautärztin jeden Tag.
    Omas Knochenbrühe – oder Nahrungsergänzungsmittel
    Diesen Menschen kann es helfen, dass sie Knochenbrühe nach Omas Rezept trinken, bei dem der Rinderknochen 12 Stunden ausgekocht wird. Da kommen dann Kollagen und Hyaluronsäure raus. Dazu frische Petersilie für das Vitamin C, denn ohne Vitamin C gibt es keinen Kollagenaufbau. Wer das nicht machen möchte, kann mit Nahrungsergänzungsmitteln arbeiten.
    Es gibt Studien, die zeigen, dass es wirkt. Das ist zum Beispiel bei Reibeisenhaut der Fall oder wenn die Leute ihr Haarwachstum stimulieren wollen. Es kann auch bei Gelenkbeschwerden für den Knochen hilfreich sein und ein bisschen für die Durchfeuchtung der Haut.
    Kollagen ist kein Wundermittel
    Kollagen ist also kein Wundermittel, aber im Sinne einer Versorgungstherapie kann es ein Helfer sein. Was ich noch nicht sicher sagen kann, denn da ist die Forschung gerade dran: Es gibt die Vermutung, dass besonders kleine Peptide, also Eiweißpartikelchen, im Kollagen vielleicht sogar einen Stimulationseffekt auf die kollagenbildenden Zellen haben. Wie gesagt: Das ist noch nicht sicher; das muss erst noch wissenschaftlich belegt werden. Daher bitte nicht loslaufen und kaufen.
    Es ist also kein Muss. Aber ich benutze es tatsächlich bei meinen Patienten und ich nehme es auch selbst. Und ich finde, dass es meiner Haut, meinen Haaren und meinen Nägeln sehr guttut.
    2 min
  • Sind Baskisch und Tschetschenisch miteinander verwandt?
    Indogermanische Sprachfamilien sind in Europa vorherrschend
    Es klingt verrückt, aber diese Theorie gab es tatsächlich. Es lässt sich auch gut begründen, warum. Ein Grund: In beiden Fällen handelt es sich um nicht-indogermanische Sprachen. Die meisten Sprachen Europas und viele Sprachen Asiens bis nach Indien gehören zur indogermanischen Sprachfamilie. Die germanischen Sprachen gehören dazu, die romanischen Sprachen, die keltischen, die slawischen, aber auch Persisch und Hindi.
    Nicht-indogermanische Sprachen sind in Europa die Ausnahme
    Wenn man sich nun eine Landkarte Europas anschaut, dann gibt es nur ein paar Flecken, in denen keine indogermanische Sprache gesprochen wird. Die bekanntesten sind Finnland und Ungarn, die gehören wie das Estnische zu einer ganz eigenen Sprachfamilie. Ebenso das Türkische; das gehört zu den Turksprachen bzw. zur altaischen Sprachfamilie. Das sind die großen nicht-indoeuropäischen Sprachräume im europäischen Umfeld.
    Außerdem gibt es ein paar kleine Sprachinseln. Dazu gehören sowohl die kaukasischen Sprachen – eine davon ist Tschetschenisch – und es gehört Baskisch dazu. Das Baskische hat absolut nichts zu tun mit Spanisch, Französisch oder was da sonst im Umkreis gesprochen wird; es ist eine völlig eigenständige Sprachfamilie. Insofern ist es eine Überlegung wert, ob die beiden verwandt sein könnten.
    Vaskonisch als Ursprache Europas?
    Wenn man von der Verbreitung der heutigen Sprachen ausgeht, liegen das Baskenland und Tschetschenien natürlich weit voneinander entfernt, quasi an den entgegengesetzten Enden Europas. Aber – und das ist das Spannende bei der baskischen Sprache: Es sieht so aus – zumindest gibt es darauf einige Hinweise – dass der Vorläufer des Baskischen viel weiter verbreitet war als nur im Baskenland. Manche Forscher sagen, diese vaskonische Vorläufersprache war sogar so etwas wie die Ursprache Europas. Das heißt, auch in Süddeutschland hätten vor 9.000 Jahren Leute gelebt, die eine Sprache gesprochen haben, die mit dem heutigen Baskisch verwandt ist.
    Ob das Urbaskische, das Vaskonische wirklich so weit verbreitet war, ist umstritten und eher unwahrscheinlich. Aber klar ist, dass das Indogermanische – von dem Griechisch, Slawisch, Keltisch, Germanisch abstammen – erst viel später nach Europa kam. Nach heutigem Stand geschah das vor gut 5.000 Jahren, und zwar mit einer Einwanderungswelle von den Steppen nördlich des Schwarzen Meers (Jamnaja-Kultur). Aber schon vor dieser Einwanderungswelle lebten Menschen in Europa, die irgendetwas gesprochen haben müssen. Diese Sprachen wurden verdrängt, bis auf kleine Sprachinseln wie eben das Baskenland, in der sich eine der vor-indogermanischen Sprachen gehalten hat.
    Baskisch und Tschetschenisch haben Ähnlichkeiten in der Grammatik
    Es ist also nicht abwegig zu fragen, ob die kaukasischen Sprachen Überbleibsel einer solchen Ursprache sind, deren Verbreitungsgebiet sich vom heutigen Spanien bis in den Kaukasus erstreckt hätte.
    Dazu kommt: Baskisch und Tschetschenisch haben gewisse grammatikalische Ähnlichkeiten. Sie drücken nämlich eine bestimmte grammatische Funktion dadurch aus, dass sie an ein Wort bestimmte Laute und Silben hängen. Wir haben im Deutschen für die verschiedenen Fälle bei Substantiven auch verschiedene Endungen, aber im Baskischen und im Tschetschenischen ist das noch viel extremer; da hängt man auch 3, 4 oder 5 Endungen hintereinander an ein Wort. Es sind beides, wie man sagt, "agglutinierende Sprachen", das ist eine formale Ähnlichkeit.
    Reichen gewisse Ähnlichkeiten für einen Beleg der Verwandtschaft beider Sprachen?
    Nein, eben nicht. Es war durchaus berechtigt, diese Hypothese aufzustellen und das zu untersuchen. Aber inzwischen weiß man viel mehr darüber, wie sich Sprachen ausgebreitet haben, und das passt einfach nicht mehr zusammen. Außerdem müsste man nicht nur in der Grammatik, sondern vor allem auch in den Wörtern Ähnlichkeiten finden. Aber die sind sehr schwach, wenn überhaupt vorhanden. In den Sprachwissenschaften geht daher heute niemand mehr von einer Verwandtschaft zwischen Baskisch und Tschetschenisch aus.
    5 min

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Woher stammt die "Quarantäne"? Wie entsteht ein Schwarzes Loch? Warum fallen Wolken nicht vom Himmel? SWR Redakteur Gábor Paál und Gäste aus der Wissenschaft erklären im Wechsel jeden Tag ein kleines Stückchen Welt. Texte unter http://1000-antworten.de

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