Archivradio – Geschichte im Original

Archivradio – Geschichte im Original

By SWR
Download on the App Store

Archivradio – Geschichte im Original episodes

  • Italien verhaftet Seenotretter der Cap Anamur | 12.7. 2004
    Italien genehmigt die Landung der Cap Anamur zunächst, widerruft die Erlaubnis dann – um dann doch wieder per Telefon die Einfahrt zu erlauben - so jedenfalls die Darstelllung von Cap-Anamur-Chef Elias Bierdel im SWR.
    Doch die Freude währt nur kurz. Cap-Anamur-Chef Bierdel fährt in den Hafen ein. Dort wird er, zusammen mit dem Kapitän verhaftet. Ihm wird Schlepperei bzw. Beihilfe zu illegaler Einreise vorgeworfen. Der Fall sorgt für große Diskussionen – auch innerhalb der Hilfsorganisation Cap Anamur selbst. Zwei Tage nach der Verhaftung geht die Hintergrundsendung SWR1 Thema heute der Frage nach: Wieviel PR braucht humanitäres Engagement?
    Am 16. Juli kommen Elias Bierdel und der Kapitän wieder frei. Die Kritik an seinem Verhalten sorgt allerdings dafür, dass er als Chef der Cap Anamur nicht wiedergewählt wurde. Gleichzeitig muss er sich vor dem Gericht im sizilianischen Agrigent verantworten. Die Staatsanwaltschaft fordert vier Jahre Haft und eine Geldstrafe von 400.000 Euro. Doch das Gericht spricht sie frei. Begründung: Das internationale Seerecht verpflichtet dazu, Menschen in Seenot zu retten. Das könne dann auch nach nationalem Recht nicht strafbar sein – urteilen die Richter am 7. Oktober 2009.
    Wenige Tage nach diesem Vorfall schlägt Bundesinnenminister Otto Schily vor, Aufnahmezentren für Flüchtlinge in Nordafrika zu errichten.
    19 min
  • Walt Disney über sein Leben und "Alice im Wunderland" | 9.7.1951
    1951 gab es noch kein Disneyland und die Walt Disney Company, 1923 gegründet, war noch nicht der Milliardenkonzern von heute. Beim Namen Walt Disney (1901 - 1966) dachte die Welt vielmehr an Micky Maus, Donald Duck und vor allem an einen charmanten, erfolgsverwöhnten Mann in seinen besten Jahren mit gepflegtem Schnurrbart, der den Familien rund um den Globus mit seinen Zeichentrickfilmen ein bisschen heile Welt bescherte und ein Märchen nach dem anderen ins Kino brachte: Schneewittchen, Aschenputtel, Pinocchio und 1951 Alice im Wunderland nach dem gleichnamigen Kinderbuch.
    Walt Disneys Karriere begann in den 1920ern mit Alice-Kurzfilmen
    Die Geschichte von Alice hatte für Disney eine besondere Bedeutung, weil mit einer Reihe von Alice-Kurzfilmen ("Alice in Cartoonland") seine Karriere in den 1920ern begonnen hatte.
    Kurz bevor der Film herauskommt, reist Walt Disney nach Europa. In Kopenhagen trifft er NDR-Reporter Ernst August Stolte, der ihn nicht als Filmemacher oder Unternehmer anredete, sondern als "Karikaturisten".
    7 min
  • D-Mark für die DDR: Stunde Null auf dem Alexanderplatz | 1.7.1990
    Mit dem Juli kommt die Währungsunion. Eine Filiale der Deutschen Bank am Alexanderplatz gibt schon um Mitternacht die ersten DM-Scheine aus. Der Andrang ist groß. Es gibt Tumulte. Im Getümmel werden Menschen ohnmächtig und verletzt. Wer nicht an den Schalter kommt, ist sauer. Wer schon die D-Mark in der Tasche hat, singt und feiert auf dem Platz die Nacht der Währungsunion.

    Aber nicht jedem ist nach Feiern zumute. Konrad Weiß, Mitglied der Bürgerrechtsbewegung und Regisseur, kommt in Südfunk Aktuell zu Wort. Er findet, die Währungsunion komme zu schnell und die ideellen Werte der Bewegung würden vergessen.
    6 min
  • WikiLeaks: Julian Assange wird in London festgenommen | 7.12.2010
    Internationaler Haftbefehl aus Schweden: Julian Assange stellt sich
    Wikileaks-Gründer Julian Assange stellt sich am 7. Dezember 2010 der Londoner Polizei. Hintergrund ist ein Internationaler Haftbefehl aus Schweden. Der Vorwurf: Vergewaltigung.
    Flucht in die Botschaft Ecuadors und Inhaftierung in Belmarsh
    In der Folge wird Julian Assange unter Hausarrest gestellt. 2012 flieht er in die Ecuadorianische Botschaft in London und beantragt Asyl. Ecuador entzieht ihm im April 2019 das Asyl- und damit das Aufenthaltsrecht in der Botschaft. Assange wird verhaftet und kommt ins Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich, der Sonderberichterstatter des UN-Menschenrechtsrats kommt zum Ergebnis, dass Julian Assange psychologisch gefoltert wurde.
    Schweden stellt Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung ein
    Die Schwedische Staatsanwaltschaft stellt im November 2019 die Ermittlungen gegen Julian Assange ein. Begründung: Die Beweislage habe sich deutlich abgeschwächt.
    8 min
  • WikiLeaks-Gründer Julian Assange wird gejagt | 3.12.2010
    US-Politiker fordern Todesstrafe für Julian Assange
    Nachdem WikiLeaks den USA viel Ärger bereitet hat durch die Veröffentlichung von Kriegsdokumenten und dem Irak-Video, wächst der Ärger auf WikiLeaks und den Kopf der Organisation Julian Assange. Einige US-Politiker fordern sogar die Todesstrafe. Julian Assange wird zum Gejagten, in der realen Welt und digital.
    4 min
  • WikiLeaks: Die Afghanistan-Kriegsdokumente | 26.7.2010
    Drei Monate nach dem brisanten Irak-Video gelingt WikiLeaks im Juli 2010 der nächste große Coup: Die Organisation publiziert eine Sammlung von fast 77.000 Dokumenten aus dem Kriegseinsatz in Afghanistan. 15.000 weitere Dokumente hält WikiLeaks unter Verschluss, weil sie Informanten gefährden könnten.
    WikiLeaks lanciert die Dokumente an Spiegel Online, die New York Times und den Guardian, die sie auswerten und darüber berichten.
    49 min
  • WikiLeaks: Das brisante Irak-Video | 6.4.2010
    Doch in Deutschland schlug das noch keine Wellen. Im Rundfunk wurde 2007 zwar schon vereinzelt über WikiLeaks berichtet, aber nur in einigen Spartenprogrammen, also in Computer- und Internet-Sendungen.
    In den Nachrichtensendungen tauchte WikiLeaks erstmals am 6. April 2010 auf, als die Organisation unter dem Titel "Collateral Murder" ein Video veröffentlicht. Es zeigt, wie US-Soldaten von Kampfhubschraubern aus mit zynischen Kommentaren auf zum Teil auch Zivilisten in Bagdad schossen. BR-Reporterin Andrea Mittlmeier beschreibt, was im Video zu sehen ist.
    Julian Assange "einer der Köpfe" von WikiLeaks
    Kurz taucht in der Berichterstattung auch erstmals ein gewisser Julian Assange auf, der zunächst nur als "einer der Köpfe" von WikiLeaks bezeichnet wird.
    6 min
  • Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche abgeschlossen | 21. und 22.6.2004
    200 Jahre lang hatte die weltberühmte Dresdner Frauenkirche (erbaut 1726 - 1743) die Stadt geprägt. Der imposante protestantische Kuppelbau hielt 1760 sogar den Geschossen der preußischen Artillerie stand, die Kugeln prallten an der Kuppel ab. Doch als im zweiten Weltkrieg die Briten im Februar 1945 Dresden in Schutt und Asche bombten, fiel auch die Kirche in sich zusammen.
    In den 1980er Jahren versammelt sich die Friedensbewegung der DDR um die Ruine, nach der Wiedervereinigung 1990 schließlich wird der Wiederaufbau geplant und am 22. Juni 2004 abgeschlossen. An dem Tag werden noch die Turmhaube und das Kuppelkreuz auf den Bau gesetzt, viele Dresdner schauen begeistert zu.
    Vor der Reportage zu diesem Ereignis schildert ein Bericht vom Vortag, welchen Anteil britische Sponsoren am Wiederaufbau hatten.
    8 min
  • Walter Ulbricht: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten" | 15.6.1961
    1961 flüchten pro Tag 300 DDR-Bürger nach West-Berlin
    Zwei Monate, bevor in Berlin die Mauer errichtet wird, dementiert der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht diese Pläne: Niemand habe die Absicht, eine Mauer zu errichten.
    Doch in welchem Zusammenhang fielen diese Worte? Die Situation: Immer mehr DDR-Bürger flüchteten nach West-Berlin – etwa 300 am Tag. Das war für die DDR auch ein wirtschaftliches Problem. Sie bezifferte die Kosten auf eine Milliarde Mark. Walter Ulbricht drängte deshalb die sowjetische Führung unter Chruschtschow, die Grenze nach West-Berlin zu schließen. Aber Moskau wollte primär etwas anderes: Nämlich einen formellen Friedensvertrag. Und zwar mit West-Berlin als einer sogenannten Freien und neutralen Stadt – die also nicht zur Bundesrepublik und somit auch nicht zur NATO gehören sollte.
    Pressekonferenz über Friedensvertrag
    Dieser Friedensvertrag ist das eigentliche Thema der etwa einstündigen Pressekonferenz am 15. Juni 1961. Die Frage, wie die Grenze von West-Berlin gestaltet werden solle, fällt relativ spät. Und es ist Ulbricht selbst, der das Wort "Mauer" als erster in den Mund nahm.
    Am Anfang der Pressekonferenz stehen die grundsätzlichen Fragen des geforderten Friedensvertrages im Mittelpunkt. Dann meldet sich ein Bruno Winzer aus Karl-Marx Stadt. Winzer wird als geflüchteter westdeutscher Offizier vorgestellt. Heute weiß man: Er war als Militäragent der DDR in der Bundesrepublik tätig. Seine angebliche Flucht und die damit verbundenen "Enthüllungen" über angebliche Aggressionspläne der Bundeswehr dienten der DDR-Propaganda und auch dazu, die Abschottung West-Berlins mit Argumenten zu unterfüttern.
    Staatsgrenze: Annamarie Doherr hakt nach
    Am Ende der Pressekonferenz geht es um die konkreten Auswirkungen auf Berlin. Jetzt kommen auch Vertreter aus dem Westen zu Wort. Zunächst der "Spiegel", dann ein Korrespondent der "Daily Mail" in London und schließlich meldet sich Annamarie Doherr von der "Frankfurter Rundschau", die bei Ulbricht nochmal nachhakte und ihm seinen berühmten Satz entlockt. Sie fragt nicht nach einer "Mauer", sondern:
    Bedeutet die Bildung einer Freien Stadt Ihrer Meinung nach, dass die Staatsgrenze am Brandenburger Tor errichtet wird? Und sind Sie entschlossen, dieser Tatsache mit allen Konsequenzen Rechnung zu tragen?

    Quelle: Annamarie Doherr, Journalistin, Frankfurter Rundschau

    Woraufhin Walter Ulbricht antwortet:
    Ich verstehe Ihre Frage so, dass es in Westdeutschland Menschen gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der DDR dazu mobilisieren, eine Mauer aufzurichten. Mir ist nicht bekannt, dass eine solche Absicht besteht. Die Bauarbeiter unserer Hauptstadt beschäftigen sich hauptsächlich mit Wohnungsbau, und ihre Arbeitskraft wird dafür voll eingesetzt. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.

    Quelle: Walter Ulbricht

    Annamarie Doherr war selbst 1945 aus der sowjetisch besetzten Zone nach West-Berlin übergesiedelt.
    "Größte Lüge des Jahrhunderts!" – Stimmt das?
    Später wurde Ulbrichts Mauer-Statement als die größte Lüge des Jahrhunderts gebrandmarkt. In Berlin wurden Schilder aufgestellt, die man vom Osten aussehen konnte, auf denen Ulbricht stand, um ihn mit seinem Zitat zu entlarven. Doch hat Walter Ulbricht wirklich gelogen? Oder war die Mauer zu diesem Zeitpunkt tatsächlich noch nicht in Planung?
    Zumindest als Option hatte er sie im Kopf, meint auch der Historiker Dr. Stefan Wolle in SWR2 Wissen:
    "Die DDR hat logistisch beide Varianten vorbereitet. Die eine Variante war: Die DDR erhält die Hoheit über die Luftkorridore und wird den Luftverkehr künftig über Schönefeld abwickeln. Dadurch hätte die DDR praktisch totale Kontrolle über alles, was nach West-Berlin geht und was von West-Berlin weggeht. Das hätte Ulbrich gar nicht mal so schlecht gefallen, weil dann die sogenannte "Freie Stadt Berlin" früher oder später der DDR ganz in den Schoß gefallen wäre. Das aber hätte grundsätzlich alliierte Rechte verletzt, und da wollte man auch seitens der Sowjetunion nicht ran.
    Die andere Variante war das, was dann gekommen ist, also die Abschließung West-Berlins durch eine Sperre. Interessanterweise fällt da der Begriff Mauer schon, der eigentlich erst im Grunde durch Walter Ulbricht so in die Debatte kam. Ulbrich hat sich da auch als großer Sprachschöpfer etabliert. Denn es war ja auch zunächst überhaupt keine Mauer, sondern ein Stacheldrahtverhau. Die eigentliche Mauer, so wie es viele noch in Erinnerung haben, kam erst später."
    Deshalb Wolles Fazit: "Er hat eigentlich nicht wirklich gelogen in dem Moment." Ulbricht habe sich eine andere Lösung für Berlin erhofft. "Aber er wurde dann im Grunde von der Sowjetunion gebremst, weil die sich nicht mit den USA anlegen wollten, und die Verantwortung der vier Mächte über Berlin in gewisser Weise erhalten wollten."
    Die endgültige Entscheidung für die Mauer fiel deshalb vermutlich erst kurz vor dem 13. August, als Ulbricht erkannte, dass sein Plan B keine Chance hatte.
    Wir hören aus rechtlichen Gründen hier nur Ausschnitte der Pressekonferenz.
    Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv
    35 min

About Archivradio – Geschichte im Original

From the publisher's feed

Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert…

More shows like Archivradio – Geschichte im Original

SWR Kultur lesenswert - Literatur by SWR

SWR Kultur lesenswert - Literatur

6 Listeners

WDR Zeitzeichen by WDR

WDR Zeitzeichen

75 Listeners

Radiowissen by Bayerischer Rundfunk

Radiowissen

110 Listeners

1000 Antworten by SWR

1000 Antworten

8 Listeners

Geschichten aus der Geschichte by Richard Hemmer und Daniel Meßner

Geschichten aus der Geschichte

182 Listeners

Anke Engelke und Kristian Thees: Wie war der Tag, Liebling? by SWR3, Kristian Thees, Anke Engelke

Anke Engelke und Kristian Thees: Wie war der Tag, Liebling?

33 Listeners

Das Wissen | SWR by SWR

Das Wissen | SWR

107 Listeners

Eine Stunde History - Deutschlandfunk Nova by Deutschlandfunk Nova

Eine Stunde History - Deutschlandfunk Nova

103 Listeners

SWR Kultur Forum by SWR

SWR Kultur Forum

9 Listeners

SWR1 Leute by SWR

SWR1 Leute

44 Listeners

Wissen aktuell – Impuls by SWR

Wissen aktuell – Impuls

4 Listeners

Weltspiegel Podcast by ARD Weltspiegel

Weltspiegel Podcast

37 Listeners

Verbrechen der Vergangenheit by RTL+ / GEO EPOCHE

Verbrechen der Vergangenheit

35 Listeners

Sprechen wir über Mord?! Der SWR Kultur True Crime Podcast by SWR Kultur

Sprechen wir über Mord?! Der SWR Kultur True Crime Podcast

25 Listeners

Das wahre Leben by SWR

Das wahre Leben

31 Listeners

Geschichte Europas by Tobias Jakobi

Geschichte Europas

7 Listeners

DAMALS und heute - Der Podcast zur Geschichte by David Neuhäuser, Felix Melching

DAMALS und heute - Der Podcast zur Geschichte

12 Listeners

Alles Geschichte - Der History-Podcast by ARD

Alles Geschichte - Der History-Podcast

65 Listeners

Tatort Geschichte - True Crime meets History by Bayerischer Rundfunk

Tatort Geschichte - True Crime meets History

36 Listeners

ZEIT Geschichte. Wie war das noch mal? by DIE ZEIT

ZEIT Geschichte. Wie war das noch mal?

36 Listeners

Terra X History - Der Podcast by ZDF - Terra X

Terra X History - Der Podcast

7 Listeners

Der Rest ist Geschichte by Deutschlandfunk

Der Rest ist Geschichte

16 Listeners

Was bisher geschah - Geschichtspodcast by Joachim Telgenbüscher, Nils Minkmar

Was bisher geschah - Geschichtspodcast

55 Listeners