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Zucker lässt nicht nur den Gaumen, sondern auch den Geist jubilieren, macht ihn geschmeidig, produktiv und phantasiereich. Thomas Kernert auf süßer Spur in Bayern.
Der Bayer liebt Süßes. Dies verwundert insofern, als er gemeinhin eher als Vernichter von Brühwürsten, Schweinsbraten und Semmelknödeln gilt. Auch halten sich seine Beiträge zur internationalen Hochküche der Desserts in engen Grenzen. Außer der berühmt-berüchtigten "Creme Bavaroise" und der Prinzregententorte findet man da kaum etwas original Bayerisches. Der nicht ganz lupenreine Versuch, die Dampfnudel als typisch bayerisch zu etikettieren, scheiterte vor ein paar Jahren am heftigen Widerstand des rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministers.
Doch was soll's? Richtige Männer stehen eh nicht auf Törtchen und Zuckerwatte. Richtige Männer lutschen und zuzeln nicht, richtige Männer beißen, kauen und schlucken runter. Oder wie es der Philosoph Peter Sloterdijk einmal formulierte: "Man bietet Helden keine Bonbons an!"
Und doch liebt der Bayer das Süße, Zuckrige, Klebrige. Um diese Leidenschaft mit seinem heroischen Selbstanspruch auf einen Nenner zu bringen, geht er ihr möglichst diskret nach: Hier eine "Auszogne" oder einen Zwetschgendatschi, dort einen Apfelstrudel oder ein Tiramisu und dazwischen noch heimlich, still und leise ein Pralinchen oder einen schnellen Schokoriegel. In Italien findet man ihn mit Sonnenbrille in einer Eisdiele, in Belgien mit falschem Schnurrbart in einer Chocolaterie, in den USA mit Baseballcap in einem Candy Shop. Nur nicht in den Ruf eines Schleckermauls geraten!
BR 2017
By Bayerischer Rundfunk5
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Zucker lässt nicht nur den Gaumen, sondern auch den Geist jubilieren, macht ihn geschmeidig, produktiv und phantasiereich. Thomas Kernert auf süßer Spur in Bayern.
Der Bayer liebt Süßes. Dies verwundert insofern, als er gemeinhin eher als Vernichter von Brühwürsten, Schweinsbraten und Semmelknödeln gilt. Auch halten sich seine Beiträge zur internationalen Hochküche der Desserts in engen Grenzen. Außer der berühmt-berüchtigten "Creme Bavaroise" und der Prinzregententorte findet man da kaum etwas original Bayerisches. Der nicht ganz lupenreine Versuch, die Dampfnudel als typisch bayerisch zu etikettieren, scheiterte vor ein paar Jahren am heftigen Widerstand des rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministers.
Doch was soll's? Richtige Männer stehen eh nicht auf Törtchen und Zuckerwatte. Richtige Männer lutschen und zuzeln nicht, richtige Männer beißen, kauen und schlucken runter. Oder wie es der Philosoph Peter Sloterdijk einmal formulierte: "Man bietet Helden keine Bonbons an!"
Und doch liebt der Bayer das Süße, Zuckrige, Klebrige. Um diese Leidenschaft mit seinem heroischen Selbstanspruch auf einen Nenner zu bringen, geht er ihr möglichst diskret nach: Hier eine "Auszogne" oder einen Zwetschgendatschi, dort einen Apfelstrudel oder ein Tiramisu und dazwischen noch heimlich, still und leise ein Pralinchen oder einen schnellen Schokoriegel. In Italien findet man ihn mit Sonnenbrille in einer Eisdiele, in Belgien mit falschem Schnurrbart in einer Chocolaterie, in den USA mit Baseballcap in einem Candy Shop. Nur nicht in den Ruf eines Schleckermauls geraten!
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