Morgenimpuls mit Schwester Katharina
Heute denken wir an eine höchst interessante Frau, die in den nordeuropäischen Ländern, besonders in Schweden sehr verehrt wird. Birgitta Birgersdotter wird 1303 in Finsta, Schweden, in eine aristokratische Familie geboren und zeigte bereits als Kind eine besondere Frömmigkeit. Mit 13 Jahren heiratete sie den Adligen Ulf Gudmarsson, mit dem sie acht Kinder hat. Trotz ihres anstrengenden Familienlebens widmet sie sich intensiv der Wohltätigkeit in ihrem Umland, lässt Kirchen und Schulen bauen, stiftet Spitäler und speist täglich 12 Bedürftige in ihrem Haus.Birgitta hatte seit ihrer Kindheit Visionen und erlebt zahlreiche Offenbarungen über das Leiden Christi. Sie entwickelt eine tiefe spirituelle Praxis und lehrt vielen Menschen einfache Gebete zu Jesus Christus. Ihre Visionen führten zur Gründung des Ordens des Heiligsten Erlösers, auch bekannt als Birgittenorden, dessen erste Äbtissin ihre Tochter Katharina wird. 1341/1342 unternimmt Birgitta mit ihrem Ehemann eine Pilgerreise nach Santiago de Compostela und später ins Heilige Land. Sie wirkt als Beraterin von Adeligen und Päpsten, setzt sich für Friedenspolitik ein und engagierte sich für die Einheit der Kirche während politischer und kirchlicher Krisen.Birgitta stirbt am 23. Juli 1373 in Rom, wo sie für ihre Nächstenliebe und ihren Einsatz für die Armen als "Engel von Rom" verehrt wird. 1999 erhebt Papst Johannes Paul II. sie zusammen mit Katharina von Siena und Edith Stein zur Patronin Europas. Sie galt in ihrer Zeit als sehr prophetische Frau, die immer wieder vor Fürsten und Könige getreten ist, um zu mahnen und zu bitten und viele ihrer Vorhersagen sind eingetroffen.Ich bin auch hier wieder beeindruckt von einer Frau, die ihre vielfältigen Möglichkeiten und Gaben eingesetzt hat. Und allein der Gedanke, dass diese Frau mit ihrem Mann zu Fuß von Schweden nach Santiago de Compostela und ins Heilige Land und wieder zurück pilgert, imponiert mir zutiefst. Und dieser so einfach klingende Satz "Sie wirkt als Beraterin von Adeligen und Päpsten, setzt sich für Friedenspolitik ein und engagierte sich für die Einheit der Kirche während politischer und kirchlicher Krisen" sagt nur rein äußerlich, was ihr im tiefsten Inneren wichtig ist: Aus ihrer Verehrung des Leidenden Christus wird ihr Engagement für die leidenden Völker und die leidende Kirche.