Amerikanische NGOs, die bisher in internationalen Krisengebieten tätig waren, gehen in der eigenen Heimat gegen gesellschaftliche Spaltung vor. Der Journalist Anselm Jessen untersucht diese Initiativen für einen Podcast. Ich, Elias Gottstein, bin als Tonmann dabei. Für drei Monate reisen wir zur Zeit der Amtseinführung Donald Trumps durch die USA. Ich kenne Anselm schon lange, er ist der beste Freund meines Patenonkels – daher weiß ich, dass diese Reise ein ziemliches Abenteuer werden kann: Denn Anselm lebt mit einer bipolaren Störung – mit Phasen tiefer Erschöpfung und manischen Höhen, in denen er außergewöhnliche Projekte realisiert. Daher entschließe ich mich, sein Leben anhand der Reise zu dokumentieren. Während wir durch die elektrisierten und gespaltenen Staaten fahren, stellt sich mir als Begleiter zunehmend die Frage: Ist Anselms Interesse am Engagement gegen die äußere Polarisierung auch eine Suche nach Wegen aus der inneren Polarisierung? Besteht der Ausweg eventuell darin, das eigene Wohlbefinden nicht an den Erfolg weltbewegender Projekte zu knüpfen? Und kennen nicht viele Menschen diese psychische Abhängigkeit von Status und Erfolg – wenn auch in nicht ganz so extremer Form?