Marisa ist blind. An ihrer Seite läuft der weiße Königspudel Rainer, ihr Blindenführhund. Gemeinsam bewegen sie sich durch Parks, Straßen, Märkte, Geschäfte, kurzum: durch das Leben. "Rechts, voran, such Weg!" - Marisas Hörzeichen an Rainer ermöglichen beiden, sich durch das akustische Geflecht aus Verkehrsströmen, Schritten, Stimmen und Bahnansagen zu navigieren. Es ist eine Welt, deren Elemente ständig in Bewegung sind: Baustellen verschließen Laufwege, E-Roller blockieren Eingänge, wo gestern noch ein Durchgang war, stehen heute Fahrräder. Die beiden haben ein präzises Zusammenspiel aus Kommunikation und Vertrauen entwickelt.
Im Zentrum dieses O-Ton-Features steht ihre Beziehung zueinander und die Frage, wie Orientierung jenseits des Sehens funktionieren kann. Gleichzeitig erzählt das Stück Marisas Geschichte - von ihrer Erblindung, ihrem Alltag, ihrer Identität als Frau und Mutter und davon, dass fast alles möglich bleibt, auch wenn das Sehen nicht mehr möglich ist - denn Marisa sagt: "Ich bin nur so weit behindert, wie ich behindert werde." Auch Rainer wird hörbar in diesem Feature - als gleichwertiger Protagonist an Marisas Seite.