Am Montag (27.03.2023) wollen die Eisenbahner-Gewerkschaft EVG und Verdi das Land in einem Doppelstreik von null bis 24 Uhr lahmlegen. Bei Verdi geht es um den Tarifvertrag für Bund und Kommunen, bei der EVG um einen Vertrag für Bahn-Unternehmen. Im Podcast erklären wir, was alles bestreikt wird, welche Möglichkeiten die Kunden haben und was die Tarifparteien erreichen wollen. Hier steht, wie der Streik NRW trifft.
Verhaftung von Donald Trump – wann ist es soweit?
Wird demnächst zum ersten Mal ein ehemaliger Präsident der USA verhaftet? Vergangenen Samstag behauptete Donald Trump genau das: Er solle Dienstag verhaftet werden.
Bislang ist nichts passiert. Aber das heißt nicht, dass es nicht nächste Woche soweit ist. Weshalb könnte Trump verhaftet werden? Was wird ihm vorgeworfen? Was würde Donald Trumps Verhaftung politisch bedeuten? Das klären wir in dieser Episode.
Shopping in den Niederlanden
Die Geschäfte sind geöffnet, die Grenze ist nah – und Fritten gibt es auch: Des Rheinländers liebstes Hobby ist Shopping in den Niederlanden. Venlo, Nimwegen, Roermond oder Deventer – was halten diese Städte bereit? Wir geben den Überblick.
Das Rezept: Tofu-Scramble (Veganes Rührei)
Wer keine Eier im Haus hat, aber einen Block Tofu im Gefrierfach, kann seine Brunch-Gäste mit einem veganen Scramble überraschen. Dazu passen Baguette oder Vollkornbrot.
Für zwei Personen 250 Gramm Tofu mit den Händen zerkrümeln. In einer Pfanne in etwas Öl anbraten. Mit etwas schwarzem Pfeffer, Kurkuma und Kala Namak (Black Salt, Schwefelsalz, gibt’s in Geschäften mit indischen Lebensmitteln oder im Netz) würzen. Zum Schluss einen Esslöffel (veganen) Joghurt einrühren.
Das Transkript zur Episode:
Helene Pawlitzki: Herzlich willkommen im Aufwacher-Podcast, wo wir jede Woche darüber sprechen, was die Woche so gebracht hat und was in der nächsten Woche passiert. Mein Name ist Helene Pawlitzki. Ich kümmere mich bei der Rheinischen Post um die Podcasts.
Niklas Schnelting: Ich bin Niklas Schnelting. Ich mache aktuell mein Praktikum noch bei der Rheinischen Post und heute ist mein letzter Tag.
Helene Pawlitzki: Letzter Tag! Und wie war es?
Niklas Schnelting: Es war cool. Es hat sehr viel Spaß gemacht.
Helene Pawlitzki: Das musst du dir ja jetzt sagen.
Niklas Schnelting: Nee, das muss ich nicht sagen. Aber jeder, der das jetzt hört, den kann ich nur empfehlen, ein Praktikum bei der Rheinischen Post zu machen.
Helene Pawlitzki: Okay, cool. Und? Willst du immer noch vielleicht Journalist werden oder auf keinen Fall oder wo schlägt das Pegel hin?
Niklas Schnelting: Boah, das weiß ich noch nicht.
Helene Pawlitzki: Weißt du noch nicht?
Niklas Schnelting: Nee, weiß ich noch nicht.
Helene Pawlitzki: Okay, ich meine, aber in den vier Wochen ist jetzt nichts passiert, wo du sagst, okay, auf keinen Fall mache ich das.
Niklas Schnelting: Das ist auch richtig.
Helene Pawlitzki: Okay, das ist ja schon mal gut.
Niklas Schnelting: Also ich würde so nicht sagen, dass etwas passiert ist, wo ich sage: Boah, das ist jetzt total mein Ding. Aber mal sehen.
Rezept: Veganes Rührei (Tofu-Scramble)
Helene Pawlitzki: Okay. Ja, also ich habe mir überlegt: Zu essen gibt es veganes Rührei, lieber Niklas.
Niklas Schnelting: Hört sich...
Helene Pawlitzki: Crazy, oder?
Niklas Schnelting: ...jetzt tendenziell nicht so lecker an, aber ich bin gespannt.
Helene Pawlitzki: Ja, pass auf, also ich war auch ein bisschen skeptisch, was das angeht. Aber probiere es mal und sag mir dann, was du denkst. Also was man natürlich nicht erwarten darf, ist, dass es 100%ig wie Rührei schmeckt.
Niklas Schnelting: Nee, das ist klar, keine Sorge.
Helene Pawlitzki: Aber vielleicht ist es ein guter Ersatz, wenn man mal keine Eier zu Hause hat, aber noch einen Block Tofu im Kühlschrank, wer weiß. Kommt wahrscheinlich eher selten bei dir vor. Das Erste, was ich mache, ist: Ich heize die Pfanne ein bisschen vor und tue ein bisschen Öl in die Pfanne, denn natürlich muss man das Rührei auch anbraten.
Niklas Schnelting: Ist das Olivenöl? Nee, ne?
Helene Pawlitzki: Das ist jetzt in dem Fall Sonnenblumenöl, aber du kannst jedes Öl nehmen, was dir lieb ist.
Niklas Schnelting: Ja, aber Olivenöl hat ja einen eigenen Geschmack. Da muss man ja ein bisschen aufpassen, hab ich jetzt gelernt.
Helene Pawlitzki: Kann man auch machen, das kann auch lecker sein. Also damit es aber vegan ist, darfst du natürlich keine Butter nehmen, wobei das natürlich am geilsten schmecken würde. So. Dann habe ich hier einfach so einen ganz normalen Block Tofu, den ich jetzt einfach so ein bisschen mit meinen Händen zerkrümle. Du ahnst schon, die Konsistenz…
Niklas Schnelting: … ist wie Rührei.
Helene Pawlitzki: Naja, nicht unbedingt wie Rührei, ein bisschen gummiartiger. Aber man sieht zumindest, es sieht ja so bröselig mäßig so ein bisschen wie Rührei aus.
Niklas Schnelting: Das sind auf jeden Fall keine geschmolzenen Gummibärchen.
Helene Pawlitzki: Das sind auf jeden Fall keine geschmolzenen Gummibärchen.
Niklas Schnelting: Das wäre auch mal eine coole Idee.
Helene Pawlitzki: Es geht so.
Niklas Schnelting: So ein Gummibärchen-Pfannkuchen.
Helene Pawlitzki: Das wäre das Gegenteil von vegan.
Niklas Schnelting: Nee, kommt drauf an, welche Gummibärchen du nimmst?
Helene Pawlitzki: Ja, okay schon, aber die meisten Gummibärchen enthalten ja schon Gelatine. – So, und das kommt jetzt in die Pfanne.
Niklas Schnelting: Das knuspert schon richtig gut.
Helene Pawlitzki: Und wird jetzt so ein bisschen angebraten.
Niklas Schnelting: Alright.
Helene Pawlitzki: Jetzt ist natürlich die Frage: Wie kriegen wir das hin, dass es erstens ein bisschen nach Rührei schmeckt. Und zweitens, dass es ein bisschen wie Rührei aussieht.
Niklas Schnelting: Okay, was ist das jetzt?
Helene Pawlitzki: Das hier ist ein sogenanntes Schwefelsalz. Kala Namak heißt das, aus dem indischen Laden. Kannst du mal riechen.
Niklas Schnelting: Das riecht nach Rührei.
Helene Pawlitzki: Ja, komisch, ne?
Niklas Schnelting: Das riecht literally eins zu eins nach Rührei. Das ist ja krass.
Helene Pawlitzki: Ja, amazing. Und das tun wir jetzt hier so dran. Es heißt auch Black Salt. Und das Irritierende daran ist, dass es rosa ist, wenn man es drauf streut. Aber ich rühre das jetzt hier mal so ein bisschen unter.
Niklas Schnelting: Ja.
Helene Pawlitzki: So.
Niklas Schnelting: Dass das genau wie Rührei riecht, das verwirrt mich jetzt komplett.
Helene Pawlitzki: Ja, oder? Da wird man schon ein bisschen...
Niklas Schnelting: Das ist schon lustig.
Helene Pawlitzki: So, jetzt kommt Teil zwei in der Verwirrung des Niklas Schnelting. Jetzt nehmen wir ein bisschen Turmeric.
Niklas Schnelting: Was ist Turmeric? Darf ich da auch dran riechen?
Helene Pawlitzki: Kurkuma heißt das auch. Darfst du auch dran riechen.
Niklas Schnelting: Ah, Kurkuma, ja. Kurkuma kenn ich.
Helene Pawlitzki: Das ist das Gleiche, genau. Heißt nur anders. Und jetzt wird das Rührei auch noch ein bisschen gelb.
Niklas Schnelting: Das riecht... Mir fällt nichts ein. Das riecht auf jeden Fall nach irgendwas, was man kennt.
Helene Pawlitzki: Riecht halt nach Kurkuma, ne?
Niklas Schnelting: Tee.
Helene Pawlitzki: Nach Tee, ja. Es gibt so Tees, die enthalten Kurkuma.
Niklas Schnelting: Ja, das steht auch hier... Ach nee, das ist aber eine andere Dose, oder?
Helene Pawlitzki: Nee, nee, das ist eine ganz andere Dose. Hab ich da nur reingefüllt.
Niklas Schnelting: Das riecht trotzdem irgendwie nach einer Art Tee.
Helene Pawlitzki: So, es ist leider nicht so 100% Rührei-gelb, sondern halt schon ein bisschen...
Niklas Schnelting: Ja, doch. Also mein Rührei sieht auch so aus. Ich mache ja Rührei immer mit relativ wenig Eigelb, ne? Ich tue das Eigelb ja weg, um mir das Fett zu sparen.
Helene Pawlitzki: Aber es ist schon so grellgelb jetzt, ne?
Niklas Schnelting: Ja. Sieht eher aus wie Curry.
Helene Pawlitzki: Grellgelb ist ja hoffentlich dann nicht so ein bisschen Rührei auf Steroiden. So, ich mache noch mal hier ein bisschen Hitze an, weil wir wollen ja gerne, dass es so ein bisschen brutzelt, ne?
Niklas Schnelting: Ja, und der Herd ist jetzt auch kein krasser Super-Induktionsherd.
Helene Pawlitzki: Der Herd ist nicht so powerful, nee.
Niklas Schnelting: Ja. Wir haben jetzt Kurkuma, wir haben Black Salt, …
Helene Pawlitzki: … Schwefelsalz, Kala Namak …
Niklas Schnelting: … und Tofu.
Helene Pawlitzki: Genau.
Niklas Schnelting: Was kommt jetzt? Was hast du da?
Helene Pawlitzki: Das muss jetzt erstmal ein bisschen brutzeln hier.
Niklas Schnelting: Okay, ich bin gespannt.
Helene Pawlitzki: Wollen, dass das vielleicht auch so ein bisschen anschmurgelt. So, und jetzt, das könnte man jetzt noch durchaus eine ganze Weile weiterschmurgeln lassen, aber jetzt habe ich hier einen veganen Joghurt. In diesem Fall ist es Kokosjoghurt, man kann natürlich auch anderen Joghurt nehmen, zum Beispiel Sojajoghurt. Aber es gab den Sojajoghurt nur in so riesengroßen...
Niklas Schnelting: Und dann zwei Teelöffel tust du da rein. Das reicht schon?
Helene Pawlitzki: Ungefähr zwei Teelöffel, ja. Es geht ehrlich gesagt gar nicht um den Geschmack, es geht nur um die Konsistenz. Damit man noch so ein bisschen dieses Schlotzige und Cremige vom Ei hat, weißt du? Denn der Tofu an sich ist natürlich vielleicht ein bisschen trocken, da ist ja nicht so viel Flüssigkeit dazwischen, aber wir wollen hier natürlich so ein bisschen das noch haben. So, und jetzt mache ich noch schön schwarzen Pfeffer dazu. Weil ich finde, grundsätzlich schmeckt alles besser mit schwarzem Pfeffer.
Niklas Schnelting: Ach du meine Güte, pfefferst du das.
Helene Pawlitzki: Ja, Pfeffer ist super.
Niklas Schnelting: Also jeder normale Mensch würde wahrscheinlich zwei, drei Prisen nehmen, Helene hat jetzt sechs genommen.
Helene Pawlitzki: Nein, nein, nein, zwei, drei Prisen sind viel zu wenig. So, jetzt probiere ich mal ganz kurz schon mal. So, guten Appetit.
Niklas Schnelting: Guten Appetit, jetzt bin ich mal gespannt. – Ja, das schmeckt ganz gut.
Helene Pawlitzki: Vorsichtig mit der Zungenspitze probieren. Es schmeckt halt schon nach Tofu, ne? Vielleicht ist es ein bisschen sehr salzig jetzt geworden. Ein bisschen viel Eiersalz.
Niklas Schnelting: Ja, das schmeckt schon sehr salzig, ja. Aber es ist lecker. Ist es wirklich, oder nicht? Also ich finde das lecker.
Helene Pawlitzki: Also, mal was anderes.
Niklas Schnelting: Also, ich würde es jetzt nicht so tun, als wäre es Rührei, sondern ich würde es vielleicht eher in so einen Wrap packen vielleicht oder sowas.
Helene Pawlitzki: Das ist eine gute Idee. Dann kann man es ja auch noch anders würzen, ne? Könnte man ja auch noch, zum Beispiel Paprika oder...
Niklas Schnelting: Ja, Kreuzkümmel ist immer richtig gut.
Helene Pawlitzki: Auf jeden Fall. Vielleicht auch noch ein bisschen Zitronensaft.
Niklas Schnelting: Ist lecker.
Superstreik am 27.03.2023 - EVG und Verdi im Ausstand
Helene Pawlitzki: Weißt du schon, was du am Montag machst?
Niklas Schnelting: Ja, nicht Bahn fahren.
Helene Pawlitzki: Nee, ne?
Niklas Schnelting: Nee.
Helene Pawlitzki: Sehr wahrscheinlich nicht. Ich muss ja am Wochenende eine längere Bahnreise antreten, weil mein Neffe Geburtstag hat. Und ich habe ein bisschen Angst vor dem Sonntag, weil am Montag wird ja heftig gestreikt. Und ich glaube, dass einige Leute ihre Reise, die sie am Montag geplant haben, vielleicht auf den Sonntag vorziehen werden und es deswegen wahrscheinlich knallvoll wird. Also, was passiert? Am Montag gibt es einen sogenannten Doppelstreik. Einerseits streiken die Eisenbahner, die EVG heißt die Gewerkschaft. Die kennt man ja von früher noch, die streikt. Und Verdi, die Dienstleistungsgewerkschaft, die streikt auch, von 0 bis 24 Uhr, also wirklich die ganze Zeit. Und das führt dazu, dass weite Teile des öffentlichen Lebens lahmgelegt werden.
Niklas Schnelting: Bei Verdi geht es dabei um den Tarifvertrag für Bund und Kommunen und bei der EVG um einen Vertrag für die Bahnunternehmen. Was wird denn dabei jetzt eigentlich bestreikt?
Helene Pawlitzki: Also: der Fernverkehr, der Regionalverkehr und die S-Bahn, also komplett das Angebot der Deutschen Bahn und aller anderen Bahnunternehmen, weil die EVG natürlich nicht nur Lokführer von der Deutschen Bahn vertritt, sondern auch Lokführer, die bei anderen Unternehmen unterwegs sind. Dann die allermeisten Busse und alle U-Bahnen und Straßenbahnen in verschiedenen Bundesländern, unter anderem Nordrhein-Westfalen. Was bedeutet, was bislang wir hatten, war ja entweder Rheinbahnstreik oder Bahnstreik, so dass du, wenn du Rheinbahn nicht fahren konntest, wenigstens auf die S-Bahn teilweise ausweichen konntest. Das wirst du jetzt nicht mehr können am Montag. Du kannst auch nicht, und das ist natürlich eher unrealistisch, auf ein Flugzeug umsteigen, weil alle Flughäfen in Nordrhein-Westfalen und verschiedenen anderen Bundesländern auch nicht bedient werden. Also, es werden eigentlich alle Flugzeuge am Boden bleiben. Und dazu kommt noch, als kleines Bonbon, die Schifffahrt, also Schleusen und Häfen werden nicht bedient. Und die Autobahngesellschaft. Da ist noch nicht so ganz klar, was das für Auswirkungen haben wird. Die Gewerkschaft sagt, sie wollen auch gucken, dass einige Tunnel nicht mehr funktionieren. Die Autobahngesellschaft selbst sagt aber, dass das wahrscheinlich nicht so kommen wird, weil es da Notfallvereinbarungen gibt, sodass die weiter bedient werden. Es war auch überhaupt nicht klar, welche Tunnel überhaupt gemeint sein könnten, aber irgendwie war ein bisschen die Rede vom Elbtunnel in Hamburg und so. Da bin ich noch im Zweifel, ob da überhaupt was passiert. Also, wahrscheinlich wird Autofahren noch am ehesten gehen.
Niklas Schnelting: Wie kann man denn einen Tunnel ausschalten? Einfach das Licht aus?
Helene Pawlitzki: Ja, du kannst nicht den Tunnel ausschalten, aber der Tunnel ist ja eine Gefahrenzone gewissermaßen. Und wenn da keiner guckt und keiner den bedient, dann kann das schon passieren, dass man den nicht mehr benutzen kann.
Niklas Schnelting: Dann darf man da nicht durchfahren.
Helene Pawlitzki: Aber die Autobahngesellschaft sagt halt: Nein, nein, nein, das wird nicht passieren, weil es dafür eben Notfallvereinbarungen gibt. Man wird sehen.
Niklas Schnelting: Und was können wir jetzt dagegen machen? Was machen wir jetzt am Montag, wenn wir mit der Bahn eigentlich nach Hamburg fahren wollten?
Helene Pawlitzki: Also am Montag fährst du auf jeden Fall nicht mit der Bahn nach Hamburg. So viel steht mal fest. Da kommst du wahrscheinlich gar nicht an. Also du kannst natürlich vorher fahren. Du kannst auch das Ticket, was du für den 27. oder 28. März, das muss man auch noch dazu sagen: Der Dienstag wird auch noch in Teilen beeinträchtigt sein, weil da natürlich immer kein Zug an der richtigen Stelle ist, wenn die alle irgendwie stehen bleiben. Und dann muss alles sozusagen auf null gedreht werden. Und das dauert dann immer noch mehrere Stunden in den nächsten Tag rein. Du kannst mit den Tickets, die du für Montag oder Dienstag gekauft hast, früher oder später fahren. Also du kannst die flexibel nutzen bis einschließlich 04. April. Also, das kannst du machen, aber man muss seine Reise irgendwie verschieben. Und wenn du mit dem Nahverkehr unterwegs bist in Düsseldorf: Naja, die Rheinbahn plant mit einem reduzierten Busangebot. Da muss man sich halt sehr, sehr gut informieren, was da fährt, damit man überhaupt vom Fleck kommt.
Niklas Schnelting: Und worum geht es jetzt speziell am Montag?
Helene Pawlitzki: Bei dem Streik? Also, es gibt ja die beiden Gewerkschaften. Einmal Verdi, die verhandeln mit dem Beamtenbund. Da geht es um einen Tarifvertrag für die Beschäftigten bei Bund und Kommunen. Das sind 2,5 Millionen Menschen, die da arbeiten. Und da geht es eben darum, dass Verdi eben mehr Geld will. 10,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 500 Euro mehr. Und die sind jetzt in der dritten Runde. Am Montag startet die und geht bis Mittwoch. Und Verdi will jetzt natürlich einfach durch diesen Streik richtig Druck machen und zeigen: Ihr müsst euch jetzt bewegen, sonst kommen wir nicht vom Fleck. Und die EVG verhandelt mit 50 Bahn- und Busunternehmen. Und das wichtigste Unternehmen davon ist natürlich die Deutsche Bahn. Die ist einfach am größten. Und da sind die Gespräche in keinem guten Zustand. Die ersten Gespräche sind abgebrochen worden. Und die Bahn sagt jetzt: Leute, ihr könnt hier nicht streiken wie die Irren. Ihr müsst zurück an den Verhandlungstisch, denn die nächste reguläre Verhandlung wäre erst Ende April. Das ist sehr, sehr lange hin. Also, die sagen: Könnt ihr bitte wiederkommen. Die EVG möchte gerne 12 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 650 Euro. Also doch nochmal einen Schlag obendrauf. Und insgesamt kritisieren die Arbeitgeber natürlich heftig diesen riesengroßen Streik. Aber die Gewerkschaften sagen halt: Leute, sorry, aber es müssen jetzt irgendwie Abschlüsse her. Und wir fordern, weil die wirtschaftliche Lage so schlecht ist, eben auch einfach viel. Aber das ist auch richtig so. Deswegen streiken wir. Muss man mal gucken, ob die sich so ein Gefallen damit tun, so heftig zu streiken. Denn das wird sehr, sehr viele Leute beeinträchtigen am Montag.
Vorwürfe gegen Donald Trump - wie wahrscheinlich ist eine Verhaftung?
Niklas Schnelting: Unser zweites Thema ist heute: Wird demnächst zum ersten Mal ein ehemaliger Präsident der USA verhaftet? Nämlich Donald Trump. Am Samstag hatte Trump gepostet auf seinem eigenen sozialen Netzwerk Truth Social, dass er Dienstag verhaftet werden soll. Bislang ist zwar nichts passiert, aber wir schauen für euch trotzdem auf den Fall und schauen mal, worum es geht. Warum wird Trump denn strafrechtlich verfolgt?
Helene Pawlitzki: Tja, es gibt ganz viele verschiedene Dinge, die ihm vorgeworfen werden. Aber aktuell geht es tatsächlich um die Schweigegeldzahlung an die Pornodarstellerin Stephanie Clifford, Künstlername Stormy Daniels. Relativ lange geht es schon um diesen Fall und jetzt sind wir halt an einem Punkt, wo möglicherweise eine Grand Jury, also eine Jury, die darüber entscheiden soll, ob jemand überhaupt erstmal angeklagt und verhaftet werden soll, die Fakten zu diesem Fall hört und dann eben diese Entscheidung trifft. Und was ist das für ein Fall? Es ist relativ verwickelt. Stormy Daniels sagt, sie habe vor einigen Jahren Sex mit Donald Trump gehabt und als Donald Trump dann Ernst machte mit seinen Ambitionen auf das Präsidentenamt, er wurde ja 2016 gewählt, da war irgendwie den Leuten um Trump so ein bisschen klar, dass das problematisch sein könnte, wenn diese Pornodarstellerin rauskommt und sagt: Donald Trump hat erstens eine Ehefrau betrogen und zweitens mit einer Pornodarstellerin. Und daraufhin hat ein für Trump tätiger Anwalt namens Michael Cohen mit ihr darüber verhandelt. Es ist sehr kompliziert, es gab verschiedene Möglichkeiten, wie man das hätte machen können, aber jetzt im Endeffekt lief es darauf hinaus, dass er ihr Geld angeboten hat, dass sie niemals darüber spricht. Und zwar 120.000 Euro umgerechnet. Und die Geschichte geht so, dass Michael Cohen dieses Geld vorgestreckt haben soll und sich dann von Trump wiedergeholt haben soll. Und das alles an sich ist noch nicht illegal, das kann man machen. Es ist vertragsfrei, du kannst natürlich jemandem Geld dafür geben, damit er seine Geschichte nicht öffentlich erzählt, wenn du meinst. Aber was problematisch werden könnte für Trump ist die Frage, wie dieses Geld verbucht worden ist. Denn wenn man argumentieren kann, dass er das Geld verwendet hat, damit sein Präsidentschaftswahlkampf gut läuft und er am Ende Präsident wird, dann wären das gewissermaßen Wahlkampfspenden oder eine Wahlkampfhilfe. Und die muss man sehr exakt verbuchen. Das darf man nicht verschleiern in den USA. Also wer dir Geld gibt dafür, dass du Präsident wirst, damit du Präsident werden kannst, das musst du öffentlich machen. Und es ist denkbar, dass dieser kleine legale Fallstrick Trump tatsächlich zum Verhängnis wird und es könnte dann tatsächlich so weit kommen, dass er wirklich verhaftet wird. Wobei man sich das nicht so vorstellen muss, wie: Es kommt das SEK zu ihm nach Hause und wirft ihn auf den Boden und fesselt ihm die Hände hinter dem Rücken und er wird irgendwie in Unterhosen abgeführt. Sondern sehr wahrscheinlich würde das eben sehr anders laufen als bei „normalen Menschen“. Er würde möglicherweise keine Handschellen angelegt bekommen. Er würde auch nicht in Untersuchungshaft kommen zu den „normalen Menschen“, die verhaftet werden, sondern wahrscheinlich würde er irgendwie ein bisschen separiert festgehalten werden. Und es ist ja auch einfach so, dass ein ehemaliger US-Präsident immer noch vom Secret Service bewacht wird. Also die haben ja auch Securities. Das heißt, du kannst sowieso nicht einfach sagen: Wir stecken den jetzt mal ins ganz normale Gefängnis. Es würde wahrscheinlich auch sehr, sehr schnell gehen, darüber zu urteilen, ob er im Gefängnis bleiben muss oder ob eine Kaution gestellt wird. Und angesichts der Tatsache, dass er ja schon Präsidentschaftskandidat ist, er hat ja schon gesagt, er will wieder antreten, ist ja auch sehr wahrscheinlich, dass der Richter nicht davon ausgehen würde, dass er das Land verlässt und einfach flieht. Deswegen würde das wahrscheinlich auch relativ schnell so sein, dass er dann wieder in Freiheit wäre, auf freiem Fuß, bis eben zu dem Punkt, wo das Gerichtsverfahren beginnt.
Niklas Schnelting: Das würde auch ein schlechtes Licht auf den werfen, aus dem Land zu fliehen. Wie ist denn der Status bei dieser ganzen Sache jetzt?
Helene Pawlitzki: Ja, also es war ja so, dass Trump am Samstag gesagt hat, er glaubt, dass er am Dienstag verhaftet wird. Es könnte sein. Ehrlicherweise weiß das keiner so genau, weil diese Grand Jury hinter verschlossenen Türen im Geheimen tagen, weil man eben keinen Einfluss von außen auf die Jury nehmen will. Und deswegen weiß keiner, ob und wann das passiert. Die Staatsanwaltschaft hat schon relativ deutlich gemacht, dass es durchaus passieren könnte. Also es ist nicht vollkommen unmöglich, sondern eher Richtung wahrscheinlich. Aber wann es passiert, das weiß halt keiner. Also jetzt warten wir eigentlich alle darauf, ob es vielleicht nächste Woche irgendwann so weit ist. Die verschiedenen Medien, die sich damit beschäftigen, sagen alle: Wahrscheinlich wird am Montag die Grand Jury wieder tagen. Eigentlich hatte man gedacht, dass das jetzt vergangenen Donnerstag nochmal so weit ist. Das hätte dann heißen können, dass er vielleicht am Freitag oder am Wochenende verhaftet wird. Aber jetzt ist es wohl erstmal am Montag so. Und ob sie dann sofort entscheiden, dass er in Haft muss, beziehungsweise verhaftet werden soll, das ist noch gar nicht klar.
Niklas Schnelting: Gibt es denn noch weitere Vorwürfe gegen Trump?
Helene Pawlitzki: Ja, reichlich. Es gibt ja einen Sonderermittler beim Justizministerium namens Jack Smith. Der befasst sich im Wesentlichen mit zwei Vorwürfen. Der eine Vorwurf bezieht sich darauf, dass bei Trump in Mar-a-Lago reichlich geheime Regierungsdokumente gefunden wurden. Die hätten da nicht liegen dürfen, weil geheime Dokumente, wenn man dann das Amt verlässt, abgegeben werden müssen und im Archiv aufbewahrt werden müssen, logischerweise. Und es hat sich ja dann in mehreren Chargen herausgestellt, dass irgendwie kistenweise Zeug da herumsteht, was da eigentlich gar nicht sein darf. Und dann gab es auch so ein bisschen Probleme, weil Trumps Anwälte zwischendurch gesagt haben: So, jetzt haben wir aber wirklich alles abgegeben. Ehre, schwöre. Und in Wirklichkeit hat man dann aber weitere Sachen gefunden und das ist natürlich weniger günstig. Die anderen Vorwürfe, die Jack Smith untersucht, beziehen sich auf den 06. Januar 2021, als die Meute versucht hat, das US-Kapitol zu stürmen. Und die Frage ist ja weiterhin, ob Donald Trump mit seiner Rede vor diesen Menschen und seinen Verhalten in den sozialen Netzwerken dazu aufgerufen hat, die Regierung zu stürzen. Das ist auch eine wahnsinnig komplizierte Geschichte, weil es super schwer ist, zu belegen, dass Donald Trump tatsächlich gemeinsame Sachen gemacht hat mit diesen aufrührerischen Typen, die da unterwegs waren. Denn, dass sie da hingekommen sind, dass sie auch bewaffnet waren, dass sie in ihren eigenen sozialen Netzwerken und Gruppen darüber gesprochen haben, dass man jetzt das Land zurückerobern will, dass man die Regierung stürzen will und so weiter und so fort und Schlimmeres, das ist das eine und das ist auch belegt. Das Problem ist natürlich nachzuweisen, dass Donald Trump tatsächlich eins zu eins Einfluss auf diese Leute hatte und gewissermaßen mit ihnen gemeinsame Sache gemacht hat. Denn er war natürlich nicht mit in diesen ganzen Gruppen, in denen sie sich unterhalten haben. Also das ist relativ kompliziert. Aber da gibt es eben diesen Sonderermittler, der sich damit beschäftigt. Und dann gibt es noch so eine Reihe anderer Geschichten, aber was ihm möglicherweise schon auch noch zum Verhängnis werden könnte und was auf jeden Fall, denke ich, relativ beschädigend für ihn ist: Es gibt eine Frau namens Jean Carroll, die ihm vorwirft, sie in den 90er Jahren vergewaltigt zu haben. Und das ist schon so lange her, dass man das eigentlich gar nicht mehr strafrechtlich verfolgen konnte. Aber erstens hat sie eine Verleumdungsklage gegen ihn vorgebracht und gesagt: Er zieht meinen Namen in den Dreck, indem er das leugnet und mich eine Lügnerin nennt. Und zweitens gibt es jetzt seit kurzem eine neue rechtliche Regelung in New York, die es ihr ermöglicht, selber auch einen Vergewaltigungsvorwurf gegen ihn vorzubringen. Einen strafrechtlichen Vorwurf, obwohl das schon verjährt ist eigentlich. Das heißt, da könnte eigentlich noch was kommen.
Niklas Schnelting: Was bedeutet das denn für Trump alles politisch gesehen?
Helene Pawlitzki: Es ist natürlich total haarig, weil er ist ja Präsidentschaftskandidat. Und es ist zum Beispiel für das Justizministerium von Joe Biden total schwierig, gegen den gegnerischen Präsidentschaftskandidaten zu ermitteln und möglicherweise Anklage zu erheben. Deswegen haben sie ja diese beiden Hauptanklagepunkte an Jack Smith ausgelagert, weil sie eben versuchen das ein bisschen von sich wegzuhalten und sich dem Vorwurf zu entziehen das sei politisch motiviert. Wenn das tatsächlich so kommen würde, dass ein ehemaliger Präsident und ein aktueller Präsidentschaftskandidat, also er ist ja noch nicht der offizielle Kandidat der Republikanischen Partei, aber er will es ja gerne werden, wenn der durch eine Verhaftung oder durch Ermittlungen oder ein Gerichtsverfahren so beschädigt würde, dass er da eben nicht mehr antreten kann, dann würde es den Leuten sehr in die Hände spielen, die sowieso davon ausgehen, dass es gegen Donald Trump ständige Hexenjagden, wie sie sagen, gibt und er ständig versucht wird, durch das sogenannte Establishment politisch boykottiert zu werden. Also: ist alles sehr, sehr haarig und sehr gefährlich. Andererseits muss man natürlich auch sagen: Man kann ja nicht einfach deswegen diese Dinge unter den Tisch fallen lassen.
Niklas Schnelting: Absolut.
Helene Pawlitzki: Man kann ja nicht einfach sagen: Okay, was soll's, dann gibt es eben für Donald Trump keine Anklage, wenn er Präsidentschaftskandidat ist. Denn offen gestanden ist das etwas, was viele Leute vermuten. Dass er deswegen nochmal antreten will, unter anderem, weil er eben glaubt, wenn er Präsidentschaftskandidat ist, beziehungsweise nochmal Präsident wird, dann hat er keine Probleme und kann nicht strafrechtlich verfolgt werden, weil er dann Immunität genießt. – Was gibt es eigentlich heute zu trinken?
Was steckt im Aperol?
Niklas Schnelting: Ja, ich habe uns was ganz Schönes mitgebracht, und zwar eine Flasche Aperol.
Helene Pawlitzki: Okay.
Niklas Schnelting: Man muss jetzt ehrlicherweise sagen: Das ist natürlich jetzt so ein fertiggemixter Aperol. Den testen wir jetzt. Und schauen mal, wie der schmeckt.
Helene Pawlitzki: Okay, ich bin gespannt. Ich habe noch nie Fertiggemixten getrunken, ehrlich gesagt.
Niklas Schnelting: Ich schon. Das ist vielleicht so der Nachteil als junger Mann.
Helene Pawlitzki: Wieso? Ist doch kein Nachteil.
Niklas Schnelting: Man kauft den billigen Alkohol.
Helene Pawlitzki: Ist das billig, weil es fertiggemixt ist?
Niklas Schnelting: Das ist billiger, weil es fertiggemixt ist, ja. Deutlich.
Helene Pawlitzki: Ah, interessant. Ja, wahrscheinlich, weil der Sekt da nicht so viel taugt, ne? Könnte ich mir vorstellen.
Niklas Schnelting: Das werden wir jetzt ausprobieren.
Helene Pawlitzki: Also, du, das ist auch kein Aperol, sehe ich gerade. Das ist ein Aperol-Verschnitt.
Niklas Schnelting: Ja, natürlich, das ist ein Aperol-Verschnitt, das ist kein original Aperol.
Helene Pawlitzki: Das ist kein original Aperol.
Niklas Schnelting: Nein, natürlich nicht.
Helene Pawlitzki: Er hat eine ähnlich orangefarbene Farbe, aber...
Niklas Schnelting: Und er sprudelt. Prost.
Helene Pawlitzki: Was man so trinkt mit... Wie alt bist du? 23. Riecht auf jeden Fall sehr fruchtig. Riecht ein bisschen wie Gummibärchen. – Oh ja. Kopfschmerzen im Glas.
Niklas Schnelting: Ja, das kann gut sein.
Helene Pawlitzki: Wirklich?
Niklas Schnelting: Nein, nein. Also wir kaufen den immer im Sommer, weil im Sommer, finde ich, schmeckt Aperol einfach am besten. Da tust du dann auch so ein Eis rein und so.
Helene Pawlitzki: Stimmt.
Niklas Schnelting: Und den gibt es auch in so einem Dreierpack in so kleinen Flaschen. Und das ist immer ganz praktisch, weil da musst du nicht immer so eine Riesenflasche aufmachen. Und was weißt du denn über den Aperol?
Helene Pawlitzki: Den Aperol an sich?
Niklas Schnelting: Ich studiere ja Geschichte, das muss ich natürlich jetzt ein bisschen raushauen.
Helene Pawlitzki: Oh, geschichtlich weiß ich ganz wenig darüber. Also, ich meine doch, dass der vielleicht irgendwas mit Orangen zu tun hat.
Niklas Schnelting: Das ist richtig. Also, der Aperol, der wurde 1919 erfunden.
Helene Pawlitzki: Oh, das ist schon lange her.
Niklas Schnelting: Und zwar in Italien von den Brüdern Silvio und Luigi Barbieri. Ich hoffe, dass man das so ausspricht. Das sind auf jeden Fall Italiener.
Helene Pawlitzki: Okay, das war mir klar.
Niklas Schnelting: Und wirklich, seitdem hat sich das Rezept auch nicht verändert. Man nimmt natürlich in erster Linie einfach Aperol. Das ist so ein Destillat aus Rhabarber, Chinarinde, gelbem Enzian, Bitterorange und natürlich noch aromatische Kräuter.
Helene Pawlitzki: Rhabarber, das war mir überhaupt nicht klar.
Niklas Schnelting: Das ist krass, ne? Hätte ich auch nicht gedacht, ehrlicherweise. Ich dachte, das ist einfach nur so Orangenlikör praktisch, nur ein bisschen aufgepeppt.
Helene Pawlitzki: Ja, hätte ich auch gedacht.
Niklas Schnelting: Aber da ist ganz schön viel drin, ne?
Helene Pawlitzki: Rhabarber, okay.
Niklas Schnelting: Und der Name von Aperol, das leitet sich von dem Französischen ab und beruht auf dem Wort Aperitif. Und Aperitifs, das sind ja eigentlich Sachen, die appetitanregend wirken sollen. Das heißt, theoretisch sollte man den Aperol vor dem Essen trinken.
Helene Pawlitzki: Ja, okay, haben wir jetzt natürlich vergeigt.
Niklas Schnelting: Haben wir jetzt vergeigt, wir haben ihn jetzt danach getrunken. Aber wir haben ja auch keinen originalen Aperol, vielleicht gilt das dann.
Helene Pawlitzki: Insofern macht das auch nichts. Genau. Prost!
Niklas Schnelting: Prost!
Shopping in den Niederlanden - Tipps für Ausflüge nach Holland
Helene Pawlitzki: Also, ich war schon mal in Roermond, hab meiner Mama eine Handtasche gekauft. Und ich glaube, so wie mir geht es wahrscheinlich ganz vielen Leuten. Viele fahren gerne rüber in die Niederlande zum Shoppen. Insbesondere dann, wenn in Deutschland gerade die Geschäfte zu sind, weil zum Beispiel Feiertage sind. Demnächst kommt ja Ostern, das steht ja schon wieder vor der Tür. Also fährt man rüber über die Grenze, da sind die Geschäfte offen, die Preise sind teilweise auch ganz gut. Aber so richtig aus kenne ich mich eigentlich nicht, muss ich sagen. Du hast dich aber mal ein bisschen damit beschäftigt, was es da eigentlich so für Orte gibt, in die man fahren kann. Und kannst uns jetzt mal so ein bisschen erklären, wo es schön ist und wo es sich richtig lohnt. Vielleicht fangen wir mal bei Roermond an. Die ist ja riesig, diese Shopping-Siedlung direkt an der Grenze. Was zeichnet die denn so aus?
Niklas Schnelting: Genau, also in Roermond selbst, das wird natürlich ausgezeichnet dadurch, dass da ganz, ganz viele Outlet-Geschäfte sind, von teilweise auch sehr großen Firmen wie Nike, Adidas, sowas in die Richtung. Und man muss natürlich dazu sagen, das ist natürlich auch von den Firmen gewollt. Also teilweise produzieren manche Firmen extra Sachen nur für diese Outlet-Stores, damit da irgendwie Leute denken: Okay, wir machen jetzt voll das Schnäppchen.
Helene Pawlitzki: Ach krass, das wusste ich gar nicht.
Niklas Schnelting: Ja, das ist total krass. Da gibt es so ein paar Dokus drüber, dass zum Beispiel bei den Schuhen dann statt drei Lagen Lammfell nur eine Lage drin ist oder sowas, um halt eben Material trotzdem zu sparen. Und das wird dann extra für das Outlet produziert. Und Roermond hat aber natürlich nicht nur die Shopping-Siedlung zu bieten. Das ist nämlich auch eine sehr schöne kleine Stadt und die setzen halt auf einen sehr historischen Flair und ganz viele kleinere Boutiquen.
Helene Pawlitzki: Schön.
Niklas Schnelting: Ja, das ist so eher das Programm von denen.
Helene Pawlitzki: Okay, also mit anderen Worten: Man kann entweder Schnäppchen shoppen, die dann aber vielleicht irgendwie ein bisschen im Lammfell-Department Probleme haben. Oder man kann in diese kleinen Boutiquen gehen und sich dann vielleicht noch irgendwo eine kleine Frikandel gönnen.
Niklas Schnelting: Genau, man sollte nur eine Menge Zeit mitbringen. Ich weiß nicht, wann du da hingefahren bist, also wenn das unter der Woche war, dann ging es ja vielleicht. Aber gerade am Wochenende sind da teilweise wirklich Stau, hunderte Kilometer gefühlt, die man dann auch anstehen muss. Und da gibt es halt eben auch nur eine Zufahrt. Da muss man vielleicht ein bisschen Zeit dann auch mitbringen.
Helene Pawlitzki: Das gilt aber wahrscheinlich für all diese Städte, oder?
Niklas Schnelting: Das kann ich mir vorstellen, ja.
Helene Pawlitzki: Ja. Okay, andere Idee, Nimwegen.
Niklas Schnelting: Ja, Nimwegen ist eine richtig coole Stadt. Also das ist eigentlich eine Studentenstadt gewesen. Das war auch früher ein richtig guter Geheimtipp. Das ist ja jetzt, ja, nicht mehr so der beste Geheimtipp, sage ich mal. Mittlerweile ist Nimwegen relativ bekannt.
Helene Pawlitzki: Nicht mehr so ein geheimer Geheimtipp?
Niklas Schnelting: Nicht mehr so ein geheimer Geheimtipp, es ist nur so ein halbgeheimer Geheimtipp. Es gibt dort riesige Einkaufsboulevards. Und das Interessante ist, da gibt es nicht nur diese riesigen Ketten, sondern ähnlich wie auch in Roermond gibt es da ganz, ganz viele kleine Boutiquen und Galerien. Und die machen auch gerade diesen Reiz der Stadt aus. Also gerade eben nicht diese großen Geschäfte, sondern diese kleinen Boutiquen, in denen es wirklich, wirklich coole Sachen auch gibt und auch teilweise auch zu einem guten Preis.
Helene Pawlitzki: Ja, hört sich doch richtig schön an. Okay, und was ist mit Deventer? Das ist ja auch so eine Stadt, die man so kennt. Aber ich war da auch noch nie.
Niklas Schnelting: Ja genau, also Deventer war früher eine relative Industrieburg, sage ich mal. Also wenn man sich jetzt den Ruhrpott vorstellt, so sah es da wahrscheinlich dann auch aus. Die haben ja mittlerweile so ein Turnaround zur grünen Stadt gemacht. Und gerade, da gibt es ja zwei ganz besondere Straßen, nämlich die Overstraat und die Walstraat. Ich hoffe, ich spreche das halbwegs richtig aus. Also wahrscheinlich Oberstraße und Walstraße. Und da gibt es nicht nur Kleidung, sondern da gibt es auch richtig schöne Dekoartikel und Spielwaren. Und die haben generell ganz viele historische kleine Straßen und enge Gassen. Und gerade in der Niederlande hat man ja oft so ein Flair durch diese schönen historischen Sachen. Aber in Deventer kommt nicht nur das Shopping, sondern auch das Essen nicht zu kurz. Denn vor Ort gibt es richtig viele leckere Pommesbuden, die natürlich mit der original niederländischen Frittierkunst aufwarten.
Helene Pawlitzki: Da hast du mich ja direkt gecatcht.
Niklas Schnelting: Frikandel, Saté-Soße und so ein Zeug.
Helene Pawlitzki: Da bin ich dabei.
Niklas Schnelting: Da kann man auf jeden Fall hingehen.
Helene Pawlitzki: Okay. Und was wäre so eine Liste ohne Venlo?
Niklas Schnelting: Ja, Venlo. Also gerade in Düsseldorf, wenn man dann einmal Richtung Niederlande fährt, dann ist ja direkt das allererste große Autobahnschild: Bitte fahren Sie von hier aus nach Venlo. Es verspricht eine günstige Zeit, aber ich glaube es sind trotzdem anderthalb Stunden Fahrt circa ungefähr. Vielleicht zwei Stunden Fahrt. Ich bin ehrlicherweise noch nie in Venlo gewesen. Aber in den Einkaufsstraßen, da findet man richtig schöne Fassaden. Da gibt es moderne Geschäfte und farbenfrohe Gastronomie. Und besonders bekannt in Venlo ist nämlich das Het Romerhuis. Also das Römerhaus. Und das ist eines der ältesten Gebäude der Stadt sogar. Ich glaube sogar das zweitälteste. Das ist direkt neben der Einkaufsstraße, aber so ein kleines Stück abgelegen, so dass man schön bei Kaffee und etwas Süßes dem regen Treiben da zuschauen kann. Klingt gut, oder?
Helene Pawlitzki: Klingt gut. Also ich habe mal nachgeguckt, wenn man jetzt fahren würde, aber ich gebe zu, Freitagvormittag ist vielleicht nicht so repräsentativ, würde man eine Stunde brauchen.
Niklas Schnelting: Ja, okay. Dann würde ich am Wochenende vielleicht doch anderthalb bis zwei einplanen.
Helene Pawlitzki: Ja.
Niklas Schnelting: Könnte ich mir vorstellen.
Helene Pawlitzki: Anderthalb wahrscheinlich schon.
Niklas Schnelting: Ja, schon eine Ecke. Aber es ist eigentlich ganz um die Ecke. Denkt man gar nicht, wenn man wieder so weit weg eigentlich ist. Aber es ist direkt hier in der Nähe.
Helene Pawlitzki: Ja, cool. Alrighty. Das klingt alles nach einem guten Shoppingtrip über die Feiertage. Und das machen wir doch demnächst mal.