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Hans-Jürgen Arlt hat für die Otto-Brenner-Stiftung der IG Metall eine Studie über die BILD-Zeitung geschrieben. Wir sprechen mit ihm über Griechenland-Berichterstattung der BILD, BILD Geschäftsmodell und BILD als Anti-Journalismus.
– Studie: “Wirtschaftsjournalismus in der Krise” (pdf)
Michael Kreil hat die Vorratsdaten des Grünen-Politikers Malte Spitz visualisiert und zuletzt Crowdflow.net initiiert: Über 1000 Menschen haben dort die consolidated.db hoch geladen, jene Standortdaten von WLAN-Stationen und Mobilfunkmasten also, die iPhones ohne das jüngste Update sehr lange speichern. Michael erzählt, wie das Projekt begonnen hat, was man aus den Datenbergen heraus lesen kann und warum das Projekt trotz iOS-Update nicht tot ist. Er hat ein paar wirklich interessante Visualisierungen gemacht. Besonders lehrreich finde ich jene, die anzeigt, welche Standortdaten von WLAN-Stationen und Mobilfunkmasten sich das iPhone wann und wo während einer Fahrt mit der Berliner Ringbahn vom Apple-Server herunter lädt.
Diese mag auf den ersten Blick nicht aussehen, wie ein Thema fürs Medienradio. Aber die Datenberge wachsen in den Himmel und werden immer mehr Informationen, Geschichten und Einsichten über unser Leben enthalten. Diese Schätze zu heben, wird allein mit traditionellen journalistischen Methoden nicht möglich sein. Wir brauchen gute Visualisierungen, Coder, die sie umsetzen und Journalisten, die sowohl die Programmierer, als auch die Daten verstehen. Deswegen habe ich mich entschlossen, nach dem Medienradio über Datenjournalismus hier noch mal einige Aspekte zu vertiefen. Ich hoffe, Ihr nehmt noch ein paar Sachen mit.
Michael Kreil Homepage
Leaking-Plattformen sind schon fast als neue Zahnräder in der Publikationsmaschine akzeptiert. Dennoch brauchen auch sie immer noch Menschen, die Geheimnisse und Missstände an die Öffentlichkeit bringen wollen. Diese Whistleblower gehen sehr hohe Risiken ein und sind in Deutschland kaum geschützt.
Guido Strack ist Whistleblower und kann aus erster Hand erzählen, auf was sich Menschen gefasst machen müssen, wenn sie sehen, dass etwas schief läuft und sie das nicht hinnehmen wollen. Der Gründer und Vorsitzende des Whistleblower-Netzwerks gewährt tiefe Einblicke in sein Innenleben: Was treibt jemanden, Missstände anzuprangern? Welche Risiken geht man ein? Wie reagieren Vorgesetzte, Behörden und die Öffentlichkeit? Wie kann man die Kultur verändern, so dass Whistleblower nicht mehr als Nestbeschmutzer wahrgenommen und auch gesetzlich besser geschützt werden.
Wikileaks
Eventueller Hinweis:
Datenjournalist Lorenz Matzat vom Medienkombinat Berlin schreibt für das Open Data Blog von Zeit Online und forscht an einem Journalismus, der – oft auch automatisiert – mit umfangreichen Daten arbeitet.
Im Medienradio erklärt Lorenz, was er unter Datenjournalismus versteht und gibt zahlreiche Beispiele, wo journalistische Produkte schon heute automatisiert und rechnergesteuert aus Datenbergen erstellt werden. Er macht deutlich, was das Neue am Datenjournalismus, arbeitet die mittlerweile existieren Genres heraus (story telling, Visualisierung etc.) und gewährt einen Blick auf die “dunkle Seite des Datenjournalismus”.
Links
MR030 Medienradio über Open Data
Heute mit Martin Haase, Professor für Linguistik in Bamberg, und Co-Blogger bei Neusprech.org. Natürlich geht es um Gegenwart, Herkunft und Wirken von Neusprech. Vielleicht besser: Nebelsprech.
Podcast “1337 Leet Kultur”
Wir sind zurück. Hier war es eine Weile still geworden, aber das lag an Reisen und diversen Projekten, die angeschoben werden wollten. Jetzt geht es hier mit viel Schwung weiter.
Am Donnerstag hatte YouTube in den Berliner Postbahnhof am Ostbahnhof gerufen. Wir sind auch mal hingefahren und haben uns im Foyer mit zwei YouTube-Managern und dem erfolgreichen YouTuber Christoph Krachten von Clixoom unterhalten:
Jürgen Galler, Produktmanager Europa und Afrika und Asien
YouTube Trends
Andreas Briese, in Deutschland verantwortlich für die Partnerschaften
YouTube Partnerprogramm
Christoph Krachten
Clixoom
Nachdem wir uns hier in MR020 mit der Technik und den Codes von Webvideo befasst haben, geht es diesmal um die Kultur des Bewegtbilds im Netz.
Der Journalist und Kameramann Markus Hündgen, alias videopunk, veranstaltet am 20.2. die Webvideotage in Essen und vergibt dort auch den Deutschen Webvideopreis.
Markus führt mich durch die populären Youtube-Formate in Deutschland und den USA. Wir versuchen ein bisschen Ordnung in die Sache zu bekommen und dem Phänomen Webvideo auf die Schliche zu kommen. Urteilt selbst.
(Meine dctp-Interviews sind in der Kategorie Talk für den Webvideopreis nominiert, was aber zum Zeitpunkt des Interviews keiner von uns wusste/ahnte. Wenn die Interviews Euch gefallen, könnt Ihr hier für den Publikumspreis stimmen.)
Die Links:
DerWesten
Vor knapp einem Jahr ging “Frankfurt gestalten” online, eines der ambitioniertesten lokalen OpenData-Projekte Deutschlands: Anträge der Frankfurter Lokalparlamente werden automatisiert analysiert und auf einer Karte angezeigt. Gründer Christian Kreutz (Twitter, Blog) erklärt “Frankfurt gestalten”, nennt weitere Datenquellen und berichtet über seine Erfahrungen mit Ämtern, die er um Daten bittet. Christian sagt, was für Feature geplant sind, dass er “Frankfurt gestalten” auf andere Städte auszudehnen will und erläutert, was es braucht, wenn andere das tun möchten. Natürlich reden wir über Open Data allgemein, gute Projekte im In- und Ausland sowie über die Potentiale von Social Media für Kommunen. Viel Spaß, wir freuen uns auf Eure Kommentare, Anmerkungen und Ideen.
Links:
Christians Blog “Crisscrossed”
Stefan Niggemeiers Hund (Bam Bam) war da und hatte sein Herrchen mitgebracht (stefan-niggemeier.de, BILDblog.de, FAZ Fernseh-Blog.
Die beiden haben sich im Internet kennen gelernt und sind ein tolles Paar.
Überhaupt geht es viel um Beziehungen. Stefans Verhältnis zu Konstantin Neven DuMont etwa, den er als Autor zahlreicher Kommentare in seinem Blog benannt und damit für einen Sturm der Kritik gesorgt hat. KND schreibt noch immer Mails, sucht Kontakt, aber Stefan will nicht mehr. “Ich habe sein Vertrauen missbraucht”, sagt Stefan Niggemeier. Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, “aber er hat mich angelogen und es gab ein öffentliches Interesse an der Veröffentlichung.” Und weiter: “Es gibt kein Recht auf Anonymität.”
Die deutsche Blogosphäre stagniere, sagt Stefan, da hätte er sich mehr erwartet. Es fehlten immer große Blogs, die eine umfassende und unterhaltsame Berichterstattung wie etwa der Bundespolitik bieten. Carta sei ein gutes Projekt, aber ein politisches Blog dürfe auch Spaß machen. Sprengsatz sei ein guter Ansatz, aber es müsste doch möglich sein, eine intelligente, unterhaltsame Alternative zu Spiegel Online zu schaffen.
Weitere Themen:
– Jugendschutzmedienstaatsvertrag
Helga Krüger vom Berliner Hoster http.net und Carsten Schiefner sitzen im Vorstand der Denic.
Wäre ein Ersuchen bei der Denic eingegangen, Wikileaks-Domains zu sperren, hätte sie geantwortet: “Wir kümmern uns nicht um Inhalte”, sagte Denic-Vorstandsmitglied Carsten Schiefner.
Helga führt an, dass DDos-Attacken dazu führen können, dass Verträge gekündigt werden können. Sie beschreibt den Umgang von http.net mit problematischen Inhalten am Beispiel eines Pädophilen-Forums.
Themen sind:
– Arbeit und Sinn der Denic
– DNSsec
– Probleme der Domain-Registrierung unter falschem Namen
– Wikileaks und DNS (Denic wäre Bitte um DNS-Abschaltung nicht nachgekommen)
– Umgang eines Providers mit strittigen Inhalten (Pädophilen-Forum)
– Stand von IPv6. (“IPv6-Verkehr 2010 in Berlin +400%, macht in Berlin unter 10% des Traffics aus.”)
– Manöverkritik der Versteigerung zwei- und einstelliger de-Domains
– Vorratsdatenspeicherung
– Genauer Ablauf von und Erfahrungen eines Providers mit Anfragen von Ermittlungsbehörden (“In sechs Jahren eine Anfrage zur Emailüberwachung.” / LKA verlangt Überwachung einer Mail-Adresse, die nicht existiert.)
– Registrierung von de-Domains unter falschem Namen für Verbreitung illegaler Inhalte
– “Cyberwar”-Diskussion aus Sicht der Denic und eines Providers
– Lehren aus der Kaperung von Google.de
UPDATE:
In den Kommentaren wurde auf ein internes DENIC-Papier zur Vergabe der zweistelligen Domains hingewiesen, das bei WikiLeaks gelandet war. Hier ist das pdf: “Zusammenfassung der Ergebnisse der Einführungsphase und des RollOuts der neuen Domains”
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