Morgenimpuls mit Schwester Katharina
Es ist herrlich sommerlich und warm, aber nicht zu heiß. Aber es ist auch ein bisschen die Luft raus, bei mir und vielen anderen. Irgendwie denken wir mit vielen Menschen in Schuljahren und Ferienzeiten und hoffen auf den Urlaub und sind vorfreudig. Aber es ist noch eine Weile hin und da kommt die Frage auf, was ist denn jetzt noch Schönes, worauf ich mich freuen kann. Und der Blick in den Kalender zeigt da erstaunlich viel: die Wallfahrt nach Werl, das Sommerkonzert unserer Franziskusschule, Wochenendbesuch meines frischverheirateten Neffen mit seiner Frau, eine Einladung zu einem Festabend einer anderen Ordensgemeinschaft im Nachbarstädtchen, das geliebte Schützenfest, das die ganze Stadt in Freudentaumel versetzt, das Finale der Fußball-WM, dass man ohne Herzklopfen schauen und genießen kann, weil die eigene Mannschaft schon raus ist, der 90. Geburtstag einer Bekannten, der Besuch eines guten Freundes nach überstandener Krankheit, das Liborifest in Paderborn und und und.Vorfreude ist etwas Tolles und belebt und macht munter und vital, aber die Gegenwart darüber nicht zu versäumen, ist auch gut. Denn es heißt nicht für umsonst: "Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde. Heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt – wenn ER kommt."Er, der Herr, wird kommen und es wird Alltag sein oder Sonntag, Festtag oder Ferientag, in Urlaubsvorfreude, schon in den Bergen oder an der See, zu Hause auf Balkonien oder im langweiligem Arbeitsalltag, in der Hitze der Großstadt oder der kühlen Brise über den Feldern. Ist da auch Vorfreude, wenn der Herr kommt? Das ist für viele Menschen ein fremder Gedanke aber für manche ein sehr sehnsuchtsvoller. Bei unseren alten Schwestern höre ich nicht selten: "Es ist jetzt gut. Ich bin bereit. Er kann kommen." – Und dabei sind sie meist sehr zufrieden und in wirklicher Erwartung. Das Jetzt ist gefragt und die Vorfreude. Auf alles.