“Dieser Aufstand ist ein großes Geschenk Gottes an uns. Warum? Weil er unseren Streitkräften, die rein sein müssen, die Gelegenheit bietet, sich zu säubern.”
Sagt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Und beginnt damit noch in der Nacht des 15. Juli 2016, beim Putsch-Versuch von Teilen des Militärs vor zehn Jahren. Er lässt Menschen festnehmen - aus dem Militär, aus der Politik, aus der Bevölkerung. Mehr als Hunderttausend Staatsbedienstete wurden in der Folge entlassen oder suspendiert - alle, die Erdogan verdächtig schienen.
Trotzdem, es gibt sie weiterhin, die kritischen Stimmen in der Türkei. Die Witwe eines der engsten Präsidenten-Berater, der in der Putsch-Nacht starb, etwa. Nihal Olcok. Sie glaubt heute nicht mehr, dass die Regierung damals von dem Putsch-Versuch überrascht wurde. Dazu hätten die Ereignisse Erdogan viel zu sehr genutzt, meint sie. Wo steht die Türkei also heute, zehn Jahre nach dem Umbruch-Versuch?
Weitere Informationen:
Zehn Jahre nach dem Türkei-Putsch: Erdogan-Nachfolger nicht in Sicht
https://www.ndr.de/audio-3358706.html
Barley: Erdogan hat sich ein allmächtiges Regierungssystem geschaffen
https://www.ndr.de/audio-3358744.html
Zehn Jahre nach Militärputsch in der Türkei: So haben es Norddeutsche erlebt
https://www.ndr.de/audio-3358560.html
Podcast-Tipp:
10 Jahre nach dem Putschversuch - Wo steht die Türkei heute?
https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:6067f41e16fc77bf/
Alle Folgen von “NDR Info Thema” auch in ARD-Sounds
https://www.ardsounds.de/sendung/urn:ard:show:193cce6e1dd33420/
Moderation: Jessica Chmura
Interviews: Markus Schubert
Planung: Peter Mücke
Produktion/Distribution: Mathias Stössner