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Eine rechtsextreme Serie an Brief- und Rohrbombenanschlägen versetzte Österreich von 1993 bis 1997 in Angst und schrecken. Den Namen Franz Fuchs vermutete bis zum Tag seiner Verhaftung niemand hinter den Attentaten, auch wenn Hinweise schon in Richtung Leibnitzer Feld deuteten. Mit der letzten Explosion bei einer Polizeikontrolle lichtete sich das Bild einer von Wahnsinn getriebenen und eigenem Versagen gezeichneten Gestalt.
Ein Sonntagabend im Herbst 1970, eine heitere Runde aus 10 Personen genießt den lockeren Abend am Tisch in einem Landgasthaus. Nur an der Bar saß ein Mann, der immer wieder zu dem Tisch starrt. Noch am selben Abend fällt ein Schuss, ein Gendarm stirbt vor den Augen seiner Frau.
Tatort ist ein Landgasthaus im steirischen Mühlen bei Neumarkt. Der Gendarmerie-Rayonsinspektor Odilo Seisser wird an jenem Abend brutal aus dem Leben gerissen und hinterlässt eine Ehefrau und fünf Kinder.
Welches Motiv steckt hinter der Tat des jungen Gelegenheitsarbeiters Albert Presenell? Ist Seisser nur ein zufälligis Opfer, wollte Presenell eigentlich jenen Beamten töten, mit dem er zuvor Probleme hatte?
In dieser Folge von delikt spricht Kriminalreporter Hans Breitegger mit Moderator David Knes über den Mord an dem im Ort beliebten Gendarmen Seisser, sowie dessen Aufklärung und Gerichtsverfahren.
In einer Sommernacht im Jahr 2019 kam es im Bezirk Villach-Land zu einem schrecklichen Verbrechen. Die 31-jährige Christine (alle Namen von der Redaktion geändert) wurde in ihrer eigenen Wohnung auf brutalste Weise erschlagen, in ihre gefüllte Badewanne gelegt und unter Wasser gedrückt. Der Täter wollte sicher gehen, dass sie wirklich tot ist und dabei seine Spuren verwischen.
Die Frau war dreifache Mutter, ihre drei kleinen Kinder schliefen während der Tat in der Wohnung. Christine war auch hochschwanger zu einem vierten Kind. Weder sie noch das Ungeborene hatte eine Chance.
Ein Nachbar hörte verdächtige Geräusche und alarmierte die Polizei. Die Ermittlungen ergaben, dass Christines Schwangerschaft aus der Affäre mit Thomas hervorging. Die beiden lernten sich bei einem Fußballspiel kennen – Thomas war Schiedsrichter – und gingen eine Beziehung ein. Als Christine ihm ihre Schwangerschaft offenbarte, verlangte er von ihr, das Kind nicht auf die Welt zu bringen. Doch Christine weigerte sich, sie wollte das Kind bekommen und das sich der Vater zu dem Kind bekennt.
Es stellte sich heraus, dass Thomas nicht nur ein verheirateter Familienvater war und eine Affäre mit Christine hatte. Er hatte auch noch eine zweite Geliebte. Seine Ehe und die beiden Affären überschnitten sich über Jahre, Thomas führte ein kompliziertes Doppelleben. Mit der Geburt von seinem Kind mit Christine, drohte sein kompliziertes Gebilde zusammenzubrechen – er drohte Christine, doch sie ließ sich nicht unterkriegen. Das war ihr Todesurteil.
Obwohl Thomas die einzige Person mit einem Motiv war, bestritt er alles. Indizien gegen ihn redete er oder seine Verteidiger klein. Aber zu erdrückend war die Beweislage gegen ihn. Vor allem ein T-Shirt und Sportschuhe waren es, die eindeutig auf ihn als Täter zeigten.
Ein skurriler Nebenschauplatz in diesem erschütterndem Kriminalfall war der Gerichtsprozess. Thomas hatte insgesamt drei Verteidiger, von denen zwei in der Verhandlung kein gutes Haar aneinander ließen.
Eigentlich war Martin (Name von der Redaktion geändert) am Sprung zu einer Profi-Sportkarriere. Eine Verletzung machte ihm aber einen Strich durch die Rechnung, doch er ließ sich nicht unterkriegen und wollte eben anderweitig erfolgreich sein. Der durch und durch sympathische, höfliche und zielstrebige junge Mann (heute ist er 25) hatte schließlich die zündende Idee, es ist eine Start-Up-Geschichte wie sie im Buche steht: Im Keller seiner Eltern begann Martin damit, gebrauchte Legosteine zu sortierten, reinigen und katalogisieren, um so einen Online-Handel aufzubauen. Schnell hatte er fünf Mitarbeiter und einen Laden in der Klagenfurter Innenstadt, dem Lego-Begeisterte die Türen einrannten. Alles scheint perfekt.
Martins Geschäft wuchs, die Aufträge wurden mehr und größer, auch die Wirtschaftsredaktion der Kleinen Zeitung berichtete 2019 über das Unternehmen, es war Stadtgespräch in Klagenfurt. Doch dann kam die Anzeige eines verärgerten Kunden, der seine Ware nicht erhielt, es ging nur um ein paar Hundert Euro. Martin hatte eine plausible Erklärung für den "Irrtum". Doch die Anzeige sollte nur der Vorbote einer Lawine an Betrügereien sein, deren Opfer Privatkunden, Sammler, Lego-Künstler und sogar Großhändler von den Niederlanden bis China waren.
In langwierigen Ermittlungen konnte die Vorgehensweise Martins nachgezeichnet werden. So versandte er etwa Sandsäcke statt Legosteinen, damit die Sendung das richtige Gewicht hatte. Am Ende konnte der betraute Ermittler mit akribischen Nachforschungen Hunderte Geschädigte ausfindig machen, der Schaden betrug mehr als eine halbe Million Euro. Ungewöhnlich in diesem Fall: Man musste die Opfer finden, da man den Täter ja bereits kannte.
Als schließlich schon ein Insolvenzverfahren gegen Martins Firma anhängig war, postete für seine über 140.000 Instagram-Follower – sehr zum Missfallen seiner Gläubiger – regelmäßig Urlaubsfotos, mit Grüßen etwa aus Frankreich oder Italien.
Martin stritt zunächst alles ab, doch das Gericht sah seine Schuld als erwiesen an. Zunächst wurde Martin zu einem Jahr unbedingter Haft verurteilt, doch das Oberlandesgericht in Graz hob das Urteil auf, letztendlich wurden es drei Jahre.
Wer ist Martin und warum begab er sich in diese Situation? Wie liefen die Betrügereien ab? Gab es ein Ausstiegsszenario? Wie dachte er, damit durchzukommen? Wollte Martin einfach nur reich werden, oder sein Unternehmen retten? Über diese Fragen sprechen in dieser Folge von delikt Petra Lerchbaumer aus der Kärntner Bundeslandredaktion und Bettina Auer aus der Wirtschaftsredaktion mit Moderator David Knes.
An einem heißen Junitag im Jahr 2005 in Gösting, einem Randbezirk von Graz, wollte ein Mann bei einem Geburtstagsfest ein Eis für seine Kinder holen. Er wusste, dass er in einer mit den Nachbarn gemeinsam genutzten Kühltruhe noch eine Packung hatte. Zwischen eingefrorenen Lebensmitteln fiel ihm etwas Seltsames auf. Er schaute genauer nach und stellte fest, dass er die Leiche eines Babys vor sich hatte. Die alarmierten Behörden sicherten die Tiefkühltruhe, in der sie eine zweite Leiche fanden. Die folgenden Ermittlungen führten zu zwei weiteren toten Babys auf dem Grundstück. Alle vier Kinder waren gewaltsam zu Tode gekommen. Bald gab es zwei Festnahmen: Gertraud A. (32), die Mutter und ihr Lebensgefährte, Johannes G. (38).
A. war es gelungen, die Schwangerschaften und Geburten – vier innerhalb von zwei Jahren und elf Monaten – vor ihrem gesamten Umfeld zu verbergen, niemand in ihrer Familie ahnte etwas davon. Vor Gericht gestand sie zwar die Tötungen, stritt aber eine Mordabsicht ab. Ihr Lebensgefährte will von all dem nichts mitbekommen haben. Doch das Gericht sah das anders. Beide wurden wegen Mordes verurteilt.
Knapp 100 Jahre zuvor – ebenfalls in Gösting – ereignete sich ein Fall, der unglaubliche Parallelen zu dem jüngeren Verbrechen aufweist.
Mit Hans Breitegger und David Knes.
"Bei der Explosion eines Autos in Kindberg, bei der Montag Vormittag ein 62-jähriger Steirer getötet wurde, dürfte es sich wahrscheinlich um einen Sprengstoff-Anschlag handeln. Gleichzeitig ergaben erste Umfeldüberprüfungen, dass das Opfer des Anschlags Geschäftskontakte in Oststaaten unterhalten hatte." So lautete eine erste Meldung nach der Explosion. Das Opfer war der Unternehmer Adolf Fuchs. In Kindberg hatte er ein Spielzeuggeschäft, das jeder im Ort kannte. Wovon aber nur wenige wussten ist, dass er gemeinsam mit seinem Sohn Geschäftsbeziehungen in die Slowakei unterhielt.
Einige Zeit vor dem Tod Fuchs' gab es immer mehr Unregelmäßigkeiten bei den Geschäften, die sich um Autos und Immobilien drehten. Nachdem er längere Zeit keine Zahlungen mehr erhalten hatte, erstattete Fuchs Anzeige in Bratislava. Wenige Monate später musste er sterben. Der bei dem Anschlag verwendete Sprengstoff – Haxagon – wird eigentlich im militärischen Bereich eingesetzt, aber auch von osteuropäischen Mafias verwendet.
Der Verdacht, dass die Ost-Geschäfte mit dem Mord zusammenhängen könnten, lag nahe. Konkret wurde die Spur, als die Ermittler auf eine vor seinem Tod von Fuchs notierte Nummerntafel kamen. Tatsächlich war der mutmaßliche Bombenbauer bald gefasst. Doch nach kurzer Zeit kam er frei und verschwand spurlos – vermutlich ermordet. Genau wie die Bewohnerin eines Hauses, das Fuchs gehört hatte, die den echten Drahtziehern des Anschlags womöglich hätte unangenehm werden können.
Der langjährige Kriminalreporter der Kleinen Zeitung, Hans Breitegger, spricht mit delikt-Moderator David Knes über einen in Österreich äußerst ungewöhnlichen Kriminalfall und die packenden Hintergründe dazu.
Hier geht es zu unserer Podcast-Umfrage.
Christa Tuczay und Thomas Ballhausen widmen sich in ihrer Forschung der Magie und dem Aberglauben aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive und sprechen im Podcast über historische Phänomene, darunter auch das Herzessen.
Im Laufe der Geschichte führten okkulte Vorstellungen immer wieder zu allerhand Grausamkeiten. "Zauberei mit Leichenteilen ist seit dem Altertum nachgewiesen", führt etwa Tuczay aus. So bevorzugten Räuber und Einbrecher bestimmte Leichenteile. Unter anderem Kinderhände, die man nicht nur Gräbern entnahm, sondern wofür auch schwangere Frauen getötet wurden. Die rechte Hand der Föten – vor allem Buben – wurden abgeschnitten, die Finger zu Kerzen verarbeitet. Einbruchsopfer sollten auf diese Weise mit einem Schlafzauber belegt werden. Solange die Diebskerzen brannten, so die Vorstellung der Einbrecher, wären ihre Opfer in einem tiefen Schlaf und könnten nicht aufwachen.
Welche Rolle Hexen und Dämonen spielen, was der Ursprung kriminellen Aberglaubens ist, wie weit verbreitet er war und warum diese Motive auch nach der Aufklärung – bis heute –literarisch aufgeladen sind, das besprechen wir in dieser Folge.
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Wer hin und wieder in der Gegend um Kindberg unterwegs ist, kennt ihn vielleicht: den Herzerlfresserweg mit dem Herzerlfressermaterl. Es soll an eine der schrecklichsten Verbrechensserien erinnern, die die steirische Geschichte kennt: Die Morde des Paul Reininger. Viele lokale Mythen – und auch das Materl – nennen als sein Motiv für die Taten die Vorstellung, durch das Verspeisen von Herzen unsichtbar werden zu können. Was ist damals passiert und wie viel Wahrheit steckt in den Erzählvarianten des Volksmundes? Um diese Fragen zu beantworten, reisen wir mit dieser Folge von delikt weit zurück in die Vergangenheit – um weit über 200 Jahre.
Einem Zufall zu verdanken ist es, dass dieser Fall heute recht gut dokumentiert ist. Tatsächlich weiß man, dass Reininger sechs Frauen ermordet hat. Was damals wirklich passiert ist, welche Rolle das Herzessen dabei gespielt hat und was die "Todesstrafe auf Raten" für den Täter bedeutete, davon erzählt Christian Bachhiesl vom Hans Gross Kriminalmuseum im Gespräch mit Moderator David Knes.
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