Der Geld-Podcast

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  • Was kannst du aus der Pleite von Promifriseur Shan Rahimkhan lernen
    Friseur Shan Rahimkhan aus Berlin ist insolvent

    Promi-Friseur Shan Rahimkhan aus Berlin ist insolvent.

    Er schnitt u.a. Jögi Löw und Iris Berben die Haare.
    Was kannst du daraus für dein Geschäft lernen?

    Videoempfehlung "Darum gehen gerade Firmen, wie Bäcker wirklich Pleite!"

    https://youtu.be/hOp9MTIndt4

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    Der Autor/Sprecher übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Verfasser, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich im weitest zulässigen Rahmen ausgeschlossen. Das Video stellt in keiner Art und Weise eine professionelle Beratung dar und ersetzt diese auch nicht.

    9 min
  • falsch versichert und Pleite
    wenn die Absicherung nicht passt

    Das Traditionsunternehmen Robin Aircraft aus Frankreich hat Gläubigerschutz beantragt. Was ist passiert: bestimmte Tragflächen haben Mängel.

    Auch der großartige Schauspieler Heinz Rühmann ist als Pilot eine Robin geflogen (D-EHEG, die am 15.06.2012 einen Unfall hatte und zerstört wurde).

    https://michael-serve.de/wp-content/uploads/2023/03/Ruehmann.mp4

    Doch die Firma Robin hätte das durch eine bessere Absicherung verhindern können. Immer wieder erlebe ich, dass Unternehmer die Pleite riskieren, weil sie nicht richtig abgesichert sind.

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    7 min
  • Warum du die Kontrolle deiner Buchhaltung nicht aus der Hand geben darfst
    Was dir dein Steuerbüro nicht sagt

    Warum du die Kontrolle deiner Buchhaltung nicht aus der Hand geben darfst

    Heute geht es darum, warum du die Kontrolle deiner Finanzen und deiner Buchhaltung nicht komplett aus der Hand geben darfst. Ich habe dir ein krasses Beispiel mitgebracht, das ich bei meiner täglichen Arbeit erlebt habe. Es ist eine von vielen Begebenheiten, und deswegen ist es mir wichtig, dem Thema eine eigene Podcastfolge zu widmen.

    Stell dir vor, du gibst die Kontrolle deiner Finanzen an einen Steuerberater oder an ein Buchhaltungsunternehmen ab und hast nichts mehr damit zu tun. Das machen manche Leute. Dann würde folgendes passieren. Erstens, wenn es gut läuft bei dir im Unternehmen, dann weißt du nicht, warum. Du befindest dich in einer ungewollten Abhängigkeit.

    Sollte es nicht gut laufen, dann kennst du ebenso wenig den Grund dafür. Du weißt nicht, was die da draußen machen, und du kommst dir vor wie ein Blinder. Zum Jahresende unterschreibst du zwar die Bilanz des Unternehmens und deinen Einkommensteuerbescheid, aber du verstehst nicht, was genau die Zahlen bedeuten. Wenn es ganz schlecht läuft, stehst du dann mit einem Bein im Gefängnis.

    Das heißt nicht, dass du die Buchhaltung selbst machen musst, denn das wäre Zeit, die du besser nutzen kannst. Es wäre unsinnig, wenn du dich als Chef oder Chefin hinsetzt und Belege sortierst. Bitte verbrenn nicht deine Zeit und dein Geld, indem du deine Buchhaltung selbst machst, sondern du solltest lediglich in der Lage sein, die Zahlen zu verstehen. Gib die Buchhaltung an einen Profi ab, der sie günstiger und besser erledigt als du selbst. Warum günstiger? Weil dein Stundenlohn als Unternehmer höher sein sollte als der eines Buchhalters.

    Du musst nicht jeden einzelnen Beleg verstehen, aber du musst wissen, was im Hintergrund passiert. Das heißt, du kannst die Kontrolle über deine Finanzen nicht komplett abgeben, zum Beispiel an den Steuerberater. Der kann nicht alles liefern, was du benötigst. Hör dir am besten die Podcastausgabe vom 15. Januar 2023 an, in der ich über das Thema Investitionsabzugsbetrag spreche. Manchmal machen Steuerberater Dinge, um besser dazustehen, aber die können dich viel Geld kosten. Unüberlegte Handlungen können dir sogar das Genick brechen, wenn der Steuerberater deine Zahlen nicht richtig umsetzt.

    Du musst die Zügel in der Hand behalten und die Steuererklärung verstehen. Das heißt nicht, dass du dich in der Materie so gut auskennen musst wie dein Steuerberater, aber die Grundlagen sollten dir geläufig sein. Die sind übrigens viel leichter zu erlernen, als du glaubst. Kunden, die mit mir zusammenarbeiten, sind immer ganz erleichtert, wenn sie verstehen, um was es bei der Buchhaltung geht. Es gibt einige Kleinigkeiten, die man wissen muss, wenn es um das eigene Unternehmen geht. Finanzen sind Chefsache!

    Dazu möchte ich dir ein Beispiel bringen, in dem der Steuerberater die Anforderungen einer meiner Kundinnen nicht korrekt umgesetzt hat und sie in eine Abschreibungsfalle hineingetappt ist. Sie meldete sich bei mir aufgrund einer Empfehlung. Ich prüfte ihre Zahlen und die Steuernachzahlung. Dabei erkannte ich, dass sie ein großes Problem hatte. Wie du sicher weißt, biete ich einen kostenlosen Service an. Ich nehme mir etwa 45 Minuten Zeit, um mir die die jeweilige Situation anzuschauen. Im Fall der Kundin habe ich etwas erkannt, was weder ihr noch dem Steuerberater aufgefallen war. Wenn wir nicht miteinander gesprochen hätten, dann hätte sie weiterhin mehr ausgegeben, als sie darf. Die Details würden hier zu weit führen, und natürlich möchte ich auch die Daten meiner Kundin schützen.

    Sie dachte, dass alles gut laufen würde und hat aufgrund dessen einen Fehler gemacht, der sie in eine Abschreibungsfalle hineingeführt hat. Die Kundin hat sogar die Löhne ihrer Mitarbeiter erhöht, weil sie dachte, dass es dem Unternehmen besonders gut ginge. Das war sehr löblich. Aber das führte dazu, dass sie mehr Geld ausgegeben hat, als sie durfte. Sie wäre von der Steuernachzahlung erschlagen worden, wenn wir das Problem nicht gemeinsam entdeckt hätten. Die Steuernachzahlung hätte mehrere Jahre im Nachhinein sowie gleichzeitig auch die Vorauszahlung für das kommende Jahr betroffen. Im schlimmsten Fall wäre die Kundin vielleicht sogar pleite gegangen, weil sie dieses Geld nicht gehabt hätte.

    Nachdem sie das Problem erkannt hat, suchten wir gemeinsam nach einer Lösung. Heute hat sie ihr Unternehmen im Griff und kann nachts gut schlafen.

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    5 min
  • Wann lohnt sich eine GmbH
    Steuer sparen: ab wann rechnet sich eine GmbH ?

    Wann lohnt sich eine GmbH ?

    Wann lohnt sich eigentlich eine GmbH? Diese Frage wird mir in Kundengesprächen immer wieder gestellt. Manche Leute schießen über das Ziel hinaus und gründen ihre GmbH zu früh. Sie hören auf andere, die ihnen sagen, dass man als Unternehmer frühzeitig als GmbH firmieren sollte. Sie denken, es sei eine gute Idee, um Steuern zu sparen. Ich habe immer wieder einmal Zahlen durchgerechnet und herausgefunden, dass sie weniger Steuern zahlen müssten, wenn sie Einzelunternehmer geblieben wären.

    Es ist wichtig zu verstehen, was im Hintergrund einer GmbH passiert, und das ist gar nicht so schwer. Ich empfehle dir, meinen YouTube Kanal zu besuchen. Dort findest du ein Video, in denen ich das Thema visuell darstelle, so dass es leichter nachvollziehbar ist.

    Videoempfehlung: https://youtu.be/XfNHXBKVMmM

    Meine Ausführungen ersetzen keinen Steuerberater, sondern ich betrachte die besprochenen Themen aus unternehmerischer Sicht. Wenn du sicher gehen willst, dann setze dich unbedingt mit deinem Steuerbüro zusammen.

    Es gibt zwei Gründe, warum man sich für eine GmbH entscheiden sollte. Der erste Grund ist die Haftungsabschirmung. Das sagt schon der Name aus, die "Gesellschaft mit beschränkter Haftung". Allerdings könnte man die Haftungsbeschränkung auch mit einer Berufs- oder Vermögenshaftpflichtversicherung erreichen (Bitte mit dem Versicherungsbüro deines Vertrauens schriftlich abklären).

    Die Haftungsabschirmung gilt nicht immer, weil du als Geschäftsführer in bestimmten Fällen trotzdem haftbar gemacht werden kannst. Beispiel: Ulli Hoeneß. Er hat Steuern hinterzogen, und es hat ihm nicht geholfen, eine GmbH zu führen. Die Steuerhinterziehung griff voll auf sein Privatvermögen durch. Wenn du Blödsinn machst und gegen geltendes Recht verstößt, dann haftest du aufgrund der Durchgriffshaftung trotzdem mit deinem Privatvermögen.

    Normalerweise haftet natürlich die GmbH. Sollte etwas Großes passieren, könntest du das Unternehmen liquidieren beziehungsweise in die Insolvenz führen, und das wars mit der GmbH.

    Der zweite Grund sind die Steuern. Grundsätzlich solltest du dir merken: Eine GmbH lohnt sich erst dann steuerlich, wenn der durchschnittliche Steuersatz des Einzelunternehmens höher ist als der Steuersatz einer GmbH. Bitte dies nicht mit deinem Grenzsteuersatz verwechseln! Es gibt einen Steuersatz, den du im Durchschnitt bezahlst, und es gibt einen weiteren, den du in der Spitze bezahlst, also für jeden hinzukommenden Euro. Du darfst aber nicht mit dem Spitzensatz rechnen, sondern mit dem Durchschnittssteuersatz. Den kannst du mit einem Rechner des BMF, dem Bundesministerium für Finanzen, berechnen. Oder du setzt deine Werte vom Finanzamt ins Verhältnis, indem du die Einkommensteuer, die du insgesamt bezahlt hast, ins Verhältnis zu deinem zu versteuernden Einkommen setzt.

    Um sicher zu gehen, rate ich dir, einen Profi ins Boot zu holen. Ich möchte dir lediglich die Eckdaten aufzeigen. Wichtig ist, dass der Durchschnittssteuersatz zählt. Manche weisen darauf hin, dass sie in der Spitze 42 Prozent zahlen. Das heißt, dass sie für jeden hinzuverdienten Euro 42 Prozent Steuern zahlen müssen. Der Grund, eine GmbH zu gründen, ist nicht, dass dieser Satz größer ist als der Steuersatz einer GmbH, sondern es gilt, auf den Durchschnittssteuersatz zu achten.

    Es gibt vermögensverwaltende GmbHs, die lediglich Gelder verwalten sowie operative GmbHs, die einem Steuersatz von rund 30 Prozent unterliegen. Die Körperschaftssteuer beträgt 15 Prozent, und der Rest ist Gewerbesteuer, die sich nach dem Hebesatz richtet. Der Hebesatz ist der Satz, den deine Gemeinde verlangt. Bei mir in Bad Windsheim sind es 365 Prozent, in München über 500 Prozent. Ausschlaggebend ist, wo du deine Betriebsstätte hast. Rechnen wir der Einfachheit halber mit 30 Prozent Steuern, die eine GmbH zahlen muss, 15 Prozent Körperschaftssteuer und 15 Prozent Gewerbesteuer.

    Dein Durchschnittssteuersatz muss deutlich größer sein als diese 30 Prozent, damit sich die Umstellung auf eine GmbH lohnt. Bei einer GmbH fallen höhere Kosten an, zum Beispiel für das Büro, für den Steuerberater und für den Notar. Das musst du alles ins Feld werfen, um prüfen zu können, ob dir die GmbH tatsächlich einen Vorteil bietet.

    Dieser Vorteil greift ab einem zu versteuernden Einkommen von 80.000,- Euro bei Singles und 160.000,- Euro bei Verheirateten oder Verpartnerten. Erst dann bist du knapp über 30 %, ausgehend von den Werten von 2023. Achtung! Dabei habe ich noch nicht die Mehrkosten für das Steuerbüro eingepreist. Bei diesen Einkommensgrenzen handelt es sich nicht um den Umsatz, sondern um den Gewinn vor Steuern. Das heißt, dass alle Kosten bereits abgezogen sind und erst dann die Grenze von 80.000,- Euro als Single oder 160.000,- Euro als Verheirateter als Basis genommen wird.

    Das ist eine ganze Menge. In der Regel investierst du gerade am Anfang deiner Selbständigkeit noch sehr viel in die Firma, was als Betriebsausgabe wieder abgezogen werden kann und hast somit keinen sehr hohen Steuersatz. Behalte im Hinterkopf, dass der Durchschnittssteuersatz über dem GmbH-Steuersatz liegen muss, damit sich eine GmbH lohnt.

    Als kleiner Wermutstropfen kommt noch hinzu, dass du deine Geschäftsergebnisse im Bundesanzeiger veröffentlichen musst, wenn du eine GmbH hast. Das heißt, dass alle sehen können, was du hast. Manche möchten das nicht.

    Ein weiterer Punkt ist die Reputation einer GmbH. Sie macht vielleicht einen seriösen Eindruck, und so mancher Kunde kauft gerne bei einer GmbH, weil er denkt, dass er dort in sicheren Händen ist. Ich weiß nicht, ob das ein guter Grund ist. Ich kaufe auch gerne bei einem Einzelunternehmen, wenn ich weiß, dass es solvent ist, denn der Einzelunternehmer haftet mit seinem Privatvermögen. Die Reputation ist für mich kein Argument, denn ich habe noch nie im Impressum nachgeschaut, ob das Unternehmen, mit dem ich zusammenarbeiten möchte, als GmbH firmiert.

    Ich hoffe, ich konnte dir etwas mitgeben. Wenn du Fragen bezüglich einer Berechnung hast, dann scheu dich nicht, mich anzusprechend. Ich helfe dir gerne auf die Sprünge.

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    7 min
  • lohnt sich eine Rürup-Rente für dich
    Altersvorsorge über eine Basisrente als Selbständiger

    Lohnt sich eine Rürup für dich?

    Lohnt sich für dich eine Basisrente, oder, wie der Volksmund sagt, eine Rürup-Rente? Die Rürup-Rente ist für Unternehmer, Selbständige und Gutverdiener attraktiv, weil man sie gut von der Steuer absetzen kann, vor allem, wenn man selbst einen hohen Steuersatz hat. Du kannst die Beiträge deiner Rürup-Rente voll von der Steuer absetzen. Das ist ein Vorteil für viele, die ein hohes Einkommen haben. Immer dann, wenn dir der Staat etwas schenkt, will er auch etwas zurückhaben. Das heißt, du musst die Rente später im Alter voll versteuern. Die Rürup ist eigentlich so etwas wie eine Steuerstundung. Du verschiebst die Steuerzahlung in das Alter. Oftmals geht man davon aus, dass man im Alter einen geringeren Steuersatz hat als während des Arbeitslebens, und deswegen kann es sich lohnen. Im Umkehrschluss heißt das, wenn du im Alter hohe Einkünfte zum Beispiel aus Mieteinnahmen oder durch eine Erbschaft erzielst, dann ist die Rürup eher kontraproduktiv, weil du auch dann eine hohe Steuerzahlung hast.

    Ich möchte auf einige Punkte eingehen, die du beachten solltest, wenn du eine Rürup-Rente besparst. Zunächst empfehle ich dir, für die Rürup eher eine Anlage in Aktien zu tätigen, vor allem, wenn du noch eine lange Zeit bis zur Rente hast. Normalerweise kommt man im Alter von 62 Jahren an ran. Wenn ich jetzt 50 wäre, dann würde ich es machen und in Standardaktien investieren. Keine großen Experimente, sondern darauf achten, dass ein vernünftiger Fonds dahintersteckt, der niedrige Kosten hat und in der Vergangenheit gut gelaufen ist. Aber Achtung, dies ist keine Anlageempfehlung. Am besten nicht mit irgendwelchen Garantien herumspielen, sondern rein in Aktien. Das ist normalerweise die rentablere Anlage, und so würde ich es persönlich machen. Aber das bitte unbedingt mit den Beratern deines Vertrauens abstimmen.

    Das Zweite, auf das du achten solltest, ist der so genannte Rentenfaktor. Er weist aus, wie viel Rente beziehungsweise Kapital du beispielsweise pro 10.000,- Euro erhältst. Angenommen, du hast einen Rentenfaktor von 30,- Euro und hast 10.000,- Euro an Kapital, dann bekommst du monatlich 30,- Euro Rente. Wenn du 100.000,- Euro Kapital hast, dann geht das Ganze mal 10, also 300,- Euro monatliche Rente. Der Rentenfaktor gilt immer pro 10.000,- Übrigens, wenn du eine fondsgebundene Rürup-Rente hast, dann gibt es keinen Garantiewert, weil man bei Aktien keine Garantie ausweisen kann. Das ist nicht schlimm, denn hier ist der Vergleichswert der erwähnte Rentenfaktor, also der Multiplikator pro 10.000,- Euro, 300,- Euro Rente aus 100.000,- Euro Kapital.

    Wenn du einen Rentenfaktor von 30,- Euro hast, ergibt das im Jahr 360,- Euro. Die kannst du zu den 10.000,- ins Verhältnis setzen. Dann erkennst du, dass dieser Betrag einem Prozentwert von 3,6 gleicht. Daraus kannst du ableiten, ob es dir möglich ist, eine bessere Rendite zu erzielen als mit Rürup. In der Regel geht das. Selbst, wenn ich mit einer Rürup 4 Prozent erhalten würde, könnte ich das Ergebnis selbst erreichen, denn ich erhalte zusätzlich mein eingesetztes Kapital zurück. Bei Rürup ist das Kapital weg. Das "R" in "Rürup" steht also auch für "Rechnen".

    Wichtig ist auch zu beachten, dass wir uns oftmals vor uns selbst schützen müssen. Deswegen ist eine Rürup, an die man nicht herankommt, gar nicht so verkehrt. Der Vorteil ist, dass sie deine Altersvorsorge sichert, und zwar vom Eintritt in die Rente bis zu deinem Tod, also genau in dem Zeitraum, in dem du das Geld benötigst. Wenn du einen Rentenfaktor ausgewiesen hast, dann lass dir schriftlich geben, ob die Versicherung auf eine Treuhänderklausel verzichtet. Treuhänderklausel bedeutet, dass die Versicherung nachbessern kann, wenn es ihr passt. Sie sagen dir jetzt, dass sie dir 35,- oder 40,- Euro monatliche Rente bieten, und du bist begeistert, weil es mehr ist, als du bei anderen Unternehmen erhältst. Durch die versteckte Treuhänderklausel kann es jedoch sein, dass die Versicherung den Betrag in einigen Jahren verändert, frei nach dem Motto, "ups, jetzt sind es doch bloß 20,- Euro monatliche Rente geworden". Du hast ein 5-Sterne-Hotel gebucht, bist aber in einem 3-Sterne-Hotel gelandet. Deshalb Vorsicht. Ich würde darauf achten, bei einem Unternehmen zu kaufen, das auf die Treuhänderklausel verzichtet.

    Ist es schlecht, dass bei der Rürup-Rente das eingezahlte Kapital verlorengeht? Auf dieses Argument möchte ich noch eingehen. Rürup, das ist eine Art nach-mir-die-Sintflut-Vertrag. Das ist auch mal okay, denn es muss nicht immer alles für die Kinder bereitgehalten werden. Das war auch bei mir früher eine Denkblockade. Ich dachte, dass es schlecht ist, wenn die Kohle für die Kinder weg ist. In der Regel wird das Geld nur vererbt, wenn du verheiratet bist oder wenn die Kinder witwen- und waisengeldberechtigt sind. Es kann also sein, dass die Kohle weg ist. Aber so what? Dann wäre es eben so! Das ist für mich kein entscheidendes Argument. Du steckst doch sowieso nicht dein ganzes Geld in eine Rürup-Rente, sondern in der Regel nur einen Teil.

    Damit sind wir schon beim Fazit. Ich würde sagen: Besser einen Rürup-Vertrag abschließen. Es muss nicht immer alles flexibel sein. Wenn du meinen Podcast verfolgst, dann weißt du, dass du sowieso viel anlegen musst, um eine vernünftige Rente zu erhalten. Und wenn du einen Teil davon in eine Rürup-Rente einzahlst, die dir nicht wehtut, dann ist es eben so. Lieber mal machen! Als Beimischung finde ich die Rürup durchaus okay, allerdings würde ich es so machen, dass ich eher mit einem geringeren Beitrag starte. Das spart Provision. Lieber leiste ich am Jahresende eine Sonderzahlung in Abhängigkeit vom Betriebsergebnis und nach Rücksprache mit dem Steuerberater.

    Diese Sonderzahlung würde ich vorher monatlich zum Beispiel über ein Tagesgeldkonto weglegen. Stell dir vor, du planst, Jahresende eine Sonderzahlung zu leisten und müsstest dazu monatlich einen bestimmten Betrag weglegen. Das schaffst du jedoch nicht und musst die 10.000,- Euro vom Girokonto nehmen. Bloß als Beispiel. Überlege dir, was dabei psychologisch in dir vorgeht, wenn jemand am Jahresende zu dir kommt und sagt, "wir haben es doch vereinbart, gib mal die 10.000,- Euro rüber!" Die müsstest du nun vom Girokonto abzweigen. Selbst, wenn du das Geld hättest, würde sich etwas in dir sträuben, es wegzugeben. Außerdem ist die Altersvorsorge womöglich noch zu weit weg. Damit das nicht passiert, würde ich das Geld regelmäßig auf ein Tagesgeldkonto umbuchen, damit die Summe am Jahresende zur Verfügung steht. Wenn das bei dir nicht funktioniert, weil du nicht die nötige Disziplin hast, dann musst du in den sauren Apfel beißen und eine höhere monatliche Zahlung akzeptieren, um dein Versorgungsziel zu gewährleisten.

    Als zweites Argument zu der Aussage, dass das Geld weg ist, möchte ich folgendes anbringen. Du denkst, das Geld ist weg, und du bekommst lediglich die monatliche Rente? Das stimmt nicht, denn du erhältst im nächsten Jahr die Steuerersparnis, weil du Rürup voll von der Steuer absetzen kannst. Wenn du einen Spitzensteuersatz zahlst, dann kannst du bei 10.000,- Euro Jahresbeitrag im nächsten Jahr 4.200,- Euro Steuern erstattet bekommen. Und wenn du schlau bist, dann legst du diese 4.200,- Euro in Aktienfonds an. Dann hast du mit diesen Fonds am Ende ebenfalls einen ganzen Batzen Geld, und zwar neben der Rürup-Rente. Das wiederum wäre die clevere Vorgehensweise.

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    9 min
  • 1 Prozent Regelung oder Fahrtenbuch beim Auto
    Was lohnt sich für deinen Firmenwagen?

    Welche Bedeutung hat die 1-Prozent-Regelung beim Kfz für dich? Im Normalfall geht man von der 1-Prozent-Regelung aus, aber es gibt auch die Möglichkeit, das Ganze etwas günstiger mit 0,5 Prozent zu erhalten, zum Beispiel, wenn du ein Elektrofahrzeug besitzt. Ich möchte jedoch auf die klassische 1-Prozent-Regelung eingehen und aufführen, welche Konsequenzen aus ihr erwachsen und ob es sich lohnt ist, stattdessen ein Fahrtenbuch zu führen. Darüber möchte ich aus unternehmerischer Sicht sprechen. Natürlich solltest du das alles immer mit deinem Steuerbüro absprechen.

    Was bedeutet eigentlich die 1-Prozent-Regelung? Mir ist aufgefallen, dass vielen nicht bewusst ist, um was es dabei geht. 1 Prozent bezieht sich auf den Anschaffungspreis. Das ist vielen bekannt, aber welche Konsequenzen sich daraus ergeben, möchte ich dir verdeutlichen. Stellen wir uns vor, du kaufst dir einen schönen schwarzen Mercedes E-Klasse für 30.000,- Euro. Das ist der Preis, den du bezahlst. Gekostet hat er aber laut Liste 50.000,- Euro. Der erste Punkt, den man wissen muss: Die 1-Prozent-Regelung bezieht sich logischerweise nicht auf deinen Kaufpreis in Höhe von 30.000,- Euro, sondern auf die 50.000,- Euro. 1 Prozent davon sind 500,- Euro. Diese 500,- Euro kannst du nicht monatlich steuerlich geltend machen. Was bedeutet das?

    Angenommen, du hast monatliche Kosten von 800,- Euro für Sprit, Kfz-Versicherung und Steuer, für Wartung und Reparaturen. Das bedeutet, dass du die 1 Prozent in Höhe von 500,- Euro abziehen musst und von den 800,- Euro lediglich 300,- Euro steuerlich geltend machen kannst. Von deinen monatlichen Kosten in Höhe von 800,- Euro kannst du 500,- Euro nicht steuerlich geltend machen und zahlst sie voll aus deiner privaten Tasche.

    Wenn du zum Beispiel nur 400,- Euro an monatlichen Gesamtkosten hast, dann kannst du gar nichts steuerlich geltend machen, weil der Betrag kleiner als 500,- Euro ist. Um eine höhere Abschreibung zu erzielen, wäre es clever, ein Auto zu kaufen, das in der Anschaffung teuer, aber im Listenpreis sehr günstig gewesen ist, zum Beispiel, wenn es sich um einen Oldtimer handelt. Macht natürlich nicht immer Sinn, aber das wäre ein Beispiel, bei dem man alles absetzen könnte. Fakt ist, dass du einen Großteil deiner Kosten nicht steuerlich geltend machen kannst.

    Jetzt sagt so mancher, dass man stattdessen ein Fahrtenbuch führen kann. Dazu eine wichtige Warnung: Ein Fahrtenbuch ist wie ein Damoklesschwert. Je nachdem, wie scharf dein Finanzamt ist, kann es dir um die Ohren fliegen. Bei uns in Bayern sind die Finanzämter dafür bekannt, relativ streng zu sein, und deswegen habe ich die 1-Prozent-Regelung gewählt. Ich kaufe mich frei davon, ständig ein Fahrtenbuch führen zu müssen. Das hat etwas mit Freiheit zu tun, weniger mit der Steuer. Ich fahre auch nicht so viel. Ich fliege mehr, als dass ich fahre, denn ich bin Privatpilot. Fall du meinem Podcast schon länger folgst, dann hast du das bestimmt schon mitbekommen.

    Es kann nämlich passieren, dass dein Fahrtenbuch rückwirkend gestrichen wird. Das ist durchaus möglich. Du führst das Buch eine geraume Zeit, aber bei der nächsten Betriebsprüfung fliegt es dir um die Ohren. Der Finanzbeamte streicht dir für den Betrachtungszeitraum von drei Jahren das Fahrtenbuch raus und haut dir rückwirkend die 1-Prozent-Regelung rein. Das kann ganz schön schmerzhaft sein. Du hast eine gewisse Verpflichtung, auf welche Art und Weise du das Fahrtenbuch führen musst. Du kannst dich nicht einfach auf das Führen des Fahrtenbuchs berufen, sondern du musst die Vorgaben deines Finanzamtes erfüllen. Vorgabe ist nicht nur, dass du von Frankfurt nach Nürnberg und wieder zurückgefahren bist sowie Datum, Kilometer, Start- und Ankunftszeit eingetragen hast. Übrigens muss alles leserlich sein, wenn du das Buch händisch führst, ansonsten ist es nicht plausibel.

    Wenn du ein Fahrtenbuch gemäß den Vorgaben führst, und lass dich dazu bitte bei deinem Finanzamt beraten, dann muss es heißen, "Start: Frankfurt, Heinestr. 8, Fahrt nach Nürnberg zu Klaus Müller in der Karolinenstr. 28". Womöglich musst du sogar noch Zwischenkilometerstände angeben. Das führt zu einer ganzen Litanei an Eintragungen, die vorzunehmen sind, erst recht, wenn du Umwege fährst. Dann fragt dich der Finanzprüfer garantiert, warum du nicht die kürzeste Strecke mit 80 Kilometern gefahren bist, sondern 120 Kilometer gebraucht hast. Du musst plausibel erklären können, dass ausgerechnet an dem Tag ein Stau war, den du umfahren musstest. Ich konnte nicht über die A3 fahren, sondern musste die A70 nehmen. Kannst du das nachweisen? Alles muss plausibel sein, und es reicht nicht, kurze Angaben zu machen. Es muss detailliert aufgeführt sein, inklusive dem Grund der geschäftlichen Fahrt. Das war mir irgendwann zu blöd, und ich bin auf die 1-Prozent-Regelung umgestiegen.

    Jetzt kann man darauf hinweisen, dass es elektronische Fahrtenbücher gibt. Die werden anerkannt, aber Achtung, auch diese sind kein Freibrief und müssen lückenlos und nachweislich geführt werden. Dinge funktionieren meist nur so lange, bis eine Betriebsprüfung kommt. Und ich möchte dich davor bewahren, dass sie dir um die Ohren fliegt. Vielleicht sagst du, na gut, dann fliegt sie mir eben um die Ohren, so what? Bilde für diesen Fall eine entsprechende Rücklage. Du hast das Buch nach bestem Wissen und Gewissen geführt und hast im Falle eines Falles genug Geld beiseitegelegt, um eine eventuelle Nachforderung erfüllen zu können. Das ist sowie mein Credo. Wenn denn du immer genug Cash hast, dann können dich solche Sachen nicht stressen.

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    7 min
  • Warum Frauen bessere Renditen erzielen als Männer - Was ist die beste Geldanlagestrategie? | Teil 2
    Der Geld-Podcast von und mit Michael Serve

    Warum Frauen die besseren Investoren sind. Was ist die beste Geldanlage | Teil 2

    Welche Anlagestrategie macht dich reich, oder warum sind Frauen die besseren Investoren? Das ist das Thema des heutigen Podcasts.

    Zunächst möchte ich darauf eingehen, warum Frauen die besseren Investoren sind. Punkt 1: Frauen überschätzen sich seltener als Männer und lassen sich weniger von Marktschwankungen beeinflussen. Frauen sind per se etwas ruhiger und konstanter in ihren Anlagen als Männer und haben dadurch langfristig tatsächlich auch mehr Erfolg an der Börse. Ihr Ertrag ist zwar nicht signifikant höher, aber immerhin macht er sich bemerkbar. Frauen machen sich auch generell weniger Arbeit mit ihren Finanzen. Das passt zu meinem Credo, "mach dich nicht verrückt, sondern mach Geld", weil du dich dann auf die wesentlichen Dinge konzentrierst. Mit ihren passiven Anlagestrategien erreichen Frauen oft ein besseres Ergebnis als die Männer mit aktiverem Investment.

    In der vergangenen Folge habe ich mich mit der Frage beschäftigt, ob es besser ist, aktiv in Aktien oder passiv in Fonds zu investieren. Hör dir diese Folge und meine Antwort auf die Frage gerne an.

    Einer meiner Kunden erzählte mir davon, dass er zwei Depots mit unterschiedlich hohen Transaktionskosten führt. Beim Konto mit den geringeren Kosten ist die Hürde, Transaktionen durchzuführen, geringer. Mit einem einzigen Mausklick oder Tippen auf den Handybildschirm löst man einen Trade aus. Sein interessantes Fazit ist jedoch, dass mit dem teureren Depot eine bessere Performance erwirtschaftet als mit dem preiswerteren Depot. Der Grund ist folgender. Die geringen Transaktionskosten führen zu einer niedrigeren Hemmschwelle, einzukaufen. Es entsteht die Gefahr, in einen blinden Aktionismus zu verfallen. Man möchte keine Chance verpassen und switcht unbedarft hin und her, denn schließlich sind die Gebühren gering. Aber Achtung, denn: Hin und Her macht Taschen leer! Dadurch entstehen falsche oder unvorsichtige Entscheidungen. Das passiert den Frauen nicht so schnell, weil sie vorsichtiger sind und sich nicht selbst überschätzen. Vielleicht liegt es bei uns Männern am Testosteronspiegel. Ich bin jedoch der Meinung, dass es keine männlichen oder weiblichen Finanzen gibt, sondern nur gute und schlechte.

    Und was ist die bessere Geldanlage? Ich möchte mit einer spannenden Studie beginnen, die sich mit dem Anteil beschäftigt, welchen Anteil die Einkunftsart von Millionärinnen und Millionäre hat. Wie verdienen die Millionäre ihr Geld? 75 Prozent haben einen Gewerbebetrieb oder sind selbständig. Das heißt, der Großteil aller Millionäre sind unternehmerisch tätig. Faszinierend! Wenn ich Land- und Forstwirtschaft noch hinzurechne, dann sind es mehr als 75 Prozent. Das bedeutet, dass nur ein kleiner Teil durch Vermietung und Verpachtung, also durch Immobilien, reich geworden ist. Was will ich damit sagen?

    Erstens: Deine Geschäftstüchtigkeit ist die bessere Geldanlage, weil du wahrscheinlich, wenn du deine Finanzen im Griff hast, als Unternehmer sehr gut verdienen kannst. Es ist ein Unterschied, ob du monatlich 3.000,- oder nur 500,- Euro sparen kannst, denn der Hebel wirkt bei einer höheren Summe viel stärker. Wenn ich weiß, dass ich mit meinem Geschäftssinn finanziell erfolgreicher bin als mit meinen Geldanlagen, dann folgt daraus, dass ich mich eher auf das Geldverdienen konzentrieren sollte. Aus diesem Grund sollte ich als Unternehmer das passive Investment vorziehen. Viele Indices wie der S&P 500, der die 500 größten amerikanischen Unternehmen enthält, hat langfristig über 8 Prozent Gewinn erwirtschaftet. Es gibt einen aktive gemanagten Fonds, der von 1970 bis heute, bis 2023, jährlich 8,3 Prozent im Durchschnitt gemacht hat. Das sind über 50 Jahre, in denen im Schnitt über 8 Prozent erwirtschaftet wurden. Natürlich mal besser und mal schlechter, aber im Durchschnitt waren es, über einen langen Zeitraum hinweg, mehr als 8 Prozent.

    Warum soll ich mich also verrückt machen, wenn ich weiß, dass passive Investments, tendenziell mehr Ertrag einbringen und wenn ich weiß, dass mein Geschäftssinn erfolgreicher ist? Dann konzentriere ich mich doch eher auf mein Geschäft und sorge dafür, dass genug Geld übrigbleibt, um mir damit ein zweites Standbein aufzubauen: ein Vermögen z.B. über ein passives Investment and er Börse, dass mir die Sicherheit bietet, mich nicht nur auf mein Geschäft verlassen zu müssen. Viele, die gedacht haben, sie könnten ihr Unternehmen im Alter verkaufen, wurden eines Besseren belehrt. Beispiele sind die vielen Ärzte, die keinen Nachfolger für ihre Praxen finden. Es sei denn, sie haben eine Spezialpraxis, die von Investoren übernommen wird. In meiner Nähe gibt es einen Hausarzt, der 1.400 Patienten bedient, aber trotzdem die Praxis nicht weitergeben kann, weil er keinen Nachfolger gefunden hat.

    Je länger ein Investment läuft, desto mehr Ertrag bringt es statistisch gesehen. Deswegen ist es wichtig, an der Börse zu investieren, und zwar am besten passiv. Die bessere Geldanlage ist i.d.R. deine Geschäftstätigkeit. Ich lege den Fokus lieber auf mein Unternehmen und verdiene dort Geld, wo ich mich auskenne. So muss ich mich nicht ständig in ein neues Thema einarbeiten.

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    7 min
  • Lieber aktiv in Aktien investieren oder passiv in Fonds - Was bringt dir mehr? | Teil 1
    Der Geld-Podcast von und mit Michael Serve

    Lieber aktiv in Aktien investieren oder passiv in Fonds | Teil 1

    Kennst du die ewige Frage, wie man sein Geld sinnvoll anlegt? Wenn man dieser Frage nachgeht, dann stolpert man über Tausende von Aussagen wie etwa, "frag zwei Leute, und du bekommst drei Meinungen". Ich möchte dir helfen, deine Gedanken zu sortieren. Die meisten wissen nämlich nicht, wie sie richtig investieren und für ihr Alter vorsorgen können. Sollte ich in Aktien, in Gold oder in ETFs, so genannte Exchange Traded Funds (börsengehandelte Fonds), gehen? Oder soll ich mein Geld lieber in das eigene Unternehmen investieren, um für schlechte Zeiten vorzusorgen?

    Welche Anlagestrategie passt am besten zu dir? Ich möchte dir helfen, weniger Fehler zu machen und das Thema entspannt anzugehen. Mein Slogan lautet: Mach dich nicht verrückt, mach Geld! Damit meine ich, dass du dich auf das Wesentliche konzentrieren sollst.

    Gehen wir der Frage nach, ob es eher sinnvoll ist, in Aktien oder in Fonds zu investieren. Nach vielen Gesprächen mit Menschen, die aktiv in Aktien investieren, möchte ich dir eines mitgeben. Aktien kaufen, das macht man nicht mal so nebenbei, wenn man gute Erträge erzielen möchte. Du musst den Markt beobachten und analysieren. Es gibt Menschen, denen macht es Spaß, aber es gibt andere, die sich damit schwertun, weil sie nicht die nötigen zeitlichen Ressourcen haben. Sie haben in ihrem Tagesgeschäft schon genug Baustellen, in die sie eingebunden sind. Sie wollen sich nicht auch noch in ihrer freien Zeit um Aktiengeschäfte kümmern müssen. Am besten wäre es, ohne Arbeit zu Geld zu kommen.

    Jemand hat den schönen Satz geprägt, dass man seine Lebensrendite in den Ertrag einpreisen muss. Das bedeutet, dass du berücksichtigen musst, wie viel Arbeit du in dein Ergebnis hineingesteckt hast. Wenn du das machst, sieht das Ergebnis anders aus. Ich erhöhe meine Erträge um 2 Prozent, muss aber im Gegenzug zwei Stunden wöchentlich länger arbeiten? Genau genommen müsste ich diese Zeit vom Gewinn abziehen, denn in diesen zwei Stunden hättest du auch etwas Anderes machen können, zum Beispiel, in deinem Unternehmen Geld verdienen. Diese Arbeitszeit muss man vom Endergebnis abziehen.

    Ich möchte dir zeigen, warum es sich normalerweise nicht lohnt, in Aktien zu investieren. Nehmen wir als Beispiel den Index Russell 3000 im Zeitraum von 1980 bis 2014. Der Russell 3000 ist eine US-amerikanischer Aktienindex. In ihm sind die 3000 Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung in den USA gelistet. Er enthält fast alles, was am US-amerikanischen Aktienmarkt kreucht und fleucht und ist ein repräsentatives Bild des amerikanischen Kapitalismus. Von 1980 bis 2014, das sind 34 Jahre, also ein langer Zeitraum. Was glaubst du, welchen Ertrag dieser Index in den 34 Jahren erwirtschaftet hat? Es sind sage und schreibe 13 Prozent jährlich! Stell dir vor, du investierst einmalig in diesen Index, und nach 34 Jahren hättest du, ohne etwas dafür zu tun, im Schnitt 13 Prozent jährlich gemacht.

    Vielleicht denkst du, dass du selbst diesen Ertrag hättest erwirtschaften können, wenn du die profitablen Aktien identifiziert hättest. Jetzt kommt allerdings eine krasse Information. Im gleichen Zeitraum sind 40 Prozent aller Unternehmen in diesem Index, also fast die Hälfte, um mindestens 70 Prozent eingebrochen und haben sich nie wieder erholt. Fast die Hälfte aller Werte in diesem Index haben Dreiviertel ihres Wertes verloren, aber trotzdem hat der Index im selben Zeitraum durchschnittlich jedes Jahr 13 Prozent erwirtschaftet.

    Jetzt sagen manche Leute, dass sie in der Lage wären, die guten Werte zu erkennen, sozusagen die Nadel im Heuhaufen zu finden, um mehr als 13 Prozent zu erwirtschaften. Wirklich? Das musst du erst einmal hinkriegen! Kannst du die Bilanzen von allen Unternehmen lesen? Kannst du dir die ganzen Informationen beschaffen, die dazu nötig sind? Die stehen uns nämlich oftmals gar nicht zur Verfügung. Eine Investmentlegende hat einmal gesagt, "warum die Nadel im Heuhaufen suchen, wenn du den Heuhaufen kaufen kannst?" Wenn du besser als dieser Index sein willst, dann musst du deine Lebensrendite einpreisen. Du musst herausfinden, welche Unternehmen zu den Guten und welche zu den Schlechten gehören. Ich unterstelle, dass die meisten von uns nicht in der Lage dazu sind. Sogar die Profis am Markt liegen oftmals daneben. Oft höre ich das Argument, dass aktiv gemanagte Fonds nicht gekauft werden, weil sie nicht in der Lage sind, den Markt zu schlagen. Wenn man schon den Profis nicht vertraut, wie kann man dann glauben, dass man als Laie besser wäre? Besser als ein Fondsmanager, dem ein ganzes Team und viele Insider-Informationen zur Verfügung steht?

    Wenn man Zeit und Muße hat, sich um Einzelaktien zu kümmern, dann ist alles cool. Die meisten von uns sind jedoch berufstätig und haben nicht die Möglichkeit, sich ausgiebig um den Aktienmarkt zu kümmern. Natürlich gibt es Leute, die das schaffen, zum Beispiel Beate Sander, die so genannte "Börsen-Oma", eine der erfolgreichsten Börsenspezialistinnen aus dem Amateurbereich. Sie hat rund 25 Prozent durchschnittlichen Ertrag erwirtschaftet, hatte allerdings als pensionierte Lehrerin die Zeit dazu. Auch Warren Buffet hat eine derartige Performance hingelegt.

    Aber je länger der Zeitraum, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, einen Index zu schlagen. Natürlich kann ich nachvollziehen, dass du gerne bei einer Party dabei sein und dort mit den anderen einen heißen Tipp teilen würdest. Vielleicht bewahrheitet er sich am Ende sogar, und dann ist es gut. Wenn das Geld an andere Stelle nicht fehlt, warum sollte man dann nicht ein bisschen zocken? Auch deswegen empfehle ich dir, auf deine Finanzen und auf dein Finanzcontrolling zu achten. Wie auch meine Kunden hast du die Möglichkeit, einfach mal locker Geld zu investieren, ohne, dass es dir wehtut. Das schaffst du, wenn dich Eventualitäten nicht aus der Bahn werfen können und Überraschungen eingepreist sind.

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    7 min
  • Wenn dein Geschäftsmodell zur Pleite führt - drei Beispiele
    Der Geld-Podcast von und mit Michael Serve

    Wenn deine Marge zur Pleite führt - drei Beispiele und wie man es verhindert

    Was, wenn deine Marge falsch kalkuliert ist und dadurch zur Pleite führt, und du es noch nicht einmal merkst? Das Schlimme daran ist, dass viele oft nicht registrieren, dass sie auf einem Pulverfass sitzen.

    Ich habe dir drei Beispiele mitgebracht. Das erste handelt von der Firma Nucao, das zweite von Paul Valentine, einem Schmuckhersteller, und als drittes Beispiel möchte ich die Bäcker nennen, die auf die Straße gehen, weil ihnen aufgrund der gestiegenen Energiekosten die Marge wegbricht. Ich möchte dir einiges darüber erzählen, was dir die Augen öffnen wird und bin mir sicher, dass du etwas daraus lernen kannst.

    Beginnen wir mit dem Unternehmen Nucao, das für seine hochwertigen Schokoriegel bekannt geworden ist, die wenig Fett und Zucker enthalten. Mit diesen beiden Zutaten lassen sich sehr günstige Riegel herstellen, so wie die meisten anderen Schokoladenriegel. Nucao hat sich damit positioniert, sehr hochwertige Materialien zu verwenden, die im Einkauf teurer sind, zum Beispiel Nüsse und Kakao. Folgendes ist passiert. Die Zutaten sind nach Aussagen des Unternehmens extrem teuer geworden, das heißt, dass die ganze Marge aufgefressen wurde.

    Ich habe mir angeschaut, was "extrem teurer" bedeutet. Der Kakaopreis ist um etwa 15 Prozent gestiegen. In den letzten drei Jahren war er jedoch plus/minus null. Deshalb die Frage, was eigentlich mit "extrem teurer" gemeint ist. Der Punkt ist, das Unternehmen sagt, dass die Teuerung die gesamte Marge aufgefressen hat, und dass sie in Konsequenz den Riegel zwar nicht teurer machen, aber mit billigeren Materialien arbeiten müssen. Das heißt, sie sind von ihrer ursprünglichen Positionierung, hochwertige Schokolade zu verarbeiten, abgekommen. Das wäre, als wenn Tesla sagen würde, sie bauen ihre Autos ab sofort mit Dieselmotoren. Der Riegel von Nucao enthält jetzt mehr Zucker. Und das verunsichert die Kunden natürlich, weil die hochwertigen Zutaten genau der Grund waren, warum sie die Produkte von Nucao gekauft haben.

    Auf der Webseite von Nucao finden sich Kundenmeinungen wie "die neue Rezeptur ist total enttäuschend". Ironischerweise sind die Produkte im Shop nun mit dem Hinweis "neue Rezeptur" versehen, als wenn dies es eine Verbesserung wäre. Eine Kundin namens Kathrin schreibt, "neue Rezeptur - eine Enttäuschung. Ich war so happy mit den alten Zutaten. Endlich hatte ich meine Lieblingsriegel gefunden, aber jetzt sind sie leider nicht mehr wiederzuerkennen. Sie sind viel zu süß und viel zu wenig schokoladig, weniger Mandeln und nicht so crunchy wie früher. Ist billiger, schmeckt aber auch dementsprechend. Sehr traurig. Werde ich nicht mehr kaufen."

    Aufgrund der falschen Kalkulation verliert Nucao seine Kunden, die genau deshalb gekauft haben, weil sie vegane, hochwertige Schokoriegel haben wollten. Inzwischen haben sich die Produkte als billiger Abklatsch den anderen Anbietern genähert. Deshalb springen die Kunden ab, und das ist sehr schade. Grund ist die fehlende oder falsche Kalkulation im Vorfeld.

    Beispiel Nummer 2 ist Paul Valentine. Mir ist das Unternehmen durch seine Werbung für günstigen Schmuck bekannt. Dies Ads sind mir bei Facebook immer wieder begegnet. Jetzt ist Schluss damit, denn nach acht Jahren ist das Unternehmen pleite. Warum? Weil Facebook-Werbung heute weniger rentabel ist. Sie ist außerdem teuer geworden. Auch hier ist das Geschäftsmodell nicht tragfähig gewesen, und die Marge hat nicht funktioniert. Bei Paul Valentine hat das Wirtschaftssystem den Stecker gezogen. Eigentlich schade, denn das Unternehmen hat zweistellige Millionenumsätze gemacht. Müsste nicht sein, und ich komme gleich darauf, wie man dieses Problem lösen kann.

    Letztes Beispiel sind die Bäcker. Sicher hast du mitbekommen, dass die Bäcker sagen, dass die Öfen bald aus- und sie pleitegehen, denn sie können kein Brot mehr backen, weil die Energiekosten explodieren. Kennst du den Spruch, "klappern gehört zum Handwerk"? Für diejenigen, die es nicht kennen: Das bedeutet, dass es gut geht, so lange jemand noch jammern kann. Ich habe recherchiert und frage dich, was glaubst du, wie hoch der Energiekostenanteil bei den Bäckern ist? Ich dachte, es seien so um die 30 Prozent, denn schließlich benötigt ein Ofen Hitze, um zu backen. Aber vor der Krise waren es lediglich 3,3 Prozent! Das heißt, von 100,- Euro Umsatz haben die Bäcker 3,30 Euro benötigt, um Energie bereitzustellen, ihr Brot zu backen und die Läden zu heizen.

    Wenn sich der Energiepreis verdoppelt und von 3,3 auf 6,6 Prozent steigt, ist das ein Grund für eine Pleite? Wenn dein Geschäft 3 Prozent weniger Umsatz im Jahr macht, bist du dann gefährdet, in Konkurs zu gehen? Da stimmt doch etwas nicht, oder? Weißt du, wie oft bei mir irgendeine Gesetzesänderung dazu geführt hat, dass plötzlich 10, 15 oder 20 Prozent meines Geschäfts von heute auf morgen weggebrochen ist? Das ist blöd, aber es darf nicht zu einer Pleite führen, und erst recht nicht, wenn es sich lediglich um 3 Prozent handelt.

    Meine Annahme ist, und die wurde mir auch von Bäckereien bestätigt, die noch gut laufen, dass diejenigen, die ihre Hausaufgaben gemacht haben, kein Problem haben. Außerdem muss man bedenken, wenn du dauern herumposaunst, dass du pleitegehst, wie willst du dann neue Mitarbeiter bekommen? Die Bäckereien beschweren sich auch über den Fachkräftemangel und darüber, dass sie niemanden finden, der im Bäckereihandwerk arbeiten möchte. Wenn du überall herumerzählst, dass du bald deinen Laden schließt, dann schießt du dir damit ein Eigentor, weil du niemanden mehr findest. Also ist es kontraproduktiv für die Bäcker, mit lauter Stimme nach draußen zu gehen.

    Es wird auch darüber geklagt, dass sich die Preise für Mehl und Weizen erhöht haben. Ein Blick auf die Pariser Getreidebörse MATIF (Marché à Terme International de France) zeigt, dass der Weizenpreis zwar um 50 Prozent gestiegen ist, aber im Vergleich zum Baugewerbe ist das ein relativ moderater Anstieg. Glas ist auch um mindestens 50 Prozent gestiegen, und auch die Bauträger haben mit massiven Problemen zu kämpfen.

    Deswegen ist es wichtig, richtig zu kalkulieren. Wenn du deine Einnahmen und Ausgaben im Griff hast, dann erkennst du, wie hoch deine Marge sein muss, damit du inklusive Eventualitäten rentabel bist und bleibst. Du musst im Vorfeld genug Rücklagen bilden können für den Fall, dass der Umsatz einbricht oder in irgendeiner Art und Weise beeinträchtigt wird, zum Beispiel durch höhere Energiekosten oder steigende Rohstoffpreise. Wobei sich vieles inzwischen wieder normalisiert hat. Die Butter hat sich beim gleichen Preis wir vor Ausbruch des Ukrainekrieges eingependelt. Solche Veränderungen sind meist temporär. Du musst eine Krise nicht zehn Jahre lang durchstehen, sondern in diesem Fall sprechen wir von ungefähr einem Jahr, das man aushalten muss.

    Deswegen stehe ich dafür, immer genug Liquidität vorzuhalten, und da gilt die alte Weisheit "spare in der Zeit, dann hast du in der Not". Wer im Vorfeld seine Hausaufgaben gemacht hat, der hat auch jetzt keine Probleme, mit denen er sich auseinandersetzen muss.

    Die meisten Menschen warten so lange, bis es wehtut oder gar zu spät ist. Jeder Raucher weiß, wovon ich rede. Man könnte aufhören, wenn noch keine gesundheitlichen Schäden eingetreten sind, aber nein, man wartet mit dem Aufhören, bis man Galle spuckt. Wir Menschen sind sehr bequem. Ich weiß nicht, warum das so ist, aber Fakt ist, wir warten meistens so lange, bis es wehtut beziehungsweise, bis der Umsatz einknickt. Und das ist schlecht. Ich habe mir angewöhnt, in guten Zeiten wachsam zu sein und gedanklich vorwegzunehmen, was eventuell eintreten könnte. So kann ich mich darauf einstellen, dass es gar nicht so weit kommt, indem ich ordentlich vorsorge und ein einfaches, gut funktionierendes Finanzsystem aufstelle.

    Das heißt, clevere Unternehmer verbessern dann, wenn es gut läuft. Sie warten nicht. Ein Kunde von mir, ein Unternehmer, hat im Gespräch zu mir gesagt, weißt du was, Michael? Wenn es gut läuft, dann wird man nachlässig, und deswegen arbeite ich lieber jetzt gleich mit dir zusammen, damit es gar nicht erst zu einem Einbruch kommt, sondern immer aufwärts geht.

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    9 min
  • warum du keine Agentur für deine Werbung beschäftigen darfst - im Gespräch mit Miriam Betancourt
    Der Geld-Podcast von und mit Michael Serve

    Miriam Betancourt hat nicht nur eine klassische journalistische Ausbildung, sondern hat schon 1999 (als viele das Wort Internet noch nicht gehört haben) den Onlineauftritt einer deutschen Tageszeitung aufgebaut. Zudem hat sie im Onlinebereich der größten deutschen Nachrichtenagentur, dpa und dem Onlineauftritt des WDR gearbeitet. Es folgten weitere Stationen im Web-TV, Fernsehen und Onlinebusiness.Mittlerweile unterstützt sie Onlineunternehmer dabei, profitable YouTube-Anzeigen zu erstellen mit Verkaufspsychologie und Storytelling.

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