Ein einfacher Grundsatz der Gerechtigkeit lautet: wer einen Schaden angerichtet hat, muss auch dafür aufkommen. Schwierig wird es, wenn die Person nicht zu ermitteln ist, zum Beispiel weil sie vermummt war und aus einer Gruppe heraus Feuer gelegt oder Steine geworfen hat. Die "Rote Flora“ zahlt da bestimmt nicht, hoffentlich wenigstens die Versicherung. Und am Ende natürlich der Steuerzahler. Aber warum eigentlich? Der kann doch für linksradikale Gewalttaten genausowenig wie für die ungebremste Spekulationslust der Banken und die blinde Wut von Fußball-Hooligans. Und zahlt in allen drei Fällen trotzdem. Weil da jeweils politisch und juristisch zu seinen Ungunsten abgewogen wird: die Bankenrettung muss sein, weil sonst das System zusammenbricht. Die Gewalt beim Fußball hat nichts mit den Vereinen zu tun, sondern ist ein "gesellschaftliches Problem“, für das alle aufkommen müssen. Und das Recht, sich zu versammeln und seine Meinung frei zu äußern wäre am Ende, wenn Demoveranstalter gigantische Kosten befürchten müssten. Wer einen Schaden angerichtet hat, muss also nur dafür aufkommen, wenn nicht jemand anderes dafür aufkommen muss. Wir alle.