"Niemand baut Mauern besser als ich", hat Donald Trump gesagt, der nächste Präsident der gespaltenen Vereinigten Staaten. Im Wahlkampf meinte er damit eine Mauer an der mexikanischen Grenze, um illegale Einwanderer von den USA fernzuhalten. So wie Mauern immer fernhalten sollen - "die anderen" von uns und uns von "den anderen". "Niemand baut Mauern besser als ich", sagt Donald Trump. Dabei hat er doch dem "politischen Establishment" unterstellt, eine Mauer gegen das amerikanische Volk errichtet zu haben. Es gilt eben der Satz "Nur meine Mauer ist eine gute Mauer." Aber Mauern behindern die Sicht - auf beiden Seiten. Und wer andere aussperrt, sperrt zugleich die Wirklichkeit aus. Steinerne und geistige Mauern zu errichten, ist die bequemste Art, uns dem zu entziehen, was wir nicht haben wollen. Aber was richten diese Mauern an - die steinernen, die unübersehbar sind, und die geistigen, die wir oft gar nicht bemerken?