Wer debattiert, schlägt nieder. Denn das bedeutet "débattre" in der Sprache unserer streitbaren französischen Nachbarn. Wer aber bei uns heutzutage Debatten verfolgt, ist vielleicht schon beim Zuhören niedergeschlagen. Sei es, dass wir die Hände ringen über zu wenig Erregung. Sei es, dass wir fassungslos den Kopf schütteln über das Gegenteil: Den ungefilterten Hass, der eine Debatte so verschärft, dass sie nur noch weh- und der Sache nicht mehr gut tut. Wer debattiert, schlägt nieder. Lässt dem anderen aber trotzdem noch Luft zum Atmen und vor allem Luft zum weiter debattieren. Das ist vielleicht das Einzige, was nicht zur Debatte stehen sollte. - "Jene Debatten befördern, die wir als die relevanten betrachten". So lautet der Anspruch der "Blätter für deutsche und internationale Politik", die in diesen Tagen 60 Jahre alt werden. Allein dieser Anspruch regt schon zur Debatte an. Denn auch über Relevanz lässt sich trefflich streiten. Und die Frage, wie vortrefflich wir uns darin üben, ist allemal eine Debatte wert.