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  • Reden ist Geld | Helene & Wolfgang Beltracchi - "Im Knast bringen die dich auf Null"
    Helene & Wolfgang Beltracchi

    Das Leben kann so schön sein! Eine 30 Hektar große Domäne in Südfrankreich, vier Hektar Park, zum Spaß ein energieautarkes Haus in Freiburg – und das alles für einen Nachmittag Arbeit. So sah das Leben vom Ehepaar Beltracchi aus, als sie zusammen den Kunstmarkt mit über 300 Bildern über Jahrzehnte narrten. Wolfgang malte Bilder im Stil von verstorbenen Künstlern, die sie so gemalt haben könnten – bis hier hin legal! – aber setzte statt seiner Unterschrift die von Max Ernst, Heinrich Campendonk oder Max Pechstein darunter – und das ist Fälschung. Und mit einem Max Ernst verdient man ziemlich gut.

    „Und wenn wir das Haus wollten, dann hab ich halt ’n Bild gemalt!“ –Wolfgang Beltracchi

     

    „Das geht nicht ewig gut!“

    Helene Beltracchi übernahm dabei den Vertrieb und erfand Kunstsammlungen, aus denen die Bilder hätten stammen können. Sie lebten ein luxuriöses Leben in Südfrankreich, bis Nachfragen aufkamen.

    „Wir wussten ein gutes Jahr vorher, dass das bald vorbei ist. Sowas geht nicht ewig gut.“ – Helene Beltracchi

    Dann kam die harte Zeit in U-Haft und im offenen Vollzug. Sie mussten in die Privatinsolvenz, kamen aus dem Gefängnis und Wolfgang Beltracchi musste das erste Mal in seinem Leben richtig arbeiten. Inzwischen lebt das Ehepaar in der Schweiz und verdient wieder viel Geld – mit eigenen Bildern, Büchern und Fernsehauftritten.

    Welche Rolle Geld im Gefängnis spielte und was sie mit dem ganzen Geld während Zeit als Kunstfälscher gemacht haben, das erzählen Helene und Wolfgang Beltracchi im Gespräch mit detektor.fm-Moderatorin Nina Sonnenberg in einer neuen Folge von Reden ist Geld.

    Reden ist Geld – Der Podcast mit Nina Sonnenberg

    Über Geld spricht man nicht? Pah! In unserem Podcast „Reden ist Geld“ trifft sich Nina Sonnenberg mit bekannten Personen, um mit ihnen über das Thema zu sprechen, über das selten jemand öffentlich reden will. Hier hört ihr ganz persönliche Geschichten. Können wir nicht alle von mehr Offenheit beim Thema Geld profitieren?

    Keine Folge „Reden ist Geld“ verpassen? Abonniert doch einfach den Podcast, auch direkt bei Apple Podcasts, Deezer, Google Podcasts und Spotify.
    36 min
  • Ist das gerecht? | Vermieter meldet Eigenbedarf an - "Oh weia, das wird schwierig!"

    Oftmals ist die Wohnung mehr als nur 2ZimmerKücheBad. Sie ist auch das Zuhause. Und oft gehört sie nicht einem selbst. Deswegen passiert es immer wieder, dass der Vermieter Eigenbedarf anmeldet. Er selbst oder die Kinder möchten die Wohnung beziehen. Heißt: Die aktuellen Mieter müssen raus und sich eine neue Bleibe suchen.

    Eigenbedarf: ein Dilemma

    Das allein kann, je nach aktueller Lebenssituation, schon kompliziert sein. Wo Wohnraum aber knapp und teuer ist, wird es noch schwieriger, eine passende neue Wohnung zu finden. Insbesondere in der oftmals relativ kurzen Zeit, in der man die alte räumen muss. In den Großstädten und auch in immer mehr mittelgroßen Kommunen wächst die Wohnungsnot, die Mieten haben 10 Euro pro Quadratmeter kalt vielerorts deutlich überschritten. Gerade hat eine neue Erfassung gezeigt, dass Stuttgart mittlerweile die höchsten Mieten hat, der Großraum München belegt gleich mehrere Plätze dahinter.

    über das Dilemma mit dem Eigenbedarf.
    Wenn ich in so einem Fall den Mieter zu vertreten hätte und würde nach einer Härtefall-Lösungen schauen, dann würde ich einen unserer Kommentare zur Hand nehmen. […] Dann ist eine Randnummer mit der Überschrift „Keine Härtefälle“ und ein bisschen weiter unten ist die Randnummer mit der Überschrift „Härtefälle“. Und die erste Randnummer umfasst dann aber drei Seiten und die zweite nur eine Viertel Seite.Achim Doerfer

    Das Problem: Auch der Eigentümer der Wohnung findet in solchen Situationen schlecht eine andere Wohnung. Sein Bedürfnis, die schon vorhandene Wohnung zu nutzen, ist nachvollziehbar. Aber wann darf er Eigenbedarf anmelden, und wann nicht?

    Senior darf bleiben

    Ein Fall aus München zeigt: Nicht immer geht die Anmeldung auf Eigenbedarf auch durch. Ein 89-Jähriger darf in seiner Wohnung bleiben – das Gericht hatte befürchtet, er würde sich in der verzweifelten Situation etwas antun.

    Wie es ansonsten läuft und an welche Regeln sich Mieter und Vermieter halten sollten, bespricht detektor.fm-Redakteurin Rabea Schloz mit dem Juristen Dr. Achim Doerfer.

    Jede Woche „Ist das gerecht?“ mit Achim Doerfer hören? Dann einfach den Podcast abonnieren oder direkt bei Apple Podcasts, Deezer, Google Podcasts oder Spotify hören.
    12 min
  • Kinderrechte im Grundgesetz - "Kinder müssen an politischen Prozessen beteiligt werden"
    Was lange währt …

    Nach drei Jahrzehnten Diskussion steht der Gesetzentwurf zur Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz. Gründe für die lange Verzögerung gibt es viele: Kritiker und Kritikerinnen befürchteten etwa zu hohe Kosten für Kinderhilfsorganisationen oder Kinderarmutsbekämpfung. Konservative Stimmen sahen außerdem das Elternrecht in Gefahr, da gesonderte Kinderrechte die Elternverantwortung einschränken könne.

    Doch der neue Gesetzentwurf sieht keinerlei Einschränkungen für Elternrecht und Elternveranwortung vor. So heißt es, dass Kinder bei staatlichen Entscheidungen einen Anspruch auf rechtliches Gehör haben, wenn sie dabei unmittelbar betroffen sind. Bei allen anderen Angelegenheiten haben die Eltern die Erstverantwortung und der Staat fungiert an zweiter Stelle als „Wächteramt“. Das Gesetz schreibt laut Entwurf aber fest, dass Kinder ihre Eigenverantwortlichkeit in der Gesellschaft entwickeln können.

    Kinder aktiv in Politik einbinden

    Generell stellt das Grundgesetz Kinder bisher gleich wie Erwachsene. Somit gelten bisher für sie die gleichen Rechte, beispielsweise das der Menschenwürde und das Recht auf Bildung. Jedoch sind Kinder nicht einfach nur kleine Erwachsene.

    „Menschenrechte der Kinder sind sehr häufig nur aus der Verfassung heraus interpretiert“, erlüutert Anne Lütkes, die Vorsitzende der Kinderfreundlichen Kommunen.

    Kinderfreundliche Kommunen

    Abseits des Grundgesetzes befasst sich der Verein Kinderfreundliche Kommunen seit 2012 mit Kinderrechten. Daran beteiligen sich derzeit bundesweit 25 Städte und Kommunen, um Kinder in Planungsprozesse einzubeziehen. So tragen die Kommunen beispielsweise zur kinderfreundlichen Gestaltung neuer Wohngebiete bei, indem sie Auskünfte über ideale Schulwegbedingungen und Flächennutzung für Wohnraum, sowie Sport- und Spielanlagen geben.

    Was es bedeutet, wenn Kinderrechte bald ins Grundgesetz aufgenommen werden sollten, darüber spricht detektor.fm-Moderator Christian Erll mit Anne Lütkes, der Vorsitzenden des Vereins „Kinderfreundliche Kommunen“.

    hält den Entwurf für einen guten ersten Schritt. Foto: Bezirksregierung Düsseldorf
    Wichtig ist es, aus Sicht des Aktionsbündnisses und des deutschen Kinderhilfwerk insbesondere, dass es nicht nur ein rechtliches Gehör der Kinder wird, sondern dass es Beteiligung gibt.Anne Lütkes

    Redaktion: Fabian Hapich

    8 min
  • Mission Energiewende | Rückblick Klimakrise 2019 - "Ein Jahr der Extreme"
    Tropische Stürme, Starkregen in den USA, weltweit der heißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung: Die Klimakrise lässt sich von niemandem mehr leugnen. Auch wenn nicht alle Staaten gleichermaßen betroffen sind.
    Die Zeit drängt
    Ein Blick zurück auf 2019 zeigt: International gesehen, sind es vor allem tropische Inselstaaten und Länder, die ohnehin über wenig Mittel verfügen, die am schwersten vom Klimawandel betroffen sind. Wohlhabendere Staaten hingegen verursachen zwar mehr CO2-Emissionen, können die negativen Effekte aber besser auffangen.
    Wir haben weltweit eine Zunahme von extremem Wetter. Ein sehr gutes Beispiel sind die Wirbelstürme Idai und Kenneth in Mosambik im Frühjahr 2019, die zu großer Zerstörung geführt haben. – David Ryfisch, Teamleiter für Internationale Klimapolitik bei Germanwatch.
    Allerdings scheint sich diese Ungleichheit langsam im Bewusstsein der Menschen niederzuschlagen. Millionen Menschen in aller Welt haben dieses Jahr gegen die Klimakrise demonstriert. Der Appell lautet zu handeln, bevor es zu spät ist.
    Teamleiter Internationale Klimapolitik bei GermanWatch.
    Ich würde sagen, die Dynamik, die wir 2019 verzeichnet haben, die haben wir so zumindest sehr lange nicht gesehen und man kann nur hoffen, dass mit der zunehmenden Dringlichkeit der Klimakrise, die wir alle verzeichnen, diese Dynamik beibehalten wird und sich entsprechend auch in wirtschaftlicher Transformation niederschlägt.David Ryfisch
    Gesellschaftlicher Wandel
    Und mit dem gewachsenen Bewusstsein erhöht sich auch der Druck auf die Politik. Nie zuvor waren Klimapolitik und Klimaschutz derart präsent im öffentlichen Diskurs. Damit verändert sich auch die Arbeit von Klima-und Umweltschutzorganisationen.
    leitet das Forschungsteam zu Vulnerabilität bei Climate Analytics.
    Ich hab aber schon wirklich den Eindruck, dass es auch zu einer massiven Veränderung bei den Regierungen geführt hat, die jetzt auch wirklich sehen, man kommt daran nicht mehr vorbei. Auch wenn das natürlich noch extrem zurückfällt von dem, wo wir eigentlich hinmüssten, sind schon an verschiedenen Stellen wirklich sehr positive Signale zu sehen.Tabea Lissner
    Klimakrise 2019 – Das ist das Thema der aktuellen Folge Mission Energiewende. Was dieses Jahr aus Klimaperspektive auf der Welt passiert ist und wohin der eingeschlagene Kurs führt, darüber spricht Mission Energiewende-Moderator Christian Eichler in dieser Folge mit Redakteurin Eva Weber. Sie hat zuvor mit David Ryfisch von der Umweltschutzorganisation GermanWatch e.V. und mit Tabea Lissner von Climate Analytics gesprochen.
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    „Mission Energiewende“ ist eine Kooperation mit dem Ökostromanbieter LichtBlick und dem WWF
    16 min
  • Streit im Deutschen Feuerwehrverband - "Wir helfen jedem"
    Neues Kapitel der Feuerwehr-Geschichte

    Die AfD habe rechtsnationale Tendenzen, sagt Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes und meint weiter: „Es wäre dramatisch, wenn die Feuerwehr da reinrutscht.“  Namentlich hat Ziebs dem Feuerwehr-Landesverband Rheinland-Pfalz Nähe zur AfD vorgeworfen. Seitdem wird Ziebs persönlich beleidigt und bedroht, sein Haus mit Hakenkreuzen beschmiert und vor seinem Haus hat die Polizei eine verdächtige Flüssigkeit sichergestellt.

    Außerdem fordern fünf von sieben Vizepräsidenten des Verbandes seinen Rücktritt, zunächst, ohne genaue Gründe anzugeben. Noch nie zuvor in der Geschichte der bundesdeutschen Feuerwehren ist einem Verbandspräsidenten derart das Vertrauen entzogen worden.

    „Uns ist egal, wer betroffen ist – wir helfen jedem Menschen. Die Gefahr ist, dass rechtsnationale Tendenzen genau diesen Ansatz unterhöhlen könnten. Also, dass wir dann im Notfall beispielsweise schnell unterscheiden müssten, welche Hautfarbe jemand hat. Das darf nicht passieren, und genau davor habe ich gewarnt“, erklärt der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands Hartmut Ziebs.

    Hartmut Ziebs warnt vor Unterwanderung

    Wegen der Drohungen gegen Ziebs ermittelt der Staatsschutz. Die Drohungen kommen teilweise aus dem Inneren der Feuerwehr. Zum Beispiel ist eine der Hassmails an Ziebs von der Mail-Adresse einer freiwilligen Feuerwehr aus Dortmund versendet worden. Der Feuerwehrmann, gegen den ermittelt wird, streitet jedoch ab, der Absender zu sein.

    Trotz der Anfeindungen bleibt Ziebs bei seiner Position und warnt weiterhin vor einer Unterwanderung der Feuerwehren durch Rechtsnationale. Einige Feuerwehren wie der Landesverband Nordrhein-Westfalen unterstützen Ziebs.

    Wie er mit dem Gegenwind auf seine Kritik umgeht und was die Sorge vor einer rechten Unterwanderung der Feuerwehr konkret bedeutet, darüber spricht detektor.fm-Moderator Christian Erll mit Hartmut Ziebs persönlich.

    ist Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands.Katrin Neuhauser/DFV
    Ich warne davor, dass die rechtsnationalen Tendenzen die wir teilweise momentan in Deutschland insgesamt spüren, Fuß fassen wollen in der Feuerwehr, weil wir für Außenstehende einen Nährboden für solche Tendenzen sein könnten.Hartmut Ziebs

    Redaktion: Dominik Lenze

    7 min
  • Karte der Woche | Mehlwürmer und ihre Ökobilanz - Mehlwurm gefällig?
    Wunderprodukt: Mehlwürmer

    Auch, wenn Insekten in Deutschland häufig als ungenießbar gelten, haben sie das Potential zum Nahrungsmittel der Zukunft zu werden. Für den menschlichen Körper, aber auch für die Umwelt, erklärt Katapult-Redakteurin Eva Pasch: „Das Wichtigste, würden wir sagen, ist der CO2 Ausstoß, den man messen kann für verschiedene Fleischprodukte und verschiedene Tiere. Und der Mehlwurm ist im Vergleich zum Huhn, zum Schwein und vor allem zum Rind, was den Co2-Ausstoß angeht, wesentlich besser, also hat einen wesentlich geringeren Ausstoß.“

    Die Co2 Bilanz von Mehlwürmern ist nicht nur besser als die von Fleisch. Sie ist sogar besser, als die aller essbaren Gemüsesorten. Wer Mehlwürmer auf seinen Speiseplan setzt, ernährt sich im Vergleich also nachhaltiger als jemand, der sich rein vegetarisch ernährt.

    Kein Ersatz für Alles

    Allerdings ist die Klimafreundlichkeit eines Produkts nicht das einzige Kriterium, an dem es sich messen lassen muss. Auch der Nährstoffgehalt spielt eine wichtige Rolle. Insekten bieten dabei vor allem sehr viele Proteine und eignen sich daher besonders gut als Fleischersatz. Totzdem reichen Mehlwürmer alleine nicht aus um eine ausgewogene Ernährung zu garantieren.

    Warum genau Mehlwürmer eigentlich so umweltschonend sind, welche Vorteile sie noch bieten und was man beim Verzehr beachten muss, hat detektor.fm Moderatorin Lara-Lena Gödde mit Eva Pasch vom Katapult-Magazin besprochen.

    erzählt von den nahrhaften Eigenschaften der Mehlwürmer.
    Es ist so, dass man aber sagen kann, dass ein Insektenprodukt immer nachhaltiger ist, als das am wenigsten CO2-belastende Gemüseprodukt.Eva Pasch
    7 min
  • Uiguren in China - "Die größten Internierungslager seit dem Holocaust"
    Internierungslager und Massenüberwachung

    Dass China mit verschiedenen Mitteln die Volksgruppe der Uiguren unterdrückt, ist schon seit längerem bekannt. Neu an den „China Cables“, den Enthüllungen über die sogenannten Umerziehungslager im Nordwesten der Volksrepublik, ist das Wissen um das Ausmaß dieser Maßnahmen. Der Sinologe Adrian Zenz, der an der Aufdeckung beteiligt war, spricht von der größten Internierung einer Volksgruppe seit dem Holocaust.

    Unabhängigkeitsbewegung

    Der Konflikt in der Region Xinjiang schwelt bereits seit den 1980ern und schaffte es auch in den letzten Jahren vermehrt in die Schlagzeilen westlicher Zeitungen. 2009 kam es beispielsweise zu Ausschreitungen in Xinjiang. Erste Meldungen von Internierungslagern gab es schon 2017. Und schon Anfang diesen Jahres informierte Human Rights Watch über die Massenüberwachung von Uiguren durch den chinesischen Staat.

    Außerdem geht China seit geraumer Zeit auch auf anderem Wege gegen die turksprachige Minderheit vor, zum Beispiel durch die Ansiedlung von Han-Chinesen in Xinjiang. Hintergrund des Konfliktes sind die Unabhängigkeitsbestrebungen von Teilen der Uiguren.

    „Die Uiguren haben keine Lobby im Westen. Und vielleicht solidarisiert man sich lieber mit Buddhisten aus Tibet als mit muslimischen Uiguren“, sagt Autorin und Sinologin Alice Grünfelder.

    Über die Hintergründe des Konflikts, die nachgewiesenen Internierungslager und weshalb die Weltöffentlichkeit erst jetzt daran Anteil nimmt, spricht detektor.fm-Moderator Lara-Lena Goedde mit der Autorin und Sinologin Alice Grünfelder.

    hat einen Roman über Xinjiang, die Heimat der Uiguren geschrieben.
    Mich überrascht nicht die Nachricht über die Lager, sondern eher der Zeitpunkt des Medieninteresses.Alice Grünfelder

    Redaktion: Dominik Lenze

    9 min
  • AutoMobil | NaKoMo, Nachhaltigkeit und Innovation - "Ohne Streit wird es nicht gehen"
    AutoMobil wird präsentiert von Atudo – Dein starker Partner im Verkehr.

    Vom 20. bis zum 21. November hat die erste Jahreskonferenz des diesjährig gegründeten Kompetenznetzwerks für nachhaltige urbane Mobilität stattgefunden. Dabei ging es vor allem um einen Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zugunsten einer nachhaltigen Mobilität.

    NaKoMo – Nationales Kompetenznetzwerk für nachhaltige urbane Mobilität

    Eine bessere Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen, um den Anforderungen einer neuen Infrastruktur gerecht zu werden – das ist der Anspruch des NaKoMo. Und mit der Jahreskonferenz ist ein wichtiger Schritt getan. Die zentralen Themen waren Nachhaltigkeit, Innovation und Digitalisierung.

    „Jede Kommune in diesem Land macht das auf eine andere Art und Weise, mit einer anderen Geschwindigkeit, mit anderen Voraussetzungen und deswegen sind ab einem bestimmten Punkt der Innovationsdynamik solche Netzwerkkonferenzen ganz wichtig und unbedingt notwendig“, erklärt der Direktor des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung Stephan Rammler.

    Ein Schritt vorwärts

    Bislang agieren die deutsche Politik und Industrie auf dem Gebiet der Mobilität eher innovationsträge. Auf der NaKoMo hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur nun auch das neugegründete Bündnis für moderne Mobilität vorgestellt und damit auch ein Umdenken in Sachen Mobilität angezeigt.

    „Natürlich gibt es Einflüsse auf das Ministerium von Seiten der etablierten Lobbys, also zum Beispiel der Automobilindustrie. Deswegen sind solche Konferenzen auch wichtig, um solche Interessen transparent zu machen, aufeinander treffen zu lassen und in einen konstruktiven Streit zu gehen“, erzählt Stephan Rammler.

    Der Direktor des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung Prof. Stephan Rammler hat auf der ersten Jahreskonferenz des Kompetenznetzwerks für nachhaltige urbane Mobilität gesprochen. Im Interview mit AutoMobil-Redakteurin Eva Weber spricht er über das Potential des Netzwerks NaKoMo und darüber, was es noch braucht, um Innovation und Digitalisierung in der deutschen Mobilität vorwärts zu bringen.

    AutoMobil jede Woche automatisch nach Hause bekommen? Dann abonnieren Sie hier den Podcast (u. a. Apple Podcasts, Deezer, Google Podcasts und Spotify).
    8 min
  • Album der Woche | COMA – Voyage Voyage - Pop-Sensibilität und Frickelei

    Das Album der Woche wird präsentiert von Dockin. Promo-Code: detektor.fmDockin10

    Ein Snurrebassen ist eine Fischimitation, die man zum Meerforellenfischen benutzt. Und es ist der Titel, des ersten Songs auf „Voyage Voyage“ dem neuen COMA-Album. Hinter COMA stecken Georg Conrad und Marius Bubat und von letzterem stammt auch der Songtitel. Denn beim Angeln fängt Bubat zwar meistens keine Fische, aber er hat jede Menge Ideen für Songs und Texte. Und nicht zuletzt enthält Snurrebassen das Wort Bass, eine nicht unwichtige Zutat in jeglicher Form der elektronischen Musik. Das gilt natürlich auch für „Voyage Voyage“.

    Vom Indierock zu Synthies

    Georg Conrad und Marius Bubat kennen sich schon aus der Schule und hatten damals mit Unisono noch eine klassische Indierock-Band, die sich soundmäßig eher an Pavement und Blur orientiert hat. Nach dem beide 2003 nach Köln gezogen sind und dort neben Musikwissenschaften auch Tontechnik studiert haben, begann sich ihre Musik relativ zügig zu verändern: weg von der Gitarre, hin zu Synthies und Sequenzern. Sie unterschreiben bei Kompakt, dem Auskenner- und Vorzeigelabel für elektronische Musik. Das Kölner Netzwerk hilft ihnen auch sonst: seien es Remixe von Roosevelt oder Gesangsspuren von (Ex-Kölnerin) Dillon.

    Auf ihrem neuen Album „Voyage Voyage“ sind die Türen Richtung Pop nun noch ein bisschen weiter offen als zuvor. Schillernde Neo-Disco-Sounds, suppige Synthies, pumpenden Beats und jede Menge Handclaps locken auf die Tanzfläche. Ihre tanzbaren Beats sind durchzogen von einer melancholischen Note, die hinter dem Eskapismus die Schwermut des nächsten Morgens erahnen lässt.

    Vocoder-Klänge und Herzschmerz

    Ob Club oder Livebühne, Couch oder Tanzfläche – die Songs von COMA funktionieren überall. Ihr Electro-Disco-Funk schielt auch mal Richtung Jean Michel-Jarre (wie im schon erwähnten „Snurrebassen“) oder Italo-Disco und New Wave wie in „Inside Out” mit Stakkato-Bass und roboterhaften Vocoder-Klängen. Außerdem zeigen COMA auf „Voyage Voyage“, dass sie auch talentierte Songwriter sind, wie zum Beispiel in „A Train“ – einem Herzschmerz-Song übers Verlassenwerden.

    „Voyage Voyage“ von COMA ist ein gelungener Brückenschlag zwischen Pop-Sensibilität und nerdiger Frickelei. Hoffen wir, dass Marius Bubat beim Angeln weiterhin weniger Fische als musikalische Inspiration fängt.

    5 min
  • Fortschritt | Was kann mobiles WLAN? - Internet für unterwegs
    Mobile Daten oder WLAN?
    Ob auf der Zugfahrt von Berlin nach München oder im Urlaub mit der Familie: Ein guter Internetzugang ist für viele heute im Alltag Pflicht. Dabei greifen die meisten Nutzer in der Regel auf ihre mobilen Daten zurück. Wer dabei beispielsweise Serien streamen oder wichtige Dinge für die Arbeit erledigen will, dem dürfte das auf kurz oder lang aber nicht reichen. Gleiches gilt auch für öffentliche WLAN-Angebote. Denn die sind oftmals auf ein bestimmtes Kontingent begrenzt, etwa bei der Deutschen Bahn. Eine Lösung bieten deswegen mobile Router. Sie versprechen ein starkes WLAN zum Mitnehmen. Doch wann lohnt sich ein mobiler Router?
    Warum das alte Smartphone nicht reicht
    Schließlich könnte man sich beispielsweise ein altes Smartphone hernehmen. Mit der richtigen Simkarte ausgestattet, könnte das dann via Hotspot das passende WLAN liefern. Doch das hat Nachteile, meint Marvin Sommershof vom Technik-Newsletter Digital gefesselt: „Je nach Nutzungsszenario kannst du dein altes Smartphone zwar verwenden. Aber wenn du schnellere WLAN-Verbindungen haben möchtest, setzt du besser auf moderne Standards. Und da bieten mobile Router eine deutlich größere Auswahl als das alte Handy.“
    WLAN für den Campingurlaub
    Zumal mobile Router noch weitere Vorteile haben. So haben viele Geräte beispielsweise einen leistungsstarken Akku. Außerdem bieten sie die Möglichkeit, im außerhalb der EU günstig via lokaler Sim-Karte zu surfen. Doch auch im EU-Raum lohnt sich ein Gerät – etwa wenn man mit der Familie einen Campingurlaub plant. Denn die bieten neben stabilem WLAN vor allem Platz für etliche Nutzer.
    „Je nachdem wie teuer und hochwertig das Gerät ist, können sich um die zehn Nutzer mit dem Gerät verbinden“, weiß Marvin Sommershof.
    Wann sich ein mobiler Router lohnt und worauf man beim Kauf achten sollte, weiß Marvin Sommershof vom Technik-Newsletter Digital gefesselt. detektor.fm-Moderator Lars-Hendrik Setz hat mit ihm darüber gesprochen.
    Autor des Technik-Newsletters Digital gefesselt.
    Wenn du häufig mit der Bahn unterwegs bist oder wenn du im Ferienhaus nicht auf WLAN verzichten möchtest, dann lohnt sich ein mobiler Router.Marvin Sommershof
    Der Podcast „Fortschritt“ zeigt, wie Technik unser Leben verändert. Alle Folgen gibt es auch direkt bei Apple Podcast, Deezer, Google Podcasts und Spotify.
    8 min

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