Martin Luthers Thesenanschlag vor 500 Jahren erschütterte zunächst die Kirchenwelt. Längerfristig prägte er die Epoche der Aufklärung, trug zur Demokratie bei und prägte – gerade in der Schweiz – die Wirtschaftsethik.Die Geschichtswissenschaft ist sich weitgehend einig: Der reformatorische Gedanke der Gleichheit aller Menschen vor Gott war eine Voraussetzung für die Entwicklung der Demokratie. Durch die Reformation angestossen wurden zudem konfessionelle Toleranz und der Gedanke von Toleranz überhaupt.Aber die Reformation hatte nicht nur Auswirkungen auf den Staat. Auch Wirtschaft, Handel und neue Produktions-Formen profitierten von den Gedanken und Praktiken der Reformation. Die Reformierten wurden bald um einiges geschäftstüchtiger als die Katholiken, sagt der Zürcher Historiker Tobias Straumann. In der Schweiz habe es nach der industriellen Revolution markante wirtschaftliche Unterschiede zwischen reformierten und katholischen Regionen gegeben.
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