Die Woche – der Pfefferminzia Podcast für Versicherungshelden

Die Woche – der Pfefferminzia Podcast für Versicherungshelden

By Karen Schmidt, Andreas HarmsBusinessNewsInvestingBusiness News
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Die Woche – der Pfefferminzia Podcast für Versicherungshelden episodes

  • Podcast-Folge 286: Altersvorsorgedepot – was Makler jetzt tun sollten
    Willkommen zu Folge 286 unseres Podcasts!

    Moin aus Hamburg und herzlich Willkommen zu Folge 286 unseres Podcasts. Heute ist Freitag, der 16. Oktober 2026. Und weil Scholle diese Woche in den wohlverdienten Herbstferien ist, habe ich mir mal wieder einen Gast-Host eingeladen.

    Es ist Martin Gattung, Gründer und Geschäftsführer der Aeiforia Gruppe.

    Im Großen und Ganzen dreht sich dieser Podcast um das Altersvorsorgedepot und die neue Welt der geförderten Vorsorge ab 2027. Das ist ein Thema, das dich aktuell sehr beschäftigt, richtig?

    ++++

    Wir sprechen in diesen Gast-Host-Podcasts immer über aktuelle Meldungen aus der Branche. Da habe ich ein paar rausgepickt.

    Ihr habt mit Sirius Campus zusammen jüngst eine Umfrage gemacht: „Altersvorsorge im Aufbruch“. 1.081 Förderberechtigte habt ihr dafür befragt. Und dabei sind einige interessante Sachen herausgekommen.

    73 Prozent der 44 Millionen Förderberechtigten kennen demnach das Altersvorsorgedepot inzwischen, 15 Prozentpunkte mehr als in der Befragung im April. Was hat für diesen Sprung gesorgt?

    Trotz einer etwas gesunkenen Abschlussbereitschaft rechnet ihr zum Start des Depots Anfang 2027 mit 2,9 Millionen Verträgen und 6 Milliarden Euro Jahresbeitragsvolumen. Warum glaubt ihr, dass das Altersvorsorgedepot einen solchen Boom auslösen wird?

    Wer wird den größten Anteil dieser neuen Verträge einstreichen?

    Wie siehst du Versicherer auf die neue Welt vorbereitet?

    Eure Studie zeigt auch, dass sich 75 Prozent der Abschlussbereiten innerhalb der nächsten sechs Monate beraten lassen wollen, im April waren es noch 55 Prozent. Glaubst du, dass Makler auf diese Beratungswelle ab Anfang 2027 gut vorbereitet sind?

    Was brauchen sie jetzt, etwa Produktinformationen, Haftungssicherheit oder Vergütungsklarheit?

    Ihr rechnet mit einem durchschnittlichen Monatsbeitrag pro Vertrag von 142 Euro plus Zulagen Lässt sich die Beratung überhaupt wirtschaftlich darstellen bei einem solchen Beitrag?

    +++

    Eine weitere Umfrage, diesmal der DEVK zeigt, dass sich insbesondere junge Menschen für das Altersvorsorgedepot interessieren. 2.500 Erwerbstätige ab 18 Jahren wurden befragt. Und 88 Prozent der Menschen unter 30 zeigen sich interessiert. Ist das eine Chance für Vermittler, verstärkt junge Leute als Neukunden zu gewinnen?

    Die DEVK ließ auch 1.000 Riester-Sparer befragen. Fast jeder dritte wünscht sich demnach zunächst eine Beratung zur Reform, um zu entscheiden, wie er künftig mit dem Vertrag umgehen soll. Ist das ein Aufruf zum Handeln für alle Vermittler, die Riester-Sparer in ihrem Bestand haben? Wie sollten die Vermittler jetzt vorgehen?

    +++

    Kommen wir zu noch einer Umfrage. Strategy& (Strategy and), PwC Deutschland und Assekurata Solutions haben 25 Anbieter zwischen Ende April und Anfang Juni 2026 befragt, darunter Versicherer, Banken, Asset Manager und Fintechs.

    Fast alle wollen neue Förderprodukte anbieten, 94 Prozent im ersten Halbjahr 2027. Allerdings hapert es an der Umsetzung – und das liegt vor allem daran, dass wesentliche Punkte im Produktbau noch nicht geklärt sind.

    Beispiel Abschlusskosten. Eine Zillmerung, also die Verteilung der Abschlusskosten auf die ersten fünf Vertragsjahre, ist beim neuen Altersvorsorgedepot verboten. Die Kosten müssen auf die gesamte Laufzeit der Ansparphase verteilt werden. Wie sie das genau umsetzen wollen, wissen zwei Drittel der Anbieter laut Umfrage noch nicht. Woran liegt das: an fehlender Klarheit seitens der Politik oder an fehlendem Know-how in den Häusern?

    59 Prozent haben noch keine Effektivkostenquote für Depotprodukte definiert, bei Garantieprodukten sind es sogar 76 Prozent. Was erschwert diese Festlegung so sehr?

    Die Studienautoren warnen vor Kompromissen unter Zeitdruck: zu ambitionierte Kostenmodelle oder unausgereifte Prozesse. Stimmst du zu?

    Woran erkennen Makler in den ersten Monaten, welche Anbieter gut vorbereitet sind und welche nicht?

    +++

    Zum Abschluss machen wir noch eine etwas persönlichere Fragerunde:

    Wirst du selbst ein Altersvorsorgedepot abschließen?
    Du stehst ja vor einem intensiven Jahreswechsel – wie entspannst du am liebsten?
    Bald ist DKM, worauf freust du dich am meisten?
    Was ist dein bester Vorsatz für 2027, privat oder beruflich?
    Dein Rat für Vermittler vor dem Jahresendgeschäft?

    Musikalischer Übergangsjingle

    Und das war es mit dieser Podcast-Folge. Verpassen Sie keine weitere und abonnieren Sie „Die Woche“ überall dort, wo es Podcasts gibt. Und hinterlassen Sie dort auch gerne eine Bewertung.

    Dann hören wir uns auch garantiert am kommenden Freitag wieder. Bis dahin gilt: Bleiben Sie optimistisch, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.

    24 min
  • Podcast-Folge 285: Gen Z und ein bizarrer Manager-Haftpflichtfall
    Willkommen zu Folge 285 unseres Podcasts!

    Moin aus Hamburg und herzlich Willkommen zu Folge 285 unseres Podcasts. Heute ist Freitag, der 09. Oktober 2026.

    Und diese Themen haben wir heute für Sie:

    • Im Schmolltalk widmen wir uns einem Urteil zur Managerhaftpflicht – und welche Lehren Makler daraus ziehen sollten.
    • Mit dem 19-jährigen Azubi Samuel Hovenjürgen sprechen wir über die Generation Z.
    • Und in den News der Woche sind beim Altersvorsorgedepot Millionen Verträge in Sicht. In der KFZ-Haftpflicht plant Justizministerin Hubig höhere Mindestsummen. Der Mittelstand hadert mit der Bundesregierung. Und eine Analyse zeigt, wo der Wohnungsneubau viel, viel teurer ist als der Bestand.

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    Denn die DKM ist längst mehr als eine Kontaktbörse, sie ist der Kompass im Umbruch des Maklermarkts. Konsolidierung, neue regulatorische Anforderungen, ein volatiler Markt: Wer hier fundierte Entscheidungen treffen möchte, braucht Einordnung statt Bauchgefühl.

    Genau die liefert die DKM, mit aktuellen Studien, hochkarätigen Diskussionsrunden zur Zukunft der Absicherung und der Industrieversicherung sowie direktem Austausch mit Versicherern, Pools und Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Branche.

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    https://die-leitmesse.de/

    Aus der Redaktion (#Schmolltalk)

    Ein leitender Angestellter fällt auf Betrüger rein und überweist mehr als 50 Millionen Euro. Das Landesarbeitsgericht Köln kippt den gesetzlichen Angestelltenschutz, weil eine D&O-Versicherung vorliegt. Ein bizarres Urteil, zu dem Hiscox empfiehlt: Makler sollten zwei Dinge prüfen. Darüber sprechen wir heute im Schmolltalk.
    https://www.pfefferminzia.de/gewerbe/do-urteil-aus-koeln-worauf-makler-achten-sollten/

    Im Gespräch

    Mit Samuel Hovenjürgen
    Was eine einfache E-Mail so bewirken kann. Vor ein paar Tagen schrieb uns Samuel Hovenjürgen einfach mal an. Er ist 19 Jahre alt, Auszubildender zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen und betreibt nebenbei das Portal Versicheralles.com. Das ist eine Informationsplattform, auf der er unterschiedliche Produkte einfach erklärt. Also unterhalte ich mich mal mit diesem jungen, konzentrierten Mann über die Generation Z. Wie man sie erreicht und wie man sie anspricht.
    Samuel auf:
    Instagram: https://www.instagram.com/samuel.gruendet/
    TikTok: https://www.tiktok.com/@samuelgruendet

    Die News der Woche

    Wenn Anfang 2027 das Altersvorsorgedepot an den Start geht, könnten gleich zu Beginn rund 2,9 Millionen Verträge zusammenkommen. Das hat das Umfrageinstitut Sirius Campus berechnet, unterstützt vom Vorsorgespezialisten Aeiforia. Zusammen wären das etwa 6 Milliarden Euro Sparvolumen pro Jahr. Die Rechnung ist bewusst vorsichtig: Die Studienautoren gehen von 142 Euro Monatsbeitrag plus Zulagen aus.

    Dabei ist die Bekanntheit stark gestiegen. 73 Prozent der rund 44 Millionen Förderberechtigten kennen das Depot inzwischen, im April waren es noch 15 Prozentpunkte weniger. Die Abschlussbereitschaft ist allerdings leicht gesunken, von 34 auf 29 Prozent. Trotzdem steigt die Prognose, denn der Beratungsbedarf wächst. Drei Viertel der Abschlussbereiten wollen sich in den nächsten sechs Monaten beraten lassen. Im April war es nur gut die Hälfte.

    Wer von diesen Verträgen profitiert, ist noch offen. Oliver Gaedeke von Sirius Campus sagt, viele Kunden seien unentschlossen. „Bei der Verteilung der Neuverträge werden hauptsächlich aktive Kundenansprache und Aufbau einer hohen Beratungsqualität ausschlaggebend sein“, sagt er voraus. Angesprochen wurden bisher erst etwa 28 Prozent der Förderberechtigten.

    Viele wollen zunächst ihrem bisherigen Anbieter vertrauen. Martin Gattung, Gründer und Geschäftsführer von Aeiforia, mahnt zur Eile: „Es gibt immer noch Finanzanbieter, die die Nachfragewelle sogar in ihrem eigenen Bestand unterschätzen. Nicht nur muss das Produkt möglichst bis Ende des Jahres stehen. Zusätzlich wollen auch Vermittelnde und Beratende für eine kundenorientierte Beratung geschult werden.“

    Auffällig ist, wie schwach ein staatliches Standarddepot abschneidet. Gerade einmal 7 Prozent der Befragten würden das Modell ohne Garantie mit nur zwei ETFs wählen. Und nur etwa 11 Prozent interessieren sich überhaupt für eine Variante ohne Garantie.

    Jingle

    Das Bundesjustizministerium will die KFZ-Haftpflicht ändern. Am 2. Oktober hat das Haus von Ministerin Stefanie Hubig (SPD) einen entsprechenden Referentenentwurf veröffentlicht. Er betrifft das Pflichtversicherungsrecht und die Haftung im Straßenverkehr. Ein Kernpunkt: Die Mindestversicherungssummen sollen deutlich steigen.

    Konkret geht es um Folgendes. Für Personenschäden sollen künftig mindestens 15 Millionen Euro versichert sein, bisher sind es 7,5 Millionen. Bei Sachschäden steigt die Summe von 1,3 auf 2,5 Millionen Euro. Und bei reinen Vermögensschäden von 50.000 auf 100.000 Euro.

    Auch die Haftungshöchstbeträge im Straßenverkehrsgesetz sollen steigen. Bei Personenschäden durch ein einzelnes Ereignis liegt die Grenze künftig bei 10 statt 5 Millionen Euro. Bei Sachschäden verdoppelt sie sich auf 2 Millionen Euro. Die Begründung des Ministeriums: Die Beträge wurden seit 2007 nicht mehr angepasst und erscheinen inzwischen zu niedrig. Es geht also im Kern um einen Inflationsausgleich.

    Der Entwurf enthält aber noch weitere Punkte. Bei Leasingfahrzeugen soll es für den Unfallgegner künftig keinen Unterschied mehr machen, ob das Auto geleast ist oder dem Fahrer gehört. Er zahlt nur so viel Schadenersatz, wie er auch Mitverantwortung trägt. Außerdem sollen Opfer es leichter haben, wenn ein Auto als Waffe eingesetzt wird: Sie sollen sich immer direkt an den KFZ-Haftpflichtversicherer wenden können.

    Jingle

    Die Stimmung im Mittelstand ist schlecht, und sie wird schlechter. Das zeigt das neue KMU-Stimmungsbarometer der Barmenia-Gothaer. 63 Prozent der befragten kleinen und mittleren Unternehmen sind mit der Arbeit der Bundesregierung eher oder ganz unzufrieden. Vor einem Jahr waren es noch 47 Prozent.

    Auch der Blick auf den Wirtschaftsstandort Deutschland fällt skeptisch aus. Die Unternehmen wurden dieses Jahr zum ersten Mal nach den Zukunftsaussichten gefragt. 28 Prozent bewerten sie als gut. 37 Prozent halten sie dagegen für schlecht oder sogar sehr schlecht.

    Was der Mittelstand von der Politik will, hat sich indes kaum verändert. Ganz vorn steht weiterhin der Bürokratieabbau: 63 Prozent nennen ihn als wichtigste Forderung. Danach folgt mit 46 Prozent eine Energiepreisbremse. 44 Prozent wünschen sich niedrigere Steuersätze für Unternehmen. Und 41 Prozent fordern mehr Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Forschung.

    .Jingle

    Neubauwohnungen sind in Deutschland fast überall teurer als vergleichbare Bestandswohnungen. Wie groß der Abstand ist, hängt aber stark von der Region ab. Das zeigt der neue Postbank Wohnatlas. Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut hat dafür Angebote aus dem Jahr 2025 verglichen: Eigentumswohnungen mit 70 Quadratmetern, einmal Neubau aus den Jahren 2023 bis 2025 und einmal ältere Bestandsobjekte. Nebenkosten sind nicht eingerechnet.

    Am deutlichsten ist der Unterschied im Landkreis Miesbach. Dort zahlen Käufer im mittleren Preissegment für einen Neubau rund 423.000 Euro mehr als für eine Bestandswohnung.

    Stuttgart liegt bei rund 262.000 Euro und ist die einzige der sieben größten Städte unter den ersten zehn. Insgesamt kostet der Neubau in 49 von 400 untersuchten Regionen mindestens 180.000 Euro mehr.

    Woran liegt‘s? Als Grund nennt Manuel Beermann, Leiter Produktmanagement Immobilien bei der Postbank, folgendes: „Vielerorts trifft ein knappes Angebot für Bauland auf hohe Baukosten. In einigen Regionen mit erheblichen Preisaufschlägen für Neubauten können Bestandswohnungen daher günstiger sein, selbst inklusive der Sanierungskosten.“

    Es gibt aber auch das Gegenteil. An den Küsten sind die Abstände oft gering, und in drei Landkreisen ist der Neubau sogar günstiger als der Bestand. In Nordfriesland zum Beispiel sparen Käufer rund 53.000 Euro. Die Postbank erklärt das so: Neubauten entstehen dort im mittleren Segment eher abseits der gefragten Lagen.

    Abmod

    Und das war es mit dieser Podcast-Folge. Wir hören uns am kommenden Freitag wieder! Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie optimistisch, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.

    40 min
  • Podcast-Folge 284: DKM 2026 und Investieren in Megatrends
    Willkommen zu Folge 284 unseres Podcasts!

    Moin aus Hamburg und herzlich Willkommen zu Folge 284 unseres Podcasts. Heute ist Freitag, der 02. Oktober 2026.

    Und diese Themen haben wir heute für Sie:

    • Im Schmolltalk widmen wir uns Megatrends, in die man investieren kann.
    • Mit Lisa Knörrer von der BBG unterhalten wir uns über das Programm der diesjährigen DKM.
    • Und in den News der Woche schlagen Kieler Ökonomen vor, dass Privatversicherte einen Soli zahlen sollen. 46 Ökonomen klettern auf die Barrikaden. Kriminelle betrügen zunehmend die GKV. Und die Zahl der Schäden in der Managerhaftpflichtversicherung ist 2025 deutlich gestiegen.

    Übrigens: Wenn Sie unseren Podcast schön und gut finden, dann zeigen Sie uns das gerne und bewerten Sie uns auf Ihrer Podcast-Plattform doch mit 5 Sternen.

    Aus der Redaktion (#Schmolltalk)

    Eine unserer Geschichten im nächsten Printheft dreht sich um das Thema Investieren in Megatrends. Ist das überhaupt sinnvoll? Und welche Megatrends gibt es aktuell? Darüber sprechen wir.

    Im Gespräch

    Mit Lisa Knörrer, BBG
    Ende Oktober wird Dortmund wieder zum Treffpunkt der Versicherungsbranche: Die DKM 2026 steht vor der Tür. Und die Themen, die dort diskutiert werden, haben es in sich: Künstliche Intelligenz, die Reform der privaten Altersvorsorge samt Altersvorsorgedepot und eine zunehmende Konsolidierung im Maklermarkt. Über all das spreche ich heute mit jemandem, die es wissen muss: Lisa Knörrer ist Geschäftsführerin der BBG und Mit-Veranstalterin der DKM.

    Die News der Woche

    Mit den Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu einem „Gerechtigkeitsproblem“ im deutschen Gesundheitssystem ist die Debatte um das duale System wieder aufgeploppt. Nun macht ein Papier des Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) vom Mai 2026 die Runde, in dem die Ökonomen vorschlagen, dass gutverdiendende PKV-Versicherte einen Soli zahlen sollen.

    Nach Ansicht der Autoren Jens Boysen-Hogrefe und Ulrich Schmidt liegt das Problem darin, dass der Sozialausgleich momentan fast ausschließlich von gutverdienenden GKV-Mitgliedern getragen wird. Sie finanzieren die niedrigeren Beiträge von Geringverdienern und Arbeitslosen mit. Wer über der Versicherungspflichtgrenze von derzeit 77.400 Euro liegt, kann sich diesem Prinzip durch den Wechsel in die PKV entziehen.

    Der Solidarbeitrag der PKV-Versicherten soll sich an dem orientieren, was ein Gutverdiener mit Höchstbeitrag der GKV real zur Finanzierung beiträgt. Dazu ziehen die Autoren die durchschnittlichen Gesundheitskosten, die je nach Alter und Geschlecht anfallen, vom Höchstbeitrag ab. Grundlage sind die GKV-Leistungsausgaben 2024 ohne Krankengeld.

    Wie viel wären das? Hier einige Beispiele:

    • Ein männlicher Single zwischen 25 und 45 Jahren käme auf 623 Euro, eine Frau in dieser Gruppe auf 543 Euro.
    • Mit einem Kind sinken die Werte auf 445 (Mann) und 365 Euro (Frau), mit zwei Kindern auf 266 und 186 Euro.
    • Bei Singles zwischen 46 und 65 liegen die Werte bei rund 447 bis 453 Euro.
    • Ab 76 Jahren werden die Beiträge durchweg negativ, weil ältere Versicherte im Schnitt mehr Kosten verursachen, als ein Höchstbeitrag deckt.

    Für ältere Privatversicherte sehen die Autoren bei einer Einführung Bestandsschutz oder eine Wechselmöglichkeit in die GKV vor, um Härtefälle zu vermeiden.

    Jingle

    Da hat jemand die Faxen aber so richtig dicke. Während sich Berlin nämlich daran macht, die geplante Rentenreform zu zerpflücken, warnen Volkswirte genau davor. Wie Medien berichten, fordern sie einstimmig, dass alle von der Alterssicherungskommission vorgeschlagenen Maßnahmen komplett umgesetzt werden. Wörtlich verlangen sie, die Empfehlungen „als konsistentes Bündel von Maßnahmen“ umzusetzen. Nur als Gesamtpaket könne die Reform ihre „positive und stabilisierende Wirkung“ entfalten.

    46 Wissenschaftler haben den Aufruf unterschrieben. Dazu gehören Ifo-Instituts-Präsident Clemens Fuest, Constanze Janda (die die Kommission mit leitete), Basisrenten-Namens-Pate Bert Rürup, Moritz Schularick aus dem Institut für Weltwirtschaft in Kiel und sogar drei Wirtschaftsweise.

    Mit ihrem Aufruf betonen die Ökonomen einmal mehr, wie abgestimmt die einzelnen Maßnahmen in der Rentenreform sind. Eigentlich ist das sogar in der Koalition aus CDU und SPD bekannt, denn Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas von der SPD bezeichnete das Projekt als Gesamtkunstwerk. Gleichwohl begannen Ministerpräsidenten einzelner Länder dagegen aufzubegehren. Auch die SPD fing an herumzukritteln und einzelne Aspekte verändern zu wollen.

    Das wohl bekannteste Beispiel ist die „Rente mit 63“. Studien zufolge nutzen sie zurzeit hauptsächlich gesunde, gutverdienende Männer. Weshalb der Staat lieber gezielt diejenigen stützen soll, die es wirklich brauchen. Lässt man die Rente mit 63 aber so, wie sie ist, fehlt das gesparte Geld an anderer Stelle. Es ist nun mal eine Gesamtkalkulation. Deshalb heißt es im Aufruf: Wer einzelne Bestandteile streiche, müsse gleichwertigen Ersatz vorlegen. Zitat: „Andernfalls fällt das gesamte Konzept zusammen, und die immer größer werdenden Probleme werden weiter vertagt – zulasten der Jüngeren, die schon heute unter steigendem Druck stehen.“

    Jingle

    Als wären die Kassen noch nicht klamm genug, nun auch noch das: Betrug im Gesundheitswesen nimmt weiter zu. So meldet die Krankenkasse DAK-Gesundheit für die Jahre 2024 und 2025 rund 2.300 neue Fälle. Das sind 30 Prozent mehr als zuvor. Der Gesamtschaden liegt bei 15,6 Millionen Euro. 5,9 Millionen Euro konnte die Kasse sichern. Das könnte allerdings auch aus älteren Fällen stammen.

    Der Schaden geht nicht etwa auf normale Patienten zurück. Standen früher Einzeltäter oder kleinere Netzwerke im Fokus, sind es heute professionell organisierte Kriminelle. Nicht zuletzt die neue Digitaltechnik bringt neue Betrugsmuster hervor. Ermittlungen werden dadurch aufwendiger, Schäden größer und die Aufklärung langwieriger.

    Den höchsten Schaden verzeichnet die DAK mit 5,5 Millionen Euro bei Arznei- und Verbandmitteln. Ursache sind vor allem gefälschte Rezepte. Zwischen April 2024 und November 2025 registrierte die Kasse etwa 1.000 solcher falschen Scheine mit einem Schaden von rund 1,1 Millionen Euro. Vor allem hochpreisige Krebsmedikamente und Abnehmspritzen rechnen die Kriminellen so ab.

    Rettung erhofft sich die DAK übrigens durch das E-Rezept. Nutze man das konsequent, könne man Rezepte nicht so einfach fälschen, heißt es von der Kasse.

    .Jingle

    In der Managerhaftpflichtversicherung (auch Directors-and-Officers-Versicherung, kurz D&O-Versicherung genannt) ist es im vergangenen Jahr zu deutlich mehr Schäden gekommen als im Vorjahr. Die Zahl legte um 13 Prozent auf rund 3.000 Fälle zu. Der Gesamtschadenaufwand wuchs um fast 16 Prozent auf 342 Millionen Euro. Das zeigt die aktuelle D&O-Geschäftsstatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Ein einzelner Schaden kostete die Versicherer im Schnitt gut 113.000 Euro.

    Besonders auffällig ist die Schadenquote nach Abwicklung. Zwischen Schaden und endgültiger Regulierung können mehrere Jahre liegen. Entsprechend schwanken die Schadenquoten von Jahr zu Jahr erheblich. Die Schadenquote nach Abwicklung stieg 2025 auf 105,8 Prozent und damit auf den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Grund sind Großschäden.

    Als wichtigen Treiber für die Schäden nennt der GDV die wirtschaftlich angespannte Lage. Denn die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt. 2025 erreichte der Wert mit mehr als 24.000 Pleiten den höchsten Stand seit 2014.

    Abmod

    Und das war es mit dieser Podcast-Folge. Wir hören uns am kommenden Freitag wieder! Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie optimistisch, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.

    36 min
  • Podcast-Folge 283: Realrenditen von Lebenspolicen und Privatkunden-Studie
    Willkommen zu Folge 283 unseres Podcasts!

    Moin aus Hamburg und herzlich Willkommen zu Folge 283 unseres Podcasts. Heute ist Freitag, der 25. September 2026.

    Und diese Themen haben wir heute für Sie:

    • Im Schmolltalk widmen wir uns der eher schwachen Realrendite von Lebensversicherungen.
    • Mit Michael Schulte von der Unternehmensberatung MSR sprechen wir über Privatkunden von Versicherungen.
    • Und in den News der Woche sorgt Bundeskanzler Friedrich Merz mit seinen Aussagen zur Krankenversicherung für Empörung. Unternehmen dürfen immer Pensionsrückstellungen bilden. Der Wunsch nach persönlicher Beratung nimmt ab. Und im Arbeitsrechtsschutz geht es rund.

    Übrigens: Wenn Sie unseren Podcast schön und gut finden, dann zeigen Sie uns das gerne und bewerten Sie uns auf Ihrer Podcast-Plattform doch mit 5 Sternen.

    Aus der Redaktion (#Schmolltalk)

    Die klassische Lebensversicherung ist renditetechnisch umstritten – nicht zuletzt seit der ausgeprägten Niedrigzinsphase, die die Erträge drückte. Neues Futter für Kritiker liefert nun eine Studie, die tausend echte Verträge auswertet und dabei auf schwache Ergebnisse stößt. Darüber sprechen wir.
    https://www.pfefferminzia.de/vorsorge/die-schwache-reale-rendite-der-lebensversicherung/

    Und noch kurz etwas in eigener Sache: Viele Abläufe im Maklerbüro fressen Zeit, die im Beratungsgeschäft fehlt. Besonders spürbar wird das in der KFZ-Wechselzeit, wenn viele Kunden gleichzeitig wechseln wollen. Dann fehlen mal die Unterlagen oder es häufen sich Rückfragen der Kunden.

    Im kostenfreien Pfefferminzia-Webinar am 8. Oktober um 10 Uhr zeigt Adrian Reininger, Vertriebsdirektor bei Flixcheck, wie Makler solche Prozesse digitalisieren und effizienter gestalten können.

    Hier geht es zur kostenfreien Anmeldung: https://pfefferminzia.webinargeek.com/ohne-stress-durch-die-kfz-wechselzeit-was-ki-automatisierung-und-digitale-prozesse-maklern-heute-wirklich-abnehmen

    Hinweis: IDD-Zeit gibt es nicht.

    Im Gespräch

    Mit Michael Schulte, MSR Consulting
    Die Unternehmensberatung MSR Consulting guckt Kunden und Vermittlern von Versicherungen regelmäßig in den Kopf. Jetzt ist wieder eine riesige Studie dazu erschienen, und ich möchte von Projektmanager Michael Schulte wissen, was da drin steht. Es geht um Kundenwechsel, steigende Prämien und den schwindenden Charme von Digitaltechnik.

    Die News der Woche

    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat nach den Wahlschlappen seiner Partei in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern eine Debatte über das duale System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung angestoßen. Nach den Sitzungen der CDU-Parteigremien am Montag in Berlin erklärte Merz, dass viele Menschen das Nebeneinander von PKV und GKV als „Gerechtigkeitsproblem“ wahrnähmen – eine Einschätzung, die er teile.

    Als Beispiel nannte der Kanzler den verbreiteten Eindruck, dass Privatversicherte sofort jede Leistung erhielten, während gesetzlich Versicherte teils wochen- oder monatelang auf Termine warten müssten. Zwar gebe es für beide Systeme gute Gründe, so Merz, doch angesichts der Wahrnehmung in der Bevölkerung müsse die Politik gegensteuern.

    Merz betonte, dass die Reformvorhaben der Koalition im Gesundheitsbereich „wirkungsgleich auf die private Krankenversicherung übertragen“ werden müssten. „Das haben wir bis jetzt nicht gemacht, und das werden wir nachholen müssen“, so der Kanzler. Was das genau bedeutet, sagte er indes nicht.

    Eine Regierungssprecherin stellte nachträglich klar, der Kanzler habe das Krankenversicherungssystem als solches nicht infrage gestellt. Aber der Schaden ist schon angerichtet. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, schimpft: „Ein Gesundheitssystem ohne PKV ist eine Versorgung mit weniger Geld für alle.“ PKV- Verbandsdirektor Florian Reuther schmettert: „Einheitssysteme sind die Einladung zu echter Zwei-Klassen-Medizin. Eine Abschaffung oder auch nur Einschränkung unseres dualen Systems bedeutet, das Umlageverfahren auf immer größere Bevölkerungsteile auszuweiten. Finanzieren müssen das die heute jungen Menschen über immer höhere Beitragszahlungen in der Zukunft.“

    Positiv sieht den Vorstoß naturgemäß der Koalitionspartner SPD, der schon lange mit einer Bürgerversicherung liebäugelt. Hier sagt SPD-Gesundheitsexperte Christos Pantazis: „Friedrich Merz spricht einen Punkt an, der für die Akzeptanz unseres Sozialstaates von zentraler Bedeutung ist.“ Daher gelte es unter anderem, den Zugang zur Versorgung stärker nach dem medizinischen Bedarf zu organisieren und die Patientensteuerung zu verbessern.

    Und der GKV-Spitzenverband bringt etwas mehr Sachlichkeit in die Debatte, indem er eine Idee präsentiert, um besagtes Facharztterminproblem zu lösen. So meint die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Stefanie Stoff-Ahnis: „Um einen gerechten und effizienten Zugang zur Versorgung zu schaffen, brauchen wir eine gesetzliche Regelung für eine tagesaktuelle Terminplattform. Hier würden alle Arztpraxen einen festzulegenden Anteil ihrer GKV-Termine zur Verfügung stellen. Und wer dabei faire Bedingungen und echte Gleichbehandlung will, sollte zudem dafür sorgen, dass bei der Terminvergabe nicht mehr danach gefragt werden darf, ob jemand gesetzlich oder privat versichert ist.“

    Jingle

    Unternehmen dürfen auch dann Pensionsrückstellungen bilden, wenn die tatsächliche spätere Betriebsrente noch nicht feststeht. Das zementiert das Bundesfinanzministerium in einem aktuellen Schreiben.

    Darin bezieht es sich auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) aus dem September 2024. Damals stritt ein Unternehmen mit dem Finanzamt darüber, ob es Pensionsrückstellungen bilden durfte. Es hatte für mehrere Angestellte betriebliche Altersversorgungen (bAV) mit sogenannter beitragsorientierter Leistungszusage abgeschlossen. Feststanden also nur die einzuzahlenden Beiträge, nicht die am Ende daraus entspringende Rente. Die Beiträge flossen in Investmentfonds, weshalb es auch keine garantierte Rendite gab.

    Nun muss man feststellen: Wenn Unternehmen Rückstellungen bilden, drücken sie ihren Gewinn beziehungsweise erhöhen ihren Verlust und sparen damit Steuern. Es ist also grundsätzlich in ihrem Interesse. Das Finanzamt stänkerte dagegen und war der Meinung, dass das Unternehmen keine Pensionsrückstellungen bilden durfte.

    Der BFH richtete damals: Unternehmen dürfen solche Rückstellungen bilden, auch unter der „aufschiebenden Bedingung“, dass „sich die Höhe der zugesagten Leistung danach richtet, welchen Wert eine Rückdeckungslebensversicherung, die in Fondsanteile investiert, beim Eintritt des Versorgungsfalls hat.“ Heißt frei übersetzt: Das Unternehmen muss keine bestimmte Rente garantieren. Es reicht, wenn sie einfach nur eine Rente garantiert, die sich in der Höhe nach der Wertentwicklung richtet. Wie hoch die Rückstellung sein muss, richtet sich ebenfalls nach Paragraf 6a im EstG.

    Das Finanzministerium erklärt nun, dass dieser Einzelfall auf alle noch offenen Fälle anzuwenden ist. Die Höhe ist der Kurswert der Wertpapiere zum Bilanzstichtag, mindestens ein eventuell zugesagter Mindestbetrag. In dem Zusammenhang hebt das Ministerium sein eigenes Schreiben vom 17. Dezember 2002 auf. Damals noch unter Finanzminister Hans Eichel. Die Älteren kennen ihn vielleicht noch.

    Jingle

    Wenn sich Menschen beraten lassen, dann zunehmend per Video. Das zeigt eine aktuelle Datenauswertung des unabhängigen Finanzportals Whofinance. 100.000 Kundenbewertungen hat das Team im Zeitraum von Januar 2024 bis August 2026 ausgewertet.

    Die persönliche Beratung vor Ort nimmt danach branchenübergreifend ab. Wie sehr, hängt vom Beratungsthema ab. Bei der Baufinanzierung bevorzugen die Verbraucher das persönliche Gespräch. 69 Prozent der Kunden sagen das. Bei der Geldanlage ist es ähnlich, 63 Prozent wollen sich von Angesicht zu Angesicht unterhalten.

    Erstaunlicherweise wollen nur 55 Prozent der Menschen ihre Versicherungsfragen mit einem Berater vor Ort klären. Im Segment der Altersvorsorge finden 55 Prozent eine Videoberatung völlig ausreichend.

    „Berater, die auch in Zukunft erfolgreich sein wollen, müssen technologisch auf den neuesten Stand kommen“, sagt Mustafa Behan, Gründer von Whofinance. „Kunden wollen nach wie vor menschliche Beratung – allerdings muss diese auch technologisch auf Kundenbedürfnisse angepasst sein.“

    .Jingle

    Es gibt mehr Zoff am Arbeitsplatz. Oder vielmehr am Nicht-Mehr-Arbeitsplatz. Denn Beschäftigte nutzen den Arbeitsrechtsschutz in diesem Jahr häufiger als in den Vorjahren. Das meldet der Versichererverband GDV auf Basis einer aktuellen Statistik. Vor allem Streitigkeiten ums Arbeitsverhältnis fallen stärker ins Gewicht.

    GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen sagt: „Im zweiten Quartal 2026 entfielen bereits 15,3 Prozent aller Schäden in der Rechtsschutzversicherung auf Streitigkeiten rund um das Arbeitsverhältnis. Ein Jahr zuvor waren es 14,6 Prozent und 2024 noch 14,2 Prozent.“

    Der Verband verweist als Ursache auf die schwache Wirtschaft. Zwischen 2019 und 2025 wuchs die Wirtschaftsleistung insgesamt um weniger als ein Prozent pro Jahr. Zugleich bleibt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen über dem Vorjahresniveau. Auch der Arbeitsmarkt liefert Anzeichen. Im August waren in Deutschland gut 3 Millionen Menschen arbeitslos, 36.000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Bundesagentur für Arbeit spricht von einer weiterhin schwachen Entwicklung am Arbeitsmarkt.

    „Wenn Unternehmen Stellen abbauen oder umstrukturieren, nehmen auch die Konflikte am und um den Arbeitsplatz zu. Für Beschäftigte kann es dann schnell um die eigene wirtschaftliche Existenz gehen“, so Asmussen weiter. „Der Arbeitsrechtsschutz gewinnt deshalb gerade in einer Phase schwacher Konjunktur zunehmend an Bedeutung.“

    Vor diesem Hintergrund bewerten Rechtsschutzversicherer ihre Lage nun anders. Fast alle befragten Unternehmen berichteten im ersten Quartal 2026 von einer ungünstigeren Schadenentwicklung als im Vorjahr. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Rechtsschutz weiter. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der GDV ein Beitragswachstum von 4,5 Prozent.

    Abmod

    Und das war es mit dieser Podcast-Folge. Wir hören uns am kommenden Freitag wieder! Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie optimistisch, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.

    40 min
  • Podcast-Folge 282: KI im Vertrieb und Einkommensschutz für die Gen Z
    Willkommen zu Folge 282 unseres Podcasts!

    Moin aus Hamburg und herzlich Willkommen zu Folge 282 unseres Podcasts. Heute ist Freitag, der 18. September 2026.

    Und diese Themen haben wir heute für Sie:

    • Der Schmolltalk fällt heute aus, weil wir zwei Interviews für Sie haben.
    • Mit Sebastian Pitzler von BSI Software und Oliver Schellenberger von Fachhochschule für die Wirtschaft in Hannover sprechen wir über künstliche Intelligenz im Versicherungsvertrieb.
    • In den News der Woche weckt eine neue Studie Zweifel an den Krankenkassen-Fusionsplänen von Gesundheitsminister Carsten Linnemann. Der Vermittlerverband AfW warnt, dass die Nachrichtendienstreform auch Vermittler trifft. Der PKV-Verband kämpft gegen den Pflege-Soli. Und die Allianz überholt ein Auto.
    • Und mit Natascha Brandenburg von der Canada Life sprechen wir über den Einkommensschutz der Generation Z.

    Übrigens: Wenn Sie unseren Podcast schön und gut finden, dann zeigen Sie uns das gerne und bewerten Sie uns auf Ihrer Podcast-Plattform doch mit 5 Sternen.

    Aus der Redaktion (#Schmolltalk)

    Der Schmolltalk entfällt heute.

    Im Gespräch

    Mit Sebastian Pitzler und Oliver Schellenberger
    Für viele Ausschließlichkeitsvermittler gehört künstliche Intelligenz (KI) bislang nicht zum Arbeitsalltag. In einer Studie der Fachhochschule für die Wirtschaft (FHDW) und des Software-Anbieters BSI Software geben 39 Prozent der befragten Vertriebler an, KI eher selten oder nie einzusetzen. Woran das liegt, was KI bringen kann, wenn man sie denn einsetzt – und ob man aus der Studie auch Lehren für Makler ziehen kann, habe ich mit Sebastian Pitzler, Executive Vice President AI bei BSI Software, und Oliver Schellenberger, Professor an der FHDW, besprochen.

    Die News der Woche

    Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann will die Zahl der Krankenkassen drastisch reduzieren – von 93 auf maximal 20. Das soll Kosten sparen. Würde das tatsächlich etwas bringen? Das hat das DFSI Deutsches Finanz-Service Institut jetzt untersucht. Die Analysten betrachteten die Finanzdaten von 44 Krankenkassen für 2025.

    Ergebnis: Zwischen Kassengröße und Nettoverwaltungskosten je Versicherten besteht kein belastbarer Zusammenhang. So lagen die gewichteten Nettoverwaltungskosten bei Kassen mit 50.001 bis 200.000 Versicherten 2025 im Schnitt bei 170 Euro je Versicherten, bei Kassen mit 200.001 bis 500.000 Versicherten dagegen bei 190 Euro. Großkassen mit über einer Million Versicherten kommen im Schnitt auf 182 Euro. Auch innerhalb der Größengruppen zeigen sich erhebliche Spannen: Die Techniker Krankenkasse kommt auf 108 Euro je Versicherten, die KKH als ebenfalls große Kasse auf 282 Euro.

    Das DFSI sieht sich mit diesem Befund durch die Finanzkommission Gesundheit bestätigt, die ebenfalls keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Kassengröße und Verwaltungsausgaben feststellt und auf Österreich verweist: Dort stiegen die Verwaltungsausgaben nach der Zusammenlegung der Gebietskrankenkassen zwischen 2020 und 2024 deutlich. Einsparpotenzial sieht die Kommission stattdessen in mehr Preiswettbewerb.

    „Größe ist kein Effizienzsiegel“, sagt Thomas Lemke, Geschäftsführer des DFSI. Und weiter: „Eine große Krankenkasse kann sehr günstig arbeiten, sie kann aber auch sehr teuer verwalten. Fusionen können sinnvoll sein, wenn sie tatsächlich bessere Strukturen schaffen. Die Vorstellung, man müsse nur Kassen zusammenlegen und die Kosten würden automatisch sinken, wird von den Daten aber nicht getragen.“

    Jingle

    Das Bundeskabinett hat eine Reform des Nachrichtendienstrechts beschlossen. Und die hat auch unmittelbare Auswirkungen auf Teile der Finanz- und Versicherungsvermittlung, berichtet der Bundesverband Finanzdienstleistung AfW. Laut dem Regierungsentwurf sollen das Bundesamt für Verfassungsschutz und der Bundesnachrichtendienst künftig Auskünfte auch von Verpflichteten nach dem Geldwäschegesetz verlangen können. Eine Gruppe, in die auch viele Versicherungs- und Finanzvermittler fallen.

    Besonders weit reiche die Regelung bei ungebundenen Versicherungsvermittlern, so der AfW. Wer bestimmte Versicherungsprodukte vermittele, insbesondere Lebensversicherungen, sei bereits heute Verpflichteter nach dem Geldwäschegesetz. Schon ein einzelnes entsprechendes Geschäft im Kalenderjahr könne hierfür ausreichen, informiert der AfW.

    „Das ist der Punkt, den viele Vermittlerinnen und Vermittler vermutlich nicht auf dem Schirm haben“, sagt Norman Wirth, geschäftsführender Vorstand des AfW. „Ein Versicherungsmakler kann überwiegend im Sach- und Gewerbegeschäft tätig sein. Vermittelt er daneben auch nur eine einschlägige Lebensversicherung, kann er bereits GwG-Verpflichteter sein. Und genau an diesen Status knüpft der neue Gesetzentwurf an.“ Auch Finanzanlagenvermittler nach Paragraf 34f Gewerbeordnung (GewO) und Honorar-Finanzanlagenberater nach 34h GewO könnten GwG-Verpflichtete sein. Hier sieht das Geldwäschegesetz allerdings Ausnahmen vor.

    Nach dem Regierungsentwurf können die Auskünfte vorhandene Daten über Personen und Geschäftsbeziehungen betreffen. Über das Ersuchen darf die betroffene Person grundsätzlich nicht informiert werden. Gleichzeitig darf allein aufgrund dessen keine für sie nachteilige Maßnahme getroffen werden, etwa die Beendigung oder Beschränkung einer Geschäftsbeziehung. Der Gesetzentwurf zur Reform des Nachrichtendienstrechts hat das Bundeskabinett am 12. August 2026 beschlossen, es befindet sich derzeit im Gesetzgebungsverfahren. Er ist noch nicht geltendes Recht.

    Jingle

    Der Kampf um den sogenannten Pflege-Soli geht in eine weitere Runde. Der Lobbyverband der privaten Krankenversicherung, der PKV-Verband, hat ein Rechtsgutachten vorgelegt, dass ein solcher Finanzausgleich rechtlich nicht zulässig sei und der sozialen Pflegeversicherung (SPV) auch nicht helfen würde.

    Hintergrund ist der Plan der Bundesregierung, dass sich die private Pflegeversicherung finanziell an der SPV beteiligen soll. Das Bundesarbeitsministerium verweist auf unterschiedlich verteilte Risiken. Demnach betrug die Quote der Pflegebedürftigen 2024 in der SPV 8,1 Prozent und in der privaten 4,5 Prozent. Also fast die Hälfte. Über den Ausgleich hofft das Ministerium auf 2 Milliarden Euro im Jahr für die SPV.

    Nun aber der Konter des PKV-Verbands. Er zitiert den Rechtswissenschaftler Hanno Kube von der Universität Heidelberg. Der kommt im Rahmen einer Studie zu dem Schluss, dass der Finanzausgleich einer verfassungswidrigen Sonderabgabe der Privatversicherten entspricht. Auch irgendeinen Nutzen kann Kube offenbar nicht erkennen. Ein Mitglied der SPV würde gerade mal um 1,43 Euro monatlich entlastet. Zieht man den Anteil der Beihilfe ab, wären es sogar nur 70 Euro-Cent.

    Außerdem rechnet Kube damit, dass die Zahl der privatversicherten Pflegebedürftigen aus demografischen Gründen demnächst schneller steigt als in der SPV (Stichwort: Babyboomer). Würde man also Risiken ausgleichen wollen, könnte das Geld im Extremfall bald von der sozialen in Richtung der privaten Pflegeversicherung fließen.

    .Jingle

    Es gibt ja immer diese unterhaltsamen Listen, welche Marke wie viel wert ist. Hier ist wieder eine. Die Allianz hat ihren Markenwert innerhalb nur eines Jahres beträchtlich gesteigert und stieg damit auf Rang 2 der wertvollsten Marken in Deutschland auf. Das meldet das Analysehaus Brandfinance.

    Demnach ist die Marke „Allianz“ inzwischen 52,6 Milliarden Euro wert. Das sind fast 18 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Brandfinance sieht „außergewöhnliche Finanzergebnisse und ein günstiges Zinsumfeld“ als Stützen. Außerdem habe die Allianz ihre Marke gestärkt, indem sie die Partnerschaft mit den olympischen und paraolympischen Spielen bis 2032 verlängerte. Das fördere Sympathie und Kaufbereitschaft bei Kunden und stärke den Ruf als „vertrauenswürdiges und zuverlässiges Unternehmen“.

    Auf Rang 3 folgt mit Abstand ein Absteiger aus der Autobranche: Mercedes-Benz ist lediglich noch 40,4 Milliarden Euro wert, nach 47,6 Milliarden Euro vor einem Jahr. Unter anderem liegt das an schwächelnden Gewinnaussichten und dem allgemein schwierigen Umfeld für (Verbrenner-)Autos.

    Ganz an der Spitze behauptete sich übrigens die Deutsche Telekom mit einem Markenwert von satten 83,4 Milliarden Euro. Die nächstplatzierten Versicherer sind Munich Re auf Rang 23, Hannover Re auf 25 und Ergo auf 32.

    Im Gespräch

    Mit Natascha Brandenburg
    Viele junge Menschen wissen, dass sie ihr Einkommen absichern sollten. Theoretisch. Denn trotzdem besitzt nur ein Teil von ihnen zum Beispiel eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Das will Canada Life ändern und Vermittlern Instrumente an die Hand geben, wie man die Generation Z besser erreicht. Natascha Brandenburg aus der Vertriebsunterstützung erklärt uns das mal alles.

    Abmod

    Und das war es mit dieser Podcast-Folge. Wir hören uns am kommenden Freitag wieder! Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie optimistisch, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.

    40 min
  • Podcast-Folge 281: Zukunft des Maklermarkts und Stornohaftung
    Willkommen zu Folge 281 unseres Podcasts!

    Moin aus Hamburg und herzlich Willkommen zu Folge 281 unseres Podcasts. Heute ist Freitag, der 11. September 2026.

    Und diese Themen haben wir heute für Sie:

    • Im Schmolltalk widmen wir uns einer aufgeflammten Diskussion zum Thema 5-Jahre-Stornohaftung. Reicht das, oder nicht?
    • Mit Knut Besold von KPMG sprechen wir über den Versicherungsmaklermarkt.
    • Und in den News der Woche dreht sich ein BGH-Urteil um das Werkstattrisiko in der KFZ-Versicherung. Der Pflegeversicherung geht im Oktober wohl das Geld aus. Junge Menschen kaufen Immobilien günstig und modernisieren dann. Und die DWS benennt sich wieder … zurück.

    Übrigens: Wenn Sie unseren Podcast schön und gut finden, dann zeigen Sie uns das gerne und bewerten Sie uns auf Ihrer Podcast-Plattform doch mit 5 Sternen.

    Aus der Redaktion (#Schmolltalk)

    In einem öffentlichen Beitrag denkt Versicherungsaufseherin Julia Wiens von der Bafin darüber nach, dass fünf Jahre Stornohaftung in der geförderten Altersvorsorge nicht reichen könnten. Das bringt AfW und BVK auf die Barrikaden. Wir sprechen drüber.
    Hier mehr zum Thema: https://www.pfefferminzia.de/vertrieb/vermittlerverbaende-reagieren-verschnupft-auf-wiens-aussage/
    Und hier geht es zu unserem Podcast-Interview mit Julia Wiens: https://www.pfefferminzia.de/branche/podcast-versicherungsaufseherin-julia-wiens-von-der-bafin-im-gespraech/

    Im Gespräch

    Mit Knut Besold, KPMG
    Konsolidierungswelle auf dem Maklermarkt – was ist das eigentlich? Und wer übernimmt da wen? Und warum? Fragen über Fragen, die uns Knut Besold beantwortet. Er ist Partner in der Unternehmensberatung KPMG und hat sich auf Finanzdienstleistungen spezialisiert. Es geht jetzt um nicht weniger als die Zukunft des Maklermarkts.

    Die News der Woche

    Das Werkstattrisiko in der Kaskoversicherung tragen: die Kunden. Das hat jetzt der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Damit stellt sich der BGH auf die Seite der Vorinstanzen, nämlich Amtsgericht und Landgericht Heilbronn.

    Der Fall: Eine Frau hat ihr Auto bei einer KFZ-Versicherung vollkaskoversichert. Nach einem Unfall ließ sie es in einer Werkstatt reparieren. Ihre Versicherung bezahlte die Rechnung, zog aber fast 390 Euro mit dem Argument ab, einzelne Arbeitsschritte seien nicht erforderlich gewesen. Sie beruft sich dabei auf eine entsprechende Klausel in den Allgemeinen Bedingungen für die KFZ-Versicherung. Die Kundin verlangte, dass die Versicherung auch den Rest der Rechnung übernimmt – und klagte. Ein durch das Amtsgericht bestellter Sachverständiger bestätigte jedoch, dass mehrere Posten in der Rechnung zu Unrecht überhöht waren. Deshalb wies das Gericht die Klage ab.

    Nun also auch der BGH. Die vom Kaskoversicherer zu erstattenden „für die Reparatur erforderlichen Kosten“ umfassen keine Posten, die zu teuer oder überflüssig sind oder sogar gar nicht ausgeführt wurden. Anders könnte die Sache liegen, wenn der Versicherer dem Kunden eine bestimmte Werkstatt vorschlägt oder gar vorschreibt. Doch das war hier nicht der Fall.

    Die Richter deuten: Ein durchschnittlicher Versicherungskunde versteht die genannte Klausel so, dass er genau den Betrag wiederbekommt, für den ein wirtschaftlich vernünftiger Mensch das kaputte Fahrzeug wieder fachgerecht herstellen lassen würde. Und das schließt unnötige oder überhöhte Kosten und berechnete, aber nicht durchgeführte Maßnahmen aus.

    Jingle

    „Die Pflege ist akut in Not. Es herrscht Alarmstufe Rot.“ Das sagte Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbands, auf einer Pressekonferenz Ende August. Der Hintergrund: Die soziale Pflegeversicherung hat im 1. Halbjahr 2026 ein Defizit in Höhe von 770 Millionen Euro angesammelt. Die Ausgaben stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent, die Beitragseinnahmen hingegen nur um knapp 4 Prozent.

    Das Geld reicht nach Einschätzung des Verbandes nicht bis zum Jahresende. Blatt sagte: „Im Oktober werden die Einnahmen nicht mehr reichen, um die Pflegeleistungen voll zu finanzieren. Es fehlen bis zum Jahresende schätzungsweise 500 Millionen Euro.“

    Für 2027 erwartet der GKV-Spitzenverband für die Pflegeversicherung einen zusätzlichen Finanzbedarf von 10 Milliarden Euro, der bisher nicht gegenfinanziert ist. Weiter heißt es, zusätzlich zum erwarteten Defizit von rund 7,5 Milliarden Euro müssten die Pflegekassen ihre Betriebsmittel auffüllen, damit die Zahlungsfähigkeit zu jedem Zeitpunkt gesichert ist.

    Kurzfristig verlangt der GKV-Spitzenverband daher zusätzliche Finanzmittel. Der Bund solle rund 5,2 Milliarden Euro Schulden aus der Corona-Zeit zurückzahlen. Außerdem solle er die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige übernehmen. Das würde die Pflegeversicherung jedes Jahr um rund 5,3 Milliarden Euro entlasten.

    Jingle

    Junge Immobilienkäufer finanzieren häufiger ältere und energetisch schwache Immobilien. Das zeigt eine Auswertung der Immobilienplattform Europace zum deutschen Immobilienfinanzierungsmarkt. Der Kern: Wer jünger ist, wählt öfter Immobilien mit niedrigeren Energieeffizienzklassen – und plant Modernisierungen häufig gleich mit.

    Bei den bis 25-Jährigen entfallen 35 Prozent der finanzierten Immobilien auf die Effizienzklassen F, G oder H. In der Gruppe der 31- bis 36-Jährigen sind es nur 31 Prozent. Dazu passt der finanzielle Spielraum: Unter 25-Jährige kaufen Immobilien im Median für rund 251.000 Euro, Käufer zwischen 31 und 36 Jahren für rund 333.000 Euro.

    In rund jedem dritten Kauf der bis 36-Jährigen steckt Modernisierungsbudget: Die geplanten Beträge hierfür liegen zwischen rund 40.000 und 48.000 Euro. Europace-Vorstand Stefan Münter sagt dazu: „Gen Z und Millennials haben ihr Kaufverhalten an die schwierigen Rahmenbedingungen angepasst. Statt eigenkapitalintensiv zu bauen, kaufen sie Bestandsimmobilien und machen sie mittels Modernisierung zukunftsfähig.“

    .Jingle

    Die Fondsgesellschaft DWS nimmt ihren alten Markennamen Deutsche Asset Management, oder kurz Deutsche AM, wieder an. Das teilt die Deutsche-Bank-Tochter mit. Demnach wolle sie den Namen nun als „neue globale Markenidentität“ führen. Doch die anderen Marken DWS, Xtrackers (ETFs und andere passive Fonds) und RREEF (Immobilien) sollen ebenso wenig verschwinden wie die Fondsnamen.

    Die Maßnahme erklärt sie mit den üblichen, vollmundigen Worten. Die neue Dachmarke spiegele „globale Wachstumsambitionen wider“, heißt es dann. Sie stärke die internationale Wiedererkennbarkeit und unterstütze die Positionierung als „Gateway to Europe“ für globale Investoren.

    So innovativ das alles klingen mag – im Grunde dreht die Investmentgesellschaft das Rad zurück. Schon 2013 hatte sie den Namen DWS abgelegt und sich dann in Deutsche Asset & Wealth Management umbenannt. Später ließ sie das „Wealth“ weg und hieß: Deutsche Asset Management. Den Namen ließ sie jedoch Anfang 2018 wieder fallen, um als DWS an die Börse zu gehen. Wo sie heute noch ist, und wo der Name DWS Group vorerst erhalten bleiben soll.

    Abmod

    Und das war es mit dieser Podcast-Folge. Wir hören uns am kommenden Freitag wieder! Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie optimistisch, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.

    38 min
  • Podcast-Folge 280: Versicherungsaufseherin Julia Wiens von der Bafin im Gespräch
    Willkommen zu Folge 280 unseres Podcasts!

    Wir sind zurück aus der Sommerpause und haben gleich eine besondere Folge für Sie. Wir haben im August ein Gespräch mit Julia Wiens geführt. Sie ist seit Januar 2024 Exekutivdirektorin für die Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht bei der Bafin – und hat in dieser Rolle natürlich einen ganz besonderen Blick auf die Branche.

    Wie fällt ihr Fazit nach rund zweieinhalb Jahren im Aufsichtsamt aus? Wir sprechen unter anderem über hohe Kosten in Lebensversicherungen, den oft zitierten „angemessenen Kundennutzen“, die Altersvorsorgereform, Baustellen bei den Schaden- und Unfallversicherern und den Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Branche.

    38 min
  • Podcast-Folge 279: bAV-Beratung in der Praxis und Herbst-Reformen
    Willkommen zu Folge 279 unseres Podcasts!

    Moin aus Hamburg und herzlich Willkommen zu Folge 279 unseres Podcasts. Heute ist Freitag, der 31. Juli 2026.

    Es ist die letzte Poddi-Folge vor der Sommerpause, und diese Themen haben wir heute für Sie:

    • Im Schmolltalk blicken wir auf den Herbst der Reformen.
    • Mit den bAV-Maklern Fiona Schwesig und Mario Bartosch sprechen wir über … klar … die betriebliche Altersversorgung in der Praxis.
    • Und in den News der Woche gibt es ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs zu Riester. Element-Kunden brauchen Geduld. In der betrieblichen Vorsorge gibt es noch ordentlich Potenzial. Und nur jeder zweite Deutsche kennt die digitale Rentenübersicht.

    Übrigens: Wenn Sie unseren Podcast schön und gut finden, dann zeigen Sie uns das gerne und bewerten Sie uns auf Ihrer Podcast-Plattform doch mit 5 Sternen.

    Aus der Redaktion (#Schmolltalk)

    Wir wagen eine Prognose zum heißen Reform-Herbst.

    Im Gespräch

    Wenn man die auf betriebliche Altersvorsorge spezialisierten Makler Fiona Schwesig und Mario Bartosch ins Poddi-Studio holt, kriegt man gleich mehrere Themen auf einmal abgedeckt. Erstens die Frage, wie Tochter und Vater geschäftlich miteinander klarkommen. Zweitens, wie das Geschäft mit der bAV läuft, insbesondere im Medien- und Verlagswesen. Und wie man die Menschen berät. Und drittens, was die Politik tun könnte, um die bAV weiter zu verbreiten. Ob sie auf dem richtigen Weg ist. Das ist ne Menge Stoff, fangen wir also mal an.

    Die News der Woche

    Nach einem Ritt durch die Instanzen bis hinauf zum Bundesgerichtshof (BGH) setzte sich der Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände nun gegen eine Bausparkasse durch. Eine Klausel in den Geschäftsbedingungen für Riester-Bausparverträge ist unwirksam, befanden die Richter.

    Genaugenommen geht es in dem Prozess um zwei Klauseln, die nacheinander griffen. Bis Ende 2021 durfte die Bausparkasse ein sogenanntes Jahresentgelt von 15 Euro pro Bausparvertrag verlangen. Verbunden mit dem Recht, diese Gebühr zu erhöhen, wenn sich die Verwaltungskosten ändern. Ab 2022 verlangte die Bausparkasse zwar 24 Euro im Jahr pro Vertrag. Das begrenzte sie aber ausdrücklich auf die Sparphase.

    Gegen beide Klauseln gingen die Verbraucherschützer vor. Sie beriefen sich dabei auf das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB). Demnach dürfen Allgemeine Geschäftsbedingungen den Vertragsnehmer nicht „unangemessen benachteiligen“.

    Was das ist, müssen natürlich in jedem Einzelfall Richter entscheiden. In zwei Instanzen blitzten die Verbraucherschützer mit ihrem Vorhaben ab. Doch nun stellte sich der BGH auf ihre Seite und gab der Unterlassungsklage statt. Die Richter sind der Meinung, dass beide genannten Klauseln die Kunden unangemessen benachteiligen. Sie wälzten Kosten für Tätigkeiten auf sie ab, die die Bausparkasse überwiegend im eigenen Interesse erbringt, heißt es.

    Jingle

    Gläubiger des insolventen Schaden- und Unfallversicherers Element Insurance müssen sich gedulden. Wie der zuständige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Friedemann Ulrich Schade, mitteilt, dauert es noch, die Schadensfälle abzuwickeln. Schade arbeitet eng mit der Finanzaufsicht Bafin zusammen, die die Nachricht ebenfalls verbreitet hat.

    Dass sich alles verzögert, liegt demnach daran, dass der Insolvenzverwalter alle angemeldeten Forderungen prüfen muss. Erst dann könne er feststellen, wie viel jeder Gläubiger bekommt. Er beteuert, sich mit den Prüfungen zu beeilen. Zur Hilfe habe er einen externen Schadensdienstleister beauftragt, Schäden zu bearbeiten. Trotzdem fließt in diesem Jahr wohl kein Geld mehr. Auch nicht für unbestrittene Forderungen. Die Gläubiger will er auf dem Laufenden halten.

    Jingle

    Die betriebliche Vorsorge in Deutschland ist ausbaubar. Nur etwa die Hälfte der Berufstätigen nutzt so ein Angebot. Am verbreitetsten ist die betriebliche Altersversorgung (bAV) mit 37 Prozent. Der betriebliche Unfallschutz kommt auf 13 Prozent, und die betriebliche Krankenversicherung (bKV) auf 11 Prozent. Das belegt die Continentale-Studie 2026 „So versichert sich Deutschland: Zwischen Klassikern, Trends und blinden Flecken“.

    Rückenwind könnte es in den nächsten Monaten immerhin für die bKV geben, glaubt Jürgen Wörner, Vorstand Vertriebspartnerbetreuung und Kundendienst bei der Continentale Versicherung. Stichwort: GKV-Reform. „Höhere Zuzahlungen bei Medikamenten, geringere Festzuschüsse beim Zahnersatz sowie Leistungskürzungen für gesetzlich Versicherte machen den Mehrwert der betrieblichen Gesundheitsvorsorge noch deutlicher.“

    Bei betrieblichen Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit müssen Betriebe ebenfalls noch nachlegen. Nur 8 Prozent der Berufstätigen sind hier abgesichert. Eine weitere Erkenntnis der Umfrage: Etwa die Hälfte der Unternehmen sehen entweder keine betriebliche Vorsorge vor oder die Beschäftigten wissen nichts davon.

    .Jingle

    Die Digitale Rentenübersicht soll den Bürgern hierzulande gebündelt zeigen, wie es um ihre gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge steht. Das Problem: Nur jeder Zweite kennt das Angebot überhaupt. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) ergeben. 28 Prozent kennen das Angebot demnach, nutzen es aber nicht. Nur rund jeder achte Befragte greift auf die Digitale Rentenübersicht zurück.

    Warum ist das so? Jeder vierte Nichtnutzer gibt an, sich mit der Digitalen Rentenübersicht bisher noch nicht beschäftigt zu haben. Fast ebenso viele sehen für sich derzeit keinen konkreten Nutzen. 23 Prozent empfinden den Registrierungs- beziehungsweise Anmeldeprozess als zu aufwändig, 22 Prozent nennen Datenschutz- oder Datensicherheitsbedenken.

    Abmod

    Und das war es mit dieser Podcast-Folge. Wir gehen in die Sommerpause und sind am 4. September wieder für Sie da. Dann mit einem Star-Gast: Versicherungsaufseherin Julia Wiens von der Bafin.

    Bis dahin gilt: Bleiben Sie optimistisch, genießen Sie den Sommer und bis bald!

    40 min
  • Podcast-Folge 278: Frühstartrente und Zielgruppe Beamte
    Willkommen zu Folge 278 unseres Podcasts!

    Moin aus Hamburg und herzlich Willkommen zu Folge 278 unseres Podcasts. Heute ist Freitag, der 24. Juli 2026.

    Und diese Themen haben wir heute für Sie:

    • Im Schmolltalk widmen wir uns heute der Frühstartrente.
    • Von Jan-Peter Diercks lassen wir uns das Konzept des neuen Beihilfetarifs der LKH erklären.
    • Und in den News der Woche wird eine Sterbekasse abgewickelt. Sparmaßnahmen in der GKV wirken weiter als gedacht. Viele Verbraucher sehen für sich keinen Nutzen in der Altersvorsorgereform. Und ein Urteil bestätigt, dass Vermittler auch vermeintlich einfache Begriffe erklären müssen.

    Übrigens: Wenn Sie unseren Podcast schön und gut finden, dann zeigen Sie uns das gerne und bewerten Sie uns auf Ihrer Podcast-Plattform doch mit 5 Sternen.

    Aus der Redaktion (#Schmolltalk)

    Wir unterhalten uns über den nun vorliegenden Entwurf zur Frühstartrente.

    Im Gespräch

    Mit LKH-Vertriebsvorstand Jan-Peter Diercks
    100 Jahre Landeskrankenhilfe, also LKH. und pünktlich zum Jubiläum gibt's einen neuen Beihilfetarif. Also lasse ich mir mal von LKH-Vertriebsvorstand Jan-Peter Diercks erklären, wie der Tarif entstanden ist, warum Vermittler und Kunden bei der Entwicklung mitgearbeitet haben und was Beamte und Beamtenanwärter davon haben.

    Die News der Woche

    Der Bochumer Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (BVAG) darf kein Versicherungsgeschäft mehr betreiben. Die entsprechende Erlaubnis hat ihm die Finanzaufsicht Bafin entzogen. Der Versicherer aus Bochum wurde 1968 gegründet und gehört zu den sogenannten Sterbekassen. Er bot also ausschließlich Sterbegeldversicherungen an, die Bestattungen der Kunden finanzieren sollen.

    Die Bafin schildert den Hintergrund: Der BVAG musste demnach Beträge auf Immobilienanlagen abschreiben. Der daraus entstehende Verlust sei nicht mehr durch Eigenkapital gedeckt, weshalb der Versicherungsverein die gesetzliche Mindestkapitalquote nicht mehr erfüllen kann. Einen Plan, wie er das Problem lösen will, habe er noch nicht vorgelegt.

    Der BVAG selbst teilt mit: Am 22. Juni 2026 habe sein Vorstand der Bafin einen Abwicklungsplan vorgelegt. Man wolle den Versicherungsbestand geordnet weiterführen. Bis der Plan aber genehmigt ist, könne der BVAG keine gekündigten Verträge auszahlen. Die Erlaubnis der Bafin für den Plan erwarte er für das derzeit laufende dritte Quartal 2026. In dem Zusammenhang soll es auch eine Mitgliedervertreterversammlung mit weiteren Informationen geben.

    Nun wird der Bochumer Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit abgewickelt. Neue Versicherungsverträge darf er nicht mehr abschließen. Bestehende Verträge soll er weiterführen, darf sie aber nicht erhöhen und nicht verlängern. Allerdings darf er versprochene Leistungen kürzen, um den erlittenen Verlust auszugleichen. Der BVAG selbst betont, dass er Sterbefälle unverändert weiter bearbeiten werde. Er sei auch nach aktuellem Stand weiter zahlungsfähig.

    Jingle

    Kürzungen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) senken zwar die Ausgaben der Krankenkassen. Sie können aber gleichzeitig Kosten in der Pflege-, Renten- oder Arbeitslosenversicherung sowie in privaten Haushalten erhöhen. Davor warnen Ifo-Forscher Roman Klimke und seine Co-Autorin Maria Polyakova von der Stanford Universität in einem aktuellen Beitrag für das Ifo Institut.

    „Eine Leistungskürzung, die heute Geld spart, kann morgen Erwerbsfähigkeit kosten – und damit Beitragseinnahmen mindern sowie Ausgaben in anderen Teilen des Sozialstaats erhöhen“, sagt Roman Klimke. Das sei aber freilich kein Freibrief für höhere Gesundheitsausgaben um jeden Preis: Leistungen ohne nachgewiesenen Nutzen gehörten nicht in die solidarische Finanzierung. „Entscheidend ist, Kosten und Nutzen nicht allein innerhalb des GKV-Haushalts zu bewerten“, so Klimke.

    Hintergrund ist der erste Bericht der Finanzkommission Gesundheit, der den kurzfristigen Handlungsbedarf in der GKV beziffert und teils weitreichende Einschnitte empfiehlt. 66 Maßnahmen hat die Kommission vorgeschlagen, um die Finanzen der Kassen kurzfristig zu stabilisieren. Der Ertrag einer erfolgreichen Behandlung oder Präventionsmaßnahme bestehe nicht nur in vermiedenen Krankheitssymptomen. Er könne sich auch in geringeren Fehlzeiten, höherer Produktivität, längerer Erwerbsbeteiligung oder einem späteren Eintritt in Pflegebedürftigkeit zeigen.

    Die Forscher schlagen also eine „Sozialstaatsrechnung“ vor, die Kosten und Nutzen über Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitsmarktinstitutionen hinweg gemeinsam bewertet.

    Jingle

    Die geplante Reform der privaten Altersvorsorge stößt bei den Deutschen grundsätzlich auf breite Zustimmung. 72 Prozent sprechen sich für eine stärkere staatliche Förderung der privaten Vorsorge aus. Gleichzeitig schätzen die Bürger den Nutzen für sich persönlich als eher gering ein. 67 Prozent gehen davon aus, selbst nicht von den Neuerungen zu profitieren. Nur gut jeder Zehnte rechnet mit einem persönlichen Vorteil.

    Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag von Liechtenstein Life. Dafür haben die Marktforscher im April 2.500 noch nicht verrentete Bundesbürger befragt.

    Besonders ausgeprägt ist der Nutzen-Pessimismus bei den Über-50-Jährigen, von denen rund 78 Prozent keinen Sinn für sich erwarten. Auch unter den 18- bis 29-Jährigen ist der Anteil mit rund 61 Prozent hoch.

    Ein weiterer Befund der Studie: 66 Prozent halten das bestehende Rentensystem nicht mehr für generationengerecht, nur etwa jeder Fünfte bewertet es noch als fair. Besonders kritisch äußern sich die 40- bis 49-Jährigen, von denen fast 80 Prozent der gesetzlichen Rente die Generationengerechtigkeit absprechen.

    .Jingle

    Was ist der Unterschied zwischen Neuwert und Zeitwert? Easy, meinen Sie? Egal! Solche Begriffe müssen Vermittler ihrem Kunden erklären, verlangt das Oberlandesgericht Stuttgart in einem Urteil.

    In dem Fall hatte der Erblasser sein Anwesen mit einer landwirtschaftlichen Police mit Feuerversicherung zum Neuwert abgesichert. Nach seinem Tod im Jahr 2016 traten die Miterben an den Versicherer heran, um den Vertrag umzuschreiben – von Neuwert auf Zeitwert. Bei der Zeitwertversicherung wird vom Neuwert der Wertverlust durch Alter und Abnutzung abgezogen.

    2018 zerstörte ein Brand das Gewerbegebäude samt Nebengebäuden; der Versicherer regulierte zum Zeitwert. Die Erbengemeinschaft verlangte Schadenersatz wegen Beratungspflichtverletzung und hatte damit vor dem Landgericht und schließlich auch vor dem Oberlandesgericht Stuttgart Erfolg. Der Streitwert lag immerhin bei rund 650.000 Euro.

    Für den Senat des Gerichts war die Beratungspflichtverletzung klar: Die Miterben kannten die Unterschiede zwischen Neuwert- und Zeitwertversicherung nicht, und die Versicherungsvertreterin durfte diese Kenntnis auch nicht unterstellen (Aktenzeichen 7 U 22/25).

    Wer eine solche Umstellung begleitet, muss deshalb den Bedarf ermitteln, die Unterschiede erläutern und sich vergewissern, dass der Kunde sie verstanden hat. Und das Ganze natürlich auch dokumentieren. Fehlt in der Beratungsdokumentation nämlich ein Hinweis von wesentlicher Bedeutung – hier: der Unterschied zwischen Neuwert und Zeitwert –, kehrt sich die Beweislast um. Dann müssen Vermittler und auch der Versicherer beweisen, dass ordnungsgemäß beraten wurde.

    Rechtsanwalt Tobias Strübing von der Kanzlei Wirth Rechtsanwälte fasst die zwei Lehren aus dem Urteil zusammen. Erstens darf niemand unterstellen, dass Kunden so grundlegende Begriffe wie Neuwert und Zeitwert kennen. Zweitens löst auch die Änderung eines bestehenden Vertrages Beratungs- und Dokumentationspflichten aus. Wer dokumentiert, sollte vollständig dokumentieren: Was wurde erhoben, was erläutert, was hat der Kunde entschieden.

    Abmod

    Und das war es mit dieser Podcast-Folge. Wir hören uns am kommenden Freitag wieder! Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie optimistisch, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.

    31 min
  • Podcast-Folge 277: Ulrich Neumann zur Charta-Gemanbroker.net-Fusion
    Willkommen zu Folge 277 unseres Podcasts!

    Moin aus Hamburg und herzlich Willkommen zu Folge 277 unseres Podcasts. Heute ist Freitag, der 17. Juli 2026.

    Und diese Themen haben wir heute für Sie:

    • Der Schmolltalk entfällt, weil Scholle immer noch im Urlaub ist.
    • Mit Ulrich Neumann, Vorstand der Charta Börse für Versicherungen, sprechen wir über die anstehende Fusion mit Germanbroker.net.
    • Und in den News der Woche sprechen sich Hausbesitzer für eine Elementarschaden-Pflichtversicherung aus. Verbraucher riskieren finanzielle Not nach einem Todesfall. Bewohner von Pflegeheimen müssen erneut mehr bezahlen. Und Dr. KI ersetzt zunehmend den Arztbesuch.

    Übrigens: Wenn Sie unseren Podcast schön und gut finden, dann zeigen Sie uns das gerne und bewerten Sie uns auf Ihrer Podcast-Plattform doch mit 5 Sternen.

    Aus der Redaktion (#Schmolltalk)

    Der Schmolltalk entfällt.

    Im Gespräch

    Mit Charta-Vorstand Ulrich Neumann
    Im Mai haben sie es angekündigt, jetzt haben die Aktionäre auf den Hauptversammlungen dem Vorhaben zugestimmt: Germanbroker.net und Charta Börse für Versicherungen haben ihre Verschmelzung beschlossen. Damit ist der nächste Schritt dafür getan, dass die beiden maklereigenen Organisationen ihre Kräfte rückwirkend zum 1. Januar 2026 bündeln können. Warum sie diesen Schritt gehen, welche Vorteile angebundene Maklerpartner dadurch haben werden und wie es jetzt weitergeht, habe ich Charta-Vorstand Ulrich Neumann gefragt.

    Die News der Woche

    Zum fünften Jahrestag der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal ploppt wieder die Diskussion um die Elementarschaden-Pflichtversicherung auf. 81 Prozent der Hausbesitzer in Deutschland befürworten eine Versicherungspflicht gegen Elementarschäden. Das geht aus einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox hervor.

    58 Prozent der Hausbesitzer befürchten, dass Naturkatastrophen wie im Ahrtal künftig auch in ihrer Region häufiger auftreten könnten. Im vergangenen Jahr äußerten sich 61 Prozent besorgt. „Der Klimawandel ist in der öffentlichen Diskussion in den Hintergrund gerückt“, sagt Verivox-Geschäftsführer Aljoscha Ziller. „Die jüngsten Hitzewellen könnten den Verbrauchern in Deutschland allerdings erneut die Unberechenbarkeit des Klimas eindrücklich vor Augen geführt haben.“

    Wie viel Hausbesitzer für angemessenen Versicherungsschutz zu zahlen bereit wären, ist sehr unterschiedlich. Laut Verivox-Umfrage würden die Hausbesitzer im Schnitt Kosten in Höhe von 225 Euro im Jahr für eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden tolerieren. Rund jeder Achte (12 Prozent) gibt jedoch auch an, keine weiteren Kosten mehr für sein Wohneigentum tragen zu können. Und 23 Prozent wollen keine weiteren Kosten schultern.

    Die Versicherungswirtschaft unter der Flagge des Versichererverbands GDV unterstützt ein Opt-out-Modell, das auch bei 74 Prozent der Umfrageteilnehmer Anklang findet. Hierbei soll der Elementarschutz grundsätzlich Bestandteil der Wohngebäudeversicherung werden, Versicherungsnehmer sollen dem Einschluss aber widersprechen können. Ob es hierzu bald eine politische Entscheidung geben wird, bleibt abzuwarten.

    Jingle

    Jedes Jahr verlieren in Deutschland mehr als 50.000 Kinder sowie zehntausende Partnerinnen und Partner eine nahestehende Person, von deren Einkommen sie abhängig waren. Und für längst nicht alle davon ist die finanzielle Zukunft abgesichert. Nur rund jeder zweite Haushalt mit Absicherungsbedarf verfügt über eine Risikolebensversicherung.

    Das zeigt eine Studie des Versicherer-Verbands GDV. „In mehr als 20 Millionen Haushalten fehlt der finanzielle Schutz, wenn ein Partner oder Elternteil stirbt. Für die Hinterbliebenen kann das sehr schnell zur finanziellen Zerreißprobe werden“, sagt Moritz Schumann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des GDV.

    Das Interesse an Risikolebensversicherungen hat zwar zugenommen. Die Zahl der Verträge stieg von rund 4,3 Millionen im Jahr 1999 auf 7,3 Millionen im Jahr 2024. Die versicherte Gesamtsumme legte von 236 Milliarden Euro auf 885 Milliarden Euro zu. Es besteht aber immer noch Ausbaubedarf.

    Hinzu kommt: Selbst dort, wo eine Risikolebensversicherung besteht, ist die Absicherung häufig zu niedrig. Als Faustregel gilt, dass die Versicherungssumme etwa drei bis fünf Bruttojahresgehälter zuzüglich offener Kredite umfassen sollte. Im Jahr 2024 lag die durchschnittliche Versicherungssumme der Studie zufolge pro Vertrag bei rund 121.000 Euro, das durchschnittliche Bruttojahresgehalt betrug dagegen rund 50.000 Euro. Schon ohne bestehende Kredite ergäbe sich daraus eine empfohlene Mindestabsicherung von etwa 150.000 Euro, so der GDV.

    Jingle

    Pflegebedürftige werden im Heim erneut stärker zur Kasse gebeten. Im ersten Aufenthaltsjahr werden bundesweit durchschnittlich 3.364 Euro monatlich fällig. Das sind 256 Euro oder gut 8 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (VDEK) zum Stichtag 1. Juli 2026 zeigt.

    Besonders stark gestiegen, und zwar um 12 Prozent auf 1.775 Euro, ist der Einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE) für die pflegerische Versorgung und die Ausbildungskosten der Pflegekräfte.

    Als einen Grund für den starken Anstieg sieht VDEK-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Gehälter von Pflegekräften. „Es gab Nachholbedarf und es ist richtig, dass Pflegekräfte gut bezahlt werden. Doch es kann nicht sein, dass das zu immer stärkeren Belastungen der Pflegebedürftigen führt. Wir brauchen eine Begrenzung des Kostenanstiegs“, so Elsner. Sie fordert für die geplante Pflegereform eine faire Lastenteilung und austarierte Eigenanteile.

    Und auch die Länder sieht Elsner hier in der Pflicht. „Investitionskosten sind Ländersache und müssen endlich auch vollumfänglich von diesen getragen werden“, moniert sie. Das gleiche gelte für die Kosten der Ausbildung der Pflegefachpersonen. „Würden die zuständigen Bundesländer ihre Kosten für Investitionen und Ausbildung komplett übernehmen, müssten Pflegeheimbewohner auf einen Schlag monatlich 649 Euro weniger im Durchschnitt bezahlen“, so Elsner abschließend.

    .Jingle

    Künstliche Intelligenz ist ein zunehmend beliebter Ratgeber in Sachen Gesundheit. So haben 46 Prozent der Verbraucher sich vor einem Arztbesuch schon mindestens einmal eine KI-Diagnose erstellen lassen, die meisten schon mehrfach. Weitere 29 Prozent können sich vorstellen, das in Zukunft zu tun. Das geht aus der Studie „KI-Nutzung im privaten Alltag 2026“ der Pronova BKK hervor.

    Bedenklich: Knapp ein Drittel der Befragten hat nach einer KI-Diagnose auf den Arztbesuch verzichtet. Aber auch nach einem Arztbesuch hat die KI noch nicht ausgedient. 37 Prozent geben an, die ärztliche Diagnose von der KI gegenchecken zu lassen. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 62 Prozent.

    Anke Hurst, Fachärztin für Innere Medizin und Beratungsärztin bei der Pronova BKK, warnt vor blindem Vertrauen in die Technologie: „KI kann veraltete, unvollständige und schlicht falsche Informationen liefern, denn sie arbeitet oft nicht mit geprüften Quellen und aktuellen Leitlinien.“ Darüber hinaus kenne sie nur die vom Patienten eingegebenen Daten, wichtige Angaben für die korrekte Diagnose fehlten eventuell.

    Der Großteil der Menschen, die bereits gesundheitlichen Rat bei einer KI eingeholt haben, sind mit diesen Empfehlungen zufrieden. Nicht selten erhalten Patienten unterschiedliche Informationen von Arzt und KI. Bemerkenswert: Etwa jeder Vierte folgt der KI und ignoriert die Empfehlung der Ärzteschaft.

    Und das war es mit dieser Podcast-Folge. Wir hören uns am kommenden Freitag wieder! Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie optimistisch, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.

    24 min

About Die Woche – der Pfefferminzia Podcast für Versicherungshelden

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