Ein T-Shirt misst den Herzschlag. Ein Vorhang leuchtet in der Nacht. Eine Matratze überwacht einen Patienten. Technische Textilien aus alteingesessenen Ostschweizer Stickereien erobern den Weltmarkt dank der Verknüpfung von Tradition und Innovation.Seit dem 18. Jahrhundert wird in der Ostschweiz gestickt. Erst von zarter Frauenhand, ab 1850 an Stickautomaten. Die Region um den Bodensee produzierte vor dem 1. Weltkrieg das wichtigste Exportgut der Schweiz. Dann ändertesich die Mode, der Markt brach ein, viele Stickereien wurden stillgelegt. Wer überlebt hat, musste sich immer wieder neu erfinden – bis heute.Ein wichtiges neues Standbein für die Ostschweizer Textilindustrie sind die technischen Textilien für Sport- und Freizeit, das Bauwesen oder die Medizin. Ein Stoffkäppchen ausgestattet mit Sensoren misst die Sauerstoffsättigung im Blut eines frühgeborenen Kindes. Eine mit Keflar verstärkte Stoffhose schützt Motorradfahrer vor Verletzungen. Ein waschbares T-Shirt wird zur Abspielstation von Handy-Nachrichten. Die Möglichkeiten technischer Textilien scheint unbegrenzt.Dass Firmen aus der Ostschweiz in diesem wachsenden Markt vorne mitspielen, basiert auf ihrem in Jahrhunderten gewachsenen Wissen über Textilien und ihre Eigenschaften. Tradition trifft auf Innovation.
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