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Der Staat gibt immer mehr Geld aus, vor allem für den Sozialstaat. Weshalb die Bürgerlichen sich zusammenraufen müssen, um das Wachstum des Staates in den Griff zu bekommen.
Wegen eines Konstruktionsfehlers im Steuersystem haben die Schweizer zwischen 2010 und 2023 insgesamt 20 Milliarden Franken zu viel Steuern bezahlt. Der Grund ist die «warme Progression»: Höhere Löhne haben dazu geführt, dass die Steuersätze angestiegen sind – ohne dass höhere Steuern demokratisch beschlossen worden wären. Andere Länder wie Dänemark oder Schweden gleichen diesen Fehler seit Jahren aus.
Staat wächst überproportional
Die Schweiz ist keine Steueroase
Salvi fordert, dass das Entlastungspaket ohne Abstriche beschlossen wird. «Dann gewinnen wir etwas Zeit». Dann brauche es eine Diskussion darüber, wie die Altersvorsorge finanziert werden könne – und wie bei den Bundesfinanzen tatsächlich gespart werden könne.
Zum Nebelspalter-Dossier über die Rahmenverträge: Link
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Gregor Rutz hat die rund 2’000 Seiten EU-Verträge und den Bericht des Bundesrates dazu gelesen. Vom Argument der Befürworter, die Verträge brächten Rechtssicherheit, hält er nichts. Die Verträge brächten vor allem Rechtssicherheit für die EU. Sie wisse, dass in der Schweiz keine anderen Regeln gälten. «Für die Schweiz ist das Gegenteil von Rechtssicherheit der Fall. Wir müssten immer wieder europäisches Recht neu übernehmen.»
Aber Bundesrat Ignazio Cassis sagt, es ändere nichts an der direkten Demokratie. «Der Bundesrat liegt komplett falsch und diese Aussage ist fahrlässig», findet Gregor Rutz. Das Parlament habe in vielen Fällen nichts mehr zu sagen und auch die Kantone würden übergangen. Natürlich könne man noch immer eine Vernehmlassung oder ein Referendum durchführen, aber der Handlungsrahmen werde von der EU abgesteckt.
Für gefährlich hält Rutz vor allem das neue Freizügigkeitsabkommen. «Punkto Zuwanderung können wir überhaupt nichts mehr entscheiden, sondern das ist am Schluss Brüssel und wir müssen es übernehmen.» Und selbst es ein Referendum gebe, gälten die EU-Regeln in der Schweiz schon vorläufig.
Doch Bundesrat Beat Jans sagt öffentlich, mit der Schutzklausel könne die Schweiz die Zuwanderung begrenzen und zum Beispiel Kontingente einführen. Gregor Rutz überzeugt das nicht: «Das macht mich wütend, wenn ein Bundesrat so einen Kabis erzählt und genau das Gegenteil von dem macht.» Die Schutzklausel sei «alles nur Theorie». Wenn man die Verträge lese, dann gehe es darum, sich in die EU einzugliedern – ohne Mitspracherecht.
Gregor Rutz ist für ein obligatorisches Referendum mit Ständemehr, weil die Verträge die Kantone betreffen würden. «Die ganze Kompetenzordnung wird über den Haufen geworfen», findet Rutz. Da sei es logisch, dass auch die Kantone zustimmen müssten.
Gute Nachrichten aus den USA
Deshalb fordert Economiesuisse vom Bundesrat ein Deregulierungsprogramm. Gesetze und Verordnungen sollen vereinfacht oder ganz gestrichen werden. Doch die Bereitschaft der Verwaltung, zu sparen und Regulierungen abzubauen, sei bis jetzt «überschaubar». Deshalb fordert Economiesuisse eine Expertengruppe, die von Aussen Vorschläge macht.
Schweiz ist kein Tiefsteuerland
Doch wie passt der Wunsch, Regulierungen abzubauen zum Ja zu den Rahmenverträgen, in denen wir uns zur Übernahme von EU-Regulierung verpflichten? Für Christoph Mäder ist der Geltungsbereich der Abkommen und damit die Rechtsübernahme «klar limitiert». «Sie kann von der EU in keiner Art und Weise einseitig ausgeweitet werden.» Natürlich könne die EU aber trotzdem Druck auf die Schweiz ausüben. Andere Wirtschaftsverbände sehen das kritischer als Economiesuisse.
Der Verband hat beim Bundesrat 44 Forderungen eingereicht. Zeigt das nicht, dass der Verband die Verträge kritisch sieht? Mäder sieht das anders. «Was wir verlangen ist, dass wir in der innerpolitischen Umsetzung den Spielraum, den die Verträge bieten, gerne voll zugunsten der Schweiz ausnutzen.» Zudem fordert Mäder, dass die Verträge ohne zusätzliche Kosten und Personalressourcen umgesetzt werden. Unmöglich sei das nicht: «Also ich betrachte das nicht als Träumerei, sondern als klare politische Forderung.»
«Schweiz muss neutral bleiben»
Sie müsse allerdings die Armee wieder so ausrüsten, dass sie das Land verteidigen könne. Er habe als Bundesrat damit angefangen, sei jedoch im Bundesrat und im Parlament gebremst worden. Bei der Rüstung müsse man in kürzeren Abständen denken und Dinge kaufen, welche die Miliz einsetzen könne, zum Beispiel viele kleine Drohnen statt ein paar wenige sehr grosse.
Mit Einsparungen Geld für die Armee frei machen
Es gebe keinen Grund, die Schuldenbremse auszuhebeln. «Es darf keine Mehreinnahmen geben und keine zusätzliche Verschuldung geben» findet Maurer. Die Aufgaben müssten aus dem bestehenden Haushalt bezahlt werden.
EU-Verträge sind «hanebüchen»
Ignazio Cassis betont, dass die Schweiz Zugang zu möglichst vielen Märkten brauche, aber jener der EU sei der wichtigste. Daran ändert für ihn auch die bundesrätliche Studie nichts, welche den möglichen Verlust der «Marktbeteiligung» mit 0,48 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bezifferte.
Die Zuwanderung ist für Ignazio Cassis ein wichtiges Thema. Aber sie ist die Folge des wirtschaftlichen Erfolges: «Wollen wir die Zuwanderung reduzieren, müssen wir die Arbeitsstellen reduzieren, das heisst, anstatt ein Wachstum in der Wirtschaft einen Rückgang des Wachstums haben.»
In die Schweiz komme nur, wer einen Arbeitsvertrag habe. Den Familiennachzug gebe es seit 25 Jahren und trotz Übernahme der Unionsbürgerrichtlinie «ändert sich sehr, sehr wenig.»
Auch die Übernahme von EU-Recht kenne die Schweiz seit 25 Jahren und sie sei im Interesse der Schweiz. Ein Schweizer Unternehmen, das nicht in die EU exportiere, müsse EU-Recht nicht übernehmen. Cassis unterstreicht diese Behauptung mit einem Beispiel: «Wenn ich als Unternehmen nur Erdbeerenkonfitüren für die Schweiz mache, dann ist es mir egal, was die EU reguliert.» Vollständig von der Regulierung betroffen seien allerdings Firmen «im Flugtransport, im Landtransport, in der Landwirtschaft oder in der Industrie.»
Am politischen Prozess, den Institutionen, der direkten Demokratie und an der Rolle des Parlaments, des Bundesrates und der Bundesgerichte «ändert sich nichts», findet Ignazio Cassis. Bei der Streitbeilegung spiele das Schiedsgericht die entscheidende Rolle, nicht der Gerichtshof der EU.
Trumps Zölle haben die Aargauerin «aus den Socken gehauen». Jetzt sei Zusammenhalt nötig. Der betroffenen Wirtschaft müsse geholfen werden. Von Gegenzöllen hält sie nichts. Wichtig sei, dass nicht noch die Beziehungen zur EU zu Bruch gehen würden. Marianne Binder legt dabei offen, ob sie die 1900 Seiten zu den Rahmenverträgen gelesen hat oder nicht.
Zu wenig in die Sicherheit investiert
Für die bewaffnete Neutralität
Keine ausserordentlich hohe Schadenssumme
Im Kanton Wallis gibt es keine staatliche, obligatorische Gebäudeversicherung. Was passiert mit jemandem, der nicht versichert ist? «Es gibt nur wenige, die nicht versichert sind», sagt Arbter. Nicht versichert sei die Infrastruktur und dafür werde die Gemeinde, der Kanton Wallis und mit fünf Millionen Franken der Bund aufkommen.
Was passiert bei einem Erdbeben?
Versicherungen sind typisch schweizerisch
Der Bundesrat will im Rahmen des Entlastungspaketes den Kapitalbezug von angespartem Rentenkapital höher besteuern. «Der Vorschlag ist grundsätzlich falsch», findet Arbter. Diese Steuererhöhung setze die falschen Anreize. Betroffen wäre ein Grossteil der Bevölkerung. Der Missbrauch der Kapitalauszahlung sei gering.
«Der Druck, dass man in eine Schublade passt, hat zugenommen», sagt Jürg Halter. Das habe mit der Digitalisierung zu tun, aber auch mit dem Kulturbetrieb an sich. Bei jüngeren Schriftstellern stehe die Ich-Perspektive im Vordergrund. «Das reicht dann für ein Buch über die eigene Biografie und dann ist fertig», findet Halter. «Man ist nicht fähig, über sich hinauszudenken.»
Und es gebe viel zu viel aktivistische Kunst, in der es nur darum gehe, eine politische Botschaft zu platzieren. «Es passiert keine Übersetzung oder intellektuelle Mehrleistung.»
Kritik an der Identitätspolitik
Damit werde rechte Identitätspolitik umgekehrt und von links übernommen, warnt Halter. «Ich habe das Gefühl, dass diese Entwicklung kontraproduktiv ist, weil sie wiederum zu Ausschluss führt, da sie das Trennende betont und nicht das Gemeinsame.»
Selbstzensur im Kulturbetrieb
Verteidiger der liberalen Demokratie
Und dann legt der ostschweizer Energiepolitiker die Herausforderungen in der Energiepolitik dar und weshalb diese nur mit Atomkraft zu meistern sind.
«Umso mehr ich von diesem Vertrag lese, umso mehr staune ich über die Verhandlungsergebnisse», sagt Mike Egger. Er sei gar nicht einverstanden mit der Einschätzung von Bundesrat Cassis, dass es sich um das bestmögliche Verhandlungsresultat handle.
Noch mehr Zuwanderung
«Ich frage mich einfach, wieso die Schweiz das einzige Land auf der Welt ist, das eine Marktzugangsprämie zahlen soll», kritisiert Egger die Abkommen. Die Schweizer Wirtschaft solle sich nicht jener der EU angleichen. Die Alternative seien Freihandelsabkommen. «Da ist die Schweiz weltmeisterlich unterwegs.»
Einschränkung der Demokratie
Beschleunigungserlass für AKWs
«Wir brauchen dringend mehr Stromproduktion», sagt Vanessa Meury, Präsidentin des Energieclubs Schweiz. Kurzfristig brauche es den Ausbau der neuen Erneuerbaren und Wasserkraft, aber langfristig gehe es nicht ohne Bandenergie, also neben Wasserkraft auch Kernenergie. Bei der Stromversorgung vom Ausland abhängig zu sein, findet Meury zu riskant, selbst mit einem Stromabkommen. Aber Solar-, Wind- und Wasserkraftprojekte seien zur Zeit blockiert. «Eigentlich sind wir zu spät dran.» Ohne die Kernenergie sei das Ziel einer klimaschonenden Energieversorgung nicht zu erreichen.
«Solarenergie hat den Blackout in Spanien verursacht»
«Die neuen Erneuerbaren schaffen zusätzlich Probleme», findet hingegen Meury. Gerade der private Zubau von Solarenergie, der den Blackout auf der iberischen Halbinsel verursacht habe. «Da wird so viel Solarenergie produziert, die das Netz nicht aufnehmen kann.»
Kritik am Stromabkommen mit der EU
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