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"Resilienz ist nicht Teflon, so dass uns alles egal ist oder uns nichts aus der Bahn wirft."
Es gibt Wörter, die tauchen auf einmal überall im öffentlichen Diskurs auf. Resilienz ist so ein Wort. Aus guten Gründen. Da, wo Krisen sich stapelweise übereinanderlagern, hat Resilienz Hochkonjunktur. Ohne geht nix mehr.
Das hat auch Carolin Giesemann beobachtet. In ihrer Praxis als systemischer Coach und auch als Organisationsentwicklerin ist ihr immer häufig begegnet, wie wirkmächtig diese Superkraft ist im Umgang mit Krisen. Das hat sie dazu veranlasst, auf Spurensuche zu gehen und mit ihrer Kollegin Ines Brukschen ein Buch über Resilienz zu schreiben."Der Resilienzfaktor. Was dich langfristig erfolgreich macht." heißt der Titel und zeigt die wesentlichen Hebel für einen gelungenen Umgang mit Krisenerfahrungen und Herausforderungen auf.
In unserem Gespräch definiert Carolin Resilienz nicht als starre Eigenschaft, sondern als dynamischen Prozess, eine innere Haltung, die in jedem Menschen angelegt ist und gestärkt werden kann. Im Zentrum stehen dabei Selbstverantwortung, Selbstwirksamkeit und emotionale Regulation. Diese sind elementare Hebel für den im Buch beschriebenen Resilienzfaktor.
Im Dialog wird deutlich, wie sehr Resilienz mit Persönlichkeitsentwicklung verbunden ist. Carolin zeigt auf, dass die Fähigkeit, mit Krisen und Belastungen konstruktiv umzugehen, eng mit der Reflexion eigener Muster und Überzeugungen verknüpft ist. Dabei betont sie, dass der Spagat zwischen Emotionen zulassen und Verantwortung für das eigene Erleben zu übernehmen herausfordernd und lohnen zugleich ist.
Der Blick auf die Organisationen wirft die Frage auf: Was hat Resilienz mit Führung zu tun? Resiliente Führungskräfte leben nicht nur vor, wie man mit Belastung umgehen kann, sondern schaffen auch Räume für Sicherheit, Dialog und Entwicklung. Carolin ist als studierte Germanistin ein Sprachfreak. Ihr Blick zielt schnell und scharf auf die Sprache von Menschen. In Wort und Schrift. Sie sagt: „Wie wir über uns und andere sprechen, prägt unsere Wirklichkeit.“ Resiliente Organisationen sind für Carolin solche, in denen Menschen gesehen werden und echte Verbindung möglich ist.
Resilienz ist mehr als ein individuelles Konzept. Daher plädiert Carolin für einen systemischen Blick, der auch die strukturellen Rahmenbedingungen, etwa Arbeitskultur, Kommunikation und Rollenverständnisse, mit in den Blick nimmt. Ihre Perspektive macht Mut: Resilienz ist trainierbar, kultivierbar und eine echte Zukunftskompetenz.
Darüber sprechen wir in der aktuellen Folge von GOOD WORK
Carolin Giesemann ist eine exzellente Beobachterin und hört intensiv zu. Feinsinnig spürt sie auf, was Menschen bewegt. Und das führt sie zu tiefen und klugen Gedanken zu Resilienz, die sie mit uns in dieser Folge teilt.
Viel Spass bei dieser Folge.
Interview: Jule Jankowski
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"Wir können unsere Psyche nicht an der Bürotür abgeben. Das ist ein Irrglaube.“"
Gast dieser Folge ist die promovierte Psychologin Dr. Eva Elisa Schneider, eine ausgewiesene Expertin für mentale Gesundheit im Arbeitskontext. Gemeinsam gehen wir auf Spurensuche in das Spannungsfeld von von Führung und Mental Health und zeigen auf, wie mentale Gesundheit als integraler Bestandteil moderner Führungskultur verstanden und gestaltet werden kann.
Eva Schneider betont die Notwendigkeit einer differenzierten Selbstführung, basierend auf drei zentralen Säulen: Selbstreflexion, Selbstregulation und Selbstmotivation. Sie teilt konkrete Ansätze, wie Führungskräfte nicht nur sich selbst gesund führen, sondern auch im Sinne einer Verhältnisprävention strukturell Verantwortung übernehmen können. Dabei wird klar: Mentale Gesundheit ist keine individuelle Aufgabe allein. Sie ist eine Führungsaufgabe.
Eva führt aus, warum viele Führungskräfte trotz hoher Motivation wenig Gestaltungsspielraum erleben, und beleuchtet die Lücke zwischen individuellem Willen und struktureller Unterstützung im Unternehmen. Besondere Aufmerksamkeit erhält die Rolle der psychologischen Sicherheit im Team: Mitarbeitende müssen sich trauen können, Kritik zu äußern, Fehler einzugestehen oder eigene Unsicherheiten zu teilen, ohne Angst vor negativen Konsequenzen.
Anhand bildhafter Metaphern - etwa dem „inneren Glasschrank“ oder dem „Energie-Bausparer“ - erörtert Eva, wie tief verankerte Gewohnheiten wirken und warum es mentale Anstrengung kostet, sie zu verändern. Gleichzeitig wirbt sie für die Etablierung von Micro-Transitions im Arbeitsalltag, kleine bewusste Unterbrechungen, um Energie zu balancieren und mental präsent zu bleiben.
Die heikle Frage, wie viel Verletzlichkeit sich Führung leisten kann und sollte, zwischen Nähe und Professionalität, zwischen Authentizität und Rollenklarheit, besprechen wir ebenfalls.
Darüber sprechen wir in der aktuellen Folge von GOOD WORK
Verletzlichkeit – Führung wird stärker, wenn sie menschlicher wird.
Eva-Elisa Schneider ist mit ihrer empathischen, klugen und praxisorientierten Haltung eine echte Mutmacherin, dass mentale Gesundheit und Führung zu bewältigen ist. Für jeden, nicht nur für Führungskräfte. Denn gute Selbstführung ist der Anfang von allem.
Viel Spass bei dieser Folge.
Interview: Jule Jankowski
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"Fokussier dich nicht auf die Bremser. Die Energie gehört den Mutigen.“"
In dieser Episode von GOOD WORK erzählt Fränzi Kühne, CDO von Edding und Teil des Gründungsteams der Digitalagentur TLGG, ihre persönliche und berufliche Transformationsgeschichte. Es ist eine Geschichte von Mut, Tempo, Struktur und Menschlichkeit.
Bekannt geworden als Mitgründerin der Digitalagentur TLGG, spricht Fränzi über den steilen Aufstieg aus der Start-up-Szene zur gefragten Aufsichtsrätin und schließlich zur Chief Digital Officer bei Edding. Ihre Stationen sind nicht nur Meilensteine individueller Entwicklung, sondern Spiegelbilder von organisationaler Transformation. Im Gespräch wird klar: Transformation ist kein fertiges Ziel, sondern ein andauernder Zustand, der aktives Gestalten erfordert, mit Haltung und Klarheit.
Fränzi nimmt uns mit in die Gründungsjahre von TLGG, wo sie das Agenturleben mitgeprägt hat, ohne sich selbst als „Digitalheldin“ zu sehen, eher als neugierige Möglichmacherin. Sie erzählt, wie der Einstieg in die Corporate-Welt durch den Aufsichtsrat bei Freenet ihr Bild von struktureller Ungleichheit verändert hat und wie daraus ihr Buchprojekt entstand, das feministische Fragen humorvoll an Männer richtete. Ihre Reflexion: Veränderung beginnt oft mit einem Störgefühl und führt über viele kleine Entscheidungen zur großen Wende.
Als CDO bei Edding gestaltet sie nun gemeinsam mit ihrem langjährigen Weggefährten Bontham die Digitalisierung des Unternehmens im Tandem. Es ist ein Modell, das auf Shared Leadership setzt. Dieser mutige Schritt auf Vorstandsebene zeigt, wie moderne Arbeitsmodelle auch ganz oben funktionieren können, wenn Vertrauen, Klarheit und gemeinsame Werte stimmen. Fränzi spricht über die Kraft der Vision, die Notwendigkeit guter Kommunikation und warum Organisationen auf die Mutigen setzen sollten und nicht auf die Bremser.
Besonders deutlich wird: Transformation gelingt nicht durch Druck, sondern durch Einladung, Vertrauen und Beteiligung. Sie braucht Strukturen, die Wandel ermöglichen, Führungskräfte, die Orientierung geben, und ein klares „Warum“. Mit dem von ihr mitgestalteten „Profit-for“-Modell zeigt Edding, wie wirtschaftlicher Erfolg mit gesellschaftlichem Mehrwert verknüpft werden kann.
Darüber sprechen wir in der aktuellen Folge von GOOD WORK
Fränzi ist eine mutige, entschlossene und entschlussfreudige Aktivistin für gute Arbeitskultur: im persönlichen wie im organisationalen Getriebe. Dabei scheut sie sich nicht, ihre ohnehin weit gesteckte Komfortzone zu verlassen und harte Entscheidungen zu treffen. Ihre Zuversicht in ein noch bessere Zukunft - ob für sich selbst oder für das Unternehmen, das sie vorantreibt - hat sie bislang nie getäuscht.
Das Gespräch ist ein einzigartiges Credo an das Gelingen von Transformation: Entschlussfreude, Klarheit - auch oder gerade - sich selbst gegenüber und Freude am Gestalten vorausgesetzt.
Viel Spass bei dieser Folge.
Interview: Jule Jankowski
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"Will sich das Team wirklich nicht entwickeln oder sagt es das nur?"
Seit mehr als 260 Folgen beginnt jedes Gespräch bei GOOD WORK mit der inzwischen legendären Frage "Wie bist Du in den Tag gestartet?". Die Frage lässt tiefer blicken als es auf den ersten Blick erscheint. Die Art und Weise, wie wir unseren Tag strukturieren, schon gleich zu Beginn, hat großes Potenzial, sich günstig (oder ungünstig) auf unsere eigene Resilienz und Selbstwirksamkeit auszuwirken.
Einer, der sich mit diesem Themengebiet hervorragend auskennt, ist Prof. Dr. Sebastian Kernbach von der Universität St. Gallen. Er spricht in dieser Episode über nichts Geringeres als die Kunst, das eigene Leben aktiv zu gestalten. Als Experte für Wissensvisualisierung, Kreativität und insbesondere Life-Design nimmt uns Sebastian mit auf eine Reise durch persönliche Wendepunkte, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Tools, die Menschen befähigen, bewusste Entscheidungen über ihr Leben und Arbeiten zu treffen.
Ein zentrales Thema ist das Modell der Chronotypen, das Sebastian als Zugang zur Selbstkenntnis nutzt. Es ist eine Einladung, die eigene Energieverteilung über den Tag zu verstehen und diese bewusst zu gestalten. Besonders spannend wird es, wenn er aus seinen Workshops berichtet, wie Menschen durch kleine Interventionen, durch z.B. veränderte Lichtverhältnisse oder kreative Routinen, große Wirkung entfalten. Dabei betont er die Bedeutung von Selbst-Mitgefühl: Nicht alles muss optimiert werden, sondern darf einfach auch "gut genug" sein.
Methodisch fundiert schöpft Sebastian aus der positiven Psychologie, dem Design Thinking und der Verhaltensökonomie. Seine Haltung: Menschen sollten sich weder als Opfer ihrer Umstände noch als überambitionierte Optimierer begreifen, sondern als kreative GestalterIinnen ihres Alltags, mit Freiraum für Prototypen, Feedback und Entwicklung.
Darüber sprechen wir in der aktuellen Folge von GOOD WORK
Ob er von seiner Zeit bei Xerox berichtet, die Reise um die Welt, die ihn zur Wissenschaft führte, oder seine Rolle als "Pracademic" zwischen Forschung und Praxis: Sebastian bleibt immer nahbar, humorvoll und authentisch. Es geht nicht um das große Lebensziel, sondern darum, mehr von sich in die Zukunft zu bringen. Schritt für Schritt.
Was bleibt? Ein Gespräch voller Praxisnähe, Tiefgang und Leichtigkeit. Ideal für alle, die mehr aus ihrem Leben machen wollen, aber nicht auf Kosten ihrer Selbst.
Viel Spass bei dieser Folge.
Interview: Jule Jankowski
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"Will sich das Team wirklich nicht entwickeln oder sagt es das nur?"
Michel Eggebrecht ist Agile Coach bei der Versicherung Generali. In dieser Rolle begleitet er Teams auf dem Weg hin zu einer besseren Zusammenarbeit. So weit, so klar. Doch oft genug erlebt Michel, dass Teams nicht so begeistert von der Weiterentwicklung sind wie er selbst. Was sind die Gründe? Und vor allem: Wie geht man mit einem solchen Widerstand um?
Unser Gespräch kreist um zentrale Fragen zur Rolle und Wirksamkeit von Teamentwicklung in Unternehmen – jenseits von Buzzwords und oberflächlichen Maßnahmen. Michel bringt tiefe Einsichten aus seiner praktischen Arbeit in IT-Teams mit und beschreibt, wie echte Teamprozesse gelingen können und woran sie oft scheitern. In seinem kürzlich erschienenen Buch "Was, wenn sich mein Team gar nicht entwickeln will?" liefert er differenzierte Antworten auf die schwierigen Fragen, die sich Teamentwicklern in der Praxis immer wieder (in den Weg) stellen.
Wir starten mit der vermeintlich einfachen Überlegung: Was ist überhaupt ein Team? Warum lehnen manche Mitarbeitende Teamentwicklung ab? Und wie können systemische Fragen helfen, Widerstände zu verstehen statt sie zu verurteilen? Michel beschreibt, dass Teamentwicklung mehr ist als ein Event oder ein Methodenset. Gleichzeitig beleuchtet er, welche negative Erfahrungen mit Entwicklungskontexten Teams häufig machen und wie das zu Skepsis und Widerstände führen kann.
Als Release Train Engineer ist Michel verantwortlich für ganze Teams-of-Teams – eine Art Meta-Teamentwicklung. Dabei unterstützt er Scrum Master, coacht die strukturelle Entwicklung und sorgt für ein funktionales System.
Die Folge beleuchtet eindrucksvoll, wie tiefgreifend und individuell Teamentwicklung gestaltet sein kann – und dass es manchmal keine schnellen Antworten, wohl aber bessere Fragen gibt.
Darüber sprechen wir in der aktuellen Folge von GOOD WORK
Mit jedem Satz in diesem Gespräch spürt man: Michel Eggebrecht kommt aus der Mitte der Erfahrung von Teamarbeit. Ihm kann man kein X für ein U vormachen. Im Laufe seines beruflichen Wirkens hat er sich hilfreiche Strategien und Techniken zurecht gelegt, die ihn auch in schwierigen Prozesse reflektiert, entspannt und souverän agieren lassen. Von diesem Wissensschatz dürfen alle HörerInnen profitieren. Auch diejenigen, die nicht unbedingt den Titel "Teamentwickler" tragen.
Viel Spass bei dieser Folge.
Interview: Jule Jankowski
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"Der Kollege KI ist real. Du brauchst Haltung, um ihn sinnvoll einzusetzen."
Wenn es um die Zukunft der Arbeit geht, fallen diese beiden Buchstaben sofort: KI. Keinem anderen Phänomen wird derzeit so viel Beachtung geschenkt, wie der künstlichen Intelligenz, wenn es um die Deutung unserer Zukunftsfähigkeit geht. Ist es mit einem kompetenten Tool-Einsatz allein getan? Wie wird KI sich auf unsere Arbeitskultur auswirken? Ein echtes GOOD WORK Thema, für den wir uns einen ganz besonders kundigen Gesprächspartner eingeladen haben.
Christoph Magnussen ist Unternehmer, KI-Experte, Content-Creator und Host des Podcasts On the Way to New Work. Mit über 700 veröffentlichten Videos auf YouTube gilt Christoph als einer der bekanntesten „KI-Erklärer“ in der DACH-Region. In unserem Gespräch geht es nicht nur um Tools, sondern auch um Haltung, Führung und Persönlichkeitsentwicklung. Christoph spricht über seine tägliche Meditationspraxis, wie sie ihm hilft, sich zu fokussieren, und was das mit gutem Arbeiten zu tun hat.
Ein zentrales Thema ist das Zusammenspiel von Mensch und KI. Wie verändert sich Zusammenarbeit, wenn ein Chatbot zu unserem effektivsten Kollegen wird? Christoph warnt vor technokratischer Elitenbildung, wenn KI ohne Reflexion genutzt wird. Er plädiert für einen bewussten und kompetenten Umgang mit den neuen Technologien – angefangen bei Copy-Paste-Skills bis hin zu strategischer Entscheidungsfindung mit Hilfe von KI.
Mit praxisnahen Beispielen wie dem Dreischritt "Catch Up, Work With, Grow Beyond" zeigt Christoph, wie Teams mit Tools wie ChatGPT, Perplexity und Notebook LM produktiver, kreativer und strategischer arbeiten können. Dabei bleibt er stets reflektiert und betont: Die Tools sind nur so gut wie die Menschen, die sie bedienen.
Sein Appell: Führungskräfte müssen sich aktiv mit der Technologie auseinandersetzen, um Kultur nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu gestalten. KI ist keine Bedrohung, sondern eine Chance für eine neue, menschlichere Form der Arbeit, vorausgesetzt, wir gehen sie bewusst an.
Darüber sprechen wir in der aktuellen Folge von GOOD WORK
Christoph ist nicht nur ein digital sehr versierter und didaktisch geschickter Content Creator, er stellt sich und uns die richtigen Fragen, wenn es um die Zukunft unserer Arbeit geht. Warum Menschlichkeit, Empathie und smarter Einsatz von künstlicher Intelligenz und digitalen Tools kein Widerspruch sein müssen, das erfahrt ihr in dieser Folge.
Viel Spass bei dieser Folge.
Interview: Jule Jankowski
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"Der Index misst nicht die Arbeitsmoral, sondern wie gut oder schlecht Führung erlebt wird"
Was ist die vermutlich am häufigsten zitierte Studie in Deutschland, wenn es um Arbeitszufriedenheit geht? Richtig. Der Gallup Engagment Index. Seit über 20 Jahren misst Gallup, wie es um den Grad der emotionalen Bindung von Mitarbeitenden und damit um das Engagement und die Motivation bei der Arbeit bestellt ist.
Kurze Antwort: Sehr schlecht. Mit nur 9% an hochmotivierten Menschen liegt dieser Wert auf historischem Tiefstand. Doch was genau sagt dieser Wert aus? Und: Wie genau wird er berechnet?
Marco Nink, Director Research & Analytics bei Gallup, ist der Gründungsvater des Gallup Engagement Index. Er ist seit seiner Einführung im Jahr 2001 der Kopf hinter der Zahlen, die die emotionale Verfassung der deutschen Arbeitswelt so prägnant ausdrücken wie kaum eine andere Datenquelle.
Im Gespräch starten wir mit der Methodik der Studie, dem Ursprung der Fragen und der Historie der Langzeitstudie, die zunächst gar nicht als solche gedacht war.
Wir gehen ein auf die Bedeutung von Führung für emotionale Bindung und Unternehmenserfolg und wie eng beides miteinander verzahnt ist. Marco erklärt fundiert, warum eine gute Führungskraft den entscheidenden Unterschied macht, nicht nur für Motivation und Produktivität, sondern auch für die gesamte Arbeitskultur.
Besonders eindrücklich wird die Bedeutung emotionaler Bindung anhand konkreter Daten: Nur noch 9 % der deutschen Beschäftigten sind mit „Hand, Herz und Verstand“ bei der Arbeit.
Marco illustriert anschaulich, wie schlechte Führung demotiviert, Loyalität untergräbt und am Ende zu mehr Fluktuation führen kann. Gute Führung hingegen bewirkt genau das Gegenteil.
Das Gespräch gibt wertvolle Einblicke in die Mechanik von Mitarbeiterbindung, in Zahlen, die oft zitiert, aber selten verstanden werden. Es endet mit konkreten Handlungsempfehlungen: Wie müssen wir Führung heute denken? Warum reicht funktionale Führung nicht mehr aus? Und warum lohnt es sich für Unternehmen, die Qualität von Führung messbar zu machen? Der Verweis auf den direkten Zusammenhang zur Produktivität und Arbeitgeberattraktivität.
Darüber sprechen wir in der aktuellen Folge von GOOD WORK
Wer künftig über den Zustand unserer Arbeitswelt hinsichtlich Bindung und Zufriedenheit fundiert sprechen möchte, sollte sich dieses Gespräch unbedingt anhören und speichern. Marco Nink ist nicht nur zutiefst auskunftsfähiger und sachkundiger Empiriker rund um die methodische und strukturierte Vermessung von Arbeitskultur. Er versteht auch die inhaltichen Zusammenhänge von Führung, Arbeitsmotivation und Produktivität und deren Relevanz im Kern und zeigt Wege auf, wie gestaltend in den Wirkmechanismus eingreifen können.
Viel Spass bei dieser Folge.
Interview: Jule Jankowski
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„Eine gesunde Arbeitskultur schützt nicht nur vor Krankheit – sie schafft Wertschöpfung."
Unternehmenskultur hat viele Facetten und weitreichenden Einfluss. Doch wie zeichnet sich eine gesunde Arbeitskultur in einer Organisation aus? Woran erkennen wir sie?
Gesundheit ist das Kerngeschäft von Karen Walkenhorst. Sie ist Mitglied des Vorstandes bei der Techniker Krankenkasse, einer der größten Krankenkassen in Deutschland, die das Wörtchen "krank" in der Selbstbeschreibung eher vermeidet. Dort verantwortet Karen Walkenhorst den Bereich Personal, aber auch das Ressort Markt und Kunde. Sie hat also beides im Blick: Das Wohlergehen und die Wertschöpfung.
Dass diese beiden Herausforderungen kein Widerspruch sein müssen, darüber sprechen wir in unserer Folge GOOD WORK.
Die Techniker sehen genau, was sich tut in Sachen Gesundheit in der Bevölkerung, quer durch alle Schichten, über alle Beschäftigungsformen hinweg. Die Quote an Arbeitsunfähigkeit gibt einen Aufschluss über den Gesundheitszustand. Und diese Fieberkurve zittert in Deutschland derweil beachtlich
Karen beschreibt eindrücklich, dass gesunde Arbeit nicht nur individuelles Wohlbefinden bedeutet, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor für Organisationen ist. Sie spricht über die Relevanz von Arbeitsunfähigkeitsdaten, Mitarbeiterzufriedenheit und Fluktuation – betont aber, dass es vor allem auf die Qualität der Beziehungen, auf Vertrauen und auf Gesprächskultur ankommt. Eine gesunde Führungskultur bildet für sie die Basis – und diese beginnt mit Haltung: Führung auf Augenhöhe, mit Authentizität, Wertschätzung und Klarheit.
In unserem Gespräch lenken wir nicht nur den Blick in die Arbeitswelt allgemein, sondern schauen auch auf die eigene Unternehmenskultur der Techniker. Wie ist es bei dem Unternehmen, dass sich von Amts wegen mit Gesundheit und Gesunderhaltung beschäftigt um das Wohlbefinden der eigenen Mitarbeitenden bestellt?
Darüber sprechen wir in der Folge
Karens klare Botschaft lautet: Gesunde Arbeit beginnt mit echter Verbindung – zwischen Menschen, über Hierarchiegrenzen hinweg. Sie ist kein Add-on, sondern gehört ins Zentrum unternehmerischen Denkens. Mit klaren Impulsen, persönlichen Reflexionen und fundierter Praxis ist dieses Gespräch ein inspirierender Wegweiser für alle, die Arbeitskultur gesund und zukunftsfähig gestalten wollen.
Interview: Jule Jankowski
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"LinkedIn ist nicht nur ein Marketing-Tool, sondern auch ein Ort digitaler Gesellschaft."
Hand auf's Herz, wer träumt nicht davon: große Reichweite, viele Follower, der eigene Account ein Bienenstock der sozialen Interaktion? Das ist der Traum von fast allen Menschen, die die Plattform LinkedIn für berufliche Vernetzung und die eigene Sichtbarkeit nutzen. Das sind allein im DACH-Raum zur Zeit 26 Millionen, davon 7,5 Millionen monatlich aktiv.
Das LinkedIn-Game zu durchschauen, ist eine Herkulesaufgabe, an der sich viele Menschen abarbeiten. Eine der wenigen, die klaren Blick auf Zahlen, Daten, Algorithmus und Wirkmechanismen hat, ist Britta Behrens. Britta ist weltweit eine der ersten LinkedIn Certified Marketing Experts, in Deutschland sicherlich ganz oben auf dem LinkedIn Treppchen. Als Social Selling Virtuosin ist sie mit so ziemlich mit allen B2B Marketing-Wassern gewaschen, die man finden kann. Britta ist ein Marketing Nerd - im besten aller Sinne - und teilt ihr profundes Wissen großherzig und anschaulich.
Britta weiß, wie stark die Sehnsucht der Menschen nach professioneller Sichtbarkeit ist. Sie weiß aber auch, wie schnell man sich von vermeintlichen Abkürzungen und todsicheren Hacks in die Irre führen lassen kann.
In unserem Gespräch räumen wir mit ein paar Mißverständnissen rund um das Thema digitale Sichtbarkeit auf LinkedIn auf.
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Diese Episode hat den Aufkleber "Essentials" mehr als verdient. Es ist ein regelrechtes Seminar zum Thema "Linkedin für die eigene digitale Sichtbarkeit verstehen und optimal nutzen". Und nicht nur das: Britta ist ein Mensch, der vernetzt denkt. Menschlich und inhaltlich. Abschottungen und Insellogiken sind ihr abhold, sie lebt und liebt in Diversität. Dafür macht sie sich stark und beweisst, dass Marketing viel mehr sein kann als das oberflächliche Spiel mit Eitelkeiten. Ihr gesellschaftlicher Impact ist ihre Mission. Und ihr Beitrag zu einer zukunftsfähigen Arbeitswelt damit kein geringer.
Viel Spass bei dieser Folge.
Interview: Jule Jankowski
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„Wir müssen unsere Organisation immer wieder an Kundenbedürfnisse anpassen – nicht andersherum."
Banken waren und sind schon immer eine Indikatorbranche für die Wirtschaft. In puncto Konjunktur, Leistungsfähigkeit und Ausrichtung, aber auch in Sachen Unternehmenskultur. Am Serviceverständnis von Banken lässt sich vieles ablesen. Das weiss auch die Naspa, die Nassauische Sparkasse, die auf eine 185jährige Tradition zurückblickt und mehrere Evolutionsstufen der Organisationsentwicklung durchlaufen hat.
Frank Diefenbach ist Mitglied des Vorstandes, zuständig für die Geschäftsbereiche Firmenkunden, Kapitalmärkte und Kommunen. Er ist ganz nah dran am Puls der regionalen Wirtschaft und kennt die Bedürfnisse und Bedarfe seiner Kunden haargenau.
Wie sehr diese Anforderungen das heutige Selbstverständnis und den Servicegedanken der BeraterInnen der Naspa, der gesamten Bank geprägt haben, davon berichtet Frank Diefenbach.
Im Zentrum des Gesprächs steht der Wandel hin zu einer wertebasierten, kundenorientierten Organisation. Die Naspa positioniert sich heute als Partner des Mittelstandes und baut auf Nähe, Dialog und gemeinsame Verantwortung – sowohl intern als auch in der Kundenbeziehung. Dabei spielen Leadership und Kulturentwicklung eine zentrale Rolle. Die vier Leitsätze der Naspa – reflektieren, entfalten, navigieren, vernetzen – zeigen, wie Führung in dem Haus gedacht und gelebt wird: weniger Kontrolle, mehr Orientierung.
Nachhaltigkeit ist das Herzensthema von Frank Diefenbach. Ob durch Sustainable-Finance-Weiterbildung der Mitarbeitenden, den Transformationskredit für grüne Investitionen oder das jährliche Nachhaltigkeitsforum: Die Naspa will nicht nur begleiten, sondern gestalten. Dazu gehört auch, neue Anforderungen durch Digitalisierung, demografischen Wandel und Klimaziele in konkrete Angebote für den Mittelstand zu übersetzen.
Mit ungeschminkter Offenheit spricht Frank über Herausforderungen wie Personalmangel, fehlende Nachfolgeregelungen und die emotionale Stimmung im Mittelstand. Sein Appell: weniger Jammern, mehr Zuversicht. Seine Bank will Vertrauen stiften – durch Verlässlichkeit, schnelle Entscheidungen, flache Hierarchien und echtes Interesse am Menschen. Das zeigt sich auch im klaren Commitment, das Thema Unternehmenskultur sichtbar und messbar zu machen – über Kundenveranstaltungen, Mitarbeitenden-Engagement und ein klares Wertebild.
Darüber sprechen wir in der Folge
Diese Episode zeigt eindrücklich, wie sich die Rolle, das Selbstverständnis der Banken in den letzten Jahren geändert hat und weiterhin auch radikal transformieren wird. Frank Diefenbach zeigt sich als empathischer und selbstkritischer Entscheider, der die Belange der Menschen - Kunde wie Mitarbeiter - fest in den Blick nimmt.
Interview: Jule Jankowski
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