Morgenimpuls mit Schwester Katharina
Gleich nachher setzen wir uns mit einer Handvoll Schwestern ins Auto und fahren nach Paderborn zum Liborifest. Wer es nicht kennt, dem kann man es auch kaum beschreiben.Es ist seit vielen Jahrhunderten eines der großen und ältesten Volksfeste in Deutschland. „Mittendrin – Libori 26!“ Unter diesem Motto lädt das Erzbistum Paderborn ein. Gemeinsam mit der Stadt feiert man den gemeinsamen Patron, den heiligen Liborius. Vor über 1000 Jahren überreichte der Bischof von Le Mans in Frankreich dem jungen Bistum Paderborn die Reliquien des Bischofs Liborius – seitdem wird sein Gedenktag mit Hingabe begangen. Damals wollte man versuchen, mit dieser Verbindung zu dem Heiligen Liborius, den Glauben der Menschen des jungen Bistums zu stärken und ihnen die universelle Kirche deutlich zu machen. Das Libori-Fest vereint Kirche, Kirmes und Kultur zu einem einzigartigen Erlebnis. Die Gottesdienste und Gebetszeiten und die typischen Kirmesangebote sind einfach so herrlich verquickt, dass man merkt, dass es echt zusammengehört. Die Verbindung von Le Mans in Frankreich und Paderborn in Deutschland ist die weltweit älteste Städtepartnerschaft und sie hat unglaubliche Widerstände und Katastrophen in diesen 1000 Jahren erlebt und überstanden. Selbst die Erzfeindschaft der beiden Völker und die großen Kriege des 20. Jahrhunderts konnten dieser Partnerschaft nichts anhaben. Die einzelnen Tage des Festes sind einzelnen Gruppen zugeordnet und heute ist der Tag der Ordensleute und Missionare und der Missionare auf Zeit. Missionare und Missionare auf Zeit zeigen seit vielen Jahren, dass es ein wechselseitiges Geben und Nehmen ist, wenn Christen aus aller Welt zu uns kommen und junge Missionare auf Zeit hinaus in ferne Länder gehen, um miteinander zu arbeiten, zu leben, zu dienen und zu beten. Und Ordenschristen als die, die in der Kirche immer auch Vorreiter waren und sind: im Engagement für die Armen und Benachteiligten, für eine Liturgie, in der es um Christus geht, für eine Form des Zusammenlebens, die ihre Ämter und Dienste demokratisch und auf Zeit wählt, für unerschütterliches Stehen zur Kirche auch in nicht gerade begeisternden Zeiten und in der Treue zum Gebet und zur Anbetung Gottes die deutlich macht: Gott ist immer der Größere und immer mittendrin.