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Liebe Alle,
Erwartungen an uns und an den Partner, vor allem in der Kennenlernphase wie oft wurde darüber schon gesprochen? Kaum ein Single, der nicht schon mal den Vorwurf hörte, dass er zu hohe Erwartungen hat und seine Ansprüche „runterschrauben“ soll. Weil zu fixierte Vorstellungen schon als Beziehungskiller wirken noch bevor man sich überhaupt kennen gelernt hat und das ohnehin nur dazu führt, dass man enttäuscht wird.
Immer wieder sind Erwartungshaltungen auch ein Thema bei mir in der Praxis. Und ich selbst war ja auch schon davon betroffen.
Du erwartest viel zu viel, das setzt mich unter Druck! Solche und ähnliche Sätze bekommt man da manchmal in der Beziehungsanbahnung (und oft auch noch später) schon mal zu hören. Und dann wenden sich die Betroffenen an mich und bitten mich, ihnen beizubringen, ohne Erwartungen durchs Leben und durch die Partnerschaft zu gehen. So nach dem Motto: bitte kille den Beziehungskiller in mir!
Müssen konkrete Vorstellungen immer ein Beziehungskiller sein oder kann man das auch anders sehen? Nehmen wir also den angeblichen „Beziehungskiller“ mal unter die Lupe.
Unsere Kunden, Chefs, Kollegen oä erwarten sich, dass wir unsere Arbeit ordentlich erledigen. Unsere Nachbarn erwarten sich, dass wir die Gemeinschaft respektieren und nicht nächtelang laute Musik spielen. Volle Müllsäcke mit stinkenden Windeln vor der Tür kommen übrigens auch nicht so gut an.
Ja das Leben selbst ist voller Erwartungen an uns!! Schließlich will es gelebt werden!
Trotzdem würde niemand hergehen und diese Anforderungen an uns als Beziehungskiller zu bezeichnen! Mönche beschäftigen sich teilweise ihr Leben lang in Klöstern mit dem Versuch, erwartungsfrei durchs Leben zu gehen. Dort ist es vielleicht auch easy, wenn man ein Schweigegelübde abgelegt hat. Und dennoch bleibt selbst da die Frage: wenn die sich dann mal dabei ertappen, doch die Erwartung an sich selbst zu haben, erwartungsfrei zu sein ärgern die sich dann?
Also nein Erwartungsfrei durchs Leben zu gehen ist aus meiner Sicht pure Illusion, weil das Leben einfach völlig anders läuft.
Ja wir alle wissen, dass es so etwas wie überzogene Erwartungen gibt. Täglich auf Rosen gebettet zu werden und Geschenke ins Büro geschickt zu bekommen (damit die lieben Kollegen auch alle wissen, was für einen tollen Mann du an Land gezogen hast), für jede Verabredung extra abgeholt und heimgebracht zu werden usw. Jeder von uns hat so eine Idee von völlig übertriebenen Erwartungen. Mein persönliches Horror-Szenario: ein Namenstattoo *würg Wäre für mich in der Sekunde DER Beziehungskiller schlechthin.
ABER: es gibt Verhaltensweisen, die darfst du und sollst du auch erwarten!
Deshalb rate ich sogar dringend dazu, dass du dich mit deinen Erwartungen auseinandersetzt. Sie zeigen dir nämlich auf, was dir wichtig ist! Die wenigsten von uns haben sich schon mal bewusst hingesetzt und über ihre Wertehierarchien nachgedacht (jaha, kennst du denn deine?). Sieh es doch mal von der Seite jedes Mal, wenn du enttäuscht bist, weil eine Erwartung sich nicht erfüllt hat, hast du auch etwas über dich gelernt. Nämlich darüber, was du dir gewunschen hast und was dir wichtig ist! Erwartungen per se zu verurteilen halte ich daher für völlig daneben. Mach dir statt dessen lieber mit den Fragen aus dem nächsten Punkt deine Basis-Werte und damit verbundenen Erwartungen klar und nutze dieses Wissen um deine Grenzen und deinen Selbstwert zu achten!
Nicht jeder Beziehungskiller ist nämlich per se böse oder schlecht.
Oft zeigt sich erst in der Verletzung von Erwartungen, welche grundlegenden Werte du für eine Beziehung setzt. Wenn du also das nächste Mal enttäuscht bist, nimm das zum Anlass und frag dich:
Erwartungen zeigen dir im Extremfall daher auch deine Grenzen auf. Eine gesunde Partnerschaft, in der sich beide Partner auf Augenhöhe begegnen hat auch ganz viel mit einem Selbstverständnis, dem Wissen um eigene Grenzen und den eigenen Wert zu tun!
Nutze also enttäuschte Erwartungen zur Selbstreflexion und mach dir deine Werthaltungen und Grenzen bewusst. Und wenn die damit verbundenen Erwartungen nicht erfüllt werden, dann darfst du auch entsprechende Konsequenzen draus ziehen! Manchmal hat so ein Beziehungskiller nämlich eine durchaus berechtigte Funktion dich nämlich vor ungesunden Beziehungen zu bewahren!
Der wesentliche Punkt bei Erwartungshaltungen ist aus meiner Sicht daher nicht, ohne Erwartungen durchs Leben zu gehen. Die emotional gesunde Variante ist aus meiner Sicht viel eher, sich von der Vorstellung zu lösen, dass sich Erwartungen auch erfüllen müssen. Dass unsere Partner unseren Erwartungen gerecht werden. Niemand muss das. Es ist natürlich wesentlich einfacher, wenn unsere Partner sich genau so verhalten, wie wir das gerne hätten. Easy Baby.
Das wirklich Unangenehme bei nicht erfüllten Erwartungshaltungen ist ja, dass wir plötzlich selbst in die Verantwortung gedrängt werden, etwas zu tun. Und sei es nur, die Verantwortung für unsere Gefühle zu übernehmen! Denn ganz ehrlich wir alle wissen, dass es extrem uncool ist, wenn die eigenen Erwartungen nicht erfüllt werden. Da kann man schon mal zum Zornbinkerl werden. Wer hat nicht schon mal erlebt, dass man eine Whatsapp-Nachricht verschickt, die Hakerl seit STUNDEN blau sind und trotzdem keine Antwort da ist? Mag ja egal sein, wenns die Nachricht an den Automechaniker war. Ist aber ausreichend für einen abendfüllenden Wutanfall Notfalltelefonat mit der besten Freundin inklusive wenn es die neue Flamme betrifft.
Wir sind also alle bei weitem nicht so entspannt wie wir es gerne hätten. Zugegeben manche sind da gelassener im Umgang als Andere. Und gerade das hat aber ausgerechnet wer hätte das gedacht! mit dem Wissen um den eigenen Wert und gesunden Grenzen zu tun.
Die zwei wesentlichen Faktoren sind daher in diesem Zusammenhang wenn sich eine Situation nicht so entwickelt wie du das gern gehabt hättest:
Was mich immer wieder überrascht, ist wie schnell wir dazu neigen, den Vorwurf der gesteigerten Erwartungshaltung anzunehmen und dann die Schuld bei uns suchen. Quasi der Beziehungskiller in uns?
Tatsächlich bin ich bis jetzt – und das obwohl das Thema Erwartungshaltungen und Beziehung wirklich ein Dauerbrenner ist – noch kaum mit völlig an den Haaren herbeigezogenen Vorstellungen meiner Klienten, die als Beziehungskiller gewirkt hätten, konfrontiert gewesen. Die meisten haben in Wahrheit völlig normale Erwartungen an die Entwicklung einer Bekanntschaft, wenn die Zeichen entsprechend stehen. Und das ist genau der springende Punkt: Es gibt so etwas wie einen natürlichen Fluss in der Entwicklung einer Beziehung, der bereits beim Kennenlernen einsetzt.
Keine Frau würde auf die Idee kommen, in dem Tinderdate schon den zukünftigen Ehemann zu sehen, wenn er schon bei der ersten Kontaktaufnahme klarstellt, dass er ausschließlich an einer Sexbeziehung interessiert ist, nebenbei noch verheiratet ist und drei Kinder hat. Umgekehrt wenn sich nach einem ersten Treffen laufend der Kontakt intensiviert, es zu öfteren Treffen kommt und schon Pläne für die Zukunft gemacht werden – dann ist es nicht weiter verwunderlich und im Gegenteil sogar ziemlich normal zu „erwarten“, dass diese Entwicklung kontinuierlich weitergeht. Wenn dann dein Gegenüber plötzlich einen anderen Weg einschlägt und sich unerwartet (!) zurückzieht, darf man kurzfristig schon mal irritiert sein. Das muss aber nicht heißen, dass du zu hohe oder ungerechtfertigte Erwartungen hast!
Bevor du also zu schnell mit dir selbst ins Gericht gehst, prüfe lieber, ob die aktuellen Erwartungen nicht einfach aus der Situation heraus erwachsen sind und durchaus angebracht bzw nachvollziehbar waren.
Noch so eine Überlegung, die ganz gern vergessen wird. Erwartungen an sich sind NICHT das Problem!
Das Problem entsteht erst, wenn sich deine Erwartungen von denen deines Partners unterscheiden!
Tatsächlich haben (aus meiner Sicht geschätzte) 99,9% aller Menschen Erwartungen in unterschiedlichem Ausmaß. Und ehrlich gesagt haben gerade jene Menschen, die behauptet haben keine Erwartungen an mich zu haben, am heftigsten reagiert, wenn ich dann wohl doch anders als erhofft reagiert habe. Wenn also das Thema aufkommt, arbeite doch damit und nutze es als Signal dafür, dass es hier gerade einen Punkt in eurer Partnerschaft gibt, an dem ihr unterschiedliche Ansichten und Einstellungen habt. Redet darüber statt euch zurückzuziehen!
Seien wir mal ehrlich, was ganz oft vergessen wird es kommt leider sehr oft vor, dass Partner eine Ausrede dafür suchen, aus der Beziehung wieder auszusteigen. Da wird gern der „schwarze Peter“ auch mal rübergeschummelt und man steht plötzlich selbst als Beziehungskiller da obwohl man unschuldig ist. Daher auch hier noch ein paar Gedanken dazu.
Wie einleitend erwähnt, wenden sich oft Klienten an mich mit dem Anliegen, dass der/ die Partnerin sich von angeblich zu hohen Erwartungen unter Druck gesetzt fühlen an mich. Dazu würd ich gern noch zwei Gedanken loswerden:
Zugegeben, ich bin nicht sehr oft mit dem Thema konfrontiert aber hin und wieder ist es auch in meiner Beratung Thema: häusliche Gewalt. Was sich langsam einschleicht wird leise immer lauter und endet schließlich im ersten Übergriff. Eine Ohrfeige, ein Rempler, ein verdrehter Arm es geht schnell und zwar meistens so schnell, dass die Betroffenen kaum verarbeiten können was passiert ist zumindest nicht im ersten Moment.
Auslöser ist dabei meistens ein eher kleines Thema, eine Meinungsverschiedenheit, ein kleiner Streit. Wer bei häuslicher Gewalt immer gleich an ein riesiges Eifersuchtsszenario denkt, liegt meist daneben. Tatsächlich traue ich mich noch am ehesten zu vermuten: wer heimkommt und seinen Partner im Bett mit einer Anderen findet, dabei ausrastet und wütend um sich brüllt und schlägt, hat vermutlich noch kein ernsthaftes Problem mit Gewalt. Wer allerdings fünf Minuten danach zurückkommt und dann zuschlägt, schon.
Es gibt einen minimalen zeitlichen Unterschied zwischen Affekt und Entscheidung. Er mag klein sein reicht aber aus um zu unterscheiden und vor allem zu wählen.
Tatsächlich fängt häusliche Gewalt meist viel früher an, lange vor den ersten Schlägen. Bei häuslicher Gewalt wird üblicherweise zwischen psychischer Gewalt (oft auch verbale Gewalt genannt) und körperlicher Gewalt unterschieden.
Diese Unterscheidung mag recht logisch klingen, tatsächlich ist es in meinem Erleben so, dass noch nie körperliche Gewalt ein Thema war, ohne dass nicht schon vorher verbale Übergriffe da waren. Psychische Gewalt ist also schon ein Warnzeichen!
Es ist mir wichtig das herauszustreichen, denn wenn du auf dieser Seite gelandet bist, weil dein Partner dich rhetorisch zur Schnecke macht KANN es sein, dass auch körperliche Übergriffe nicht mehr weit sind.
Nicht jede Form der Gewalt schlägt auch zu aber jede verletzt!
Es gibt zum Glück mittlerweile wirklich gute Hilfe-Seiten zu diesem Thema, ich liste dir einige davon unten auf. Ich möchte an dieser Stelle auf einen meiner Meinung nach oft eher vernachlässigten Aspekt eingehen. Das Gefühl nämlich, dass du selbst dran schuld bist, wenn du von häuslicher Gewalt in welcher Form auch immer betroffen bist. So gut wie jedes Mal wenn das Thema häusliche Gewalt im Coaching ein Thema wird, folgt irgendwann immer der Satz: „Weißt ich frag mich einfach nur, ob ich nicht vielleicht wirklich selbst dran schuld bin. Dass ich es irgendwie provoziert habe.“
Ganz viele Menschen, die noch nie einem Übergriff in der Beziehung ausgesetzt waren, können diesen Aspekt nicht verstehen. Genausowenig wie den Umstand, dass man nach einem Übergriff nicht gleich seine Sachen packt und geht. Ja, als Außenstehender ist das leicht, meiner Meinung nach fehlt hier aber jede Empathie für das emotionale Erleben des Opfers.
Wichtig für dich ist die Schuld hat IMMER der Täter! Egal welches Verhalten du an den Tag gelegt hast, nichts wirklich gar nichts rechtfertigt häusliche Gewalt!
Dazu möchte ich ganz dringend etwas sagen:
Das erste Mal ist wie eine unsichtbare Schwelle. Wer diese Schwelle überschreitet, hat ein Hindernis genommen und die persönliche Zurückhaltung wird mit jedem weiteren Mal immer weiter sinken. Das ist einer der Gründe, warum ich so dringend darauf appelliere: du musst dich nach dem ersten Mal völlig distanzieren. Ich erlebe leider immer wieder, dass den wort- und tränenreichen Entschuldigungen Glauben geschenkt wird, weil man das ja selbst auch will (siehe oben) und weil eine Trennung noch mit zusätzlichen Schmerzen verbunden wäre. Aber glaube mir: von 10 Menschen schafft es vielleicht einer, der aus diesem Erlebnis tatsächlich sein ganzes weiteres Leben bzw Verhalten ändert. Denn genau das braucht es.
Ich werde oft gefragt: ja aber muss es denn so schwarz/weiß sein, kann es denn hier kein grau geben?
Meine Antwort? Nein. Ich bin sehr für grau in ganz vielen anderen Fragen, aber beim Thema häuslicher Gewalt und auch generell ist zumindest in meinem Erleben kein Platz für grau. Da ist nur Platz für Schluss machen.
Und bitte glaube mir: es ist ein frommer Wunsch, dass du mit deiner Liebe diesen Menschen dabei hilfst, diesen Punkt zu überwinden.
Ganz oft haben die Täter selbst eine unfassbare Geschichte hinter sich und fast ist man geneigt, den eigenen Ausbruch als Lapalie und Weiterentwicklung im Vergleich zu dem zu sehen, was der Täter selbst erlebt hat. Aber bitte glaube mir: es ist schon für Therapeuten eine Herausforderung, jemanden mit so einer Geschichte zu begleiten. Für dich als Partner ist es fast unmöglich.
Es gibt Risse in der Seele eines Menschen, die kannst du nicht heilen. Und es ist auch nicht deine Aufgabe.
Ganz oft sagen meine Klienten dann auch: aber er ist eh schon von so vielen Menschen hängen gelassen worden, da möchte ich jetzt nicht auch einer davon sein. Bitte mach dir klar, dass das unglaublich selbstlos klingt, aber maßlos egoistisch ist. Du glaubst, dass ausgerechnet du ihn jetzt heilen und helfen kannst und das schaffst, woran alle vor dir gescheitert sind. Das hat nur wenig mit Liebe und Hilfe für den Täter zu tun. Denn tatsächlich müsste der Täter massiv mit Grenzen und Konsequenzen konfrontiert werden, um wirklich eine Motivation in Richtung Veränderung zu erleben. Und danach darf er/sie sich ausreichend in Therapie begeben, um seine Gewaltbereitschaft und Aggressionen zu verstehen und andere Wege zu finden, damit umzugehen.
Ich habe dazu auch ein sehr persönlich gewordenes Video gedreht. Persönlich deshalb, weil man mir anmerkt, dass ich nicht professionell distanziert bin. Ich habe deshalb lange überlegt, ob ich es überhaupt veröffentlichen soll. Aber schließlich gehts genau darum: Berührungsängste abzubauen, Betroffenheit zu zeigen und mit Mut voranzugehen.
Wichtig ist: hör auf deinen Bauch. Wenn du gerade in der Kennenlern-Phase schon manchmal ein komisches Gefühl hast, dass dein Partner hochemotional auf deine Freunde, Familie oder Hobbies reagiert und versucht, dich hier auf eine (auch durchaus sehr liebevolle) Art anfänglich schon zu entfremden und mehr Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, kann das schon ein erster Hinweis sein.
Häusliche Gewalt ist einfach noch immer ein Tabu-Thema. Und die Tatsache, dass sie daheim (= häuslich) stattfindet, macht es nicht leichter. Leider ist es aber nicht nur so, dass die Täter es gern verschweigen, sondern leider auch die Opfer. Ich möchte dich daher wirklich ermutigen sprich darüber! Schreib es auf in Tagebuch-Form. Erzähl es zumindest einigen wenigen engen Vertrauten! Zeig es an! Ja ich weiß, der Schritt die häusliche Gewalt dann auch noch bei der Polizei offenkundig zu machen ist nochmal eine extra Hürde. Aber wie weiter oben schon geschrieben bei häuslicher Gewalt gibt es kein Zurück und die Hoffnung, dass der/die Täterin sich ändert ist zwar groß aber unrealistisch. So hart es an dieser Stelle auch klingt Opfer die alles für sich behalten und dann erst bei der Scheidung oder einem Sorgerechtstreit die Gewalt das erste Mal erwähnen, werden leider oft unglaubwürdig eingeschätzt.
http://phoenix-frauen.de/ bietet auch einen kostenlosen 10-Schritte-Plan aus einer Gewaltbeziehung an!
http://www.re-empowerment.de/
http://www.rataufdraht.at/
https://www.nummergegenkummer.de/
Gern kannst du dich bei Fragen natürlich auch an mich wenden. Wenn du ein Opfer von häuslicher Gewalt bist, bitte zögere nicht und schreib auch gerne mir, wenn du dich hier als ersten Schritt besser aufgehoben fühlst. Alles weitere dann hinter den Kulissen.
Alles Liebe, ganz viel Herz & Mut!
Sabine
heute echauffiere ich mich mal über eine dicke fette lüge zum thema glücklich single sein und partnersuche. in den letzten monaten beobachte ich immer wieder, dass diverse magazine aber auch kollegen darüber schreiben, dass es unabdingbar ist, dass du zuerst als single glücklich mit deinem leben sein musst und dann zack wie von wunderhand! kommt der traumpartner schon von alleine. Ja ich bin mir durchaus dessen bewusst, dass ausgerechnet mein kollege nils terborg hierzu erst vor kurzem einen gastartikel auf meiner seite veröffentlicht hat.
und soll ich euch was sagen?
es ist einfach nicht wahr und genauso ein schwachsinn wie „trinken sie 3x täglich diesen smoothie, ändern sie nichts an ihren lebens- und essensgewohnheiten und trotzdem werden sie 5kg in einer woche abnehmen.“ und ich sage gerne, warum und wie ich zu diesem punkt komme.
Ok lasst uns mal bei den Fakten bleiben. Es gibt Gegenden auf dieser Welt, wo die Auswahl eher gering ist und du dich zwischen Hinz und Kunz entscheiden musst und da ist noch nicht mal die frage der gemeinsamen chemie geklärt! In anderen Ländern ist Zwangsheirat noch immer an der Tagesordnung und auch damit fällt das Ideal der romantischen Liebesbeziehung weg! Da kannst du 10x glücklich single sein es nutzt einfach nichts.
Die Wahrheit ist früher oder später und zwar egal ob du verlassen wurdest oder selbst gegangen bist hat jeder single ein „zeitfenster“, in dem er sich mit seiner neuen lebenssituation wirklich gut auseinandergesetzt hat, zufrieden ist, sich zwar vielleicht einen neuen partner wünscht aber noch nicht in gröberen vermissens-zuständen festhängt. dieser „glücklich single = bald-ex-single-strategie“ zufolge müsste jetzt die zauberfee kommen und innerhalb kürzester zeit war´s das mit dem singleleben!
Ja ok, wir alle sind vermutlich in einem umfeld groß geworden, in dem beziehungen an der tagesordnung waren. und wir kennen auch ganz viele menschen, die eine beziehung führen. und vielleicht hatten wir auch selbst schon einmal oder mehrmals beziehungen. na und?
Und es kotzt mich so elendiglich an, dass jeder so tut, als wäre das so. als wäre eine beziehung zu führen das natürlichste und vor allem das selbstverständlichste der welt. ja, ich gebe euch allen recht: eine beziehung ist etwas wunderschönes und für ganz viele menschen auch total erstrebenswert. aber es ist weder normal noch selbstverständlich, einen partner zu finden und eine harmonische beziehung zu entwickeln.
Verlieben ist für ganz viele menschen wie ein lottosechser. bloß würden wir den lottogewinn nie im leben erwarten und dann todunglücklich sein, wenn er uns nicht vom glück beschieden wird!
schon mal drüber nachgedacht was du wirklich gelernt hast, wenn du glücklich single bist? ja, du hast vielleicht gelernt, dich selbst zu lieben, gut zu dir zu sein, offen für neues und so weiter und so fort. aber was sagt das über deine fähigkeit aus, menschen kennen zu lernen, in beziehung zu treten und eine solche aufzubauen und zu stabilisieren? GENAU GAR NICHTS!!!
wenn in dem moment wo mr right auf dich zukommt, deine ganzen alten wunden aufjaulen und dich verängstigt klammern oder weglaufen oder beides lassen, ist es gelaufen! deine fähigkeiten jemanden kennen zu lernen, auf menschen zuzugehen, dich einzulassen usw DAS sind die kernkompetenzen die es wirklich braucht für beziehung!
ich hab vorhin schon 3 gründe erwähnt, warum es nicht selbstverständlich ist, dass man überhaupt eine beziehung findet. ich betreue in meiner kanzlei immer wieder wirklich tolle menschen, die eine zeitlang wirklich glücklich single waren, sich dann entspannt geöffnet und auf die suche gemacht haben. und dann wenn es aus den obigen 3 gründen mal längere zeit nicht geklappt hat wirklich und vielleicht sogar zurecht traurig werden. und ich gehe sogar so weit, dass es nicht nur möglich ist, sondern ich auch schon mehrfach erlebt habe, dass man von der partnersuche auch ein burnout erleiden kann. ein burnout ist ncihts anderes als konsequentes vorbeileben an deinen werten, vielleicht noch gepaart mit einem mangeldenken. und diese wirklich herzlichen und tollen menschen, liegen irgendwann nach längerer zeit auch mal wieder psychisch am boden und sind einfach nur verzweifelt, traurig und verstehen nicht, was sie falsch machen.
nur was sagt ihnen dieser ratschlag dann?
du hast nicht nur keinen partner sondern bist auch noch selbst schuld daran!
und das stimmt einfach nicht! statt dir zu sagen, dass du GARNICHTS FALSCH machst, sondern das leben einfach nicht immer planmäßig spielt!
also bitte: wenn du single bist, auf partnersuche und gerade mal wieder traurig bist, weil es einfach nicht klappen will und deine sehnsucht aber schon so groß ist:
und wenn du reden willst kontaktiere mich.
Alles, Liebe !
Sabine
Aus den Augen aus dem Sinn ja wenn das mal so einfach wäre. Wenn man nämlich schon zusammen gelebt hat, bleibt meistens einer in der ehemals gemeinsamen Wohnung zurück. Und die fühlt sich dann ganz schön „ex“ an. Wie also den Ex vergessen? Ausziehen ist ja wohl nicht immer die Lösung! Wie du deine Wohnung behältst und mit den Erinnerungen, die in jeder Ecke kleben, zurecht kommst, erfährst du hier!
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