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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)News
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International episodes

  • «Il Corviale»: Ein Kilometer Italien
    Der Corviale ist nicht das höchste, aber eins der längsten Hochhäuser der Welt – und in Italien längst ein Symbol für staatliches Versagen und soziale Brennpunkte. Nun soll das Betonmonster bei Rom mit Geld aus dem EU-Coronafonds saniert worden. Eine Reportage aus der Tristesse.
    Der Corviale wurde in den späten 1970er Jahren gebaut und sollte Sozialwohnungen für 8'000 Menschen bieten. Merkwürdig still ist es heute in dem maroden Bau, an dem sich viele Probleme ablesen lassen, die Italien plagen. Papst Franziskus oder auch Staatspräsident Sergio Mattarella haben den Corviale besucht. Mehr als öffentlichkeitswirksame Fotos und Fernsehbilder sind von den Besuchen nicht geblieben.
    Jetzt soll der Corviale, der sich über einen ganzen Kilometer im Südwesten der Hauptstadt erstreckt, mit Geld des Coronafonds aus Brüssel saniert werden. Ein zweifelhaftes Vorhaben, wie die Reportage aus dem Hochhaus zeigt, das eine Art «Italien im Kleinen» ist.
    29 min
  • Nordirland – trotz wirtschaftlichem Erfolg staut sich die Wut
    Beim Brexit war allen klar, um den Frieden in Nordirland nicht zu gefährden, darf zwischen Nordirland und Irland keine harte Grenze entstehen. Nordirland blieb deshalb im EU-Binnenmarkt. Diese Entscheidung lässt jetzt aber die Emotionen hochgehen, insbesondere bei den protestantischen Unionisten.
    Beide Seiten haben sich einvernehmlich darauf geeinigt, die Regierung von Boris Johnson in London und die Europäische Union: Nordirland bleibt im EU-Binnenmarkt. Das hat den Vorteil, dass sich Menschen und Güter weiterhin völlig ungehindert zwischen dem Norden der Insel und der Republik Irland hin und her bewegen können. Es hat aber den Nachteil, dass es jetzt in der Irischen See eine Zollgrenze gibt, die Nordirland vom britischen Mutterland trennt.
    Die protestantischen Unionisten fühlen sich deshalb verraten und sehen ihre britische Identität in Gefahr. Immer wieder führt die Frustration zu Protesten, wiederholt schon zu Gewalt. Busse und Autos brannten. Steine und Flaschen flogen.
    Die Emotionen gehen hoch, obwohl die Unternehmen in Nordirland zufrieden sind mit der neuen Lösung. Seit dem Brexit floriert das Geschäft nämlich in beide Richtungen, zum Süden der Insel hin und – trotz der neuen Zollgrenze in der Irischen See - zum Mutterland auf der anderen Seite. Warum sind Fragen der Identität wichtiger als der wirtschaftliche Erfolg? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Reportage aus Nordirland.
    30 min
  • Thailand: Von Geistern und Göttern
    Thailand ist eigentlich ein buddhistisches Land. Doch der Glaube geht weit über den Buddhismus hinaus. Geister gehören genauso zum Alltag wie Götter. Und alle profitieren: Der Elite des Landes dienen sie zur Legitimation ihrer Macht. Der breiten Bevölkerung helfen sie, den Alltag zu bewältigen.
    Man sieht sie fast überall in Thailand, vor Wohnblöcken, vor Einkaufszentren, vor Bürogebäuden: Kleine Häuschen mit winzigen Figuren, davor Getränke, Essen, Räucherstäbchen und Blumen. Es sind die Wohnhäuser der Geister. Die übernatürlichen Wesen spielen in Thailand eine wichtige Rolle. Manchmal helfen sie dort, wo Probleme im Alltag nicht gelöst werden können; manchmal sind sie gütig, manchmal werden sie wütend. Mehr als zwei Drittel der Thailänderinnen und Thailänder glauben nicht nur an den Buddhismus, sondern auch an Geister – und Naturgötter.
    Auch die Mächtigen im Land halten sich nicht nur mit irdischen Dingen auf. Sie stützen sich auf Götter, dank derer sie ihre Macht legitimieren können, suchen Rat bei Wahrsagern und leisten – genauso wie die breite Bevölkerung – eine Art modernen Ablasshandel.
    31 min
  • Neues Leben in der alten Heimat: Rückkehr nach Portugal
    Portugal war ein armes Land an der europäischen Peripherie. Millionen verliessen es auf der Suche nach einem besseren Auskommen, viele kamen auch in die Schweiz. Doch der Wind hat gedreht: nun wächst Portugal. Und aus der Schweiz kehren zunehmend mehr Portugiesinnen und Portugiesen zurück.
    Nach über dreissig Arbeitsjahren in Lausanne haben María und João Ganhão der Schweiz den Rücken gekehrt. Mit ihrer bescheidenen Rente hätten sie in der Schweiz Altersarmut riskiert. Auf der Halbinsel Setúbal bei Lissabon reicht es für ein würdiges Leben in der eigenen Wohnung. Nelson Nogueira steht noch mitten im Arbeitsleben. Er war in der Schweiz Manager in einer Elektronikfirma, betreibt nun eine Weinbar und ein Restaurant in der Altstadt von Lissabon, ist dort sein eigener Chef. Beatriz Santos aus Pontresina ist gerade erst aufgebrochen, sie kam zum Studium in das Land ihrer Eltern.
    Drei Beispiele aus drei Generationen für einen neuere Entwicklung: Die Zahl der portugiesischen Auswanderer aus der Schweiz wird grösser. 2014 zogen noch rund 6'000 Portugiesinnen und Portugiesen weg aus der Schweiz. 2019, kurz vor der Pandemie, waren es fast doppelt so viele. Sie treffen auf ein Land, das sich modernisiert. Mit umsichtiger Politik und viel Geld aus der Europäischen Union schaffte es Portugal, die Krisenjahre hinter sich zu lassen. Der portugiesischen Wirtschaft gehe es klar besser, bestätigt die renommierte Ökonomin Susana Peralta. Sie warnt gleichzeitig: wirklich nachhaltig sei der Aufschwung noch nicht.
    29 min
  • Chiles Grundmauern wackeln
    Selten bekommt ein Land die Chance, seine Ideale als Nation zu formulieren, so, wie Chile gerade: 154 Bürgerinnen und Bürger schreiben derzeit eine neue Verfassung für das südamerikanische Land. Die bisherige stammt noch aus der Zeit der Militärdiktatur von General Augusto Pinochet.
    Ein demokratisch gewählter Volkskonvent baut noch bis im Sommer ein neues Fundament für Chile: Die neue Verfassung soll Chile grundlegend verändern, die Wirtschaft sozialer denken, ohne den Wohlstand des Landes zu gefährden.
    In Chile ist beinahe alles privatisiert: Die Renten, das Gesundheits-System, sogar das Wasser. Privatisierung, ausländische Investoren und ein strikt neoliberaler Kurs, bei dem die Markt-Wirtschaft alles bestimmt, haben Chile in den letzten Jahrzehnten zu mehr Wohlstand verholfen.
    Doch der Wohlstand ist äusserst ungleich verteilt. Eine Mehrheit im Land fordert deshalb soziale Reformen. Wer kein Geld hat, bleibt aussen vor: So fehlt etwa den Bauern auf dem Land das Trinkwasser für ihre Kühe, weil grosse Bergbau-Minen die Wasser-Rechte aufgekauft haben. Die Kleinen, die Armen: Sie haben an Chiles Wohlstand nicht teil.
    Auch Chiles Indigene setzen grosse Hoffnungen in die neue Verfassung. Unter Pinochet wurden sie enteignet und in Reservate zwangsumgesiedelt. Möglich war das, weil die bisherige Verfassung die Rechte der Indigenen nicht anerkennt. Nun steht die Zukunft der Mapuche auf dem Spiel – und die des ganzen Landes.
    29 min
  • Aufbruch im deutschen Osten – Eine Provinzstadt erfindet sich neu
    Das Image der Wende-Verlierer haftete lange an Wittenberge. Die ostdeutsche Kleinstadt verlor ihre Industrie und entleerte sich mit dem Ende der DDR. Nun ziehen Digitalarbeiter aus Berlin mit neuen Ideen an die Elbe. Dank pragmatischer Behörden wird die Schrumpfung gestoppt und die Stadt erwacht.
    «Mensch, die Leute hier sind ja richtig nett und man hat mal wieder einen Schnack gehalten, obwohl man sich nicht kennt». Andrea Stenz ist begeistert. Sie hat das hippe Berlin verlassen, ausgerechnet für eine Stadt, in der nichts läuft, in der es besonders viele Rentner und Arbeitslose gibt. Denn in Wittenberge ist die Bevölkerung nach der Wende praktisch auf die Hälfte geschrumpft.
    Das weitherum bekannte Nähmaschinenwerk Veritas wurde «platt gemacht», wie es hier heisst. Auf der Suche nach Arbeit und Ausbildung wanderte eine ganze Generation aus. Doch nun ziehen immer mehr junge Menschen wie Andrea mit ihrem Start Up in die Stadt an der Elbe und verwirklichen Ideen, für die es in den Metropolen kaum noch Gestaltungsmöglichkeiten gibt. Sie bespielen leerstehende Gebäude, organisieren Kulturanlässe, arbeiten in Coworking Spaces, oder sehnen sich ganz einfach nach einem Leben nahe der Natur. Wiebke Lemme etwa kommt zurück an den Ort ihrer Kindheit. Die Berliner Architektin will Mitten im alten Stadtkern zusammen mit anderen Grossstädtern einen energieeffizienten Neubau erstellen. Wie es zu diesem Aufbruch kommt und welche Rolle dabei der Bürgermeister spielt, das zeigt die Reportage aus der Elbestadt Wittenberge. Sie liegt Mitte auf der Strecke Berlin – Hamburg.
    25 min
  • Ukraine – Krieg der Lügen
    Lügen, Tarnen, Täuschen. Diese Mittel nutzt Wladimir Putin im Kampf um die Meinungshoheit. In der Ukraine sei eine Bande von Nazis an der Macht und die Russen dort müssten um ihr Leben fürchten. Schon vor Jahren trommelte diese nationalistische Propaganda auf Russinnen und Russen ein.
    Auf der annektierten Krim, in den russischen Separatisten-Gebieten im Osten der Ukraine und in Russland selbst verbreiteten und verbreiten die Medien unter Kontrolle des Kremls eine undifferenzierte Sicht der Dinge, die letztlich die Legitimation liefert für den Angriff Putins auf die Ukraine.
    Tatsächlich gibt es in der Ukraine Neonazis, aber sie stellen nicht die Regierung in Kiew. Ihre Rolle wird in der russischen Propaganda massiv übertrieben. Alte Vorurteile werden neu geschürt. Zudem spricht Putins Propaganda der Ukraine die Berechtigung als unabhängiger Staat ab, die Geschichte wird neu gedeutet, die Ukrainer als Brudervolk herabgestuft zum kleinen Bruder.
    Christine Hamel hat die Krim und den Osten der Ukraine besucht und dort einen Krieg der Lügen beobachtet, lange bevor der grosse Krieg mit Waffen begann.
    27 min
  • Die Trikolore brennt – Mali schickt die Franzosen nach Hause
    Einst wurden in Mali die französischen Truppen bejubelt. Heute gehen die Menschen gegen Frankreich auf die Strasse. Die Franzosen ziehen ab – und die Russen sind im Wüstenstaat. Wie konnte das passieren?
    Frankreich zieht seine Militärmission «Barkhane» aus Mali ab. In Mali trauert niemand um die Franzosen. Man hat nicht das Gefühl, dass die Bekämpfung des Terrors in den letzten Jahren erfolgreich war – ganz im Gegenteil. Vor allem aber hat Frankreich den Kampf um die Herzen in Mali verloren.
    Mali hat zwei Coups hinter sich. Die militärische Übergangsregierung ging auf Konfrontation mit Paris. Sie suchte in Russland Unterstützung im Kampf gegen Terroristen und bewaffnete Banden, die grosse Teile des Landes kontrollieren. Auch Söldner der berüchtigten Wagner-Gruppe sollen im Land sein.
    Viele Malierinnen und Malier glauben, dass sich nun die Sicherheitslage verbessert. Auch das Vertrauen in die Militärregierung ist nach wie vor gross. Trotzdem fragt sich, ob der bewaffnete Kampf gegen Terroristen tatsächlich die Lösung für Malis Probleme ist.
    29 min
  • Ali der irakische Übersetzer: Die Geschichte eines Verrats
    Ende 2021 zogen sich die US-Truppen aus dem Irak zurück. Der Rückzug war weniger chaotisch als jener aus Afghanistan. Doch zurück blieben Menschen wie Ali, der für die Amerikaner als Übersetzer arbeitete. Dies ist die Geschichte darüber, wie Ali im Stich gelassen wurde – und mit ihm der ganze Irak.
    SRF-Korrespondentin Susanne Brunner lernte ihn 2020 zufällig kennen, auf dem Tahrir-Platz in der irakischen Hauptstadt Bagdad: Der Mann nennt sich Ali, ist keine 30 Jahre alt. Der junge Iraker hat sich den Menschen angeschlossen, die dort unter Lebensgefahr demonstrieren.
    Ali hat Angst – und doch erzählt er seine Geschichte, zuerst via E-Mails und Sprachnachrichten, fast zwei Jahre später auch in ein SRF-Mikrofon, als es zum zweiten Treffen kommt: Ali erzählt davon, wie er Übersetzer für die von ihm bewunderten US-Truppen wurde, wie er auf eine bessere Zukunft für sich und sein Land hoffte. Und Ali erzählt davon, wie irakische Soldaten ihn als Verräter sahen, wie er und andere Übersetzer zum Ziel der gefürchteten Milizen wurden. Und er erzählt davon, wie die USA ihn einfach fallen liessen – und wie er bis heute fürchten muss, für seine Rolle als Übersetzer umgebracht zu werden.
    Alis Geschichte steht stellvertretend dafür, wie die USA zuerst in den Irak einmarschierten, das Regime von Saddam Hussein stürzten – das Land aber dann im Stich liessen.
    31 min
  • Kolumbiens brüchiger Frieden
    Über 50 Jahre lang bekämpften sich in Kolumbien staatliche Streitkräfte, linke Guerillagruppen und rechte Paramilitärs. Hunderttausende starben in dem blutigen Konflikt, Millionen Menschen wurden vertrieben. 2016 beendete ein Friedensvertrag die Kämpfe. Doch der Frieden in Kolumbien ist brüchig.
    Die Lage in den einstigen FARC-Gebieten ist heute unübersichtlicher und komplexer denn je: Als die FARC abzog, entstand in vielen Regionen ein Machtvakuum. Neue Gruppierungen greifen nun nach der Macht, wollen die Kokafelder auf dem Land kontrollieren und damit den lukrativen Drogenschmuggel.
    Deshalb gibt es bereits wieder Tote in Kolumbien. Es gibt wieder Sperrstunden und Jugendliche werden von den Eltern wieder zuhause versteckt, damit sie von kriminellen Banden nicht entführt oder zwangsrekrutiert werden.
    Zu denen, die heute Angst haben, gehören auch rund 13'500 ehemalige FARC-Kämpferinnen und -Kämpfer. Sie sollen im Friedensprozess eigentlich eine aktive Rolle spielen. Doch Bedrohungen durch neue Gruppierungen verhindern ein öffentliches Engagement der ehemaligen Guerilleros für den Frieden.
    Dringend nötig wären jetzt Sicherheitsgarantien, eine überfällige Landreform, attraktive Alternativen zum Kokaanbau für die Bauern und Massnahmen gegen die extreme soziale Ungleichheit, die es in der kolumbianischen Gesellschaft gibt. Ansonsten könnte sich Kolumbiens blutige Geschichte schon bald wiederholen.
    29 min

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Die Welt ist unübersichtlich geworden – «International» hilft, sie zu verstehen. Mit den SRF-Auslandkorrespondentinnen und -korrespondenten reisen wir dorthin, wo Geschichten entstehen: Krisengebiete, Wirtschaftsmächte, vergessene Regionen.

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